Autorenarchiv

Fingerbruch Teil II

Von Thomas, 25. September 2007 12:47

Vor ein paar Wochen habe ich hier schon ein Worte zu der Platte Art of Motion von Andy McKee verloren. Heute möchte ich über meinen Neuerwerb sprechen – das Album Fates von Erik Mongrain. Bei Mongrain handelt sich wie auch bei McKee um einen noch sehr jungen nordamerikanischen Fingerstyle-Artist. Doch während McKee aus Kansas kommt und in einigen seiner Songs gerne ein bisschen rabiater mit seinem Instrument umgeht, holt Mongrain aus seinem Instrument durch eine selbstbeigebrachte Lap-Tapping-Technik auch mal sanftere Töne heraus.
10 Songs gibt es auf seinem Album, das diesen Juni erschienen ist. Dabei zeigt er das volle Spektrum seines Könnens, das ihm scheinbar zugeflogen kommt.

St-Sebastian, Spain, 9 AM. Sitting on stone stairs, underneath the shades of a tree. A pure sun edging out through the leaves, drawing crests of light. My coffee on my left and my guitar on my knees. It’s with a heart filled with joy that these melodies came to me… and I played!

Als 14-Jähriger begann Mongrain mit dem Gitarrespielen; ähnlich wie der bereits erwähnte McKee, begann auch er zunächst mit dem Spielen von Metallica-Songs, bis er dann mit der klassischen Musik von Bach in Berührung kam und nach einem inspirierenden Gespräch mit Don Ross selbst zu Komponieren begann.

Vielleicht stehe ich etwas alleine da, aber diese Fingerstyle-Gitarristen haben es mir irgendwie angetan. Wenn man selbst seit Jahren dieses Instrument spielt, aber nicht im Entferntesten solche Harmonien spielen kann, dann weiß man wohl dieses einzigartige Talent zu bewundern;)

Finger brechen für Fortgeschrittene

Von Thomas, 7. September 2007 14:55

Durch Zufall bin ich Anfang letzter Woche bei der FreakVideoplattform Youtube auf das Video Drifting von Andy McKee gestoßen. Andy McKee ist ein 28jähriger Fingerstyle-Gitarrist aus Kansas und was soll ich sagen? Er hat es einfach drauf.
Im Video sieht man einen etwas dicklichen, kahlen jungen Mann, der einen lustigen Vollbart trägt und Gitarre spielt. Irgendwie war mein erster Gedanke: „War der nicht mal bei „Das Model und der Freak“?

Aber dann ging es los und Andy McKee schlägt in die Saiten. Allerdings auf eine Art und Weise, die ich so noch nicht gesehen habe. Mir fiel die Kinnlade zu Boden und ich war hin und weg von den Klängen, die er aus seiner Andrew White guitar herausholt (Die gibt es übrigens hier zu kaufen. Ab 3700€).

Nachdem ich sein Video förmlich aufgesogen hatte, schaute ich mir noch die anderen Videos von ihm bei Youtube an und suchte parallel nach einem Album. Leider konnte ich es bei keinem deutschen Internetshop finden, also bestellte ich es kurzerhand bei Amazon (zusammen mit dem Album eines anderen begabten Gitarristen – demnächst vielleicht mehr). Am Dienstag lag die CD Art Of Motion“ dann bei mir im Briefkasten. Ich freute mich wie ein kleines Kind…
Seitdem läuft die Platte bei mir auf hoher Rotation und ich bin echt verdammt begeistert. Keine Ahnung, wie viele diese Begeisterung mit mir teilen. Vielleicht muss man selbst Gitarre spielen, um zu merken wie schwer das ist, was dieser Kerl da so leicht und locker daherklimpert.

Empfehlen kann ich die CD allerdings jedem, der akustische Gitarrenklänge mag und auch mal auf andere Instrumente und Gesang verzichten kann. Denn auf der CD hört man ausschließlich Andy McKee und nur sein Gitarrenspiel.

Bei einigen Songs benutzt er übrigens eine Harp-Gitarre. Sehr witziges Ding!

Wir können alle lesen…

Von Thomas, 16. Februar 2007 11:40

…richtig, „und du bist nie ein Miststück gewesen“. Diese Zeilen von Kettcar fielen mir ein, als ich letztes Jahr im Oktober mit dem Bus durch eine brasilianische Kleinstadt fuhr und eine gerade eingestiegende Mitfahrerin ihr T-Shirt „präsentierte“.

„Miss Planet Club“ stand da drauf. Zugegeben – nicht gerade ein Brüller, aber dennoch brachte mich dieser Aufdruck zum Nachdenken. Was war das für ein seltsamer Club? War es ein Verein für Damen mit dem Titel „Miss Planet“ oder eine Vereinigung namens „Planet Club“ dessen Miss diese Dame momentan war? Wie auch immer; ich merkte mir diesen seltsamen Spruch und beschloss ein bisschen mehr auf die Aufdrücke brasilianischer T-Shirts zu achten.

Das nächste Shirt-Verbrechen sah ich kurz darauf, dieses Mal an einer Bushaltestelle: „Sweet Girl 86 who loves her dog – infinite dream“ stand da drauf, mit Herzchen und einem kleinen Hündchen verziert. Ich konnte das Lachen nur schwer unterdrücken…

Man muss zur Verteidigung der T-Shirt-Träger sagen, dass die englische Sprache in Brasilien nicht sehr verbreitet ist, sondern höchstens von einigen Studenten gesprochen wird. Aber man achte mal bitte auf T-Shirt-Aufdrücke in Deutschland: Auch die sind nicht viel besser. Manchmal denke ich mir, ob die Hersteller solcher DesignerMassenware extra dämlichen Scheiss auf ihre Produkte schreiben. Ich erinnere mich beispielsweise an zahllose im College-Stil gehaltene T-Shirts (ob sie nun von C&A, H&M, Aldi oder sonstwo stammen), auf denen mit Jahreszahlen (beliebt alles mit ’60 und ’70) nur so um sich geschmissen wird und dann noch ein „Club American Football“ oder „Ultimate World Champion“ oder „$1000 University“ steht… Also stehen wir den Brasilianern da in nichts nach – und dabei denkt man doch, dass hier mehr Menschen der englischen Sprache habhaft sind.

Den Knaller sah ich dennoch in Brasilien und – Überraschung – wieder in einem Bus. Dort war ein junger Mann, der ein großes T-Shirt trug (es muss groß gewesen sein, denn es stand ne Menge drauf). Folgendes stand auf seiner Brust: „86 Sunny Day – Incredible Journey“, da drunter dann „73 Panorama 76“. Auf dem Rücken stand dann abschließend „Seeking a new challenge, Malibu – LA“. Groß! Ich musste den Herrn fasst bitten noch einmal aufzustehen, da ich so schnell nicht alles abschreiben konnte. Glücklicherweise hatte sich ein Freund, der mit mir reiste, einiges gemerkt.

Was Besseres ist mir danach nicht mehr untergekommen – ehrlich gesagt habe ich danach auch nicht mehr gesucht. Wie sieht es bei euch aus? Was sind die besten T-Shirt-Entdeckungen oder welche Leichen habt ihr selbst im Keller, äh im Schrank hängen?