Kategorien
Fernsehen Rundfunk Gesellschaft Kultur

Wette sich, wer kann

Die Nach­richt, dass die Unter­hal­tungs­sen­dung „Wet­ten, dass..?“ nach 33 Jah­ren ihren Geist auf­ge­ben wür­de, war der Redak­ti­on von „Spie­gel Online“ am Abend des 5. April sogar eine Brea­king News wert. Aut­op­sie und Trau­er­fei­er waren da bereits in vol­lem Gan­ge.

Das ZDF wur­de für sei­ne Pres­se­mit­tei­lungs­for­mu­lie­rung der „geän­der­ten Seh­ge­wohn­hei­ten“ mit Häme über­zo­gen – über­wie­gend von Men­schen, die ger­ne ame­ri­ka­ni­sche TV-Seri­en auf Com­pu­tern und Tablets schau­en und sich Sonn­tags­abends online ver­ab­re­den, um gemein­schaft­lich eine ein­zel­ne deut­sche TV-Serie schei­ße zu fin­den. Mar­kus Lanz und die Redak­ti­on wur­den zu den Allein­schul­di­gen erklärt, was auch Quatsch war: Zwar hat­ten der jovia­le Bau­markt­er­öff­nungs­ch­ar­meur und sei­ne Trup­pe im Hin­ter­grund, die es auch schon mal für eine gute Idee gehal­ten hat­te, sich völ­lig ohne Grund eine aus­schwei­fen­de Ras­sis­mus­de­bat­te an den Hals zu holen, tat­säch­lich kei­nen guten Job gemacht, aber das Pro­blem lag auch woan­ders. In einer Zeit, wo wirk­lich jeder durch Cas­ting­show und You­Tube zum „Star“ wer­den kann, braucht der Nor­mal­bür­ger kei­ne absei­ti­gen Bega­bun­gen mehr, um für einen Abend im Ram­pen­licht zu ste­hen. Man kann es jetzt zu mit­tel­fris­ti­ger TV-Pro­mi­nenz brin­gen, ohne Wärm­fla­schen auf­zu­pus­ten oder die Post­leit­zah­len aller deut­schen Städ­te benen­nen zu kön­nen. 1 Frank Elst­ner mel­de­te sich auf Twit­ter zu Wort und vie­ler­orts las man wie­der von Elst­ner, klei­nen Kin­dern in der Bade­wan­ne und im Bade­man­tel. 2

Immer wie­der kam das Bild auf, das Flo­ri­an Illies 2000 beschrie­ben hat­te: Wie er als Kind Sams­tags­abends, frisch geba­det und im Bade­man­tel auf der Couch sit­zen und „Wet­ten, dass..?“ mit Frank Elst­ner gucken durf­te. Illies beschrieb dies in sei­nem Best­sel­ler „Gene­ra­ti­on Golf“, des­sen Titel schon Teil des Pro­blems ist, zu dem wir gleich noch kom­men, und je mehr deckungs­glei­che Wort­mel­dun­gen in den Sozia­len Netz­wer­ken auf­schlu­gen, des­to boh­ren­der wur­de die Fra­ge: Hat­ten wir – das Per­so­nal­pro­no­men ist hier beson­ders wich­tig – wirk­lich so ähn­li­che Kind­heits­er­leb­nis­se oder brach sich hier gera­de die Erin­ne­rungs­ver­fäl­schung Raum, die sonst ger­ne auch schon mal ger­ne dafür sorgt, dass Men­schen sich detail­reich dar­an erin­nern, wo sie bei der Mond­lan­dung, der Ermor­dung John F. Ken­ne­dys, dem Mau­er­fall, dem Unfall­tod von Dia­na Spen­cer und am 11. Sep­tem­ber 2001 waren – nur, dass das oft gar nicht stimmt.

Ich für mei­nen Teil bin zum Bei­spiel zu jung, um jemals bewusst „Wet­ten, dass..?“ mit Frank Elst­ner gese­hen zu haben. Ich erin­ne­re mich an eine Aus­ga­be, in der jemand mit­hil­fe hand­li­cher Schrott­bal­len sagen konn­te, um was für ein Auto es sich zuvor gehan­delt hat­te. Es mag mein ers­ter bewuss­ter Kon­takt mit der Sen­dung gewe­sen sein, der Mode­ra­tor war wohl schon Tho­mas Gott­schalk und wenn es da drau­ßen jeman­den gibt, der auf Anhieb sagen kann, ob das stimmt, wann die Sen­dung lief und aus wel­cher Mehr­zweck­hal­le die Sen­dung damals kam, dann ist es jetzt zu spät, um aus die­ser Insel­be­ga­bung noch Kapi­tal zu schla­gen.

Frank Elst­ner, das war für mich der Mode­ra­tor von „Nase vorn“, dem viel­leicht über­am­bi­tio­nier­tes­ten Unter­hal­tungs­show­ver­such, bis es ProSiebenSat1 mit der „Mil­lio­närs­wahl“ ver­such­te, und der teil­wei­se live von der Trab­renn­bahn in Dins­la­ken über­tra­gen wur­de, in deren buch­stäb­li­cher Wurf­wei­te unse­re dama­li­ge Woh­nung lag. Mit gro­ßem Eifer glotz­te ich damals jede Sams­tag­abend­show weg, die das öffent­lich-recht­li­che Fern­se­hen Ende der 1980er, Anfang der 1990er auf die Gebüh­ren­zah­ler los­ließ, 3 zur Not zwang ich mei­ne Groß­el­tern (und nicht anders­her­um), mit mir den „Musi­kan­ten­stadl“ zu schau­en – es war eben Sams­tag­abend, ich war da und woll­te unter­hal­ten wer­den! Am Liebs­ten aber die „Rudi Car­rell Show“ 4 und spä­ter „Geld oder Lie­be“ mit Jür­gen von der Lip­pe, das ich im Nach­hin­ein ger­ne zur bes­ten Sams­tag­abend­show aller Zei­ten ver­klä­re. Wenn es mir gelän­ge, heu­te etwas ähn­lich harm­los-anar­chisch-unter­halt­sa­mes zu kon­zi­pie­ren, wäre ich ein gemach­ter Mann.

„Wet­ten, dass..?“, jeden­falls, ist im Begriff, sehr bald Geschich­te zu sein, und all jene, die damals tat­säch­lich oder gefühlt im Bade­man­tel zuge­schaut hat­ten, gaben sich dem hin, was seit „Gene­ra­ti­on Golf“ All­ge­mein­gut ist: der fra­ter­ni­sie­ren­den, leicht aniro­ni­sier­ten Nost­al­gie derer, die für ech­te Nost­al­gie nicht nur zu jung sind, son­dern auch zu wenig erlebt hat­ten. Und weil die Ver­tre­ter die­ser … nun ja: Gene­ra­ti­on heu­te an den ent­schei­den­den Stel­len bun­des­deut­scher Online­diens­te und Medi­en­sei­ten sit­zen, kann man die­se Erin­ne­run­gen über­all lesen, wo sie von Men­schen mit den glei­chen tat­säch­li­chen oder gefühl­ten Erin­ne­run­gen kom­men­tiert wer­den, auf dass sich auch die Nach­ge­bo­re­nen damit infi­zie­ren und sich spä­ter fel­sen­fest dar­an erin­nern, wie sie damals selbst auf der Couch …

