Der Ölprinz

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 4. März 2011 13:38

Am Ende sind sie alle geschockt. Auf den Fernsehschirmen ist Adolf Hitler zu sehen, der “Führer” ihrer Organisation. “Ja, ja, Ihr wärt alle gute Nazis gewesen”, sagt ihr Lehrer Ben Ross1 und die Schüler in der vollbesetzten Aula schweigen betreten. Steht “Die Welle” von Morton Rhue eigentlich immer noch auf dem Lehrplan von Englischkursen?

Nazi-Vergleiche verbieten sich eigentlich als Stilmittel in der sachlichen Auseinandersetzung. Und dennoch fällt es schwer, angesichts von Hunderttausenden, meist jungen Menschen, die sich bei Facebook “Gegen die Jagd auf Karl-Theodor zu Guttenberg” aussprechen oder “Wir wollen Guttenberg zurück” fordern, nicht von einer “Guttenbergjugend” zu sprechen.

Es ist schwer zu sagen, woher ausgerechnet bei einer eher als unpolitisch gescholtenen Jugend plötzlich diese Begeisterung für einen einzelnen Minister herkommt — noch dazu für einen von der CSU, die sonst nicht unbedingt einen übermäßigen Zuspruch junger Wähler erfährt. Ist es wirklich “eine ganz natürliche Neigung der Menschen, nach einem Führer Ausschau zu halten, nach irgendjemandem, der alle Entscheidungen” trifft,2 oder fällt das Licht einer Massenhysterie hier eher zufällig auf einen Politiker?

Chuck Klosterman hat einmal geschrieben,3 dass man wahrscheinlich alle Menschen außerhalb seines engsten Freundeskreises mit einem einzigen Satz beschreiben könne. In Wahrheit reicht vermutlich ein einziges Wort oder Gefühl aus: Der Typ, der auf dem Schulhof immer alleine rumstand? “Nerd”. Die Kellnerin aus dem Café um die Ecke? “Niedlich”. Stefan Effenberg? “Trottel”.

Wer das politische Tagesgeschäft nicht mal mindestens verfolgt, aber an Titelbildern wie “Der coole Baron”, “Die fabelhaften Guttenbergs” oder “Wir finden die GUTT!” vorübergeht, speichert den charismatischen Franken natürlich schnell unter “cool” ab, so wie ich als Kind Helmut Kohl unter “dick und mit Sprachfehler” abgespeichert hatte. Wenn Guttenbergs Karriere nicht ein jähes vorläufiges Endes gefunden hätte, wäre er bis zur Bundestagswahl 2013 sicher noch auf dem Cover des deutschen “Rolling Stone” (Herausgeber: Ulf Poschardt) und der “Bravo” aufgetaucht.

Im Prinzip ist Guttenberg für die jungen Leute also nichts anderes als Justin Bieber, Miley Cyrus oder Katy Perry — und genau auf diesem Level verteidigen die Fans ihr Idol auch. Doch während Diskussionen über musikalische Geschmäcker müßig sind (ich fand “Baby” von Justin Bieber zum Beispiel gar nicht schlecht), folgen politische Diskussionen für gewöhnlich gewissen argumentativen Regeln. (Dieser Satz ist eine Arbeitshypothese, die bei jeder Bundestagsdebatte und jeder Polit-Talkshow widerlegt wird, aber anders kommen wir hier nie aus dem Quark.)

Wie soll man jetzt jemandem begegnen, der “DIE sind doch nur neidisch!” für ein zwingendes Argument hält, einen Betrüger im Amt zu halten — noch dazu, wenn dieses “Argument” auch von führenden Unionspolitikern vorgebracht wird? Was soll man jemandem entgegnen, der wahrscheinlich nicht einmal die Hälfte der Bundesminister namentlich benennen könnte, aber im Brustton der Überzeugung verkündet: “Er war einfach der beste minister von allen!!”? Und wie erklärt man Menschen, die noch nie eine Universität von innen gesehen haben oder – viel schlimmer! – ein hektisches Bachelor/Master-Studium zum Zwecke der schnellen Berufsqualifikation durchlaufen haben, wie erklärt man denen, was wissenschaftliche Ehre und Bildungsgedanken sind?

Insofern kann man der Anruferin, die sich in einer zehnminütigen Diskussion mit dem Radio-Fritz-Moderator Holger Klein wiederfand (von der sie vermutlich anschließend annahm, aus ihr als Siegerin hervorgegangen zu sein), sicher attestieren: “Du bist Deutschland!”

Der Fall Guttenberg war außerhalb des politischen Berlins auch eine Auseinandersetzung zwischen zwei Lagern: Auf der einen Seite die bürgerliche Presse und die entsetzten Akademiker, die den Ruf des Bildungsstandortes Deutschland in akuter Gefahr sahen, auf der anderen Seite “Bild” und das einfache Volk. Oder, vom Volk abgegrenzt, wie Herder sagen würde: “der Pöbel auf den Gassen, der singt und dichtet niemals, sondern schreyt und verstümmelt.”4

Karl-Theodor zu Guttenberg hat viel falsch gemacht, aber Fans, die so etwas womöglich ernst meinen könnten, hat auch er nicht verdient:

Guttenberg ist der PERFEKTE Mensch! Sein selbstkritisches Auftreten, seine uneingeschränkte Ehrlichkeit sowie seine reichhaltige Kompetenz sind unübertroffen. Guttenberg ist der ERLÖSER!!! Er muss WELTHERRSCHER werden, dann würde es durch seine MENSCHLICHKEIT endlich WELTFRIEDEN geben!

Es sind halt Fans und Fans handeln – das weiß jeder, der schon einmal im Fußballstadion oder auf einem Rockkonzert war – nicht immer rational. Entweder, sie bleiben ihren Helden bis zur Selbstverleugnung treu, oder sie sind irgendwann so enttäuscht, dass sie sich gegen ihr Idol stellen.

Ich bin mir sicher, viele der Guttenberg-Fans fanden vor zwei, drei Jahren auch Barack Obama gut — einfach, weil er cool und anders war. Dabei wäre es doch irgendwie beruhigend zu wissen, dass die Menschen den heutigen US-Präsidenten in erster Linie verehren, weil sie seine Meinung teilen und seine Versuche bewundern, seiner Linie trotz allem treu zu bleiben. Dass er dabei unbestreitbar cool und einzigartig ist, kann ja dann gerne einer der weiteren Gründe für seine Beliebtheit sein.

Guttenberg ist dabei gar nicht der erste deutsche Nachkriegs-Politiker, der die Massen zu mobilisieren wusste: 1972 machten junge Leute, die noch lange nicht selbst wählen durften, unter dem Slogan “Willy wählen!” Wahlkampf für Willy Brandt. Nur: Diese Leute unterstützten Brandt wegen seiner politischen Ansichten, wegen seiner Ostpolitik, ohne die Helmut Kohl nie zum “Kanzler der Einheit” hätte werden können. Bei Guttenberg konnten nicht einmal aufmerksame Beobachter sagen, wofür er stand und was seine Linie war. Es war ja auch fast jeden Tag eine andere: Bei einer staatlichen Rettung von Opel mit Rücktritt drohen, dann doch im Amt bleiben; den Luftschlag von Kundus “angemessen” nennen, dann “unangemessen”; in Sachen Gorch Fock keine schnellen Urteile fällen wollen, dann spontan (und im Beisein der “Bild”-Zeitung) den Kommandanten feuern. Und immer waren die Anderen schuld. Wer das ernsthaft als “gute Arbeit” bezeichnet, den möchte ich nicht meine Heizung reparieren lassen — er könnte ja schon nächste Woche mit den montagebereiten Nachtspeicheröfen vor der Tür stehen.

Wenn Kai Diekmann jetzt vom “grauen Mittelmaß” der Politiker schreibt, die nun wieder das politische Berlin beherrschten, und Nikolaus Blome die “politische Hygiene” beklagt, möchte ich ihnen entgegen rufen: Meinetwegen können die Politiker so grau sein, wie sie wollen, sie sollen ihre verdammte Arbeit ordentlich machen und sich anständig verhalten! Politik ist nicht Teil des Showgeschäfts, auch wenn das seit dem Umzug der Bundesregierung nach Berlin immer mal wieder gern vergessen wird.

