Kategorien
Musik

Neue Musik von Shawn Mendes, Aisha Badru, Janelle Monáe, Swiss & Die Andern, Semisonic

Bevor wir zu den erfreu­li­chen Erschei­nun­gen der Pop­kul­tur kom­men kön­nen, möch­te Lukas über den stin­ken­den Ele­fan­ten­ka­da­ver im Raum spre­chen: die Vor­wür­fe gegen Till Lin­de­mann von Ramm­stein.

Irgend­wie bekom­men wir danach die Kur­ve und hören einen apo­ka­lyp­ti­schen Schla­ger von Shawn Men­des und vie­le wei­te­re neue Musik.

Hier kli­cken, um den Inhalt von Spo­ti­fy anzu­zei­gen.
Erfah­re mehr in der Daten­schutz­er­klä­rung von Spo­ti­fy.

Alle Songs:

  • Shawn Men­des – What The Hell Are We Dying For?
  • Janel­le Monáe – Lip­stick Lover
  • Cold War Kids – Dou­ble Life
  • Art School Girl­fri­end – Hea­ven Han­ging Low
  • Swiss & Die Andern – Urlaub bei Omi
  • Miya Folick – Short­s­top
  • Aisha Badru – Insi­de
  • Semiso­nic – Litt­le Bit Of Sun

Show­no­tes:

Kategorien
Film Fernsehen

Streaming-Tipps Juni 2023

Bevor ich mich mut­maß­lich bald bei Net­flix abmel­de, habe ich mal ein paar Sachen von mei­ner „Das woll­test Du Dir irgend­wann viel­leicht mal ange­se­hen haben“-Liste geschaut: Den Film „Die Schlacht um die Schel­de“, die zweit­teu­ers­te nie­der­län­di­sche Pro­duk­ti­on aller Zei­ten, hat­te ich aus zwei Grün­den sehen wol­len: zum einen, um mein Nie­der­län­disch zu trai­nie­ren, zum ande­ren, weil die titel­ge­ben­de Schel­de bei Wal­che­ren in die Nord­see mün­det, also dort, wo ich seit Jahr­zehn­ten am Liebs­ten mei­ne Urlau­be ver­brin­ge. Die Schlacht an der Schel­de­mün­dung dien­te der Befrei­ung des Hafens von Ant­wer­pen, den die West­al­li­ier­ten für ihre Nach­schub­ver­sor­gung brauch­ten, und war inso­fern eine der vie­len ent­schei­den­den Schlach­ten des 2. Welt­kriegs. Zwi­schen „Der Sol­dat James Ryan“-ähnliche Schlach­ten­sze­nen erzählt der Film eher klei­ne, all­täg­li­che Dra­men, die in kei­nem Geschichts­buch vor­kom­men wür­den, von denen man aber anneh­men muss, dass es sie tau­send­fach gege­ben hat. Unter ande­rem wird der Topos „cha­ris­ma­ti­scher Nazi“ von Jus­tus von Dohn­anyi hier noch mal sehr gru­se­lig neu mit Leben gefüllt. Tat­säch­lich wird in dem Film weni­ger Nie­der­län­di­sche gespro­chen als Deutsch und Eng­lisch (in der deut­schen Syn­chron­fas­sung spre­chen mut­maß­lich wie­der alle die gan­ze Zeit Deutsch, weil das halt immer so ist), aber ich fand ihn schon recht beein­dru­ckend und bedrü­ckend.

Eben­falls bei Net­flix läuft die 40-minü­ti­ge Doku­men­ta­ti­on „The Mar­tha Mit­chell Effect“. Mar­tha Mit­chell war die Ehe­frau von John N. Mit­chell, dem Wahl­kampf­ma­na­ger Richard Nixons und spä­te­rem US-Jus­tiz­mi­nis­ter, und als der Water­ga­te-Skan­dal begann, begann sie sofort, Prä­si­dent Nixon selbst zu beschul­di­gen. Mar­tha Mit­chell wur­de von den mäch­ti­gen Män­nern in Washing­ton dis­kre­di­tiert und als alko­hol­kran­ke mad woman abge­stem­pelt. Ihr Ruf und ihre Ehe waren rui­niert, sie starb bald dar­auf — und fast alle Vor­wür­fe, die sie erho­ben hat­te, stell­ten sich im Nach­hin­ein als wahr her­aus (die ande­ren gel­ten als noch nicht bestä­tigt). Auch die­ser Film ist beein­dru­ckend und bedrü­ckend und auch hand­werk­lich sehr gut gemacht.

