Give Facts A Chance
Von Lukas Heinser am Freitag, 12. September 2008 12:40
Kategorie: Living In A Magazine
Ich weiß nicht, warum sich Journalisten dieser Tage so auffallend schwer damit tun, sich korrekt daran zu erinnern, wann und wo John Lennon erschossen wurde (8. Dezember 1980 vor dem Dakota Building in Manhattan, steht auch in der Wikipedia).
Ich weiß nur, dass es so ist:

(“Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung”, 7. September 2008)

(“Welt am Sonntag”, 7. September 2008)

(“Bild”, 11. September 2008)
Mit Dank u.a. an BILDblog-Hinweisgeber Wilhelm E.
Freitag, 12. September 2008 15:07
Am Thema vorbei, aber interessiert mich grade: Wer hat die blutbespritzte Brille fotografiert und daraus ein Plattencover gemacht?
Freitag, 12. September 2008 15:50
Yoko Ono (s.a. den verlinkten “Bild”-Artikel).
Freitag, 12. September 2008 18:10
Sorry… Peinlich. Naja, wieder eine Bildungslücke geschlossen.
Sonntag, 21. September 2008 17:10
Ist Zeitdruck heute der Grund für schlampige Recherche oder ist das gewollt?
Montag, 22. Februar 2010 19:32
Recherche? Zumindest das Jahr und den Ort des Attentats hat man doch im Kopf; schon gar als Journalist.
Dienstag, 23. Februar 2010 7:42
@Jeeves Um Gottes Willen, warum? Das ganze ist jetzt dreißig Jahre her und nur noch von begrenztem Interesse. Ansonsten müßten Journalisten ja Abertausende von Todesorten und Todesdatum auswendig im Kopf haben.
“War Musiker” und “Um die 80er herum ermordet” reicht völlig, der Rest kann recherchiert werden.
Dienstag, 23. Februar 2010 10:14
@ Peter Brülls
1.) John Lennon war nicht irgendein Musiker, der auf irgendeine Art und Weise gestorben ist. Daher wissen es doch einige Leute auch ohne Recherche
2.) Der Rest kann recherchiert werden? Nun offensichtlich ja nicht, wenn man sich den Müll so ankuckt, der geschrieben wird. Da scheinen ja einige “Qualitätsjournalisten” sogar zu doof oder zu faul zu sein, mal bei Wikipedia zu kucken.
Dienstag, 23. Februar 2010 10:31
zu 1:
Nein, er war nicht irgendein Musiker, aber nun weiß Gott nicht Jesus Christus. Man sollte die persönliche Begeisterung für eine Person nicht mit deren Relevanz verwechseln. Bedeutende Menschen, die durch Gewalt oder sonst wie umkamen, gibt es zu hunderten. Die kann man nicht alle kennen. Geht einfach nicht.
zu 2: Darum gibt es eigentlich den Beruf des Fakt-Checkers. Egal für wie toll ein Journalist sein Gedächtnis hält, er sollte das, was er schreibt, trotzdem noch mal verifizieren oder verifizieren lassen. Dann passieren solche Klopfer wie die zitierten auch nicht, denn die Verfasser werden sich die Daten ja eben nicht ausgedacht haben, sondern ehrlich geglaubt haben, daß sie sich korrekt erinnern. (Von BILD mal abgesehen.)
Dienstag, 23. Februar 2010 16:51
@Jeeves:
“Zumindest das Jahr und den Ort des Attentats hat man doch im Kopf;”
Äh, nein? Ich hab weiß Gott wichtigeres zu tun, als mir Jahr und Ort des Lennonattentats zu merken. Da gibt es weitaus wichtigere Dinge, die “man im Kopf” hat/haben sollte.
Dienstag, 23. Februar 2010 20:42
@Toby…. zum Teil ist die Antwort “JA”, wir werden oft sehr schlecht bezahlt, und das Checken von Info ist ein Opfer davon. Sogar wenn man es im Kopf hat, Jeeves, must man es checken. In der “alten Zeit”, gab es einen “fact checker” der das alles gemacht hat. (Mein Deustch ist vielleicht komisch, ich bin Ausländer, sorry) …. Ein Beispiel für Bezahlung. 1986, gebauter Beitrag für Rundfunk: DM 400 + ein bisschen Urlaubsgeld + KV (anteilig) + Spesen und ein Techniker hat es gemixt. Heute: € 220 brutto. Mwst. muss ich abziehen. Und mixen darf ich auf selber.
Ja, wir werden sehr schlecht bezahlt.