Warum Erwachsene immer beim Versteckspiel verlieren

Von Lukas Heinser, 18. November 2010 15:00

Seit heute also sind 20 deutsche Städte endlich bei Google Street View online — oder das, was von ihnen übrige geblieben ist, nachdem mehr als 244.000 Haushalte (von 40,2 Millionen) Widerspruch gegen das Abfotografieren ihrer Fassade von einer öffentlichen Straße aus eingelegt haben. Anatol Stefanowitsch hat im Sprachlog eigentlich schon alles gesagt, was es zu den „eingetrübten Vier- und Vielecke, die einem alle paar Schritte die Sicht versperren“ zu sagen gibt.

Auch das Haus, in dem ich seit Januar wohne, ist verpixelt und das ist wenigstens ein netter Grund, mal wieder mit allen Nachbarn ins Gespräch zu kommen, um „Cluedo“-mäßig herauszufinden, wer auf diese Idee gekommen ist.

Doch damit nicht genug: Auch auf das Studentenwohnheim, in dem ich zuvor sechs Jahre lang gewohnt habe, muss ich auf meinem virtuellen Rundgang durch Bochum (bzw. durch das Bochum von vor zwei Jahren) verzichten:

Wohnheim Girondelle 6 (verpixelt bei Google Street View)

Dabei wären so ein paar Fotos wohl kaum so detailliert gewesen wie die Informationen, die das Studentenwerk so liefert:

Wohnheim Girondelle 6 (als Modell bei Google Earth)

7 Kommentare

  1. link
    18. November 2010, 23:13

    Oh, um mal ganz kleinkariert in bildblog.de-manier zu meckern:
    „244.000 Haushalte (von 40,2 Millionen) Widerspruch“ ist natürlich eine etwas zurechtgebogene Aussage, da natürlich für nicht alle 40,2 Millionen Haushalte in Deutschland das Thema schon relevant ist. Immerhin ging es erstmal nur um 20 Städte ;)

    Trotzdem, sehr schöner Artikel um die Problematiken darzustellen.

    Grüße von einem jetzt-RUBler an den Ex.

  2. Lukas Heinser
    19. November 2010, 0:52

    Hmmm, die Quellen sind da einigermaßen widersprüchlich. Ich hake da noch mal genauer nach.

  3. Links anne Ruhr (19.11.2010) » Pottblog
    19. November 2010, 6:29

    […] Warum Erwachsene immer beim Versteckspiel verlieren (Coffee And TV) – Über den Wahnsinn der Verpixelung von Google Streetview. […]

  4. Damian
    19. November 2010, 8:58

    Haha…sehr schön. :-)

    Das ist für mich im Moment sehr amüsant zu verfolgen. Die ganze Panikmache gewisser Medien und die Reaktionen der Bevölkerung. Bei uns in der Schweiz ging das verhältnismässig unspektakulär über die Bühne.

  5. Ali
    20. November 2010, 21:00

    Die Leute, die ihr Haus oder das ihrer Hausnachbarn verpixeln lassen, sind Schwachköpfe. Aber da kommt eben wieder die German Angst durch: Oh, Gott, was Neues.

  6. GloomyFox
    7. Dezember 2010, 12:46

    Also ich arbeite als Prostituierte und einer meiner Freier wurde doch tatsächlich fotografiert, wie er in einen Puff geht ;-) Jetzt hat er Angst, trotz Verpixelung erkannt zu werden…

  7. Was hast du getan, Google? › Sprachlog › SciLogs - Wissenschaftsblogs
    21. November 2013, 10:09

    […] freigeschaltet — Text & Blog Was hast du getan, Google? | Sprachlog — Nebelhorn Warum Erwachsene immer beim Versteckspiel verlieren — Coffee And TV Verpixeltes Street View: Das digitale Denkmal der deutschen Angst — neunetz.com Handke, […]

Diesen Beitrag kommentieren: