Der Klammeraffenbumerang
Von Lukas Heinser am Mittwoch, 13. Mai 2009 0:57
Kategorie: Digital Ist Besser, Living In A Magazine
Über die Internetkompetenz von Politikern ist gerade in den letzten Tagen viel gespottet worden und tatsächlich habe ich manchmal den Eindruck, dass meine 76-jährige Großmutter besser mit dem Computer umzugehen weiß als so mancher Bundesminister. (Vermutlich auch besser als einige 25-Jährige, aber darum soll es nicht gehen.)
Manchmal allerdings ist es um die Internetkompetenz von Politikern (oder ihren Mitarbeitern) dann vielleicht doch nicht so schlecht bestellt, wie mancher Beobachter das gerne hätte. Das sieht dann zum Beispiel so aus wie in der Kolumne “Unsere Woche” in der Jörg Werner, der Dinslakener Lokalchef der “Rheinischen Post”, am vergangenen Samstag schrieb:

Ich schrieb meinem früheren Chef am Sonntagabend, dass Heidinger diese obskure Schreibweise vermutlich gewählt habe, damit die E-Mail-Adresse nicht so leicht von Spambots gefunden werde, die das Internet durchforsten. (Das dürfte zwar heutzutage kaum noch wirkungsvoll sein, aber die Website sieht ja auch nicht gerade aus, als stamme sie aus dem Jahr 2009.)
Jörg Werner reagierte prompt und vorbildlich, indem er am Dienstag auf der ersten Seite des Lokalteils schrieb:

Mittwoch, 13. Mai 2009 5:07
Größe gezeigt und trotzdem nicht klein beigegeben (Floskelalarm, jaja), find ich gut.
Ich versteh wirklich nicht, wieso das nur so wenige können, in meinen Augen hat Herr Werner hier nichts an Kredit verloren.
Das einzige was ich nicht verstehe, ist, warum er die Frage im ersten Artikel so hämisch formulierte. Er wusste ja offensichtlich nicht, was es mit dem “ät” auf sich hatte. Warum gleich von oben herab und nicht erstmal annehmen, das “der Feind” auch manchmal weiß, was er tut?
Mittwoch, 13. Mai 2009 9:10
Wenn der Herr Heidinger die Wahl verliert, kann er immer noch als Guttenberg-Double arbeiten.
Mittwoch, 13. Mai 2009 9:45
Ist es nicht viel peinlicher eine E-Mailadresse über die Domain “arcor” zu verwenden?
Mittwoch, 13. Mai 2009 15:52
Naja, immerhin war er ja hochprofessionell beraten, was die neuen Medien angeht :)
http://www.becker-web-design.de/
Hehe
Donnerstag, 14. Mai 2009 12:20
@smilla: Das habe ich auch gedacht… ähnlich, wie die Sendung “Wetten, dass…?” jahrelang @t-online.de Vorschläge für Wetten angenommen hat. Habe da immer bei der Einblendung am Schluss überlegt, ob das aus Werbezwecken geschah oder weniger durchdachte Gründe hatte. Mittlerweile lautet deren Emailadresse aber auch …@zdf.de.
Samstag, 16. Mai 2009 16:18
nice 1; dass die verschiedenen Schreibweisen für den Klammeraffen nun sogar Einzug in die Käsblätter von Lokalredaktionen finden, ist paradigmatisch für die Annäherung zwischen old school Zeitungen und Internet. Übrigens ein hervorragender Web-Auftritt, der vom Heidinger
Samstag, 16. Mai 2009 22:09
Soso. (at) kennen, aber die Transferleistung zu den zwei Pünktchen nicht schaffen. Ist klar.