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One More Night

Es ist jetzt fast auf den Tag genau 15 Jah­re her, dass ich mein Abi-Zeug­nis aus­ge­hän­digt bekam und ins soge­nann­te Erwach­se­nen­le­ben ent­las­sen wur­de. Ein Abi­tref­fen ist nicht ange­setzt (zumin­dest weiß ich nichts davon) und so wer­de ich auch wei­ter nicht wis­sen, was die frü­he­ren Klas­sen­clowns, Ska­ter, Traum­frau­en und Ner­ven­sä­gen heu­te machen – zumin­dest die­je­ni­gen, deren Eltern mei­ne Mut­ter nicht regel­mä­ßig in Dins­la­ken auf dem Wochen­markt trifft. Das ist aber auch okay, denn Nost­al­gie ist ein Gefühl, das ich (wie die meis­ten ande­ren Gefüh­le auch) am Liebs­ten in den eige­nen vier Wän­den aus­le­be.

Oder eben in der aus­ver­kauf­ten Köln­are­na, wo Phil Coll­ins die­se Woche nicht ein, nicht zwei, nicht drei, nicht vier, son­dern fünf Kon­zer­te spielt. Coll­ins ist, wie ich schon ein­mal in einem eher unge­len­ken Blog-Ein­trag zu beschrei­ben ver­sucht habe, der auch erst kna­cki­ge zehn Jah­re alt ist, ein Held mei­ner Kind­heit. Jah­re­lang ging ich als eif­ri­ger, aber fremd­sprach­lich unter­ent­wi­ckel­ter Schlag­zeug-Schü­ler davon aus, der drum fill, also jene Akzen­tu­ie­rung, die einen Über­gang von einem Song­teil (z.B. Stro­phe) zum nächs­ten (z.B. Refrain) mar­kiert, sei nach Phil Coll­ins benannt.

Als Coll­ins die Kon­zer­te (zunächst waren für Köln zwei geplant) im ver­gan­ge­nen Jahr ankün­dig­te, habe ich den Gedan­ken nach kur­zer Über­le­gung ver­wor­fen – hat­te ich mir doch geschwo­ren, dass die 80,40 Euro, die ich im Jahr 2011 für Paul McCart­ney gezahlt hat­te, mei­ne teu­ers­te Kon­zert­kar­te jemals blei­ben soll­ten. Dann saß ich letz­te Woche mit einer Freun­din zusam­men, wir spra­chen über die Kon­zer­te, guck­ten nach wie­der ver­füg­ba­ren Kar­ten und sag­ten uns mit grö­ßen­wahn­sin­ni­ger Selbst­ver­ständ­lich­keit: „Klar, 100 Euro, war­um auch nicht?!“

Erst als wir auf der Auto­bahn Rich­tung Köln sind und die größ­ten Phil-Coll­ins-Hits (also: die, die in eine sieb­zig­mi­nü­ti­ge Auto­fahrt pas­sen) aus den Boxen schal­len, wird mir rich­tig klar, wor­auf wir uns hier ein­ge­las­sen haben: eine pop­kul­tu­rel­le Rück­füh­rung in ein frü­he­res Leben – eines, wo man Kind war, auf dem Wohn­zim­mer­tep­pich lie­gend das hör­te, was die Eltern hör­ten, und Musik noch nicht dem Distink­ti­ons­ge­winn dien­te, son­dern aus­schließ­lich der Unter­hal­tung.

Bereich Arena ab ca. 18 Uhr hohes Verkehrsaufkommen - PHIL COLLINS -

Rund um die Köln­are­na herrscht schon um 18 Uhr gro­ßer Andrang: In lan­gen Schlan­gen ste­hen die Men­schen, um recht­zei­tig … äh, ja: auf ihren num­me­rier­ten Plät­zen sit­zen zu kön­nen. Die größ­te Über­ra­schung ist die, dass wir nicht die Jüngs­ten sind. Ticket­über­ga­be, dann in der angren­zen­den Sys­tem­gas­tro­no­mie essen. Ich füh­le mich wie­der wie 16, als man frei­tags­abends mit Freun­den ins Mul­ti­plex­ki­no am Ein­kaufs­zen­trum der nächs­ten grö­ße­ren Stadt gehen durf­te. (Das kos­tet ja inzwi­schen bestimmt auch genau­so viel.)

Unse­re Plät­ze lie­gen so, dass sie den Ein­druck, hun­dert Euro wert zu sein, ziem­lich gut erwe­cken kön­nen. Auf den LED-Wän­den links und rechts der Büh­ne und auf der Gaze vor der Büh­ne lau­fen Fotos aus allen Lebens- und Schaf­fens­pe­ri­oden des Künst­lers und ich den­ke zum wie­der­hol­ten Male, dass die Ähn­lich­keit zwi­schen ihm und Fran Hea­ly zu jeder Zeit gege­ben war.

Schlag Acht geht die Wer­bung auf dem Video­wür­fel unter der Hal­len­de­cke aus, kurz dar­auf auch die Saal­be­leuch­tung und schließ­lich schlurft der leib­haf­ti­ge, 66-jäh­ri­ge Phil Coll­ins mit einem Krück­stock auf die Büh­ne und setzt sich, wäh­rend sich wei­te Tei­le des Publi­kums erho­ben haben, auf einen Stuhl am Büh­nen­rand. An der Stirn hat er ein gro­ßes Pflas­ter, nach­dem er letz­te Woche in Lon­don im Hotel­zim­mer gestürzt war und zwei Kon­zer­te ver­schie­ben muss­te. „My back hurts, my leg is fucked“, erklärt er, und eigent­lich habe er das alles nicht mehr machen wol­len: „But I missed you so much!“ Das könn­te man jetzt unter klas­si­schem Kon­zert­ge­schmei­chel abtun, aber dann denkt man dar­an, dass der Mann nach sei­ner „Pen­sio­nie­rung“ in sei­nem Schwei­zer Domi­zil vor lau­ter Lan­ge­wei­le ein Alko­hol­pro­blem ent­wi­ckelt hat­te, und man will, nein: muss ihm ein­fach glau­ben!

In die­sen Aus­tausch von Herz­lich­kei­ten hin­ein per­len die ers­ten Kla­vier­tö­ne und es wird direkt klar: Hier wer­den heu­te Abend kei­ne Gefan­ge­nen gemacht, hier wird gleich mal mit dem Rie­sen­hit „Against All Odds“ eröff­net. Die Band steht, für das Publi­kum immer noch unsicht­bar, hin­ter der Gaze und als das Schlag­zeug ein­setzt, wird der Drum­mer von hin­ten so ange­strahlt, dass sein Schat­ten rie­sen­groß über dem sit­zen­den Phil Coll­ins erscheint – was als irgend­wie ver­dreh­te Meta­pher ganz, ganz wun­der­voll ist, denn der Drum­mer ist des­sen 16-jäh­ri­ger Sohn Nicho­las.

