Taschenspielertricks

Von Lukas Heinser, 13. April 2011 12:11

Wenn sich ein exzentrischer Popmusikliebhaber mit zu viel Tagesfreizeit daran machte, den dümmsten Songtext (des Jahrzehnts/seiner Generation/aller Zeiten) zu küren, würde er seine Suche womöglich bei der Volkstümlichen Musik beginnen, sich durch den Schlager arbeiten und es dann mal beim Kirmestechno versuchen. Vermutlich würde er bei „The Vengabus is coming / And everybody’s jumping / New York to San Francisco / An intercity disco“ seine Arbeit für beendet erklären, die gewonnenen Erkenntnisse veröffentlichen und sein Leben weiterleben. Und auf dem Sterbebett, nach einem langen, erfüllten Leben von mehr als 80 Jahren, würde er sich mit der flachen Hand vor die Stirn schlagen, „Verdammt!“ brüllen und verscheiden. Und die Angehörigen, die mit feierlicher Miene um ihn herumstehen, würden sich fragen, was das denn jetzt wieder war, Exzentrik hin oder her.

Unserem Mann wäre im letzten Moment „You And Me (In My Pocket)“ des belgischen Musikus Milow eingefallen, das er im Jahr 2011 ein paar mal im Radio gehört hatte. Ein netter, harmloser Popsong mit Akustikgitarre und eingängiger Melodie. Auf den Text hat freilich nie jemand geachtet, was – um einen von Klaus Wowereit, an den sich beim Ableben unseres Popmusikliebhabers niemand mehr erinnern kann, geprägten Ausdruck zu verwenden – auch gut so war.

Der Text beginnt mit folgenden Worten:

I wish you smelled a little funny
Not just funny really bad
We could roam the streets forever
Just like cats but we’d never stray

Da wünscht sich also das Lyrische Ich dieses Liedes, die Angebetete röche „ein bisschen komisch“, besser aber gleich „richtig schlecht“, auf dass er mit ihr allein durch die Straßen schlendern könne. „Interessanter Gedanke“, denkt man da. Außerdem reimt sich das ja gar nicht.

Es ist ein Liebeslied, das Herr Milow da entworfen hat — zumindest legt der Refrain diesen Schluss nahe:

Oh you and me
It would be only you and me

Dann hebt er an, die nächste Strophe zu schmettern, in der er sich wünscht, die Adressatin sei „richtig fett“, damit sie nicht mehr durch Türen passe und den ganzen Tag in seinem Bett bleiben müsse — ein Bett, das hoffentlich nicht von Ikea stammt, denn wie sollte das eine derart fettleibige Person tragen?

Außerdem möge sie bitte Federn haben, er würde sie dann in einem riesigen Käfig halten, den ganzen Tag beglotzen und – Höchststrafe bei einem Kerl, der solche Lieder schreibt – für sie singen! „And that would be okay“, na sicher.

Wer bis hierhin schon der Meinung war, derart geisteskranke Machtphantasien könnten sich nur Österreicher ausdenken (also: Falco jetzt), der hat den Tag vor dem Abend, die Rechnung ohne den Wirt, in jedem Fall aber den Song nicht zu Ende gehört:

I wish you were a little slower
Not just slow but paralyzed
Then I could plug you into a socket
So you could never run away

Es kommt entgegen anders lautender Gerüchte eher selten vor, dass ich mein Radio anschreie. Aber als mein Gehirn dummerweise im Empfangsmodus war und diese Zeilen rezipierte, stand meine Halsschlagader kurz vor der Explosion und ich erwog sehr ernsthaft einen Anruf bei WDR 2, jenem Sender der seinen Hörern das Wort „fuck“ nicht zumuten möchte, aber offenbar keine Probleme hat, ihnen Texte vorzuspielen, in denen sich ein Typ wünscht, eine Frau sei „gelähmt“ und an lebenserhaltende Systeme angeschlossen, damit sie nicht wegrennen könne. Darf jemand, der solche Texte schreibt, in die Nähe von Kindergärten, Grundschulen und Altenheimen? Dagegen sind die Gewaltphantasien von Rammstein ja der reinste Kindergeburtstag!

