Die Welt in drei Wörtern erklären

Von Lukas Heinser, 19. Juli 2009 23:49

Am 30. August sind Kommunalwahlen in NRW. Offenbar seit diesem Wochenende dürfen deshalb die Innenstädte mit uninspirierten, verstörenden, plumpen, peinlichen oder einfach nur egalen Plakaten zugestellt werden.

Ein Trend zeichnet sich jetzt schon ab: Viele Kandidaten versuchen in einem Dreiklang auf sich aufmerksam zu machen. Dass man da schnell durcheinander gerät, liegt in der Natur der Sache.

Die folgende Liste von Bürgermeisterkandidaten aus ganz Deutschland ist sicher unvollständig:

Mutmaßlich noch ein bisschen kompetenter, sozialer und … äh: daer sind dann wohl diese beiden Herren:

  • Unabhängig. Kompetent. Bürgernah. Verlässlich. (Oliver Wild, Ehringshausen, parteilos)
  • Sauberkeit. Sicherheit. Recht. Ordnung. (Heinrich Mühmert, Dinslaken, Offensive Dinslaken)

36 Kommentare

  1. Muriel
    20. Juli 2009, 0:25

    Zu Hans-Peter Krings wäre natürlich nett zu wissen, wem gegenüber er so vertrauensvoll ist. Das muss aus meiner Sicht nichts Gutes sein.
    Heinz Wansing hingegen käme bei mir ziemlich weit nach oben. Ich würde niemals einen Bürgermeister wollen, der nicht da ist. Obwohl… Hm.

  2. Manuel
    20. Juli 2009, 1:23

    „Da. Echt. Nah.“? Ist ein Scherz oder? Realsatire pur.

  3. JMK
    20. Juli 2009, 9:31

    naja aber „HEINRICH MÜHMERT ist da und bleibt auch da!“. So langsam wird es eng.

  4. Sebastian
    20. Juli 2009, 10:46

    Ich werfe noch Übach-Palenberg ins Rennen mit den Kandidaten

    – Erfahren. Kompetent. Bürgernah. (Heiner Weißborn, SPD)
    – Entschlossen. Souverän. Durchsetzungsstark. (Wolfgang Jungnitsch, CDU)

  5. Sebastian S.
    20. Juli 2009, 10:53

    Da. Echt. Nah. (dam dam dam damdam)

  6. Leilana
    20. Juli 2009, 12:26

    Da. Echt. Nah. … Und wieso sollte man den wählen (erinnert mich total an dieses seltsame DA DA DA – Lied). Ich meine, ich bin auch da, echt und nah, deshalb wird man doch nicht Bürgermeister. Schön auch, dass die meisten kompetent sind, aber geht man davon nicht schon aus. Jedenfalls eine interessante Wahlplakatstrategie, fast ein Thema für eine Diplomarbeit/Magisterarbeit o.ä. :-) Die Wirkung würde mich da sehr interessieren.

  7. malefue
    20. Juli 2009, 12:48

    ich kenn ja dinslaken nicht, aber was ist da los dass das wichtigste anliegen des bürgermisterkandidaten sauberkeit ist?

  8. Hannah
    20. Juli 2009, 14:05

    der Klick auf die Website des Herrn Mühmert und seiner Offensive lohnt sich

  9. Johanna
    20. Juli 2009, 16:57

    Hinter „Ottilie“ hätte ich jetzt auch nicht derart böse blickendes erwartet.

  10. Manuel
    20. Juli 2009, 17:01

    Vielleicht sollten wir mal eine Aktion starten, wie wir die Welt in 3 Worten erklären würden.

    Ich wäre natürlich:

    „ui. ui. ui.“

  11. Leilana
    20. Juli 2009, 17:04

    Na denn, frisch, fromm, fröhlich, frei ans Werk und die Welt in 3 Worten erklären :)

  12. Jens
    20. Juli 2009, 23:07

    @Johanna (9):
    Vielleicht soll das den Ernst der poltiischen Lage vor Ort demonstrieren?

  13. Pot(t)pourri (97) » Pottblog
    21. Juli 2009, 5:24

    […] ich mir Lukas’ Beitrag Die Welt in drei Wörtern erklären durchlese, dann stelle ich fest, dass ich vielleicht die Werbung für meine Ratskandidatur noch […]

  14. Something Fishy
    21. Juli 2009, 15:29

    Engagiert. Kompetent. Erfrischend. (Katja Mast, SPD, Pforzheim und Enzkreis)

    http://katja-mast.sozi.info/

  15. Oliver Ding
    21. Juli 2009, 20:32

    Mir fällt da die CDU Lohmar ein, die sich erdreistet, dem Herrn ausm Blog nebenan zu unterstellen, er hätte seinen Slogan aus dem NRW-Kommunalwahlkampf 2004 geklaut: „Schaffen wir.“ Zwei Worte, kein Komma, aber auch null Grammatik.

  16. Alexander
    21. Juli 2009, 20:32

    Kann man daraus nicht einen Wahlomaten basteln? „Nennen Sie uns drei Adjektive und wir schauen nach, welcher wortschatzarme Kandidat am besten zu Ihnen passt.“

  17. Steffen
    21. Juli 2009, 22:41

    Und wer erklärt mir dieses Wahlplakat?

    http://www.aktives-recklinghausen.de/

    Ich mein, das ist doch ein Springteufel der da aus dem SPD-Kasten springt?

