Uhr-Instinkt
Von Lukas Heinser am Mittwoch, 26. August 2009 21:45
Kategorie: My Shared Folder, Rock'n'Roll High School
Den Bochumer Liedermacher1 Tommy Finke hatte ich hier ja schon mehrfach lobend am Rande erwähnt.
Demnächst erscheint sein neues Album “Poet der Affen/Poet of the Apes” und entsprechend gibt es vorher eine Single:
Ich mag besonders die losen Oasis-Referenzen im Refrain und diesen komischen Flötensound2 vor den Strophen. Als Waschzetteltexter würde ich jetzt sowas schreiben wie: “Jugendlicher als Kettcar, zugänglicher als Gisbert zu Knyphausen und – natürlich sowieso – besser als Revolverheld.” Es erinnert aber auch ein bisschen an Athlete, finde ich.
Jedenfalls kenne ich nicht viele deutschsprachige Musiker, die so knietief im Pop stehen und dabei so weit von jedem Schlagervorwurf entfernt sind. Spätestens beim dritten Hören nistet sich der Song in den Gehörgängen ein, aber kaufen kann man ihn leider erst im Oktober.
Und wenn Sie partout keine deutschsprachige Musik mögen, hören Sie sich eben die englische Version des Songs an.
Disclosure: Ich habe mit Tommy Finke mal ein Bier getrunken getrunken, es aber selbst bezahlt.
Mittwoch, 26. August 2009 22:02
Klingt gut!
Besser als Revolverheld ist aber fies. Sogar, wenn man es nur im Irrealis schreibt.
Und was das Synonym angeht: Ich mag ja Troubadour, aber zeitgemäß ist dann doch auch was anderes.
Mittwoch, 26. August 2009 22:33
Ich mag ja deutsche Musik aber dieses Lied ist man doch etwas zu… äähm… glatt!?
Mittwoch, 26. August 2009 22:35
edit: argh. man möge “man” durch “mir” ersetzen.
Mittwoch, 26. August 2009 22:40
Zu 2.
Der mutmaßliche Flötensound ist eine digitale Nachbildung einer Saite, basierend auf dem Karplus-Strong-Algorithmus. So entsteht etwas, was entfernt an ein Hackbrett erinnert und gleichzeitig dem Achtel-Ostinato des Songs entgegenkommt. – der Autor
Mittwoch, 26. August 2009 22:42
ich mag spontan keine englische Musik mehr
Donnerstag, 27. August 2009 1:14
Gut, das der Text dabei steht. Hab’s erst im Hintergrund laufen lassen und im Refrain immer was von “alternden Huren” verstanden.
Donnerstag, 27. August 2009 10:51
@matt: Gut, ich bin also nicht der Einzige, der was von »Huren« verstanden hat ;)
Donnerstag, 27. August 2009 13:18
Besser als Revolverheld ist nicht fies, sondern verdammt unpräzise.
Donnerstag, 27. August 2009 13:54
@Alberto Green: Es ist natürlich auch verdammt unpräzise, aber sag mal deiner Freundin, sie wäre hübscher als Ottfried Fischer und achte auf die Reaktion.
Donnerstag, 27. August 2009 14:06
Wirklich, wirklich schönes Lied, gefällt mir sehr. Übrigens mag ich das Wort “Liedermacher”, auch wenn ich’s meist im Zusammenhang mit Kabarett á la Sebastian Krämer oder Bodo Wartke verwende – es muss doch nicht immer ein neumodischer Anglizismus sein, oder? Für mich klingt “Liedermacher” nicht altmodisch, sondern gerade richtig.
@ Muriel: Nur damit ich doch noch einen neumodischen Anglizismus einbaue: That made my day ;-)
Donnerstag, 27. August 2009 15:26
Also hast du es nur einmal bezahlt, aber zweimal getrunken? ;)
Donnerstag, 27. August 2009 20:15
Zu 1: Wie wärs mit Songwriter? Englisch klingt doch immer zeitgemäßer.
Donnerstag, 27. August 2009 22:45
…kennt ihr das, man steht morgens auf und hat eine Melodie im Ohr…??? und plötzlich kennt man auch den Text dazu “halt’ alle Uhren an…” so sollte Musik sein, man hört sie und sie bleibt im Kopf “hängen”… ” Viel Erfolg”
Freitag, 28. August 2009 0:09
Danke für den Hinweis. Passt irgendwie gerade in meine Gesamtsituation…
Freue mich auf das Album.
Freitag, 28. August 2009 9:52
@ TF #4:
Sicher? Ich finde, es klingt wie ein Register (rot marmoriert, in der Nähe von “Cemballo” und “Xylophon”) der Gulbransen Theatrum, die ich als Kind gezwungen zu spielen war.
Freitag, 28. August 2009 15:08
Nee, ist irgendwie nicht meins, schade… Find ich leider langweilig… und Revolverheld find ich auch besser. :)
Freitag, 28. August 2009 19:20
Warum soll “Liedermacher” nicht mehr zeitgemäß sein? Wenn man mit dem Wort nur schlechte Künstler verbindet oder solche früherer Jahrzehnte, dann wird es eben Zeit, gute von heute zu nennen. Die beste Gelegenheit, das zu tun, ist immer dann, wenn man so jemanden vorstellt – womit sich das Problem automatisch löst.
Samstag, 29. August 2009 14:24
Die Idee mit den ganzen Referenzen ist natürlich nett, aber das ist aber vom Grundtenor sehr schlageresk. Aber für mich waren auch die “Buchstaben” von Tomte bereits ein Fall für Carmen Nebel.
Dienstag, 15. Dezember 2009 21:12
[...] Finke – Halt’ alle Uhren an Tommy Finke hat mir jetzt schon mehrfach zu erklären versucht, was das für ein Sound ist, der da das Riff spielt. Inzwischen habe ich die [...]