Hörsturz 2008

Von Lukas Heinser, 30. Dezember 2008 0:37

Wir befinden uns in dem Zeitraum, den Menschen, die auch vor Formulierungen wie „zum Bleistift“ oder „ich bin niemand, der sich hinstellt und sagt …“ nicht zurückschrecken, als „zwischen den Jahren“ bezeichnen würden. Für mich ist dies immer eine Zeit höchster nervlicher Belastung, was nur zu einem geringen Teil daran liegt, dass ich auf das Jahr und seine zahlreichen Rückschläge und Niederlagen zurückschauen muss, und zu einem großen Teil daran, dass ich mich selbst zwinge, alberne Listen mit den besten Songs und Alben des Jahres zu erstellen.

Diese werden erfahrungsgemäß noch ein wenig auf sich warten lassen (und fünf Minuten nach Veröffentlichung als völlig falsch und ahnungslos verworfen werden), aber eine andere Liste kann ich ja schon mal aus dem Handgelenk schütteln: das Worst Of. (Falls zufälligerweise Ihr Lieblingssong dabei sein sollte: Die Liste ist natürlich streng subjektiv und meine Hits des Jahres werden Ihnen bestimmt auch nicht gefallen.)

Mein Problem bei der Benennung der schlimmsten Songs des Jahres ist aber folgendes: ich höre (außer an Spieltagen der Fußballbundesliga) kein Formatradio. Die meisten Songs der Jahrescharts sind mir (zumindest dem Titel nach) unbekannt und „I Kissed A Girl“ habe ich einfach nicht oft genug gehört, um das Lied von „nett“ auf „scheiße“ runterzustufen.

Dass es trotzdem ein paar Songs geschafft haben, mir negativ aufzufallen, spricht also definitiv gegen sie:

5. Leona Lewis – Run
Nein, ich hätte es erstmal nicht für möglich gehalten, dass es möglich wäre, einen Snow-Patrol-Song zu überfrachten. Normalerweise gibt die Band selbst ja schon alles, um auf bis zu zehn Bono zu kommen. Aber was Gary Lightbody mangels Jodeldiplom nicht schafft, gelingt der „X Factor“-Gewinnerin Leona Lewis spätestens nach drei Minuten: sie singt eine für unzerstörbar gehaltene Nummer in Grund und Boden. Menschen, die solche Stimmen ertragen, ohne an die ganz großen Hackebeilchen im heimischen Messerblock zu denken, sind mir suspekt.
(Wie man trotz Castingshow, Überperformance und Orchester einen Song nicht kaputt kriegt, zeigt Alexandra Burke mit Leonard Cohens „Hallelujah“ — andererseits kann man einen Song, der von alttestamentlichen Geschichten und Musiktheorie handelt, auch schwerlich übertreiben.)

4. Revolverheld – Helden 2008
Revolverheld. Ein Hurra-Deutschland-Fußball-Song. Natürlich: ein ganz billiges Opfer. Andererseits auch ein schönes Geschenk: man konnte das machen, was man als Deutscher eh fast immer macht (also sich für seine Herkunft schämen), und „Wir werd’n Europameister“ war auch eine Fehlprognose. Wer sich mit den Sportfreunden Stiller, Revolverheld und Xavier Naidoo umgibt, spielt dann halt hinterher wie eine Mannschaft mit Michael Ballack, Miroslav Klose und Mario Gomez.

3. Britney Spears – Womanizer
Das Video … ach, sprechen wir nicht über das Video. Muss ja jeder selbst wissen, wie weit er sich erniedrigen lässt — vielleicht schreibt Frollein Spears ja nächstes Jahr noch für die „B.Z.“. Die Strophen versprechen ja auch noch einen durchaus netten Floorfiller, der zwar eher nach 2006 als nach 2008 klingt, aber halt was trotzdem funktionieren könnte. Nur hat irgendein Idiot im Studio vergessen, einen Refrain einzufügen (das ist der Teil des Liedes, der immer wieder kommt und den alle mitsingen können). Und eine Melodie, die über einen Umfang von drei Tönen nicht hinauskommt, müsste schon sehr catchy sein, um zu funktionieren. Die hier gewählte nervt leider nur.