Dann geht der Vor­hang hoch, man sieht die Band und die Mess­lat­te wird mit „Ano­ther Day In Para­di­se“ noch mal ein biss­chen höher gelegt. Die­ser Song ist – neben Tina Tur­ners „The Best“ und Miles Davis‘ „Human Nature“-Cover – für mich der Klang elter­li­cher Geburts­ta­ge, an denen wir lan­ge auf­blei­ben und den Erwach­se­nen mit unse­rer Anwe­sen­heit auf die Ner­ven gehen durf­ten. Ja, ich habe Paul McCart­ney „Hey Jude“ sin­gen gese­hen, Rob­bie Wil­liams „Angels“ und a‑ha „Take On Me“, aber das war alles höchs­tens das Warm-Up für die emo­tio­na­le Über­for­de­rung, die nun ein­setzt, und der ich nur zu begeg­nen weiß, indem ich schnell den Refrain auf dem iPho­ne mit­fil­me und an mei­ne gan­ze Fami­lie schi­cke.

Die Stim­mung wird ein wenig run­ter­ge­kühlt mit „One More Night“ und „Wake Up Call“, einem Song aus dem Spät­werk „Testi­fy“, das, wie eine Akkla­ma­ti­on in der Hal­le ergibt, fünf oder sechs Men­schen gekauft haben – „but don’t worry: I did­n’t buy your records, eit­her!“ Und dann: „Fol­low You Fol­low Me“, der gro­ße Gene­sis-Hit. Auf den LED-Wän­den sind Sze­nen aus allen Epo­chen der Band (inkl. Peter Gabri­el) zu sehen und es fühlt sich ein biss­chen beru­hi­gend an, dass ich nicht zur Mehr­heit der Men­schen hier in der Hal­le gehö­re, die die­ser Song jetzt an die damals so genann­ten „Feten“ in den Kel­lern ihrer Eltern­häu­ser erin­nert, son­dern ich ihn schon auf einem Oldie-Sam­pler ken­nen­ge­lernt habe.

Die nächs­ten Minu­ten ver­brin­ge ich damit, mir eine Mei­nung über das zu bil­den, was bei einem Kon­zert in gewis­ser Wei­se das Wich­tigs­te sein könn­te: die Musik. Man­che Songs klin­gen tight und per­fekt ein­ge­spielt (wei­te Tei­le der Band spie­len schon min­des­tens dop­pelt so lan­ge mit Phil Coll­ins, wie Drum­mer Nicho­las auf der Welt ist), ande­re schlep­pen und zer­fa­sern so, dass sie fast aus­ein­an­der zu fal­len dro­hen. Akus­tisch macht die Köln­are­na ihrem schlech­ten Ruf wie­der alle Ehre: kennt man den Text eines Songs, geht’s, kennt man ihn nicht, ver­steht man kein Wort.

Aus mir per­sön­lich nicht ver­ständ­li­chen Grün­den singt Coll­ins auch „Sepa­ra­te Lives“, einen Song, der sei­nen Ruf als pop cul­tu­re pun­ching bag mit­be­grün­det haben dürf­te: chee­sy, auf das aus­ge­legt, was unse­re Eltern „Klam­mer­blues“ nann­ten, und bei aller Lie­be einer sei­ner schlimms­ten Songs – und das, obwohl er ihn gar nicht selbst geschrie­ben hat. Nach „Only You Know And I Know“ geht’s in die zwan­zig­mi­nü­ti­ge Pau­se: „You might need to go the bath­rooms and we will do the same!“

Mei­ne Beglei­tung nutzt die Zeit, um das Mer­chan­di­se zu inspi­zie­ren: T‑Shirts für 30 und Pull­over für 50 Euro erschei­nen einem für ein Are­na-Kon­zert bei­na­he ange­mes­sen.
„Kei­ne Drum­sticks?“, fra­ge ich ent­täuscht. „Für Phil Coll­ins signa­tu­re drum­sticks wür­de ich heu­te Abend jeden Preis bezah­len!“
Schnitt: Zwei jun­ge Frau­en keh­ren in unse­ren Block zurück, in ihren Hän­den jeweils ein Paar Drum­sticks.

Ich fra­ge mich, ob Nicho­las Coll­ins auch mit den Stö­cken trom­meln muss, auf denen die Unter­schrift sei­nes Vaters prangt. Nach der Pau­se darf er in einem aus­führ­li­chen Duett mit Per­cus­sio­nist Luis Con­te jeden­falls noch mal ohne jedes Bei­werk zei­gen, was er so drauf hat. Das hät­te ich ver­mut­lich auch nicht hin­be­kom­men, wenn ich mei­nen Schlag­zeug­un­ter­richt damals ernst genom­men hät­te. Aber wenn ich mei­nen Bio­lo­gie­un­ter­richt ernst genom­men hät­te, könn­te ich jetzt etwas über „Ver­er­bungs­leh­re“ schrei­ben.

Bei „You Know What I Mean“ beweist Nicho­las, dass ein Coll­ins natür­lich mehr als nur ein Instru­ment beherrscht: er spielt die Bal­la­de am Kla­vier, sein Vater, der ver­mut­lich nie mehr irgend­ein Instru­ment wird spie­len kön­nen, sitzt dane­ben und singt und als Nic Phil danach im tosen­den Applaus umarmt und auf die Glat­ze küsst, muss ich mich weg­dre­hen und zu den Wor­ten „Ent­schul­di­gung, ich hab auch einen Sohn“ hek­tisch vor mei­nem Gesicht her­um­we­deln.

Über­haupt kann man sich an die­sem Abend ja kein Stück frei­ma­chen von der gan­zen sto­ry, die hier per­ma­nent mit­schwingt: dass das hier eben Come­back und Abschied zugleich ist, weil es – zumin­dest Stand heu­te Abend – eher unwahr­schein­lich erscheint, dass Phil Coll­ins sich das alles noch mal antun wird. Er ist zwar „Not Dead Yet“, wie Tour und Auto­bio­gra­phie hei­ßen, aber eben auch eher das Gegen­teil eines Mick Jag­ger, der mit 182 Jah­ren immer noch über die Büh­ne gockelt. Man ver­zeiht ihm des­halb, wenn die Stim­me mal nicht mehr ganz so frisch klingt (was aber sel­ten pas­siert), wenn die Band einen tau­send Mal gehör­ten Hit eine Spur zu lang­sam anstimmt, und auch, dass sich die Pro­du­zen­ten der Show in der zwei­ten Hälf­te dafür ent­schie­den haben, auf der Büh­ne eine Art „Wet­ten, dass..?“-Atmosphäre (aus den Frank-Elst­ner-Jah­ren) zu simu­lie­ren: Hin­ter der Büh­ne weht ein ocker­ner Vor­hang, der so ver­mut­lich immer noch in der Stadt­hal­le Böb­lin­gen hängt, die Lich­ter strah­len in Oran­ge und Gelb.

Und dann, nach all den Hits, end­lich der Hit: ange­schlos­sen an ein gefühlt acht­mi­nü­ti­ges Intro beginnt der Roland CR-78 zu zir­pen und der Saal atmet tief durch. „In The Air Tonight“. Alle sin­gen mit, fast alle ste­hen und natür­lich war­ten alle nur auf die­sen einen Moment, der auf der Album­ver­si­on nach 3:41 Minu­ten kommt – der ver­mut­lich berühm­tes­te drum break aller Zei­ten. Es ist dann letzt­lich: ein Takt, zehn Schlä­ge, wahn­sin­nig viel Licht – und es geht wei­ter. Manch­mal kommt es in der Pop­mu­sik, wie im Leben, aber auf die­sen einen Moment an.

