Selena Gomez‘ kleiner Einblick

Von Lukas Heinser, 18. November 2011 11:26

Jahrelang unentdeckte Rechtsterroristen, die Eurokrise, Regierungswechsel in Griechenland und Italien, Schüsse auf das Weiße Haus und Pornofilme bei Ryan Air — wir leben in schweren Zeiten.

Auch „Spiegel Online“, lange Jahre Marktführer unter den deutschen Nachrichtenwebsites, berichtet über diese schweren Zeiten:

Bieber-Freundin Selena Gomez: Schwere Zeiten. Eine 20-Jährige behauptet, Justin Bieber sei der Vater ihres Kindes. Die Freundin des Teenie-Idols, sonst alles andere als zurückhaltend, hat die Gerüchte bisher nicht kommentiert. Nun gab Selena Gomez einen Einblick in ihre Gefühlswelt. Zumindest einen kleinen.

Selena Gomez, Sie erinnern sich, ist die Hauptdarstellerin der Disney-Channel-Serie „Die Zauberer vom Waverly Place“, eine erfolgreiche Popsängerin und die Freundin von Justin Bieber, dem womöglich größten Popstar unserer Tage.

Bieber hatte in den vergangenen Wochen mit einer „pikanten Angelegenheit“ zu tun, die „Spiegel Online“ gerne noch mal für uns zusammenfasst:

Die 20-jährige Mariah Yeater behauptet, der 17-Jährige sei der Vater ihres Kindes. Bieber bestreitet das und erklärte sich auch zu einem DNA-Test bereit. Nach einigem Wirbel hat Yeater ihre Klage auf einen Vaterschaftstest offenbar zurückgezogen, hält aber an ihrer Darstellung fest. Es scheint sich jedoch gegen sie zu wenden: Nun berichtet TMZ auch noch von angeblichen SMS, die Yeater als Lügnerin enttarnen sollen.

(Nein, „Spiegel Online“ verlinkt nicht auf TMZ und erklärt auch nicht, was es mit dieser angeblichen SMS auf sich haben soll. Das steht da einfach nur so im Text rum.)

Aber das ist ja nur die Vorgeschichte. „Spiegel Online“ hatte uns ja einen Einblick in die Gefühlswelt von Frau Gomez versprochen, zumindest einen kleinen.

Blinzeln Sie besser jetzt noch mal schnell, denn gleich könnten Sie den entscheidenden Moment verpassen:

Es war also ein guter Zeitpunkt für Gomez, um die Talkshow von Ellen DeGeneres zu besuchen. Es seien zwei verrückte Wochen gewesen, sagte die Moderatorin. „Das ist noch harmlos ausgedrückt“, antwortete Gomez. Es sei nicht leicht, damit umzugehen.

„War denn alles in Ordnung bei dir?“, fragte DeGeneres. „Ja, war es“, sagte Gomez.

Puh, durchatmen.

Das war’s?

Zum Glück ging es dann schnell mit eher angenehmen Problemchen weiter. DeGeneres und Gomez plauderten fortan über die tiefhängenden Hosen von Justin Bieber.

Das war’s.

Das ist „Spiegel Online“ einen eigenen Artikel wert, der als Topmeldung des „Panorama“-Ressorts auf der Startseite angeteasert wird. Und eine neunteilige Bildergalerie, natürlich.

Die tiefhängenden Hosen werden dann sicher morgen groß abgehandelt.

9 Kommentare

  1. Uli
    18. November 2011, 11:44

    Off Topic: Dieses magersüchtige Mädel ist 20 Jahre alt? Ich hätte auf 15 getippt..

  2. Alberto Green
    18. November 2011, 11:49

    Selten musste ich über ein „Sie erinnern sich“ so kichern.

  3. Felix
    18. November 2011, 12:00

    Themengerechte Aufarbeitung: Das ist sprach- und inhaltlich alles ungefähr auf dem Niveau der „Bravo“.

  4. SvenR
    18. November 2011, 12:45

    Kawumpp.

    (Das ist das Geräusch, wenn mein Schädel von der Schreibtischplatte abprallt.)

  5. Xeon
    21. November 2011, 3:37

    Wen zum Teufel interessiert sowas?

  6. DW
    24. November 2011, 9:42

    Guten Morgen,

    zunächst einmal möchte ich dementieren, künftig die Moderation von „Wetten dass…?“ zu übernehmen.

    Und ansonsten frage ich mich, ob es eigentlich eine große Bildungslücke ist, wenn ich diese Dame nicht kenne. Bin ich mit 26 schon so weit von „der Jugendkultur“ entfernt, dass ich sowas nicht mitbekomme? Höre ich die falschen Radiosender? Aber selbst beim gelegentlichen Hören eines Die-größten-Hits-der-40er-bis-Nuller-Jahre-und-von-heute-Senders ist sie mir noch nicht aufgefallen.
    Aber natürlich zeigt der Screenshot, wieso ich sie kennen müsste – sie ist die Freundin von JUSTIN BIEBER, dessen Frisur meiner offensichtlich ähnelt, auf jeden Fall muss ich immer entsprechende Vergleiche ertragen.

    Andererseits: in meiner Jugend gab es Blümchen, und die ist ja auch nicht wirklich durch ihre anspruchsvollen Beiträge zur Popgeschichte aufgefallen, und dennoch mochte ich sie. Das ist ja aus Sicht der Musikindustrie das Tolle an Kindern: ihnen fehlt die Erfahrung, dass es den selben Sch**ß schon tausende Male zuvor gab.

    Wie dem auch sei: Wie will spiegelonline eigentlich den Spagat zwischen ernstzunehmendem Politmedium und Boulevardgedöns schaffen?

  7. Boulevard Of Breaking News – Coffee And TV
    23. Februar 2012, 14:37

    […] dringend Boulevard machen, aber sie können es nicht: Egal, ob die Leute dort nun über Prominente schreiben, die sie der eigenen Zielgruppe erst noch vorstellen müssen; ob sie Quatsch-Überschriften […]

  8. Zukunftsvision Qualitätsboulevard? Eine Qualitätsdebatte des Online-Journalismus am Beispiel des SPON | Köpfe des digitalen Wandels im Journalismus
    29. März 2013, 11:45

    […] wird es nur, wenn der SPON mit Artikeln aufwartet, in denen Prominente thematisiert werden, deren Namen die Zielgruppe womöglich noch nie gehört haben (siehe Beispiel […]

  9. Das “Zeit Magazin” schreibt sich um Kopf und Fuß – Coffee And TV
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    […] irgendwelche amerikanischen Teenie- oder Reality-Stars, den eigenen deutschen Lesern zunächst umständlich vorgestellt werden […]

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