“Aber das Volk liebt ihn doch!”, wenden Diekmann und Blome dann unisono ein. Der Vorwurf, die Politik höre nicht auf das, was die Bevölkerung wolle, lenkt davon ab, dass selbst “Bild” es nicht geschafft hat, Guttenberg im Amt zu halten, und damit weiter an Einfluss verloren hat. Stattdessen beklagen ihre Redakteure die weiter fortschreitende “Politikverdrossenheit”, die Journalisten seit 20 Jahren zu erkennen glauben. Dabei wäre es die verdammte Aufgabe von Journalisten, den Bürgern die Zusammenhänge zwischen der graue Politik und ihrem Leben aufzuzeigen und kritisch, aber nicht pauschal verurteilend, zu begleiten, was “die da oben” eigentlich den ganzen Tag so machen. Die Aufgabe der Presse ist es jedenfalls nicht, Politglamour-Paare hochzuschreiben!

Warum sich das deutsche Volk (oder genauer: große Teile dessen) offenbar mehr als 90 Jahre nach Abschaffung des Adels in Deutschland ausgerechnet einen “Freiherrn” ins Kanzleramt wünscht, lässt sich eigentlich nur damit erklären, dass die Deutschen zu oft beim Arzt und/oder Friseur sind und ob der Lektüre der dort ausliegenden Magazine eine gewisse Sehnsucht nach Blaublütern verspüren. Das ist irritierend, denn bisher haben wir im Geschichts- und Politikunterricht gelernt, dass die Massen gegen die Klassen kämpfen würden.

Eigentlich ist es den Leuten aber eh egal, zu wem sie aufschauen, so lange sie zu jemandem aufschauen können: Zu Lady Di, zum Papst oder eben zu “KT” und seiner Stephanie. Die Guttenbergs boten die ölige Projektionsfläche für alle, die niemals König oder Königin von Deutschland werden würden: Ausgestattet mit einem ordentlichen Stammbaum, in einer Bilderbuchehe verheiratet, mit einem Privatvermögen im Rücken, dessentwegen man gar nicht arbeiten müsste. Die Idylle lockte wie ein alter Heimatfilm.

Guttenberg war die personifizierte Umkehr der Zeiten, als die Populärkultur politisch wurde: im Politbetrieb war er “Pop”, was der Kulturwissenschaftler Thomas Hecken als “Kürzel für mal glatte und oberflächliche, mal durchschlagende und intensive Reize” beschreibt.5

Ab einem bestimmten Punkt wird jede Bewegung zum Selbstläufer; die Masse findet gut, was beliebt und erfolgreich ist. So lässt sich der plötzliche unfassbare Charterfolg einer 17 Jahre alten Coverversion eines heute mehr als 70 Jahre alten Songs erklären, aber auch der schier unglaubliche Zulauf, den die Pro-Guttenberg-Seiten bei Facebook erfahren. Ich wüsste gerne, wie viele der Guttenberg-Jünger gleichzeitig auch Fans von Unheilig sind.

Nach dem selben Prinzip funktioniert dann auch die Argumentation: Die Leute plappern nach, was sie anderswo (also: bei Gleichgesinnten) schon gehört und nicht verstanden haben. Aber haltlose Behauptungen werden nicht wahrer, wenn sie hundertfach wiederholt werden — und das gilt für beide Seiten, wie die peinliche Geschichte mit dem angeblichen “Star Trek”-Zitat in Guttenbergs Rücktrittsrede beweist.

Dass man Verfehlungen nicht gegeneinander aufwiegt, lernt man normalerweise im Kindergarten. Offenbar wächst sich das mit der Zeit aber wieder raus:

Für mich ist des ne Lapalie!!! Andere sind immernoch im Amt und treiben viel schlimmer Sachen ich sage nur Berlusconi!!!! Dass das nicht ok ist mit dem Doktortitel ist klar aber des hatte nichts mit seiner Arbeit als Politiker zu tun!!!

Wenn nun also ernsthaft junge Menschen, die durchaus Abitur haben und studieren, fragen: “Was hat die gefälschte Doktorarbeit denn mit den politischen Fähigkeiten der Person zu tun?”, muss man erst mal kurz durchatmen und die Blutdruckhemmer einwerfen, bevor man in leicht verständlichen Worten zu erklären versucht, dass man persönlich für seinen Teil Menschen, die als Betrüger entlarvt seien, jetzt eher ungern in politischen Ämtern sähe. Das mit “Vorbildfunktion” und “Bildungsrepublik” lässt man lieber direkt weg.

Dann heißt es: “Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein”,6 in dezenter Verkennung des Umstandes, dass Jesus das damals ziemlich konkret gemeint hat: Die Pharisäer wollten die Ehebrecherin nämlich steinigen. Nähme man die Geschichte aber als universellen Rechtsgrundsatz, wäre die Besetzung von Richterbänken und Staatsanwaltsposten eine unlösbare Aufgabe.

Ohne Sünde ist niemand (außer die Mutter Gottes in der Katholischen Kirche), aber bestimmte Sünden sorgen einfach dafür, dass man für bestimmte – oder gar alle – Ämter ungeeignet ist. (Die Ausnahme stellt auch hier wieder die CDU/CSU dar, wo man auch noch geschmeidig Verkehrsminister werden kann, nachdem man unter Alkoholeinfluss einen tödlichen Verkehrsunfall verschuldet hat, oder Finanzminister, wenn man sich nicht daran erinnern kann, einmal 100.000 DM in bar entgegengenommen zu haben.) Und dass “alle anderen Politiker auch Dreck am Stecken” haben sollen, entpuppt sich spätestens dann als windschiefe Verteidigung, wenn der eigene Partner zu einem sagt: “Aber alle anderen gehen doch auch fremd, Schatz!”

Wenn irgendwelche Jungspunde bei Facebook jetzt also “Guttenberg for Reichskaiser” fordern, können wir nur von Glück sprechen, dass Karl-Theodor zu Guttenberg zweifelsohne ein überzeugter Demokrat ist, und die Demagogen, die Deutschland in den letzten 65 Jahren hervorgebracht hat, allesamt unansehnlich oder rhetorisch überfordert waren — oder in den meisten Fällen gleich beides. Doch wehe, wenn jemand auftauchen sollte, der Pop-Appeal verströmt und nebenbei Volksverhetzung betreibt!

Eines noch zum Schluss: Die Frage “Gibt es denn nichts Wichtigeres auf der Welt?” ist das dümmste aller dummen Null-Argumente. Denn es gibt ja auch “Wichtigeres als Steuerhinterziehung, Fahren im angetrunkenen Zustand, das Heraustelefonieren von Lustmädchen aus Untersuchungsgefängnissen durch Ministerpräsidenten, Vulgarität und was nicht noch alles”, wie es Jürgen Kaube in der “F.A.Z.” formuliert hat.7 Die Antwort lautet also in nahezu jedem Kontext: “Doch, natürlich gibt es Wichtigeres.” Ginge es danach, müsste uns alles egal sein, was nicht direkt zur Schaffung des Weltfriedens beiträgt. Ich schlage vor, dass wir mit dem Ignorieren der Anzahl von Facebook-Fans anfangen.

  1. Morton Rhue: Die Welle. Ravensburg, 2011 (11984), S. 176. []
  2. ebd, S. 174. []
  3. Chuck Klosterman: Sex, Drugs and Cocoa Puffs. New York, 2004, S. 202. []
  4. Johann Gottfried Herder: “Volkslieder. Nebst untermischten andern Stücken, Zweiter Teil” [1779], in: Werke, herausgegeben von Ulrich Gaier. Frankfurt am Main, 1990, S. 239. []
  5. Thomas Hecken: Populäre Kultur. Bochum, 2006, S. 32. []
  6. Johannes, 8.7 in: Die Bibel. []
  7. Jürgen Kaube: “Vgl. auch Guttenberg 2009″, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22. Februar 2011, S. 27. []

107 Kommentare

  1. Stefanie
    4. März 2011, 14:14

    danke.

  2. SvenR
    4. März 2011, 14:22

    Was mich am meisten erschreckt, dass diese vollkommen kritikbefreite Verehrung zu Guttenbergs durch alle gesellschaftlichen Schichten geht.

    Eine jüngere Bekannte (Studentin) sagte mir, KT habe sie wieder dazu gebracht, sich für Politik zu interessieren. Meine Nachfrage, wie er das gemacht habe, wird nebulös mit seiner schieren Existenz begründet.

    Eine etwas ältere Kollegin meinte, er habe “hervorragende Arbeit geleistet”. Meine Nachfrage, ja wo denn genau, wird fast konkret mit “Bundeswehrreform” beantwortet. Und das, wo wir noch nicht einmal einen Hauch eines Schimmers einer Ahnung haben, ob es funktionieren wird, was es kostet, und was für eine Armee am Ende dabei herauskommt?

