Nächste Woche: Autobahnen

Von Lukas Heinser, 15. September 2007 11:42

Der Liebe Gott hat in Köln ein sehr schönes Haus, aber der aktuelle Hausmeister ist ein Problem:

Dort, wo die Kultur vom Kultus, von der Gottesverehrung abgekoppelt wird, erstarrt der Kult im Ritualismus und die Kultur entartet.

(Zitiert nach „Spiegel Online“)

Nach dem Rauswurf von Eva Herman fragt man sich jetzt natürlich, ob und wie Katholische Kirche, gleichsam die ARD unter den Glaubensgemeinschaften dieser Welt, auf Kardinal Meisners Entgleisung reagieren wird.

3 Kommentare

  1. OliverDing
    15. September 2007, 15:55

    Kaum. Die braunen Züge dieses Klappspatens sind altbekannt und haben noch nie für den Rauswurf gesorgt, seit Karol Woytila Meissner den Kölnern in den Dom setzte.

  2. Marsellinho
    16. September 2007, 14:25

    Also mal ganz ehrlich, ich bin ja nie dafür irgendwas im „braunen“ Bereich zu relativieren, aber dass man sich derart an diesem Wort aufhängt, finde ich sehr übertrieben. Das Wort „entartet“ ist jetzt für mich nicht so eindeutig „Nazi“-besetzt, dass man es direkt in diese Richtung schieben muss.
    Da finde ich Aussagen wie „Jedem das seine“ schon wesentlich fragwürdiger – und das wird nun trotz der sehr plakativen Verwendung in der NS-Zeit immer wieder sehr gedankenlos verwendet.

  3. Lukas
    16. September 2007, 14:40

    Es ist ja nicht das Wort alleine. Wörter sind natürlich weder „gut“ noch „schlecht“. Im Zusammenhang mit Kunst oder Kultur von „entartet“ zu sprechen, zeugt aber mindestens von Gedankenlosigkeit.

    Natürlich steht es Kardinal Meisner völlig frei, seiner Meinung Ausdruck zu verleihen und er muss dabei auch nicht ganz so „politisch korrekt“ sein wie beispielsweise ein Politiker oder eine öffentlich-rechtliche Moderatorin. Aber man stelle sich mal vor, der Vertreter irgendeiner anderen Religionsgemeinschaft hätte so gesprochen …

    (Speaking of which: Das US-Außenministerium kritisiert die Diskriminierung religiöser Minderheiten in Deutschland.)