Wanted dead or alive

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 15. August 2011 12:43

Walter Krämer, Vorsitzender des schrecklichen “Vereins Deutsche Sprache”, durfte sich in der Ruhrgebietsausgabe von “Bild” mal wieder über “Sprachpanscher” und “Denglisch” aufregen.

Der Dortmunder Statistik-Professor, den Bild.de irritierenderweise als “Sprach-Professor” bezeichnet, erklärt in dem Interview:

“Inzwischen machen 33 000 Leute in unserem Verein mit. Darunter rund 100 bekannte Persönlichkeiten wie Hape Kerkeling, Jürgen von der Lippe, Reinhard Mey oder die kürzlich verstorbenen Otto von Habsburg und Gunter Sachs.”

Dass beim “Verein Deutsche Sprache” auch Tote mitmachen dürfen, erklärt natürlich vieles.

11 Kommentare

  1. Ky
    15. August 2011, 14:41

    Haha! Stimmt :)

  2. Thomas
    15. August 2011, 15:33

    Der VDS wird dann auch immer zu sehr wichtigen Themen befragt, wie z.B. die Schreibschrift in Hamburg.

  3. rotweixx
    17. August 2011, 12:51

    naja, kann gut sein, dass er seine Wette gewinnt, dass in neun Jahren das Wort laptop ersetz sein wird. Allerdings wohl nicht durch Klapprechner, sondern eher durch tablet. Wobei, das könnte man wieder durch Schiefertafel oder so ersetzen…
    to be continued…

  4. moserp
    18. August 2011, 19:44

    Ich finde, Hr. Krämer hat recht.

  5. Tobias
    22. August 2011, 14:30

    also ich sehe ja im Rudelbum, aehh Rudelgucken (public viewing laut VDS)
    grosses Potential sich durchzusetzen

  6. tyko
    22. August 2011, 20:59

    Hähähä…

    Zum Teil wird’s schon übertrieben, mit dem Englisch. Die Deutschen haben halt eine etwas seltsame Einstellung zu ihrer Sprache, so what? ;)

    Aber wenn er tatsächlich glaubt, dass Laptop durch “Klapprechner” ersetzt werden wird, halte ich ihn für ziemlich weltfremd…

    Allein das Wort schon! ;)

    “Ich habe mir einen neuen Klapprechner gekauft.” Nein, definitiv nicht!

  7. Matthias Schumacher
    23. August 2011, 14:27

    Habe mir gleich mal kaffeeundfernsehen.de gesichert. Geht ja so nicht weiter.

  8. DW
    23. August 2011, 21:06

    Ironischerweise bezeichnet derselbe Walter Krämer in der Zeit Deutschland als eine “Nation der Panikmacher”: http://www.zeit.de/wissen/2011.....ettansicht

    Diese Erkenntnis auf sich selbst anzuwenden, auf die Idee kommt er freilich nicht. Wörter wie “Counter” werden sich im Alltag genauso wenig durchsetzen wie der “Klapprechner” und dementsprechend auch wieder verschwinden wie einst “Peron” und “Gesichtserker”. Dauerhaft bleiben doch vor allem jene Anglizismen erhalten, die
    – eine Verkürzung darstellen (z.B. “Ticket”),
    – eine bisher nicht mögliche Differenzierung erlauben (“shoppen gehen” und “einkaufen gehen”) und so die Sprache sogar bereichern oder
    – Entwicklungen aus dem englischsprachigen Raum bezeichnen.

    Und solche sprachlichen Entwicklungen gab es schon immer, selbst das Wort “Gurke” ist kein ursprünglich deutsches (vom polnischen “ogórek”) – ich bin auf Herr Krämers deutsche Version gespannt. :)

    Sollte also jemand, der im Glashaus sitzt, auf andere “Panikmacher” Steine werfen?

  9. Kürzen und Würgen – Coffee And TV
    25. Juli 2012, 23:02

    [...] muss sich Krämer auskennen wie kaum ein Zweiter, ist der Ökonomieprofessor doch Vorsitzender des “Vereins Deutsche Sprache”, der mit ernstzunehmender Germanistik ungefähr so viel gemein hat wie Kreationisten mit der [...]

  10. Armut und Irrtum – Coffee And TV
    24. Oktober 2012, 17:09

    [...] oder “Die besten Geschichten für Besserwisser” heißen. Er gründete den “Verein Deutsche Sprache”, eine Art Bürgerwehr gegen den Sprachwandel, dessen Arbeit wenig mit Linguistik und viel mit [...]

  11. Bei Fremdsprach-Sünden raste ich aus! – Sprachlog
    20. Februar 2013, 17:56

    [...] (via Coffee and TV) [...]

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