Die, die mit den Wörtern tanzt

Von Annika Krüger, 23. Februar 2010 16:02

Mit neuen Büchern ist es ja immer ein wenig so: Man meint, man müsse ganz vorsichtig sein, um keiner Seite ein Eselsohr zu verpassen oder einen Buchstaben umzuknicken — wehe wenn! Jedoch, um einem Buch Charakter zu verleihen sollte man es auch knicken, den Buchrücken aufklappen und es lesen. Es ablesen, ablieben. Von was ich spreche?

Das allererste Buch einer jungen Frau, Lisa Rank. Aus Berlin, jetzt Hamburg.
Schreibt, atmet, komponiert, tanzt, träumt und erfindet Wortwelten. Entdeckt sie hinter Müslischachteln oder unterm Bett. Begegnet ihnen an Häuserecken, in der Nacht oder weil sie ganz genau hinhört.
Weil sie schreibt, was vorher noch nicht da war. Ihr Talent, ihre eigene Stimme und die Gabe, Gefühle so einzufangen, dass man genau spürt, was in den Charakteren vorgeht. Man kann mitfühlen, mitweinen, miterleben, man ist bei allem dabei.
Weil die Autorin es zulässt, aber – und das finde ich auch sehr wichtig – man wird beim Lesen davor beschützt, dass die Trauer einen erdrückt.
Im Gegenteil: Man wird mitgenommen und man bekommt es gezeigt und erlebt, denn im Zweifel, wenn alles keinen Sinn mehr macht, macht man solche Reisen auch immer ein Stückchen für sich selbst!

Von was ich hier erzähle?

Von Lisa Ranks ersten Roman „Und im Zweifel für dich selbst“.
Ein Buch, in dem zwei Freundinnen, Lene und Tonia, den Tod eines geliebten Menschen erleben und sich und die Welt nicht mehr verstehen. Das Leben, das sie bisher hatten, gibt es so nicht mehr. Weil jetzt jemand fehlt, der bisher immer da war. Sie machen sich auf eine Reise. Ein Roadmovie-Roman, der so viel Wahrheit zwischen den Zeilen versteckt hält und so eigensinnig auf dem Blatt steht. Oder der so viel über die Dinge erzählt, wie sie passieren und was man dann macht, dass es eigentlich nur Sinn macht zu sagen: Kaufen, lesen und selber entdecken!

Ich hab es fast zu Ende. Ein bisschen hab ich mir noch aufgehoben zum Schluss.
Wie es also ausgeht weiß ich nicht und würde es auch nicht verraten. Macht man nicht. Was man aber tun sollte: Selber entdecken!

Elisabeth Rank – Und im Zweifel für dich selbst
Suhrkamp, 200 Seiten
12,90 Euro

Lisa Rank im Internet

11 Kommentare

  1. ernst_o
    23. Februar 2010, 17:07

    Ist das jetzt Werbung?

  2. Mischa
    23. Februar 2010, 19:16

    Ist das ne Frage?

  3. Mischa
    23. Februar 2010, 19:17

    Noch mal zu Ernst: Wenn du ne Rezension nicht erkennst bist du in nem Kulturblog falsch :)

  4. Annika
    23. Februar 2010, 19:37

    @ernst_o: eine freundliche empfehlung! darf jeder so verstehen wie er will ;)

    @mischa: dinge die einen button verdient hätten !!!

  5. ernst_o
    23. Februar 2010, 20:40

    @Annika und @Mischa: Ja, bitte um Verzeihung; kam mir heute ein bisschen zu auffordernd ‚rüber.

  6. Lukas
    24. Februar 2010, 0:16

    Ja, Captain Obvious ist diese Woche CvD.

  7. Sebastian
    24. Februar 2010, 8:32

    Mein Lisa Rank-Erlebnis hatte ich letzten Herbst, da hat sie beim ersten Jour Fitz aus dem Buch gelesen. Ich war für die zweite Lesung (einen Monat später) geplant und hatte einen Text vorbereitet, der ein sehr, sehr ähnliches Sujet hatte, was ich aber vorher nicht wusste. Nun ist ihr Text aber Gott sei Dank so viel besser und tiefer, dass da keiner auf die Idee eines Plagiats käme. Glück gehabt.

    Also definitiv eine Kaufempfehlung.

  8. emzo
    24. Februar 2010, 11:49

    Nach diesen Lobpreisungen muss ich mir das Buch ja direkt bestellen! Eine gut geschriebene Kritik wie hier soll ja auch ihren Zweck erfüllen: Leute zum Lesen bewegen oder sie davor schützen, Geld für Müll auszugeben.
    Wo ist hier doch gleich der astore? :)

  9. Annika
    24. Februar 2010, 13:02

    @sebastian: in zweiten von nacktmull skandalen muss man mit so viel guten büchern wie geht, dagegenhalten ;) hihi

    @emzo: eben, man gibt viel zu viel geld für anderen kram aus. und das buch kauft man am besten im kleinen buchladen um die ecke!!! ;)

  10. Damian
    25. Februar 2010, 7:32

    Vielen Dank.
    Hab mir das Buch jetzt mal bestellt.

  11. Die Wand | DMN LGSH
    27. Mai 2010, 8:24

    […] wach hält, denn schlafen lässt. Ebenfalls mehr als blosse Narkotisierhilfe war für mich auch das hier von Annika empfohlene “Und im Zweifel für dich selbst” von Elisabeth Rank (das ist […]