Danach bewegt sich – um mal eine beson­ders schie­fe Meta­pher zu ver­wen­den – das Hit-Feu­er­werk auf die Ziel­ge­ra­de: „You Can’t Hur­ry Love“, „Dance Into The Light“, „Invi­si­ble Touch“, „Easy Lover“ und „Sus­su­dio“, dem man an die­sem Abend ein­fach mal ver­zeiht, dass es ein ziem­lich dum­mer Song ist; im Wesent­li­chen ein schlecht umla­ckier­tes „1999“ von Prin­ce, des­sen Fahr­ge­stell­num­mer nur not­dürf­tig raus­ge­feilt wur­de. Dafür gibt es bun­tes Kon­fet­ti und alle tan­zen!

Zur ers­ten Zuga­be, dem Vera-Lynn-Cover „If You Love (Real­ly Love Me)“ steht Coll­ins ange­lehnt ans Kla­vier, danach schließt der Abend mit einem aus­gie­bi­gen „Take Me Home“. Als die Hal­len­be­leuch­tung angeht, ist es 22.47 Uhr. Die Drum­sticks kos­ten 20 Euro – ein nicht völ­lig absur­der Preis, den ich hier und jetzt natür­lich ger­ne zah­le. Wir brau­chen ewig, um zu unse­rem Auto zu kom­men, und noch län­ger, um damit das Park­haus zu ver­las­sen. Heu­te waren wir fünf Jah­re alt. Und 16. Und erwach­sen.

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Nah dran

Ich bin jetzt in einem Alter, in dem die meis­ten Men­schen neue Musik nur noch über das Radio wahr­neh­men. Beruf und Fami­lie ver­hin­dern eine nähe­re Aus­ein­an­der­set­zung und man muss auch erken­nen, dass das bei vie­len Leu­ten eigent­lich nie anders war: Die haben halt immer schon gehört, was in den Charts war oder was die Peer Group gehört hat – und das ist ja auch total okay, denn wenn sich alle Leu­te der­art in Musik und Pop­kul­tur ver­lie­ren wür­den, käme ja nie­mand mehr zum Arbei­ten und Kin­der erzie­hen.

Obwohl ich mich bemü­he, mit den allen aktu­el­len Ver­öf­fent­li­chun­gen mit­zu­hal­ten, höre ich dann doch meis­tens nur die neu­en Alben der Künst­ler, die mich schon lan­ge beglei­ten: Mei­ne meist­ge­hör­ten CDs im letz­ten Jahr waren die neu­en von Weezer und Jim­my Eat World. Die­ses Jahr habe ich mit Sam­pha und Storm­zy immer­hin schon zwei Debüt­al­ben gehört, aber aktu­ell auf hoher Rota­ti­on ist ein Künst­ler, der mich seit fast 15 Jah­ren beglei­tet: Andrew McMa­hon.

Andrew McMahon In The Wilderness - Zombies On Broadway (Albumcover)Ich habe schon ange­sichts des ers­ten Andrew-McMa­hon-In-The-Wil­der­ness-Albums ver­sucht, das beson­de­re Ver­hält­nis zu beschrei­ben, dass ich zu ihm und sei­ner Musik – zuvor in den Bands Some­thing Cor­po­ra­te und Jack’s Man­ne­quin – habe. Andrew McMa­hon könn­te auch ein Album vol­ler Wea­ther-Chan­nel-Jin­gles ver­öf­fent­li­chen und ich wür­de es rauf und run­ter hören – was ganz prak­tisch ist, denn „Zom­bies On Broad­way“ ist bei­na­he ein Album vol­ler Wea­ther-Chan­nel-Jin­gles gewor­den.

Offen­bar hat er viel mit sei­nen Kum­pels von fun. rum­ge­han­gen, denn „Zom­bies“ setzt noch mehr auf gro­ßen, gro­ßen Pop als die Ver­öf­fent­li­chun­gen davor: Key­board­flä­chen, Chö­re, pro­gram­mier­te Beats, vie­le Pau­ken (aber weni­ge Trom­pe­ten). Unge­fähr jeder der zehn Songs auf dem Album klingt, als wol­le sich Andrew McMa­hon als ESC-Kom­po­nist bewer­ben – im Posi­ti­ven, wie im Nega­ti­ven. Nur wenig erin­nert noch an Some­thing-Cor­po­ra­te-Kra­cher wie „Only Ashes“ oder „If You C Jor­dan“ oder einen Jack’s‑Mannequin-Song wie „The Mixed Tape“ (gut: da hat auch Tom­my Lee getrom­melt) – außer natür­lich Andys Stim­me (die über die Jah­re deut­lich siche­rer und vol­ler gewor­den ist), die unwi­der­steh­li­chen Melo­dien und die sanf­te Melan­cho­lie, die in jedem Song irgend­wo durch­scheint.

Der Sprech­ge­sang des Ope­ners „Brook­lyn, You’­re Kil­ling Me“ klopft bei Twen­ty One Pilots an, ohne deren Ori­gi­na­li­tät und Viel­sei­tig­keit zu errei­chen. „Don’t Speak For Me“, des­sen Intro gar an die schreck­li­chen Chains­mo­kers erin­nert, war laut Andys Aus­sa­ge ursprüng­lich für eine/​n andere/​n Künstler/​In gedacht – und es ist ange­sichts des Sounds nicht ganz abwe­gig, dass das jemand wie Tay­lor Swift oder Sele­na Gomez hät­ten sein sol­len (ohne jetzt irgend­was gegen die bei­den sagen zu wol­len). „Love And Gre­at Buil­dings“ klingt nicht nur im Intro wie Owl City, son­dern ver­läuft sich auch genau­so zwi­schen den Bild­spen­dern sei­ner Meta­phern: „Love and gre­at buil­dings will sur­vi­ve /​ Strong hearts and con­cre­te stay ali­ve /​ Through the gre­at depres­si­ons /​ Yeah, the best things are desi­gned to stand the test of time“. Ja, schon klar: das kann man unglaub­lich chee­sy, schreck­lich und schlimm fin­den, aber ich mag’s – aber ich moch­te ja auch „Fire­f­lies“.

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Mein High­light „So Clo­se“ ist ein groß­ar­ti­ges Lie­bes­lied, das in den Stro­phen noch am ehes­ten an die alten Band-Sachen erin­nert, um im Refrain dann irgend­wo zwi­schen „Hap­py“ und „Can’t Stop The Fee­ling“ her­um­zu­tan­zen, und die Vor­ab­sin­gle „Fire Escape“ macht akus­tisch das gro­ße Fass der Chö­re und Trom­meln auf, das auf dem Album fast zum Über­lau­fen kommt.

Wie beim letz­ten Album gilt: Ich kann total ver­ste­hen, wenn man zu die­sem Radio­pop – der in den USA jetzt tat­säch­lich mal im Radio läuft – kei­nen Zugang fin­det und lie­ber zu Twen­ty One Pilots, Tay­lor Swift oder Owl City greift (die Chains­mo­kers blei­ben natür­lich indis­ku­ta­bel). Und wenn man mit dem Alter­na­ti­ve Rock von Some­thing Cor­po­ra­te auf­ge­wach­sen ist, kos­tet es schon etwas Über­win­dung, die­sen musi­ka­li­schen Weg mit­ge­hen zu wol­len.