    Meine Mutter meint, wir seien alle nur neidisch, dass er es geschafft hätte. Was denn bloß? Über Jahre mit dem betrug zu Leben ohne sich etwas anmerken zu lassen? Ob ich nie abgeschrieben hätte? Nein, und wenn ich erwischt worden wäre, wäre es mir definitiv schlechter gegangen. In ihrer Welt haben irgendwelche linken Aktivisten seine Doktorarbeit gefälscht oder diese Internetseiten lügen alle, wobei die Leute bei Facebook, die seien doch auch “alle für ihn”.

    Nebenbemerkung: In seiner Rücktrittsrede hatte er ja schon kleinere Anflüge von Selbstkritik versteckt, aber bevor es dann tatsächlich zu selbstkritisch wurde, waren dann doch immer wieder die andere schuld.

  3. Uli
    4. März 2011, 14:34

    “Ich wüsste gerne, wie viele der Guttenberg-Jünger gleichzeitig auch Fans von Unheilig sind.”
    Made my day.

  4. elplato
    4. März 2011, 14:37

    Danke.

  5. Horst
    4. März 2011, 14:49

    Es ist schon erstaunlich wie hier, als auch bei SPON, Tagesschau.de und anderen angeblich seriösen Medien der Facebook-Gruppe “Wir wollen Guttenberg zurück” eine Relevanz und Bedeutung zugeschrieben wird, die diese einfach nicht hat. Es lässt sich nicht überprüfen wie viele der Mitglieder wirklich echte Profile sind, und auch nicht wie viele in der Gruppe sind um die etwaige Argumente mit Schadenfreude zu verfolgen genauso wenig wie sich die Anzahl der Leute feststellen lässt die impulsiv auf “like” geklickt haben, ohne das wirklich argumentativ untermauern zu können.
    Das ist und bleibt eine Facebook-Gruppe. Sobald wir hier Montagsdemonstrationen mit 40.000 Pro-Guttenberg-Demonstranten haben, würde ich mir Sorgen machen. Aber ein “Like” bei Facebook macht weder richtige Fans, noch stellt sie es eine Bewegung da.

    Aber Danke fürs Auflisten der wichtigsten Argumente für Guttenbergs Rücktritt.

    Btw, warum gibt es eigentlich nicht alle Bücher digital verfügbar, dann könnte man Fussnoten auch direkt verlinken…

  6. Jan
    4. März 2011, 14:58

    Klasse Text!

    Auf die Gefahr hin, dass das jetzt als reine Meta-Pointe verstanden wird: Woher stammen die eingerückten Zitate der Guttenberg-Jünger?

  7. Iris
    4. März 2011, 15:04

    Der Fanatismus ist das Tor in die menschlichen Abgründe. Wer es durchschreitet, dessen kritischer Verstand löst sich augenblicklich in Nichts auf.

  8. Schlittschuh
    4. März 2011, 15:24

    Die Verlinkung zu der Radiohead-Rezension. Großartig!

    Werde mich die nächsten Tage auch mal auf die Suche nach DEM korrekten Argument machen, wieso er denn so gut gewesen sein soll.

  9. christopher
    4. März 2011, 15:44

    ja, einfach nur danke.

  10. Sabine
    4. März 2011, 16:08

    Guter Text. Eine Anmerkung zu der anscheinend im Moment verbreiteten Meinung, dass mal “Belügen” nicht schlimm sei: Das ist keine Rechtfertigung, aber 99% aller Politiker haben deutlich mehr Dreck am Stecken – der noch dazu bekannt ist – als einen unwürdig erworbenen Doktortitel und sind immer noch Amt. Wieso?

  11. Folke
    4. März 2011, 16:24

    Vielleicht emfinden die “Pro-Guttenberg-Jünger” das als Satire? Das immerhin würde von einem Sinn für Humor zeugen, den ich durchaus schätzen würde.

  12. Complott
    4. März 2011, 17:10

    Wunderbar, ich hatte mich schon an den Rechenknecht gesetzt und wollten die ersten paar Zeilen eines ähnlichen Kommentars tippen. Brauche ich nicht mehr, ist jetzt schon länger und schöner von dir gesagt.

    Danke! Sollten man in der Gruppe mal als Link posten(auch wenn da glaube ich nicht viel passiert, eher ein paar ” Du bist doch nur neidisch!”-Kommentare hierrunter).

    btw: “Der Ölprinz” made my day!

  13. willi eipok
    4. März 2011, 17:39

    Das Phänomen zu Guttenberg ist doch typisch deutsch. Bei uns gibt es einen, der zweimal von der höheren Lehranstalt verwiesen wurde, wegen Fehlzeiten und Schummelei. Zum Glück konnte dieser “Wohlgeborene” dann durch Erbschaft in eine große Firma eintreten. Ich mußte die Prüfungen mit Studium durchlaufen, machte einen ordentliche Abschlußprüfung und eine normale Karriere. Jener fuhr schon bald einen Porsche, hatte Freundinnen, die mehr dem Bordsteinmilieu ähnelten, als den Models. Nun ist hier jeder im Dorfverein (größeres Dorf). Da muß auch oft Hand angelegt werden. Viele Jahre hab ich da an vorderster Stelle mitgewirkt, jener hat sich nie die Hände schmutzig gemacht, kam höchstens mal per Porsche im feinen Zwirn zum Zuschauen. “Der hat 10 Telefone auf seinem Schreibtisch”, na ja ich hatte nur 3. Gemunkelt wurde von dubiosen Geschäften, weshalb jener auch schon mal vor Gericht zitiert wurde. Ich hatte dann ein kleines Häuschen gebaut, jener eine Riesenvilla, nur, ich mußte die Drainage selbst buddeln, jener hat eine Kiste Bier hingestellt und das halbe Dorf war da. Nach zig Jahren hab ich das Nachdenken eingestellt und es ist mir egal, aber zurück zum Kern: Damals schon hab ich nicht verstanden, wie solch ein Lügenbold und Trickser die Meute hinter sich bringt, heute verstehe ich den Guttenberg-Hype ebenso nicht, aber die Parallelen sind da.

  14. JessF
    4. März 2011, 17:55

    Danke!

    Du hast anschaulich und ausführlich in Worte gefasst, was mir eher unverdaut im Hinterkopf herumschwirrte.
    Wenn ich jetzt noch ausgewählte Freunde und Bekannte hierher verweisen könnte…

  15. Christian
    4. März 2011, 18:10

    Vielen Dank.
    Dieser Beitrag ist das beste, was ich bisher zum Thema gelesen habe.

    Interessant finde ich allerdings auch oftmals die Argumentation derer, die „gegen“ Guttenberg sind. Manchmal hat man das ungute Gefühl, dass es derzeit schlicht zum Chic bestimmter Kreise gehört, „dagegen“ zu sein – auch wenn man keine Ahnung hat.
    (Derzeit könnte einem das natürlich völlig egal sein, wenn es nicht so entlarvend wäre.)

  16. Thomas
    4. März 2011, 19:18

    Danke für diesen hervorragenden Beitrag!

  17. Kim
    4. März 2011, 20:32

    Ein einfaches “danke” sagt alles.

  18. Oliver Ding
    4. März 2011, 22:11

    Hihi. Schöner Zwischendurch-Link. :-D

  19. JanM
    4. März 2011, 22:47

    Toller Artikel, danke! Aber:

    “Steht “Die Welle” von Morton Rhue eigentlich immer noch auf dem Lehrplan von Englischkursen?”

    Das kann ich den heutigen Schülern nicht mit gutem Gewissen wünschen. Nach der Schullektüre dieses Dampfhammermoraltraktats habe ich damals für einen Moment darüber nachgedacht, aus reinem Trotz Gelegenheitsnazi zu werden. Gut gemeint, ja, aber.

  20. Pejman
    5. März 2011, 0:43

    Schöner Beitrag.

  21. BoleB
    5. März 2011, 7:46

    Vielen Dank! Wirklich einer der besten Texte zu dem Thema. Eigentlich wollte ich dazu nix mehr lesen, geschweige denn schreiben. Aber dein Beitrag zeigt mal wieder, dass Abwarten und Gedanken sorfältig sortieren sich immer wieder lohnt.

  22. Fritz Goergen
    5. März 2011, 7:46

    Die Guttenberg-Welle ebbt ab, aber die zugrunde liegende Wut auf die “politische Klasse” von Politikern, Journalisten, Lobbyisten, Funktionären, Bankern und Managern bleibt.

  23. Links anne Ruhr (05.03.2011) » Pottblog
    5. März 2011, 10:22

    […] Der Ölprinz (Coffee And TV) – Über die Begeisterung für Karl-Theodor zu Guttenberg. […]

  24. Peter Schliebs
    5. März 2011, 12:10

    Bild und zu Guttenberg = Eine unheilvolle Allianz, die man in Abwandlung des berühmten Brand-Ausspruchs mit den Worten:”Hier wuchs zusammen, was zusammen gehört!” beschreiben kann.
    Danke für diesen und für viele andere Ihrer Artikel in diesem Blog.