Auch der Doku­men­tar­film „Cir­cus Of Books“ läuft auf Net­flix. Die Regis­seu­rin Rachel Mason erzählt hier die Geschich­te ihrer Eltern Karen und Bar­ry, die als jüdi­sches Hete­ro-Paar einen der bedeu­tends­ten Läden für schwu­le Lite­ra­tur und Por­no­gra­fie in LA betrie­ben haben. Wie es dazu kam, ist absurd; wie sich kon­ser­va­ti­ve Poli­tik und die AIDS-Epi­de­mie auf die Arbeit und das Leben der Fami­lie aus­wirk­te, ist erschüt­ternd; und wel­che Fol­gen das Inter­net und Dating Apps für das Geschäft haben, kann man sich aus­ma­len. Dies alles aus nächs­ter Nähe von der Fami­lie geschil­dert zu bekom­men, ist sehr beein­dru­ckend.

Bei Dis­ney+ schließ­lich habe ich „In & Of Its­elf“ gese­hen. Ich hat­te schon eini­ges dar­über gehört, meist ver­bun­den mit dem Hin­weis, dass man nicht erklä­ren kön­ne, was das sei. Das stimmt. For­mal ist es der Mit­schnitt einer Show des Zau­be­rers Derek Del­Gau­dio, die 552 mal in einem klei­nen Thea­ter in New York City zur Auf­füh­rung gekom­men war. Del­Gau­dio zeigt dar­in Taschen­spie­ler­tricks, er erzählt Tei­le sei­ner Lebens­ge­schich­te und sorgt spä­ter für im viel­fa­chen Sin­ne magi­sche Momen­te. Es ist für Zau­be­rei in etwa das, was „Nanet­te“ von Han­nah Gadsby für Come­dy ist: eine völ­li­ge Dekon­struk­ti­on und ein Sprung auf die nächs­te Daseins­stu­fe (und das exak­te Gegen­teil von den Ehr­lich Brot­hers bzw. Mario Barth). Ich kann es lei­der auch nicht erklä­ren, aber dar­um geht es ja: Im Sin­ne von Eli­sa­beth Küb­ler-Ross bin ich recht schnell von deni­al zu accep­tance gesprun­gen und habe gar nicht mehr ver­sucht, zu ver­ste­hen, wie die Tricks funk­tio­nie­ren könn­ten. Ich war Fox Muld­er: I want to belie­ve. Selbst wenn Euch Zau­be­rei gar nicht inter­es­siert, soll­tet Ihr Euch „In & Of Its­elf“ anschau­en! (Nicht zuletzt, weil es eine wahn­sin­nig span­nen­de Erfah­rung ist, von einer title card auf­ge­for­dert zu wer­den, sein Han­dy weg­zu­le­gen und alle Ablen­kung zu unter­las­sen.)


Die­ser Text erschien zuerst in mei­nem News­let­ter, für den man sich hier anmel­den kann.

Kategorien
Musik

Neue Alben von Foo Fighters, Ben Folds, Noel Gallagher’s High Flying Birds, neue Songs von Victoria Canal, Demi Lovato

So vie­le tol­le neue Alben von per­sön­lich bedeut­sa­men Acts hat man sel­ten an einem Tag: Am 2. Juni erschie­nen „But Here We Are“ von den Foo Figh­ters, „What Mat­ters Most“ von Ben Folds und „Coun­cil Ski­es“ von Noel Gallagher’s High Fly­ing Birds. Und dann war da auch noch „Lucky For You“ von Bul­ly.

Dazu kom­men wei­te­re neue Songs von Vic­to­ria Canal, Annie Tay­lor und das ca. fünf­tau­sends­te Cover von Neil Youngs „Heart Of Gold“ — hier mit Bon Iver.

Hier kli­cken, um den Inhalt von Spo­ti­fy anzu­zei­gen.
Erfah­re mehr in der Daten­schutz­er­klä­rung von Spo­ti­fy.

Alle Songs:

  • Foo Figh­ters – Bey­ond Me
  • Ben Folds – Kris­ti­ne From The 7th Gra­de
  • Noel Gallagher’s High Fly­ing Birds – We’­re Gon­na Get The­re In The End
  • Bul­ly – All I Do
  • Vic­to­ria Canal – Shape
  • Annie Tay­lor – Ride High
  • Demi Lova­to – Cool For The Sum­mer (Rock Ver­si­on)
  • Ilsey feat. Bon Iver – Heart Of Gold

Show­no­tes:

Kategorien
Musik

Neue Musik von Anna Tivel, Matchbox Twenty und Crucchi Gang, In Memoriam Tina Turner

Tina Tur­ner ist ver­gan­ge­ne Woche im Alter von 83 Jah­ren gestor­ben — eine trau­ri­ge Nach­richt, auf die Lukas in der heu­ti­gen Sen­dung natür­lich ein­geht. Vor­her gibt es aber noch neue Songs von The Lemon Twigs, Anna Tivel und Bleach Lab, Italo-Pop mit Toco­tro­nic, einen Qua­si-ESC-Song und eine Auto­scoo­ter-Hym­ne.

