Scheiße zum Quadrat

Von Lukas Heinser, 8. März 2008 16:32

Aus Düsseldorf kommt nichts Gutes: Studiengebühren, Alt-„Bier“ und die Toten Hosen, zum Beispiel. Oder der neue Slogan fürs Ruhrgebiet, den sich die Werbeagentur Grey entweder aus Unkenntnis oder reiner Verachtung für die dort lebenden Menschen ausgedacht hat:

Ruhrn Team-Work-Capital

So wird das nie was mit der Metropole. Oder auch nur mit dem ernst genommen werden.

[via blog.50hz.de]

27 Kommentare

  1. Zapp
    8. März 2008, 17:15

    Na ja, warten wir mal die grafische Umsetzung ab.

    Aber Irgendwie kommt mir „Team-Work-Capital“ ziemlich ungewöhnlich geschrieben vor. Ich weiss ja nicht, ob man sich international wirklich mit Germlisch präsentieren sollte.

  2. Niels
    8. März 2008, 17:30

    Ich find’s schon ungeschickt, dem „Ruhr“ sein „gebiet“ zu nehmen. Da denkt doch jeder erstmal an Dünnpfiff und das noch „hoch n“? Der unbefangene Betrachter sieht die Darmparasiten vor dem geistigen Auge fröhlich planschen.

  3. Niels
    8. März 2008, 17:31

    Äh… ich hätte noch ’n Kaffee trinken sollen. Genau das wolltest Du wahrscheinlich schon mit der Überschrift ausdrücken. Kannst meinen Kommentar löschen. Gute Nacht.

  4. Onkel Peppy
    8. März 2008, 20:19

    Interessant finde ich, dass ich bis gerade eben nicht wusste, dass Ruhr auch eine Krankheit ist.
    Daher tippe ich auf Unkenntnis bei der Sloganauswahl.
    Team-Work-Capital sieht nicht nur komisch geschrieben aus, sondern klingt auch nicht gut, wie ich finde.

  5. Mathis
    8. März 2008, 21:02

    Die Sache mit den Hochzahlen haben die doch von Mannheim geklaut!
    http://www.stadtmarketing-mann.....x.php?id=2

  6. mju
    8. März 2008, 22:19

    Aus dem verlinkten WAZ-Artikel:

    Das hochgestellte n steht in der Mathematik für eine unendliche Menge in Potenz,[..]

    Das ist Blödsinn! Die Aussage „unendliche Menge in Potenz“ gibt es in der Mathematik nicht! „hoch n“ bedeutet schlicht dass n-Mal mit sich selbst „multipliziert“ wird. Wobei „multiplizieren“ auch „nebeneinanderstellen“ heißen kann. (Je nach Kontext unterscheiden sich die Bedeutungen von „hoch n“.)

    „Mathmatisch“ wäre Ruhrn also das gleiche wie n-mal das Wort Ruhr hintereinander geschrieben, also

    RuhrRuhrRuhrRuhrRuhrRuhr…

    oder so. Falls „Ruhr“ eine Menge sein sollte, wäre „Ruhrn“ die „Menge der n-Tupel mit Elementen aus Ruhr“, oder

    Ruhr x Ruhr x Ruhr x Ruhr x Ruhr x Ruhr…(n-mal)

    Siehe Wikipedia.

    Hilfe! Könnten die wenigstens nicht so tun, also würde der Slogan etwas bedeuten?

  7. Pottblog
    9. März 2008, 2:57

    Ruhr hoch N – Team-Work-Capital…

    Ruhrn Team-Work-Capital
    Was wie eine mißglückte Überschrift einer Logopädie-Übung aussieht ist in Wirklichkeit der Vorschlag einer Düsseldorfer Werbeagentur für einen neuen Slogan für das Ruhrgebiet im Auftrag de…

  8. Lukas
    9. März 2008, 13:01

    Ich find’s schon ungeschickt, dem “Ruhr” sein “gebiet” zu nehmen.

    Ach, das finde ich noch okay. Das Barcamp Ruhr heißt ja auch „Barcamp Ruhr“ und die Kulturhaupstadt firmiert ja auch unter dem Namen „Ruhr.2010“. Die Ruhr ist halt der Fluß, der dem Gebiet seinen Namen gegeben hat.

    Die Sache mit den Hochzahlen haben die doch von Mannheim geklaut!

    Und in Mannheim ergibt das alles sogar noch einen Sinn!

    Ich frage mich noch, wie viele Leute eigentlich verstehen, dass „capital“ hier für „Hauptstadt“ stehen soll. Es klingt in dem Zusammenhang ja doch eher ekelig nach „Humankapital“.

  9. Christoph
    9. März 2008, 17:48

    Stimmt ja alles, aber was ist an den Hosen so schlimm?

  10. ruhrpottjunge
    10. März 2008, 13:34

    Wie sehr liebe ich das Ruhrgebiet, das in sich selbst ruht: Tiere füttern im Kaisergarten in Oberhausen. DSC Wanne-Eickel gegen Westfalia Herne. Sterkrader Kirmes. Und ab und zu mal ein bisschen Schnuppern an der großen weiten Welt…

    Mindestens genauso hasse ich das, was einige Marketingstrategen aus dem Ruhrgebiet machen wollen: Eine sich mit geistlosen Sprüchen überall und jedem anbiedernde, in tiefer Identitätskrise steckende Kunstregion (im Sinne von sowohl Region mit Kunst als auch künstlich geschaffene Region). Zechen als Schauplätze für hypermoderne Installationen, die höchstens von einen Zehntel der Menschen dort auch nur ansatzweise mitgetragen werden. die Existenzgrundlage von Millionen Menschen als postmoderne Folklore. Zum Kotzen.

  11. Lukas
    10. März 2008, 14:05

    Zechen als Schauplätze für hypermoderne Installationen, die höchstens von einen Zehntel der Menschen dort auch nur ansatzweise mitgetragen werden.

    Ein rührendes Argument. Nur glaube ich, dass die Akzeptanz von Schauspielhäusern, Bibliotheken und selbst Fußballstadien auch nicht sehr viel höher ist. Könnte man also alles weglassen.

    Das alte Pott-Mantra: „Es interessiert mich nicht, also wird es auch niemanden sonst interessieren.“ So wird man natürlich nie zum Touristenmagnet.

  12. ruhrpottjunge
    10. März 2008, 14:34

    Ob man aber durch eine fremdbestimmte, das die Städte im Ruhrgebiet prägende nur noch als Zitat aufgreifendende „Kultur“ auf Dauer die Menschen mehr begeistern kann? Ich wage es zu bezweifeln.

    Wenn ich sehe, wie rund um die Zeche Zollverein „Design“ gemacht wird, dann könnte man auch im Kölner Dom Can-Can tanzen.

  13. INS Blog
    11. März 2008, 14:25

    Ruhrgebiet: Wir koennen alles ausser Marketing…

    Die Reaktionen auf diesen Slogan sind überwiegend negativ. Liebe Leute vom Initiativkreis, vielleicht hättet Ihr besser ein paar Bäume grün anstreichen sollen.

  14. Claudias Sozi-Seite
    17. März 2008, 23:58

    Ruhr hoch n…

    O.k., ich äußere mich jetzt auch zum neuen Ruhrgebiets-Logo des Initiativkreises für eine kommende internationale Kampagne. Wozu ist so ein Blog schon da, wenn man nicht einmal dort Stellung bezieht ;-) Alle anderen Blogs sind mir ja mi…

  15. Volchok
    18. März 2008, 13:11

    Das ist doch mal wieder die typisch Reaktion: „Hä? Versteh ich nich! Find ich scheiße!…“

    Es scheint mir, wie beim Fußball zu sein. Die wenigstens können einen Ball geradeaus schießen, aber Bundestrainer sind sie alle. Genauso haben die wenigsten im Entferntesten eine Ahnung von Marketing und Werbung, jeder maßt sich aber eine (wenig differenzierte) Meinung an.

    Hat sich einer von euch eigentlich auch mal nur ein wenig inhaltlich mit dem Konzept beschäftigt, das hinter dem Slogan steht?

    Nein? Dann lest mal hier:
    http://www.rag.de/index.php?si.....;newsID=25

    Natürlich subjektiv, aber darum geht es ja.

  16. Lukas
    18. März 2008, 14:07

    @Volchok: Werbung richtet sich soweit ich weiß an Menschen, nicht an studierte Marketingexperten. Eine Kampagne, die man erst erklären muss (und sei das „Konzept“ auch noch so toll), schießt demnach völlig am Ziel vorbei. Und eine Imagekampagne für eine Region, mit der die Einwohner der Region nichts anfangen können, ist auch nicht unbedingt die Ideallösung.

    Statt „Team-Work-Capital“ heißt es jetzt übrigens „TeamworkCapital“, was ich wegen des Binneninitials noch mal ein Stück affiger finde.

  17. Volchok
    18. März 2008, 15:06

    Genau falsch!

    Nicht Oppa Pritschikowski von der Trinkhalle nebenan ist in erster Linie die Zielgruppe der Kampagne. Der findet ja auch, dass mit der Reichsmark noch alles besser war. Die Kampagne richtet sich vielmehr an ein internationales, technologie-affines Fachpublikum. Dass die Menschen im Ruhrgebiet die Marke mittragen müssen, ist natürlich richtig. Deshalb rufe ich ja auch dazu auf, sich mal inhaltlich damit auseinanderzusetzen.

    Ich find´s nur schade, dass jede Form der Modernisierung und internationalen Öffnung als „Scheiß“ abgetan wird. Die Struktur- und Arbeitslosigkeitsprobleme sollten doch für sich sprechen. Also warum nicht mal ausgewiesenen Experten vertrauen, die schließlich eine nachhaltige Besserung anvisieren?!

    Ein Claim mit zwei Bindestrichen wirkt natürlich gar nicht affig…

  18. ruhrpottjunge
    18. März 2008, 15:46

    So wie Sie sich hier als „ausgewiesener Experte“ aufführen, sinkt meine Lust, mich mit so einer Kopfgeburt auseinanderzusetzen, noch einmal weiter.

    Wie anmaßend ist es denn, den Menschen im Ruhrgebiet mehr oder minder wörtlich vorzuwerfen, sie setzten sich mit der neuen „Marke“ nicht genügend auseinander? Ich habe Besseres zu tun, als mich mit meiner Heimat von ein paar geltungssüchtigen Spinnern aufoktroyierten Scheiße auseinanderzusetzen.

  19. Volchok
    18. März 2008, 16:56

    1. Mit „ausgewiesene Experten“ meinte ich nich mich, sondern die Menschen bei der Agentur Grey (@Lukas: auch studierte Marketingexperten sind nämlich welche).

    2. @ruhrpottjunge: „Anmaßend“ finde ich Ihre Art und Weise, sich an einer bis hierhin sachlichen Diskussion zu beteiligen.

    3. Mit dem Verb „aufoktroyieren“ kann man zugegebenermaßen mächtig Eindruck schinden. Die Qualität der Argumentation wird allein dadurch nicht besser.

    4. Die Zechen waren mal, sind aber schon recht lange nicht mehr die Existenzgrundlage für Millionen von Menschen. Darum halte ich es für wichtig, sich unter anderem mit einer Dachmarke im Wettbewerb zu positionieren. Der Oberhausener Kaisergarten und die Sterkrader Kirmes mögen ja herrliche Orte sein, in diesem Fall aber wohl schwerer vermittelbar als „Ruhr^n“.

  20. ruhrpottjunge
    18. März 2008, 17:43

    Wodurch genau verlasse ich die bis zu meinem Beitrag sachliche Diskussion?

    Niemand widerspricht der Notwendigkeit, sich mit einer Marke zu positionieren. Wo positioniert man sich aber mit „Ruhr hoch n“ außer ganz weit weg von den normalen Menschen in der Region? Und was ist an TeamworkCapital eine markant? So könnte sich jede andere halbwegs städtische Region auch nennen. Im übrigen ist es auch noch gelogen, denn ein Teamwork findet zwischen den Ruhrgebietsstädten nicht statt.

    Ich habe es nicht nötig Eindruck zu schinden, schon gar nicht durch meine Wortwahl. Das sollte Ihnen an anderer Stelle in meinem Beitrag schon aufgefallen sein.

  21. Spardosen-Terzett
    26. April 2008, 1:23

    Guten Tag, hier unser Beitrag zu Ruhrgebietsslogan
    http://de.youtube.com/watch?v=WjBMc14DYVQ
    das Spardosen-Terzett

  22. ruhrpottmädel
    18. Mai 2008, 22:38

    Hier mal eine Geschichte zu den „ausgewiesenen Experten“. Schon vor Jahren hat die Möchtegernschmiede in Düsseldorf selbst versucht, den werbewirksamen Namen „Dussel hoch n“ zu verwirklichen. Daran sind sie kläglich gescheitert, was kaum wundert. Eher würde der Düsseldorfer „Kölsch“ trinken. Nüchtern betrachtet gelangt man eher zu der Erkenntnis, Ideenreichtum und Kreativität der Agentur Grey sind genau so gestaltet wie ihre Homepage: einfältig grau !! ( muß man gesehen haben )

  23. Birgit
    19. Mai 2008, 17:54

    Jetzt heißt die Kampagne übrigens

    Ruhr hoch R im Kreis (für eingetragenes Warenzeichen, kann ich auf der Tastatur nicht!)

  24. Lukas
    19. Mai 2008, 18:00

    Bald heißt sie vermutlich gar nicht mehr.

  25. Zu viele Köche...
    8. Januar 2009, 11:10

    Très créatif!…

    Mein Arbeitgeber muss in der Presse und Bloglandschaft gerade einiges Einstecken. Es geht um den neuen Slogan, der das Ruhrgebiet international für junge Spitzenkräfte attraktiv machen soll: Ruhr hoch N – Team-Work-Capital.

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