Hilfe! (Ambulant oder stationär)

Von Lukas Heinser, 1. September 2007 14:20

Es ist beunruhigend, ja geradezu skandalös, was da seit gestern durch die deutsche Medienlandschaft geistert: Der Medizinische Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen (MDS) veröffentlichte gestern seinen Prüfbericht zur Qualität in der ambulanten und stationären Pflege. Noch bevor das Papier offiziell vorgestellt wurde, hatte die „Bild“-Zeitung eine große Titelgeschichte zu dem Thema gebracht, die jetzt nicht so hunderprozentig exakt war, um es mal vorsichtig auszudrücken.

Was folgte, zeigte mal wieder, dass Journalisten einer dpa-getickerten „Bild“-Schlagzeile mehr vertrauen als ihrer eigenen Lesekompetenz, denn statt auch nur mal nachzugucken, ob die Behauptungen von „Bild“ richtig sind, schrieben sie diese munter ab.

Oft kreisen die Berichte um die Behauptung von „Bild“, jeder dritte Patient bekomme nicht genug zu essen oder zu trinken.

„Spiegel Online“ schreibt ab:

Der aktuelle Prüfbericht des Medizinischen Dienstes der Spitzenverbände der Krankenkassen (MDS) offenbart einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufolge skandalöse Zustände bei ambulanten Pflegediensten und in deutschen Pflegeheimen. Demnach bekommt nach diesem Bericht jeder dritte Pflegefall (Heime: 34,4 Prozent; ambulante Pflege: 29,6 Prozent) nicht genug zu essen und zu trinken.

Auch die „Süddeutsche Zeitung“ beruft sich lieber auf „Bild“ statt auf den Bericht selbst:

Jeder dritte Pflegefall bekomme nicht genug zu Essen und zu Trinken, schreibt die Bild-Zeitung unter Berufung auf den Bericht. In Heimen seien es 34,4 Prozent der Fälle, bei der ambulanten Pflege 29,6 Prozent.

Dieses Spiel über Bande ist immerhin ein bisschen weniger irreführend als das, was tagesschau.de behauptet:

Demnach bekommt offenbar jede dritte zu pflegende Person nicht genug Essen und Trinken.

Und der Vollständigkeit halber auch noch n-tv.de:

Etwa jeder dritte Pflegebedürftige bekomme nicht genug zu essen und zu trinken.

Nun mag es einigermaßen verständlich erscheinen, dass kein Journalist mal eben 212 Seiten voll Daten und Fakten durcharbeiten will. Muss er aber gar nicht, denn eine schlichte Suche nach dem Wort „Ernährung“ im PDF-Dokument hätte zum Beispiel auf Seite 48 verwiesen, wo es heißt:

Die festgestellten Mängeln bei der Ernährung und Flüssigkeitsversorgung sind nicht unbedingt gleichbedeutend mit einer bereits eingetretenen Unterernährung oder einer Dehydratation.

Auf Seite 66 steht:

Bei 65,6 % der im 1. HJ 2006 in die Prüfung eingezogenen Bewohner lagen bei der Ernährung und Flüssigkeitsversorgung keine Qualitätsprobleme vor. Bei 34,4 % der Personen wurden Mängel festgestellt. Auch hier sind diese Mängel nicht unbedingt gleichbedeutend mit einer eingetretenen Unterernährung oder einer Dehydratation.

Immerhin heute.de hat es irgendwie geschafft, die Tatsachen richtig aus dem Bericht abzupinnen:

Der Bericht weist nach wie vor Mängel bei der Ernährung und Flüssigkeitsversorgung der Pflegebedürftigen aus. Bei etwa jedem dritten Fall (Heime: 34,4 Prozent; ambulante Pflege: 29,6 Prozent) stellten die Prüfer Defizite fest. Sie kritisierten etwa unzureichende Gewichtskontrollen oder eine fehlende Ermittlung des Energiebedarfs der Bewohner. Dies bedeute aber nicht unbedingt, dass die Betroffenen jeweils unterversorgt oder mangelhaft ernährt seien, hieß es.

Im Vergleich zum letzten Bericht, der das 2. Halbjahr 2003 erfasste, hat sich die Qualität der Pflege auf beinahe jedem Gebiet verbessert, wenn auch mitunter nur ganz leicht.
„Bild“ würdigte diesen Sachverhalt mit vier Worten:

Geändert hat sich wenig.