Hier kli­cken, um den Inhalt von Spo­ti­fy anzu­zei­gen.
Erfah­re mehr in der Daten­schutz­er­klä­rung von Spo­ti­fy.

Alle Songs:

  • The Lemon Twigs – Any Time Of Day
  • Anna Tivel – The Good Fight
  • Cruc­chi Gang feat. Toco­tro­nic – In dub­bio per il dub­bio
  • Bleach Lab – Coun­ting Emp­ties
  • Match­box Twen­ty – Don’t Get Me Wrong
  • Per­fect­ly Human – Bad As
  • The Beach Boys – Fun, Fun, Fun (Ste­ve Aoki Remix)
  • Tina Tur­ner – The Best

Show­no­tes:

Kategorien
Musik Leben

In memoriam Tina Turner

Wie stark einen die Nach­richt vom Tod einer berühm­ten Per­son trifft, hängt von meh­re­ren Fak­to­ren ab: Zuerst ein­mal natür­lich von der Bedeu­tung die­ser Per­son und ihres Schaf­fens für das eige­ne Leben; dann von ihrem Alter und der … nun ja: Erwart­bar­keit des Todes, aber auch vom Zeit­punkt und dem Weg, wie man von ihrem Able­ben erfährt. Ich war ges­tern in einer recht auf­ge­räum­ten Fei­er­abend-und-nichts-Kon­kre­tes-vor-Stim­mung, als mir ein Freund und Kol­le­ge einen Screen­shot schick­te, dass Tina Tur­ner gestor­ben sei. Ent­spre­chend hat­te ich Zeit und Muße, sofort sehr aus­gie­big ihre Musik zu hören und mich in den im Minu­ten­takt auf Social Media vor­ge­brach­ten Hul­di­gun­gen zu ver­lie­ren.

Es gab eine Zeit, da gehör­te die Musik von Tina Tur­ner zu mei­nem Eltern­haus wie die Möbel des Pro­fil­sys­tems von Flöt­ot­to, das Bang-&-Olufsen-Festnetztelefon Beocom 2000 und das son­nen­gel­be Stein­gut­ge­schirr der Mar­ke Tho­mas. Ihre Hits der 1980er und frü­hen 1990er Jah­re waren wich­ti­ger Bestand­teil jener Mix­tapes, die mein Vater für soge­nann­te Feten zusam­men­ge­stellt hat­te und die dann, immer einen Tacken zu laut für durch­schnitt­li­che Gesprä­che, zunächst das gesell­schaft­li­che Bei­sam­men­sein und Essen unter­mal­ten, ehe es zum Äußers­ten kam und erwach­se­ne Men­schen in einer Art unge­len­kem Halft­i­me-Pogo über die im Wohn­zim­mer geschaf­fe­nen Frei­flä­chen tanz­ten. (Wei­te­re unab­ding­ba­re Songs für die­se Anläs­se: die Miles-Davis-Inter­pre­ta­ti­on von Micha­el Jack­sons „Human Natu­re“; „Ella, elle l’a“, die­ser Spät-Hit einer ande­ren Groß­künst­le­rin im drit­ten Akt: France Gall; irgend­was von Her­bert Grö­ne­mey­er, Patri­cia Kaas und Phil Coll­ins und – zu spä­ter Stun­de – das eben­so unver­meid­li­che wie unori­gi­nel­le „Smo­ke On The Water“ von Deep Pur­ple, zu dem dann auch schon mal auf Küchen­be­sen Nicht-mehr-nur-Luft-Gitar­re gespielt wur­de. Viel­leicht baue ich irgend­wann mal eine Spo­ti­fy-Play­list aus die­sen Par­ty-Hits – oder ich gehe noch mal in The­ra­pie.)

Songs wie „The Best“, „I Don’t Wan­na Lose You“, „What’s Love Got To Do With It“, „Why Must We Wait Until Tonight“, „Pri­va­te Dancer“ oder „Steamy Win­dows“ waren mir so selbst­ver­ständ­lich, dass sie natür­lich auch auf mei­nen ers­ten eige­nen Mix­tapes lan­de­ten, die – in Erman­ge­lung eige­ner CDs – natür­lich auch nur die Musik­samm­lung mei­ner Eltern wie­der­ga­ben. Ich habe ges­tern Abend beim Wie­der­hö­ren (teil­wei­se nach meh­re­ren Jahr­zehn­ten Pau­se) nur halb über­rascht fest­ge­stellt, wie sexu­ell vie­le die­ser Songs waren, was ich als Zehn­jäh­ri­ger natür­lich nicht begriff – aber ich bin mir sicher, dass z.B. „Steamy Win­dows“ („Coming from the body heat“) schon damals eine selt­sa­me Ver­hei­ßung mit sich brach­te, die eher nicht aus der Musik eines Phil Coll­ins sprach.