Andrew McMa­hon fin­det dazu wie immer die pas­sen­den Wor­te: „And the­se could be the best or dar­kest days /​ The lines we walk are paper thin /​ And we could pull this off or push away /​ Cau­se you and me have always been“ – um dann ganz oft die Wor­te „so clo­se“ zu wie­der­ho­len.

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Re: Elbphilharmonie

Ich war Anfang die­ser Woche beruf­lich in Ham­burg und habe mir ein paar Stun­den Zeit genom­men, um ganz doof tou­ris­tisch an den Lan­dungs­brü­cken aus­zu­stei­gen und zu Fuß bis zum Haupt­bahn­hof zurück zu lat­schen. Es war tro­cken (ich habe in Ber­lin übri­gens bedeu­tend mehr Regen und schlech­tes Wet­ter erlebt als in Ham­burg) und schön und ich war schon nach weni­gen Metern wie­der schwer ver­liebt in die­se Stadt.

Ich mag Was­ser unge­heu­er ger­ne (zu mei­nen Lieb­lings­or­ten in Bochum gehört des­halb auch vor allem der Kem­n­ader See, das ein­zi­ge halb­wegs ernst­zu­neh­men­de Was­ser im Stadt­ge­biet) und man kann die Lan­dungs­brü­cken ja völ­lig zurecht als gru­se­li­gen Tou­ris­ten­nepp mit homöo­pa­thi­schen Antei­len von See­fah­rer­ro­man­tik, also mit­hin als deut­schen Pier 39, abtun und man kann die gan­zen Auf­hüb­schun­gen und Leucht­turm­pro­jek­te und die gan­ze Gen­tri­fi­zie­rung kri­ti­sie­ren, aber das hat mich in dem Moment nicht inter­es­siert: Ich konn­te die Frei­heit der gro­ßen, wei­ten Welt ein­at­men.

Ich bin dann wei­ter­ge­gan­gen Rich­tung Spei­cher­stadt, wo ich fest­stell­te, dass die Elb­phil­har­mo­nie nicht nur fer­tig ist (kurz nach dem Bochu­mer Musik­zen­trum, aber immer­hin), son­dern man da bereits zum Gucken rein­kann — und zwar sofort und kos­ten­los.

Elbphilharmonie Hamburg (Foto: Lukas Heinser)

Es fol­gen mei­ne Gedan­ken in Echt­zeit:

„Urgs, die Elb­phil­har­mo­nie! Völ­lig über­teu­er­ter Protz­bau für die han­sea­ti­sche Eli­te. Brauch ich nicht! Das Musik­zen­trum ist eh viel coo­ler und über­haupt, bla­bla­bla, Hafen­stra­ße, Punk, puber­tä­res Ich­will­d­anicht­rein!“
„… sagt der Voll­idi­ot, der in New York war und weder aufs Empire Sta­te Buil­ding, noch aufs Rocke­fel­ler Cen­ter woll­te, weil die Schlan­gen zu lang waren oder das umge­rech­net zwei CDs gekos­tet hät­te und zehn Jah­re spä­ter kannst Du immer noch allen erzäh­len, dass Du in New York warst, aber es nur aus Stra­ßen­hö­he gese­hen hast!“
„Okay, ich geh da jetzt rein! Dann kann ich’s ja auch viel bes­ser begrün­det doof fin­den!“

Was soll ich sagen: Ich hab’s ver­sucht, aber das, was ich gese­hen habe, ist wirk­lich, wirk­lich beein­dru­ckend. Jedes ein­zel­ne Detail ist völ­lig unnö­tig kom­pli­ziert (Eine Roll­trep­pe, deren Stei­gungs­grad zwi­schen­durch vari­iert! Rie­si­ge, geschwun­ge­ne Glas­schei­ben, die in einem Dreh­tür­me­cha­nis­mus an einer unebe­nen Decke ver­an­kert sind!), es ist wie Math Rock mit Tex­ten von Adal­bert Stif­ter. Fuck yeah, Her­zog & de Meu­ron!

Elbphilharmonie Hamburg (Foto: Lukas Heinser)

Alles, wirk­lich alles, ist eine knal­li­ge Ant­wort auf die Fra­gen der Leser­brief­schrei­ber, der „Mario Barth deckt auf“-Zuschauer und des Bun­des der Steu­er­zah­ler, ob „wir“ „das“ „jetzt“ „wirk­lich“ „brau­chen“: „Nein, brau­chen wir nicht. Wir brauch­ten auch kei­nen Köl­ner Dom, kei­ne Alte Oper, kein Bran­den­bur­ger Tor und kein Neu­schwan­stein. Und jetzt lasst mich end­lich mit Eurem klein­geis­ti­gen Vor­gar­ten­den­ken in Frie­den! Ich bin ein Bau­denk­mal für die Ewig­keit!“

Wenn man auf den Kai­spei­cher A einen rie­si­gen, von Jeff Koons gestal­te­ten Mit­tel­fin­ger mon­tiert hät­te, wäre die Bot­schaft ver­gleich­bar gewe­sen, aber die Akus­tik und der prak­ti­sche Nut­zen deut­lich gerin­ger. Die Ästhe­tik sowie­so.

Da stand ich jetzt in 37 Metern Höhe auf der „Pla­za“ (Gut, an dem Namen hät­te man noch arbei­ten kön­nen, damit er wei­ni­ger nach Food Court im Ein­kaufs­zen­trum klingt!), genoss die phan­tas­ti­sche Aus­sicht und die gute Stim­mung unter den Leu­ten, die, so nahm ich ein­fach mal an, je zur Hälf­te Tou­ris­ten und Ein­hei­mi­sche waren. „Es ist ein­fach die schöns­te Stadt der Welt“, sag­te ein Mann leicht seuf­zend zu sei­ner Beglei­te­rin und für eine Sekun­de hat­te ich San Fran­cis­co, Wien, Ams­ter­dam und Stock­holm ver­ges­sen und dach­te: „Jau!“

Elbphilharmonie Hamburg (Foto: Lukas Heinser)

Im Okto­ber war ich bei der Eröff­nung des Anne­lie­se Brost Musik­fo­rum Ruhr in Bochum (das übri­gens auch ganz toll gewor­den ist, aber auf einem völ­lig ande­ren Level) und es war eine sehr ähn­li­che Atmo­sphä­re: Wenn so ein Bau­werk erst­mal fer­tig ist, inter­es­sie­ren die Kos­ten (egal, ob jetzt 15 oder … äh: 866?!?! Okay: 866 Mil­lio­nen Euro. Hui!) nur noch die Unter­su­chungs­aus­schüs­se, die Haus­halts­prü­fer und die Jour­na­lis­ten. Die Men­schen freu­en sich über das neue Wahr­zei­chen, über die Kul­tur und – im Fall von Bochum sicher­lich stär­ker als im Fall von Ham­burg – über die über­re­gio­na­le Auf­merk­sam­keit und selbst die meis­ten Oppo­si­ti­ons­po­li­ti­ker und Kri­ti­ker sind, wenn’s erst mal toll gewor­den ist, immer schon dafür gewe­sen.

Die­ser Text erschien ursprüng­lich in mei­nem News­let­ter „Post vom Ein­hein­ser“, für den man sich hier anmel­den kann.