„Kids today get­tin‘ old too fast /​ They can’t wait to grow up so they can kiss some ass /​ They get nost­al­gic about the last ten years /​ Befo­re the last ten years have pas­sed“, hat Ben Folds mal gesun­gen. Das ist inzwi­schen neun Jah­re her und die Ent­wick­lung der Sozia­len Netz­wer­ke hat seit­dem nicht gera­de zu einer Ent­span­nung der Situa­ti­on bei­getra­gen. „Throw­back Thurs­day“ nen­nen sie es, wenn Men­schen am Don­ners­tag beson­ders pein­li­che 5 Fotos von sich selbst in einem jün­ge­ren Zustand auf Face­book oder Twit­ter pos­ten, was beson­ders reiz­voll ist, wenn die Men­schen Anfang Zwan­zig und die Fotos selbst noch nicht mal im Grund­schul­al­ter sind. Jan Böh­mer­mann 6 sorg­te im Früh­jahr mit einem „So waren die 90er“-Video für Furo­re im deutsch­spra­chi­gen Inter­net, 90er-Par­ties erfreu­en sich schon seit eini­ger Zeit wach­sen­der Beliebt­heit und ich saß auch schon stock­nüch­tern inmit­ten unter­schied­lich alko­ho­li­sier­ter Men­schen auf Par­ties, starr­te auf einen Lap­top­bild­schirm und nahm einen You­Tube-Rei­gen von Mr. Pre­si­dent, Take That, Echt und Tic Tac Toe mit einer stets wech­seln­den Mischung aus Fas­zi­na­ti­on, Abscheu, Nost­al­gie, Fas­sungs­lo­sig­keit und Begeis­te­rung zur Kennt­nis. Es waren Men­schen mit ansons­ten ver­mut­lich tadel­lo­sem Musik­ge­schmack, aber nie­mand kam auf die Idee, wenigs­tens mal zur Abwechs­lung Inter­pre­ten wie Nir­va­na, Oasis oder Pearl Jam in die Run­de zu wer­fen. Das war auch nicht mehr mit dem lei­di­gen The­ma Über­i­ro­ni­sie­rung zu erklä­ren.

Mein Vater ver­ab­scheut heu­te mit gro­ßer Hin­ga­be vie­les, was sich auf den angeb­lich reprä­sen­ta­ti­ven Hit-Sam­plern sei­ner Jugend fin­det, 7 trotz feh­len­den Alters wal­tet bei mir eine erschüt­tern­de Mil­de: Ich könn­te jeder­zeit aus­führ­lich und fun­diert begrün­den, war­um Sun­ri­se Ave­nue gro­ße Grüt­ze sind, wür­de mich aber im Zwei­fels­fall ver­mut­lich dazu hin­rei­ßen las­sen, „What Is Love?“ von Had­da­way wort­reich gegen jed­we­de Kri­tik zu ver­tei­di­gen.

Die Musik, die heu­te dort ange­sagt ist, wo Indie­be­reich und Main­stream klei­nen Grenz­ver­kehr pfle­gen, klingt oft, als sei sie schon min­des­tens 40 Jah­re alt. Vor zehn, fünf­zehn Jah­ren wur­den hau­fen­wei­se Fern­seh­se­ri­en der 70er und 80er fürs Kino adap­tiert, heu­te sind plötz­lich Fern­seh­se­ri­en erfolg­reich, die auf 20 Jah­re alten Kino­fil­men basie­ren. Und das ist erst der Anfang.

Der Herm frag­te letz­te Woche auf Twit­ter:

Kurz dar­auf ging dann ein neu­er „Terminator“-Trailer online.

Über das Phä­no­men der „Retro­ma­nie“ sind inzwi­schen Arti­kel und gan­ze Bücher geschrie­ben wor­den. Und, klar: Wenn Kul­tur­epo­chen nicht mehr 50 oder 100 Jah­re dau­ern, son­dern nur ein paar Mona­te 8, kön­nen sie auch schnel­ler wie­der­kom­men. Die Renais­sance rekur­rier­te noch auf ein Zeit­al­ter, das seit etwa 800 Jah­ren vor­bei war.

Und so ist in einer Zeit, in der angeb­lich alles indi­vi­du­el­ler wird 9, die Erin­ne­rung an „Dolo­mi­ti“, „Yps“ und „Rai­der“ („heißt jetzt ‚Twix‚“) das, was die Men­schen hei­me­lig zusam­men­bringt. Die Jea­nette-Bie­der­mei­er-Epo­che.

Um „Wet­ten dass..?“ wird jetzt bis zuletzt ein Gewe­se gemacht, das die Show selbst seit min­des­tens zehn Jah­ren nicht mehr gerecht­fer­tigt hat. Aber so ist das in Deutsch­land: Wir haben ja kul­tu­rell nicht so viel und wenn wir doch mal jeman­den haben, wer­den die­je­ni­gen so sehr gefei­ert, bis sie nie­mand mehr ernst­haft ertra­gen kann. Stich­wort: Til Schwei­ger, Jan Josef Lie­fers, Hele­ne Fischer, Unhei­lig. Alle vier sind am Sams­tag bei der letz­ten Sen­dung dabei.

  1. Oder ohne irgend­et­was zu kön­nen.[]
  2. Was jetzt viel­leicht ein biss­chen unglück­lich for­mu­liert ist.[]
  3. „Ver­ste­hen Sie Spaß?“ mit Pao­la und Kurt Felix! Der „Flit­ter­abend“! Die „Gold­mil­li­on“![]
  4. Ich bin unsi­cher, wann genau ich begriff, dass die Kan­di­da­ten – „gera­de noch im Rei­se­bü­ro, jetzt auf unse­rer Show­büh­ne!“ – sich gar nicht so schnell umzie­hen konn­ten, son­dern dort mit vor­ab auf­ge­zeich­ne­ten Bei­trä­gen gear­bei­tet wur­de, fürch­te aber, es ist noch gar nicht sooo lan­ge her.[]
  5. Zu irgend­ei­ner Zeit hät­te man gesagt: „affi­ge“.[]
  6. Je nach Bezugs­ge­ne­ra­ti­on der Harald Schmidt oder Ste­fan Raab sei­ner eige­nen Gene­ra­ti­on.[]
  7. Mungo Jer­ry! The Lovin‘ Spoon­ful![]
  8. Oder gar 140 Zei­chen.[]
  9. Mode- und Ein­rich­tungs­blogs spre­chen da eine etwas ande­re Spra­che.[]
Kategorien
Rundfunk Digital

Dieser Text soll wütend machen

Ich habe ange­fan­gen, einen Text zu ver­fas­sen. Unglaub­lich, was dann pas­sier­te.

Man weiß ja eigent­lich, dass eine Sache pop­kul­tu­rell durch ist, wenn die Par­odien dar­auf anfan­gen, einem mas­siv auf den Sack zu gehen. 1 Die Num­mer mit dem „Hef­tig­style“ ist also eigent­lich durch.

Der „Hef­tig­style“ ist benannt nach dem „sti­lis­ti­schen“ Vor­bild heftig.co, einer Inter­net­sei­te, die es sich zum Ziel gesetzt hat, bun­te Mel­dun­gen von ande­ren, inter­na­tio­na­len Trash-Por­ta­len zusam­men­zu­klau­ben, die­se grob ins Deut­sche zu über­set­zen und mit plum­pen Anrei­ßer­tex­ten in Sozia­len Netz­wer­ken zu streu­en. Unge­fähr alles, was man über die­se Web­site wis­sen muss, die vom guten Anstand über die Prin­zi­pi­en des Kapi­ta­lis­mus bis hin zum gerings­ten sprach­li­chen Emp­fin­den ein­fach alles belei­digt, hat der Herm schon vor drei Mona­ten auf­ge­schrie­ben. In mei­nen eige­nen Social-Net­work-Feeds tau­chen Mel­dun­gen von „Hef­tig“ auf­fal­lend sel­ten auf, was ich sehr gut fin­de, aber die Seu­che greift um sich – immer mehr (meist eben­falls unse­riö­se) Inter­net­por­ta­le beteasern ihre Arti­kel in „Heftig“-Manier. Einen gro­ben Über­blick über die­se Höl­le lie­fert der inzwi­schen schon wie­der etwas ver­waist erschei­nen­de tumb­lr „hef­tig­style“.

