Jugend hetzt

Von Lukas Heinser, 22. Juni 2011 16:23

Bild gibt den Pleite-Griechen die Drachmen zurück

Ich kenne Paul Ronzheimer nicht persönlich. Er ist Redakteur im Parlamentsbüro der „Bild“-Zeitung. Heute wird er gemeinsam mit seinem Kollegen Nikolaus Blome den mit 10.000 Euro dotierten Herbert Quandt Medien-Preis für ihre gemeinsame Artikel-Serie „Geheimakte Griechenland“ erhalten. (Mehr dazu bei Stefan Niggemeier.)

Das alles wäre angedenk der Griechenland-Berichterstattung von „Bild“ schon bizarr genug, aber Ronzheimer ist ein paar Jahre jünger als ich. Wie die meisten Jungjournalisten begann auch Ronzheimer seine Karriere bei einer Regionalzeitung, in seinem Fall der „Emder Zeitung“, seinen ersten Auftritt vor einem Millionenpublikum hatte er im Februar 2005 im „Quiz mit Jörg Pilawa“ im ARD-Vorabend. Anschließend muss er auf die schiefe Bahn geraten sein, denn vom Januar bis Juni 2008 besuchte er die Axel Springer Akademie.

Bei Springer machte er alsbald Karriere: Mit Anfang Zwanzig fragte er einen dreimal so alten Jugendforscher, wie „die Jugend von heute“ denn so ticke, nach einem halben Jahr bei „Welt kompakt“ wechselte er zu „Bild“. Erste Meriten erwarb er sich dort, als er mit einer Kollegin den damaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss ins „Bild-Verhör“ nahm, gegen den damals wegen des Besitzes von kinderpornographischem Material ermittelt und der später deswegen verurteilt wurde. Auf dem Höhepunkt der Diskussion um die sogenannten Internetsperren (die Älteren werden sich erinnern) stellte Ronzheimer Tauss dann als durchgeknallten Perversling dar und trug so zur Stimmungsmache von „Bild“ für die heute längst vergessenen Pläne der damaligen Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen bei.

Vorläufiger Höhepunkt von Ronzheimers noch junger Karriere bei „Bild“ (und damit ein Tiefpunkt für die deutsch-griechischen Beziehungen und die Rolle des Journalismus in Deutschland) war der Tag, an dem er „den Pleite-Griechen die Drachmen zurück“ gab. Da stand er auf dem Athener Omonia-Platz und wedelte mit Drachmen-Scheinen im Gegenwert von 30 Euro.

Und das Irre: Viele jubeln und reißen sich darum…

In der Person Ronzheimers, der zu diesem Zeitpunkt schon einige Drecksarbeit für die Volksverhetzungs-Taskforce von „Bild“ erledigt hatte, überschritt die Zeitung an jenem Tag endgültig die Grenze zwischen Berichterstatter und Akteur. Es war ein „wir“ („Bild“, Deutschland, die Guten) gegen ein „die“ (die Pleite-Griechen) geworden, daran ließ der Schluss seines „Artikels“ keine Zweifel:

Seit Tagen spekulieren griechische und englische Zeitungen darüber, dass die „Bank of Greece“ angeblich bereits ein Notprogramm zur Rückkehr zur Drachme vorbereitet.

Das wäre auch für unseren Euro das Beste …

Ronzheimers Arbeit blieb nicht folgenlos:

Auch BILD.de-Reporter Paul Ronzheimer bekam die Anti-Stimmung vieler Griechen zu spüren. Viele sind sauer auf die Deutschen, blafften ihn in Athen an.

Einer droht mit der Faust, brüllt: „Verschwindet hier!“ Ein anderer: „Ihr Deutschen wollt uns doch am Abgrund sehen…“

Und über das Internet bekommt der Reporter seit Tagen dutzende Hass-Emails. Der Inhalt: Immer wieder NS-Vergleiche…

Neben seinen intensiven Abrissarbeiten am deutsch-griechischen Verhältnis und einem Ausflug zu den interessanterweise nicht so genannten Pleite-Iren fand Ronzheimer noch die Zeit, islamophobe Interessen zu bedienen: Im Oktober 2010 berichtete er im Rahmen der „Bild“-Serie „Wenn Multi-Kulti zum Irrsinn wird“ über den „Islam-Mietvertrag“ für ein Berliner Hochhaus. Weil die muslimischen Besitzer der Geschäftsimmobilie ihren potentiellen Mietern „Glücksspiele …, Prostitution, Verkauf, Produktion, Vertrieb oder Vermarktung von Alkohol oder Schweinefleisch, zinsbasiertes Bankgeschäft, Finanzgeschäfte oder Finanzdienstleistungen sowie Versicherungsgeschäft, mit Ausnahme von Versicherungen auf Gegenseitigkeit“ untersagten, brüllte Ronzheimer staatstragend in die Welt:

Es ist ein Fall, der vielleicht mehr über Integration in Deutschland verrät als alle Politiker-Diskussionen zusammen.

IN BERLIN GIBT ES JETZT DEN ERSTEN MIETVERTRAG MIT ISLAM-KLAUSEL!

Was genau solche Auflagen „über Integration in Deutschland“ verraten, verriet Ronzheimer dann zwar nicht, dafür musste er sich vom Deutschen Mieterbund erklären lassen, dass der Vermieter einer gewerblich genutzten Immobilie „alle möglichen Bedingungen stellen“ darf. Die öffentliche Ordnung oder die freie Marktwirtschaft scheinen dadurch nicht wirklich in Gefahr, denn „in dem Gebäude in Berlin sind mehrere Etagen nicht belegt“.

Im Dezember durfte Ronzheimer mit den einschlägig erfahrenen Kollegen Rolf Kleine und Guido Brandenburg wild, aber ahnungslos auf der ARD rumhacken, weil die „ausgerechnet kurz vor Weihnachten“ (also am 8. Juni) die Ausstrahlung ihres Programms über den Satelliten Hotbird eingestellt hatte und die deutschen Soldaten in Afghanistan „nur noch in die Röhre“ schauen konnten.