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Musik Politik

Die Nummer Eins im Land sind die hier:

Wäh­rend wir uns alle bereit machen, die wich­tigs­te US-Prä­si­dent­schafts­wahl seit der letz­ten US-Prä­si­dent­schafts­wahl live zu ver­fol­gen und in Sozia­len Medi­en zu kom­men­tie­ren …

Egal. Ich hab gegoo­gelt und nichts gefun­den. Des­we­gen jetzt hier noch eben ganz schnell eine wei­te­re wich­ti­ge Lis­te für heu­te Nacht: Wel­che Songs bei wel­cher Wahl auf Platz 1 der Bill­board-Charts waren!

2012: Maroon 5 – One More Night
2008: T.I. – Wha­te­ver You Like
2004: Usher & Ali­cia Keyes – My Boo
2000: Chris­ti­na Agui­lera – Come On Over Baby (All I Want Is You)
1996: Los del Rio – Mac­a­re­na (Bay­si­de Boys Mix)
1992: Boyz II Men – End Of The Road
1988: The Beach Boys – Koko­mo
1984: Bil­ly Oce­an – Carib­be­an Queen (No More Love On The Run)
1980: Bar­bra Strei­sand – Woman In Love
1976: Chi­ca­go – If You Lea­ve Me Now
1972: John­ny Nash – I Can See Cle­ar­ly Now
1968: The Beat­les – Hey Jude
1964: The Supre­mes – Baby Love
1960: The Drift­ers – Save The Last Dance For Me

[Quel­le: billboard.com]

Wel­che Bedeu­tung die­se Lis­te für den Wahl­aus­gang heu­te hat, müs­sen Sie selbst ent­schei­den.

Das ist übri­gens die aktu­el­les Num­mer Eins:

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Musik

Con un sample

Loney Dear ist so ein Musi­ker, von dem man außer­halb des Hald­ern Pop Fes­ti­vals, wo er gefühlt jedes Jahr auf­tritt, kaum etwas mit­be­kommt. Umso über­rasch­ter war ich, als ich ges­tern auf WDR 4, der musi­ka­lisch erträg­lichs­ten Unter­hal­tungs­wel­le des West­deut­schen Rund­funks, das Intro zu sei­nem phan­tas­ti­schen, hyp­no­ti­schen „Igno­rant Boy, Beau­tiful Girl“ (das ich ger­ne als The­ma für mei­ne noch zu dre­hen­de Indie-Roman­ze lizen­sie­ren wür­de) hör­te:

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Die Über­ra­schung stieg noch, als eine sono­re Stim­me auf Ita­lie­nisch zu sin­gen begann. Ich war ver­wirrt, aber auch ange­tan. Als der Mann dann noch eng­lisch­spra­chi­ge Zei­len sang, klang das Lied plötz­lich sogar wie ein ESC-Bei­trag – nor­mal, wenn ein Ita­lie­ner auf Eng­lisch das Lied eines Schwe­den singt. WDR 4 wäre natür­lich nicht WDR 4, wenn der Song nicht fach­män­nisch-beschwingt abmo­de­riert wor­den wäre und, sie­he da: es han­del­te sich (natür­lich) um die aktu­el­le Sin­gle von Zuc­che­ro, dem ande­ren Ita­lie­ner, der es vor Jahr­zehn­ten in Deutsch­land zu einem gewis­sen Ruhm gebracht hat­te (Nr. 3, wenn man Al Bano mit­zählt – oder Nr. 4 mit Adria­no Celen­ta­no). I was sold.

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Musik Politik Gesellschaft

Now it’s all gone wrong

Heu­te ist ja der 30. Jah­res­tag der Reak­tor­ka­ta­stro­phe von Tscher­no­byl. Ich kann dazu aus­nahms­wei­se kei­ne per­sön­li­chen Erin­ne­rungs­an­ek­do­ten bei­steu­ern, ich weiß nur ganz dun­kel (aber auch das womög­lich nur aus Erzäh­lun­gen zurück­ge­kop­pelt), dass wir Kin­der irgend­wann nicht mehr drau­ßen spie­len durf­ten, und dass die „Sen­dung mit der Maus“ zu die­sem The­ma einen Platz sehr weit oben auf der Lis­te mei­ner Kind­heits­trau­ma­ta hat.

Es gibt bestimmt jede Men­ge Repor­ta­gen, Doku­men­ta­tio­nen und Essays, die man anläss­lich die­ses Jubi­lä­ums sehen, hören oder lesen kann. Man kann sich aber auch das Making Of anschau­en, das die Dreh­ar­bei­ten zum Musik­vi­deo „What We Made“ des bri­ti­schen Musi­kers Exam­p­le im Jahr 2006 zeigt. Das Video wur­de in Pryp­jat in der Ukrai­ne gedreht, jener Retor­ten­stadt, die extra für die Arbei­ter des Atom­kraft­werks Tscher­no­byl gebaut und andert­halb Tage nach dem Super-GAU, nur 16 Jah­re nach ihrer Grün­dung, eva­ku­iert wur­de.

Ich hat­te schon mehr­fach Vide­os aus Pryp­jat gese­hen – unter ande­rem die­se wahr­lich beein­dru­cken­den Droh­nen-Bil­der -, aber es ist irgend­wie noch mal was ande­res, wenn ein Musi­ker, des­sen Musik man schätzt, durch die­se Geis­ter­stadt mit Kran­ken­haus, Grund­schu­le und Kino wan­dert und in einer inter­es­san­ten Mischung aus hilf­los scher­zen­dem Teen­ager und Tou­ris­ten­füh­rer in die Kame­ra redet.

An einer Stel­le sagt er, nie­mand, der in Pryp­jat gewe­sen sei, noch für Kern­ener­gie sein kön­ne. Eigent­lich reicht es aber auch, die­ses Video zu sehen:

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Exam­p­le in Cher­no­byl from ben jones on Vimeo.

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Musik

In memoriam Prince

Jetzt also Prin­ce.

Ich wür­de lügen, wenn ich jetzt behaup­te­te, dass der Mann und sei­ne Musik eine gro­ße Rol­le in mei­nem Leben gespielt hät­ten. Mein iTu­nes zeigt exakt zwei sei­ner Songs („Pur­ple Rain“, natür­lich, und „Cin­na­mon Girl“), aber wäh­rend ich die Son­der­sen­dung auf Radio Eins höre, stel­le ich fest, dass da doch eini­ge sehr fei­ne Songs in sei­nem Œuvre vor­kom­men – und eini­ge völ­lig aus­ufern­de, über­pro­du­zier­te, mit­hin selbst­ver­lieb­te und damit für mich eher unhör­ba­re.

