Wir können alle lesen…

Von Thomas, 16. Februar 2007 11:40

…richtig, „und du bist nie ein Miststück gewesen“. Diese Zeilen von Kettcar fielen mir ein, als ich letztes Jahr im Oktober mit dem Bus durch eine brasilianische Kleinstadt fuhr und eine gerade eingestiegende Mitfahrerin ihr T-Shirt „präsentierte“.

„Miss Planet Club“ stand da drauf. Zugegeben – nicht gerade ein Brüller, aber dennoch brachte mich dieser Aufdruck zum Nachdenken. Was war das für ein seltsamer Club? War es ein Verein für Damen mit dem Titel „Miss Planet“ oder eine Vereinigung namens „Planet Club“ dessen Miss diese Dame momentan war? Wie auch immer; ich merkte mir diesen seltsamen Spruch und beschloss ein bisschen mehr auf die Aufdrücke brasilianischer T-Shirts zu achten.

Das nächste Shirt-Verbrechen sah ich kurz darauf, dieses Mal an einer Bushaltestelle: „Sweet Girl 86 who loves her dog – infinite dream“ stand da drauf, mit Herzchen und einem kleinen Hündchen verziert. Ich konnte das Lachen nur schwer unterdrücken…

Man muss zur Verteidigung der T-Shirt-Träger sagen, dass die englische Sprache in Brasilien nicht sehr verbreitet ist, sondern höchstens von einigen Studenten gesprochen wird. Aber man achte mal bitte auf T-Shirt-Aufdrücke in Deutschland: Auch die sind nicht viel besser. Manchmal denke ich mir, ob die Hersteller solcher DesignerMassenware extra dämlichen Scheiss auf ihre Produkte schreiben. Ich erinnere mich beispielsweise an zahllose im College-Stil gehaltene T-Shirts (ob sie nun von C&A, H&M, Aldi oder sonstwo stammen), auf denen mit Jahreszahlen (beliebt alles mit ’60 und ’70) nur so um sich geschmissen wird und dann noch ein „Club American Football“ oder „Ultimate World Champion“ oder „$1000 University“ steht… Also stehen wir den Brasilianern da in nichts nach – und dabei denkt man doch, dass hier mehr Menschen der englischen Sprache habhaft sind.

Den Knaller sah ich dennoch in Brasilien und – Überraschung – wieder in einem Bus. Dort war ein junger Mann, der ein großes T-Shirt trug (es muss groß gewesen sein, denn es stand ne Menge drauf). Folgendes stand auf seiner Brust: „86 Sunny Day – Incredible Journey“, da drunter dann „73 Panorama 76“. Auf dem Rücken stand dann abschließend „Seeking a new challenge, Malibu – LA“. Groß! Ich musste den Herrn fasst bitten noch einmal aufzustehen, da ich so schnell nicht alles abschreiben konnte. Glücklicherweise hatte sich ein Freund, der mit mir reiste, einiges gemerkt.

Was Besseres ist mir danach nicht mehr untergekommen – ehrlich gesagt habe ich danach auch nicht mehr gesucht. Wie sieht es bei euch aus? Was sind die besten T-Shirt-Entdeckungen oder welche Leichen habt ihr selbst im Keller, äh im Schrank hängen?

5 Kommentare

  1. David
    16. Februar 2007, 19:41

    Sinngemäß schreibt Max Goldt zum Thema in einem seiner Texte, dass er mal ‚rausgeht um nachzuschauen, wie weit es mit der Beschriftung der Bevölkerung gekommen ist.

    Im Web lässt sich dazu spontan leider lediglich dieses hier recherchieren.

  2. Lukas
    16. Februar 2007, 23:51

    Max Goldt ist ja zur Hälfte selbst für (allerdings großartige) Beschriftungen von T-Shirts verantwortlich.

  3. stephan
    17. Februar 2007, 19:20

    Highlight aus meinem Kleiderschrank:
    „Freetown – Sierra Leone Elementary Black College“
    Gekauft in Spanien
    *duckundweg*

  4. irish
    18. Februar 2007, 0:29

    h&m-goth ist, glaube ich, so ziemlich das blödeste, was mir so untergekommen ist….

  5. Thomas
    18. Februar 2007, 11:40

    Hahaha Stephan… Das ist echt ein Knaller!