Die folgende Überschriften-Sammlung von „RP Online“ ist sicher unvollständig:
… das ist schon einen Asbach Uralt wert.
Nehmen wir mal an, sie hätten die (nicht ganz unlustige) Nachricht vorliegen, dass der Sänger einer sehr bekannten Band ein Konzert in Lima (Peru) mit einem enthusiastischen „Thank you very much, Chile!“ beendet hat, und wollten diesen Sachverhalt in einer bunten Meldung nebst knackiger Überschrift weiterverbreiten – würden Sie es nicht exakt so formulieren?
Nein?!
Gut!
Auch wenn man das sonst nicht so häufig macht: Achten Sie im folgenden Ausschnitt mal genau auf Peter Hahne.
Aber keine Angst: So was versendet sich, wie man beim Rundfunk sagt.
Mit Dank an Sebastian K. und Stefan N.
Im BILDblog hatten wir vor einiger Zeit einen Eintrag über den überraschenden Einsatz von Konjunktionen.
Daran musste ich heute denken, als ich bei „RP Online“ einen Artikel aus der „Rheinischen Post“ las, in dem ein armer Mensch mehrere Polizeimeldungen hatte zusammenfassen müssen und sich dabei ein wenig verheddert hatte.
Der Vorspann ging wie folgt (und ich möchte Sie bitten, auf die überraschende Konjunktion im letzten Drittel zu achten):
In der Nacht zu Samstag gegen 2.40 Uhr wurden Polizeibeamte wegen einer Körperverletzung zu einer Gaststätte an der Friedrichstraße gerufen. Ein unter Alkoholeinwirkung stehender 18-jähriger Duisburger störte die Anzeigenaufnahme so erheblich, dass mehrfach ein Platzverweis ausgesprochen wurde. Und in Dinslaken ist ein 74-Jähriger Opfer eines Trickbetrügers geworden.
In diesen ganzen modernen Krimi- und Arztserien gibt es ja immer aufwendige Animationen, um zu zeigen, was bei einem Mord oder im Körper eines Patienten geschehen ist.
So etwas hätte ich mir bei dieser Meldung aus Duisburg auch gewünscht:
Das Projektil traf den Mann zunächst in den Kopf und durchschlug anschließend die Hand des 49-jährigen Beamten, ehe es die 32-jährige Polizistin in den Oberkörper traf.
Das deckt sich mit der Pressemitteilung der Polizei.
Bei der DPA hat die Vorstellungskraft offenbar auch nicht mehr ausgereicht, weswegen die Vorgänge dort etwas vager geschildert werden:
Der Schuss löste sich nach Polizeiangaben, als der Mann vor den Beamten flüchtete und zu Boden stürzte. Das Projektil habe ihn am Kopf getroffen. Anschließend seien zwei Polizisten schwer verletzt worden.
Na, da ist den Machern von n‑tv.de ja mal wieder eine sensationelle Kombination gelungen:

Mit Dank an Michael L.
Vermutlich bin ich wieder der Letzte, der den Song gehört hat, aber iTunes verramscht zur Zeit die erste Solosingle vom Chef-Stroke Julian Casablancas für 69 Cent.
Ich hab sie also ungehört gekauft (bei dem Preis!), gestartet und bin in einer seltenen Mischung aus amüsierter Fassungslosigkeit und Begeisterung fast vom Stuhl gefallen.
Für die drei Leute, die den Song auch noch nicht kannten:
Was für eine sensationelle 80er-Jahre-Nummer! Ich kann nicht eine Gitarre heraushören …
Gut, die Nummer hatten wir schon mal.
Aber damals konnte ich wenigstens auf den ersten Blick erkennen, woher die Karte kam. Diesmal hat’s etwas länger gedauert:
Wenn Freud heute auf Express.de ginge, was würde er da wohl denken?

Eingesandt von Manfred H.
Nachtrag, 14:52 Uhr: Express.de hat die Überschrift auf „Schwarz-Gelb“ geändert.
Ich will das hier weder zu einem Fachmagazin für Wahlplakatierung werden lassen, noch will ich irgendwie paranoid klingen, aber: Das haben die doch extra gemacht, oder?
Mein Weg vom Wohnheim zur U‑Bahn ist vollgepflastert mit Frank-Walter Steinmeiers:


Mal davon ab, dass ich Frank-Walter Steinmeier jetzt nicht unbedingt „anpacken“ muss, dürfte das letzte Motiv natürlich eines der ehrlichsten Wahlplakate der letzten 60 Jahre sein: Neben ein Foto von Steinmeier und unter das Logo der SPD „Unser Land kann mehr“ zu schreiben, das ist schon erstaunlich offen.