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Komm, Welt, lass Dich umarmen

Der ers­te Spiel­tag der neu­en Bun­des­li­ga­sai­son ist rum, Glad­bach hat 1:0 gegen den 1. FC Köln gewon­nen.

Zeit, noch ein­mal nost­al­gisch an mei­ne aller­ers­te Sai­son als Fan zurück­zu­den­ken und an das Lied, das für mich auf ewig die Glad­ba­cher Tor­hym­ne sein wird:

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Falls ich den Song jemals in vol­ler Län­ge gehört haben soll­te, ist das sicher über zwan­zig Jah­re her. Es ist natür­lich ein Song, des­sen natür­li­cher Lebens­raum schon bei Uwe Hüb­ner in der „ZDF-Hit­pa­ra­de“ liegt, aber man muss die­sen gan­zen Schla­ger­sän­gern der 1980er und 1990er gegen­über ja Abbit­te leis­ten, denn so viel schlim­mer als das Aller­meis­te, was aktu­ell im Radio läuft, war das ja nun wirk­lich nicht. Und die Stim­me ist schon geil, oder? (Sie kommt viel­leicht noch ein biss­chen bes­ser rüber in die­sem Auf­tritt, der auch noch kom­plett stil­echt von Die­ter-Tho­mas Heck anmo­de­riert und ‑gewun­ken wird.)

Mario Jor­dan (fra­gen Sie mich bit­te nicht, war­um mein Gehirn die­sen Namen sofort griff­be­reit hat­te!) hieß, wie ich der Wiki­pe­dia ent­neh­me, eigent­lich Mario Leh­ner und ist lei­der schon vor sie­ben Jah­ren gestor­ben.

Das Lied ken­nen Sie natür­lich auch, wenn Sie nie im Bökel­berg­sta­di­on waren, denn es war sei­ner­zeit auch der Wer­be­song einer sym­pa­thi­schen nie­der­rhei­ni­schen Braue­rei, die damals Tri­kot­spon­sor von Borus­sia Mön­chen­glad­bach war – und das Lied ver­mut­lich gleich mit­ge­bracht hat.

(Kur­zer Exkurs: Die Braue­rei Die­bels war bis zum Jahr 2011 auch Geträn­ke­part­ner des Hald­ern Pop Fes­ti­vals, was bedeu­te­te, dass man – sym­pa­thisch und nie­der­rhei­nisch hin oder her – dort lan­ge nur Alt­bier trin­ken konn­te. Ab 2005 brau­te Die­bels dann auch (wie­der) Pils, das aber seit 2010 schon nicht mehr in Fäs­sern ange­bo­ten wur­de. Die Web­site des Unter­neh­mens wirkt selt­sam ver­waist und der aktu­el­len Bericht­erstat­tung ent­neh­me ich, dass der welt­größ­te Brau­kon­zern Anheu­ser-Busch Inbev – „sym­pa­thisch“ und „nie­der­rhei­nisch“ – die Mar­ke offen­bar drin­gend los­wer­den will. Wenn also irgend­je­mand über­haupt nicht vom aktu­el­len Craft­beer-Trend pro­fi­tiert hat, dann das Alt-Bier. Und Haus­ge­tränk der soge­nann­ten Alt-Right-Bewe­gung will man ja auch nicht sein. Exkurs Ende.)

Die legen­dä­ren Die­bels-Wer­be­spots sind übri­gens auch der Grund dafür, war­um ich „Welch ein Tag“ auch jedes Mal im Ohr habe, wenn ich ein Ket­ten­ka­rus­sell sehe:

(Ich hat­te den Spot übri­gens so in Erin­ne­rung, dass da zwei Men­schen gemein­sam auf dem Karus­sell fah­ren und sich dort zupros­ten. Alter Roman­ti­ker, ich.)

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Politik Gesellschaft

Lucky & Fred: Episode 18 (feat. Mandelstute Brandy)

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Lucky und Fred haben sich dies­mal Unter­stüt­zung von jeman­dem geholt, der beruf­lich beim Radio arbei­tet: Mit Man­del­stu­te Bran­dy wol­len die bei­den Tru­cker nicht über Donald Trump spre­chen, son­dern über ewi­ge Kanz­le­rIn­nen, jun­ge Fach­leu­te, prü­geln­de Prä­si­den­ten­gat­tin­nen und die anste­hen­de Bun­des­tags­wahl.

Wie ent­schei­den Lucky und Fred, wen sie wäh­len? War­um ist Chris­ti­an Lind­ner Peter Alex­an­der? Und was hat der WDR mit all dem zu tun?

Es ist nicht gera­de Rake­ten­wis­sen­schaft, dafür aber Fami­li­en­the­ra­pie am Früh­stücks­tisch.

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Musik

One More Night

Es ist jetzt fast auf den Tag genau 15 Jah­re her, dass ich mein Abi-Zeug­nis aus­ge­hän­digt bekam und ins soge­nann­te Erwach­se­nen­le­ben ent­las­sen wur­de. Ein Abi­tref­fen ist nicht ange­setzt (zumin­dest weiß ich nichts davon) und so wer­de ich auch wei­ter nicht wis­sen, was die frü­he­ren Klas­sen­clowns, Ska­ter, Traum­frau­en und Ner­ven­sä­gen heu­te machen – zumin­dest die­je­ni­gen, deren Eltern mei­ne Mut­ter nicht regel­mä­ßig in Dins­la­ken auf dem Wochen­markt trifft. Das ist aber auch okay, denn Nost­al­gie ist ein Gefühl, das ich (wie die meis­ten ande­ren Gefüh­le auch) am Liebs­ten in den eige­nen vier Wän­den aus­le­be.

Oder eben in der aus­ver­kauf­ten Köln­are­na, wo Phil Coll­ins die­se Woche nicht ein, nicht zwei, nicht drei, nicht vier, son­dern fünf Kon­zer­te spielt. Coll­ins ist, wie ich schon ein­mal in einem eher unge­len­ken Blog-Ein­trag zu beschrei­ben ver­sucht habe, der auch erst kna­cki­ge zehn Jah­re alt ist, ein Held mei­ner Kind­heit. Jah­re­lang ging ich als eif­ri­ger, aber fremd­sprach­lich unter­ent­wi­ckel­ter Schlag­zeug-Schü­ler davon aus, der drum fill, also jene Akzen­tu­ie­rung, die einen Über­gang von einem Song­teil (z.B. Stro­phe) zum nächs­ten (z.B. Refrain) mar­kiert, sei nach Phil Coll­ins benannt.

Als Coll­ins die Kon­zer­te (zunächst waren für Köln zwei geplant) im ver­gan­ge­nen Jahr ankün­dig­te, habe ich den Gedan­ken nach kur­zer Über­le­gung ver­wor­fen – hat­te ich mir doch geschwo­ren, dass die 80,40 Euro, die ich im Jahr 2011 für Paul McCart­ney gezahlt hat­te, mei­ne teu­ers­te Kon­zert­kar­te jemals blei­ben soll­ten. Dann saß ich letz­te Woche mit einer Freun­din zusam­men, wir spra­chen über die Kon­zer­te, guck­ten nach wie­der ver­füg­ba­ren Kar­ten und sag­ten uns mit grö­ßen­wahn­sin­ni­ger Selbst­ver­ständ­lich­keit: „Klar, 100 Euro, war­um auch nicht?!“

Erst als wir auf der Auto­bahn Rich­tung Köln sind und die größ­ten Phil-Coll­ins-Hits (also: die, die in eine sieb­zig­mi­nü­ti­ge Auto­fahrt pas­sen) aus den Boxen schal­len, wird mir rich­tig klar, wor­auf wir uns hier ein­ge­las­sen haben: eine pop­kul­tu­rel­le Rück­füh­rung in ein frü­he­res Leben – eines, wo man Kind war, auf dem Wohn­zim­mer­tep­pich lie­gend das hör­te, was die Eltern hör­ten, und Musik noch nicht dem Distink­ti­ons­ge­winn dien­te, son­dern aus­schließ­lich der Unter­hal­tung.

Bereich Arena ab ca. 18 Uhr hohes Verkehrsaufkommen - PHIL COLLINS -

Rund um die Köln­are­na herrscht schon um 18 Uhr gro­ßer Andrang: In lan­gen Schlan­gen ste­hen die Men­schen, um recht­zei­tig … äh, ja: auf ihren num­me­rier­ten Plät­zen sit­zen zu kön­nen. Die größ­te Über­ra­schung ist die, dass wir nicht die Jüngs­ten sind. Ticket­über­ga­be, dann in der angren­zen­den Sys­tem­gas­tro­no­mie essen. Ich füh­le mich wie­der wie 16, als man frei­tags­abends mit Freun­den ins Mul­ti­plex­ki­no am Ein­kaufs­zen­trum der nächs­ten grö­ße­ren Stadt gehen durf­te. (Das kos­tet ja inzwi­schen bestimmt auch genau­so viel.)

Unse­re Plät­ze lie­gen so, dass sie den Ein­druck, hun­dert Euro wert zu sein, ziem­lich gut erwe­cken kön­nen. Auf den LED-Wän­den links und rechts der Büh­ne und auf der Gaze vor der Büh­ne lau­fen Fotos aus allen Lebens- und Schaf­fens­pe­ri­oden des Künst­lers und ich den­ke zum wie­der­hol­ten Male, dass die Ähn­lich­keit zwi­schen ihm und Fran Hea­ly zu jeder Zeit gege­ben war.

Schlag Acht geht die Wer­bung auf dem Video­wür­fel unter der Hal­len­de­cke aus, kurz dar­auf auch die Saal­be­leuch­tung und schließ­lich schlurft der leib­haf­ti­ge, 66-jäh­ri­ge Phil Coll­ins mit einem Krück­stock auf die Büh­ne und setzt sich, wäh­rend sich wei­te Tei­le des Publi­kums erho­ben haben, auf einen Stuhl am Büh­nen­rand. An der Stirn hat er ein gro­ßes Pflas­ter, nach­dem er letz­te Woche in Lon­don im Hotel­zim­mer gestürzt war und zwei Kon­zer­te ver­schie­ben muss­te. „My back hurts, my leg is fucked“, erklärt er, und eigent­lich habe er das alles nicht mehr machen wol­len: „But I missed you so much!“ Das könn­te man jetzt unter klas­si­schem Kon­zert­ge­schmei­chel abtun, aber dann denkt man dar­an, dass der Mann nach sei­ner „Pen­sio­nie­rung“ in sei­nem Schwei­zer Domi­zil vor lau­ter Lan­ge­wei­le ein Alko­hol­pro­blem ent­wi­ckelt hat­te, und man will, nein: muss ihm ein­fach glau­ben!

In die­sen Aus­tausch von Herz­lich­kei­ten hin­ein per­len die ers­ten Kla­vier­tö­ne und es wird direkt klar: Hier wer­den heu­te Abend kei­ne Gefan­ge­nen gemacht, hier wird gleich mal mit dem Rie­sen­hit „Against All Odds“ eröff­net. Die Band steht, für das Publi­kum immer noch unsicht­bar, hin­ter der Gaze und als das Schlag­zeug ein­setzt, wird der Drum­mer von hin­ten so ange­strahlt, dass sein Schat­ten rie­sen­groß über dem sit­zen­den Phil Coll­ins erscheint – was als irgend­wie ver­dreh­te Meta­pher ganz, ganz wun­der­voll ist, denn der Drum­mer ist des­sen 16-jäh­ri­ger Sohn Nicho­las.

Dann geht der Vor­hang hoch, man sieht die Band und die Mess­lat­te wird mit „Ano­ther Day In Para­di­se“ noch mal ein biss­chen höher gelegt. Die­ser Song ist – neben Tina Tur­ners „The Best“ und Miles Davis‘ „Human Nature“-Cover – für mich der Klang elter­li­cher Geburts­ta­ge, an denen wir lan­ge auf­blei­ben und den Erwach­se­nen mit unse­rer Anwe­sen­heit auf die Ner­ven gehen durf­ten. Ja, ich habe Paul McCart­ney „Hey Jude“ sin­gen gese­hen, Rob­bie Wil­liams „Angels“ und a‑ha „Take On Me“, aber das war alles höchs­tens das Warm-Up für die emo­tio­na­le Über­for­de­rung, die nun ein­setzt, und der ich nur zu begeg­nen weiß, indem ich schnell den Refrain auf dem iPho­ne mit­fil­me und an mei­ne gan­ze Fami­lie schi­cke.

Die Stim­mung wird ein wenig run­ter­ge­kühlt mit „One More Night“ und „Wake Up Call“, einem Song aus dem Spät­werk „Testi­fy“, das, wie eine Akkla­ma­ti­on in der Hal­le ergibt, fünf oder sechs Men­schen gekauft haben – „but don’t worry: I did­n’t buy your records, eit­her!“ Und dann: „Fol­low You Fol­low Me“, der gro­ße Gene­sis-Hit. Auf den LED-Wän­den sind Sze­nen aus allen Epo­chen der Band (inkl. Peter Gabri­el) zu sehen und es fühlt sich ein biss­chen beru­hi­gend an, dass ich nicht zur Mehr­heit der Men­schen hier in der Hal­le gehö­re, die die­ser Song jetzt an die damals so genann­ten „Feten“ in den Kel­lern ihrer Eltern­häu­ser erin­nert, son­dern ich ihn schon auf einem Oldie-Sam­pler ken­nen­ge­lernt habe.

Die nächs­ten Minu­ten ver­brin­ge ich damit, mir eine Mei­nung über das zu bil­den, was bei einem Kon­zert in gewis­ser Wei­se das Wich­tigs­te sein könn­te: die Musik. Man­che Songs klin­gen tight und per­fekt ein­ge­spielt (wei­te Tei­le der Band spie­len schon min­des­tens dop­pelt so lan­ge mit Phil Coll­ins, wie Drum­mer Nicho­las auf der Welt ist), ande­re schlep­pen und zer­fa­sern so, dass sie fast aus­ein­an­der zu fal­len dro­hen. Akus­tisch macht die Köln­are­na ihrem schlech­ten Ruf wie­der alle Ehre: kennt man den Text eines Songs, geht’s, kennt man ihn nicht, ver­steht man kein Wort.

Aus mir per­sön­lich nicht ver­ständ­li­chen Grün­den singt Coll­ins auch „Sepa­ra­te Lives“, einen Song, der sei­nen Ruf als pop cul­tu­re pun­ching bag mit­be­grün­det haben dürf­te: chee­sy, auf das aus­ge­legt, was unse­re Eltern „Klam­mer­blues“ nann­ten, und bei aller Lie­be einer sei­ner schlimms­ten Songs – und das, obwohl er ihn gar nicht selbst geschrie­ben hat. Nach „Only You Know And I Know“ geht’s in die zwan­zig­mi­nü­ti­ge Pau­se: „You might need to go the bath­rooms and we will do the same!“

Mei­ne Beglei­tung nutzt die Zeit, um das Mer­chan­di­se zu inspi­zie­ren: T‑Shirts für 30 und Pull­over für 50 Euro erschei­nen einem für ein Are­na-Kon­zert bei­na­he ange­mes­sen.
„Kei­ne Drum­sticks?“, fra­ge ich ent­täuscht. „Für Phil Coll­ins signa­tu­re drum­sticks wür­de ich heu­te Abend jeden Preis bezah­len!“
Schnitt: Zwei jun­ge Frau­en keh­ren in unse­ren Block zurück, in ihren Hän­den jeweils ein Paar Drum­sticks.

Ich fra­ge mich, ob Nicho­las Coll­ins auch mit den Stö­cken trom­meln muss, auf denen die Unter­schrift sei­nes Vaters prangt. Nach der Pau­se darf er in einem aus­führ­li­chen Duett mit Per­cus­sio­nist Luis Con­te jeden­falls noch mal ohne jedes Bei­werk zei­gen, was er so drauf hat. Das hät­te ich ver­mut­lich auch nicht hin­be­kom­men, wenn ich mei­nen Schlag­zeug­un­ter­richt damals ernst genom­men hät­te. Aber wenn ich mei­nen Bio­lo­gie­un­ter­richt ernst genom­men hät­te, könn­te ich jetzt etwas über „Ver­er­bungs­leh­re“ schrei­ben.

Bei „You Know What I Mean“ beweist Nicho­las, dass ein Coll­ins natür­lich mehr als nur ein Instru­ment beherrscht: er spielt die Bal­la­de am Kla­vier, sein Vater, der ver­mut­lich nie mehr irgend­ein Instru­ment wird spie­len kön­nen, sitzt dane­ben und singt und als Nic Phil danach im tosen­den Applaus umarmt und auf die Glat­ze küsst, muss ich mich weg­dre­hen und zu den Wor­ten „Ent­schul­di­gung, ich hab auch einen Sohn“ hek­tisch vor mei­nem Gesicht her­um­we­deln.

Über­haupt kann man sich an die­sem Abend ja kein Stück frei­ma­chen von der gan­zen sto­ry, die hier per­ma­nent mit­schwingt: dass das hier eben Come­back und Abschied zugleich ist, weil es – zumin­dest Stand heu­te Abend – eher unwahr­schein­lich erscheint, dass Phil Coll­ins sich das alles noch mal antun wird. Er ist zwar „Not Dead Yet“, wie Tour und Auto­bio­gra­phie hei­ßen, aber eben auch eher das Gegen­teil eines Mick Jag­ger, der mit 182 Jah­ren immer noch über die Büh­ne gockelt. Man ver­zeiht ihm des­halb, wenn die Stim­me mal nicht mehr ganz so frisch klingt (was aber sel­ten pas­siert), wenn die Band einen tau­send Mal gehör­ten Hit eine Spur zu lang­sam anstimmt, und auch, dass sich die Pro­du­zen­ten der Show in der zwei­ten Hälf­te dafür ent­schie­den haben, auf der Büh­ne eine Art „Wet­ten, dass..?“-Atmosphäre (aus den Frank-Elst­ner-Jah­ren) zu simu­lie­ren: Hin­ter der Büh­ne weht ein ocker­ner Vor­hang, der so ver­mut­lich immer noch in der Stadt­hal­le Böb­lin­gen hängt, die Lich­ter strah­len in Oran­ge und Gelb.

Und dann, nach all den Hits, end­lich der Hit: ange­schlos­sen an ein gefühlt acht­mi­nü­ti­ges Intro beginnt der Roland CR-78 zu zir­pen und der Saal atmet tief durch. „In The Air Tonight“. Alle sin­gen mit, fast alle ste­hen und natür­lich war­ten alle nur auf die­sen einen Moment, der auf der Album­ver­si­on nach 3:41 Minu­ten kommt – der ver­mut­lich berühm­tes­te drum break aller Zei­ten. Es ist dann letzt­lich: ein Takt, zehn Schlä­ge, wahn­sin­nig viel Licht – und es geht wei­ter. Manch­mal kommt es in der Pop­mu­sik, wie im Leben, aber auf die­sen einen Moment an.

Danach bewegt sich – um mal eine beson­ders schie­fe Meta­pher zu ver­wen­den – das Hit-Feu­er­werk auf die Ziel­ge­ra­de: „You Can’t Hur­ry Love“, „Dance Into The Light“, „Invi­si­ble Touch“, „Easy Lover“ und „Sus­su­dio“, dem man an die­sem Abend ein­fach mal ver­zeiht, dass es ein ziem­lich dum­mer Song ist; im Wesent­li­chen ein schlecht umla­ckier­tes „1999“ von Prin­ce, des­sen Fahr­ge­stell­num­mer nur not­dürf­tig raus­ge­feilt wur­de. Dafür gibt es bun­tes Kon­fet­ti und alle tan­zen!

Zur ers­ten Zuga­be, dem Vera-Lynn-Cover „If You Love (Real­ly Love Me)“ steht Coll­ins ange­lehnt ans Kla­vier, danach schließt der Abend mit einem aus­gie­bi­gen „Take Me Home“. Als die Hal­len­be­leuch­tung angeht, ist es 22.47 Uhr. Die Drum­sticks kos­ten 20 Euro – ein nicht völ­lig absur­der Preis, den ich hier und jetzt natür­lich ger­ne zah­le. Wir brau­chen ewig, um zu unse­rem Auto zu kom­men, und noch län­ger, um damit das Park­haus zu ver­las­sen. Heu­te waren wir fünf Jah­re alt. Und 16. Und erwach­sen.