  25. Peter Schliebs
    5. März 2011, 12:20

    PS Ich weiß das Brandt mit “dt” geschrieben wird.

  26. fabian
    5. März 2011, 13:05

    super Text! Wann und in welcher Sendung war die Anruferin bei Holger Klein?

  27. Lukas Heinser
    5. März 2011, 13:25

    @Jan: Die Zitate hatte ich (wahllos, aber durchaus repräsentativ) aus den Pro-Guttenberg-Fangruppen bei Facebook rauskopiert. Leider, ohne die genauen Quellen und Autoren zu sichern.

  28. Roman Dilken
    5. März 2011, 13:45

    Danke für diesen wunderbaren Text!

  29. Daniel
    5. März 2011, 13:52

    Vielen Dank!

  30. Moritz
    5. März 2011, 13:58

    Ein großartiger Beitrag. Schade nur, dass ihn die Betroffenen nie lesen werden – was wiederum mich betroffen macht.

  31. 50hz
    5. März 2011, 14:01

    Hach.

  32. Wolfgang Noelke
    5. März 2011, 14:08

    Exzellentes Fazit! Danke!

    Es ist der beste Text, den ich zu dieser Sache gelesen habe und es gibt dem nichts mehr hinzuzufügen. Es sind auch die besten Argumente dafür, solche Typen nicht wiederkehren zu lassen.

    Ich verlinke diesen Text jetzt im Begleittext der beiden Videos, die ich zur causa Guttenberg veröffentlichte:

    Demo in Berlin:
    https://www.youtube.com/watch?v=ZNKdQz98X_w

    Übergabe des Doktoranden-Protestes:
    https://www.youtube.com/watch?v=Nz6X0K1DlUo

  33. Sockenblog » Guttenberg
    5. März 2011, 14:09

    […] Der meiner Meinung nach beste Artikel zum Fall Guttenberg (via sixtus) und ein erheiterndes Foto von der Pro-Guttenberg-Demo in Berlin (via netzpolitik). Mehr gibt es von meiner Seite nicht mehr zu sagen.   Tweet   […]

  34. dk
    5. März 2011, 14:11

    Hallo,
    Ich stimme ihrem Artikel bis auf einem Punkt zu: “: Auf der einen Seite die bürgerliche Presse und die entsetzten Akademiker, die den Ruf des Bildungsstandortes Deutschland in akuter Gefahr sahen, auf der anderen Seite “Bild” und das einfache Volk”

    Das ist eine Vereinfachung, der ich zwar auch erst folgte, aber irgendwann einsehen musste, dass die Gruppen doch differenzierte zu bewerten sind. Auch genug Akademiker feiern ihn, wie man auf der fb-Seite erkennen kann. Ebenso ist ja nicht jeder aus dem “Volk” verblendet.

    In der heutigen Politik halte ich so ein Schichtkonzept eh überholt. Heute so, morgen so. Atomkraft ja, Öko ja, Afghanistaneinsatz ja, Gutti nein, Rente 67 nein, aber ALGII Erhöhung auch nein. Quer durch die Parteien, quer durch die SChichten. Ich denke, deshalb fällt es den Menschen auch so schwer, noch jemand zu wählen: Die Politik ist zu umfassend geworden.

  35. Chris
    5. März 2011, 15:24

    Hey! Nix gegen Master-Studenten! *G*

    Im Ernst: Danke, sehr schön zusammengefasst!

  36. ez
    5. März 2011, 16:09

    Wahnsinn – der beste Artikel, den ich bisher zu dem ganzen Thema gelesen habe!

  37. PK
    5. März 2011, 17:34

    Danke, das hat gutgetan.

  38. Fedor
    5. März 2011, 17:39

    Danke!
    Und Danke für die vielen Kommentare. Ich zitiere beispielhaft:”Moritz
    Samstag, 5. März 2011 13:58
    30
    Ein großartiger Beitrag. Schade nur, dass ihn die Betroffenen nie lesen werden – was wiederum mich betroffen macht.”
    Trotzdem hat es was beruhigendes: Ich bin also nicht allein. :-)

  39. Barny
    5. März 2011, 17:42

    Vielen Dank! Ein wirklich guter Artikel.
    Jeder sollte den lesen. Verbreiten!

  40. NDM
    5. März 2011, 17:42

    Sehr schöner Text. Nur eines:

    “Nach dem selben Prinzip funktioniert dann auch die Argumentation: Die Leute plappern nach, was sie anderswo (also: bei Gleichgesinnten) schon gehört und nicht verstanden haben. Aber haltlose Behauptungen werden nicht wahrer, wenn sie hundertfach wiederholt werden ”

    An dieser Stelle setzt das Kapitel “Die Wirkungsmittel der Führer” aus LeBons “Psychologie der Massen” an:

    http://www.textlog.de/35468.html

    Auf einer noch einfacheren Ebene als “Wir finden gutti gutt” oder “Sarrazin hat Recht” ist es in folgendem Video dargestellt:

    http://www.youtube.com/watch?v=fW8amMCVAJQ

    Die Nachahmung von politischen oder, im Falle Guttenberg, pop-politischen Positionen entfaltet ab einem bestimmten Punkt völlig unabhängig vom Inhalt eine reale politische Gestaltungsmacht.

    Auf genau dieser von LeBon beschriebenen Ebene arbeitet die Bildzeitung.

    Schon im Jahre 1995 schrieb außerdem Umberto Eco:

    http://www.zeit.de/1995/28/Urfaschismus

    “In der Zukunft erwartet uns ein TV- oder Internet-Populismus, in dem die emotionale Reaktion einer ausgewählten Gruppe von Bürgern als Stimme des Volkes dargestellt und akzeptiert werden kann.”

    Genau dies tut die Bild-Zeitung(und z.B. in Österreich die “Krone”), und im Sinne LeBons greift dies auch. Sie gibt das Meinungs- und Verhaltensvorbild vor und leitet zur Nachahmung an. Ab einer bestimmten Auflage entsteht eine real gestaltende politische Kraft daraus. Außerparlamentarisch. Gerhard Schröder wusste dies zu nutzen. Sarrazin und Guttenberg ebenfalls.

  41. Armin
    5. März 2011, 18:25

    Also das war jetzt echt ein geiler Text.

    Herrliche Zusammenfassung, in der richtgen Mischung zwischen bitterem Ernst, großer Sorge und Ironie.

    Was bin ich froh, dass die Futti-facebook-Jünger nicht die Massen mobilisieren konten die virtuel existieren.

    Die Parallelen zu Hitler et. al. habe ich selbst (zu meinem eigenen Entsetzen!) neulich gezogen.
    Mein Gott.

    Mich würde wahnsinnig interessieren, wie ein Psychologe/ ene Psychologin den KT v. Guttenberg beurteilen würde.
    Und noch mehr würde mich interessieren wie ein Soziologe/Politologe dieses “Follow-the-biggest-Liar”-Verhalten erklären.

  42. Tim
    5. März 2011, 18:37

    Danke!

  43. Webkonfusiounen: Dëst an dat, doruechter. A Pokémon. | Pianocktail
    5. März 2011, 20:00

    […] Coffee & TV De wahrscheinlech intelligenteste Bäitrag zum Guttenberg, deen der uechtert Netz fanne wäert. Ech sinn begeeschtert mat wéi vill Mangel u Moral an Sënn fir Gerechtegkeet plazeweis iwwert dee Mann diskutéiert gëtt. […]

  44. Popstar @ Saakje Daheim
    5. März 2011, 20:11

    […] sehr guter Artikel dazu ist auf dem Blog Coffee & TV zu finden (da habe ich auch das Video […]

  45. Rumba
    5. März 2011, 20:32

    Der Text ist zwar sehr kreativ und vom Schreibstil sehr genial verfasst, jedoch mal wieder völlige Meinungsmache und keinesfalls objektiv. Die Contra-Guttenberg(er) sind nicht besser als die Pro-Guttenberger(er). Eine auf Fakten basierende Diskussion würde ich mir sehr wünschen. Habe ich jedoch leider noch nirgends gefunden – schade.

  46. Dieter W.
    5. März 2011, 21:09

    Damit jetzt kein Widerspruch zwischen zu Guttenbergs Verhalten und seinen eigenen Grundsätzen mehr gefunden werden kann, hat er diese Grundsätze einfach von seiner Homepage entfernt. Bisher wurden diese Grundsätze in die Fotos eingeblendet, jetzt sind nur noch die Fotos da. Ich hatte ein paar Screenshots von den offensichtlichsten Widersprüchen gemacht (“Ich will auch unbequemen Fragen nicht aus dem Weg gehen…” – und sich dann vor der Bundespressekonferenz drücken und weitere Fragen zur Doktorarbeit nur noch mit der Uni besprechen wollen. Blamabel!), weil ich das selbst noch in meinem Blog verwenden wollte.