Mei­ne Ver­bin­dung zu Prin­ce ist eher zwei­ter Hand: Ein Bekann­ter mei­ner Eltern arbei­te­te im War­ner-Press­werk in Als­dorf, was ich im Alter von etwa acht Jah­ren wahn­sin­nig auf­re­gend fand, denn: „Manch­mal kom­men auch die Musi­ker vor­bei, um sich das Werk anzu­se­hen. Mari­us Mül­ler-Wes­tern­ha­gen war mal da und Phil Coll­ins auch.“ Die­ser Mann nun erzähl­te am Kaf­fee­tisch mei­ner Eltern die Geschich­te, dass Prin­ce ein Album habe ver­öf­fent­li­chen wol­len, des­sen kom­plett schwar­ze Hül­le mit schwar­zem Text bedruckt wer­den soll­te – eigent­lich soll­te nicht mal ein Bar­code drauf zu sehen sein. Am Frei­tag vor der geplan­ten Ver­öf­fent­li­chung habe es einen Anruf gege­ben, dass Prin­ce das Album nicht mehr ver­öf­fent­li­chen wol­le und so hät­ten die Ange­stell­ten an einem Sams­tag auf dem Werks­hof gestan­den und die Ton­trä­ger unter eine Pla­nier­rau­pe (oder ein ähn­li­ches Gerät) gewor­fen. Aller­dings sei­en bei die­ser Akti­on nicht alle Exem­pla­re (ich kann mich wirk­lich nicht erin­nern, ob in der Geschich­te von LPs oder CDs die Rede war oder der Bekann­te die­ses Detail aus­ließ) ver­nich­tet wor­den: Ein paar sei­en auch in den Schreib­tisch­schub­la­den der Mit­ar­bei­ter ver­schwun­den und andern­orts wie­der auf­ge­taucht.

Die­se Geschich­te kann man heu­te – mit leicht abwei­chen­den Fak­ten – in der Wiki­pe­dia nach­le­sen. Im Jahr 1991 aber war es bei­na­he exklu­si­ves Spe­zi­al­wis­sen, das für einen Jun­gen, der gera­de in die Welt der Pop­kul­tur hin­ein­stol­pert, einen unschätz­ba­ren Wert hat­te – und des­halb bis zum heu­ti­gen Tag von mir nie wei­ter­ge­ge­ben wur­de. Bit­te­schön!

Mei­ne zwei­te zen­tra­le Prin­ce-Erin­ne­rung ist die, wie Sascha Lobo eines Tages ins BILD­blog-Büro kam, im Tür­rah­men die Zei­le „My name is Prin­ce“ sang und sag­te, er müs­se die­ses Album jetzt sofort hören. Wie noch­mal unser W‑Lan-Pass­wort sei.

Na ja – und dann natür­lich das hier:

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08.Prince.-.1999 from Mau­ricio Ona­te on Vimeo.

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Musik

Eine Liebe zur Musik, eine Liebe zu den Tönen

Ich hab’s ver­passt: Am Sonn­tag jähr­te sich zum zehn­ten Mal das Tom­te-Kon­zert im Düs­sel­dor­fer Zakk, weni­ge Tage vor Ver­öf­fent­li­chung der „Buch­sta­ben über der Stadt“. Ich war zum Inter­view mit Thees Uhl­mann ver­ab­re­det und ent­spre­chend früh da, war aber trotz­dem etwas erstaunt, als mich der Künst­ler dann höchst­selbst auf dem Han­dy anrief und zum Gespräch bat.

Als er die Tür zum Back­stage­raum öff­ne­te, trug er einen Blink-182-Kapu­zen­pull­over, hat­te ein Rot­wein­glas in der Hand und grins­te mich an. Es war unser zwei­tes Inter­view, wovon er aber ver­mut­lich nichts wuss­te. Ich hat­te das Album schon seit Anfang des Jah­res und war schwer begeis­tert, muss­te aber erst noch was ande­res los­wer­den:
„Hi, ist Simon nicht da? Ich hät­te hier ein Demo für ihn. Sind Bekann­te von mir, die machen so Strokes-mäßi­gen Indie­rock.“

Und Thees sag­te so was wie: „Zeig mal hier“, guck­te auf die Track­list und sag­te tri­um­phie­rend: „Gott sei Dank, sie sin­gen Eng­lisch!“ Dann leg­te er die CD in sei­nen Lap­top und drück­te auf Play. Zu den ers­ten Tak­ten von „At All“ sang er „Ein Volk steht wie­der auf …“, weil der Beat was von kett­cars „Dei­che“ hat. Er skipp­te sich durch die sechs Songs und sag­te die gol­de­nen Wor­te: „Wenn ich die mor­gen noch geil fin­de, wenn ich wie­der nüch­tern bin, dann sign ich die!“ Dann erst konn­te ich mein Inter­view begin­nen.

Als Ger­ne Poets, der Mana­ger, wäh­rend des Inter­views kurz vor­bei­schau­te, erklär­te ihm Thees im Über­schwung, er habe gera­de ein Demo gehört und wer­de eine neue Band beim Grand Hotel van Cleef unter Ver­trag neh­men. Ger­ne dach­te ver­mut­lich das glei­che wie ich: „Ja, klar. Laber­la­ber!“ Acht Wochen spä­ter stand ich im E‑Werk in Erlan­gen und sah die Kili­ans im Vor­pro­gramm von Tom­te spie­len.

Seit­dem ist viel pas­siert: Die Bands gibt es nicht mehr, eini­ge von uns sind Väter gewor­den, die meis­ten Leu­te habe ich seit Jah­ren nicht gese­hen. Aber die­se vier Tage, die ich mit Tom­te und den Kili­ans auf Tour war, als wir in Stutt­gart im Copy Shop hun­der­te von CD-Book­lets nach­dru­cken las­sen muss­ten und auf allen ver­füg­ba­ren Lap­tops die­se EP gebrannt haben (teil­wei­se am Merch­stand: „Hi, ich hät­te ger­ne die CD von der Vor­grup­pe!“ — „Ja, klei­nen Moment, gleich ist wie­der eine fer­tig!“), als ich die Songs von Tom­te Abend für Abend gehört habe, als sich mein Leben wie „Almost Famous“ anfühl­te und wir für eine kur­ze Zeit über­zeugt davon waren, dass es im Leben nichts wich­ti­ge­res, bedeut­sa­me­res und grö­ße­res geben kön­ne als Rock­mu­sik, das alles wird für immer blei­ben. Auf einem Platz in mei­nem Herz steht Dein Name an der Wand und ich will, dass Du es erfährst.

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Musik

Rivalen der Rennbahn

Einen Tag, nach­dem ich mei­ne letz­te Kili­ans-Show besucht hat­te, war ich auf einem ande­ren Kon­zert. Vor deut­lich weni­ger Zuschau­ern spiel­te die Dort­mun­der Indie­band The Rival Bid – und ich war schwer begeis­tert.

Auf mei­ner ima­gi­nä­ren „Klingt wie …“-Name­drop­ping-Vor­la­ge-Lis­te notier­te ich mir Inter­pol, The Edi­tors, Ele­fant und Bloc Par­ty, kauf­te die bis dahin schon erschie­ne­nen zwei Alben der Band und war­te­te seit­dem auf neue Ver­öf­fent­li­chun­gen, denn was die Musi­ker da an neu­en Songs spiel­ten, klang noch viel­ver­spre­chen­der als die ohne­hin schon guten ande­ren Songs.

Jetzt gibt es end­lich was neu­es: „Micha­el“, die ers­te Sin­gle aus dem Album „Night Remains“, das am 13. März erschei­nen soll. Der Song braucht ein biss­chen, bis er aus dem Quark kommt (und ist mit fünf Minu­ten natür­lich völ­lig unbrauch­bar fürs For­mat­ra­dio), belohnt einen dafür aber mit einem ziem­lich beein­dru­cken­den Span­nungs­bo­gen.

Mei­ne Damen und Her­ren – The Rival Bid:

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Musik

The music that saves you

Bei den meis­ten wirk­lich guten Freund­schaf­ten kann man sich ja noch dar­an erin­nern, wie man sich ken­nen­ge­lernt hat. Einen mei­ner bes­ten und lang­jäh­rigs­ten Freun­de lern­te ich am ers­ten Schul­tag auf dem Gym­na­si­um ken­nen, als wir uns gegen­sei­tig aufs Maul hau­en woll­ten.

Die Musik von Andrew McMa­hon lern­te ich im Som­mer 2003 ken­nen, als das Debüt­al­bum sei­ner Band Some­thing Cor­po­ra­te in Deutsch­land erschien. Wie es damals so üblich war, besorg­te ich mir ein paar Songs („Hur­ri­ca­ne“ und „If You See Jor­dan“, wenn ich mich rich­tig erin­ne­re) in soge­nann­ten Tausch­bör­sen, hör­te sie eini­ge Male, pack­te sie auf Mix­tapes und kauf­te mir ein paar Mona­te spä­ter dann end­lich auch „Lea­ving Through The Win­dow“. Der ers­te Song, den ich (eher zufäl­lig) hör­te, nach­dem mei­ne Eltern mich im Stu­den­ten­wohn­heim abge­setzt und allei­ne auf den Heim­weg gemacht hat­ten, war „The Astro­naut“. Sowas prägt.

Ich wuss­te damals nicht, wie die Band­mit­glie­der von Some­thing Cor­po­ra­te hie­ßen, und habe auch nicht all­zu sehr auf die Tex­te geach­tet. Als das Zweit­werk „North“ (wie­der­um mit eini­ger Ver­spä­tung) in Deutsch­land erschien, besorg­te ich mir wie­der ein paar Songs, dach­te aber nicht wei­ter an die Band. Irgend­wann las ich bei visions.de, dass der Sän­ger an Leuk­ämie erkrankt sei, dach­te „Puh“ und ver­gaß auch das wie­der.

„North“ kauf­te ich mir schließ­lich bei Ras­pu­tin Records, als ich im Herbst 2006 für drei Mona­te in San Fran­cis­co leb­te. Gemein­sam mit eini­gen ande­ren Alben bil­de­te das Album den Sound­track mei­nes Auf­ent­halts. Aber rich­tig los ging die Geschich­te erst drei Jah­re spä­ter.

Im Som­mer 2009 stol­per­te ich bei WDR 2 (of all places) über einen Song mit viel Kla­vier, der mir sehr gefiel. Wie sich raus­stell­te, war es „The Reso­lu­ti­on“ von Jack’s Man­ne­quin von denen ich wuss­te, dass es die Zweit­band des Some­thing-Cor­po­ra­te-Sän­gers war. Andrew McMa­hon. Im Som­mer und Herbst 2009 habe ich „The Glass Pas­sen­ger“ qua­si unun­ter­bro­chen gehört. Mein Leben war damals sehr im Umbruch und die Musik beglei­te­te mich dabei. Ich hör­te auch wie­der die alten Some­thing-Cor­po­ra­te-Alben und ach­te­te dies­mal auch auf die Tex­te — und es klingt doof und nach Selbst­hil­fe­grup­pe, aber da sprach jemand zu mir. Andrew McMa­hon sang über Mäd­chen, die jede Nacht mit einem ande­ren Typen nach hau­se gin­gen und die er ret­ten woll­te; über betrun­ke­ne Mäd­chen, die er (also: das Lyri­sche Ich, so viel Lite­ra­tur­stu­di­um muss sein) geküsst hat­te, obwohl er es nicht hät­te tun sol­len; und dar­über, den Kopf über Was­ser zu hal­ten und wei­ter zu schwim­men, bis man den Hori­zont erreicht. Und ich dach­te: „Krass. Ja. Kenn ich.“

Andrew McMa­hon war gegen die schon erwähn­te Leuk­ämie ange­schwom­men, er sang „I’m alive/​ I don’t need a wit­ness /​ To know that I sur­vi­ved“. Mit der Geschich­te im Hin­ter­kopf (Lyri­sches Ich am Arsch!) singt man ein biss­chen vor­sich­ti­ger mit, weil man sich das Aus­maß gar nicht vor­stel­len kann. Man bekommt aber eine Ahnung davon in dem Film „Dear Jack“, in dem Andy (ich ken­ne sei­ne Musik jetzt so lan­ge, ich nenn’ ihn ein­fach mal so) sei­ne Kran­ken­ge­schich­te doku­men­tiert. Ich habe mir das nur ein­mal anse­hen kön­nen, aber es war sehr bewe­gend und – ent­schul­di­gen Sie das Ekel­wort – inspi­rie­rend.

Lan­ge Rede, kur­zer Sinn: Ich glau­be, ich habe inzwi­schen alle Auf­nah­men, an denen Andrew McMa­hon jemals betei­ligt war. Er lös­te nach dem drit­ten Album auch Jack’s Man­ne­quin auf und ver­öf­fent­lich­te die­ser Tage ein neu­es Album, das wie sein neu­es Pro­jekt heißt und damit fast wie er selbst: Andrew McMa­hon In The Wil­der­ness.

Andrew McMahon (Pressefoto)

Nach den ers­ten Hör­pro­ben war ich skep­tisch. „Ceci­lia And The Satel­li­te“ war eine durch­aus schö­ne Hym­ne an die neu­ge­bo­re­ne Toch­ter, aber irgend­wie klang das alles sehr pop­pig und damit mei­len­weit von zumin­dest Some­thing Cor­po­ra­te weg. Aber das ist offen­sicht­lich Absicht und kon­se­quent zu Ende gedacht: „Dri­ving Through A Dream“ etwa könn­te bis ins kleins­te Detail der Pro­duk­ti­on ein Song von Phil Coll­ins sein. Als jemand, der mit Phil Coll­ins auf­ge­wach­sen ist und sei­ne Musik bis heu­te liebt, füh­le ich mich dort sofort sehr zuhau­se.

Nor­ma­ler­wei­se ist man zwi­schen 15 und 20 Jah­re alt, wenn man sich von Musik direkt ange­spro­chen fühlt — ich habe kürz­lich noch mal „Hin­ter all die­sen Fens­tern“ von Tom­te gehört und – hell, yeah! – ich weiß, wovon ich spre­che. Dass ich mit 31 noch ein­mal ein Album auf Dau­er­schlei­fe lau­fen las­sen wür­de, hät­te ich – gera­de vor dem Hin­ter­grund, dass ich im Moment eher wenig zum Musik­hö­ren kom­me – nicht gedacht. Und doch läuft „Andrew McMa­hon In The Wil­der­ness“ bei mir jetzt seit zwei­ein­halb Wochen rauf und run­ter. Ich ken­ne Andrew McMa­hon nicht per­sön­lich und habe kei­ne Ahnung, ob wir uns ver­ste­hen wür­den, wenn wir uns mal in einer Bar trä­fen, aber auf eine völ­lig bizar­re Art, die ich sonst nur von aus­ge­wähl­ten deutsch­spra­chi­gen Tex­tern ken­ne, füh­le ich mich ihm sehr ver­bun­den — was auch damit zusam­men­hän­gen mag, dass er nur ein Jahr älter ist als ich und wir bei­de die­ses Jahr zum ers­ten Mal Väter gewor­den sind (wor­auf er gleich in zwei Lie­dern – dem schon erwähn­ten „Ceci­lia And The Satel­li­te“ und dem etwas schwa­chen „See Her On The Weekend“ – ein­geht).

In fast jedem Song des Albums gibt es min­des­tens eine Zei­le, die ich mir sofort täto­wie­ren (oder zumin­dest rah­men) las­sen würde:„Take all your trou­bles, put them to bed /​ Burn down the mis­si­on, the maps in your head“ („Can­yon Moon“), „I’ve loved some girls that I bare­ly knew /​ I’ve made some fri­ends, and I’ve lost some too“ („Ceci­lia And The Satel­li­te“), „You dance with your head­pho­nes on and I /​ Could watch you all night long /​ Dancing to someone else’s song“ („High Dive“), „There’s only two mista­kes that I have made /​ It’s run­ning from the peo­p­le who could love me best /​ And try­ing to fix a world that I can’t chan­ge.“ („All Our Lives“), „Do you ever rewind to the sum­mer you knew me?“ („Black And White Movies“), „No cash in the bank /​ No paid holi­days /​ All we have is /​ Gas in the tank /​ And maps for the geta­way“ („Maps For The Geta­way“).

Das Gefühl von „Ich ver­ste­he Dich“ bzw. „Da ist jemand, der mich ver­steht“ ist so stark, dass ich mich in weni­ger auf­rich­ti­gen Momen­ten fast selbst beru­hi­gen möch­te: Ist ja nur Musik. Nee, ist mehr.

Andrew McMahon In The Wilderness (Albumcover)In Zeit­schrif­ten und Blog­ar­ti­keln wer­den wir bom­bar­diert mit Gene­ra­ti­ons­be­schrei­bun­gen, Labels und Ansprü­chen, von denen wir uns gleich­zei­tig ganz schnell frei machen sol­len. Unse­re Frau­en sol­len Fami­lie und Beruf nicht nur unter einen Hut krie­gen, son­dern das auch wol­len — wäh­rend sie dabei wie Hol­ly­wood-Stars und ganz natür­lich aus­schau­en. Unse­re Kin­der sol­len drei Fremd­spra­chen ler­nen, die ver­pass­ten Chan­cen von uns und unse­ren Eltern nach­ho­len und sich dabei frei ent­fal­ten kön­nen. Und wir Män­ner sol­len gleich­zei­tig ein­fühl­sam, stark, sport­lich und krea­tiv sein. Vor allem aber, immer wie­der: „wir“, die­ser lächer­li­che Fra­ter­ni­sie­rungs­ver­such von zehn­tau­sen­den Ertrin­ken­den, die sich anein­an­der klam­mern. Mit Gefüh­len, die irgend­wel­che Slam-Poe­tin­nen in (geborg­te) Wor­te fas­sen, wor­auf­hin dann alle andert­halb Tage sehr emo sind, bis Jan Böh­mer­mann eine Par­odie dar­auf ver­öf­fent­licht und alle wie­der total iro­nisch sein kön­nen.

Da höre ich lie­ber die Songs von Andrew McMa­hon.

Ich weiß nicht, wie Men­schen die­ses Album hören, die vor­her gar nichts oder nur wenig von ihm kann­ten — als eher okayes Pop-Album, ver­mut­lich. Wirk­lich über­all sind Key­board­flä­chen, auf vir­tuo­ses Kla­vier­spiel ver­zich­tet Andy hier eben­so wie auf Gitar­ren. In eini­gen Tex­ten ver­ar­bei­tet er der­art deut­lich sei­ne eige­ne Lebens­ge­schich­te, dass ich den meis­ten Musi­kern raten wür­de: „Nimm Dich mal zurück, leg hier nicht alles offen, sei doch auch mal lite­ra­risch“. Bei man­chen Leu­ten ertra­ge ich das nicht (mehr), bei Andrew McMa­hon aber füh­le ich mich zuhau­se, auch wenn er über Din­ge singt, die mit mei­nem Leben eher gar nichts zu tun haben.

In sei­nen Tex­ten geht es – dar­an hat sich nicht viel geän­dert – um Welt­raum, Was­ser und Stra­ßen, auf denen er unter­wegs ist, also um Men­schen in Iso­la­ti­on und in Bewe­gung. Das ers­te Jack’s‑Mannequin-Album hieß ja nicht umsonst „Ever­y­thing In Tran­sit“. Bemer­kens­wert ist da eher, dass Mar­cus Wie­busch, der Sän­ger von kett­car, der die­ses Jahr auch ein sehr, sehr tol­les Solo­al­bum auf­ge­nom­men hat, in sei­nem Song „Sprin­gen“ so ein­deu­tig auf Jack’s Man­ne­quins „Swim“ Bezug nimmt, dass das eigent­lich kein Zufall sein kann: „Halt den Kopf oben“ singt er da („Just keep your head abo­ve“) und benennt, wie Andy, eini­ge Grün­de, war­um man wei­ter­schwim­men soll­te: „Schwim­men für die Songs, die noch geschrie­ben wer­den“. Zum Bei­spiel von Andrew McMa­hon.

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Musik

Song des Tages: The Hold Steady – Constructive Summer

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Zum ers­ten Mal gehört:

Im Som­mer 2008, als das vier­te Hold-Ste­ady-Album „Stay Posi­ti­ve“ erschien.

Wer musi­ziert da? Eine Band aus Brook­lyn (ursprüng­lich aus Minneapolis/​St. Paul, Min­ne­so­ta), deren Wur­zeln im Hard­core lie­gen, die aber heu­te Rock­mu­sik macht.

War­um gefällt mir das? Ich mag die Mischung aus roher Ener­gie und Ver­spielt­heit (die­ses Jim-Stein­man-Kla­vier!), ich mag die Lyrics über Par­ties, Freund­schaft und Som­mer (und Joe Strum­mer!) und ich lie­be The Hold Ste­ady. Und in ca. zwei Stun­den ste­he ich im Köl­ner Luxor und sehe sie mir zum zwei­ten Mal live an.

[Alle Songs des Tages — auch als Spo­ti­fy-Play­list]

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Musik

Song des Tages: Eels – Packing Blankets

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Zum ers­ten Mal gehört:

Um das Jahr 2000 her­um. Auch „Dai­sies Of The Gala­xy“ von den Eels war eines die­ser Alben, die ich aus der Dins­la­ke­ner Stadt­bi­blio­thek nach hau­se geschleppt hat­te, um mei­ne damals noch spär­li­che MP3-Samm­lung um ein­zel­ne Titel zu erwei­tern.

Wer musi­ziert da? Die Eels, die Band um Mark Oli­ver Ever­ett. Unter den Bands, von denen ich immer noch zu wenig weiß und zu wenig Musik habe, ist es ver­mut­lich mei­ne Liebs­te.

War­um gefällt mir das? Ich mag die­sen Spiel­zeug­instru­men­ten­sound. Und die Stim­me. Und den Text. Das Lied erin­nert mich an mei­ne Jugend. Und mein Sohn fin­det es auch ganz toll.

[Alle Songs des Tages — auch als Spo­ti­fy-Play­list]