Zettel-Traum

Von Lukas Heinser, 3. Dezember 2008 19:48

Thomas schrieb in den Kommentaren zum Beitrag über mein selbstgemaltes Schild im Treppenhaus:

Einfach noch einen Zettel schreiben. Mit Rechtschreibfehlern, mehr Unterstreichungen und WICHTIGEN WÖRTERN IN GROSSBUCHSTABEN!!!!! So ähnlich wie die Zettel am Dinslakener Bahnhof bitte.

Damit konnten Sie als Nicht-Dinslakener vermutlich wenig anfangen.

Das macht aber nichts, denn es gibt ein wunderbares Blog, das die geheimnisvollen Zettel am Dinslakener Bahnhof minutiös dokumentiert. Seit anderthalb Jahren fotografiert und kommentiert der mir unbekannte Blogger alle neuen Botschaften, die man am Bahnsteig und in der Eingangshalle lesen kann.

Mein bisheriges Lieblingsmotiv:

Verbot!! Wer besitzt die Unverschämtheit und bringt von zu Hause Mülltüten hier mit und wirft diese in die Behälter der DB? Nur für Reiseabfall. Benutzen Sie zu Hause für Ihren Müll. Ihre Restmülltonne.

Aber nicht nur die Exponate selbst sind sensationell, auch die dazugehörigen Kommentare sorgen immer wieder für Lacher.

So wie dieser hier:

Was auf den ersten Blick wie ein altes, bekanntes Hinweisschildchen ausschaut, entpuppt sich bei genauer Betrachtung als ein Hinweisschildchen der vierten oder fünften Generation. Immer wieder neu muss hier also mit Hilfe von Freund Tesafilm für den freien Zugang zum Abfallbehälter gekämpft werden.

Hinter diesen ominösen Zetteln steckt vermutlich Manfred Reiners, ein Rentner, der sich seit einigen Jahren ehrenamtlich um den ansonsten völlig heruntergekommenen Dinslakener Bahnhof kümmert und es damit immerhin schon zu Erwähnungen im Lokalteil der „Rheinischen Post“, in der „Wirtschaftswoche“ und beim WDR gebracht hat.

7 Kommentare

  1. Matthias Sch.
    3. Dezember 2008, 21:33

    herrlich, danke für den Hinweis :-))

  2. Johannes
    3. Dezember 2008, 22:48

    Jetzt weiß ich, wo der Begriff „Zettelwirtschaft“ seinen Ursprung hat_ Dinslaken! :)

  3. ruhrpottjunge
    4. Dezember 2008, 7:53

    Ein Rentner kümmert sich ehrenamtlich um einen heruntergekommenen Bahnhof und wird als Dank dafür verspottet – „mutigerweise“ auch noch in einem Medium, in dem er sich nicht wird wehren können.

    Zur Sache: Was ist falsch daran, Menschen, die Hausmüll im öffentlichen Raum entsorgen, darauf hinzuweisen? Und wie, wenn nicht mit einem Aushang, hätte man das bewerkstelligen können?

    BLOGs sind noch ein gutes Stück vom Rang eines ernstzunehmenden Mediums entfernt, wenn weite Teile der Inhalte nach dem Verhaltensmuster über alles und jeden „ablästernder“ Jugendlicher funktioniert.

  4. Fehlerleser.de
    4. Dezember 2008, 8:23

    Ein Bahnhof, der bloggt?
    Gibt es dann dort auch einen Blogomotivführer? ;-) *Kalauer*

    Schöne Grüße

  5. leonie
    4. Dezember 2008, 22:42

    ist wohl zeit für die deutsche version von passiveaggressivenotes.com.

  6. Sebastian
    8. Dezember 2008, 15:22

    Ich glaub der Link kam mal von Kosmar: http://www.passiveaggressivenotes.com/

  7. Sebastian
    8. Dezember 2008, 15:26

    Gerade #5 gesehen. sorry for reposting