“Spiegel”-Eier

Von Lukas am Montag, 23. November 2009 23:10
Kategorie: Living In A Magazine, Political Science

Eine Nahtoderfahrung der besonderen Art machte ich vor einigen Jahren, als ich bei der Lektüre der Satireseite schandmaennchen.de derart heftig zu lachen begann, dass ich mich nach einigen Minuten nach Luft ringend auf meinem Teppichboden wälzte. (Einen Lustgewinn habe ich dabei allerdings nicht verspürt.) Grund war ein angebliches Zitat aus dem “Spiegel” über Helmut Kohl, seine Büroleiterin Juliane Weber und Frühstückseier.

Über Jahre habe ich versucht, dieses Zitat zu verifizieren und den exakten Wortlaut zu finden. Irgendwie muss ich mich bei der Verwendung der “Spiegel”-Archivsuche sehr dämlich angestellt haben.

Gestern jedenfalls berichtete das NDR-Medienmagazin “Zapp” über den uralten Artikel und jetzt kann ich Ihnen das Zitat endlich im Wortlaut präsentieren:

Wie gewohnt serviert des Kanzlers langjährige Mitarbeiterin Juliane Weber ihrem Chef den Kaffee. Sie schlägt ihm auch die Eier auf, weil der Kanzler sie so heiß nicht anfassen mag.

Ja, zugegeben: Brüllkomisch fand ich es jetzt auch nicht mehr.

Dafür hat der “Spiegel” sich kürzlich an einer Neuauflage seiner Fips-Asmussen-Politkommentierung versucht und dabei die ohnehin schon niedrig liegende Latte gerissen:

Die Kommunistin Sahra Wagenknecht, intime Kennerin von Lafontaines Positionen und nicht nur in Streikfragen mit ihm auf Augenhöhe, verlangt wie er regelmäßig französische Verhältnisse.

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10 Kommentare

  1. 1

    Also, Du kannst beruhigt sein: das Kohl-Zitat ruft immer noch Lachanfälle hervor. Das Wagenknecht-Zitat hingegen akute feministische Kampfbereitschaft. Wieso klingen Nachrichten im Jahr 2009 immer noch nach Schulmädchenreport?

  2. 2

    ähm… ist das zweite Zitat nicht ursprünglich aus den FAS-Herzblatt-Geschichten?

  3. 3

    korrigiere: die zitieren da den Spiegel… Nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil.

  4. 4

    @Elbnymphe, “Wieso klingen Nachrichten im Jahr 2009 immer noch nach Schulmädchenreport?”

    Weil sich der spiegelgemäße Siebziger-Jahre-Humor (eher vom Typ “Eis am Stiel”?) besonders gut für irgendwelche schmierigen Andeutungen eignet, wenn man sich nicht traut, Klartext zu schreiben.

  5. 5

    Lukas, Menno, jetzt habe ich wieder diese Bilder im Kopf vom greisen Kohl und der blutjungen Julian, die erst ihre schwarze Hornbrille absetzt und den Haarknoten löst, bevor sie ihm die Eier aufschlägt…igitt igitt! Tut das denn nicht weh? Eklig. Ich.

  6. 6

    HILFE: Juliane, natürlich!

  7. 7

    Dafür finde ICH es brüllkomisch. Hihi!

  8. 8

    Beim Kohl ruft einfach ALLES Lachanfälle hervor.

  9. 9

    [...] Medien II: Die Eier des Chefs und französische Verhältnisse … coffeandtv [...]

  10. 10

    aua.
    (ich neige zu Seitenstichen)

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