Das mag bei einer entsprechenden Auslegung des Wortes „wenig“ ja sogar noch richtig sein, bei Heribert Prantls Kommentar in der heutigen „Süddeutschen Zeitung“ wurde daraus aber schon ein:

Seit Jahren hat sich nichts verbessert – doch niemand reagiert.

(Dass Prantl 34,4 bzw. 29,6 % für „Fast die Hälfte der Menschen in den untersuchten Pflegeheimen“ hält, die auch noch „Hunger und Durst“ „leidet“, schlägt dann dem Fass die Krone ins Gesicht.)

Dabei hätte man nur das Vorwort lesen müssen, um von der Verbesserung der Situation zu erfahren:

Die Pflegeeinrichtungen haben in den zurückliegenden drei Jahren erkennbare Anstrengungen unternommen, um die Pflegequalität in den Pflegeeinrichtungen weiterzuentwickeln. Bei vielen Qualitätskriterien lassen sich Verbesserungen nachweisen. Ein Teil dieser Entwicklungen ist auch auf die Wirkung der Arbeit des MDK zurückzuführen. Der Bericht zeigt aber auch, dass die Pflege nach wie vor ein Qualitätsproblem hat, aus dem sich ein erheblicher Optimierungsbedarf in den ambulanten Pflegediensten und stationären Pflegeeinrichtungen ergibt.

„Spiegel Online“ schaffte es immerhin, einen zweiten Artikel hinterherzuschieben, wo man unter der Überschrift „Pflege verbessert – Probleme bleiben“ folgendes lesen kann:

„Die Pflege-Schande“, titelt die „Bild“-Zeitung heute und prangert die skandalösen Missstände in deutschen Altenheimen an. Die Prüfer der Krankenkassen sind überrascht: Denn seit ihrem letzten Bericht hat sich die Lage fast überall verbessert – auch wenn die Probleme bleiben.

Leider ist diese partielle Richtigstellung im ersten Artikel, wo „Spiegel Online“ noch munter den „Bild“-Blödsinn zitiert, nicht verlinkt.

Regelrecht reflektiert wirkt da schon der Artikel bei „RP Online“:

Der jüngste Prüfbericht des Medizinischen Dienstes zeige, dass es in den vergangenen Jahren bei allen wichtigen Versorgungskriterien Verbesserungen gegeben habe, wenn auch auf niedrigem Niveau. „Die Pflege hat nach wie vor ein Qualitätsproblem“, räumte Gerdelmann ein. […] Dies bedeute aber nicht, dass es einen „Pflegeskandal“ gebe.

Und so haben wir seit gestern zwei Skandale in Deutschland: Die von der „Bild“-Zeitung ausgerufene „Pflegeschande“, bei der genau genommen natürlich jeder Fall von unzureichender Behandlung schrecklich und skandalös ist, und die kaum wahrgenommene, leider auch kaum noch überraschende Tatsache, dass die Verfechter des Qualitätsjournalismus lieber schnell irgendwas weiterplappern, als nur mal für zehn Minuten selbst zu recherchieren.

23 Kommentare

  1. OliverDing
    2. September 2007, 16:42

    Zumal ich wegen eigener Erlebnisse die Zahlen des MDS durchaus hinterfrage: Bei einer kürzlich erfolgten Prüfung bei meinem Arbeitgeber versuchten die anwesenden Prüfer wider offenkundig zu betrachtender Zustände und medizinischen Definitionen zum Trotz verschiedenen Personen Hautdefekte nachzusagen, die einfach nicht existierten – weil das Pflegepersonal durch aktive Prophylaxe eben genau das erfolgreich verhindert, wie es ihre berufliche Aufgabe ist. Wenn die Bild dann auch noch so frei formuliert wie in „In Heimen wird jeder dritte Patient (35,5 %) nicht häufig genug umgebettet. Folge: Er liegt sich wund (Dekubitus). […], obwohl im Prüfbericht nur steht, „nicht zwangsläufig […] ein Dekubitus entstanden sein muss“, sondern „vielmehr u.a., dass ein Dekubitusrisiko nicht ermittelt oder nicht erkannt worden ist, dass keine prophylaktischen Maßnahmen geplant oder keine entsprechenden Hilfsmittel eingesetzt worden sind.“, ist derlei hemmungslose Lügerei eigentlich schon wieder zum Lachen.

