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„Viel schlimmer ist doch, dass mittlerweile jede Putzfrauenstelle übers Fernsehen gecastet wird.“

Wer sich für groß­ar­ti­ge Sät­ze von groß­ar­ti­gen Musi­kern begeis­tern kann, dem sei der aktu­el­le Musik­ex­press (Mai 2007) wärms­tens ans Herz gelegt. Auf lei­der nur einer Sei­te befragt Jan Wig­ger Peter Hein von den Fehl­far­ben – und der sagt so vie­le tol­le Sachen, dass man gar nicht mehr weiß, wel­chen Spruch man sich dem­nächst auf ein T‑Shirt (wohl vor­sichts­hal­ber in XXXXXL) dru­cken las­sen soll.

Zum The­ma Fuß­ball-WM und dem sog. „posi­ti­ven Patrio­tis­mus“ (Fah­nen­schwen­ken):

Ich habe natür­lich gegen die deut­sche Mann­schaft gehal­ten, das mache ich immer. Zum Fah­nen­schwen­ken: Natür­lich geht das. Die Hälf­te der Leu­te mit den Fah­nen konn­te ja kaum Deutsch, die leben halt hier und konn­ten ihrem von zu Hau­se gewohn­ten Fah­nen­schwen­ken mal frei­en Lauf las­sen. Ich fand es auch in Ord­nung, wie man sich mit die­sen Wink­ele­men­ten an den Autos lächer­lich gemacht hat.

Über Franz Josef Wag­ners Kolum­ne in der „Bild“-Zeitung:

„Post von Wag­ner“ fand ich frü­her nur blöd. Aber seit­dem mir mal jemand plau­si­bel gemacht hat, dass der wirk­lich „amt­lich durch­ge­knallt“ ist, blei­be ich dar­an hän­gen. […] Also ab und zu schreibt der auch was Wah­res, und ich lese das mit Belus­ti­gung.“

Auf die Fra­ge, ob Pete Doh­erty Punk sei:

Also Pete Doh­erty ganz bestimmt nicht, der ist eher Sid Vicious. Und das ist nicht Punk, son­dern (über­legt) … Depp.

Als ihm der Pro­mo­ter eine Bröt­chen­tü­te reicht:

Mensch, da ist ja gar nichts von dem drin, was ich bestellt habe. Kein Ei, kein Sand­wich, nur so’n Kör­ner-Kack. Wenigs­tens ist das Tier tot, was auf dem Bröt­chen ist.

Über MP3s:

Das ist im Prin­zip nur Schei­ße, da gehst du ein­mal mit nem Magnet vor­bei, und dann haben sie ihre Musik mal gehabt. Ich stel­le mir immer vor, wie die jetzt 30-Jäh­ri­gen in zwan­zig Jah­ren auf dem Floh­markt ste­hen und da ihre Chips ver­hö­kern (ver­stellt die Stim­me): „Ey, hal­lo, 30 Giga­byte, ey voll krass, mus­su hören!“

Der Rest des Hef­tes ist auch zu emp­feh­len, die neue Fehl­far­ben-Plat­te offen­bar auch.

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Bloody April

Ges­tern wur­den auf dem Cam­pus der Uni­ver­si­tät von Blacksburg, Va. mehr als 30 Men­schen von einem Amok­läu­fer erschos­sen. Das ist unglaub­lich schreck­lich, eine sehr, sehr trau­ri­ge Geschich­te. Vie­le Men­schen rund um die gan­ze Welt sind ent­setzt und sprach­los – und es wäre wirk­lich wün­schens­wert, wenn auch die Jour­na­lis­ten ange­denk eines sol­chen Ereig­nis­ses ein­fach mal sprach­los wären und die Schnau­ze hiel­ten. Die New York Times doku­men­tiert sehr ein­drucks­voll, wie die Fern­seh­re­por­ter auf dem Cam­pus ein­fie­len, und wie Augen­zeu­gen per Han­dy­ka­me­ra und Inter­net die Nach­rich­ten­sta­ti­on mit Bil­dern aus der Schuss­li­nie ver­sorg­ten. Der Arti­kel schließt mit einem Zitat, das zynisch zu nen­nen ich mich nicht scheue:

“Stay out of harm’s way,” the CNN anchor Don Lemon said, addres­sing stu­dents at Vir­gi­nia Tech. “But send us your pic­tures and video.”

