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Muse auf dem Straßenstrich

Heu­te waren also die Gut­ach­ter der Eli­te­u­ni­be­schau­kom­mis­si­on an unse­rer … äh: schö­nen Ruhr-Uni unter­wegs. Das erklärt so eini­ges:

  • Seit Wochen wer­den Beton­de­cken und ‑wän­de neu gestri­chen. Das Weg­wei­ser­sys­tem ist auf den neu­es­ten Stand gebracht und das Pflas­ter gerei­nigt wor­den. Sogar die Wasch­be­ton­plat­ten auf dem Cam­pus wur­den ange­ho­ben und neu ver­legt, wodurch sie ihr cha­rak­te­ris­ti­sches Klap­pern ver­lo­ren haben. Und wenn irgend­wel­che krass coo­len Sty­ler die frisch gestri­che­nen Flä­chen mit Eddings getaggt haben, wur­den die eben noch mal gestri­chen.
  • Die sog. Stu­den­ten­ver­tre­ter, denen ich seit jeher skep­tisch gegen­über­ste­he und von denen ich mich fast genau­so schlecht ver­tre­ten füh­le wie von unse­ren Poli­ti­kern, ver­tei­len Fly­er, pla­ka­tie­ren auf den frisch gerei­nig­ten Flä­chen und lau­fen mit Trans­pa­ren­ten umher, die sinn­ge­mäß aus­sa­gen: „Eli­ten sind doof“.
  • Heu­te stand die Poli­zei (nicht Toto & Har­ry, das muss man in Bochum ja immer dazu­sa­gen) auf dem Cam­pus und las „Bild“-Zeitung.

Mir fehlt das Hin­ter­grund­wis­sen zum The­ma „Vor- und Nach­tei­le einer Eli­te­uni­ver­si­tät“ (und weder mei­ne Stu­den­ten­ver­tre­ter noch mei­ne Uni­ver­wal­tung waren in der Lage, mir die­se dar­zu­le­gen) und ich fin­de es natür­lich auch lus­tig, wenn die mit­un­ter reich­lich her­un­ter­ge­kom­me­ne Ruhr-Uni plötz­lich so raus­ge­putzt wird.

Ich fin­de es aber auch schön, dass sie so raus­ge­putzt wird, denn ich gehe lie­ber über einen raus­ge­putz­ten, als über einen ver­wahr­los­ten Cam­pus. Des­halb fin­de ich es auch nicht schön der Uni, den Stu­den­ten und den Hand­wer­kern gegen­über, wenn frisch raus­ge­putz­te Flä­chen wie­der mit irgend­wel­chen aus­sa­ge­lo­sen Schmie­re­rei­en bekra­kelt wer­den. Auch aus­sa­ge­vol­le Schmie­re­rei­en soll­ten aus Grün­den der Ästhe­tik und der Höf­lich­keit woan­ders unter­ge­bracht wer­den.

Ich kann zum The­ma Uni aber noch hin­zu­fü­gen, dass es in der „Süd­deut­schen Zei­tung“ [via Der Mor­gen] und in der „Net­zei­tung“ zwei recht auf­schluss­rei­che Arti­kel über die Fol­gen der Bache­lor-/Mas­ter­stu­di­en­gän­ge für das Bil­dungs­we­sen und die Gesund­heit der Stu­den­ten zu lesen gibt. Und ver­mut­lich soll­te mir das auch etwas zum The­ma „Vor- und Nach­tei­le von Eli­te­uni­ver­si­tä­ten“ ver­ra­ten …

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So I start a revolution from my bed

Gallagher Lane in San Francisco, CA

Zur Stun­de ist ja bekannt­lich Macht­wech­sel in Groß­bri­tan­ni­en. Das ist an sich schon ganz gro­ßes Kino, gewinnt aber noch mehr Qua­li­tät durch die (natür­lich her­vor­ra­gen­de) news covera­ge von BBC World:

Ein Bei­trag, in dem ein Inti­mus über den desi­gnier­ten Pre­mier­mi­nis­ter Gor­don Brown spricht, wur­de mit dem Intro von „Won­der­wall“ unter­legt, und zum Abschluss gab es dann noch mal die schöns­ten Bil­der aus Tony Blairs zehn­jäh­ri­ger Amts­zeit, unter­legt mit? Na klar: „Don’t Look Back In Anger“.

Und jetzt stel­len wir uns mal vor, ARD und ZDF unter­leg­ten den nächs­ten Regie­rungs­wech­sel in Deutsch­land mit … äh … mit … Ach ver­dammt, der Ver­gleich hinkt dop­pelt …

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Lug und Trug reloaded

Als ich gera­de den Fern­se­her ein­schal­te­te, rede­te gera­de Wolf­gang Schäub­le. Ich woll­te schon ent­setzt wie­der umschal­ten, aber das, was Schäub­le sag­te, mach­te mich neu­gie­rig:

Ich bin wirk­lich erschüt­tert, dass in einem sol­chen Maß gelo­gen und betro­gen wor­den ist.

„Nanu“, dach­te ich, „was fan­gen die denn jetzt plötz­lich wie­der mit der CDU-Spen­den­af­fä­re an?“

War natür­lich Blöd­sinn: Schäub­le hat­te nur kurz im Phra­sen­le­xi­kon für Spit­zen­po­li­ti­ker nach­ge­schla­gen, um sich zu den neu­es­ten (natür­lich total über­ra­schen­den) Ent­hül­lun­gen in Sachen Doping im Rad­sport zu äußern.