    Dieter

  47. Kommentor
    5. März 2011, 21:19

    Eine umfassende Wiederlegung des “Wichtiger-Arguments” findet sich auch hier: http://guteluft.wordpress.com/.....%E2%80%9C/

    Zwar in anderem Zusammenhang, aber durchaus allgemeingültig.

  48. Splitter 33 « … Kaffee bei mir?
    5. März 2011, 22:16

    […] Pro-Guttenberg-Demos Die in Nürnberg wurde abgesagt, in München war mit ca. 80 Teilnehmern richtig was los, und bei den anderen Veranstaltungen wurden zum Teil die Gegner deutlicher wahrgenommen. Medial allerdings waren sie ein Riesenerfolg. @karpfenpeterPeter Piksa Brennende Barrikaden auch in München!!1! http://bit.ly/fVuSp5 #Guttenberg Hahahah, Ich fresse nur heute mehr Popcorn als in sieben Jahren! […]

  49. B.Mat
    5. März 2011, 23:04

    Zu Guttenberg ist beliebt, WEIL er keine eigene Meinung vertritt. Er ist nicht zu fassen. Genau das hat man Schröder immer vorgeworfen. Sobald als Bundeskanzler sein Profil entwickelt, war das zugleich das Ende seiner Kanzlerschaft.

  50. Sandra
    5. März 2011, 23:13

    “Ich wüsste gerne, wie viele der Guttenberg-Jünger gleichzeitig auch Fans von Unheilig sind.” – ich bin sehr erleichtert darüber dass noch jemand diese Verbindung erkannt hat… :-)) Und auch für den Rest dieses Artikels – DANKE!

  51. Armin
    6. März 2011, 1:48

    Nachdem jetzt auch Mutti gegen Gutti aufsteht, scheint das Schlimmste ja – Gott sei Lob und Dank – vorerst abgewendet.
    – Ach ja: das Schlimmste/der Schlimmste/die Schlimmste ….. was ist denn mit der Madame M. ?! – können wir uns alle hoffentlich bald wieder Wichtigerem zuwenden, und uns noch ein halbes Jahr erleichtert auf die Schenkel klopfen.

    Aber wenn wir uns die Parteien insgesamt und ihre Kandidaten/Kandidatinen so anschauen und das wofür sie einstehen und uns vertreten …
    Da wirds dann schon recht schwierig. Gerade und vor allem nach dieser entwürdigenden Kotzenberg-Farce.

    Aber ich bin wirklich happy und erleichtert und dankbar über solche klaren Worte wie in Deinem Text, Lukas. Es nährt die Hoffnung. Danke auch von mir!
    Und Danke an Radiomoderator Holger Klein!
    Und Danke liebe Anruferin, auch wenn deine Worte mich meine nicht mehr vorhandenen Haare ausraufen ließen. Aber bitte nicht mehr davon.

  52. Stefan
    6. März 2011, 2:58

    Danke für den Beitrag Lukas .. als Kommentar zu diesem Wahnsinn fällt mir nur eines ein …

    Jedes Volk hat die Regierung die es verdient !

    und .. ein Volk der Denker sind wir leider schon lange nicht mehr (siehe Pisa)!

  53. Biologie-Student
    6. März 2011, 5:10

    Ist schon schockierend, dass es jetzt tatsächlich Demonstrationen gibt um Guttenberg zurück ins Amt zu bringen…
    Der Radiobeitrag zeigt aber wie fanatisch teilweise an ihn geglaubt wird. Mancher religiöse Mensch zeigt weniger Vertrauen in seinen Gott…
    Tut aber auch ziemlich weh bei dem Radiobeitrag zuzuhören…andauernd die gleichen Vorwürfe und nicht ein einziges auch nur annähernd vernünftiges Argument.

  54. Benny Ruess
    6. März 2011, 7:50

    Danke! Der “Ölprinz” ist mit Abstand einer der besten Beiträge zu diesem Thema in den letzten Tagen. Großartig wie die “Denke” der neuen Kids dort mal dem Leser zufocusiert wird. Wir werden das auf jeden Fall weiterempfehlen. Danke nochmal, für die heitere und treffsichere Analyse!

  55. Idiomatic German
    6. März 2011, 8:19

    Der Satz “Und wie erklärt man Menschen, die (…) ein hektisches Bachelor/Master-Studium zum Zwecke der schnellen Berufsqualifikation durchlaufen haben, wie erklärt man denen, was wissenschaftliche Ehre und Bildungsgedanken sind?” ist Bildkaliber. Überspitzte Formulierung und Kritik an der schlechten Umsetzung des angelsächsichen BA/MA-Studienwesens hin oder her. Einem BA/MA-Studenten den gesunden Menschenverstand und die Achtung vor der Wissenschaft abzusprechen ist nicht nur schlichtweg falsch sondern auch eine ganz billige Effekthascherei umd nochmal Bologna anzuprangern. Ich verbitte mir als ehemalige BA-Studentin und baldige MA-Studentin als ehrlose Ausgeburt der Bidlungsreform bezeichnet zu werden.

    Das Denken kann mir keiner verbieten und nehmen, auch nicht ein Bachelor-Studiengang. Bisweilen hat er mir sogar auf dem Weg der Mensch- und Geistesbildung geholfen. Dass der Mensch und die Gedanken frei sind und durchaus normativ wertvolle Prinzipien und Inhalte in den neuen Studiengängen vermittelt werden, scheint wohl undekbar. Dem ist aber nicht so. Und Danke der Nachfrage, meine BA-Arbeit ist nicht plagiert.

  56. Anna
    6. März 2011, 8:21

    Wow, sehr guter Post! Danke dafür!
    Genau das habe ich mich nämlich direkt gefragt: wieso um Himmels willen hat dieser Mensch noch so viel Zuspruch? Und wieso nennen ihn so viele (wenn man den Zahlen glauben darf) einen guten Minister??
    Jemand, der behauptet, sich wegen KT erstmals wieder mit Politik beschäftigt zu haben und dann immer noch zu ihm hält… tja, dem muss man sagen: ok, weiter machen, das war noch nicht genug.
    Denn wenn man die Leute fragt: was macht ihn denn genau zu einem guten Verteidigungsminister oder dem besten Minister? Dann stellt sich heraus: die waren einfach nicht gut genug informiert oder auf einem Auge blind.
    Insofern: sehr gut, mal herauszustellen, wie diese Meinung zustande kommt.
    Als Eltern sollte man sich allerdings schon fragen, was man in der Erziehung falsch gemacht hat, wenn Jugendliche Politik so sehen und sich nicht erst ein Bild machen (ups… das Wort Bild meine ich natürlich so, wie es da steht und nicht i-wie medial *gg*)

  57. Der Ruhrpilot | Ruhrbarone
    6. März 2011, 9:09

    […] Guttenberg: Der Ölprinz…Coffee & TV […]

  58. Stefan
    6. März 2011, 10:48

    Es ist immer gut zu sehen dass man mit seiner Meinung nicht allein dasteht.

  59. Deutschland ist neidisch auf seinen Job! « (auf)geschrieben
    6. März 2011, 10:50

    […] Sehr empfehlenswert ist auch dieser Beitrag. […]

  60. Ali Schwarzer
    6. März 2011, 11:08

    Zum Thema Nazivergleiche:

    “Guttenbergs Vater, Enoch zu Guttenberg, kritisierte die ‘Häme und Selbstgerechtigkeit’, mit der über seinen Sohn hergezogen worden sei. Dies habe er seit 1945 so nicht mehr erlebt. Die Kritik an seinem Sohn in der Plagiats-Affäre bezeichnete der 64 Jahre alte Dirigent als ‘Menschenjagd’.”

    Also entweder wurde er Enoch (böswillig) falsch zitiert, oder er sollte sich mal auf seinen geistigen Zustand untersuchen lassen. oO

  61. Susanne
    6. März 2011, 11:19

    Vielleicht wäre es den Autoren dieses Artikels einmal anzuraten, bei Zitaten von der Facebook-Seite “Wir wollen Guttenberg zurück”, ein wenig mehr Vorsicht walten zu lassen. Einige dieser Zitate stammen nämlich von Guttenberg-Gegnern, die ein wenig Ironie spielen ließen.
    Sich über die Bild lustig machen, und dann selber unüberlegt abschreiben. Klasse.

  62. Thomas
    6. März 2011, 11:54

    Schlicht und einfach: Danke!