Ronzheimers bisheriges Lebenswerks erweckt nicht unbedingt den Eindruck, als sei er jemand, der sich übermäßig für Details oder größere Zusammenhänge interessiert. Damit wäre er bei „Bild“ freilich nur einer unter vielen, aber Ronzheimer ist gerade mal 25 Jahre alt. Und da setzt meine Vorstellungskraft aus.

Was bringt jemanden, der bei Facebook angibt, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, den „Independent“, „Guardian“, die „New York Times“ und den „New Yorker“ zu mögen (witzigerweise aber auch „Griechenland Zeitung, Athens News, Berlin, Breathtaking Athens (All about Travel / Visit Athens ), Greece“), dazu, in Europas größter Boulevardzeitung Halbwahrheiten und plumpe Hetze zu verbreiten? In einem Alter, in dem die meisten anderen Menschen keine Tageszeitung lesen? Laut Tarifvertrag verdient ein Redakteur im 1. bis 3. Berufsjahr fast 3.000 Euro brutto, aber das allein kann doch keine Erklärung sein.

Man muss ja noch nicht mal Max Goldt bemühen, der jeden, „der zu dieser Zeitung beiträgt“, als „gesellschaftlich absolut inakzeptabel“ bezeichnet hatte, denn es ist ja nicht nur der Umstand, dass Ronzheimer für „Bild“ arbeitet, sondern vor allem das wie. Man wüsste zu gerne, was in ihm vorging, als er da in Athen stand und „mit Drachmen-Scheinen wedelte wie mit Bananen vor Affen im Zoo“ (Michalis Pantelouris). Ich wüsste gern, ob seine Eltern stolz sind auf das, was ihr Sohn da macht, oder ob sie sich für ihn schämen. Ich meine: 25, das ist jünger als meine kleine Schwester!

Mein Weltbild lässt es zugegebenermaßen schon nur schwer zu, dass Menschen unter 80 in die Junge Union oder bei den Jungliberalen eintreten und ihre hochschulpolitischen Metzger damit nicht nur wählen, sondern selber Teil davon sind. Andererseits verzeihe ich jedem hochtalentierten Jungfußballer einen Wechsel zum FC Bayern, auch wenn sich die wenigsten dort durchsetzen. Aber ein Kerl wie Ronzheimer, der lässt mich völlig ratlos zurück. Er ist ja offensichtlich nicht dumm, man muss also annehmen, dass er sehr genau weiß, an was für menschenverachtenden, böswilligen Kampagnen er da fleißig mitarbeitet.

Mehr noch: Ronzheimer scheint sich bei seiner Arbeit ja richtig wohl zu fühlen. Was treibt diesen offensichtlich Getriebenen an? Woher kommt sein Hass auf die Griechen? Oder hat er gar keinen Hass und hetzt nur gegen das ganze Volk, weil er es kann — und bei „Bild“ auch soll? Und wäre letzteres nicht sogar noch schlimmer?

Vor rund zwanzig Jahren gab es bei „Bild“ schon mal einen jungen Überflieger mit lässiger Frisur und stylischer Brille. Sein Name: Kai Diekmann. Vor Paul Ronzheimer liegt womöglich eine große Zukunft.

77 Kommentare

  1. dembowski
    22. Juni 2011, 16:41

    warum macht ronzheimer das? antwort dürfte recht simpel sein: weil er es kann. erschreckend

  2. Johannes
    22. Juni 2011, 16:56

    danke für diese erschreckende dokumentation einer typischen (?) bild-reporter-karriere!

  3. Friedemann
    22. Juni 2011, 17:15

    Diese Deine Fragen treiben mich oft um, wenn es um solche Figuren geht. Ähnlich bei gewissen Jungpolitikern.

    Ich glaube, dass die Lektion, die man sich zu lernen weigert, simpel lautet: Es gibt böse, durchtriebene, moralisch orientierungslose Menschen, die gewisse Strömungen bereitwillig und skrupellos nutzen, um nach oben zu kommen. In anderen Zeiten hätte Herr Ronzheimer vielleicht gegen die böse Bourgeoisie oder die Kirche oder das Waldsterben agitiert.
    Heute liegen die einfach und karriereopportun zu bedienenden Feindbilder eben so, wie Du eindringlich beschreibst.
    Ob er wohl der Mann sein wird, der Missfelder zum Kanzler peitscht? Passen würd´s.

  4. SvenR
    22. Juni 2011, 17:37

    Ich will nicht, dass er am Ende damit durchkommt!

  5. Julius
    22. Juni 2011, 17:54

    Ich war mit jemandem auf der Schule, der damals schon erkennen ließ, daß er keinen Funken Anstand im Leib hat, nicht zum Empathie fähig ist und nicht zwischen gut und schlecht unterscheiden kann. Dies führte zu einigen seltsamen Situation, bei denen sich manche fragten, warum der Kerl noch nicht im Knast sitzt, ich fragte mich, warum dieser asoziale Mensch nicht von allen geächtet wird wie ein Aussätziger im Mittelalter.
    Immer schaffte er es, seinen Hals aus der Schlinge zu bekommen und dabei auch noch eine gute Figur zu machen.
    Neulich erfuhr ich, daß dieser ehemalige Mitschüler inzwischen einen hochdotierten Job hat, der hauptsächlich darauf basiert, vom Leid anderer zu profitieren ohne sich (so sieht jedenfalls die Rechtslage aus) die Hände schmutzig zu machen.
    Manchmal wünsche ich mir ich hätte ihm damals, als ich noch eine Chance dazu hatte, mal ordentlich auf die Fresse gehauen.
    Aber mal Gewaltphantasien beiseite: Warum ich eben an diesen ehemaligen Mitschüler denken musste, weiß ich auch nicht…

  6. CharlesBronson
    22. Juni 2011, 17:57

    Einfache Antwort:

    Typischer Jung „liberaler“, bei dem mit Anfang 20 bereits alles auf „Karriere“ gepolt ist.