Aber auch die deut­schen Medi­en schal­te­ten sofort auf Tur­bo und schrit­ten beherzt und enthirnt zur Tat. Dabei war die „Bild“-Schlagzeile, die etwas vom „größ­ten Blut­bad aller Zei­ten“ fasel­te, sogar noch das kleins­te Übel. Je nach­dem, wie man den Begriff „Blut­bad“ defi­niert und wie man den Super­la­tiv räum­lich ein­schrän­ken will, stimmt die Behaup­tung sogar: in den USA hat es nie einen Amok­lauf mit mehr Todes­op­fern gege­ben.
In fast jeder Zei­tungs- oder Fern­seh­re­dak­ti­on muss­te sich ein Mit­ar­bei­ter dar­an machen, eine Chro­nik der schlimms­ten Amok­läu­fer zu erstel­len. Auch das kann man kri­tisch sehen, aber es kann ja auch ganz hilf­reich sein, sich noch mal ein paar Fak­ten ins Gedächt­nis zu rufen.
Da schon wäh­rend des Amok­laufs reich­lich von Stu­den­ten der Vir­gi­nia Tech über die Ereig­nis­se gebloggt wur­de, kann man sich nun an die Web-Aus­le­se machen. Das ist sogar aus medi­en­theo­re­ti­scher Sicht hoch­in­ter­es­sant, da es bis­her kaum ver­gleich­ba­re Ereig­nis­se gibt, die der­art medi­al abge­deckt sind.

Was Spie­gel Online sich dann aber noch leis­tet, ist ent­we­der als Beschäf­ti­gungs­the­ra­pie für Prak­ti­kan­ten oder als end­gül­ti­ge Gleich­set­zung von SpOn mit „Bild“ anzu­se­hen:

Die Amok­läu­fe von Litt­le­ton, Erfurt und Blacksburg haben nicht nur das Leid und den Schre­cken gemein­sam, den weni­ge über vie­le gebracht haben. Sie tei­len auch den Monat, in dem die Schre­ckens­ta­ten ver­übt wur­den.

Und in deed: das ein­zi­ge, was dem Arti­kel noch fehlt, sind die Quer­sum­men der Tage, an denen die Amok­läu­fe statt­fan­den (34, 16, 20). Über den gest­ri­gen Täter schreibt jdl:

Waren Kle­bold und Har­ris auch sei­ne Vor­bil­der? Kann­te er die Wahn­sinns­tat des Robert Stein­häu­ser? War das Datum bewusst gewählt? Schon die Fra­gen sind beängs­ti­gend. Wie wer­den erst die Ant­wor­ten sein?

Beängs­ti­gend, für­wahr. Denn die „Bild“-gleiche Über­schrift

Monat der Mas­sa­ker: Blu­ti­ger April

bezieht sich ja gar nicht auf eine mög­li­che Nach­ah­mungs­tat (die man im Moment eben­so wenig aus­schlie­ßen wie bestä­ti­gen kann), son­dern auf einen ver­damm­ten Monat. Ein Blick in die SpOn-eige­ne Chro­nik hät­te gezeigt, dass von den 18 dort auf­ge­führ­ten Amok­läu­fen 15 in Nicht-April-Mona­ten statt­fan­den – dafür vier im März (!!!!1). Viel­leicht liegt es ja an den Ster­nen

Nach­trag, 19:17 Uhr: Ste­fan Nig­ge­mei­er schreibt dazu:

Im welt­wei­ten Ren­nen um den dümms­ten Bericht zum Amok­lauf in Blacksburg liegt Spie­gel Online mit die­sem Arti­kel fast unein­hol­bar in Füh­rung

War­ten wir’s ab …

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Lost In The Supermarket

Es kommt nicht häu­fig vor, dass mir ein Zei­tungs­ar­ti­kel aus dem Her­zen spricht. Gera­de war es aber soweit: Ralph Mar­tin, ein Ame­ri­ka­ner in Deutsch­land, fragt sich in der FAZ, war­um alle Deut­schen so begeis­tert zu Aldi ren­nen und offen­bar nie­mand in die­sem Land mehr bereit ist, für Qua­li­tät auch sog. anstän­di­ge Prei­se zu bezah­len.

Was das für die Gesamt­ge­sell­schaft bedeu­tet, wur­de mir klar, als ich las, dass die reichs­ten Deut­schen nicht die Hohen­zol­lerns oder Thurn und Taxis sind, son­dern die Brü­der Albrecht, die sich mit 32 Mil­li­ar­den Euro in der glei­chen Kate­go­rie bewe­gen wie Bill Gates oder die Erben von Sam Walt­on, der Wal-Mart grün­de­te.

Mit sei­nem lesens­wer­ten (und nur bedingt pole­mi­schen) Text haut Mar­tin in die glei­che Ker­be, die ich schon bei Eric T. Han­sen so span­nend fand: Ame­ri­ka­ner kom­men nach Deutsch­land, wun­dern sich und stel­len den Deut­schen dann ihr Land in der Außen­an­sicht vor (das mei­ne ich ganz ohne Iro­nie).
Als ich im ver­gan­ge­nen Dezem­ber nach drei Mona­ten USA nach Deutsch­land zurück­kehr­te, woll­te ich jedem Men­schen im Super­markt das zubrül­len, was Mar­tin auch schreibt:

Nur scheint es in Deutsch­land nie­mand zu mer­ken, wie beängs­ti­gend bil­lig Lebens­mit­tel hier im Ver­gleich zu ande­ren Indus­trie­län­dern sind.

Ich kam aber nicht dazu, weil ich mei­ne Ein­käu­fe sel­ber ein­pa­cken muss­te.

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BILDung für alle – und zwar umsonst

Das Som­mer­se­mes­ter hat begon­nen. Das erkennt man an der Ruhr-Uni Bochum unter ande­rem dar­an, dass noch mehr jun­ge Men­schen als sonst schon ver­wirrt durch die Gegend ren­nen und Gebäu­de, Räu­me oder ein­fach nur ihre Mama suchen. Selbst­ver­ständ­lich ist die Roll­trep­pe an der U‑Bahn-Hal­te­stel­le wie­der ein­mal defekt (was aller­dings kein Semes­ter­be­ginn­spe­zi­fi­sches Pro­blem ist: die Trep­pe fährt ein­fach grund­sätz­lich nicht, wenn vie­le Leu­te da sind) und diver­se Fir­men ver­su­chen auf dem Cam­pus, Neu­kun­den zu ködern.

Immer vor­ne mit dabei: Zei­tungs­ver­la­ge, die einem Gra­tis­aus­ga­ben ihrer Pro­duk­te in die Hand drü­cken und einen damit zum Abschluss eines sog. preis­re­du­zier­ten Stu­den­ten­abos bewe­gen wol­len. An die­sen Abos ver­die­nen die Ver­la­ge (fast) gar nichts mehr, aber gegen­über ihren Wer­be­kun­den kön­nen sie mit höhe­ren Abon­nen­ten­zah­len prot­zen. In der Ver­gan­gen­heit waren es vor allem die Qua­li­täts­zei­tun­gen FAZ und Süd­deut­sche, die sich vor­nehm­lich an die Geis­tes­wis­sen­schaft­ler her­an­schmis­sen – wel­che das wil­lig über sich erge­hen lie­ßen.

Als ich heu­te um kurz vor Zwei (also zu bes­ter Stu­den­ten­zeit) Rich­tung Uni schlurf­te, stan­den dort Men­schen in mit­leid­erre­gend war­men roten Regen­ja­cken und drück­ten den vor­bei­zie­hen­den Scha­ren Papier­bün­del in die Hand: die „Bild“-Zeitung. Nun ist „Bild“ eine Bou­le­vard­zei­tung, die es aus­schließ­lich in Kios­ken, Bahn­hofs­buch­hand­lun­gen, Auto­ma­ten, Tank­stel­len und ver­ein­zel­ten Bäcke­rei­en, jedoch (im All­ge­mei­nen) nicht im Abo, gibt. Da klopft natür­lich die Fra­ge an, was es dem Axel-Sprin­ger-Ver­lag bringt, Tau­sen­de Aus­ga­ben „Bild“ kos­ten­los an Men­schen zu ver­tei­len, die nicht unbe­dingt als Kern­ziel­grup­pe der Zei­tung bekannt sind.

Vie­le Stu­den­ten lehn­ten das Geschenk dann auch irgend­wo zwi­schen höf­lich und schroff ab, eini­ge weni­ge nah­men wort­los ein Exem­plar an und zer­ris­sen es sofort unter den Augen der Ver­tei­ler, aber vie­le grif­fen auch dan­kend zu und schlepp­ten die Zei­tun­gen bis in den Semi­nar­raum, in dem bezeich­nen­der­wei­se ein (dezent über­füll­tes) Semi­nar zum The­ma „Mas­sen­kul­tur“ statt­fand. Nun kann man natür­lich sagen: „Ach, das sind alles auf­ge­klär­te Stu­den­ten, die wer­den schon wis­sen, was sie da für einen Mist lesen, die ste­hen da intel­lek­tu­ell drü­ber und sehen in der Lek­tü­re die­ses Pro­le­ta­rier­blat­tes eine bewuss­te iro­ni­sche Bre­chung, sozu­sa­gen eine Stipp­vi­si­te aus dem Elfen­bein­turm im Dixi-Klo.“

Aber selbst wenn zwei Drit­tel der neu­ge­won­ne­nen „Bild“-Leser einen BILD­blog-Abon­nen­ten­aus­weis besä­ßen (der den Trä­ger ja bekannt­lich berech­tigt, „auch in der Öffent­lich­keit die ‚Bild‘-Zeitung zu lesen, ohne sich dafür blö­de anma­chen las­sen zu müs­sen“), ein unwoh­les Gefühl bleibt bei der Sache: Mal ganz davon ab, dass wir inzwi­schen 500 Euro Stu­di­en­ge­büh­ren zah­len und somit eigent­lich wer­be­freie Pay Edu­ca­ti­on erwar­ten dürf­ten, zählt die „Bild“-Zeitung defi­ni­tiv zu den Pro­duk­ten, die ich am aller­we­nigs­ten in mei­nem direk­ten Umfeld haben möch­te. Da bin ich doch mal gespannt, wie sich AStA und ande­re links-alter­na­ti­ve Stu­den­ten­grup­pen dar­über das Maul zer­rei­ßen wer­den …

Nach­trag, 15. April 2007: Kat­ti hat sich so eine Zei­tung auf­schwat­zen las­sen und doku­men­tiert auch detail­liert das Bei­blatt, auf dem sich „Bild“ selbst vor­stellt („Gestat­ten, Bild!“).
Außer­dem gibt es bei indymedia.org eine – wie zu erwar­ten – „aus­ge­wo­ge­ne“ Aus­ein­an­der­set­zung mit der Geschich­te. Dort gibt es auch ein Wie­der­se­hen mit Tsang’s Law („Die Stu­die­ren­den for­dern …“).

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Fair is foul and foul is fair

Sie lässt uns ein­fach nicht los, die deut­sche Vani­ty Fair: Der frü­he­re Viva-2-„Rüpelkomödiant“ Niels Ruf, der offen­bar seit län­ge­rem eine neue Show beim Digi­tal­fern­seh­ka­nal Sat 1 Come­dy hat, hat eine Redak­ti­ons­kon­fe­renz beim fik­ti­ven Hoch­glanz­ma­ga­zin „Vani­ty Fear“ gedreht. Den äußerst unter­halt­sa­men Clip gibt’s hier zu sehen und natür­lich schwärmt schon die hal­be Blogo­sphä­re davon.

Auch bei sueddeutsche.de, wo man ja schon vor ein paar Wochen Web 9 3/​4 und lus­ti­ge Online-Clips für sich ent­deckt hat, wird Rufs Video hoch gelobt. Mit einem Text, der nach min­des­tens eben­so über­dreh­ter Redak­ti­ons­kon­fe­renz klingt. Aus­zug:

Wir sagen dazu nichts wei­ter und behaup­ten auch nicht, dass die­ses Video den Ablauf irgend­ei­ner Redak­ti­ons­kon­fe­renz auf die­sem Pla­ne­ten wie­der­gibt.
Wir lachen nur – und wir lachen trotz­dem – und wenn Sie es sehen, tun Sie es auch. Mehr muss man zum Inhalt nicht sagen. Laut hören, das ist wich­tig.

