… und nächste Woche verklage ich jemanden!

Von Lukas Heinser, 28. November 2008 18:53

So langsam dürfte der Kleinkrieg, den sich die Post- und Paketzusteller mit mir liefern, als das durchgehen, was in manchen Kreisen gerne „Kult“ genannt wird.

Ist entsetzt: Postkunde Lukas H.

Ist entsetzt: Postkunde Lukas H.

Schon wieder hat ihm der Postbote eine Benachrichtigungskarte in den Briefkasten geworfen!

Schon wieder hat ihm der Postbote eine Benachrichtigungskarte in den Briefkasten geworfen!

Andererseits bin ich auch nur noch 42 Jahre vom derzeitigen Renteneintrittsalter entfernt und habe „Nationalität: deutsch“ in meinem Ausweis stehen, von daher denke ich, es ist der richtige Zeitpunkt für mein erstes handgeschriebenes Schild im Treppenhaus:

Lieber Postbote, wenn Sie mir noch einmal eine Benachrichtigungskarte in den Briefkasten werden, ohne vorher auch nur bei mir geklingelt zu haben, werde ich mich bei Ihren Vorgesetzten beschweren! Mit freundlichen Grüßen,

Nachtrag, 29. November: Irgendjemand hat den Zettel heute abgerissen und in den Papierkorb geworfen.

Nachtrag, 1. Dezember: Erste Erfolge werden sichtbar: Mein Mitbewohner hatte heute eine Benachrichtigungskarte mit dem Vermerk „12:00 Uhr geklingelt!“ im Briefkasten. Ich nehme mal an, er hat zu der Zeit noch geschlafen. Ich war jedenfalls nicht da.

25 Kommentare

  1. Der Postillon
    28. November 2008, 19:12

    Hehe, sehr schön. Bitte um Folgeberichtserstattung.

  2. bosch
    28. November 2008, 19:32

    Das ist eine gepflegte Sauerei – hatte das schon zwei Mal. Bei einem Päckchen, was eigentlich noch ärgerlich ist, da es kein Tracking für die Sendung gibt und es irgendwann wieder zurück an den Absender ging, was aber nicht nachvollzogen werden konnte.

    Heute wieder: gestern Paket beim Nachbarn abgegeben, aber im Briefkasten erst gar keine Benachrichtungskarte hinterlassen. Erst mühsam im Tracking nachsehen müssen, dass das Paket längst da ist – beim Nachbarn, der wiederum natürlich nicht da ist. Über so’n Postscheiß könnte man ganze Blogs füllen.

  3. Tessa
    28. November 2008, 19:34

    dieses phänomen ist mir nur allzu gut bekannt. mein liebster vorfall aber, immer noch aktuell: ich hatte eine benachrichtigungkarte im briefkasten, und habe bereits vier mal versucht das paket abzuholen. niemand weiß, wo es denn nun ist, obwohl es bereits in meinem haus war. mir wird auch jedesmal versprochen mich anzurufen, bzw. den zuständigen fahrer zu fragen. das haben sie aber immer bis zum nächsten tag wieder vergessen. schön ist aber, dass ich per nachnahme bestellt habe, und die post das ding bezahlen kann, wenn sie es verbaselt haben.

  4. baddiel
    28. November 2008, 19:37

    Ich habe neulich mit der Firma telefoniert, bei der ich den EEE-Pc bestellt hatte und wollte mich erkundigen, wo er denn bleibe.

    Die so: „Der liegt doch schon drei Tage bei Ihrer Nachbarin Frau X“
    Ich: „Hmm, ich habe keine Benachrichtung bekommen“

    Auf dem Rückweg von Frau X habe ich dann den blauen Zettel entdeckt.
    50 Meter von meinem Briefkasten entfernt an der Wand klebend.

    Grrrr!
    Allein das Auspacken des PCchens hat mich besänftigt.

  5. Andrea
    28. November 2008, 20:06

    ich kenne keinen anderen zustand…

  6. Micha
    28. November 2008, 20:47

    Als zugezogener „Dütscher“ in Zürich staune ich noch immer über das leichtsinn… erstaunlich gut funktionierende Postsystem: Zu jedem Briefkasten gehört ein „Milchkästchen“. Das ist ein kleines Fach, in das viele kleinere Päckchen wunderbar reinpassen. Der Postbote macht das Fach einfach (ohne Schlüssel!!!) auf, legt das Päckchen rein, und geht wieder. Danach liegt mein wertvolles Päckchen dann stundenlang völlig unbewacht und für JEDEN greifbar in dem Fach, bis ich abends nach Hause komme.
    Gewöhnungsbedürftig, aber bislang kam noch jedes Päckchen bei mir an. Also, Lukas, umziehen?