Wir ten­die­ren ja dazu, pop­kul­tu­rel­le Phä­no­me­ne – wie alles, mit dem wir auf­wach­sen – als buch­stäb­lich natür­lich zu betrach­ten. Inso­fern war Tina Tur­ner zur Wen­de-Zeit selbst­ver­ständ­lich einer der größ­ten leben­den Pop­stars und ich wuss­te nichts über ihr Davor, die erst pro­duk­ti­ve, dann kata­stro­pha­le Ehe mit Ike und ihr Come­back in den 1980er Jah­ren. Die­ses Wis­sen um ihren bio­gra­phi­schen Hin­ter­grund lässt ihr Schaf­fen im Nach­hin­ein natür­lich noch ein­mal um so grö­ßer erschei­nen, lässt jeden ein­zel­nen, auch nur halb-selbst­be­wuss­ten Song zum State­ment wer­den und sie als Künst­le­rin umso mehr zur Iko­ne. Dass sie bei Ver­öf­fent­li­chung von „The Best“ (ich ler­ne gera­de, dass die ursprüng­li­che Ver­si­on die­ses Songs von Bon­nie Tyler stammt) fast 50 Jah­re alt war – ein für dama­li­ge Ver­hält­nis­se unge­heu­er­li­ches Alter für einen weib­li­chen Pop­star – erscheint mir auch vor allem in der Rück­schau bemer­kens­wert – als Kind ist „Alter“ eine abso­lut unein­seh­ba­re Kate­go­rie und es gibt nur „alt wie Mama und Papa“, „alt wie Omi und Opi“ und „die älte­ren Geschwis­ter von Freund*innen“, was auch wirk­lich alles umfas­sen kann. Aber ich war glei­cher­ma­ßen ver­wirrt und stolz, als ich vor drei Jah­ren mit mei­nem Sohn bei uns im Wohn­zim­mer eine Wand far­big anstrei­chen woll­te, zu die­sem Zweck für mei­ne Ver­hält­nis­se unge­wöhn­lich volks­tü­melnd das For­mat­ra­dio auf­dreh­te und dort dann eine vom nor­we­gi­schen DJ Kygo nur mäßig über­ar­bei­te­te Ver­si­on von „What’s Love Got To Do With It“ lief, von der mein Sohn mir als­bald zu Ver­ste­hen gab, dass sie ihm geläu­fig sei. „Tina Tur­ner müss­te doch inzwi­schen wirk­lich alt sein“, dach­te ich und ließ grü­ne Wand­far­be auf den Fuß­bo­den trop­fen.

Tina Tur­ner war auch das per­fek­te Gegen­ar­gu­ment für die ja immer noch in Tei­len der Hob­by-Kul­tur­kri­tik vor­herr­schen­de Schwach­sinns-Posi­ti­on, „ech­te“ Musiker*innen müss­ten ihre Songs selbst schrei­ben. Mehr noch: Sie brauch­te für ihre Hits nicht mal die bes­ten Song­wri­ter ihrer Gene­ra­ti­on, son­dern vor­sich­tig gesagt irgend­wel­che. Ich per­sön­lich hal­te die Dire Straits für eine der egals­ten Pop-Kapel­len aller Zei­ten, deren Prä­senz in der Rota­ti­ons­lis­te jeden Sen­der Lügen straft, der behaup­tet, „das Bes­te“ der 1980er Jah­re im Reper­toire zu haben, aber „Pri­va­te Dancer“ ist – selbst in sei­ner 7:11-Minuten-Albumversion – ein so atmo­sphä­risch dich­ter, phan­tas­ti­scher Song, dass Mark Knopf­ler für des­sen Lauf­zeit wie ein genia­ler Song­wri­ter wirkt. Bono und The Edge schrie­ben mit „Gol­de­nEye“ das, was Tina Tur­ner dann zum frag­los bes­ten James-Bond-Song aller Zei­ten mach­te, und waren danach offen­bar so aus­ge­laugt, dass ihnen mit ihrer Band U2 nach 1995 nicht mehr viel von Bedeu­tung gelang. Wie­viel sie aus Songs raus­ge­holt hat, die bei ande­ren Men­schen jetzt nicht so zün­den wür­den – und das in den musi­ka­lisch oft frag­wür­di­gen 1980er Jah­ren: Da zeigt sich die gan­ze Stär­ke einer Aus­nah­me-Künst­le­rin.