    Die Verlockung, in den Kreis unserer so genannten „Eliten“ aufzusteigen (und sei es nur als Speichellecker), ist für einen wie Ihn wohl so groß, dass Ethik und Moral, zusammen mit dem (einstmals vorhandenen?) Anspruch, seriöser Journalist zu werden, auf den Müll gekippt werden.

    Zweifel werden durch Realitätsverdrängung ersetzt, is ja auch kein Wunder, wenn einem von Diekman und Co. ständig auf die Schulter geklopft wird und sich der Freundeskreis aus Springer Akademie Absolventen zusammensetzt.

  7. Rosenkranz007
    22. Juni 2011, 18:20

    Ich würde das Bübchen nicht überschätzen. Propaganda, die nicht hinreichend subtil ist, ist keine.

  8. Jonas
    22. Juni 2011, 18:39

    Also ich baue ja drauf, dass Ronzheimer sich irgendeinen Einstieg nur hat erzählen lassen. Dann ist das mit Preis auch ganz schnell wieder erledigt.

    Nein, mal im Ernst: Traurig ist das. Und ärgerlich.
    Ich bin nicht wesentlich jünger und werde auch auf einer Journalistenschule ausgebildet. Axel-Springer-Akademie ist da zwar ein Sonderfall, aber ich dachte schon, dass ein wenig mehr Anstand gelehrt wird. Und man (auch) als junger Journalist die mögliche Wirkung seiner Texte reflektieren sollte.

  9. teekay
    22. Juni 2011, 19:31

    Das ist auf jeden Fall eine schoene Zusammenstellung mit vielen interessanten Details, aber ich bin etwas ueberrascht von dem ‚wie kann man sowas mit 25 nur machen?‘ Argument. Man kommt ja in konservative, elitaere Kreise nicht rein, wenn man, ueberspitzt formuliert, 20 Jahre Sozialarbeiter war und dann seine konservative Gesinnung entdeckt. Die 25jaehrigen McKinsey-Berater, Banker in Frankfurt, Jung-Politiker und Rechtsanwaelte bei Grosskanzleien reihen sich doch ein in eine Gruppe von jungen Leuten die von Toenissteiner Kreis bis zur Atlantik-Bruecke in Netzwerken ’sozialisiert‘ werden. Dass beim Konzern Springer ’schleimige‘, ambitionierte, konservative Emporkoemmlige arbeiten ist doch ganz normal-auch wenn das nicht alles Jourmalisten/’Journalisten‘ sind. Aus eigener Erfahrung weiss ich, welche starken Beharrungskraefte in diesen Kreisen am Werk sind und wie 25jaehrige konservative Studenten schlimmer als ‚die Alten‘ sein koennen. Und das man im Medienbereich Kai D. als Vorbild sieht finde ich auch nicht ungewoehnlich; Ronzheimer nutzt seine Chance-von dem werden wir noch hoeren. Leider…

  10. Irene
    22. Juni 2011, 22:23

    Was sind denn „islamophobe Interessen“? Klingt fast bisschen verschwörerisch ;-)

    Aber ernsthaft, ich mag den Begriff nicht. Begründung u.a. hier:
    http://de.wikipedia.org/wiki/I.....am_Begriff

    Wenn man den Begriff Islamophobie weglässt, muss man präziser werden, ist also kein Schaden.

  11. Max Eimer
    23. Juni 2011, 0:45

    Woher nehmen Sie Ihre Überheblichkeit, Herr Heinser? Haben Sie journalistisch schon mehr geleistet als Herr Ronzheimer?
    Der eine kriecht Herrn Diekmann in den Arsch, der andere Herrn Niggemeier. Was ist besser?
    Und wer hat mehr Preise erhalten? Sie oder Ronzheimer?

  12. Karl Kübel
    23. Juni 2011, 2:52

    1. „Keine Volksverhetzung betreiben“ ist tatsächlich alleine schon eine höhere journalistische Leistung als es zu tun. Jeder Schulzeitungsreporter, der seinen Englischlehrer interviewt, leistet journalistisch mehr als Menschen wie Herr Ronzheimer.
    2. Soso, Preise sind also ein Indiz für Qualität? Aha: http://en.wikipedia.org/wiki/J.....ominations

  13. gert
    23. Juni 2011, 2:57

    In Österreich würde man sagen: „Geh, leg ihm (Ronzheimer) eine auf und a Ruh is.“

  14. Ralf Marder
    23. Juni 2011, 7:30

    Hallo Lukas,

    danke für den vorzüglichen Artikel. Über die Zukunft von Herrn Ronzheimer habe ich mir auch so meeine Gedanken gemacht. :-)

    http://mediensalat.info/wordpress/?p=5920

    Einen ruhigen „Happy Kadaver2 wünscht

    Ralf

  15. Böse, böse Bild-Zeitung
    23. Juni 2011, 8:03

    Ach Lukas Heinser, haha. Freut uns, dass Dich Pauls Erfolg ankotzt.

  16. dr google
    23. Juni 2011, 8:11

    ach, herr heinser! und Sie recherchieren Ihre Artikel ausschließlich über google? das ist nämlich genau das, was man rausbekommt, wenn man seinen namen eingibt. SCHLECHTE RECHERCHE!!!!
    Haben Sie irgendwo angefragt? Bei SPringer? Bei Ronzheimer? Um ein INterview gebeten? Wenn ja, was haben die gesagt? Wenn nein, warum nicht getan? das kann jawohl nicht alles sein, was Sie uns dazu erzählen wollen

  17. Daniel
    23. Juni 2011, 9:17

    Guter Artikel. Aber: Julis und JU über einen Kamm zu scheren ist selbst ein bisschen borniert. Ich empfehle Dir mal einen Besuch bei den lokalen Julis. Musst sie ja nicht mögen, aber es ist definitiv kein Parteienfanclub voller Berufssöhne.