  18. Leilana
    21. Juli 2009, 23:40

    Vielleicht soll der rausgelassene Teufel zeigen, dass die SPD schon alle „bösen“ Pläne offenbart hat und es keine Überraschungen geben wird ;-)
    Um ehrlich zu sein, ich kann in diesem Plakat keinen Sinn entdecken und wüsste nicht, wieso ich die jetzt wählen sollte. Allerdings würden da einige (sinnlose) Adjektive drunter stehen, auch das könnte mich nicht überzeugen. Etwas aussagekräftigere Wahlplakate wären schon mal ganz nett…

  19. krueps
    22. Juli 2009, 14:47

    „Ausbildung für ALLE!“ SPD, Bochum.

    Bestes Wahlplakat. :D

  20. Manuel
    22. Juli 2009, 14:59

    jetzt. immer. voll.

  21. drikkes
    22. Juli 2009, 16:16

    Einen etwas anders gearteten Kölner Polit-Dreiklang habe ich gestern per Twitter kundgetan. Die Parteien sind da kein Stück besser als ihre Kandidaten.

  22. Manuel
    22. Juli 2009, 16:37

    Du meinst „“Köln kann’s.“ (#CDU) – „Köln kann mehr.“ (#FDP) – „Köln kann’s besser.“ (#SPD)“?

  23. drikkes
    22. Juli 2009, 17:27

    @Manuel (22): Ja.

  24. Jan
    22. Juli 2009, 17:45

    @Steffen: Der „Springteufel“ ist ein lokales Wahrzeichen, das allerdings – und hier ist es in der Tat seltsam – zu einer Nachbarstadt, Herten, gehört.

    Außerdem hätte ich da noch:
    „Die neue Bürgermeisterin“ (Anke Flemming, Herten, parteilos (aber von CDU und FDP unterstützt))

  25. Project Eurasia « social issues and stuff
    22. Juli 2009, 19:37

    […] und er ist in etwa eine Hommage an Queen wie Supermassive Black Hole eine Hommage an Prince war: Da. Echt. Nah. Verdammt nah sogar. Ein wenig schwächelt Matt Bellamys Songwriting, auch die Stimme scheint nicht […]

  26. Fünf
    22. Juli 2009, 23:01

    warum nicht quadratisch, praktisch, gut.

  27. Lukas
    22. Juli 2009, 23:09

    @Fünf: Danke! Jetzt weiß ich wieder, was ich hier seit Tagen noch reinschreiben wollte.

  28. Mathias
    22. Juli 2009, 23:11

    Welt erklären:
    Achtung, fertig, los!

    Bürgermeisterkandidat:
    Trau, schau, wem!

  29. Just Three Words « überschaubare Relevanz
    24. Juli 2009, 4:36

    […] Three Words Nein, hier geht es nicht um die aktuell wie Pilze aus dem Boden schießenden Wahlplakate, mit denen hat sich Coffee And TV vorerst ausreichend befasst. Hier geht es um schlechte […]

  30. M.i.M.
    30. Juli 2009, 12:43

    Super… mit den drei Schlagworten war es dann auch meistens. Viel kommt dann nicht mehr.

  31. Nur Die Linke hat echte Aussagen auf ihren Plakaten | Evangelische Informatik
    30. Juli 2009, 14:25

    […] Knut vom Bovert, parteiloser Bürgermeister, wirbt mit einem dieser modernen Drei-Wort-Slogans, über die sich Lukas Heinser auf Coffee and TV so wunderbar geäußert hat: […]

  32. Weitere Farbtupfer bei der Bochumer Wahlwerbung » Pottblog
    30. Juli 2009, 21:56

    […] So beispielsweise die links abgebildete Ratskandidatin Nadine Gösser (FDP). Der FDP-Slogan “Freunde für Bochum” klingt ein wenig nach StudiVZ, Gruscheln & Co. – aber vielleicht ist ja genau das beabsichtigt. Auch die CDU hat inzwischen einiges plakatiert, ob nun den CDU-Ratskandidaten Dr. Stefan Jox oder aber den Dreiklang Menschlich. Mutig. Modern. (dahingehend verweise ich Lukas’ Beitrag Die Welt in drei Wörtern erklären). […]

  33. MuGo
    7. August 2009, 19:05

    Zwar nur zwei Worte, aber vielleicht sogar noch aussagekräftiger:

    Der Sachse. (Stanislaw Tillich, CDU-Ministerpräsident von, oh Wunder, Sachsen)

  34. Coffee And TV: » Smile Like You Mean It
    11. August 2009, 15:16

    […] Anfang macht Heinz Wansing von der CDU (wir erinnern uns: “Da. Echt. Nah.”), der sich vom Dinslakener Star-Regisseur Adnan Köse […]

  35. Jonathan
    27. August 2009, 14:57

    Das drei Informationen manchmal auch zuviel sein können, kann man aber hier sehen:

    http://www.spiegel.de/unispieg.....65,00.html

    Die Reihenfolge is falsch! ;)

  36. Coffee And TV: » Plakatastrophentourismus
    16. September 2009, 12:38

    Ich will das hier weder zu einem Fachmagazin für Wahlplakatierung werden lassen, noch will ich irgendwie paranoid klingen, aber: […]