Schluss jetzt:

I really wish that you were smaller
Not just small but really really short
So I could put you in my pocket
And carry you around all day

Mehr als hundert Jahre Feminismus, damit so ein Schmusebarde dahergeschmust kommt und eine sehr kleine Frau in seiner Hosentasche verstauen will?! Mein Erregungspotential ist normalerweise begrenzt, ich lache auch über Witze von Jürgen von der Lippe, aber was für eine sexistische Scheiße winselt dieser James Blunt für noch Ärmere denn da unter dem Deckmäntelchen großflächiger Romantik? Hmmm?!

Noch beunruhigender als dieser Song ist vermutlich nur die Vorstellung, dass es einzelne Frauen geben könnte, die bei diesem Minnegesang dahinschmelzen und den Quatsch für „super-romantisch“ halten.

58 Kommentare

  1. Benny
    13. April 2011, 12:59

    Das ist echt lustig, ich hab das Lied auch schon mehrmals im Radio gehört und mir gedacht: „WTF fällt das keinem auf, was der da für einen großen Mist singt?!?“
    Und jetzt seh ich endlich, das ich den Gedanken wenigstens nicht alleine hatte, genauso wie bei der „Rvolverheld-Sache“ damals!

    Ich hab das Vertrauen in diese Welt doch noch nicht ganz verloren :-P

  2. meteorite
    13. April 2011, 13:06

    Ich habe das Lied letzte Woche im Radio gehört und hatte denselben Gedanken wie Du: WTF!!!

    Hab mir extra den Interpreten gemerkt und ihn in die Kategorie „Gründe, den entsprechenden Sender abzuschalten“ eingepflegt.

  3. Kat
    13. April 2011, 13:11

    Zum Thema Radiozensur, das scheint ja doch eher willkuerlich abzulaufen. Kid Rock’s neue Version von Alabama (speziell die Zeile „we were smoking funny things“) wird hier im Radio nicht gemutet, die Woerter „beer“ oder „sex“ schon, aber „weed“ (woertlich) ist ok. Ich habe keine Ahnung wonach das geht, finde es aber sehr nervig. Ich weiss, das das Geld im Tagesradio verdient wird aber dann sollen sie solche Songs eben nach 22 Uhr spielen, wenn’s denn ueberhaupt zensiert werden muss. Diese Verstuemmelung ist furchtbar.

    Zum eigentlichen Thema nun! Ich hatte den Song noch nicht gehoert, habe das nun nachgeholt und muss sagen, guckt denn da keiner von den gefuehlten 50 Assistenten mal hin, bevor das veroeffentlicht wird? Speziell weil ja normalerweise alles zigmal auf Unanstoessigkeit geprueft wird bevor ein Privatradio oder -sender was laufen laesst. Ich bin ehrlich ratlos.

  4. Kat
    13. April 2011, 13:14

    Oh und das Lied ist ja sowas von egal. Wenn’s denn wenigstens was Besonderes haette, Melodie oder irgendwas, aber da ist gar nix.

  5. Horst
    13. April 2011, 13:56

    Ja das Lied is mir auch aufgefallen, ich denke auch, dass der Text dafür sorgt, dass man das Lied überhaupt wahrnimmt und nicht sofort wieder vergisst.
    Allerdings frage ich mich gerade ernsthaft was daran „beunruhigend“ ist, wenn manche Frauen das Lied für „““super-romantisch”“?

  6. Tijuana
    13. April 2011, 14:08

    man muß sich nur die Kommentare unter dem verlinkten Youtubevideo ansehen und man erfährt, wie es bei Jungs und Mädels so ankommt.

  7. Hannah
    13. April 2011, 15:10

    Das Lied ist mir bisher noch gar nicht aufgefallen – vermutlich, weil es musikalisch so völlig egal ist. Der Text ist aber schon der Knaller. Das soll bitte nie, nie, nie jemand für mich bei romantischem Kerzenschein/Lagerfeuer singen1

  8. DD
    13. April 2011, 15:53

    Moin,

    Bemerkenswert in diesem Kontext ist auch der lyrische Dünnschiss von Sunrise Avenue.
    Checkt Hollywood Hills.

    cheers

  9. David
    13. April 2011, 17:08

    Ein ähnlichen WTF-Moment hatte ich damals bei den Toten Hosen: „Komm, ich zeig dir, wie groß meine Liebe ist, und bringe uns beide um.“ Vieleicht lyrisch etwas anspruchsvoller, aber im Prinzip das gleiche Schema.