    Außerdem erwähnten die erwähnten Prüfer ohne Unterlaß, daß die Mitarbeiter der Pflegeeinrichtung gerne auch anonym auf die ja doch wohl sicherlich vorhandenen Mißstände hinweisen könnten. Weil man anscheinend nichts Nennenswertes finden konnte, was den unterstellten großen Qualitätsmängeln ähnelte, wollte man wohl auf diese Art fündig werden. Aber wo nichts ist, was man melden müßte, kann eben auch niemand anonym petzen.

    Und demnächst wird sicherlich wieder 50-Prozent-Auskenner Claus Fussek, dessen Argumentationslinie nur knapp jenseits der der Bild siedelt, seinen unreflektieren Senf irgendwo absondern.

  2. nicolas
    3. September 2007, 21:26

    Jeder Missstand ist einer zuviel, mann kann BILD nur danken dass überhaupt darüber berichtet wird. Mir ist egal wie viele nicht richtig gepflegt werden, Fakt ist, es sind zu viele. Man kann alles schön reden. BILD tuts nicht. Bravo

  3. witheboard
    3. September 2007, 21:41

    @nicolas

    ähem…. ansonsten ist bei dir aber gesundheitlich alles soweit in Ordnung, oder?

  4. uzuu
    3. September 2007, 22:15

    Jedes Land bekommt die Zeitung, die es verdient … wer jedoch dem Schmierenblatt mit den vier großen Buchstaben Glauben schenkt, hm, nun ja …

  5. hardy
    3. September 2007, 23:49

    Das man die „Bild“ doch etwas reflektierter lesen sollte ist wohl einer breiter Masse so langsam bekannt. Das aber andere „seriöse“ Medien einfach den Unsinn der „Bild“ unrecherchiert wiedergibt stimmt schon bedenklich. Medien wie Spiegel etc. sollten doch mal über ihre Redakteure nachdenken, wenn diese unkontrolliert Meldungen der „Bild“ übernehmen. Da muß doch etwas beim Einstellungsgespräch falsch gelaufen sein.

  6. Sonja
    4. September 2007, 0:27

    Ich glaube fast, das ist sogar Einstellungsvoraussetzung…. @hardy

  7. FloRi
    4. September 2007, 0:46

    Mal zwei Gedanken als jemand der in der Thematik halbwegs drin hängt:

    i.) Die „Pflege-Schande“ in der Form wie Bild darüber berichtet ist natürlich käse. Die Zahlen und das Ausmaß über das hier geredet wird ist schlichtweg übertrieben. Von daher bin ich betrübt wie unreflektiert hier einfach von anderen Medien abgeschrieben wurde.

    ii.) Die Sache an sich ist allerdings schon diskutierenswert. Es gibt Mißstände in der Pflege und, auch wenn laut Bericht eine positive Tendenz da ist, so kann ich diese nicht wirklich erkennen. Der Pflegesektor im allgemeinen ist auf Sparkurs und darunter wird über kurz oder lang auch die Qualität leiden. Also finde ich es im gut, dass über das Thema Qualität und Pflege geredet wird.

  8. Prokrustes
    4. September 2007, 10:41

    Beeindruckend ist auch, was die vermeintlich „pflegenden“ für ihre Dienstleistung an Geld einnehmen.

    So ein „Pflegeplatz“ im Altersheim kostet mehrere tausend EUR monatlich, und dann gibt es nur einen überforderten Zivi, der nachts für zwanzig oder dreißig Leutchen verantwortlich ist.

    Wo da wohl das Geld bleibt?

  9. OliverDing
    4. September 2007, 16:17

    @nicholas: Mir ist egal wie viele nicht richtig gepflegt werden, Fakt ist, es sind zu viele.

    Das ist so ziemlich das einzige Sinnvolle an Deinem Beitrag. Jeder, der unangemessen gepflegt wird, ist in der Tat einer zuviel.