Den Text allein kann man ja schon selt­sam genug fin­den, einen wirk­lich selt­sa­men Bei­geschmack bekommt der Arti­kel aber erst, wenn man sich noch mal vor Augen hält, wer eigent­lich der Chef von „Vani­ty Fair“ ist, der da in die­sem Video kari­kiert wer­den soll: Ulf Pos­ch­ardt, von 1996 bis 2000 Chef des „SZ-Maga­zins“, der qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen Frei­tags­bei­la­ge der ohne­hin recht emp­feh­lens­wer­ten „Süd­deut­schen Zei­tung“. Ein Schelm, der hier an so unschö­ne Begrif­fe wie „Nach­tre­ten“ denkt …

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Der diskrete Charme der Bourgeoisie

Noch auf dem Paris-Trip (mit­samt ent­spre­chen­der Tas­ta­tur – die­se paar Sät­ze zu tip­pen wird wie­der Stun­den dau­ern), geht mir doch schon wie­der das kul­tu­rel­le Leben in Deutsch­land durch den Kopf. Zum Bei­spiel die Ver­öf­fent­li­chung der ers­ten deut­schen Aus­ga­be von „Vani­ty Fair“, mit der ich mich die ers­te Hälf­te mei­ner Her­fahrt über im Zug beschäf­tig­te. Einen Euro kos­tet das dicke Heft nur. Bis man beim Inhalts­ver­zeich­nis ange­langt ist, weiß man jedoch schon, dass die­ser Preis völ­lig gerecht­fer­tigt ist. Bis zum ers­ten Wort der Redak­ti­on kämpft man sich durch vier­zehn Sei­ten Wer­bung, bis zum Inhalt sind es noch ein­mal vier. Jede Woche soll das Teil erschei­nen – wer hat eigent­lich jede Woche Zeit, so einen Schin­ken zu lesen? Und vor allem: Wann soll man dann noch bei all den Desi­gner-Shops auf der Champs Ely­sée vor­bei­schau­en um die bewor­be­nen Luxus­gü­ter auch zu erwer­ben? Oder gehen die Bour­geoi­sie etwa zum zeit­spa­ren­den Online-Shop­ping über?

Im Edi­to­ri­al zeigt sich „Vani­ty Fair“ dann auch direkt stolz dar­auf, sich im Jahr 2002 trotz aller Kri­tik „patrio­tisch“ zur Regie­rung Bush bekannt zu haben. Wie recht sie doch hat­ten und wie unrecht der Rest der Welt! Die Regie­rung Bush leis­tet ja nach wie vor her­vor­ra­gen­de Arbeit und ich fin­de, wir soll­ten uns alle ein­mal wie­der patrio­tisch zu ihr beken­nen. Ein­fach incre­di­ble, die­ses Gespür für Trends! Und die­ser scho­nungs­lo­se Ent­hül­lungs­jour­na­lis­mus erst! Auf Sei­te 42 bleibt kurz mein Herz ste­hen, als ich erfah­ren muss, dass 70% aller Jugend­li­chen gefälsch­te Soft­ware besit­zen. Gefälsch­te Soft­ware! Heißt das etwa, dass das Win­dows XP auf mei­nem PC aller Wahr­schein­lich­keit nach nicht echt ist? Haben eif­ri­ge Chi­ne­sen ohne jeden Respekt für Urhe­ber­recht etwa ein Fake-Win­dows nach­pro­gram­miert und in Umlauf gebracht? In der Tat ein Skan­dal, vor dem das Fami­li­en­mi­nis­te­ri­um war­nen soll­te – es geht schließ­lich um unse­re Jugend.

Ansons­ten blieb mir nur noch ein prä­ten­tiö­ses Robert-De-Niro-Inter­view in Erin­ne­rung, offen­sicht­lich aus der US-Aus­ga­be über­nom­men. An den dor­ti­gen Stil, Arti­kel zu ver­fas­sen, wird man sich wohl gewöh­nen müs­sen, so als Abon­nent oder so. Ich über­le­ge noch, einer zu wer­den, immer­hin gefie­len mir wäh­rend der Zug­fahrt die Sudo­kus in drei Schwie­rig­keits­gra­den sowie das ange­nehm kniff­li­ge Rät­sel doch ziem­lich gut.