For­mu­lie­run­gen wie „Die­ser Elf­me­ter­schüt­ze möch­te beson­ders ange­ben. Doch was dann folgt, ist ein­fach zum Lachen.“ machen mich so unfass­bar aggres­siv wie sonst nur trop­fen­de Was­ser­häh­ne über Edel­stahl­spü­len. Ich brauch­te ein paar Wochen mit mir und mei­nen Gefüh­len um zu begrei­fen, war­um das so ist. Dann wur­de mir klar: Es ist die völ­li­ge Bevor­mun­dung des Lesers. Er soll schon vor der Lek­tü­re des gan­zen (meist lächer­lich kur­zen) Arti­kels wis­sen, wie er zu reagie­ren hat – im kon­kre­ten Fall Lachen. Mal davon ab, dass die wenigs­ten als beson­ders lus­tig ange­prie­se­nen Geschich­ten die ent­stan­de­ne Erwar­tungs­hal­tung erfül­len kön­nen, ist das für mich auf eine Art aus­ge­präg­te Men­schen­ver­ach­tung. Es ist irgend­wie noch schlim­mer als Fast-Food-Ver­pa­ckung, auf die groß „Lecker!“ gedruckt ist, es ist die maxi­ma­le Unter­for­de­rung des Rezi­pi­en­ten.

Das Law-and-Order-For­mat „Ach­tung Kon­trol­le“ auf Kabel Eins arbei­tet mit den glei­chen rhe­to­ri­schen Mit­teln, wenn die lai­en­schau­spie­lern­den Poli­zis­ten oder Steu­er­fahn­der eben­so leb- wie lieb­los Satz­kon­struk­tio­nen able­sen, die unge­fähr so gehen: „Ich habe den Mann dann noch mal auf­ge­sucht und was ich dann sah, hat mich wirk­lich über­rascht.“ Dar­auf folgt die nach­ge­stell­te Sze­ne, in der der Ord­nungs­hü­ter den Mann noch ein­mal auf­sucht und dann etwas sieht, was ihn wirk­lich über­rascht. Nor­mal ent­wi­ckel­te Fünf­jäh­ri­ge wür­den die­sen Ablauf kor­rekt ver­ste­hen und ein­ord­nen, aber für die angeb­lich erwach­se­nen Zuschau­er, die die Macher die­ser Sen­dung offen­bar für lern­be­hin­der­te Matsch­kar­tof­feln auf dem hei­mi­schen Sofa hal­ten, wird das schön erklärt – und nach der Wer­be­pau­se noch mal vom Off-Spre­cher wie­der­holt.

Klar, wir Aka­de­mi­ker könn­ten uns jetzt schön zurück­leh­nen und sagen: „Das ist halt Trash-TV fürs Trash-Volk. Bil­dungs­fer­ne Schich­ten, Hartz IV, Dosen­bier – die sind halt doof.“ Also genau das, was sich die Pro­du­zen­ten sol­cher TV-Sen­dun­gen in all ihrer Über­heb­lich­keit – und der dar­aus fol­gen­den Men­schen­ver­ach­tung – auch den­ken. Aber ich wei­ge­re mich, das zu glau­ben. Bil­ly Wil­der hat mal gesagt, 2 man dür­fe den Zuschau­er nicht unter­schät­zen bzw. unter­for­dern, er sei schlau genug, eins und eins selb­stän­dig zusam­men­zu­zäh­len.

Bei „Tages­schaum“ hat­ten wir spa­ßes­hal­ber mal das Mis­si­on State­ment „Wir wol­len den Zuschau­er auf meh­re­ren Ebe­nen über­for­dern“ for­mu­liert – und die­ses Ver­spre­chen sicher­lich auch oft genug ein­ge­löst. 3 Ich habe erst mit der Zeit begrif­fen, dass es beim Fern­se­hen wirk­lich außer­ge­wöhn­lich ist, gewis­se Fak­ten als bekannt vor­aus­zu­set­zen und den Zuschau­er vor allem mal eige­ne Schlüs­se zie­hen zu las­sen. Man kann ja heu­te kaum noch eine Nach­rich­ten­sen­dung schau­en, in denen Auf­nah­men von hun­gern­den Kin­dern, ver­trie­be­nen Men­schen oder den Aus­wir­kun­gen von Natur­ka­ta­stro­phen nicht als „schlim­me Bil­der“ anmo­de­riert wer­den – ganz so, als wäre das Publi­kum nicht selbst in der Lage, das Gezeig­te als schlimm ein­zu­ord­nen.

Womög­lich bin ich da allei­ne, aber ich füh­le mich von sol­chen Erklä­run­gen immer bevor­mun­det – genau­so übri­gens wie von den meis­ten Auf­lö­sun­gen in Kri­mis. Da haben die Autoren im ers­ten und zwei­ten Akt schön ihre Fähr­ten gelegt und Hin­wei­se gege­ben, 4 und dann wird im drit­ten Akt noch mal eine Rück­blen­de abge­feu­ert, damit auch der größ­te Depp (aus Sicht der Macher: der Zuschau­er an sich) begreift, was ambach ist.

Ich möch­te hier noch mal in Betracht zie­hen, dass ich der ein­zi­ge Mensch auf der Welt bin, dem es so geht, aber ich den­ke bei Fil­men oder Roma­nen lie­ber „Das habe ich jetzt nicht ver­stan­den, da hät­te ich bes­ser auf­pas­sen müs­sen, mein Feh­ler!“ als „Ja-haaa! Ich hab’s ver­stan­den!“. Ich weiß noch, wie wütend ich beim Sehen von Quen­tin Taran­ti­nos „Ing­lou­rious Bas­ter­ds“ an einer Stel­le wur­de: In einer Gast­stät­te hat­te sich ein Bri­te als Deut­scher aus­ge­ge­ben, tadel­lo­ses Deutsch gespro­chen und war doch auf­ge­flo­gen. Er hat­te beim Bestel­len von drei Glä­sern Scotch den Zeige‑, Mit­tel- und Ring­fin­ger hoch­ge­hal­ten – ein ech­ter Deut­scher wür­de die Zahl Drei aber mit Dau­men, Zei­ge- und Mit­tel­fin­ger anzei­gen. Man sieht in der Sze­ne, wie August Diehl Micha­el Fass­ben­ders Fin­ger anstarrt und sein Gehirn rat­tert. Selbst wenn man nicht mit den kul­tu­rel­len Unter­schie­den des fin­ger-coun­tings ver­traut ist, gehen an die­ser Stel­le qua­si alle Sire­nen an und der Satz „Hier stimmt etwas nicht, Ihr seid auf­ge­flo­gen!“ läuft in Lauf­schrift über Diehls Stirn. 5 Und trotz­dem hielt Taran­ti­no (womög­lich: hiel­ten die Pro­du­zen­ten) es für not­wen­dig, die Sache mit den Fin­gern spä­ter noch ein­mal im Dia­log auf­zu­lö­sen. Damit auch der Letz­te begreift, war­um die Tar­nung auf­ge­flo­gen ist.