Ent­spre­chend kamen kurz nach der Todes­nach­richt die Wür­di­gun­gen auch aus allen Ecken des kul­tu­rel­len Spek­trums: Mick Jag­ger, Shir­ley Bas­sey, Anton Cor­bi­jn, Debbie Har­ry von Blon­die und die Pet Shops Boys zogen eben­so den Hut wie Ange­la Bas­sett, die Tina Tur­ner 1993 im Film „What’s Love Got To Do With It“ ver­kör­pert hat­te – zu einer Zeit, als noch nicht jede zwei­te Lebens­ge­schich­te in einem Bio­pic ver­wurs­tet wur­de. Auf Twit­ter mach­te ein Video die Run­de, zu des­sen Beginn Tina Tur­ner erst einer schwar­zen Limou­si­ne ent­stieg, um dann auf beein­dru­cken­den Absät­zen 1:1 den Ein­marsch eines US-Prä­si­den­ten bei der Sta­te of the Uni­on Address zu exer­zie­ren (inkl. „Ladies and gen­tle­men: Miss Tina Tur­ner!“ aus dem Off), was alles in einer 120.000-Volt-Liveversion von „The Best“ kul­mi­niert. Pop­kul­tur: So und nicht anders! Tina Tur­ner ist ges­tern im Alter von 83 Jah­ren in ihrer neu­en Hei­mat, der Schweiz, gestor­ben.

Kategorien
Musik

Neue Musik von Blur, boygenius, Joker Out feat. Elvis Costello & Bully

Lukas ist vom Euro­vi­si­on Song Con­test zurück und von der anschlie­ßen­den Virus-Infek­ti­on gene­sen! Nach einer klei­nen ESC-Rück­schau geht es wei­ter mit neu­er Musik von Blur, Songs von den Alben von Amil­li, boy­ge­ni­us und Madi­son McFer­rin und gran­dio­sem 90’s‑Retro von Bul­ly.

Hier kli­cken, um den Inhalt von Spo­ti­fy anzu­zei­gen.
Erfah­re mehr in der Daten­schutz­er­klä­rung von Spo­ti­fy.

Alle Songs:

  • Kää­ri­jä – Cha Cha Cha
  • Joker Out feat. Elvis Cos­tel­lo – New Wave
  • Blur – The Nar­cis­sist
  • Amil­li – Sweet Life
  • boy­ge­ni­us – Emi­ly I’m Sor­ry
  • Danko Jones – Guess Who’s Back
  • Madi­son McFer­rin – (Plea­se Don’t) Lea­ve Me Now
  • Bul­ly – Days Move Slow

Show­no­tes:

Kategorien
Musik Fernsehen

Eurovision-Vorschau 2023

Am 9., 11. und 13. Mai fin­det in Liver­pool der dies­jäh­ri­ge Euro­vi­si­on Song Con­test statt. Grund genug für eine klei­ne, aber inten­si­ve Vor­schau!

Lukas Hein­ser, Sel­ma Zoron­jić und Peter Urban, der in die­sem Jahr zum 25. und letz­ten Mal den ESC kom­men­tie­ren wird, stel­len ihre per­sön­li­chen High­lights vor, spre­chen über gesamt­eu­ro­päi­sche Stim­mun­gen, musi­ka­li­sche Tra­di­tio­nen und wackeln­de Bau­ge­rüs­te.

Good evening, Euro­pe! Let the 2023 Euro­vi­si­on-Vor­schau begin!

Hier kli­cken, um den Inhalt von Spo­ti­fy anzu­zei­gen.
Erfah­re mehr in der Daten­schutz­er­klä­rung von Spo­ti­fy.

Alle Songs:

  • La Zar­ra – Évi­dem­ment (Frank­reich)
  • Mia Nico­lai & Dion Coo­per – Bur­ning Day­light (Nie­der­lan­de)
  • Wild Youth – We Are One (Irland)
  • Mar­co Men­go­ni – Due Vite (Ita­li­en)
  • Blan­ca Palo­ma – Eaea (Spa­ni­en)
  • Rei­ley – Brea­king My Heart (Däne­mark)
  • Teya & Sale­na – Who The Hell Is Edgar? (Öster­reich)
  • Mae Mull­er – I Wro­te A Song (Ver­ei­nig­tes König­reich)
  • Let 3 – Mama ŠČ! (Kroa­ti­en)

Show­no­tes:

Kategorien
Musik

Neue Musik von Foo Fighters, Everything But The Girl, Pet Shop Boys, MUNA und Amilli

Lukas ist zurück aus den Oster­fe­ri­en und muss sich erst­mal durch einen Sta­pel neu­er Releases arbei­ten: Die Foo Figh­ters haben die ers­te neue Musik nach dem Tod ihres Schlag­zeu­gers Tay­lor Haw­kins ver­öf­fent­licht, Ever­y­thing But The Girl das ers­te Album seit 24 Jah­ren und die Pet Shop Boys eine neue EP. Hin­zu kom­men Tracks von Sofia Kour­te­sis, Grand­brot­hers und Amil­li — und Lukas‘ ganz per­sön­li­che Geschich­te zur aller­letz­ten R.E.M.-Single.

Hier kli­cken, um den Inhalt von Spo­ti­fy anzu­zei­gen.
Erfah­re mehr in der Daten­schutz­er­klä­rung von Spo­ti­fy.

Alle Songs:

  • Foo Figh­ters – Res­cued
  • Ever­y­thing But The Girl – Cau­ti­on To The Wind
  • Pet Shop Boys – The Lost Room
  • Sofia Kour­te­sis – Mad­res
  • Grand­brot­hers – Infi­ni­te
  • Amil­li – SOAMI
  • MUNA – One That Got Away
  • R.E.M. – We All Go Back To Whe­re We Belong

Show­no­tes:

Kategorien
Literatur

Sex, Lügen und Video

In den letz­ten Tagen habe ich mei­ne hal­be peer group zuge­bal­lert mit der Fra­ge, ob sie ES denn schon gele­sen hät­ten — um dann jeweils nach­zu­schie­ben, dass mit „ES“ nicht der so beti­tel­te Roman von Ste­phen King gemeint sei, son­dern das mit vie­len über­ra­schen­den Groß­schrei­bun­gen durch­zo­ge­ne neue Buch von Ben­ja­min von Stuck­rad-Bar­re (wobei es eigent­lich in bei­den um extrem gru­se­li­ge Clowns geht).

„Noch wach?“ ist die Geschich­te drei­er Män­ner – ein Ich-Erzäh­ler; ein mäch­ti­ger Medi­en­ma­na­ger, der immer nur als „mein Freund“ vor­ge­stellt wird; ein Chef­re­dak­teur in des­sen Kon­zern, der jede Men­ge Affä­ren mit ihm unter­ge­ord­ne­ten jun­gen Frau­en unter­hält -, und eini­gen die­ser Frau­en, die als ein­zi­ge Cha­rak­te­re Namen haben. Mehr oder weni­ger zufäl­lig gerät der Erzäh­ler in die­sen Sumpf aus Macht­miss­brauch, Män­ner­kum­pe­lei und poli­ti­scher Radi­ka­li­sie­rung. Eine #MeToo-Geschich­te, die trau­ri­ger­wei­se über­all spie­len könn­te, im Text aber in einem Ber­li­ner Kra­wall-Fern­seh­sen­der, wes­we­gen sich jetzt alle fra­gen, ob damit nicht eigent­lich ein sehr kon­kre­tes Ver­lags­haus gemeint sein müss­te.

Benjamin von Stuckrad-Barre: „Noch wach?“

Es ist schon amü­sant, wenn auch auf Dau­er depri­mie­rend, zu sehen, wie das ver­sam­mel­te Feuil­le­ton-Per­so­nal das Lite­ra­tur­grund­stu­di­um in den Wind schießt und wie von Sin­nen Autor und Erzäh­ler, Fik­ti­on und Rea­li­tät (oder doch Wirk­lich­keit?) durch­ein­an­der­wirft und die gan­ze Zeit (und schon vor Ver­öf­fent­li­chung) einen „Schlüs­sel­ro­man“ her­bei­sehnt. Da möch­te man irgend­wann nur noch rufen: Kin­der, Schlüs­sel sind hier echt nicht das Pro­blem, son­dern Tas­sen und Lat­ten. Im Schrank und … naja, las­sen wir das.

Der unbe­ding­te Wil­le zur Dechif­frie­rung ist sen­sa­ti­ons­lüs­tern und unge­recht gegen­über dem Autoren, denn das Buch ist eben vor allem wahn­sin­nig gut geschrie­ben. Stuck­rad-Bar­re kann, das beweist er jetzt auch schon seit über 25 Jah­ren, in Situa­tio­nen das Wesent­li­che erfas­sen (was ja sel­ten das ist, wor­über alle reden wür­den) und beschrei­ben.

