Man sollte die guten Kerzen kaufen

Von Lukas Heinser, 19. März 2012 22:35

Ich kann mit der Band Unheilig und ihrer Musik nichts anfangen, habe aber einen gewissen Respekt davor, wie der sogenannte Graf da seit Jahren sein Ding durchzieht und damit inzwischen auch große Erfolge feiert. Vergangenen Freitag erschien das neue Album „Lichter der Stadt“, das natürlich auf Platz 1 der Charts einsteigen wird.

Der Kollege Sebastian Dalkowski hat den Grafen für „RP Online“ getroffen und es ist das großartigste Interview mit dem König des Gothic-Schlagers, das ich je gelesen habe.

Gut: Es ist auch das bisher Erste, aber es ist trotzdem überraschend unterhaltsam.

Auf Ihren Konzerten und in Ihren Videos sind immer Kerzen zu sehen. Wo kaufen Sie die?

Das sind Altarkerzen. Meine ersten Kerzen habe ich, da ich aus Aachen komme, noch im Kerzenladen am Dom gekauft. Die haben sich natürlich gefreut, als ich 30 Stück genommen habe. Die Dinger sind schließlich schweineteuer. Damals war es noch richtig schwer, so viele auf einmal zu kaufen. Heute geht das alles übers Internet. Als ich mit Unheilig angefangen habe, war Internet noch nicht normal. Ich habe 1999 noch darüber nachgedacht: Sollste dir dieses Internet anschaffen?

Augen auf beim Kerzenkauf?

Man sollte die guten Kerzen kaufen. Die Kerzen werden auf Tour oft an- und ausgemacht. Und bei schlechten Kerzen wird der Docht dann immer kürzer und du bekommst sie nicht mehr an. Das kennen wir vom Adventskranz, wenn schon am zweiten Advent die Kerze vom ersten Advent nicht mehr brennen will. Da musst du dann das Schweizer Taschenmesser rausholen, um den Docht freizukratzen.

„Kauft keine schlechten Kerzen!“ bei „RP Online“

4 Kommentare

  1. SvenR
    19. März 2012, 23:18

    Ich habe das erste mal »Geboren um zu Leben« wahrgenommen, als der Graf mit einem Klavierspieler im Morgenmagazin auftrat, und da Live mit Flügel sang und zum Text interviewt wurde. Mich hat dieser eloquent redende Ex-Stotterer beeindruckt und auch heute finde ich die Klavier-Hookline wirklich gelungen. Es ist leider IMHO insgesamt das einzige gelungene Stück von Unheilig, das neue Album scheint mir wie ein lauer Aufguss aus Versatzstücken daraus zu sein.

    Das Interview ist klasse und verstärkt den positiven Eindruck, die ich von der Person habe.

    Irgendwie errinert mich der Graf an Roger Whithaker, Ernst Mosch und Chris de Burg – allesamt großartige Musiker, die meinem Geschmack nach musikalisch grandios falsch abgebogen sind, damit aber kommerziell extrem erfolgreich wurden. Somit haben sie wahrscheinlich alles richtig gemacht.

  2. sven
    20. März 2012, 10:50

    Erstaunlich auch das Interview auf http://www.laut.de/Unheilig Titel „Die Emotion muss stimmen“. Leider nicht direkt verlinkbar. Während ich den billigen Düsterpop bisher für schamlose Berechnung hielt musste ich das danach revidieren.
    Ich bin mir noch unschlüssig ob ich das nun besser finde wenn es alles ernst gemeint ist: „Ich bin wirklich ein ganz einfacher Mensch.“ Immerhin dürften sich damit Macher und Hörer nah sein wie selten im Musikgeschäft.

  3. 1ng0
    22. März 2012, 19:25

    der herr verteilte hirn und stil
    und hatte es sehr eilig
    drum übersah er manches ziel
    ein beispiel sind unheilig

    mit deppenbart und gruftiflair
    und pathos frisch von aldi
    treibt er im mittelmäßigmeer
    und hält sich für vivaldi

    gebaut aus schleim, bekannt als graf
    wer kommt, ihn zu entschärfen?
    wer hört den quatsch: hund? katze? schaf?
    geboren um zu nerven

  4. Lukas Heinser
    22. März 2012, 19:36

    Wer das hört, hatten wir hier im Blog ja schon mal geklärt.