Man hört ja immer wie­der davon, dass vie­le Men­schen, allen vor­an natür­lich Schul­kin­der, nicht mehr in der Lage sei­en, ein­fa­che Tex­te sinn­ent­neh­mend zu lesen. Klar: Wenn ich dar­an gewöhnt bin bzw. wer­de, dass eine über­ra­schen­de Wen­dung als sol­che gekenn­zeich­net wird oder dass trau­ri­ge Musik anschwillt, wenn etwas trau­ri­ges pas­siert, dann wird es schwie­rig, wenn sich plötz­lich der Asphalt vor mir auf­tut und der Tage­bruch nicht „Über­ra­schung!“ schreit und die Musik aus­bleibt, wenn der Hams­ter stirbt. Da bedarf es schon ein biss­chen Vor­wis­sen und Trans­fer­leis­tung, um das von sel­ber auf die Ket­te zu krie­gen.

Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker wür­den jetzt erklä­ren, dass es Wunsch und Auf­trag von Regie­rung und/​oder Wer­be­kun­den sei, das Volk dumm zu hal­ten, aber ich fürch­te, die Erklä­rung ist wie so oft viel ein­fa­cher, also schlim­mer: Irgend­wel­che Con­trol­ler haben in irgend­wel­chen Umfra­gen her­aus­ge­fun­den, wie man mit noch weni­ger eige­nem Auf­wand noch mehr Leu­te errei­chen kann, die sich schon so sehr dar­an gewöhnt haben, für Toast­brot gehal­ten zu wer­den, dass es sie gar nicht mehr auf­regt.

  1. Das ist in der Regel der Moment, in dem Radio­sen­der anfan­gen, die betref­fen­de Sache in ihr „Comedy“-Repertoire auf­zu­neh­men.[]
  2. Sinn­ge­mäß, ich fin­de das Zitat lei­der auf die Schnel­le nicht mehr wie­der, es ist aber irgend­wo im Wil­der-Buch von Hell­muth Kara­sek zu fin­den.[]
  3. Und, klar: Unse­re Quo­ten konn­ten nicht mit denen von „Ach­tung Kon­trol­le“ mit­hal­ten.[]
  4. Inzwi­schen muss man ja schon froh sein, wenn das noch halb­wegs natür­lich geschieht und nicht irgend­wel­che Ein­blen­dun­gen auf­pop­pen, auf denen „Ach­tung! Die­se Infor­ma­ti­on wird gleich noch wich­tig!“ steht.[]
  5. Damit wir uns nicht falsch ver­ste­hen: August Diehl macht in die­sem Film einen phan­tas­ti­schen Job. Ich fand ihn fast noch bes­ser als Chris­toph Waltz.[]
Kategorien
Rundfunk

Eine unglückliche Frau

Manch­mal, wenn mein Blut­druck so nied­rig ist, dass ihn nicht mal die Mel­dun­gen der „Tages­schau“ auf Tou­ren brin­gen kön­nen, schal­te ich gegen 20 Uhr Vox ein, wo eine Frau namens Con­stan­ze Rick all­abend­lich über das Pri­vat­le­ben von Pro­mi­nen­ten doziert und urteilt.

Man könn­te die­se Sen­dung als „ver­film­te ‚Bild‘-Zeitung“ oder „ver­film­te ‚Bun­te‘ “ bezeich­nen, aber das trifft es nicht ganz. So viel geball­te Über­heb­lich­keit und Men­schen­ver­ach­tung fin­det man nicht mal bei Sprin­ger und Bur­da. Wäh­rend zeit­gleich in der ARD mög­lichst sach­lich die welt­po­li­ti­sche Lage refe­riert wird, hecheln sie bei Vox das durch, was die ein­schlä­gi­gen Pro­mi-Sei­ten im Inter­net unge­fähr einen Tag zuvor berich­tet hat­ten – nur nicht ganz so seri­ös.

Wenn man die­ses For­mat ein paar Mal gese­hen haben, fällt einem auf, wie weit sich die Redak­ti­on von klas­si­schen Fern­seh­kon­ven­tio­nen ver­ab­schie­det hat: Da ist etwa die Mode­ra­to­rin, die durch Stra­ßen und men­schen­lee­re Räu­me streift, wäh­rend sie gleich­zei­tig aus dem Off spricht (aber dar­über haben Ste­fan und Peer schon vor Jah­ren geschrie­ben), oder der Umstand, dass ein Bei­trag erst ange­teasert wird – und dann direkt danach anfängt, weil in den 15 Minu­ten Sen­de­zeit gar nicht so vie­le Wer­be­blö­cke lau­fen kön­nen, wie es die umständ­li­che „Sehen Sie gleich“-Formatierung ver­langt.

Auch das Prin­zip „Schnitt­bil­der“ wird hier auf die Spit­ze getrie­ben, weil es das Aller­meis­te, was im Off-Kom­men­tar beschrie­ben wird, gar nicht als Bewegt­bild gibt. Anders als ihre Print-Kol­le­gen haben die Macher von „Pro­mi­nent“ also das Pro­blem, jeden ein­zel­nen ihrer süf­fi­san­ten Sät­ze bebil­dern zu müs­sen. Des­halb sieht man dann mehr­mals hin­ter­ein­an­der, wie der 80-jäh­ri­ge Karl Lager­feld von Papa­raz­zi bedrängt ins Stol­pern gerät, oder die Wit­we von Phil­ip Sey­mour Hoff­man, die mit den gemein­sa­men Kin­dern zur Trau­er­fei­er anreist, in End­los­schlei­fe.

Als ich am Mitt­woch ein­schal­te­te, ging es um den Tod von L’W­ren Scott. Scott war eine nam­haf­te Mode­de­si­gne­rin, aber auch die Freun­din von Mick Jag­ger. Und sie hat sich das Leben genom­men.

Was das für die inter­na­tio­na­le Bericht­erstat­tung bedeu­tet, hat Jane Mar­tin­son für den „Guar­di­an“ sar­kas­tisch so kom­men­tiert:

What makes a beau­tiful, suc­cessful and extre­me­ly rich woman take her own life? In lieu of any sort of evi­dence, the suspec­ted sui­ci­de of desi­gner L’W­ren Scott is as baff­ling as it is heart­brea­king for anyo­ne who belie­ves that depres­si­on is the sole pre­ser­ve of the poor and ugly.

Unless, of cour­se, you belie­ve that a child­less, unmar­ried woman has every reason in the world to be depres­sed.

Das „New York Maga­zi­ne“ hat ein biss­chen doku­men­tiert, wie sich die Medi­en vor allem auf Scott als Frau an Jag­gers Sei­te kon­zen­triert haben, und erklärt:

In one sen­se, to tho­se who fol­low cele­bri­ty and music as oppo­sed to fashion, yes, Scott was the long­time part­ner of Jag­ger. But in life, she defi­ned hers­elf as not a han­ger-on, not as a fame-who­re, not just as one half of a rela­ti­onship, but as L’Wren Scott, a woman who pul­led hers­elf up by her incre­di­bly chic boot­straps and beca­me an entre­pre­neur.

Und damit zurück zu „Pro­mi­nent“, wo Con­stan­ze Rick in dem ihr eige­nen Ton­fall über ver­färb­te Archiv­auf­nah­men und einen dicken Strei­cher­tep­pich spricht:

Eigent­lich hat­te Mick Jag­gers Freun­din alles: Sie sah gut aus, hat­te eine Kar­rie­re als Star-Desi­gne­rin, ein Luxus­le­ben und einen berühm­ten Freund. Doch jetzt sagt L’W­ren Scotts Schwes­ter: sie war eine unglück­li­che Frau.

