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War ja klar:
Mein Search-Engine-Optimizer hat mir geraten, mehr User Generated Workflow in einem Mashup zu parsen und Private Equitana im Random Access unter Protection zu halten.
Anders ausgedrückt: Wir probieren mal was ganz crazy neues – eine Videokolumne. Hat es so noch nie gegeben. Nirgends. Wird aber im Erfolgsfalle trotzdem fortgesetzt.
Heute geht’s um ganz heiße Sachen:
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Heute: Sternmarsch auf eine Küstenstadt.
Letzte Woche befasste sich Stefan Niggemeier in seiner FAS-Kolumne „Teletext“ mit Max Schradin, einem lauten und nur bedingt sympathischen Endzwanziger, der beim umstrittenen Anrufsender 9live dafür zuständig ist, auf halbherzig bekritzelte Flipcharts zu zeigen und in nicht näher nachvollziehbaren Intervallen sehr laut von Zehn bis Null zu zählen.
Schradin reagierte darauf mit dem überraschenden Vorhaben, diesen Text über sich live im Fernsehen zu deklamieren und mit eigenen Anmerkungen zu versehen. Dass er dabei einige besonders kritische Textstellen überging, war sicher der Aufregung geschuldet, zum ersten Mal bei 9live einen Text vortragen zu müssen, in dem Subjekt, Prädikat und Objekt, sowie einige Nebensätze zweiter Ordnung vorkamen. Dieser, in jeder Hinsicht bemerkenswerte, Vortrag ist bei sevenload zu sehen und wurde selbstverständlich auch in Stefans Blog hinreichend gewürdigt.
Ich konnte natürlich mal wieder meine Klappe nicht halten und schrieb in den Kommentaren:
Zur Steigerung der medialen Rekursion würde sich das Ganze aber auch als Teledialog in der FAS ganz gut machen.
Und obwohl ich meinen Einfluss auf die Inhalte einer der wichtigsten und besten Sonntagszeitungen des Landes bis heute Morgen als sehr gering eingeschätzt hätte (und dies auch nach wie vor tue), verspürte ich doch ein leichtes Stechen im Hirn, als ich die heutige Ausgabe der FAS aufschlug und den aktuellen „Teledialog“, der in Ermangelung eines Gesprächspartners ausnahmsweise „Telemonolog“ heißt, sah. Denn (natürlich) haben die kundigen Medienredakteure der FAS dort einen Teil dessen abgedruckt, was Max Schradin so von sich gab, während er aus der FAS vorlas – inklusive der Zitate aus der FAS-Kolumne der letzten Woche.
Nun hoffe ich einfach mal, dass Schradins Hang zur Postmoderne ähnlich groß ist wie die Gewinnchancen eines 9live-Anrufers, denn die Vorstellung, dass in der nächsten Woche in der FAS ein Text auftaucht, der widerspiegelt wie Max Schradin aus einem FAS-Text vorliest, der eine Mitschrift seiner Vorlesung aus einem FAS-Text ist (in dem Schradin bereits originär zitiert wurde), macht mich ganz schwindelig.
Und da sage noch einer, die Blogosphäre sei rekursiv …
Der Bundespräsident hat entschieden, von einem Gnadenerweis für Herrn Christian Klar abzusehen.
Mit einer so unspektakulären Verlautbarung hat Bundespräsident Horst Köhler heute eine monatelange, hitzige Debatte beendet und damit irgendwie mal wieder genau die richtigen Worte gefunden. Die klügeren Politiker haben diese Entscheidung des höchsten Mannes im Staate entsprechend auch als „souveräne Entscheidung des Bundespräsidenten“ angenommen und darauf verzichtet, noch einmal nachzutreten.
Aber jetzt sitzen wir hier, haben plötzlich kein Thema mehr für Talkshows und Nachrichten, Beiträge über das heiße Wetter kann man auch keine mehr senden und Knut ist vermutlich so gut wie ausgewachsen. Das lädt zu Gedankenspielen ein: Wie viel spektakulärer wäre es z.B. gewesen, wenn Horst Köhler sich vor die Kameras gestellt und Clint Eastwood zitiert hätte?
Gnade ist heute aus!
Ich bin (wie vermutlich sechs Milliarden andere Bundesbürger) seit einigen Jahren Besitzer der Wanduhr „Rusch“ aus dem Hause IKEA. Stets hing sie über meiner Tür und zeigte mir die aktuelle Uhrzeit an. Zweimal im Jahr musste ich sie abnehmen um die Zeit umzustellen, in unregelmäßigen Abständen blieb sie stehen und bekam dann eine Batterie eingesetzt, die mein Discman nicht mehr haben wollte.