  63. die ennomane » Blog Archive » Links der Woche
    6. März 2011, 12:02

    […] Der Ölprinz: […]

  64. Jan
    6. März 2011, 12:21

    Vielen Dank.

  65. kubiwahn » Der Text, den ich selber schreiben wollte
    6. März 2011, 12:57

    […] Der Ölprinz […]

  66. pamka
    6. März 2011, 13:26

    Alles in allem ein sehr guter Beitrag, danke.

    Aber ich muss Horst zustimmen: die Facebook-Gruppe und die Kommentare dort sollten nicht mit dieser Ernsthaftigkeit genommen werden.
    Es gibt ja schon einige (begründete) Zweifel and der Echtheit vieler dieser Profile. Es gab auch Beschwerden, dass dort ein Kommentar veröffentlicht wurde, der gar nicht vom vermeintlichen Urheber stammte. Die Anzahl der Demonstranten sät da noch etwas mehr Zweifel.
    Außerdem ist die ganze Sache doch sehr von subtilem Sarkasmus geprägt. Wurde nicht die Demonstration in Berlin von den Gegnern angemeldet? Man sollte wirklich nicht jeden “Guttenberg for Reichskanzler”-Spruch für bare Münze nehmen.

  67. tdi596
    6. März 2011, 14:53

    Mein “freundeskreis”, hatt einen schweren schaden durch diese ganze situation genommen. Politik u. religion haben, da nichts zu suchen, aber sobald unrecht zu recht wird und straftaten zu fehlern und bagatellen sogar von der Bundesk. heruntergespielt werden, muß man diese doppeldeutige politik in frage stellen und dies auch öffentlich aussprechen !

    wenn dann der bundestagspräsident und schavan öffentlich von einem milchbubigen JU kritisiert werden und von seehofer weil sie ihre meinung, vertreten muss man sich wirklich fragen ob art. 5 I GG das papier wert ist auf dem es gedruckt worden ist.

    Meiner Meinung nach hat die sog. Demokratie einen schweren Schaden genommen, bewirkt durch sinkende Bildungsmittel, Politikferne des Mittelstandes (verdrossenheit) und absolute Arroganz gegenüber der dem willen des Volkes (S21).

    Die großen Fragen nach Gesundheit, Rente und Ressourcen werden einfach ausgespart… dank eu und ezb sind wir verarmt… wo soll das enden ?

    Selbst erw. wissen noch nicht mal was die ezb ist und macht – wie sollen diese dann fundierte entscheidungen treffen ?

  68. Manuel Wenzel
    6. März 2011, 15:08

    Wer solche Beiträge publiziert darf der Bild Zeitung aber kein Populismus vorwerfen. Der …Radiomoderator ist wirklich sehr intolerant, der Versuch anderen Menschen ihre Meinung abzusprechen nur weil man klüger ist, zeugt von Respektlosigkeit. Karl Theodor zu Guttenberg war eine Lichtgestalt in der Politik. Nicht nur hat er sein eigenes Ressort gekürzt, indem er die Wehrpflicht abgeschafft hat. Sondern hat er es geschafft die Bundeswehr in einem guten Licht darzustellen nach Fehlern von anderen wie Kundus oder Gorch Fock. Das System der Wehrpflicht war ungerecht, es wurde nach Bedarf Menschen verfplichtet. Wenn Wehrpflicht dann bitte für jeden. Der Beruf des Soldaten sollte freiwillig gewählt werden. Selbst die USA, die vielmehr Soldaten benötigen brauchen keine Wehrpflicht. Da die Kompetenz in der Wissenschaft keine Zusammenhang hat mit der Kompetenz eines Ministers, ist ein Rücktrittsforderung nicht angebracht. Der Vorwurf des Betruges ist recht zu geben und dementsprechend zu bestrafen. Von mir aus mit einem Jahr Haftstrafe auf Bewährung, aber deswegen einem Menschen keine zweite Chance geben ist weder humanistisch, noch ein Leistungsgerechter Umgang mit Menschen. Wenn man gute Politik macht bekommt man viel Unterstützung. Alleine das Wort Nazi indem Artikel zeugt vom reinen Populismusgedanke. Die militärischen Ausgaben werden gesenkt. Führungsqualitäten sind nichts negatives, sondern ist eine Kompetenz, die man benötigt wenn man ein Land regieren will. Dem Author des Artikels wäre es wohl am liebsten, wenn es keine Menschen gibt, die etwas besser können wie er und so scheint es will er vielen Menschen ihre politische Meinung am liebsten absprechen. Zu dem Schluss zu kommen es zu ignorieren, geht an der Realität vorbei, ist keine gute Strategie im Umgang mit Problemen.

  69. Aktuelle Links zum Thema Guttenberg
    6. März 2011, 16:03

    […] http://www.coffeeandtv.de/2011/03/04/der-olprinz/ […]

  70. Ali Schwarzer
    6. März 2011, 16:25

    Ganz schön viel Quark, den du da schreibst, Manuel. Beispielhaft will ich nur auf deine Behauptung eingehen, dass der Radiomoderator ach so intolerant sei. Der Mod hat der Anruferin Chancen noch und nöcher gegeben, ihre Fürsprache für den Ölprinzen argumentativ zu untermauern. Das einzige, was sie rausgekriegt hat, war:

    1. Ihr seid doch alle nur neidisch.
    2. Der Kerl hat ‘ne tolle Rede gehalten.
    3. Der Kerl hat ‘nen guten Job gemacht.

    Beispiele? Keine.

  71. loretta
    6. März 2011, 17:32

    in meinem relativ großen freundeskreis befindet sich kein einziger befürworter von ktzg. sollte ich mal einen kennenlernen, werde ich ihm eine empfehlung für die aufnahme in eine behindertenwerkstatt ausstellen.

  72. Dr. Christian Weilmeier
    6. März 2011, 18:08

    Guter Artikel. Es ist unglaublich, aber man sollte sich daran erinnern, dass auch Angela Merkel vor ein paar Jahren von Journalisten zum neuen “Bismarck” ausgerufen und mit Hoffnungen überladen wurde. Ich fasste mir schon damals an den Kopf. Logisch, dass Guttenberg jetzt der deutsche Kennedy sein sollte. Bismarck und Kennedy in einer Regierung. Wow. Wer ist dann der deutsche Gandhi, Martin Luther King, de Gaulle …?

    http://citizenseurope.wordpres.....e-legende/

  73. Dr. Plagen
    6. März 2011, 18:29

    Obwohl Guttenberg weg ist, haben die Guttenberg-Hasser ein grösseres Problem als zuvor.

    Obwohl das Wild schon erlegt ist, versuchen sie es immer noch zu jagen.

    Zur Information: Guttenber war Verteidigungsminister. Sucht euch jetzt eine neues Wild das es zu erlegen gilt.

    Es sind alles Jäger ohne Wild……wie “gut” die Zeiten noch waren als Guttenberg noch gejagt werden konnte….und jetzt stehen sie alle da mit der Erkenntnis das die Politik wieder grau wie die Maus werden wird.

    Hoffentlich wird das alle jungen dynamischen Jungpolitiker davon abhalten jemals ein solches Amt anzunehmen. Hoch lebe das Berlin mit ihren ewig gleihchen Politikern die sich nur um ihr gutbezahlten Job kümmern. :-))

    Me Culpa

  74. Susanne Goga
    6. März 2011, 18:59

    Danke für diesen differenzierten und ausgezeichnet formulierten Artikel – auch wenn die, die ihn lesen sollten, das vermutlich nicht tun.

  75. Kroete
    6. März 2011, 19:13

    Danke für den guten Artikel! Er fasst das KTG-Phänomen wirklich sehr treffend zusammen!

  76. joker
    6. März 2011, 20:16

    Es ist nicht verwunderlich, dass die BLÖD und der Axel Springer-Verlag so über Guttenberg gejubelt haben – lies man das Impressum des Verlags, kan sehen, das der Familie Guttenberg 15% des Medienkonzerns gehören. Die Werbung für die (illegale) Berufsbundeswehr im Wert von mehreren Millionen ist ebenfalls zu berücksichtigen.
    Was jedoch alle vergessen – Guttenberg hat die Bundeswehr und deren (ohnehin schon geringes) Ansehen in der Bevölkerung zerstört! Es war seine Aufgabe, für Soldaten da zu sein und sie zu unterstützen und was hat er getan? Sie ohne Grund gefeuert, sie als Kanonenfutter und “Hintergrund” für seine Medienauftritte mißbraucht und dann schlußendlich auch noch verraten.
    Der gute Guttenberg wird NICHT in Armut leben und auch nicht die Suppe auslöffeln müssen, die er uns allen hinterlassen hat.
    Das können wir und die Soldaten der Bundeswehr.
    Fazit: Pflock durchs Herz dieses “Politikers”, damit in er seiner Gruft bleibt und nicht in 1-2 Jahren “wiederaufersteht”.