Sie genoss das Blitz­licht, lächel­te in die Kame­ras und prä­sen­tier­te sich immer als star­ke, selbst­be­wuss­te Frau an der Sei­te eines eben­so star­ken Man­nes: L’W­ren Scott und Mick Jag­ger, vor fünf Mona­ten in New York. Ihr letz­ter gemein­sa­mer Auf­tritt — als glück­lich wir­ken­des Paar. Doch das war viel­leicht nur Fas­sa­de. Hier muss es der 49-Jäh­ri­gen schon schlecht gegan­gen sein, von Dämo­nen und Depres­sio­nen ist die Rede.

Sie war unglück­lich, behaup­tet jetzt auch ihre Schwes­ter Jen: „Ein­mal sahen wir uns in die Augen und sie sag­te: Ich benei­de Dich. Ich frag­te: War­um benei­dest Du aus­ge­rech­net mich? Und sie ant­wor­te­te trau­rig: Du hast all die­se Kin­der, du hast eine Fami­lie.“ All das hat L’W­ren nicht.

Na dann!

Es folgt ein „Rück­blick“, also eine Art kurz­re­fe­rier­ter Wiki­pe­dia-Ein­trag, über die fami­liä­ren Hin­ter­grün­de von Scott. Dar­in die­se Bild­be­spre­chung:

Hier ein 14 Jah­re altes Fami­li­en­fo­to: L’W­ren steht in der letz­ten Rei­he, ihre Schwes­ter und ihre Mut­ter sit­zen mit­ten­drin. Mick Jag­ger ist hier noch kein The­ma, erst ein Jahr spä­ter ver­lie­ben sie sich.

Dann ging es aber end­lich auf­wärts mit dem Leben in der letz­ten Rei­he: Frau Scott wur­de die Freun­din des Rol­ling-Stones-Front­manns.

Aber eben nur sei­ne Freun­din, 13 Jah­re lang. Nie sei­ne Ehe­frau. Auch nicht die Mut­ter sei­ner Kin­der. Ein Grund für einen Selbst­mord?

Das fragt Con­stan­ze Rick wirk­lich. Im glei­chen Ton­fall, in dem nor­ma­le Men­schen „Noch was Kaf­fee?“ fra­gen wür­den.

Es folgt dann noch mal ein mut­maß­li­ches Zitat der Schwes­ter der Ver­stor­be­nen, das – wie das ers­te – aus dem „Dai­ly Mir­ror“, also einer für Bou­le­vard­jour­na­lis­ten voll ver­trau­ens­wür­di­gen Quel­le stammt. „Ich wür­de alles dafür geben, noch ein­mal mit ihr reden zu kön­nen“, sagt die Schwes­ter da und Con­stan­ze Rick kom­men­tiert gefühl­voll:

Dafür ist es zu spät. Am Mon­tag stran­gu­lier­te sich L’Wren Scott mit einem Schal. Die Frau, die ver­meint­lich alles hat­te.

Nach einer Fol­ge „Pro­mi­nent“ muss ich erst mal zwei Stun­den Tier­ba­by­vi­de­os gucken.

Kategorien
Rundfunk Politik

Schwarz-grün ist die Haselnuss

Ja, es war die Halb­zeit­pau­se des Fuß­ball­län­der­spiels Schwe­den – Deutsch­land, in die das „Heu­te Jour­nal“ ges­tern Abend hin­ein­sen­den muss­te. 9,3 Mil­lio­nen saßen vor dem Fern­se­her (oder, rea­lis­ti­scher: lie­ßen den Fern­se­her an, als sie gera­de erst zum Klo und dann zum Kühl­schrank gin­gen) und soll­ten sich jetzt, nach einer aus deut­scher Sicht eher ent­täu­schen­den ers­ten Halb­zeit, auf so kna­cki­ge The­men und Fremd­wör­ter wie „Son­die­rungs­ge­sprä­che“ ein­las­sen.

Mari­et­ta Slom­ka tat also lie­ber mal so, als wür­de sie mit einem Erst­kläss­ler spre­chen, des­sen Ent­wick­lung noch etwas hin­ter der sei­ner Alters­ge­nos­se hin­ter­her­hinkt. Bei den Gesprä­chen zwi­schen Uni­on und SPD am Mon­tag wur­de, so Frau Slom­ka, „nicht mehr mit Wat­te­bäusch­chen gewor­fen – es soll sogar rich­tig laut gewor­den sein“. Das mache die heu­ti­gen Son­die­rungs­ge­sprä­che mit den Grü­nen „natür­lich noch inter­es­san­ter“.

Es sei auf jeden Fall „eine span­nen­de Par­tie“, augen­zwin­ker­te Mari­et­ta Slom­ka noch. Dann ging’s los:

Hin­ter den zuge­zo­ge­nen Vor­hän­gen sit­zen sie noch immer: Schwar­ze und Grü­ne. Ein Spiel dau­ert 90 Minu­ten, heißt es, Koali­ti­ons­son­die­run­gen aber viel, viel län­ger.

Es sah ein biss­chen so aus, als wür­den zwei Mann­schaf­ten den Platz betre­ten. Vor über vier Stun­den, vor dem, ja: Ent­schei­dungs­spiel über eine mög­li­che schwarz-grü­ne Koali­ti­on.

Als würden zwei Mannschaften den Platz betreten (Screenshots: ZDF).

Wahr­schein­lich muss man froh sein, dass das „Heu­te Jour­nal“ ges­tern nicht in der Ring­pau­se eines Box­kampfs oder zwi­schen zwei Fol­gen irgend­ei­ner skan­di­na­vi­schen Kri­mi­se­rie lief. Aber das macht es ja nicht bes­ser.

Ob Absicht oder nicht: Das Fuß­ball-Fee­ling wur­de noch ver­stärkt durch einen lei­der nicht unter­ti­tel­ten O‑Ton des baye­ri­schen Grü­nen-Poli­ti­kers Anton Hof­rei­ter, von dem man als Nicht-Bay­er ent­spre­chend wenig ver­stand.

Also wei­ter im Off-Text:

Die Chan­cen, dass die Grü­nen­spit­ze sich für eine schwarz-grü­ne Koali­ti­on aus­spricht, sind indes gering. Zu groß die Unter­schie­de zur Uni­on, etwa bei der Kli­ma­po­li­tik, beim Umgang mit Flücht­lin­gen. Auf bei­den Sei­ten aber will sich nie­mand dem Vor­wurf aus­set­zen, die neue Macht­paa­rung nicht wirk­lich geprüft zu haben.

Klingt soweit meta­phern-unver­däch­tig, wenn ZDF-Repor­ter Tho­mas Reich­art beim Wort „Macht­paa­rung“ nicht die Anfüh­rungs­zei­chen, die Kur­siv­set­zung und Fet­tung aus dem Skript mit­ge­spro­chen hät­te.

Dann schwang er sich wie­der auf sein von vor­ne her­ein ziem­lich ange­schla­ge­nes Meta­phern-Pferd:

Bei den Grü­nen gehen sie trotz­dem davon aus, dass es am Ende wohl zur Gro­ßen Koali­ti­on kommt, auch wenn Scharz und Rot ges­tern mit­ein­an­der ein eher rup­pi­ges Spiel hat­ten.

Das Werk schließt mit den Wor­ten:

Solan­ge die Vor­hän­ge zuge­zo­gen sind, ist schwarz-grün noch im Spiel. Es hat aber: nur noch Außen­sei­ter­chan­cen.

Das „Heu­te Jour­nal“ in der ZDF-Media­thek.

Kategorien
Digital Rundfunk

Olympiasieger im Hindernissaufen

In die­sem Blog ist in den letz­ten Mona­ten noch weni­ger los als in den Mona­ten davor. Das liegt dar­an, dass ich seit Anfang Juni für die WDR-Sen­dung „Tages­schaum“ arbei­te, die ich auch dann sen­sa­tio­nell fin­den wür­de, wenn ich nicht als „Social-Media-Beauf­trag­ter“ Teil des Teams wäre.