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Gesellschaft Politik

Lucky & Fred: Episode 17

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Nie­mand inter­es­siert sich dafür, wenn wir irgend­wel­che TV-Komi­ker beschimp­fen — des­we­gen wol­len wir von den Schlimms­ten ler­nen und schau­en uns die PR-Stra­te­gien aus­ge­wähl­ter Des­po­ten an. Dann schau­en wir auf unse­ren Zivil­dienst, die Land­tags­wahl in NRW und erklä­ren Mar­tin Schulz, wie er doch noch Bun­des­kanz­ler wird. Und um Deutsch­land wirk­lich zu ver­ste­hen, spre­chen wir über die Bun­des­wehr, Fuß­ball­fans und Hele­ne Fischer — ein Fes­ti­val der Lie­be!

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Musik

Nah dran

Ich bin jetzt in einem Alter, in dem die meis­ten Men­schen neue Musik nur noch über das Radio wahr­neh­men. Beruf und Fami­lie ver­hin­dern eine nähe­re Aus­ein­an­der­set­zung und man muss auch erken­nen, dass das bei vie­len Leu­ten eigent­lich nie anders war: Die haben halt immer schon gehört, was in den Charts war oder was die Peer Group gehört hat – und das ist ja auch total okay, denn wenn sich alle Leu­te der­art in Musik und Pop­kul­tur ver­lie­ren wür­den, käme ja nie­mand mehr zum Arbei­ten und Kin­der erzie­hen.

Obwohl ich mich bemü­he, mit den allen aktu­el­len Ver­öf­fent­li­chun­gen mit­zu­hal­ten, höre ich dann doch meis­tens nur die neu­en Alben der Künst­ler, die mich schon lan­ge beglei­ten: Mei­ne meist­ge­hör­ten CDs im letz­ten Jahr waren die neu­en von Weezer und Jim­my Eat World. Die­ses Jahr habe ich mit Sam­pha und Storm­zy immer­hin schon zwei Debüt­al­ben gehört, aber aktu­ell auf hoher Rota­ti­on ist ein Künst­ler, der mich seit fast 15 Jah­ren beglei­tet: Andrew McMa­hon.

Andrew McMahon In The Wilderness - Zombies On Broadway (Albumcover)Ich habe schon ange­sichts des ers­ten Andrew-McMa­hon-In-The-Wil­der­ness-Albums ver­sucht, das beson­de­re Ver­hält­nis zu beschrei­ben, dass ich zu ihm und sei­ner Musik – zuvor in den Bands Some­thing Cor­po­ra­te und Jack’s Man­ne­quin – habe. Andrew McMa­hon könn­te auch ein Album vol­ler Wea­ther-Chan­nel-Jin­gles ver­öf­fent­li­chen und ich wür­de es rauf und run­ter hören – was ganz prak­tisch ist, denn „Zom­bies On Broad­way“ ist bei­na­he ein Album vol­ler Wea­ther-Chan­nel-Jin­gles gewor­den.

Offen­bar hat er viel mit sei­nen Kum­pels von fun. rum­ge­han­gen, denn „Zom­bies“ setzt noch mehr auf gro­ßen, gro­ßen Pop als die Ver­öf­fent­li­chun­gen davor: Key­board­flä­chen, Chö­re, pro­gram­mier­te Beats, vie­le Pau­ken (aber weni­ge Trom­pe­ten). Unge­fähr jeder der zehn Songs auf dem Album klingt, als wol­le sich Andrew McMa­hon als ESC-Kom­po­nist bewer­ben – im Posi­ti­ven, wie im Nega­ti­ven. Nur wenig erin­nert noch an Some­thing-Cor­po­ra­te-Kra­cher wie „Only Ashes“ oder „If You C Jor­dan“ oder einen Jack’s‑Mannequin-Song wie „The Mixed Tape“ (gut: da hat auch Tom­my Lee getrom­melt) – außer natür­lich Andys Stim­me (die über die Jah­re deut­lich siche­rer und vol­ler gewor­den ist), die unwi­der­steh­li­chen Melo­dien und die sanf­te Melan­cho­lie, die in jedem Song irgend­wo durch­scheint.

Der Sprech­ge­sang des Ope­ners „Brook­lyn, You’­re Kil­ling Me“ klopft bei Twen­ty One Pilots an, ohne deren Ori­gi­na­li­tät und Viel­sei­tig­keit zu errei­chen. „Don’t Speak For Me“, des­sen Intro gar an die schreck­li­chen Chains­mo­kers erin­nert, war laut Andys Aus­sa­ge ursprüng­lich für eine/​n andere/​n Künstler/​In gedacht – und es ist ange­sichts des Sounds nicht ganz abwe­gig, dass das jemand wie Tay­lor Swift oder Sele­na Gomez hät­ten sein sol­len (ohne jetzt irgend­was gegen die bei­den sagen zu wol­len). „Love And Gre­at Buil­dings“ klingt nicht nur im Intro wie Owl City, son­dern ver­läuft sich auch genau­so zwi­schen den Bild­spen­dern sei­ner Meta­phern: „Love and gre­at buil­dings will sur­vi­ve /​ Strong hearts and con­cre­te stay ali­ve /​ Through the gre­at depres­si­ons /​ Yeah, the best things are desi­gned to stand the test of time“. Ja, schon klar: das kann man unglaub­lich chee­sy, schreck­lich und schlimm fin­den, aber ich mag’s – aber ich moch­te ja auch „Fire­f­lies“.

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Mein High­light „So Clo­se“ ist ein groß­ar­ti­ges Lie­bes­lied, das in den Stro­phen noch am ehes­ten an die alten Band-Sachen erin­nert, um im Refrain dann irgend­wo zwi­schen „Hap­py“ und „Can’t Stop The Fee­ling“ her­um­zu­tan­zen, und die Vor­ab­sin­gle „Fire Escape“ macht akus­tisch das gro­ße Fass der Chö­re und Trom­meln auf, das auf dem Album fast zum Über­lau­fen kommt.

Wie beim letz­ten Album gilt: Ich kann total ver­ste­hen, wenn man zu die­sem Radio­pop – der in den USA jetzt tat­säch­lich mal im Radio läuft – kei­nen Zugang fin­det und lie­ber zu Twen­ty One Pilots, Tay­lor Swift oder Owl City greift (die Chains­mo­kers blei­ben natür­lich indis­ku­ta­bel). Und wenn man mit dem Alter­na­ti­ve Rock von Some­thing Cor­po­ra­te auf­ge­wach­sen ist, kos­tet es schon etwas Über­win­dung, die­sen musi­ka­li­schen Weg mit­ge­hen zu wol­len.

Andrew McMa­hon fin­det dazu wie immer die pas­sen­den Wor­te: „And the­se could be the best or dar­kest days /​ The lines we walk are paper thin /​ And we could pull this off or push away /​ Cau­se you and me have always been“ – um dann ganz oft die Wor­te „so clo­se“ zu wie­der­ho­len.

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Politik Gesellschaft

Lucky & Fred: Episode 16

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Der Ver­eins­vor­sit­zen­de aller Hor­ror­clowns ist zum US-Prä­si­den­ten gewählt wor­den, aber in Deutsch­land gibt es Hoff­nung: Mar­tin Schulz will Bun­des­kanz­le­rin wer­den. Über die­se The­men und über alles ande­re spre­chen Lucky & Fred in der neu­es­ten Aus­ga­be ihres belieb­ten Pod­casts.

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Wei­ter­füh­ren­de Links:

4:50: Arte-Doku­men­ta­ti­on über Donald Trump
11:27: Emi­ly Nuss­baum: „How jokes won the elec­tion“
20:00: correctiv.org: Pret­zell und Petry in Erklä­rungs­not
48:14: Con­chi­ta singt „Satel­li­te“

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Film

Cinema And Beer: „La La Land“

La La Land (Offizielles Filmplakat)

Sin­gen, tan­zen, schö­ne Men­schen – „La La Land“ mit Emma Stone und Ryan Gosling hat alles, was einen klas­si­schen Hol­ly­wood-Film aus­macht. Und: Es ist ein Film über Hol­ly­wood. Also ein kla­rer Oscar-Favo­rit? Tom The­len und Lukas Hein­ser waren im Kino und sind sich nicht ganz sicher, was sie von dem Film hal­ten sol­len.

Cine­ma And Beer: „La La Land“

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Film

Cinema And Beer: „Rogue One — A Star Wars Story“

Rogue One — A Star Wars Story (Offizielles Filmplakat)

Ein­mal im Jahr gehen Tom The­len und Lukas Hein­ser gemein­sam ins Kino, um sich einen Film aus dem „Star Wars“-Universum anzu­se­hen. 2016 ist es „Rogue One — A Star Wars Sto­ry“, oder auch „Epi­so­de 3,5“. Ein Gespräch über Gen­re­fil­me, tote Schau­spie­ler auf der Lein­wand und die Mit­ar­bei­ter der Todes­stern-Kan­ti­ne, geführt bei einem küh­len Glas Bier.

Cine­ma And Beer: „Rogue One — A Star Wars Sto­ry“

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Politik Gesellschaft

Wieder die Political Correctness!

Seit Donald Trump auf­grund eines sehr kom­pli­zier­ten Wahl­sys­tems als nach Wäh­ler­stim­men klar unter­le­ge­ner Kan­di­dat zum US-Prä­si­den­ten gewählt wur­de, tobt die gro­ße feuil­le­to­nis­ti­sche Debat­te dar­über, wie das pas­sie­ren konn­te, was sich ändern muss und war­um Men­schen eigent­lich jeman­den wäh­len, der per­ma­nent lügt, sei­ne Mei­nung ändert und sexis­ti­sche und ras­sis­ti­sche Sprü­che in Men­gen unters Volk haut, die bei Son­der­an­ge­bo­ten im Super­markt nicht mehr unter den Begriff „haus­halts­üb­lich“ fal­len wür­den.

Das Schö­ne an die­ser welt­wei­ten Debat­te ist, dass sich die Dis­ku­tan­ten über die Fra­ge, ob und wie man jetzt mit die­sen Men­schen spre­chen müss­te, der­art gegen­sei­tig selbst zer­flei­schen, dass sie sicher sein kön­nen, auf abseh­ba­re Zeit nicht mit die­sen Men­schen spre­chen zu müs­sen. Will­kom­men im größ­ten SoWi-LK der Welt!

Immer wie­der hört man, die „Poli­ti­cal Cor­rect­ness“ sei schuld. Wenn wei­ße Män­ner in den bes­ten Jah­ren, die einen Arbeits­platz und eine gesun­de Fami­lie haben, nicht mehr „Neger“ sagen und frem­den Frau­en an den Hin­tern fas­sen dür­fen, wäh­len sie die AfD. (Wei­ße Män­ner in den bes­ten Jah­ren, die Kolum­nen gegen „Polit­cal Cor­rect­ness“ schrei­ben, wür­den in ihrer bekannt jovia­len Art ver­mut­lich hin­zu­fü­gen wol­len, dass Män­ner in den bes­ten Jah­ren auch AfD wäh­len, weil „ihre Alte sie nicht mehr ran­lässt“, hät­ten dann aber wahr­schein­lich doch zu viel Angst vor den Reak­tio­nen zuhau­se.)

Die Kolum­ne von Mely Kiyak bei „Zeit Online“ ist der 792. Text, den ich seit dem 9. Novem­ber zu die­sem The­ma gele­sen habe, aber da steht noch ein­mal viel Klu­ges drin. Zum Bei­spiel:

Wenn Poli­ti­ker in Zei­ten von bren­nen­den Asyl­hei­men und Angrif­fen auf Min­der­hei­ten for­dern, es müs­se erlaubt sein, offen Pro­ble­me der Inte­gra­ti­on zu benen­nen, dann wird es düs­ter und unver­schämt: Wir haben in Deutsch­land vie­le Pro­ble­me, aber sicher kei­nes damit, dass man sich nicht jeder­zeit ras­sis­tisch, wider­wär­tig und pri­mi­tiv im öffent­li­chen Raum äußern dür­fe. Die öffent­li­chen Talk­shows wären ohne die per­ma­nen­te Infra­ge­stel­lung von Min­der­hei­ten und ihrer angeb­li­chen Inte­gra­ti­ons­fä­hig­keit auf­ge­schmis­sen.

Immer wie­der hört man ja seit Jahr­zehn­ten den Satz „Das wird man ja wohl noch sagen dür­fen!“ und jedes Mal möch­te man ant­wor­ten: „Man darf es sogar sagen. Das ist ja das Tol­le an der Mei­nungs­frei­heit! Du darfst es sagen, Dei­ne Freun­de kön­nen Dich dafür fei­ern, aber sei dar­auf vor­be­rei­tet, dass es viel­leicht nicht jeder gut fin­det und eini­ge lie­ber nichts mit Dir zu tun haben wol­len!“ Die­se Men­schen wol­len ja aber gar kei­ne Mei­nungs­frei­heit – jeden­falls nicht für die, die ande­rer Mei­nung sind als sie.

In der aktu­el­len „Zeit“ gibt es einen Text über den aktu­el­len Zustand des Femi­nis­mus von Eli­sa­beth Raether, der, so Raether, immer stil­ler wird:

Statt sich mit all sei­nem Gewicht am Kampf der frei­en Gesell­schaf­ten gegen die rasend schnell wach­sen­den auto­ri­tä­ren Bewe­gun­gen zu betei­li­gen, lie­fert er sich amü­san­te Wort­ge­fech­te mit Kolum­nis­ten wie Jan Fleisch­hau­er und Harald Mar­ten­stein – Män­nern, von denen doch eine eher über­schau­ba­re Gefahr aus­geht.

Ja, könn­te man so sehen.

Das sind jetzt nur zufäl­li­ger­wei­se genau sol­che wei­ßen Män­ner in den bes­ten Jah­ren, die Kolum­nen gegen „Polit­cal Cor­rect­ness“ schrei­ben, und damit jenen wei­ßen Män­ner in den bes­ten Jah­ren, die einen Arbeits­platz und eine gesun­de Fami­lie haben, aber nicht mehr „Neger“ sagen und frem­den Frau­en an den Hin­tern fas­sen dür­fen, aus dem Her­zen spre­chen. Auch wenn man dort beim Spre­chen ver­mut­lich sei­nen eige­nen Atem sieht.

Es fol­gen eini­ge Absät­ze, in denen auch ein rich­ti­ge Gedan­ken ste­cken, und dann das hier:

Das Jahr 2013 haben Femi­nis­tin­nen damit ver­bracht, dem FDP-Poli­ti­ker Rai­ner Brü­der­le auf klein­lichs­te Wei­se ein miss­lun­ge­nes Kom­pli­ment vor­zu­hal­ten. Herbst 2016: Ein Mann wird ins Wei­ße Haus gewählt, für den sexu­el­le Gewalt eine aus­ge­fal­le­ne Flirt­tech­nik ist.

Doch jetzt ist die Spra­che der Moral auf­ge­braucht. Der Vor­wurf des Sexis­mus wur­de so oft gemacht, dass es inzwi­schen ein Leich­tes ist, ihn zu rela­ti­vie­ren. Löst man so oft Fehl­alarm aus, wird einem nicht mehr geglaubt, wenn das Haus wirk­lich brennt. Nicht nur das Wort Femi­nis­mus hat sei­nen Schre­cken ver­lo­ren – dem Begriff Sexis­mus ist sei­ne mora­li­sche Kraft abhan­den­ge­kom­men und damit die Schutz­funk­ti­on, die er mal hat­te.

Ja, könn­te man so sehen.

Man könn­te sich aber auch kurz an die seli­gen Zei­ten des Jah­res 2013 erin­nern, als wir glaub­ten, ernst­haft Grund zu der Annah­me zu haben, Rai­ner Brü­der­le sei ein Sexis­mus-Dino­sau­ri­er: Ein leicht schmie­ri­ger, leicht unbe­hol­fe­ner Onkel-Typ, dem man kurz das 21. Jahr­hun­dert erklä­ren müss­te, des­sen Art aber ohne­hin bald weg ist. Viel­leicht brann­te nicht das Haus, aber wenn man bei einem Schwel­brand die Feu­er­wehr ruft, ist das kein Fehl­alarm. Man kann ja nicht ahnen, dass drei Jah­re spä­ter eine Feu­er­wal­ze apo­ka­lyp­ti­schen Aus­ma­ßes auf das Haus zuhal­ten wird.

(Glei­ches gilt übri­gens auch für Ras­sis­mus: Nur weil es Donald Trump gibt, wird das „Jim Knopf“-Blackfacing bei „Wet­ten dass..?“ im sel­ben Jahr 2013 ja nicht weni­ger schlimm.)

Da kom­men wir aber auch wie­der zu einem Dif­fe­ren­zie­rungs­pro­blem, über das seit Jah­ren dis­ku­tiert wird: Ist jeder, der etwas sexis­ti­sches sagt, ein Sexist? Jeder, der etwas ras­sis­ti­sches sagt, ein Ras­sist? Je nach Tages­form und kon­kre­tem Fall habe ich da sehr unter­schied­li­che Mei­nun­gen.

Über etwas ande­res kann es aber kaum unter­schied­li­che Mei­nun­gen geben: Wenn eine Frau nicht auf eine bestimm­te Art ange­spro­chen, ange­guckt oder gar ange­fasst wer­den will, soll­te man als Mann – je nach eige­ner Dis­po­si­ti­on – wahl­wei­se vor Scham im Boden ver­sin­ken oder wenigs­tens die Klap­pe hal­ten. Ana­log bei ras­sis­ti­schen Vor­komm­nis­sen. „Ich fin­de das aber wit­zig“, ist ein Aus­druck von Mei­nungs­plu­ra­li­tät, aber kein Argu­ment.

„Poli­ti­cal Cor­rect­ness“ ist letzt­lich auch nur ein ande­res Wort für „Anstand“ oder „Höf­lich­keit“, was mich zum drit­ten Text bringt, den ich heu­te zu die­sem The­men­kom­plex gele­sen habe: einer Kolum­ne von Jago­da Mari­nic bei süddeutsche.de.

Ihr The­ma ist die Höf­lich­keit:

Mag sein, dass Höf­lich­keit ein gest­ri­ger Wert ist, aber es ist einer, auf den wir schon viel zu lan­ge ver­zich­ten, ohne uns gegen sein Ver­schwin­den zur Wehr zu set­zen. Statt­des­sen bah­nen sich Men­schen den Weg in die Öffent­lich­keit, die Unver­schämt­heit für eine rhe­to­ri­sche Leis­tung hal­ten. Unver­schämt­heit ist jedoch nichts wei­ter als ein aus den Fes­seln gera­te­nes Ego.

Die­se Ent­fes­se­lung des unver­schäm­ten Egos hat nicht in der Sphä­re der Poli­tik begon­nen, son­dern in der Fern­seh­welt, genannt Unter­hal­tung. Die TV-Macher woll­ten raus aus den lang­wei­li­gen Fami­li­en­sen­dun­gen wie „Wet­ten, dass ..?“ und erfan­den statt­des­sen die Talent­su­che, in der Spott über man­geln­des Talent für mehr Quo­te sorgt als die Freu­de an Talent.

Die­ter Boh­len ist das deut­sche Aus­hän­ge­schild die­ses Geha­bes. Der Erfolg gibt ihm recht, heißt es, wenn man das ver­ba­le Aus­tei­len der Jury kri­ti­siert. Eine wei­te­re Vari­an­te die­ses Spot­tens sind Fern­seh-Teams, die sich über die Unwis­sen­heit von Pas­san­ten in Ein­kaufs­pas­sa­gen belus­ti­gen.

Ich ver­tre­te schon län­ger die Theo­rie, dass Simon Cowell, Juror und Pro­du­zent bei „Ame­ri­can Idol“, „X Fac­tor“ und „Britain’s Got Talent“, und sein deut­sches Pen­dant Die­ter Boh­len einen Stein ins Rol­len gebracht haben, der am Ende Donald Trump mit einem Erd­rutsch (hier stimmt die For­mu­lie­rung aus­nahms­wei­se mal, wenn man dar­un­ter eine Bewe­gung gro­ßer Gesteins­mas­sen in Fol­ge von Nie­der­schlä­gen ver­steht, die mit sehr viel Schmutz und Dreck ein­her­geht) ins Wei­ße Haus gebracht hat: Da saßen im Fern­se­hen (und Trumps Popu­la­ri­tät begann ja erst so rich­tig mit „The App­ren­ti­ce“) die­se wei­ßen Män­ner in den bes­ten Jah­ren, die Din­ge sag­ten, die ande­re wei­ße Män­ner in den bes­ten Jah­ren sich nicht („mehr“) zu sagen trau­ten. Roger Wil­lem­sen, Die­ter Boh­len – so hat jeder sei­ne Role Models.

Dass aus­ge­rech­net Mul­ti­mil­lio­nä­re, die in der aller-aller­künst­lichs­ten Atmo­sphä­re einer „Reality“-Fernsehsendung hoff­nungs­vol­le, nor­ma­le Men­schen run­ter­put­zen, als authen­tisch, volks­nah und ver­trau­ens­wür­dig gel­ten, sagt ent­we­der viel über die Sozi­al- und Medi­en­kom­pe­tenz der Zuschau­er aus oder über die Außen­wir­kung hart arbei­ten­der Fach­leu­te in der Poli­tik. Viel­leicht auch über bei­des, aber dar­über schrei­be ich dann beim nächs­ten Mal.

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Wochenendspaß mit der WAZ (1)

Am Mor­gen (oder, genau­er: Vor­mit­tag) nach der „1Live Kro­ne“ durch­weht den Bochu­mer Haupt­bahn­hof immer ein ent­fern­ter Hauch von Jet­set und Gla­mour: Musik­in­dus­trie­mit­ar­bei­ter, leicht zu erken­nen an der Kom­bi­na­ti­on „Jog­ging­an­zu­g/­Lou­is-Vuit­ton-Weeken­der“ und der Base­ball­kap­pe auf dem Kopf, war­ten auf ihre Züge, die sie zurück nach Ham­burg, Ber­lin oder … äh, ja: nach Ham­burg oder Ber­lin brin­gen.

Ich habe ges­tern kurz den Schluss der Ver­an­stal­tung im WDR Fern­se­hen gese­hen und bekam das woh­li­ge Gefühl, es mir gera­de exakt in dem Lebens­ab­schnitt bequem machen zu kön­nen, wo ich 90% der dort ver­tre­te­nen Leu­te nicht mehr bzw. noch nicht ken­nen muss.

Das bringt aber auch gewis­se Schwie­rig­kei­ten mit sich, wenn man sich über Ver­lauf und Aus­gang der Ver­an­stal­tung bei WAZ.de (ehe­mals Der Wes­ten) infor­mie­ren will.

Oder kön­nen Sie mir sagen, wie vie­le Per­so­nen die fol­gen­de Auf­zäh­lung umfasst?

Mark Fos­ter, Sil­ber­mond, die Kat­ze, Danie­la Kat­zen­ber­ger mit ihrem Mann, Felix Jaehn, die Rap­per von Bonez MC & Raf Camo­ra.

Mei­ne Lieb­lings­stel­le in dem Arti­kel, die bei mir wil­des­tes Kopf­ki­no aus­ge­löst hat, ist aber die­se hier:

Nach dem Ende der Ver­an­stal­tung aber hat [Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Eis­kirch (SPD)] dann ein ande­res Pro­blem. Er müss­te drin­gend auf die Toi­let­te, die Hal­le füllt sich nur lang­sam.

Und wo wir ein­mal auf der „Bochum“-Seite von WAZ.de sind, möch­te ich Ihnen noch zwei wei­te­re aktu­el­le High­lights mit an die Hand geben: Die­se Bil­der­ga­le­rie, die beweist, dass man im Ruhr­ge­biet wirk­lich zu fei­ern weiß (und zwar alles), und die­sen Blau­licht­mel­dung über einen Mann, der mit 2,8 Pro­mil­le im Blut einen Not­arzt­wa­gen in Wat­ten­scheid mit But­ter bewor­fen hat­te, weil ihn des­sen Mar­tins­horn stör­te.

So weit, so nor­mal. Spek­ta­ku­lär wird die Mel­dung durch die­sen Satz:

Spon­tan ent­riss der 46-Jäh­ri­ge sei­ner eben­falls betrun­ke­nen Beglei­te­rin zwei Päck­chen But­ter, wie die Poli­zei berich­te­te.

Laut Pres­se­mit­tei­lung der Poli­zei Bochum waren es übri­gens sogar „zwei zuvor gekauf­te Pake­te But­ter und ein Kunst­stoff­teil, das aus einer Bau­stel­len­ab­sper­rung stamm­te“.

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Re: Elbphilharmonie

Ich war Anfang die­ser Woche beruf­lich in Ham­burg und habe mir ein paar Stun­den Zeit genom­men, um ganz doof tou­ris­tisch an den Lan­dungs­brü­cken aus­zu­stei­gen und zu Fuß bis zum Haupt­bahn­hof zurück zu lat­schen. Es war tro­cken (ich habe in Ber­lin übri­gens bedeu­tend mehr Regen und schlech­tes Wet­ter erlebt als in Ham­burg) und schön und ich war schon nach weni­gen Metern wie­der schwer ver­liebt in die­se Stadt.

Ich mag Was­ser unge­heu­er ger­ne (zu mei­nen Lieb­lings­or­ten in Bochum gehört des­halb auch vor allem der Kem­n­ader See, das ein­zi­ge halb­wegs ernst­zu­neh­men­de Was­ser im Stadt­ge­biet) und man kann die Lan­dungs­brü­cken ja völ­lig zurecht als gru­se­li­gen Tou­ris­ten­nepp mit homöo­pa­thi­schen Antei­len von See­fah­rer­ro­man­tik, also mit­hin als deut­schen Pier 39, abtun und man kann die gan­zen Auf­hüb­schun­gen und Leucht­turm­pro­jek­te und die gan­ze Gen­tri­fi­zie­rung kri­ti­sie­ren, aber das hat mich in dem Moment nicht inter­es­siert: Ich konn­te die Frei­heit der gro­ßen, wei­ten Welt ein­at­men.

Ich bin dann wei­ter­ge­gan­gen Rich­tung Spei­cher­stadt, wo ich fest­stell­te, dass die Elb­phil­har­mo­nie nicht nur fer­tig ist (kurz nach dem Bochu­mer Musik­zen­trum, aber immer­hin), son­dern man da bereits zum Gucken rein­kann — und zwar sofort und kos­ten­los.

Elbphilharmonie Hamburg (Foto: Lukas Heinser)

Es fol­gen mei­ne Gedan­ken in Echt­zeit:

„Urgs, die Elb­phil­har­mo­nie! Völ­lig über­teu­er­ter Protz­bau für die han­sea­ti­sche Eli­te. Brauch ich nicht! Das Musik­zen­trum ist eh viel coo­ler und über­haupt, bla­bla­bla, Hafen­stra­ße, Punk, puber­tä­res Ich­will­d­anicht­rein!“
„… sagt der Voll­idi­ot, der in New York war und weder aufs Empire Sta­te Buil­ding, noch aufs Rocke­fel­ler Cen­ter woll­te, weil die Schlan­gen zu lang waren oder das umge­rech­net zwei CDs gekos­tet hät­te und zehn Jah­re spä­ter kannst Du immer noch allen erzäh­len, dass Du in New York warst, aber es nur aus Stra­ßen­hö­he gese­hen hast!“
„Okay, ich geh da jetzt rein! Dann kann ich’s ja auch viel bes­ser begrün­det doof fin­den!“

Was soll ich sagen: Ich hab’s ver­sucht, aber das, was ich gese­hen habe, ist wirk­lich, wirk­lich beein­dru­ckend. Jedes ein­zel­ne Detail ist völ­lig unnö­tig kom­pli­ziert (Eine Roll­trep­pe, deren Stei­gungs­grad zwi­schen­durch vari­iert! Rie­si­ge, geschwun­ge­ne Glas­schei­ben, die in einem Dreh­tür­me­cha­nis­mus an einer unebe­nen Decke ver­an­kert sind!), es ist wie Math Rock mit Tex­ten von Adal­bert Stif­ter. Fuck yeah, Her­zog & de Meu­ron!

Elbphilharmonie Hamburg (Foto: Lukas Heinser)

Alles, wirk­lich alles, ist eine knal­li­ge Ant­wort auf die Fra­gen der Leser­brief­schrei­ber, der „Mario Barth deckt auf“-Zuschauer und des Bun­des der Steu­er­zah­ler, ob „wir“ „das“ „jetzt“ „wirk­lich“ „brau­chen“: „Nein, brau­chen wir nicht. Wir brauch­ten auch kei­nen Köl­ner Dom, kei­ne Alte Oper, kein Bran­den­bur­ger Tor und kein Neu­schwan­stein. Und jetzt lasst mich end­lich mit Eurem klein­geis­ti­gen Vor­gar­ten­den­ken in Frie­den! Ich bin ein Bau­denk­mal für die Ewig­keit!“

Wenn man auf den Kai­spei­cher A einen rie­si­gen, von Jeff Koons gestal­te­ten Mit­tel­fin­ger mon­tiert hät­te, wäre die Bot­schaft ver­gleich­bar gewe­sen, aber die Akus­tik und der prak­ti­sche Nut­zen deut­lich gerin­ger. Die Ästhe­tik sowie­so.

Da stand ich jetzt in 37 Metern Höhe auf der „Pla­za“ (Gut, an dem Namen hät­te man noch arbei­ten kön­nen, damit er wei­ni­ger nach Food Court im Ein­kaufs­zen­trum klingt!), genoss die phan­tas­ti­sche Aus­sicht und die gute Stim­mung unter den Leu­ten, die, so nahm ich ein­fach mal an, je zur Hälf­te Tou­ris­ten und Ein­hei­mi­sche waren. „Es ist ein­fach die schöns­te Stadt der Welt“, sag­te ein Mann leicht seuf­zend zu sei­ner Beglei­te­rin und für eine Sekun­de hat­te ich San Fran­cis­co, Wien, Ams­ter­dam und Stock­holm ver­ges­sen und dach­te: „Jau!“

Elbphilharmonie Hamburg (Foto: Lukas Heinser)

Im Okto­ber war ich bei der Eröff­nung des Anne­lie­se Brost Musik­fo­rum Ruhr in Bochum (das übri­gens auch ganz toll gewor­den ist, aber auf einem völ­lig ande­ren Level) und es war eine sehr ähn­li­che Atmo­sphä­re: Wenn so ein Bau­werk erst­mal fer­tig ist, inter­es­sie­ren die Kos­ten (egal, ob jetzt 15 oder … äh: 866?!?! Okay: 866 Mil­lio­nen Euro. Hui!) nur noch die Unter­su­chungs­aus­schüs­se, die Haus­halts­prü­fer und die Jour­na­lis­ten. Die Men­schen freu­en sich über das neue Wahr­zei­chen, über die Kul­tur und – im Fall von Bochum sicher­lich stär­ker als im Fall von Ham­burg – über die über­re­gio­na­le Auf­merk­sam­keit und selbst die meis­ten Oppo­si­ti­ons­po­li­ti­ker und Kri­ti­ker sind, wenn’s erst mal toll gewor­den ist, immer schon dafür gewe­sen.

Die­ser Text erschien ursprüng­lich in mei­nem News­let­ter „Post vom Ein­hein­ser“, für den man sich hier anmel­den kann.

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Little Brother Is Watching You

Ich sit­ze gera­de im Café, um zu arbei­ten. (Dafür trin­ke ich mei­nen Kaf­fee dann in mei­nem Arbeits­zim­mer.) Ich habe also mei­nen Lap­top auf­ge­klappt und lese gera­de die­sen „Süddeutsche“-Artikel über Sahra Wagen­knechts Rede in der gest­ri­gen Gene­ral­de­bat­te des Bun­des­tags.

Und jetzt steht Wagen­knecht im Hohen Haus und sagt an die Bun­des­re­gie­rung gerich­tet: „Offen­bar hat ja selbst noch ein Donald Trump wirt­schafts­po­li­tisch mehr drauf als Sie.“

Alles klar, den­ke ich, und tei­le den Arti­kel mit dem Satz „Eine von Ange­la Mer­kels wich­tigs­ten Wahl­kämp­fe­rin­nen heißt Sahra Wagen­knecht“ bei Face­book.

Minu­ten spä­ter geht ein jun­ger Mann auf dem Weg zum Aus­gang an mir vor­bei und sagt: „Gute Rede!“
„Hmmmm“, fra­ge ich, weil ich mich – ganz ego­zen­tri­scher Medi­en­fuz­zi – gar nicht erin­nern kann, in letz­ter Zeit irgend­wel­che Reden gehal­ten oder geschrie­ben zu haben.
„Die Rede von Sahra Wagen­knecht ges­tern. Die hast Du doch gera­de gelik­ed, oder?“
Ich erklä­re, dass ich die Rede eher kri­ti­siert hät­te, und Poli­ti­ker, die Donald Trump lob­ten, jetzt eher nicht so ernst neh­men kön­ne.
„Sie hat ja nur gesagt, dass er eine bes­se­re Wirt­schafts­po­li­tik hat, und das stimmt, fin­de ich!“, sagt der jun­ge Mann und ich mer­ke, dass sei­ne Beglei­te­rin ihn schon sanft Rich­tung Tür schiebt.
„Nee“, ent­geg­ne ich und den­ke, dass ich bei Online-Dis­kus­sio­nen echt schlag­fer­ti­ger bin als im real life.
„Find ich schon“, sagt er und schiebt nach: „Und ich bin ein Lin­ker!“

In die­sem Moment fällt mir ein, dass gera­de jemand in mei­nem Rücken Mar­tin Schulz als „Ver­bre­cher“ und „Wich­ser“ bezeich­net hat­te, und jetzt weiß ich auch, wer das war.
Die Beglei­te­rin schafft es, den Mann durch die Tür zu bug­sie­ren, wir tau­schen noch has­tig freund­li­che Ver­ab­schie­dungs­wor­te aus, dann sehe ich, wie sie ihn mit die­ser Mischung aus Zunei­gung, Erfah­rung und Resi­gna­ti­on, wie sie nur in sehr lang­jäh­ri­gen Bezie­hun­gen vor­kommt, an die Hand nimmt.

„Komisch“, den­ke ich und wid­me mich vor­sich­tig wie­der mei­nem Lap­top. „Frü­her waren die Lin­ken doch gegen Über­wa­chung!“