2. Kid Rock – All Summer Long
Die Idee, einen der ausgelutschtesten Top-40-Radio-Songs zu samplen, könnte unter Umständen witzig sein — oder tierisch schief gehen. „Wir waren jung, haben viel getrunken und den Sommer durchgefeiert“ ist ein Thema, mit dem man mich normalerweise (Bruce Springsteen, The Ataris, A) schnell begeistern kann. Aber – Entschuldigung – Kid Rock geht gar nicht und dieses Lied reitet so lange auf anderthalb netten Ideen rum, bis auch der letzte Kegelbruder mitschunkelt. Wenn sich Atze Schröder nächstes Jahr an „Marmor, Stein und Eisen bricht“ vergriffe — es könnte kaum noch schlimmer sein.

1. Amy MacDonald – This Is The Life
Ja, ja: Pete Doherty und Fran Healy finden die Frau ganz toll. Aber ich kann mir nicht helfen: seit dem ersten Hören klingt „This Is The Life“ für mich, als ob Dolores O’Riordan von den Cranberries den Ketchup-Song singt. Das ist so biederer Folkpop, dass meine Füße einschlafen, noch bevor sie den dumpf vor sich hin schnaufenden Beat aufnehmen können. Hätte ich einen eigenen Plattenladen, fänden Sie Amy MacDonald in dem Fach mit der Aufschrift „Musik für Menschen, die sonst keine Musik hören“.

31 Kommentare

  1. Philip
    30. Dezember 2008, 0:52

    Der Vergleich Amy MacDonald/Ketchup-Song… war mir nie so aufgefallen… aber jetzt… wo dus sagst…. ja, stimmt…

  2. tux.
    30. Dezember 2008, 1:35

    Verdammt; dabei ist „This is the life“ noch eine der kleineren Pop-Untaten in diesem Jahr… darf man’s denn wenigstens gut finden, wenn man „sonst“ den ganzen Tag anderes hört?

  3. Johannes
    30. Dezember 2008, 1:46

    Gefällt dir denn wenigstens die Lily Allen-Covervresion von „Eomanizer“, die ich hier jetzt nicht verlinken kann, aber bei Interesse sicher ergoogelt (Hurra, ein neues Verb!) werden kann?

    Bei Platz 1, hm. Ich mochte den Song eigentlich ganz gern und habe sogar 0,99€ bei iTunes dafür investiert, aber okay, subjektive Liste und so. Aber stimmte zu, der „Ketchup Song“-Vergleich ist sehr interessant und einleuchtend.

  4. Patrick
    30. Dezember 2008, 1:55

    Hui, ich stehe Snow Patrol wegen ihrer völlig übertriebenen Hymnisierung ja schon skeptisch gegenüber, aber Leona Lewis setzt tatsächlich noch mal einen drauf. Kaum zu glauben und noch weniger anzuhören.

    Zu Revolverheld kann ich nur sagen, dass ein Lehrer meiner ehemaligen Schule gerüchteweise mal mit dem Sänger und dem Gitarristen in einer Schülerband zusammengespielt hat, was erklären würde, warum ich den Lehrer nie abkonnte.

    „Womanizer“ scheint zumindest für lustige Cover ganz geeignet zu sein, z.B. Lily Allen oder Timid Tiger haben sich schon dran versucht.

    Das Thema „Wir waren jung, haben viel getrunken und den Sommer durchgefeiert“ hat übrigens schon einiges grenzwertiges hervorgebracht; oder willst du behaupten, dass du dich (immer noch?) für „Summer of ’69“ begeistern kannst? Wenn ja: Beschwer du dich noch mal darüber, dass ich „Fight Club“ nicht gesehen hab. „Summer of ’96“ wär eindeutig die größere popkulturelle Sünde.

    Bezüglich „This is the life“ kann ich mich Philip ausdrücklich anschließen: Jetzt wo dus sagst – ja, stimmt.

  5. Stitch
    30. Dezember 2008, 2:19

    Ich geb dir prinzipiell recht, Kid Rock geht (eigentlich) gar nicht. Aber was mir an „All Summer Long“ so gefallen hat ist, dass das Stück eben genau dieses eigentlich total naheligende macht, auf das ich (gefühlte) 15 Jahre gewartet habe: den besten (und nenn ihn ruhig augelutscht, dafür kann der Song an sich ja nichts) Song aller Zeiten (Sweet Home Alabama) mit einem aus den Top 20 (Werewolves of London) zusammenbringen. Das ist billig, ja, und naheliegend, wie gesagt. Aber es hat mich diesen (Spät-)Sommer gepackt wie sonst nichts. Und deswegen fand ich es grandios.

    @Patrick: Yep, ich mag „Summer of ’65“ immer noch. Guter Song, eher blöder Interpret.