Das bedeu­tet zum Glück nicht, dass ich vor­le­sen muss, was die Zuschau­er bei Twit­ter geschrie­ben haben, oder unent­wegt das Wort „Hash­tag“ sagen muss, son­dern, dass ich Vide­os wie die­se aus der Sen­dung raus­fle­xen und hoch­la­den darf:

Hier kli­cken, um den Inhalt von You­Tube anzu­zei­gen.
Erfah­re mehr in der Daten­schutz­er­klä­rung von You­Tube.

Falls Sie „Tages­schaum“ noch nie gese­hen haben, wird es lang­sam knapp, denn die Sen­dung läuft nur noch bis zum 20. Sep­tem­ber – mon­tags, diens­tags, don­ners­tags und frei­tags um 23.15 Uhr im WDR Fern­se­hen. Alle bis­he­ri­gen Fol­gen kön­nen Sie sich aller­dings auch auf You­Tube anse­hen.

Kategorien
Rundfunk Politik

Ich bin ein Kalauer

Eines ist schon mal sicher: US-Prä­si­dent Barack Oba­ma wird heu­te Nach­mit­tag in Ber­lin eine his­to­ri­sche Rede hal­ten. Drun­ter geht nicht, sonst ist Kai Diek­mann ent­täuscht.

Es ist ein will­kom­me­ner Anlass, mich einem Trau­ma zu wid­men, das mich seit fast zwan­zig Jah­ren ver­folgt: Im Som­mer 1994 hat­ten mir mei­ne Eltern anläss­lich der Fuß­ball­welt­meis­ter­schaft in den USA erlaubt, wäh­rend der gro­ßen Feri­en einen Fern­se­her in mei­nem Kin­der­zim­mer auf­zu­stel­len. 1 Da nicht die gan­ze Zeit Fuß­ball lief, ich den Fern­se­her wäh­rend der sechs Wochen aber aus­gie­big nut­zen woll­te, muss­te ich mich auch an die ande­ren Inhal­te der damals sechs frei emp­fang­ba­ren Pro­gram­me her­an­ar­bei­ten. Ich sah also alle Fol­gen der Wie­der­ho­lung der inzwi­schen völ­lig in Ver­ges­sen­heit gera­te­nen TV-Serie „Wenn die Lie­be hin­fällt“ mit Bri­git­te Mira, die RTL-Late-Night-Show von Tho­mas Koschwitz und auch ein eher tra­shi­ges ZDF-For­mat mit dem dama­li­gen In-ein-Bana­nen-Mikro­fon-Spre­cher und heu­ti­gen Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker Ken Jeb­sen, das offen­bar „Mond­schein­show“ hieß.

Ich erin­ne­re mich an weni­ge Inhal­te die­ser Sen­dung, aber ich erin­ne­re mich dun­kel, dass ich sie schon als Zehn­jäh­ri­ger ziem­lich doof fand. Fern­seh­pro­du­zen­ten wären also gut bera­ten, die alten Bän­der noch ein­mal raus­zu­su­chen – die glei­chen Inhal­te kann man ja heu­te sicher noch mal auf die Zuschau­er los­las­sen, wenn man sie nur mil­de über­for­dern will.

Jeden­falls fiel in die­sen Som­mer auch der Besuch von US-Prä­si­dent Bill Clin­ton in Ber­lin. Bei Koschwitz war ein Schü­ler­zei­tungs­re­por­ter zu Gast, der ein Inter­view mit Clin­ton geführt hat­te, und in der „Mond­schein­show“ alber­te sich Jeb­sen im Vor­feld durch Ber­lin und such­te nach deutsch­spra­chi­gen Sät­zen, die Clin­ton in der Tra­di­ti­on von Ken­ne­dys „Ich bin ein Ber­li­ner“ zum Bes­ten geben könn­te. 2

Die Idee, mit der er am Ende selbst ankam, hat sich seit­dem in mei­nem Hirn fest­ge­fres­sen:

Ber­lin ist schön, so steht’s im Skript. Ich, Clin­ton, hab es nicht getippt!

Was macht eigent­lich Oli­ver Pocher heu­te?

  1. Die WM ist noch nicht das Trau­ma, aber nah dran.[]
  2. Ich mer­ke gera­de: Die stets der Zukunft zuge­wand­ten Leu­te von der „Bild“-Zeitung haben sich offen­bar die alten Bän­der kom­men las­sen.[]
Kategorien
Musik Rundfunk

Von Stimmen und Tassen

Wenn Sie eine Drei­vier­tel­stun­de Zeit und ein biss­chen was für Musik übrig haben, soll­ten Sie sich die­se Key­note anse­hen, die Dave Grohl, „the unof­fi­ci­al Mayor of Rock ’n‘ Roll“ (Ste­phen Thomp­son), ver­gan­ge­ne Woche beim South By Sou­thwest Music Fes­ti­val in Aus­tin, TX gehal­ten hat:

Hier kli­cken, um den Inhalt von You­Tube anzu­zei­gen.
Erfah­re mehr in der Daten­schutz­er­klä­rung von You­Tube.

Ich mag ja die­se ame­ri­ka­ni­sche Art, die­se Mischung aus Lako­nie und Pathos, und ich muss­te schon stark an mich hal­ten, nicht sofort die E‑Gitarre ein­zu­stöp­seln und mei­nen Nach­barn mei­ne immer noch kläg­li­chen Ver­su­che, das „Mon­key Wrench“-Riff nach­zu­spie­len, um die Ohren zu hau­en.

Und wenn Sie dann noch etwas Zeit haben und noch ein wenig mehr Inspi­rie­ren­des über Musik zu sich neh­men wol­len, dann lesen Sie bit­te die­sen Blog­ein­trag, den Anke Grö­ner ver­gan­ge­ne Woche dar­über geschrie­ben hat, was es für sie bedeu­tet, „Tos­ca“ 1 zu sin­gen:

Ich habe einen unge­heu­ren Respekt vor dem Mann bzw. vor sei­nen Wer­ken, und des­we­gen dau­ert es jede blö­de Woche immer ein biss­chen, bis ich mich wirk­lich traue, den ers­ten Ton von mir zu geben. Das ist so, als ob du als Rie­sen-Bie­be­ris­ta das ers­te Mal vor ihm stehst und nur „Hal­lo“ sagen willst, aber dich irgend­wie nicht traust, denn man kann ja nicht ein­fach so als klei­ner Fan dem Super­star „Hal­lo“ sagen. Im Kopf glau­be ich immer, dass so ziem­lich alle Töne, die ich sin­ge, total schief sind und kräch­zig und schlimm und dass noch kein Fens­ter zer­sprun­gen ist, wenn ich das b“ sin­ge, ist eh ein Wun­der. Aber da ist plötz­lich das „Hal­lo“: Ich kann das b“ näm­lich sin­gen. Und es strengt nicht mal an. Jeden­falls brau­che ich kei­ne Kraft dafür.

Ich wer­fe bei­de Tex­te, Dave Groh­ls Key­note und Anke Grö­ners Blog­ein­trag, jetzt ein­fach mal zusam­men, was viel­leicht ein biss­chen unzu­läs­sig ist, aber letzt­lich geht es bei­de Male dar­um, sei­ne Stim­me und damit den eige­nen Platz in der Welt zu fin­den. Und wenn Dave Grohl sagt, dass es nur dar­auf ankom­me, wie man selbst sei­ne Stim­me fin­de, dann hat er ver­dammt recht. Es soll­te Phil­ipp Poi­sel, Max Her­re oder Ben Howard sehr, sehr egal sein, dass ich mit ihren Stim­men so rein gar nichts anfan­gen kann. Selbst, dass ich ihre Songs nicht hören mag, soll­te für sie völ­lig uner­heb­lich sein. Ich habe da die­se etwas hip­pie­mä­ßi­ge Ein­stel­lung, dass Musik ihre Berech­ti­gung hat, wenn sie nur einer Per­son etwas bedeu­tet – ein­zi­ge Aus­nah­me: Nazi-Rock.

Und natür­lich hat Grohl des wei­te­ren recht, wenn er sagt, man kön­ne den „Wert“ von Musik nicht ein­fach so bestim­men – und als kna­cki­ge Bei­spie­le ein­fach mal „Gang­nam Style“ und Atoms For Peace auf­führt. Ich hat­te auf mei­ner Lis­te der bes­ten Songs 2012 ja an rela­tiv pro­mi­nen­ter Stel­le „Call Me May­be“ von Car­ly Rae Jep­sen auf­ge­führt, wofür ich mir von man­chen Freun­den Fra­gen nach mei­nem Geis­tes­zu­stand gefal­len las­sen muss­te. 2 Dabei lie­be ich den Song noch heu­te und er berei­tet mir deut­lich mehr Freu­de, als irgends­o­ei­ne ange­sag­te neue Indie­band aus Eng­land. Und nur dar­um soll­te es gehen: Wel­che Musik einem Freu­de berei­tet, nicht, wel­che Musik man hören „soll­te“, um irgend­wo dazu zu gehö­ren.

Ich möch­te, weil ich ein­mal in Fahrt bin, nun völ­lig unzu­läs­si­ger­wei­se auch noch einen Text von Alex­an­der Gor­kow aus der heu­ti­gen „Süd­deut­schen Zei­tung“ 3 hin­zu­zie­hen, der vor­der­grün­dig von dem geschei­ter­ten Inter­view­ver­such von Hin­nerk Baum­gar­ten an Kat­ja Rie­mann han­delt. Es geht aber dann rela­tiv schnell und auch rela­tiv furi­os um sehr viel mehr, kurz um Clint East­wood (auch „schwie­rig“) und dann um unge­fähr alles:

Im Umgang vie­ler Medi­en mit unse­ren Künst­lern nun aber offen­bart sich eine über­aus deut­sche Betrach­tung des Künst­ler­tums an sich – und so eben auch des Künst­lers oder der Künst­le­rin: Es regiert bei uns en gros eine mit­tel­al­ter­li­che, min­des­tens klein­staat­li­che, mit­nich­ten renais­sance­haf­te, geschwei­ge denn auf­klä­re­ri­sche Sehn­sucht, wenn es um die Publi­kums­kunst geht.

Es regiert statt­des­sen, gespeist durch alle Arten von Medi­en, vor allem aber durch die Unter­hal­tungs­blät­ter und eben die TV-Sen­der, die urdeut­sche Vor­stel­lung vom Künst­ler als fah­ren­dem Schar­la­tan, der mit Schna­bel­schu­hen und Schel­len­müt­ze dafür zu sor­gen hat, einer furcht­ba­ren Ansamm­lung trü­ber, ver­blö­de­ter Tas­sen – der soge­nann­ten Bevöl­ke­rung – die Zeit bis zum Exitus zu ver­trei­ben.

Es ist, gera­de im dar­stel­len­den Gewer­be und befeu­ert von den gro­ßen auch öffent­lich-recht­li­chen Fern­seh­an­stal­ten, der aller­dümms­te Eska­pis­mus, der der Maxi­me zu fol­gen hat, dass jene Bevöl­ke­rung nicht zu über­for­dern sei. Die vie­len sen­sa­tio­nel­len deut­schen Schau­spie­le­rin­nen und Schau­spie­ler haben des­halb nicht etwa in ers­ter Linie gut zu sein. Gin­ge es danach, wäre Vero­ni­ca Fer­res kein Star, sie wür­den auf einer Brettl­büh­ne her­um­knö­deln. Deut­sche Schau­spie­le­rin­nen und Schau­spie­ler haben, zumal ihnen fast immer zu Unrecht uner­mess­li­cher mate­ri­el­ler Reich­tum ange­dich­tet wird („die Rei­chen und die Schö­nen“), zu parie­ren.

Die Hal­tung dahin­ter lau­tet: Bring mir Freu­de, oder ich bring dich um.

Wie konn­te es jetzt pas­sie­ren, dass ich von den durch­weg posi­ti­ven Tex­ten von Dave Grohl und Anke Grö­ner so schnell bei die­sem kul­tur­pes­si­mis­ti­schen Wut­an­fall von Alex­an­der Gor­kow gelan­det bin? Es sind wohl irgend­wie zwei Sei­ten einer Medail­le, der Spaß an der Kunst und deren mit­un­ter uner­freu­li­che Rezep­ti­on auf der ande­ren Sei­te.

Da ich posi­tiv enden möch­te, hier ein­fach noch schnell ein Song einer mei­ner abso­lu­ten Lieb­lings­bands, des­sen Bot­schaft mei­ne lin­ke Wade ziert!

Hier kli­cken, um den Inhalt von You­Tube anzu­zei­gen.
Erfah­re mehr in der Daten­schutz­er­klä­rung von You­Tube.

  1. Für alle, deren Musik­zeit­strahl auch erst mit den Beat­les beginnt: „Tos­ca“ ist laut Wiki­pe­dia eine Oper von Gia­co­mo Puc­ci­ni aus dem Jahr 1900.[]
  2. Dabei müss­ten die doch am Bes­ten wis­sen, wie ich so drauf bin.[]
  3. Online nicht ver­füg­bar.[]
Kategorien
Rundfunk Print

„New York Times“ richtet „Wetten dass ..?“ hin

Es reicht den deut­schen Medi­en nicht, über „Wet­ten dass ..?“ zu schrei­ben, wenn eine neue Aus­ga­be der Sams­tag­abend­show ansteht, live gesen­det wird oder gera­de aus­ge­strahlt wur­de. Die Zeit zwi­schen den Sen­dun­gen wird mit der Wie­der­auf­be­rei­tung weit­ge­hend bekann­ter Fak­ten gefüllt oder – ganz aktu­ell – mit der Sen­sa­ti­ons­mel­dung, dass nun sogar die „New York Times“ über die Sen­dung geschrie­ben habe.

Das „Han­dels­blatt“ erklärt in sei­ner Online-Aus­ga­be, die „Times“ „ver­rei­ße“ die Sen­dung, laut Bild.de („Mögen die Amis unse­re Shows nicht?“) und „Spie­gel Online“ „läs­tert“ die „Times“ und stern.de nennt den Arti­kel „wenig schmei­chel­haft“.

Nun kann es natür­lich an mir lie­gen, aber ich fin­de in dem Arti­kel „Stu­pid Ger­man Tricks, Wea­ring Thin on TV“ vom Ber­lin-Kor­re­spon­den­ten Nicho­las Kulish wenig, mit dem sich die­se fröh­li­chen Eska­la­tio­nen („Nanu, was haben die Amis bloß gegen ‚Wet­ten, dass..?‘ “, Bild.de) begrün­den las­sen. Aber ich hat­te ja schon nicht ganz ver­stan­den, wo genau Tom Hanks und Den­zel Washing­ton nach ihren Auf­trit­ten über die Sen­dung „geläs­tert“ haben sol­len: Hanks hat­te gesagt, er ver­ste­he die Sen­dung nicht, und Washing­ton hat­te erklärt, die Sen­dung sei ein „Show­for­mat aus einer ande­ren Zeit“. Wer das ernst­haft bestrei­tet, hat die Sen­dung noch nie gese­hen – was ihn natür­lich ander­seits dafür qua­li­fi­zie­ren wür­de, im Inter­net sei­ne Mei­nung dar­über kund zu tun.