Damit macht „Noch wach?“ die gan­ze Drum­her­um-Bericht­erstat­tung abso­lut über­flüs­sig. Es ist, gera­de weil es sich immer wie­der lus­tig macht über abso­lu­te Urtei­le und defi­ni­ti­ve Ein­schät­zun­gen, ein bei­na­he kom­plet­tes Abbild der mitt­le­ren 10er bis frü­hen 20er Jah­re. Ein etwas zu früh erschie­ne­nes Kom­pen­di­um für nach­ge­bo­re­ne Gene­ra­tio­nen, in dem die spä­ter noch mal nach­gu­cken kön­nen, was für einen Quatsch es damals (also: heu­te, wenn auch nicht mehr zwin­gend nächs­tes Jahr) so gab: Twit­ter, Fox News, Elek­tro­rol­ler, Wire­card und die FDP.

Der leib­haf­ti­ge Elon Musk hat einen Cameo-Auf­tritt und wird dabei von Stuck­rad-Bar­re der­art gut beschrie­ben, dass irgend­wel­che Bio­gra­phien her­nach über­flüs­sig sind (was sie natür­lich eh sind, denn Elon Musk ist – wie die aller­meis­ten Män­ner in die­sem Buch – ein abso­lu­ter Loser, des­sen rela­ti­ve Wich­tig­keit sich objek­tiv nicht erklä­ren lässt, was die­se gan­zen Män­ner und ihre jewei­li­gen Erfol­ge um so erschüt­tern­der macht). Sprach­lich legt der Autor eine bru­ta­le Prä­zi­si­on an den Tag; lau­ter fina­le Ret­tungs­schüs­se mit der abge­säg­ten Schrot­flin­te. Die Sili­con-Val­ley-Hörig­keit altern­der deut­scher Mana­ger wird genau­so abge­hakt wie die mit ihr ein­her­ge­hen­den „new work“-Immobilien — und wenn man tat­säch­lich jemals zu Archi­tek­tur tan­zen konn­te, dann in der Form, wie Stuck­rad-Bar­re die­se absur­den „The Circle“-Konzernzentralen beschreibt. Ihre „Phi­lo­so­phie“: Arbeit soll sich anfüh­len wie Frei­zeit — aber eben auch umge­kehrt. Und das passt dann natür­lich wie­der sehr gut zur Ver­knüp­fung von Dienst­li­chem und Pri­va­tem auf ganz ande­rer Ebe­ne.

Eigent­lich erzählt der Roman auch min­des­tens zwei Geschich­ten: Die von die­sem gan­zen Macht­miss­brauch-Elend und die eines Vater­lo­sen, der viel zu lan­ge an sei­nem väter­li­chen Freund fest­hält, wäh­rend die­ser viel zu lan­ge an sei­nem lei­ten­den Ange­stell­ten fest­hält. Die eine über­la­gert die ande­re zurecht, weil sie die grö­ße­ren Unge­heu­er­lich­kei­ten ent­hält, aber irgend­wann lohnt es sich viel­leicht auch noch mal genau­er hin­zu­schau­en, wie vie­le jun­ge Män­ner, deren Väter frü­her zu viel gear­bei­tet haben, im Lau­fe der Jahr­zehn­te ihre Kar­rie­ren in allen mög­li­chen Bran­chen älte­ren Män­nern ver­dan­ken, die zwar zu wenig zuhau­se waren, aber wenigs­tens bei der Arbeit als „Men­tor“ jeman­den „unter ihre Fit­ti­che neh­men“ kön­nen.

Und natür­lich steht irgend­wann breit­bei­nig die Fra­ge im Raum, ob die Geschich­te von Frau­en, die sich durch ein Minen­feld von juris­ti­schen Dro­hun­gen, beruf­li­cher Exis­tenz­angst und Retrau­ma­ti­sie­rung bewe­gen, denn jetzt unbe­dingt von einem wei­te­ren Mann erzählt wer­den muss — aber auch damit setzt sich der Erzäh­ler (aber in Inter­views auch sein Autor) immer wie­der aus­ein­an­der. Der Erzäh­ler sagt, dass er sich die­se Rol­le nicht aus­ge­sucht habe, aber wenn einer der bekann­tes­ten Autoren des Lan­des auf die ganz gro­ße Pau­ke haut, schlägt das eben höhe­re Wel­len, als wenn jemand anders ein ande­res Buch zum glei­chen The­ma geschrie­ben hät­te. Das kann man unbe­dingt schlecht fin­den oder unge­recht, aber es ist – Stand jetzt – der Zustand unse­rer Auf­merk­sam­keits­öko­no­mie.