    @FloRi: Es gibt Mißstände in der Pflege und, auch wenn laut Bericht eine positive Tendenz da ist, so kann ich diese nicht wirklich erkennen. Der Pflegesektor im allgemeinen ist auf Sparkurs und darunter wird über kurz oder lang auch die Qualität leiden

    Daß es Mißstände in der Pflege gibt, ist nicht zu bezweifeln. Die Art und Weise, wie hier aber kollektiv ein ganzer Berufszweig in den Dreck gezogen wird, ist ekelerregend. Diese ganze Halb- und Viertelwissen von vermeintlichen Experten, die nichts anderes als kollektive Schuldzuweisungen loszulassen, ist schon schlimm genug. Aber der allgemeine Aufschrei über mangelnde Qualität würde sicher noch lauter ausfallen, wenn die Kosten in einem Maße erhöht würden, wie sie eine rundweg angemessene Pflege eigentlich erfordern würde.

    @Prokrustes: Beeindruckend ist auch, was die vermeintlich “pflegenden” für ihre Dienstleistung an Geld einnehmen.

    Es werden nicht einmal alle Dienstleistungen bezahlt. Für keine der vom Arzt angeordneten Behandlungspflegemaßnahmen (wie z.B. Insulininjektionen, NaCl-Infusionen, An- und Ausziehen von Antithrombosestrümpfen, Verbandswechsel, Versorgung von Blasenkathetern und künstlichen Darmausgängen) zahlt den Pflegeheimen irgendwer etwas. Diese Pflegemaßnahmen dürfen nicht bei der Pflegebedarfsermittlung einberechnet werden, weil dies in die Zuständigkeit der Krankenversicherung fällt, nicht in die der Pflegeversicherung. Aber die Krankenversicherung finanziert die Durchführung ärztlich delegierter Maßnahmen durch Pflegekräfte nicht. Da könnte man durchaus sagen, you get what you pay for, wenn das nicht grundfalsch wäre, weil man das Angeforderte bekommt, ohne daß jemand dafür bezahlt. Es wird einfach angenommen, daß diese Leistungen in einem Pflegebetrieb angeboten werden.

    Diese nicht finanzierten Aufwendungen gehen von der direkten Pflegezeit ab, die trotzdem erbracht werden müssen (und erbracht werden). Von den ganzen unbezahlten Überstunden der Pflegekräfte, die den immensen Dokumentationsaufwand, der zur Sicherung der Pflegequalität dient, oftmals in ihrer Freizeit nach Dienstschluß erledigen.

    So ein “Pflegeplatz” im Altersheim kostet mehrere tausend EUR monatlich, und dann gibt es nur einen überforderten Zivi, der nachts für zwanzig oder dreißig Leutchen verantwortlich ist.

    In Alten- und Pflegeheimen gilt derzeit laut Heimpersonalverordnung eine Fachkraftquote von 50%. Die Politik arbeitet aber in Zusammenarbeit mit den großen Trägerverbänden daran, zur Kostenersparnis diese Quote auf 33% abzusenken – wenn man denn schon irgendwelche Verantwortlichkeinen kritisieren will, dann bitte dort.

    Außerdem möchte ich mal den Automechaniker sehen, der eine Rundumbetreuung eines Autos für auch nur das Doppelte der Kosten eines Heimpflegeplatzes den Finger rühren würde. Wenn’s um die defekte Karre geht, wirft man das Geld einfach nur raus. Pflege soll aber gleichzeitig qualitativ hochwertig sein und nichts kosten. Wie das gehen soll, weiß nur leider niemand.

  10. Sascha
    4. September 2007, 20:51

    Oliver, Du sprichst mir aus dem Herzen. Mich wundert es immer wieder, wieviele sich über die Kosten fcür einen Heimplatz aufregen ohne überhaupt mal darüber nachzudenken, welche Kosten mit dem Betrieb eines Heimes entstehen. Pflege ist nun mal eine personalintensive Dienstleistung. Wenn eine KFZ-Werkstatt 80,- Stundenlohn berechnet ist das normal, dass ein Pflegeplatz im Heim ca. 100,. € pro Tag kostet ist auf einmal ein Skandal. In diesen Kosten ist aber alles enthalten. Energie, Lebensmittel usw. Diese Kosten fallen auch in jedem Privathaushalt an. Übrigens sind die Kosten für Gefängnisinsassen teurer, obwohl diese nicht gepflegt werden müssen.

