Did you think you’d escaped from routine?

Von Lukas Heinser, 13. Februar 2009 15:04

Man weiß nicht so richtig, was bei den Mitgliedern der Academy of Motion Picture Arts and Sciences jetzt schon wieder kaputt ist: Erst nominieren sie statt der sonst üblichen fünf Songs nur drei in der Kategorie „Bester Titelsong“, dann übergehen sie bei den Nominierungen Bruce Springsteens „The Wrestler“, der nach seiner Golden-Globe-Auszeichnung eigentlich als Favorit galt, schicken dafür gleich zwei Songs aus „Slumdog Millionaire“ ins Rennen und dann werden die Songs auch nicht mehr einzeln vorgetragen (was immerhin die mehrstündige Zeremonie auflockert), sondern jeder Titel sollte 65 Sekunden in einem Medley bekommen.

Kein Wunder, dass Peter Gabriel da keinen Bock drauf hatte, und seinen Auftritt (nicht aber die Teilnahme an der Oscar-Verleihung) abgesagt hat:

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Klar, es ist eine längliche Filmpreisverleihung, aber die zusätzlichen sechs, sieben Minuten wären ja wohl gerade noch drin gewesen.

Gerade, wenn man bedenkt, dass man „Down To Earth“ aus dem fantastischen Trickfilm „Wall-E“ unbedingt in voller Länge hören sollte.

So wie hier:

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4 Kommentare

  1. Stitch
    13. Februar 2009, 15:43

    Ich hab mir irgendwie sowas ja schon gedacht, als es hiess, es gäbe dieses Jahr nur drei Nennungen. Die Vorträge der bislang fünf nominierten Songs hatte in den letzten Jahren ja schon immer mit die größte Umschaltquote der Gala, um da gegenzusteuern hat man ja zuletzt schon alles mögliche probiert: ALLE Songs hintereinander, die Songs in zwei Blöcke aufgeteilt und mit überflüssigem visuellen Schnickschnack angereichert, usw. Dass es eventuell daran liegen könnte, dass die nominierten Songs (ich erinnere mal nur an diese grauenhaften „Enchanted“-Beiträge) einfach nicht so wirklich die besten sind, darauf kommt man nicht.

  2. Stitch
    13. Februar 2009, 16:26

    Dieser Artikel passt wie ich finde ganz schön dazu:

    Oscar skews older – much older. A perfect example is someone like Ernest Borgnine, winner for his work in 1956’s Marty. At 92 – yep, 92 – he is still a vocal member of the old school Hollywood brigade. He and his demo want significance, not splash. He’s the perfect example of someone who would not have seen The Dark Knight, let alone support its nomination. And sadly, there are a lot of Borgnines out there. Reports suggest surviving Academy voters tend to be in the mid to late ‘50s (or much, much older), unimpressed by commercial carte blanche, and wait until the end of the year (when screeners come pouring into their mail slot) to make their final determinations. They are passionate about the old school Hollywood ideal, and their votes reflect same.

    Das erklärt nämlich vielleicht ein Stück weit auch die schrecklichen Song-Nominierungen der letzten Jahre – und warum man dieses Jahr so deutlich hysterisch agiert. Die beiden Slumdog-Songs sollen doch ganz offensichtlich ein jugendliches Publikum bei der Stange halten…und trotzdem macht man wieder alles falsch.

  3. DerTim
    14. Februar 2009, 19:34

    Man kann einfach nicht anders als diese Veranstaltung von Jahr zu Jahr weniger ernstzunehmen.

  4. Sebastian
    15. Februar 2009, 23:01

    Die Nominierungen der letzten Jahre mögen teilweise wirklich schrecklich gewesen sein (was war der letzte wirklich gute Oscar-Gewinner? „Things have Changed“ von Dylan? Das ist auch schon bald 10 Jahre her) – aber zumindestens „Down To Earth“ finde ich wirklich ziemlich fantastisch. Und Peter Gabriel hätte eigentlich schon für „The Last Temptation of Christ“ einen (Musik)Oscar verdient gehabt.
    Aber dass Springsteen einfach so übergangen wurde, ist in der Tat unverständlich.