  18. RL
    23. Juni 2011, 9:37

    Ich habe mich ja schon gefragt, ob eigentlich Bild-Redakteure bei BB oder SN mitlesen und -kommentieren. Jetzt wissen wir’s.

    @Eimer: Was ist an Heinsers Text überheblich? Was ist mit Ronzheimers Überheblichkeit, der „sich auf dem Athener Syntagma-Platz fotografieren ließ, wie er vor demonstrierenden Menschen, die nicht mehr wissen, wie sie ihre Familien ernähren sollen, mit Drachmen-Scheinen wedelte wie mit Bananen vor Affen im Zoo“ (Zitat Michalis Pantelouris)? Die geht wohl durch, weil er einen Preis gewonnen hat?

    @dr google: Schlechte Recherche, weil Google alle Fakten bestätigt? Ähem, vielleicht eher gute Recherche? Und schön, dass jemand die Fakten zusammenfasst und präsentiert, wie hier Heinser. Ich habe nämlich keinen Bock auf Google-Recherche über A****löcher.

    @Böse, böse Bild-zeitung: Ja! Und zwar – nicht nur – deshalb: http://www.guenter-wallraff.com/5schicksale.html

    Guten Tag.

  19. Jan
    23. Juni 2011, 10:15

    Was ist eigentlich trauriger? Dass ein Medium tagtäglich Lügen, Halbwahrheiten und nutzlose Infos verbreitet und sich als Moralapostel aufspielt, während auf jeder zweiten Seite das Wort Sex steht? Oder dass es noch immer Millionen von Menschen gibt, die diese seichte Form der Informationsgestaltung nutzen?

    Keine Ahnung ob Reporter und Redakteure bei BILD ruhig schlafen können, angesichts der Ablehnung und des Hasses den sie tagtäglich erzeugen. Man möchte ihnen entgegen rufen „schämt euch“, würde aber wohl nur ein dümmliches Grinsen ernten. Es bleibt zu hoffen, dass Menschen wie Paul Ronzheimer mit dieser Art der Volksverdummung einmal richtig auf die Nase fallen, damit sie merken, welchen Schaden sie in dieser Gesellschaft anrichten.

    @böse, böse BILD-Zeitung: Ich glaube was mehr ankotzt ist, dass ihr für den Schund den ihr täglich verzapft auch noch Preise bekommt. Aber das sagt auch viel über den Preis aus…

  20. Pomito
    23. Juni 2011, 10:22

    Lieber Lukas,
    ich kann die Frage, warum ausgerechnet ein junger Mensch alles tut, um zu den reaktionärsten Altherren aufzuschliessen, gut nachempfinden – ich war auch mal so naiv anzunehmen, diverse politische Grundeinstellungen stürben mit dem Nachwachsen einer neuen Generation aus. Das Gegenteil ist richtig: Sie wachsen immer wieder nach, notfalls getarnt durch liberales Getue, das sich mit zunehmendem Alter als bloßes Zugeständnis an die jugendliche Peer Group entpuppt. So gesehen ist der Springer-Nachwuchsstar mir fast lieber: Er macht wenigstens keinen Hehl aus seinen charakterlichen Defiziten. Und wird damit ohne Zweifel ganz groß rauskommen.

  21. Stefan
    23. Juni 2011, 10:23

    Warum? Vielleicht hat man ihn als Kind zu oft „Rotzeimer“ genannt? Oder ihn nicht lang genug verprügelt?

  22. Gunnar
    23. Juni 2011, 10:43

    ‚Paul Ronzheimer‘ ist sicher ein Pseudonym. Der heißt doch nicht wirklich so. Oder?

  23. paul
    23. Juni 2011, 11:03

    Paul Rotzheimer – ein ekelhafter Mensch. In der Tat, gesellschaftlich absolut inakzeptabel.
    Das wusste ich auch schon vor Lukas Blogeintrag, aber man kann es nicht oft genug wiederholen.

  24. Marath
    23. Juni 2011, 11:07

    Naja, ist doch schön, dass der Bundeskanzler des Jahres 2021 sogar auf einen preisgekrönten Journalisten zurückgreifen kann, wenn er die Pressesprecherstelle zu besetzen hat.

    http://www.youtube.com/watch?v=XU3gdbUG26o

  25. Leseempfehlungen (001) « weezerle
    23. Juni 2011, 11:14

    […] Und Lukas Heinser beleuchtet die “Integrität” eines der beiden ausgezeichneten “J… […]

  26. Leonie
    23. Juni 2011, 11:20

    Was bringt jemanden dazu, eine vielversprechende BILD-Karriere einzuschlagen?
    Vielleicht hilft da dieser Test weiter?
    http://bob.bofh.org/~robm/misc/psycho.html

  27. Links anne Ruhr (23.06.2011) » Pottblog
    23. Juni 2011, 11:50

    […] Jugend hetzt (Coffee And TV) – Lukas Heinser schreibt über einen BILD-Reporter, seinen Werdegang und dessen Hetze gegenüber Griechenland, die jetzt sogar prämiert wurde(!) – siehe auch: stefan-niggemeier.de. […]

  28. Martin
    23. Juni 2011, 12:21

    Den verlinkten Artikel zu der Aktion mit den Drachmen finde ich in Ordnung. Recht überspitzt, aber in diesem Fall nicht beleidigend oder gar hetzerisch.
    Ich habe ihn mal kurz kennengelernt und kann mich erinnern, dass es darum ging ob eine Berichterstattung über Tragödien im Familien – und Bekanntenkreis zulässig wäre.Er meinte sinngemäß, dass er sich nur schwer zurück halten könnte in so einem Fall.
    Naja recht straighter Typ und sicher bereit auch mal ne Grenze zu überschreiten. Wäre schön wenn man den in ein anderes Format packen könnte, mehr so im Bereich Enthüllungsjournalismus. Engagement und Ehrgeiz stimmen auf jeden Fall.

  29. Silke
    23. Juni 2011, 13:19

    Kann es nicht sein, dass er nicht trotz, sondern gerade wegen seines Alters das tut, was er tut? Mit 25 inmitten der schulterklopfenden, gestandenen (naja) Bild-Leute eine Geschichte partout abzulehnen, dürfte schwer sein, auch wenn es das Richtige wäre.

    Wenn es dann noch einen (ok, einen ekligen) Preis dafür gibt, müssen die alten Kollegen ja irgendwie Recht gehabt haben…

  30. Lukas Heinser
    23. Juni 2011, 13:54

    Wenn ich Sie trotzdem alle bitten dürfte, auf Namenswitze zu verzichten …

  31. svenne
    23. Juni 2011, 14:03

    „Der Herbert Quandt Medien-Preis würdigt seit 1986 jährlich Journalisten und Publizisten aller Medien, die sich in anspruchsvoller und allgemeinverständlicher Weise mit dem Wirken und der Bedeutung von Unternehmern und Unternehmen in der Marktwirtschaft auseinandersetzen.“

    Allgemeinverständlich ok, schließt ja auch das Stammtischniveau mit ein. Aber anspruchsvoll? Wie geht das mit der undifferenzierten Artikelserie aka Kampagnenjournalismus gegen Griechenland zusammen?

  32. Bild erhält Medienpreis für Griechenland-Berichterstattung « The Dead Cat Bounce
    23. Juni 2011, 14:06

    […] dem Beitrag „Jugend hetzt“ von […]

  33. lars
    23. Juni 2011, 15:03

    Ich höre in vielen Artikeln dauernd Kritik
    an der Preisverleihung. Ich sage nicht,
    dass diese Kritik unangebracht ist.
    Ich finde aber auch, es gehört dazu,
    die Gegenseite zu hören, vielleicht
    Paul Ronzheimer, aber in erster Linie
    würde ich gerne eine Begründung des
    Kommittees lesen, warum der Preis
    an ihn ging.
    Dies gehört aus meiner Sicht zwingend
    zu einem solchen Artikel wie diesem.

  34. Lukas Heinser
    23. Juni 2011, 15:09

    @lars: Begründungen der Jury-Mitglieder können Sie in dem Artikel von Stefan Niggemeier lesen, der oben unter den Worten „Mehr dazu bei Stefan Niggemeier“ verlinkt ist.

  35. Möbelpacker
    23. Juni 2011, 16:18

    Lukas Heinser ist bei Stefan Niggemeier in die Lehre gegangen. Man merkt es.

  36. jensen
    23. Juni 2011, 17:27

    Toller Text.

  37. Leserin
    23. Juni 2011, 18:34

    Sehr geehrter Herr Heinser,

    ein kurzer Gedanke:

    man kann die Entscheidung der Jury zur Verleihung des Quandt-Preises an BILD aus guten Gründen kritisieren. Stephan Niggemeier hat dies eindrucksvoll dargestellt.

    Die Tatsache aber, das Sie hier lediglich einen der beiden Preisträger an den medialen Pranger stellen, dessen Karriereverlauf suggestiv sezieren und im wenig subtilen Subtext damit auch Rückschlüsse auf den Charakter dieser Person – die Sie nach eigener Aussage nicht kennen – befördern, erinnert doch vom Stil her eher an die ZEITUNG, deren Arbeit Sie (berechtigter Weise) ja eigentlich zu kritisieren gedenken.

    Und Herr Blome ist bestimmt beleidigt, wenn Sie dadurch suggerieren er habe es weniger verdient…

    ;))

    Herzlichst,

    eine Leserin.

  38. Ostfriesin
    23. Juni 2011, 21:57

    Ich kann dem Beitrag größtenteils nur zustimmen… da ich die Person jedoch durch meine Schulzeit zur Genüge kenne, kann ich die Unterstellung der Intelligenz nur zurückweisen.
    Idioten schreiben halt für Idioten!
    Übrigens handelt es sich um seinen echten Namen.

  39. heiko
    23. Juni 2011, 23:02

    Und andere Leute fragen sich, wie man sich als junger Mensch überhaupt für den Journalistenberuf entscheiden kann, wenn man die völlig Unterbezahlung und zweifelhaften Berufsaussichten sieht…

  40. David
    24. Juni 2011, 0:10

    Ich kann mir so richtig vorstellen, wie sich Herr Ronzheimer nach getaner Arbeit abends einen ***, während er sich im Spiegel ansieht und sich zuflüstert „Jaaaa, du Herrenmensch! Du Karrieremonster! Zeig’s mir!“

    Wat ne arme Wurst. Ganz ganz arm. Und, bei allem Mist, den er tut, doch nur ein Opfer allgemeiner Umstände. (Oder?)

  41. Knut
    24. Juni 2011, 0:14

    Haha, ist ja auch einfacher über leute zu schreiben, wenn man sie nich kontaktiert. Perfides pseudopotrait, und bei den superlativen „menschenverachtend“ auch kein wunder, dass hier in den kommentaren von in die „fresse schlagen“ die rede ist.

    schön ist aber auch die kausalität „springer akademie besucht = auf die schiefe bahn geraten“

    Kritik an einem wie ronzheimer, der sich mitten ins rampenlicht stellt, ist völlig angebracht – aber journalistisch steckt paul den lukas locker in die tasche.

    Freue mich schon auf den nächsten heinser-artikel in dem er sich einen dauf abwichst, dass irgendein „saublöder“ onlineredakteur die jahreszahl zum mauerfall falsch eingetippt hat.

  42. Morgenlinks mit der Volksverhetzungs-Taskforce, Despoten & faschistoiden Bloggern | netzfeuilleton.de
    24. Juni 2011, 8:59

    […] Jugend hetzt (coffeandtv.de, Lukas Heinser) Lukas Heinzer schreibt über Paul Ronzheimer, “der schon […]

  43. Daniela
    24. Juni 2011, 9:51

    Beängstigend, das Kerlchen.