  77. Lux
    6. März 2011, 20:19

    Unter “Wir wollen Guttenberg zurück” schreiben auch Guttenbergs Gegner mit.
    Um kommentieren zu können, müssen sie auf “gefällt mir” klicken.
    Diese Zahlen sagen überhaupt nicht aus und wie vergangene Woche berichtet wurde, wurde bei der BLÖD- Kampagne kräftig nachgeholfen.

  78. Lux
    6. März 2011, 20:40

    Zitat: Nazi-Vergleiche verbieten sich eigentlich als Stilmittel in der sachlichen Auseinandersetzung.

    Das bedeutet mit anderen Worten, sie bezeichnen diese Vergleiche als unsachlich.
    Warum? Weil unser Wissen über diese Zeit “unsachlich” ist? Oder weil hier auf unsachlichste (und zudem verlogene) Weise eine Einzigartigkeit für diese Epoche beansprucht wird, die nicht nur der gesamten Geschichte der Menschheit widerspricht, sondern auch auf jede Form von Wahrhaftigkeit, Sitte und Moral (ehr)verletzend wirken muss.
    Ignoranz und Unwissenheit sind keine Tugenden.

  79. Lukas Heinser
    6. März 2011, 20:56

    Ich denke, wir können die Kommentare hier dann in Bälde schließen.

  80. barbara
    6. März 2011, 21:22

    “Guttenberg ist der PERFEKTE Mensch! Sein selbstkritisches Auftreten, seine uneingeschränkte Ehrlichkeit sowie seine reichhaltige Kompetenz sind unübertroffen. Guttenberg ist der ERLÖSER!!! Er muss WELTHERRSCHER werden, dann würde es durch seine MENSCHLICHKEIT endlich WELTFRIEDEN geben!”

    Ist dir eigentlich aufgefallen, dass viele auf der Seite gepostet haben, die sich einen Spaß draus gemacht haben, die hohlen Phrasen ins (vermeintlich) noch absurdere zu steigern? Das war sowas von 100% einer von denen…

  81. Afropeter
    6. März 2011, 21:55

    Das Beste zum Thema bisher und zudem, meiner Meinung nach, dein bester Text überhaupt. Dankeschön.

  82. Afropeter
    6. März 2011, 21:59

    @ Manuel.

    Genau, das mit der Freiwilligenarmee in den USA läuft super, ne? Deshalb hat der durchschnittliche GI auch einen IQ von unter 90. Wenn man keine Argumente hat, wirkt es nicht umbedingt souverän sich welche auszudenken. Mfg

  83. Manuel
    6. März 2011, 23:00

    Meine Fresse, ist das ein suaguter Artikel, der bringt es so ziemlichauf den Punkt!

  84. Sebastian Schmitt
    6. März 2011, 23:59

    Sehr schön! Können wir das jetzt bitte in allen deutschen Medien genau SO veröffentlichen?

  85. daniel
    7. März 2011, 0:35

    danke für die erfrischenden worte, tut gut in solch wirren tagen.

    ich habe lange zeit kein tv geschaut, daher ist mir irgendwie entgangen wie G. langsam aufgebaut wurde.es kann aber auch sein, dass ich mich täusche und gerade jetzt ein hype um G. entsteht, der davor nie existierte.

    in beiden fällen ist es die wahl zwischen pest und cholera.

  86. Sightseeing-Taxi
    7. März 2011, 1:03

    Es gibt eine ganze Reihe von “Nazi-Vergleichen”, die überhaupt kein Problem sind – intelligente Zuhörer vorausgesetzt (und an denen fehlt es leider allzu oft).

    Es ist eine Tatsache, daß es Parallelen gibt zwischen der Art, wie einst Massen einem Hitler hinterherliefen, von dem jeder sehen konnte daß er von blindem Hass getrieben war, und wie heute Massen einem zu Guttenberg hinterherlaufen, von dem jeder sehen kann daß er gelogen und gestohlen hat UND DAS BIS HEUTE NICHT BEREUT!

    “Handwerkliche Fehler” habe er begangen. Plagiate finden sich jedoch auf über 76% seiner mehrere hundert Seiten starken Doktorarbeit. Handwerkliche Fehler können so etwas nicht mehr sein. Solch ein “Vergleich” stellt zu Guttenberg noch nicht als Nazi dar. Und er macht auch aus seinen Anhängern noch keine Nazis.

    Er zeigt jedoch auf, daß es bei seinen Anhängern in ihrem Verantwortungsbewußtsein als Entscheidungsträger einer Demokratie in einem ganz wichtigen Punkt fehlt: Sie sind arglos dazu bereit, aus irrationalen, emotionalen, gefühlsduseligen Gründen einem Mann zu folgen, der augenscheinlich etwas tut das falsch ist – und der nicht vorhat, sich zu ändern!

    Wer säuft und Auto fährt MUSS keinen Unfall bauen – aber es wird wahrscheinlicher.
    Wer blind wählen geht MUSS kein Naziregime kreieren – aber es wird wahrscheinlicher.

  87. Papagena
    7. März 2011, 12:28

    Danke

  88. doro
    7. März 2011, 15:55

    wunderbar, vielen dank.

  89. Guybrush
    7. März 2011, 16:13

    Am Sonntag lief auf Phoenix “INTERNATIONALER FRÜHSCHOPPEN” und dort waren außer dem Moderator eigentlich alle wenigstens gemäßigt pro Guttenberg. Bei dem italienischen Journalisten verstehe ich das, denn ein Guttenberg könnte da wirklich für mehr Ehrlichkeit in der Politik stehen, aber Roland Tichy von der Wirtschaftwoche hat dort wieder den Vogel abgeschossen. Wer einen Satz mit “Natürlich war es schlimm, dass er in der Doktorarbeit abgeschrieben hat” beginnt schafft es in einem Satz, der sagen soll “Ich verharmlose ja nichts” die Tatsachen ganz klar zu verharmlosen. In der Runde war der große Konsenz, dass man in Deutschland nicht konservativ sein kann, sonst macht einen die linke Presse fertig.

    Es sind wirklich die gleichen Beißreflexe, wie in der Sarrazin-Debatte. Da wurde ja auch von der politisch korrekten Presse fabuliert.
    Wie man dann erklärt, dass ein Matussek und Fleischhauer bei SPON den größten Blödsinn verzapfen dürfen, bleibt mir ein Rätsel.

  90. J. Vandersteen
    7. März 2011, 18:08

    Von Die Niederlanden aus folgen wir diesen Diskussion mit grossem Interesse. In Holland gibt es auch einem “Pop-politiker” mit besonderen Frisur.

    Wichtige Fragen zum überdenken scheinen:

    1.
    Wenn Bürger Pop-Politiker mögen, warum gibt es davon denn so wenig ? Pop-politiker müssen nicht populistisch sein sondern in der Lage, politischen Themen Bürgerfreundlich zu vermitteln. Fussballtrainer und Wirtschaftsmanager haben gelernt in die neue Media-Welten auf zu treten – sie können sowohl “Popstar” sein, als Inhalte vermitteln.

    Selbstdarstellung und Ego-PR gehören zu den neuen Bereiche der Kommunikation, sind Pflichtfach für Manager. Politik-journalisten müssen anscheinend erlernen wie mann hinter Kommunikations-Kulissen schaut. Politik-journalisten müssen lernen moderne, Bilder-gesteuerte (digitale) 1 Sekunde Kommunikationen zu analysieren und zu ‘übersetzen’.

    Schauen sie zum Beispiel Guido Westerwelle an. Er was vorerst auf eine bürgernahe ‘Er-weiss-wass er-will-und-sagt-was-er-denkt-Mensch’ getuned. Nun ist er umgestaltet auf ‘Staatsmann': die aktuelle Bildern wo Westerwelle hinter den freigelassene BamS-Journalisten aus dem Flieger steigt zeigen ihm neu: im dunklen steifen Mantel, Schal ernsthaft geknüpft, seriözen Blick.

    2.
    Die Deutsche Presse scheint auch beeindruckt gewesen zu sein von den Pop-minister. Warum hat die Deutsche Presse so wenig erzählt über die tatsächliche Arbeit der ex-Verteidigungsminister ? Was ist geworden aus den Opel-Subventionen? Was war die Vision von Zu Guttenberg zur Wehrmachtreform ? Wie kann mann innerhalb von acht Monate umschalten von Wehrpflicht auf freiwillig ? Sind Regeln des lauteren Wettbewerbs eingehalten bei Beauftragung des Springer-konzerns mit einem Werbekampagne ?
    Zu Guttenberg werd häufig mit dem Predikat “intelligent” umschrieben, war Basis dafür die ehemalige summa-cum-laude-Doktor-arbeit ?
    Das sind Fakten / Meinungen woran einem Minister gemessen werden kann, viel mehr als an Har-gel.