Letzte Woche blieb sie wieder einmal stehen, ich tauschte die Batterie aus, stellte die richtige Zeit ein und hängte die Uhr wieder an ihren Platz. Allein: Schon nach wenigen Sekunden blieb sie wieder stehen, der Sekundenzeiger zuckte gleichmäßig, bewegte sich aber kein Stück weiter. Nach längerer Beobachtung und mehrmaligem Ab- und Wiederaufhängen fand ich heraus: Dem Sekundenzeiger fehlt die Kraft, um zwischen der halben und der vollen Minute die Schwerkraft zu überwinden. Und weil das Vorankommen des Sekundenzeigers für die weiteren Zeiger von immenser Wichtigkeit ist, bewegte sich kein Zeiger mehr, obwohl das Uhrwerk weiter schlug.
Seit gestern liegt „Rusch“ jetzt neben mir auf dem Schreibtisch – und zeigt die korrekte Uhrzeit an. Die Fragen, die sich daraus ergeben, sind: „Ist eine Wanduhr, die nicht mehr an der Wand hängt, noch eine Wanduhr?“, „Was nützt mir eine Uhr, die mit dem Zifferblatt zur Decke auf meinem Schreibtisch liegt, zwischen meinem Computermonitor und dem Telefon, die jeweils die aktuelle Uhrzeit anzeigen?“, „Ist es moralisch in Ordnung, eine eigentlich noch voll funktionstüchtige, aber leider körperlich etwas beeinträchtigte Uhr einfach auszusortieren wie einen Briefträger, dem der Nachbarshund beide Beine abgenagt hat?“, „Wer oder was füllt das optische Loch oberhalb meiner Tür und zeigt mir im Idealfall auch noch die Uhrzeit an?“ sowie „Was nützt mir diese Erfahrung, wo ich doch gar nicht Gagschreiber einer Comedyshow im Privatfernsehen bin, wo man jetzt was von wegen ‚keinen mehr hochkriegen‘ und ‚auf dem Rücken liegen‘ erzählen könnte?“
Mal davon ab, dass seit der Veröffentlichung des UN-Klimaberichts eh die Freudenfeuer in den Wissenschaftsredaktionen sämtlicher Medien brennen (bzw. hoffentlich nicht, wegen CO2), hat Umweltminister Sigmar Gabriel mit seinem Vorschlag, doch auf Flugreisen in den Urlaub zu verzichten, jetzt auch noch sämtliche Wortspielfetischisten in Verzückung versetzt.
Coffee And TV präsentiert deshalb hier die große X‑statt‑Y-Liste mit gesammelten Kostbarkeiten und Selbstgedachtem zur Weiterverwendung:
Abzüge wegen nicht verstandener Alliterations-Voraussetzungen:
„Morgen ist es wieder soweit: es wird übermorgen sein.“
Dieser nur auf den ersten Blick etwas abwegige Gedanke kam mir heute Morgen, während ich im Bett darauf wartete, dass ich mich dazu aufrappeln könnte, selbiges zu verlassen. Heute Nacht erleben wir den seltensten Tag des Jahres. Nicht! Rund 55.000 Tausend Menschen in Deutschland und vier Millionen weltweit werden mal wieder ihren Geburtstag nicht feiern können, denn sie wurden am 29. Februar geboren, dem Tag, den es nur alle vier Jahre gibt (außer in Jahren, die ohne Rest durch 100 teilbar sind – es sei denn, sie sind ohne Rest durch 400 teilbar, dann handelt es sich wieder um ein Schaltjahr mit 29. Februar).
Und wie ich mich in diesen Gedanken verlor, fiel mir auf, dass es in weniger als vier Wochen zum nächsten Zeitraub kommen wird. Gut, in der Nacht zum 25. März wird uns nur eine Stunde geklaut (und die bekommen wir im Oktober auch noch wieder), aber einmal in Fahrt, sah ich mich schon mit dem nächsten Einfall konfrontiert: „Gut, dass es im 16. Jahrhundert noch keine Zeitumstellung gab. Man stelle sich mal vor, Shakespeare hätte Romeo und Julia nicht über Nachtigallen und Lerchen diskutieren lassen, sondern darüber, ob die Uhr (die es in der uns heute bekannten Form damals natürlich auch noch nicht gab) nun eine Stunde vor- oder zurückzustellen sei. Die ganze romantische Stimmung dieser Szene, ja: des Dramas wäre dahin gewesen und wer weiß, ob Shakespeare heute noch den bedeutendsten Dichtern aller Länder, Epochen und Literaturgattungen zuzurechnen wäre. So können einen der vermeintliche Fortschritt und gesetzlich verordnete Tageszeiten schnell den erhofften Platz in der Weltgeschichte kosten …“
In diesem Augenblick wusste ich: egal, wie spät es gerade ist, ich sollte besser aufstehen.