  6. Stitch
    30. Dezember 2008, 2:24

    Ähem, „69“ natürlich, nicht 65. Man sollte an seinem Geburtstag nachts um 2 nicht mehr halbbesoffen rumtippen…

  7. Patrick
    30. Dezember 2008, 2:27

    Ich gratulier – trotz Versündigung – einfach mal.

  8. Sebastian S.
    30. Dezember 2008, 2:29

    Unterhaltsam (so unterhaltsam, wie youtube-Kommentarkriege halt sein können), ist der Disput unter den Videos zu Hallelujah, sowohl von Burke als auch Buckley.
    Ansonsten eine gut beobachtete Liste, auch wenn Singing Sweet Home Alabam doch ein ganz guter Sommersong war.

  9. Sven E.
    30. Dezember 2008, 2:37

    Es ist tatsächlich so, dass ich die ersten drei noch nie gehört habe und erstmal bei YouTube nachschlagen musste.

    „All Summer Long“ war ganz schön zum feiern. Natürlich geht so ein Stück nur einen Sommer und ich verdamme jeden, der ihn nächstes Jahr noch spielt. Aber diesen Sommer fand ich ihn in Ordnung.

    Und Amy MacDonald find‘ ich sogar gut. Aber ist das Lied bzw. Album nicht von 2007?

  10. Kat
    30. Dezember 2008, 7:15

    Danke dass wenigstens einer mit mir ist! „All summer long“ ging mir nach dem ersten Hören im Radio auf die Nerven und als ich herausfand, dass das Kid Rock verhunzt hat, nunja. „Sweet Home Alabama“ ist einer er größten songs aller Zeiten, Kid Rock hat er nicht verdient! :(

    Und bin ich die einzige, die die Botschaft von „All summer long“ fragwürdig findet? „Wir hatten kein Internet“ weil das ist ja doof und böse, aber „we were smoking funny things“ und trinken und hatten Sex. Genau…

  11. ckwon
    30. Dezember 2008, 9:37

    Die Zeile „We didn’t have no interet“ ist im selben Tonfall gesungen, wie wenn meine Uroma erzählte „Damals haben wir nur einmal im Monat in warmen Wasser gebadet“ …;-)

    Lied 5 und 3 kenne ich gar nicht bewusst müsste ich nachschlagen. Mit Nummer 4 stimme ich zu. Nummer 2 fand ich ok, wurde aber viel zu oft im Radio gespielt und ich höre eigentlich gar nicht viel Radio) und bei Nummer 1 bin ich immer noch am Überlegen ob es in meine Top 5 beim Aufguss reinkommt…

    Hm, was wären denn meine Worst of?
    Ich versuche mal:

    5. Ich & Ich – Stark
    Nicht zwingend schlecht, aber kam ja alle 5 Minuten im Radio

    4.Madonna – 4 Minutes
    Hat mich irgendwie schwer genervt

    3. No Angels – Diasappear
    Das Lied ansich ist ja noch erträglich, aber der Auftritt in Belgrad war unterirdisch

    2. Oliver Pocher – Bring ihn heim
    Das Original ist ja nett, das Cover echt grausam

    1. Schnuffel – Kuschelsong
    Muss ich das erklären?

  12. Prosiris
    30. Dezember 2008, 10:43

    Uns haben anscheinend ähnliche Lieder genervt.
    http://prosiris.blogspot.com/2.....-2008.html

  13. Patrick
    30. Dezember 2008, 11:41

    Bei Kid Rock fand/finde ich es vor allem unglaublich, wie viele Menschen, die ich eigentlich sehr schätze, diesen Song gut fanden.
    Ich assoziiere „Sweet Home Alabama“ (für sich genommen ja wirklich ein ganz hervorragendes Lied) immer mit der Hermes House Band, obwohl die den Song nie gespielt haben.
    Und Texte über vergangene tolle Sommer erinnern mich auch eher an Abitreffen als an ne tolle Zeit.

  14. Nummer 9
    30. Dezember 2008, 11:41

    Der Ketchup-Song! Richtig! Allerdings finde ich auch den Refrain von Big in Japan ( http://www.youtube.com/watch?v=mXPUkrz7Uow ) nicht so weit weg.

  15. freischwimmer
    30. Dezember 2008, 12:02

    die kompatibilität von „this is the life“ und dem „ketchup song“ gibt es bereits in einem youtube-clip, siehe hier: http://www.youtube.com/watch?v=yhroby-UdaM

    naja, und live klingt es doch eigentlich ganz schön: http://www.youtube.com/watch?v=4LUQ59CwKWQ

  16. Lukas
    30. Dezember 2008, 12:30

    Die „Womanizer“-Version von Lily Allen kannte ich noch gar nicht, die ist ja richtig gut! (Vielleicht liegt das daran, dass der Song nach Entschlackung der Beats sowieso erstaunlich nach einem Lily-Allen-Song klingt. Und dass Britney Spears einfach keine Stimme hat.)

    „Summer Of ’69“ fand ich übrigens immer doof. Bryan Adams geht fast so wenig wie Kid Rock.

  17. Sebastian
    30. Dezember 2008, 16:57

    Bis auf „This is the life“ stimme ich voll und ganz zu. Wobei das mit dem Ketchup-Song leider stimmt, aber ich mag den Song trotzdem.
    Und dieses Snow Patrol Cover kannte ich gar nicht, aber schon nach einem hören würde es auch unter meinen 5 Worst Of zu finden sein.

  18. Ortwin
    30. Dezember 2008, 21:42

    All Summer Long war der nervigste Dreck, der dieses Jahr im Radio gelaufen ist. Hatte Rundfunktechnik-Kurs (=Radio hören…) und nach 2 Tagen habe ich nur noch BFBS angeschaltet… Unerträgliches Zeug. Einfach irgendwie grundsätzlich abstoßend.

  19. curt
    30. Dezember 2008, 22:34

    Man sollte Leona Lewis für dieses Cover erschießen. Unerträglich, ihr Gejaule…

    Ich finde „This Is The Life“ in der Studioversion übrigens ganz hübsch, zumindest für ’nen Popsong. Live hingegen geht der gar nicht. Ihre Stimme klingt da wie eine Mischung aus Kermit der Frosch und Shakira (und die klingt ja eigentlich auch schon wie Kermit).

  20. tux.
    30. Dezember 2008, 22:37

    „Kermit der Frosch“ erinnert mich eher an die Tindersticks (2008: The Hungry Saw, klasse Album für trübe Wintertage); Shakira hat ’ne Popstimme, Kermit jault nicht so..

  21. SvenR
    30. Dezember 2008, 22:41

    Schlagt mich, ich finde Amy MacDonald und „This is the Life“ richtig gut und sogar den Ketchup-Song gar nicht so schlecht.

    Bei Kid Rock sind wir ja alle einer Meinung. Mein Frisör meinte, er freue sich immer so wenn „Sweet Home Alabama“ mal wieder im Radio komme…

  22. Maik
    30. Dezember 2008, 22:47

    Du hast „3 Tage wach“ von Lützenkirchen vergessen. Das gehört ja wohl so ziemlich in jede Worst Of-Liste, die man erstellen kann.

    Da ist echt nur „No One“ von Alicia Keys schlimmer. Ok, das ist zwar nicht aus 2008, aber das lief in diesem Jahr so oft im Radio, dass es auch locker noch dieses Jahr auf die Liste darf.

    Amy McDonald hingegen fand ich eigentlich ganz ok.

  23. freischwimmer
    31. Dezember 2008, 1:03

    @ curt

    natürlich „knödelt“ die stimme von amy macdonald live ganz schön! aber das ist ja gerade beabsichtigt und klingt doch viel schöner als das, was da unzählige male zum glätten durch den studio-computer gelaufen ist. außerdem singt sie live auch viel tiefer, was mich persönlich auch mehr anspricht…

  24. meistermochi
    31. Dezember 2008, 2:13

    […]# Boy # Tellier | Divine # Kenna | Say Goodbye To Love # Kings[…]

  25. Zazzel
    31. Dezember 2008, 9:37

    1. Kid rock:
    Als ich den Song das erste Mal im Radio gehört habe und neugierig (diese Neugier, aus der kleine Kinder in rotierende Messer greifen) zum RDS schaute, um den Interpreten abzulesen, dachte ich sofort: „Ah, da hat er wohl mal wieder Geld für die offene Hypothek gebraucht und sich abends mal nüchtern, kurz nach der Steuererklärung, ins Studio geschleppt.“

    2. Amy McDonald:
    Ganz neben dem Song an sich: Die Frau muss man mal live gehört haben (neulich beim Durchzappen im TV beim – verzeiht – Popstars-Finale). Die *kann* nicht singen. Sie beherrscht einfach keine Gesangstechnik.

  26. Alberto Green
    31. Dezember 2008, 13:36

    Juchu! Ich hab ja was mit Stitch gemeinsam!