    Das ist ein Skandal

  11. OliverDing
    5. September 2007, 12:47

    IMHO liegen die Defizite in der Pflege vor allem am Kostendruck, der vor allem auf dem Rücken des Personals ausgetragen wird, aber auch an der gestiegenen Dokumentationspflicht, die u.a. zur Folge hat, daß der MDK es kritisiert, daß man einen Dekubitus-gefährdeten Fuß unmittelbar nach Erkennen der Gefahr handelt (den Fuß abpolstert), im Interesse der anderen zu Pflegenden danach weiterarbeitet und die Dokumentation daher nicht zeitnah erledigt, sondern erst, wenn Zeit dafür ist. Mir kann niemand sagen, daß das im Sinne der Pflegebedürftigen ist.

  12. Klaus H.
    5. September 2007, 15:20

    „nicolas
    Montag, 3. September 2007 21:26
    2

    Jeder Missstand ist einer zuviel, mann kann BILD nur danken dass überhaupt darüber berichtet wird. Mir ist egal wie viele nicht richtig gepflegt werden, Fakt ist, es sind zu viele. Man kann alles schön reden. BILD tuts nicht. Bravo

    Dir scheint auch völlig egal zu sein was berichtet wird, hauptsache es WIRD berichtet.

  13. Holger
    6. September 2007, 12:37

    Wie scherzt man so schön: „Wer BILD liest, frißt auch kleine Kinder…“

    In diesem Sinne: guten Appetit!

  14. Andy
    9. September 2007, 10:25

    „… dass ein Pflegeplatz im Heim ca. 100,. € pro Tag kostet ist auf einmal ein Skandal. In diesen Kosten ist aber alles enthalten. Energie, Lebensmittel usw. Diese Kosten fallen auch in jedem Privathaushalt an….“

    jetzt muss ich mal ein bisschen rechnen. also opa kostet 100 Eurönchen mal 30 Tage = 3000 Eurönchen. soviel haben wir also für opa zur verfügung.
    eigener zivi, hm, wieviel kostet der wohl? sagen wir mal 1000 Eurönchen. dann bleiben immer noch 2000,- übrig. dann muss opa essen. dafür geht er 3 mal täglich auswärts speisen, jedes mal ca 15 eurönchen, also 45 eurönchen täglich, macht 1350 eurönchen monatlich.
    hat er immer noch 650,- eurönchen übrig.
    das entspricht ungefähr meiner monatlichen belastung fürs einfamilienhaus, inkl. tilgung, zinsen, betriebskosten.
    wenn opa also ein haus kauft, 3 mal täglich auswärts isst und sich zur pflege einen eigenen zivi gönnt, kommt er mit den 3000 eurönchen knapp hin.
    tut er das nicht, sondern geht in ein heim, bekommt er lieblose großküchenkost, muss sich mit spartanisch ausgestatteten 20 qm wohnfläche zufrieden geben und teilt den zivi mit zig anderen. seine 3000 eurönchen sind trotzdem weg.
    irgendwo stimmt da was nicht. :D
    das macht den bild-artikel keinen deut besser. bedenklicher als diesen artikel finde ich aber die zahl derer, die diesen müll regelmäßig lesen.wohl bekomms!
    duck und wech, tschöö

  15. OliverDing
    9. September 2007, 11:31

    Einen eigenen Zivi, der Behandlungspflege durchführen kann, gibt es zunächst einmal nicht. Und eine Pflegekraft, die solcherlei Befähigung hat und 24/7 zur Pflege bereitstehen soll, bekommt man für 1000 Eurönchen durchaus nur im fernen Osten. Man sollte durchaus den jeweiligen Pflegebedarf einberechnen, wenn man schon mit krummen Zahlen hantiert.

  16. Andy
    9. September 2007, 23:06

    da möcht ich doch glatt nochmal nachhaken und einen draufsetzen: dass mein vorheriger beitrag nicht 100% ernst gemeint ist, sondern lediglich als denkanstoß zum älteren beitrag eines anderen schreibers gemeint ist, sollte eigentlich erkennbar sein.
    abgesehen davon: Pflegekraft für 1000,- € gibt´s nicht? doch die gibt´s. im näheren verwandtenkreis getestet und für gut befunden. ausgebildete altenpflegerin aus polen, dem gar nicht so fernen osten. 24/7-vollpflege. nagut, kost und logis gabs gratis dazu; diese art der pflege war um längen besser, als das, was jetzt das heim bietet, nachdem die pflegerin wieder abreisen musste.
    aber wie gesagt: nur´n denkanstoß; vmtl (leider) nicht praxistauglich. und eigentlich gehörts ja auch gar nicht hierher, weil´s hier doch eigentlich um diese 4-letter-word-zeitung geht. :D
    soweit aus KG; mein name ist Andy M; ich gebe zurück in´s studio.

