The Smashing Pumpkin

Von Lukas Heinser am Samstag, 21. März 2009 13:03
Kategorie: Rock'n'Roll High School

Als die Smashing Pumpkins vor zwei Jahren zurückkamen (nachdem sie sich im Jahr 2000 mit einer großen Tour von der Welt verabschiedet hatten), waren sie nur noch zur Hälfte die Smashing Pumpkins: Neben Mastermind Billy Corgan war lediglich Drummer Jimmy Chamberlin aus dem Original-Line-Up dabei. Gitarrist James Iha war irgendwo auf der Strecke geblieben und weder D’arcy Wretzky noch Melissa Auf der Maur (die man auch nur mit viel Mühe als Original-Mitglied werten könnte, weil sie nur bei der Abschiedstour dabei war) stand am Bass. Um ehrlich zu sein bin ich zu faul, die Namen ihrer Nachfolger nachzuschlagen.

Wie NME.com berichtet, ist jetzt auch Chamberlin ausgestiegen. Ausgerechnet Chamberlin, der Corgan immer die Treue gehalten hatte. Der nach erfolgreichem Entzug und der damit verbundenen Pause 1999 in die Band zurückgekehrt war, der auch bei Corgans gescheiterter Supergroup Zwan am Schlagzeug saß und auf Corgans völlig desaströsem Soloalbum bei einem Song zu hören war.

Die Smashing Pumpkins sind jetzt nur noch Billy Corgan und Gäste, wobei mancher behaupten würde, dass dies schon immer oder zumindest lange so war.

Die eigentliche Frage lautet natürlich: Wen interessiert das? Das Comeback-Album “Zeitgeist” war nicht wirklich schlecht, hatte dem Gesamtwerk der Band aber nichts hinzuzufügen. Da war die letztjährige Akustik-EP “American Gothic” schon interessanter, konnte aber letztlich auch nicht mit den alten Sachen mithalten.

Immerhin: Der Sänger ist noch dabei. Das unterscheidet die Pumpkins von den kranken Wiedergeburten von Queen, den Doors oder der (glücklicherweise verworfenen) Idee von Led Zeppelin, ohne den (noch lebenden) Robert Plant auf Tour zu gehen.

6 Kommentare

  1. 1

    Billy Corgan und die “Smashing Pumpkins” haben mich durch meine gesamte Pubertät begleitet. Ich habe jede CD gekauft (!), kann teilweise komplette Liedtexte auswendig, und ich will gar nicht wissen wie oft ich in meinem Leben schon “Today” oder “Disarm” gehört habe.
    Aber mit dem Ende meiner Pubertät lösten sich passenderweise auch die Pumpkins auf. Das war für mich nicht ganz so traumatisch wie für 12-jährige Mädels die Auflösung von “Take That”, aber es hat mich doch getroffen.
    Danach habe ich das Soloalbum von James Iha gekauft und fand/finde es grandios. Schade, dass er in der Versenkung verschwunden ist.
    Und alles was Corgan nach den Pumpkins gemacht hat, war eigentlich vollkommen in Ordnung. Nicht legendär, aber es wusste (mir) zu gefallen. Aber was man – glaube ich – braucht um Corgans Musik zu verstehen und zu mögen, ist dieses zerrissene, wütende Weltbild und ganz, ganz viel Schmerz. Und da ich kein Teenager mehr bin, fehlt mir glaube ich diese Verbindung. Denn auch wenn ich jetzt mal wieder ein paar Klassiker von den Pumpkins spiele, schwelge ich viel eher in nostalgischen Erinnerungen und erlebe durch die Lieder bestimmte Situationen aus meinem Leben erneut. Heute bin ich wohl emotional zu “gefestigt”, als dass mich diese Art von Musik noch tief berühren kann. Jetzt achte ich mehr auf das “handwerkliche”, d.h. den Aufbau, die Melodie, den Text usw :)

  2. 2

    Zumindest optisch lohnt es sich, den Namen “Ginger Reyes” nachzuschlagen. Sie setzte mit bewundernswerter Beständigkeit die Reihe der rattenscharfen und teilweise zerbrechlich wirkenden Bassistinnen der Band fort. Aber Moment, hier geht es ja eigentlich um die Musik …

  3. 3

    @Christian H.: Besser hätte ich es nicht zusammenfassen können.

  4. 4

    @Christian H. & Lukas: Mir geht’s genauso. “Zeitgeist” habe ich mir nur aus finanziellen Gründen nicht mehrmals gekauft… und “Tonight, Tonight” hat mich mit seinem tollen Video schon fasziniert, bevor ich wusste, was gute Musik eigentlich ist…

  5. 5

    Ava Adore eignet sich zum romantischen Weichkochen mindestens ebenso gut wie Cowboy Junkies: kleiner Tipp für die subtile Beschallung zu Beginn noch stark ‘emotional gefestigter’ Angebeteter…

  6. 6

    Völlig off-topic, aber dabei musste ich sofort an dich denken: das hier ist doch ganz sicher was für dich…

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