Dabei ist es beson­ders inter­es­sant, wie fast alle Medi­en über­se­hen, dass sie und ihre Spe­ku­la­ti­ons-Bericht­erstat­tung ja selbst schon im Roman vor­kom­men. Schwarz auf weiß, auf Sei­te 349:

Kurz­um, ein unwi­der­steh­li­ches Gos­sen­ge­schwätz­su­jet, und das berei­te­te vie­len die aller­größ­te Freu­de. Die Zuta­ten waren ja auch unschlag­bar: Sex, Schön­heit, lan­ge Näch­te — erst dadurch wur­de das gan­ze eine STORY, eine Sto­ry, die jeden inter­es­sier­te. Schwie­me­lig, dop­pel­deu­tig­keits­s­att und gei­fer­trie­fend geriet das Gere­de und Geschrei­be dar­über, und das nahm lei­der der eigent­li­chen Geschich­te ihre Wucht.

Kategorien
Musik

Podcast: Episode 7

Lukas ist ein biss­chen erkäl­tet und hat des­halb zum ers­ten Mal Hus­ten gehört, die Indie-Super­group von Gis­bert zu Knyphau­sen, Moses Schnei­der und Tobi­as Fried­rich. Außer­dem spielt er neue Songs von ARXX, Arlo Parks, Muff Pot­ter und The Natio­nal und ein Lieb­lings­lied von Japan­dro­ids:

Hier kli­cken, um den Inhalt von Spo­ti­fy anzu­zei­gen.
Erfah­re mehr in der Daten­schutz­er­klä­rung von Spo­ti­fy.

Alle Songs:

  • Hus­ten feat. Sophie Hun­ger – Dasein
  • ARXX – The Last Time
  • Men I Trust – Ring Of Past
  • Arlo Parks – Impu­ri­ties
  • Muff Pot­ter – Beach­bar
  • Gra­cie Abrams – Whe­re Do We Go Now?
  • The Natio­nal – Euca­lyp­tus
  • Japan­dro­ids – Fire’s High­way
Kategorien
Musik

Podcast: Episode 6

Am 25. März ist der ers­te Todes­tag von Tay­lor Haw­kins, dem Schlag­zeu­ger der Foo Figh­ters. Ich bin kein Exper­te oder Bio­graph für Tay­lor Haw­kins, aber ich moch­te ihn immer und ich mag Schlag­zeug spie­len und des­halb schaue ich heu­te in einer sehr per­sön­li­chen und etwas emo­tio­na­len Fol­ge zurück auf das Leben die­ses begna­de­ten Rock­stars:

Hier kli­cken, um den Inhalt von Spo­ti­fy anzu­zei­gen.
Erfah­re mehr in der Daten­schutz­er­klä­rung von Spo­ti­fy.

Alle Songs:

  • Foo Figh­ters – Sta­cked Actors
  • Ala­nis Moris­set­te – You Ough­ta Know (Live)
  • Foo Figh­ters – Next Year
  • Foo Figh­ters – Cold Day In The Sun
  • Den­nis Wil­son – Holy Man (Tay­lor Haw­kins Ver­si­on)
  • Tay­lor Haw­kins & The Coat­tail Riders – Not Bad Luck
  • King Prin­cess – Let Us Die
  • Foo Figh­ters – My Hero (Live Acou­stic)

Show­no­tes:

Kategorien
Musik

Podcast: Episode 5

Bochum, das musi­ka­li­sche Zen­trum der Bun­des­re­pu­blik: Jana von Janou erzählt uns, was es mit dem neu­en Song „Boy Is Bro­ken“ auf sich hat, dann hören wir Phi­li­ne Son­ny, unse­re Bot­schaf­te­rin beim SXSW. Außer­dem hat Lukas neue Musik von Meet Me @ The Altar, King Prin­cess und Kendrick Scott mit­ge­bracht, wir schwel­gen in Erin­ne­run­gen und tan­zen zum Oscar-prä­mier­ten „Naa­tu Naa­tu“.

Hier kli­cken, um den Inhalt von Spo­ti­fy anzu­zei­gen.
Erfah­re mehr in der Daten­schutz­er­klä­rung von Spo­ti­fy.

Alle Songs:

  • Janou – Boy Is Bro­ken
  • Phi­li­ne Son­ny – Same Light
  • Meet Me @ The Altar – Thx 4 Not­hin’
  • Death Cab For Cutie – I Miss Stran­gers (Acou­stic)
  • Tra­vis – Flowers In The Win­dow (Live)
  • Kaa­la Bhai­ra­va, M. M. Keer­ava­ni, Rahul Sip­li­gunj – Naa­tu Naa­tu
  • Kendrick Scott – One Door Clo­ses, Ano­ther Opens
  • King Prin­cess – The Bend

Show notes: