Die ARD wird beim deutschen Vorentscheid zum ESC 2026 nicht mit Stefan Raab kooperieren. Das hat der Senderverbund gestern der Deutschen Presse Agentur (dpa) bestätigt.
„Spiegel Online“ nahm diese Meldung unter einer Überschrift auf, die so rätselhaft, referenziell und fremdsprachig ist, dass ich für einen Moment dachte, ich hätte sie vielleicht geschrieben:

Der Text schließt mit diesem Absatz:

Der letzte Satz ist Quatsch.
In den bald 70 Jahren des ESC hat es viele unterschiedliche Voting-Verfahren gegeben und das aktuelle, das seit 2016 gilt, ist tatsächlich ein bisschen unübersichtlich, deswegen erkläre ich es gern noch einmal in Ruhe: Zunächst wird der Reihe nach in die Teilnehmerländer (dieses Jahr: 37) geschaltet, wo eine sogenannte spokesperson die Jurypunkte aus dem jeweiligen Land bekannt gibt — und zwar namentlich nur für das Land, das zwölf Punkte erhalten hat; der Rest (1–8 und 10 Punkte) wird eingeblendet. Danach verlesen die Moderator*innen die akkumulierten Publikumspunkte für jedes einzelne Land — und zwar in der umgekehrten Reihenfolge des Jury-Ergebnisses.
Dieses Jahr hatte Island keinen einzigen Jurypunkt bekommen, war also als erstes mit den Publikumspunkten dran:
Nun ist es möglich, dass ein Land keinen einzigen Publikumspunkt bekommt (was nicht bedeutet, dass niemand für dieses Land abgestimmt hat, sondern dass es nirgendwo auch nur einmal in die Top 10 des Publikums gekommen ist, denn jedes Land gibt immer nur den beliebtesten zehn Songs/Acts/Ländern Punkte). In diesem, für alle Beteiligten unschönen, Fall müssen die Moderator*innen dann so etwas sagen wie: „Country XY, we’re sorry, but you received zero points!“. Es folgen kurz fassungslose Stille, dann Buhrufe, dann frenetischer Aufmunterungsapplaus. (Ich weiß, wovon ich spreche, ich saß 2021 in der deutschen Kommentatorenkabine in der Ahoy Arena von Rotterdam, als vier Länder in Folge null Punkte bekamen.)
Für Deutschland ist der Fall der öffentlich verkündeten null Publikumspunkte in neun Jahren bisher erst zweimal eingetreten: 2019 und 2021.
Dass man „häufig »zéro point pour l’Allemagne«“ hören könnte, ist beim aktuellen Voting-Verfahren ausgeschlossen, denn dessen Prozedere führt dazu, dass es pro Song Contest maximal exakt ein Mal vorkommen kann, dass ein Land „zero points“ erhält. Übrigens ausschließlich auf Englisch.