  7. DonDahlmann
    28. November 2008, 20:51

    Ach, daran hab ich gewöhnt. Immerhin geben sie es gegenüber in einem Laden ab, da ist der Weg nicht so weit.

    Was ich noch sagen wollte: Bei einem richtigen Rentnerschild wären die wichtigen Passagen aber mit einem Textmarker oder sonst wie farbig markiert!

  8. Lukas
    28. November 2008, 22:04

    @DonDahlmann: Und da hab ich mir noch solche Mühe gegeben mit der Unterstreichung!

    Ich muss allerdings auch zugeben, dass meine Handschrift in keiner Weise einschüchternd oder dramatisch wirkt — vermutlich wäre das anders, wenn ich noch Sütterlin gelernt hätte.

  9. dellife
    29. November 2008, 0:22

    dein kleines „k“ sieht aus wie ein großes „k“. Sehr beunruhigend…

    Und ich würde sowas mit dem Computer schreiben. In einer einschüchternden Schriftart.

    PS: Angst vorm Biometrie-Schäuble?

  10. Chris
    29. November 2008, 1:28

    Für wahre Boulevardverhältnisse hast du dich aber viel zu gut anonymisiert. Aber es ist klar…dein Paketpostbote hasst dich.

  11. Flo
    29. November 2008, 1:48

    Ich hatte daletzt eine Benachrichtigungskarte im Briefkasten obwohl ich daheim war, klingt ja bekannt. Das Besondere an diesem Fall war, dass die Karte in einem eigenen Briefumschlag der Deutschen Post kam, das heißt, mir wurde tatsächlich vom Paketzustellzentrum (schönes Wort) per Briefpost meine Benachrichtigungskarte zugestellt. In diesem Fall wäre selbst jede noch so scharf formulierte und in drohenden Buchstaben geschriebene Nachricht am Briefkasten sinnlos.
    Vielleicht wird das bei dir in Zukunft ja dann auch so gehandhabt.

  12. asaaki
    29. November 2008, 3:03

    wenn’s um briefe geht, heisst es korrekter weise briefzusteller und nicht postbote. das wird wohl der grund sein, warum er nicht mehr bei dir klingelt. aber so richtig korrekt nach amtsdeutsch wäre ja „Fachkraft [für] Kurier-, Express- und Postdienstleistungen“.

    mit dieser anrede klappt’s dann auch sicher wieder mit der post. ^^

  13. Kathrin
    29. November 2008, 7:25

    Auch ich kenne dieses Spektakel. Ich wohne im 6. Stock ohne Aufzug und einmal ging es soweit, dass der werte Postbote geklingelt hat und ich auch aufgemacht habe aber er nicht hoch kam sonder ich runter gehen musste. Leider war ich aber zu spät dran und schon hatte ich das Kärtchen im Briefkasten und der Mann war verschwunden.. Sauerei nenn ich das!!

  14. Caro
    29. November 2008, 9:40

    Mein Postbote übertrifft das sogar noch: Wenn ein Nachbar aus dem 5. Stock nicht aufmacht, dann gibt er die Pakete halt im 1. Stock ab – meistens bei mir. Ich scheine einfach zu oft zu Hause zu sein…

  15. Benjamin
    29. November 2008, 11:52

    @Lukas: lol, Sütterlin, die bedrohlichste aller Handschriften…

    Ich hatte letztens eine Benachrichtigungskarte im Briefkasten, die aussah als hätte sie die letzten beiden Weltkriege erlebt (sie war aber nicht in Sütterlin beschriftet). Als ich das Packet dann abholte, meinte die Frau am Schalter als sie mir die ca. 10x10x10cm Box reichte: „Das hat wohl nicht in den Briefkasten gepasst.“ Und ich dachte mir nur „ACH!?“
    Die Post ist ein komischer Verein…

  16. alala
    29. November 2008, 12:27

    bei mir klappt das immer super mit den päcken. und beim nachbarn abgeben ist mir lieber als ne karte im briefkasten. das steht drauf ich könne das päcken die nächsten tage, „aber nicht heute“ bei der post abholen. da ist mir der nachbar ein stockwerk tiefer lieber…

  17. Der Typ mit dem Bleistift
    30. November 2008, 1:42

    Erstmal meinen herzlichsten Glückwunsch zum ersten handgeschriebenen Schild im Treppenhaus. Auch wenn der Schriftstil noch etwas jugendlich daher kommt, du bist auf dem richtigen Weg!

    Auch ich habe schon hinlängst Bekanntschaft mit dieser Unart der zustellenden Zunft gemacht. Ich habe nach der schriftlichen Äußerung meiner Beschwerde schließlich das Gespräch mit meinem Zusteller gesucht. Sehr offen berichtete er, dass sein Bezirk nicht in den letzten Monaten vergrößert wurde, während zeitglich das Personal um die Hälfte reduziert worden ist.

    Das führt zwangsläufig dazu, dass er und seine Kollegen sich etwas einfallen lassen müssen. Wie so oft, führt das dazu, dass sich die beiden benachteiligten Parteien zanken und die Verantwortlichen ihr Geld zählen.

    Mag ja durchaus sein, dass es dennoch stinkfaule Postboten gibt. Als Idee mla in den Raum gestellt: Sprecht mit Euern Briefträgern, fragt sie, warum das geschieht! Und dann: Machen wir gemeinsam deren Vorgesetzten Feuer unterm Hintern!

  18. meistermochi
    30. November 2008, 4:32

    UPS!

  19. Der Typ mit dem Bleistift
    1. Dezember 2008, 0:22

    Meisterhaft!

    Selten so über drei Buchstaben gelacht!

  20. Thomas
    1. Dezember 2008, 9:14

    Einfach noch einen Zettel schreiben. Mit Rechtschreibfehlern, mehr Unterstreichungen und WICHTIGEN WÖRTERN IN GROSSBUCHSTABEN!!!!! So ähnlich wie die Zettel am Dinslakener Bahnhof bitte. Vielleicht aber am PC mit Comic Sans

  21. Lars
    1. Dezember 2008, 11:09

    hachja,

    ich hatte vor einiger zeit ein ähnliches problem. der witz war allerdings, dass ich nicht mal eine benachrichtigungskarte bekommen habe und ich erst vom versand/zustellung durch den lieferanten erfahren habe. der das paket dann nachdem es natürlich retour ging, da es kein schwein abgeholt hat, nochmal bezahlen musste.

    ansonsten kann ich wohl noch auf der ausgefeilten idee von o² berichten, die handypakete per post-ident zu verschicken, allerdings schlauerweise nur mo.-fr., ich denk mal zwischen 8 – 16uhr. jou, dumm nur, dass ich unmöglich um die uhrzeit zuhause sein kann, wenn ich denn arbeiten bin. klugerweise kann der hermes-versandmann das paket auch nicht im shop abgeben, weils ja „schützenswert“ ist und mittels ausweis abgeholt werden muss (als wenn das nich immer so wär?). ein wirklich glücklicher zufall, dass ich am freitag urlaub hatte, sonst wär das paket nun wohl wieder bei o² und ich könnte immernoch nicht mobil sein. (achja, dem versandmann hätte für die übergabe des pakets lediglich die ausweisnummer (rechts oben) gereicht und als wenn sich die nich irgendwoher jemand hätte besorgen können).

  22. Coffee And TV: » Zettel-Traum
    3. Dezember 2008, 19:48

    […] schrieb in den Kommentaren zum Beitrag über mein selbstgemaltes Schild im Treppenhaus: Einfach noch einen Zettel schreiben. […]

  23. anna.frost
    4. Dezember 2008, 14:52

    bei mir hilfts, wenn ich nen zettel dran hänge, dass ich vermutlich nicht da bin, wenn der postmann kommt und er doch bitteschön das paket bei irgendwem im haus abgeben soll. die anderen mieter wissen dann meist bescheid.

  24. meistermochi
    8. Dezember 2008, 12:52

    http://www.spiegel.de/wirtscha.....10,00.html

  25. Morgen, Kinder, wird's was geben … | blogdoch reloaded
    23. April 2012, 2:21

    […] allerdings auch wieder zur Hochform auf, was die Auslieferung angeht — aber, ich will nicht meckern, ich habe meine eigene Paketstation (andere nennen es auch »Terasse«), einzig die Information […]