Nun zieht also Kulish angeb­lich über die Sen­dung her, auch wenn sich sein Arti­kel für mich wie eine leicht fas­sungs­lo­se Sze­ne­rie­be­schrei­bung liest, die mit ein paar Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen und Zita­ten ver­se­hen wur­de. „Repor­ta­ge“ hät­ten wir das frü­her in der Schu­le genannt.

„Spie­gel Online“ schreibt:

In dem Arti­kel bekom­men alle – Mar­kus Lanz, die Wet­ten und auch die Live-Dol­met­scher – ihr Fett weg. Vor allem über das Herz­stück der Show, die Wet­ten, mokiert sich Kulish: „Schrul­lig“ nennt er sie und ver­gleicht sie mit „Stu­pid Human Tricks“, einem bekann­ten Ele­ment aus David Let­ter­mans „Late Night Show“, das aller­dings dort eine weni­ger gro­ße Bedeu­tung hat – und iro­nisch gemeint ist.

Noch mal: Es kann alles an mir lie­gen. Mir fehlt offen­bar das für Jour­na­lis­ten not­wen­di­ge Gen, in jedem Ereig­nis einen Eklat, in jedem Adjek­tiv eine Wer­tung und in allem, was ich nicht ver­ste­he, den Unter­gang des Abend­lan­des zu wit­tern. Aber ist „schrul­lig“ („wacky“) wirk­lich so ein wirk­mäch­ti­ges Qua­li­täts­ur­teil oder ist es nicht ein­fach eine Beschrei­bung des­sen, was da vor sich geht? Ich mei­ne: In der betref­fen­den Sen­dung ver­such­te offen­bar ein Mann mit einem Gabel­stap­ler, Mün­zen in eine Milch­fla­sche zu bewe­gen!

Aber wei­ter im Text:

Lanz selbst muss in dem Arti­kel mit eher wenig Platz aus­kom­men – und ohne ein Zitat. […]

Neben meh­re­ren deut­schen Medi­en – auch DER SPIEGEL wird aus­gie­big zitiert – kommt in dem „NYT“-Artikel auch Film- und TV-Regis­seur Domi­nik Graf zu Wort, als ein­zi­ger Bran­chen­ma­cher.

Hier die Nicht-Zita­te von Mar­kus Lanz:

„Some peo­p­le say that if any­thing could sur­vi­ve a nuclear strike, it would be cock­roa­ches and ‚Wet­ten, Dass …?,‘ “ said its host, Mar­kus Lanz, in an inter­view after the show wrap­ped. […]

„If only the Greeks were so careful with their money,“ Mr. Lanz said.

Und hier die aus­führ­li­chen „Spiegel“-Zitate:

Com­pli­ca­ting mat­ters fur­ther, the lea­ding Ger­man news­ma­ga­zi­ne, Der Spie­gel, repor­ted last month that Mr. Gottschalk’s brot­her may have had ques­tionable busi­ness dealings with seve­ral com­pa­nies who­se pro­ducts appeared on the show. […]

Der Spie­gel asked in its latest issue, „Why are Ger­mans the only ones slee­ping through the future of TV?“ The maga­zi­ne cal­led Ger­man pro­grams „fain­the­ar­ted, harm­less, pla­ce­bo tele­vi­si­on.“

Der, wie ich fin­de, schöns­te Satz aus Kulishs durch­aus lesens­wer­tem Arti­kel wird lei­der nir­gends zitiert. Dabei fasst er den Gegen­stand viel­leicht am Bes­ten zusam­men:

On a giant screen over­head a mon­ta­ge of movie clips show­ed the young film star Mat­thi­as Schweighöfer’s bare backside.

Mit Dank auch an Ulli.

Kategorien
Musik Rundfunk

Schwänze an Wänden

Ich habe das Gefühl, „The Sound Of The Life Of The Mind“, das Come­back-Album von Ben Folds Five, immer noch nicht aus­rei­chend gewür­digt zu haben. Vor allem nicht das fan­tas­ti­sche „Draw A Crowd“, das mit der viel­leicht bes­ten Lied­zei­le die­ses Jahr­zehnts daher­kommt: „If you can’t draw a crowd, draw dicks on a wall“. Das kann man nicht über­set­zen, weil der Witz dann nicht mehr funk­tio­niert, aber ich bin mir sicher, Sie ver­ste­hen es auch so.

Aber das kann ich ja jetzt ändern, denn Ben Folds Five waren die­se Woche zu Gast bei Conan O’Bri­en und haben „Draw A Crowd“ live gespielt:

Hier kli­cken, um den Inhalt von teamcoco.com anzu­zei­gen.

Kategorien
Rundfunk

Liveblog: „Wetten dass..?“ mit Markus Lanz

Es ist angeb­lich das TV-Ereig­nis des Jah­res: Heu­te Abend über­nimmt ein Mann namens Mar­kus Lanz die Mode­ra­ti­on einer TV-Sen­dung namens „Wet­ten dass..?“

Wenn die Tech­nik funk­tio­niert, wer­den Oli­ver Thie­mann und ich die­sen jetzt schon legen­dä­ren Abend hier in einem Live­blog fest­hal­ten.

Das ZDF über­trägt zwar schon ab 19.25 Uhr einen soge­nann­ten Count­down, aber wir star­ten erst gegen 20 Uhr mit unse­rem Live­blog. Man muss es ja auch nicht über­trei­ben.

[live­blog]

Kategorien
Rundfunk Digital

Von Frank Elstner lernen, heißt Moderieren lernen

Die Axel Sprin­ger Aka­de­mie star­tet dem­nächst die „Frank-Elst­ner-Mas­ter­class“, in der „her­aus­ra­gen­de Talen­te“ zu „Mode­ra­to­ren-Per­sön­lich­kei­ten“ wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den sol­len. Kon­kret geht es dar­um, die „Web-TV-Mode­ra­to­ren von mor­gen“ zu fin­den.

Wir haben bereits einen exklu­si­ven Ein­blick erha­schen kön­nen, wie es aus­sieht, wenn Inter­net-Men­schen mode­rie­ren wie Frank Elst­ner:

Hier kli­cken, um den Inhalt von You­Tube anzu­zei­gen.
Erfah­re mehr in der Daten­schutz­er­klä­rung von You­Tube.

[Elst­ners Anlei­tung]

Kategorien
Fernsehen Rundfunk Digital

q.e.d. (Super-Selbstreferentialität)

Ich war heu­te Nach­mit­tag bei Phoe­nix zu Gast, um über das The­ma „Nach­rich­ten­quel­le Inter­net – Medi­en im Wan­del“ zu spre­chen. Ich glau­be nicht, dass Sie was ver­passt haben, aber die Sen­dung wird mor­gen Mit­tag um 12 auch noch mal wie­der­holt.

Die Kern­the­se, auf die die Mode­ra­to­rin Marei­ke Bokern, Fre­de­rik Pleit­gen von CNN Inter­na­tio­nal und ich uns am Ende geei­nigt haben, war unge­fähr: Das Inter­net ist toll, aber man darf nicht alles glau­ben, was dort steht.

Und damit kom­men wir zu dem Tweet, mit dem CNN Ger­ma­ny auf die Sen­dung hin­ge­wie­sen hat:

Heute 16h auf Phoenix: Nachrichtenquelle Internet - Medien im Wandel: Mareike Bokern im Talk mit CNNs @fpleitgenCNN und @Lukas_Heinser

Dabei bin ich gar nicht bei Twit­ter – schon gar nicht als @Lukas_Heinser.