  17. OliverDing
    10. September 2007, 15:13

    Und welcher deutsche, sagen wir mal, Automechaniker, Lokführer oder Installateur würde für 1000 Euronen im Monat 24/7 arbeiten? Wer nicht bereit ist, für Qualität Geld auszugeben, sollte sich zurückhslten, wenn es für Mickergeld lediglich mangelnde Leistungen gibt.

  18. Sascha
    11. September 2007, 13:40

    Hallo Andy,

    kann es sein, dass du Heimpflegekosten mit Eigenanteil gleichsetzt. Nicht vergessen, bei Pflegestufe I (1023 €) Pflegestufe II (1279 €). Bei Anspruch auf Pflegewohngeld können es noch mal bis zu 600 € sein. Uuups, jetzt kommt Deine Kalkulation etwas ins wanken. Dein Pflegezombie putzt natürlich auch, wäscht die Wäsche, geht einkaufen, regelt die Medikamentenversorgung, regelt alle Verwaltungsangelegenheiten etc. Und das alles 24 Stunden am Tag von Mo-So. Glaubst Du im ernst, dass ein Mensch an 365 Tagen 24 Stunden arbeitet??? Oder muss Du nicht auch noch eine weitere Kraft beschäftigen??

  19. Andy
    17. September 2007, 19:33

    lol Sascha,
    du polterst aber munter drauf los. klar kommt meine kalkulation ins wanken; immerhin basiert sie überwiegend auf zahlen anderer. u.a. lass mich nachsehen, wer da die 100,- € am tag ins spiel gebracht hat, die mich zu dem rechenausflug inspiriert haben, oops, der sascha wars.
    macht aber nix; wenn man meine beiträge nicht zusammenhanglos liest, sondern im kontext, erkennt man u.u. das augenzwinkern, dass zwischen den zeilen durchblitzt (stellenweise sogar laut rufend mit fahne wedelt).
    im übrigen gibt´s derzeit menschen in unserem lande, die trotz fachlicher qualifikation sogar für weit weniger als 1000,- € tagtäglich ackern gehen.
    den „pflegezombie“ behalt ich für mich sonst is sie beleidigt. :D
    so, alle wieder locker machen, ich bin raus. bye

  20. OliverDing
    17. September 2007, 22:41

    im übrigen gibt´s derzeit menschen in unserem lande, die trotz fachlicher qualifikation sogar für weit weniger als 1000,- € tagtäglich ackern gehen.

    Also: Fleißig weiter CDU/CSU oder FDP wählen, damit das so bleibt. Sonst könnte es ja passieren, daß sich eigene Arbeit plötzlich lohnt und nicht nur das Ausbeuten der Untergebenen.

  21. Gekrönter
    22. September 2007, 18:16

    Heribert Prantl mag etwas geschrieben haben was dem „Fass den Boden aushaut“ oder „dem ganzen Krone aufsetzt“ oder „ein Schlag ins Gesicht“ für denkende Menschen ist.

    Aber „schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht“?

    Ein König kommt also in den Weinkeller, nimmt seine Krone ab und schlägt diese einem Fass, dass ein verzauberter Prinz ist, auf das Gesicht.

  22. rolli olli
    2. Oktober 2007, 15:24

    LOOOOOOOOOL, ja genau!

    es gibt schon meister in der kunst der logischen verknüpfung von sprichwörtern…alle achtung

  23. Angeschwärzte Arbeit | Die Sockenseite
    3. November 2011, 11:43

    […] für die Pflegeversicherung im Keller zuhalten, also hört die Jammerei auf! Es nützt auch nichts, mal wieder die böswillige Mär von verhungernden und verdurstenden Bewohnerinnen zu verbreiten. Außerdem […]