  44. Felix Nagel
    24. Juni 2011, 12:26

    Zu dumm das dessen Freunde ähnlich menschenfeindlich eingestellt sein dürften. Denn selbst für Freunde dürfte es bei dieser Art der „Arbeit“ irgendwann eine Grenze erreicht sein. Wi-der-lich!

  45. Lukas Heinser
    24. Juni 2011, 12:39

    @Knut: Vielleicht möchten Sie kurz die Bedeutung des Begriffs „Superlativ“ nachschlagen.

    Ansonsten gilt für Sie wie für alle anderen: Kommentare mit offensichtlich falschen E-Mail-Adressen werden fürderhin gelöscht.

  46. Julien
    24. Juni 2011, 13:36

    Sehr schön, ich hatte übrigens ebenfalls schon vor einigen Wochen den Impuls, nach diesem (http://www.bildblog.de/30762/pleite-journalisten/) Bildblog- Artikel P.Ronzheimer bei Facebook zu suchen – mich interessiert ebenfalls, was einen Menschen im ähnlichen Alter antreibt, derartig fahrlässig mit journalistischen Standarts umzugehen und so plumpe Hetze zu verbreiten.

    Leider enttäuschen mich die meisten Kommentare hier und sind coffeeandtv.de wirklich nicht angemessen.

  47. Möbelpacker
    24. Juni 2011, 13:46

    Paul Ronzheimer gefällt mir.
    Lukas Heinser gefällt mir nicht.

  48. Möbelpacker
    24. Juni 2011, 13:48

    Pardon!
    Umgekehrt wird ein Schuh daraus.
    Trotzdem meine ich, Lukas Heinser sollte seine Abneigung gegen Paul Ronzheimer nicht so heraushängen lassen. Ein wenig mehr sachliche Kritik wäre schön.

  49. Ursel
    24. Juni 2011, 14:21

    Linkshetzer über Rechtshetzer, so what. Die schlimmsten sind immer die die sich für moralisch besser halten.

  50. Hinweise des Tages II | NachDenkSeiten – Die kritische Website
    24. Juni 2011, 16:09

    […] Jugend hetzt Ich kenne Paul Ronzheimer nicht persönlich. Er ist Redakteur im Parlamentsbüro der “Bild”-Zeitung. Heute wird er gemeinsam mit seinem Kollegen Nikolaus Blome den mit 10.000 Euro dotierten Herbert Quandt Medien-Preis für ihre gemeinsame Artikel-Serie “Geheimakte Griechenland” erhalten. […] Ronzheimers bisheriges Lebenswerks erweckt nicht unbedingt den Eindruck, als sei er jemand, der sich übermäßig für Details oder größere Zusammenhänge interessiert. Damit wäre er bei “Bild” freilich nur einer unter vielen, aber Ronzheimer ist gerade mal 25 Jahre alt. Und da setzt meine Vorstellungskraft aus. […] Mein Weltbild lässt es zugegebenermaßen schon nur schwer zu, dass Menschen unter 80 in die Junge Union oder bei den Jungliberalen eintreten und ihre hochschulpolitischen Metzger damit nicht nur wählen, sondern selber Teil davon sind. Andererseits verzeihe ich jedem hochtalentierten Jungfußballer einen Wechsel zum FC Bayern, auch wenn sich die wenigsten dort durchsetzen. Aber ein Kerl wie Ronzheimer, der lässt mich völlig ratlos zurück. Er ist ja offensichtlich nicht dumm, man muss also annehmen, dass er sehr genau weiß, an was für menschenverachtenden, böswilligen Kampagnen er da fleißig mitarbeitet. Mehr noch: Ronzheimer scheint sich bei seiner Arbeit ja richtig wohl zu fühlen. Was treibt diesen offensichtlich Getriebenen an? Woher kommt sein Hass auf die Griechen? Oder hat er gar keinen Hass und hetzt nur gegen das ganze Volk, weil er es kann — und bei “Bild” auch soll? Und wäre letzteres nicht sogar noch schlimmer? Vor rund zwanzig Jahren gab es bei “Bild” schon mal einen jungen Überflieger mit lässiger Frisur und stylischer Brille. Sein Name: Kai Diekmann. Vor Paul Ronzheimer liegt Quelle: Coffee and TV […]

  51. Marcel
    24. Juni 2011, 19:54

    Ganz ehrlich? Wenn ich Paul Ronzheimer wäre, jemand einige Stunden (oder Tage?) eine Recherche über meine Person betreibt und dann diesen ausführlichen Text über mich verfasst – dann wäre ich schon ein wenig angetan davon. Wenn man mich am Ende auch noch für den nächsten Kai Diekmann hält… Stolz wäre fast kein Ausdruck mehr. Wahrscheinlich.

    Und weil auf dieser Grichenland-Aktion herum getreten wird: Niemand hat etwas gegen die Griechen oder ihr Land oder ihre Kultur. Weder Ronzheimer noch die Bild noch Deutschland. Das war einfach billiger Boulevard-Draufhau-Journalismus vom Feinsten. Ohne Sinn oder Verstand. Das weiß doch jeder.

  52. sdfgjkll
    24. Juni 2011, 20:29

    „Perfides pseudopotrait“ (Knut)

    Der Beitrag hat nie den Anspruch erhoben ein Portrait zu sein. Es wird anhand öffentlich zugänglicher Artikel dargestellt, was Ronzheimer in seiner BILD Karriere „geleistet“ hat und gefragt wie dieser wohl ticken mag.

    Daran ist nichts verwerflich oder unseriös.

    Dass es menchenverachtend ist, vor den Griechen mit Drachmen rumzuwedeln, darüber können bei objektiver Betrachtung keine zwei Meinungen bestehen.
    Herr Ronzheimer wird also damit leben müssen, an dem gemessen zu werden, was er tut. Er tut es freiwillig.

  53. Lose Enden, Episode IV | Tales from the Mac Hell
    24. Juni 2011, 20:38

    […] schrob letztens Jugend hetzt”, einen Artikel, der mich auch dahingehend grübelnd zurückließ, wie man aus den Worten […]

  54. konrad
    24. Juni 2011, 21:23

    ronzheimer ist 26 jahre alt, nicht 25 wie hier behauptet. da hat wohl der autor seine fakten nicht gecheckt? muss mal jemand bildblog bescheid sagen.

  55. Links fürs Wochenende
    25. Juni 2011, 10:21

    […] Jugend hetzt […]

  56. Howie Munson
    25. Juni 2011, 16:13

    Und weil auf dieser Grichenland-Aktion herum getreten wird: Niemand hat etwas gegen die Griechen oder ihr Land oder ihre Kultur. Weder Ronzheimer noch die Bild noch Deutschland. Das war einfach billiger Boulevard-Draufhau-Journalismus vom Feinsten. Ohne Sinn oder Verstand. Das weiß doch jeder.

    das macht es eher noch schlimmer, zumindestens aber kein Stück besser.

    Aber lustig was hier so an Strohargumenten produziert wird.

  57. Tino
    25. Juni 2011, 21:44

    Lieber Lukas, Sie haben es nicht nur auf den Punkt gebracht, sondern schaffen es auch noch, auf jegliche Überheblichkeit zu verzichten. Das macht den Text umso besser. Ein paar Seitenhiebe müssen natürlich schon sein. Toll! Vielen Dank auch für das Goldt-Zitat, such ich schon seit ner Weile…

  58. efthymia tsakiri
    26. Juni 2011, 1:04

    Hallo,

    bin geburtige Griechin und man könnte annehmen, die Griechenlandserie von „Bild“würde mich besonders empören.Tut sie auch, aber nicht mehr, als sonst. Es ist die übliche Bildtradition und Machart. Ähnliche „Missbrauchsdebatten“ zettelt „Bild“ bewusst in regelmässigen Abständen gegen Arbeitslose, Sozialleistungsempfänger, Migranten. Das hat nicht mit falschverstandenen Journalismus zu tun, sondern mit gezielte Meinungsmache.
    Damit schädigt „Bild“ Deutschland und nicht Griechenland.
    Zu den hier geäußerten Meinungen, wer letztendlich die Schuld für die Verschuldung Griechenlands, trägt, soviel:
    Ich habe persönlich festgestellt, dass sowohl in Deutschland als auch in Griechenland, in der Öffentlichkeit, jeweils die Hälfte der Wahrheit unterschlagen wird.
    Ich war letzte Woche in meiner Geburtstadt.
    Mein persönlicher Eindruck den ich in dieser Zeit gewonnen habe ist, viele wissen, dass sie ein Teil der Verantwortung tragen
    und geben es auch offen zu, sind aber gleichzeitig empört, über den Zeigefinger aus Deutschland, der ausschliesslich auf die vermeintliche Eigenschaft der Griechen, faul, verschwenderisch, zeigt und den Teil der Verantwortung seitens der EU und Deutschlands
    insbesondere, ausslässt. Jeder weiß um die verteuerten Rüstungsaufträgen aus Deutschland und ebenfalls verteuerten Anlagen für Olympia von Siemens. Sie wissen auch um die Auswirkungen der Wettbewerbsfähigkeit der Löhne insbesondere Deutschland gegenüber. Andererseits ist auch wahr, dass die staatlichen Betriebe für Parteipolitische Zwecke missbraucht wurden. Anstellungen wurde als Zahlungsmitttel für Stimmenkauf genutzt.Mitarbeiter von staatlichen Betrieben, wie das Elektrozitätswerk (DEI)gingen mit 48J in Rente. Von diesen Priviligien konnten die Beschäftigten in Privatsektor nur träumen.Sie hatten 40Std Woche und gingen, erst mit 63J und 65J in Rente. „Faul“ waren sie nicht.
    Hotelangestellte arbeiten zum Beispiel in der Saison durch (7 Tage Woche, obwohl das nicht legal ist), für mtl. 1.200Euro Netto.
    Meine Eltern die Kleinbauer waren, erhielten erst mit 65J eine Mini Rente von 400Euro.
    Was mich erstaunt, ist die Tatsache, dass die meisten, die ich angesprochen habe, die Hilfen aus der EU und Deutschland gar nicht wollen. Sie sagen, das ist der falsche Weg. Wir können nicht mal die Zinsen bedienen und gleichzeitig wird das Wenige was an Wirtschaft noch da ist, abgewürgt. Sie fragten mich, „was steckt eigentlich dahinter? Die Deutschen sehen doch, dass wir durch den harten Sparkurs der Regierung kaum was kaufen können. Warum verlangen sie noch mehr Einsparungen?“ ich habe keine Antwort. In meinem Bekanntenkreis sind Menschen, die seit einem Jahr keinen Lohn bekommen haben. Sie arbeiten trotzdem in der Hoffnung, irgendwann die ausstehende Löhne zu erhalten.
    Sie sagen, wir wollen keine Kredite mehr und beschreiben diese Haltung,sinngemäß „lieber eine Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende“
    Sie wissen, dass in der griechische Gesellschaft vieles verändert werden muss.Sie wissen nur nicht, wann und wie. Ich hatte den Eindruck, die einfachen Menschen sind so damit beschäftigt das Überleben zu sichern und haben resigniert.
    Nur soviel, falls jemand an Informationen außerhalb vom „Bild“ interessiert ist..

  59. Oke
    26. Juni 2011, 21:19

    Manchmal schimmert in Ihren Beiträgen der bittere, moralinsaure Neid auf diejenigen Kollegen durch, die – natürlich durch den Verkauf ihrer Seele – erfolgreich geworden sind.

  60. kleitos
    27. Juni 2011, 12:00

    Typisches Produkt einer Eltienhörigen Leistungsgesellscahft, bei der Anstand als unnötiger Ballast empfunden wird.

    Was uns in D fehlt, ist ein eRückkehr zum humanistischen Bildungsideal mit dem Fokus einer Persönlichkeitsentwicklung.

    Sonst bekommen wir noch mehr solcher Mietmäuler und Prostituierte wie den Ronzheimer (‚tschuldigung, liebe Sexarbeiter für diese Beleidigung ;-)

    kleitos

  61. Gipnacken
    27. Juni 2011, 17:58

    [gelöscht]

  62. mastermind
    28. Juni 2011, 2:37

    BILD ist offenbar zurück in griechenland
    http://www.bild.de/politik/aus......bild.html

  63. Die Tagesschau-App und die Pfeife der Verlage « Stefan Niggemeier
    6. Juli 2011, 13:42

    […] kurzen Meldung über die Klage berichtet. Man darf annehmen, dass der Seite-1-Aufmacher von Paul Ronzheimer von Ende 2009 noch Bestand hat, Schlagzeile: „Der Irrsinn mit unseren […]

  64. Bloglos… « Ein Hund und seine Geier
    18. Juli 2011, 1:43

    […] geht’s mit einem Artikel über einen sogenannten […]

  65. Ronzheimer
    16. November 2011, 17:04

    […] kann ich zu dem Nachwuchs-Reporter der Bild ohnehin wenig beitragen, das Lukas Heinser nicht längst treffender geschrieben […]

  66. Coffee And TV: » Schlagzeilen nach Athen getragen
    16. November 2011, 18:25

    […] Coffee And TV vom 22. Juni 2011. […]

  67. Hippokrates
    20. November 2011, 16:08

    Viel schlimmer als Ronzheimer ist doch – mit Verlaub – der Bild-Kriegspropagandist Julian Reichelt. Mit Frohlocken berichtet der Jungspund über folternde Tyrannen, widerwärtige Islamisten, unsere Jungs am Hindukusch und begeistert Kegelclubs und Schützenvereine der Republik mit seinem klaren 80er-Jahre-Weltbild.

  68. karl
    11. Dezember 2011, 16:06

    Der Schlag gegen die Eltern ist unter der Gürtellinie. Seine Eltern und seine ganze Familie sind sehr nette, nachdenkliche und ethisch gefestigte Leute!!! Nicht, dass ich der Analyse nicht oft zustimme, aber man hätte wirklich mehr recherchieren können. Immerhin geht es ja auch um einen kleinen Jungen den man hier so öffentlich nieder macht (womit man sich vielleicht ein wenig zu viel seiner Techniken bedient).

  69. Klaus Thomas Heck
    13. Dezember 2011, 23:16

    @karl:
    Ein kleiner Junge? Ist „Bild“ ’ne Schülerzeitung? Ach wie süß.

  70. Zeitomat
    18. Dezember 2011, 13:22

    Hier rechtfertigt sich der schreiberling:
    http://www.zeit.de/campus/2011.....bs/seite-2

  71. anastasia
    16. Februar 2012, 13:40

    Danke für diesen Artikel! Ich habe heute den neuesten Artikel (16. Februar 2012) von Herrn Ronzheimer gelesen und bin schokiert!!!Er schreibt über einige wenige Idioten (Demonstranten???), die deutsche Fahnen verbrennen, aber leider nicht über die friedlichen Demonstranten die sich gegen diesen Sparkurs wehren, der den größten Teil meiner Bevölkerung in die Armut treiben wird! Das ist doch kein Journalismus!

  72. felix
    5. März 2012, 16:15

    wann gibts denn hier mal ein update nach der fernsehnummer von ihm bei illner? war ja schlim…

  73. Lukas Heinser
    5. März 2012, 16:19

    Das hat Herr Niggemeier drüben im BILDblog gemacht: http://www.bildblog.de/37159/d.....iedermann/

  74. felix
    5. März 2012, 18:02

    das hab ich gelesen, fand es aber ein bisschen dürftig, den niemand hat seine aussagen aus der sendung (bis auf die eine) wirklich seziert. was ist den Ihre Meinung zu der sendung und dem auftritt herr heinser? und warum sagt keiner etwas dagegen das die BILD jetzt sogar im öffentlich rechtlichen auftrit?

  75. Sabrina
    14. April 2012, 19:13

    ich kenne Paul,er hat mit mir Abi gemacht und sein Vater war mein Lehrer.ich empfand ihn schon immer als arrogant,hatte auch das Gefühl dass er nur mit Leuten abhing „von denen er profitieren konnte“ (was einige Menschen machen).denke nicht dass sich da bis heut viel dran geändert hat.seine Eltern werden stolz auf ihn sein,wie alle Eltern es sind wenn ihre Kinder fleißig-engagiert-interessiert (…)sind und einem job nachgehen,der ihnen Spaß macht.ich mag ihn persönlich nicht so gerne,aber trotzdem habe ich Respekt vor „seinem Werdegang“ und bin gespannt wie er sich entwickelt.

  76. pauli
    13. September 2013, 21:48

    Ich kannte ihn noch als kleinen recht schüchternen Jungen in der E Jugend und im Posaunenchor des Kaffs, in dem er aufwuchs. An seinen Eltern liegt es eigentlich kaum, dass er den brutalen Weg der Karriere geht. Moral spielt da keine Rolle. Wo er das mitbekommen hat , ist mir ein Rätsel. Schade ! Für so manche seiner Artikel und Aktionen, nehme ich an, wird sich sein Vater zumindest schämen.

  77. Hajo
    9. Januar 2015, 19:48

    Ich erwecke ungern Zombies zum Leben, aber der Artikel ist auch 2015 noch aktuell. Ronzis antrainierte Betroffenheitsfratze gafft uns auch heute täglich an, wenn es in der Welt knallt, wie etwa in der Ukraine oder gerade im Fall des Massakers in Paris (Charlie Hebdo). Vielleicht vergisst er ja irgenwann mal, sich zu ducken, wenn er im Krisengebiet unterwegs ist.

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