  91. Dr. h.c Bogenbroom
    7. März 2011, 18:22

    Dass es tatsächlich so viele willfährige und blauäugige Lemminge gibt, die bereit sind, für einen entlarvten Betrüger und hohlen Blender auf die Straße zu gehen, zeigt doch, wie es um die politische Kultur in Deutschland bestellt ist.

    Statt Inhalte und Debatten geht es nur noch um inhaltsleere Äußerlichkeiten und Image, es dominiert der leere Schein, von dem die Bürger sich bereitwillig blenden lassen.

    Man kann durchaus eine Boulevardisierung der Politik beobachten, das Groß der Wähler interessiert sich nicht für konkrete politische Fragestellungen und trifft die Wahlentscheidungen nicht nach dem Parteiprogramm, sondern nach dem Image und Pop-Faktor der Kandidaten.

    Guttenberg ist Repräsentant einer Regierung, die bislang nur desaströse Arbeit geleistet hat, die Bundeswehr-Reform, die bislang ausschließlich am Reißbrett existiert und deren Folgen wir noch nicht absehen können, wird bereits als Erfolg für Guttenberg verbucht, der Verstoß gegen das Urheberrechtsgesetz, den akademischen Ehrenkodex, das Belügen der Öffentlichkeit und die moralisch verwerfliche Bagatellisierung der Ermordung von über Hundert Zivilisten in Kundus als “angemessen” fällt gegen einen aufgeblasenen Adelstitel und einen getürkten Doktor kaum noch ins Gewicht.

    Insofern hat der obige Beitrag genau ins Schwarze getroffen und mir die Worte von der Zunge (oder besser den Fingern) genommen.

  92. Jan
    7. März 2011, 21:08

    Das beste, was ich seit langem zum Thema gelesen habe. Vielen Dank!

  93. lebowski
    7. März 2011, 22:27

    Guter Beitrag! Aber da hier schon einmal ein Zusammenhang zwischen Pop und Politik gezogen wird: wir oft haben wir irgendwelche mediokre Popmusik für gut befunden, allein weil alle es getan haben und nicht, weil wir selber sie gut gefunden haben -von den Rolling Stones bis U2.
    Gerade im Pop-Business ist das Anbeten irgendwelcher Schwachköpfe gegen die eigene innere Überzeugung besonders weit verbreitet.

  94. Simon
    8. März 2011, 13:54

    Großartiger Beitrag, vielen Dank!

  95. Silke Liebig-Braunholz
    10. März 2011, 8:37

    Danke für diesen Beitrag und die vielen Kommentare dazu. Klasse!

  96. Andreas
    12. März 2011, 7:34

    @joker #76
    Sonntag, 6. März 2011 20:16

    “Es ist nicht verwunderlich, dass die BLÖD und der Axel Springer-Verlag so über Guttenberg gejubelt haben – lies man das Impressum des Verlags, kan sehen, das der Familie Guttenberg 15% des Medienkonzerns gehören.”

    Kannst Du einen Beleg dazu posten? Ich konnte im Netz nichts dergleichen finden.

  97. Links fürs Wochenende
    12. März 2011, 9:34

    […] Der Ölprinz […]

  98. Michael
    13. März 2011, 8:38

    Danke! Beruhigt irgendwie, dass es bei Euch ganz gleich zugeht, wie bei uns in Österreich. Wir haben ja auch eine Menge an zwielichtigen Gestalten, die sich trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – der Gunst eines großen Teils des Volkes sicher sein können. Steuerhinterzieher, Betrüger, Plagiatoren, … damit können wir auch aufwarten. Wir haben allerdings noch was, das ihr nicht habt: Rhetorisch perfekte Rechtspopulisten und Volksverhetzer die auch optisch was hermachen…ich könnte kotzen…

  99. frequentlywronganswers
    13. März 2011, 19:53

    Gerne hätte ich noch den exakten Link zu einer Seite die den 15%igen Anteilseignerschaft des zu Guttenbergs an den Axel-Springer-Verlag angibt, wie einer der Teilnehmer an dieser Diskussion oben vorgibt zu wissen.

  100. frequentlywronganswers
    13. März 2011, 19:58

    Tagesspiegel-Online vom 22.2.2011:
    “Unterstützung bekam Guttenberg auch vom CSU-Ehrenvorsitzenden Edmund Stoiber. „Wer ohne Fehler ist, werfe den ersten Stein“, sagte er der „Bild“-Zeitung.”

    Manchmal wäre es wirklich ein Fehler, keine Steine zu werfen…

  101. Sightseeing-Taxi
    14. März 2011, 0:20

    @ Michael:

    Vielen Dank für Deinen Kommentar! Ich besuche Österreich gerne, doch in der Tat scheint es mir so, als habe eine hinreichende Aufarbeitung der auch durch so manchen Österreicher mit großem Enthusiasmus begangenen Naziverbrechen nie wirklich stattgefunden. Da dürfte es denn auch herrühren, daß dort bis heute Volksverhetzer als “Politiker, denen Respekt gebührt” durchgehen können, anstatt daß man sie für das sieht, was sie sind: Feinde des menschlichen Lebens WELTWEIT. Wie gesagt: Es tut mir gut, auch mal von ANDEREN Österreichern zu hören – welchen, die WACH sind und ein gutes Herz haben!

    @ frequentlywronganswers:

    Ich habe gestern eine geschlagene viertel Stunde lang (in Internet-Zeit ist das eine halbe Ewigkeit) nach Aktienbesitz der zu Guttenberg-Familie beim Axel Springer-Verlag recherchiert – ohne Ergebnis.

    Was ich gefunden habe ist DAS hier:

    http://www.project-relations.d.....onnection/

    Ob was darin steht zutreffend ist oder nicht, kann ich nicht nachprüfen.

    Unabhängig von existierendem oder nicht existierendem Aktienbesitz der zu Guttenberg-Familie beim Axel-Springer-Verlag (=Bild) möchte ich jedoch feststellen, daß es selbst für Laien anrüchig sein dürfte, wenn eine Bild-Zeitung entgegen den objektiven Verfehlungen des Herrn zu Guttenberg diesen kontinuierlich hochlobt, um dann ausgerechnet die Zeitung zu sein, die einen Quasi-Exklusivvertrag über 5 Millionen Euro für “Bundeswehr-Werbung” aus zu Guttenberg´s Verteidigungsministerium zu erhalten.

    Das wird dann aus dem Verteidigungsministerium mit der “Zielgruppen”-Thematik entschuldigt. Aber ist das denn nicht in Wahrheit NOCH schlimmer? Daß vorzugsweise eine rechtslastige, unkritische und leicht manipulierbare Rekrutenschar (das sind die meisten Bild-Leser nunmal) herangezüchtet werden soll?

  102. Ratinga Gentur
    15. März 2011, 22:14

    Guttenberg ist doch nur ein Fake.

  103. annie
    21. März 2011, 18:59

    ein wirklich gut geschriebener artikel…

    bin bei google über den “ölprinz” auch an die “gelmanipulation” geraten…einer von zwei maschek-filmchen mit guttenberg-garnierung :)

    http://www.youtube.com/watch?v=m_YGJUfkjuE
    http://www.youtube.com/watch?v=pYDJz3J3lvA

  104. christoph
    21. März 2011, 22:19

    Ich lese solche klugen Rants wirklich gerne – wegen solcher Texte bin ich begeisterter passiver Teilnehmer der Bloggerei. Danke also.
    Aber:
    “Guttenberg (ist) für die jungen Leute”
    geht ja mal gar nicht. Echt.

  105. Hans Hahn
    29. März 2011, 19:19

    Hallo,

    auch Ihnen sollte bekannt sein, dass das Wort “Sonderbehandlung” zum Nazi-Wortschatz des Judenmordes gehörte und daher so nicht mehr verwendbar ist.
    Gruß Hahn

  106. rauskucker
    29. März 2011, 19:22

    “Sie hat Autobahn gesagt, sie hat …”

  107. Coffee And TV: » Der größte Fehler des Christian Wulff
    5. Januar 2012, 17:00

    […] Rolle als reuiger Sünder. Wulff hat “Bild” die Macht zurückgegeben, die die Zeitung eigentlich nicht mehr hatte. Ich habe ein bisschen Angst, einen Blogeintrag über Christian Wulff […]

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