  27. SvenR
    2. Januar 2009, 13:02

    @ Alberto:

    Wenn’s doch nur am Geburtstag wäre…schönes neues!

  28. symBadisch
    5. Januar 2009, 22:42

    Ich höre ebenfalls kaum noch Radio und bin deshalb auch Hitparaden-technisch nicht immer ganz auf dem Laufenden …

    So ist z.B. auch Leona Lewis‘ „Run“-Cover gänzlich an mir vorbeigegangen – glücklicherweise, wie ich nach kurzem Reinhören feststellen kann. Wie kann man so einen wunderbaren Song nur so verschandeln? Dann doch lieber sowas in der Art von U2s „One“-Neuauflage mit Mary J. Blidge. Das fand ich z.B. relativ gelungen.

    Und bzgl. Amy McDonald muß ich Zazzel beipflichten. Ich hab‘ nix gegen den Song, aber ich bin beim Zappen auch kurz beim „New Pop Festival“-Konzert hängengeblieben und bin regelrecht erschrocken, wie die Gute da so inbrünstig in’s Mikro geblökt hat (sorry, eine treffendere Bezeichnung fällt mir leider nicht ein) … ;-)

  29. Kunar
    7. Januar 2009, 23:18

    Mit Kid Rocks „All Summer Long“ verbinde ich eine sehr positive Erinnerung: Ich konnte es schon beim ersten Anhören nicht leiden. Das Positive daran war: Ich lag damit vollkommen richtig! Wer so ein zusammengeklautes Lied veröffentlicht, hat gute Chancen, mich von der Wiedereinführung der Todesstrafe zu überzeugen („absichtliche und heimtückische Ausführung von Coverversionen“).

  30. Kunar
    14. Februar 2009, 0:34

    Ich habe drei Vorschläge für die nächste Lieder-Hassliste:

    1. Alesha Dixon – The Boy Does Nothing. Amy Winehouse 5 (nach meiner Zählung). Das Lied klingt zwar mehr nach Lou Bega als nach Aretha Franklin (was natürlich sowieso schlechter ist), aber trotzdem reitet es irgendwie auf der „Ich klinge wie 1960er Soul“-Welle mit. Die Frau beklagt sich, dass ihr Typ nicht im Haushalt mithelfe, zieht aber beim Tanzen keine Hose an und wackelt wie ein dressiertes Püpppchen mit dem Hintern. Kein Wunder, dass der Mann sie nicht ernst nimmt. Ein artikulierter Wille der Frau zur Gleichberechtigung sieht anders aus.

    2. Keri Hilson – Return The Favor. Im Grunde nichts anderes als „Rihanna 2“ mit „Returnthefavia“ statt „Disturbia“ oder irgendwas von dem „Good Girl Gone Bad“-Album. Der überall mitmischende Timbaland ist natürlich auch wieder dabei.

    3. Katy Perry – „Hot’n’cold“. Erst singt sie, sie habe ein Mädchen geküsst und es habe ihr gefallen (und hoffentlich finde ihr Freund das nicht heraus) und dann wundert sie sich, dass ihr im Video zum neuen Lied der Mann vorm Traualtar davonläuft? Ja, was hat die denn gedacht? (Klar, man muss unterscheiden zwischen Künstler und lyrischem Ich usw., aber mal ehrlich, wie soll man jemanden toll finden, der so einen Grütz zusammensingt?)

    Um ein Beispiel zu bringen, wie man’s richtig macht: The Ting Tings – „That’s Not My Name“. Das Lied hat seinen Platz in der Listenpanik ehrlich verdient, ebenso wie sein Auftauchen im Video-Jahresrückblick. Da schreit die Sängerin lautstark rum, dass sich die Leute ihren Namen nicht merken können. Das ist doch mal aus dem richtigen Leben gegriffen! Man kann es sich gut vorstellen, wie sie in der Disco mit Standardsprüchen angegraben wird und sie davon schon völlig genervt ist. Und dazu dieser gnadenlose Bass im Hintergrund! So rauh war Musik zuletzt in den 1990ern. Ach ja, das Lied klingt selbst in einer Akustikversion toll.

  31. Tio ne estas mia nomo « La vivo de Kunar
    23. November 2009, 23:39

    […] ne estas mia nomo!” krias la kantistino de The Ting Tings. Mi tre ŝatas tion. Tamen ankaŭ al mi okazas, ke mi intermiksas artistojn pro similaj nomoj. Jen tri […]