    Übrigens wird er die kleine Frau wohl kaum aus patriarchischen Gründen in der Tasche verstauen wollen. Hier gleich von geisteskranken Machtphantasien zu sprechen finde ich übertrieben.

    Der Text ist einfach unglücklich formuliert.

  10. HAYE
    13. April 2011, 18:09

    Whether you are sweet or cruel
    I’m gonna love you either way.

    Mehr als hundert Jahre Feminismus…

  11. Matthias
    13. April 2011, 20:02

    Auch wenn es mir fern liegt, ausgerechnet die Lyrics von „Satellite“ zu verteidigen: Wenn man sich in jemanden auf den ersten Blick verliebt, dann liebt man denjenigen, ganz egal, wie es um dessen Charakter bestellt ist. Eine Beziehung einzugehen ist dann noch mal was anderes.

    Was hat das also mit Feminismus zu tun?

    Zu Milow kann ich nur sagen: Die Plumpheit und die krassen Bilder sind reiner Selbstzweck, um aufzufallen. Funktioniert ja offenbar. Leider.

  12. sinie
    13. April 2011, 22:46

    To keep you in my pocket
    Where there’s no way out now
    Put it in a safe a lock it
    ‚cause it’s home sweet home

    Und Every Breath You Take ist auch so ein Song.. der hat mich immer wahnsinning irritiert, bis ich irgendwo mal gelesen hab, dass es Sting auch ziemlich irritiert, wie fröhlich alle bei dem Lied werden.

  13. Complott
    13. April 2011, 22:47

    Ha! Das hab ich auch letztens gedacht…besonders die Stelle mit den Federn find ich äußerst böse.
    Wenn ich das zu meiner Freundin sagen würde, die würd mich doch vor die Tür jagen….

    Aber naja, sieht man mal wieder, das Melodie und Gesängesel mehr zählt als Substanz hinter dem Schein. Ich sehe Parallelen zu allem anderen im Leben 21. Jahrhundert.

    Stammt die Melodie eigentlich auch von Milow? Oder ist der Akkord geklaut ;)?

  14. Howie Munson
    13. April 2011, 23:18

    hmmm eventuell will Milow ja eigentlcih was ganz anderes singen und seine Plattenfirma zwingt ihn wie den seeligen Roy Black dazu schmalziges zu singen… also singt er schmalzig und lebt seine Unterdrückung durch den Producer textlich aus…

    This ist not a love song… http://www.youtube.com/watch?v=9BGi8u8BtaA *duck*

  15. tonycrouton
    14. April 2011, 10:53

    Heieiei, wo lebt ihr den alle? Ich habe damals in der Schule noch gelernt, dass Interpretationen nicht konstant und auch nicht ganz wahr sind…

  16. Seb
    14. April 2011, 12:34

    hm, also die Interpretation hinsichtlich des Feminismus halte ich ebenfalls für etwas überhöht und Alice-Schwarzeresk. Mich erzürnt viel mehr, dass dieses Lied jetzt in überall rauf und runter gedudelt wird und so wirklich guter Musik wieder einmal einen Platz wegnimmt. Kennt man ja zur Genüge…

    @David: der Text ist nicht „unglücklich formuliert“ – der Text ist Scheiße!

    Das Phänomen des Missverstehens trat ja übrigens auch schon beim angesprochenen Leichtmatrosen-Kollegen James Blunt und seinem Verbrechen „You’re Beautiful“, in dem es ja um eine Frau geht, die das Lyrische Ich bei einer U-Bahn-Fahrt begehrt, jedoch warum auch immer nicht kriegen kann. Beim Anstehen an der Saturn-Kasse wurde ich Zeuge, wie eine Frau die Single verzückt ihrem Begleiter vors gequält lächelnde Gesicht hielt und ausrief: „Das ist unser Lied, Schatz!“ Das wiederum ließ ebenfalls viel Raum zur Interpretation.

  17. Seb
    14. April 2011, 12:35

    ich kaufe noch ein „zutage“ für den 1. Satz im 3. Absatz

  18. Anna
    14. April 2011, 17:32

    Ich hatte doch tatsächlich ganz andere Assoziationen, als ich das Lied zum ersten Mal gehört habe. Erstmal finde ich es „interessant“ im positiven Sinne, wenn jemand solche Texte zu seichter Popmusik singt. Und ich habe keine Sekunde geglaubt, dass der Sänger, das, was er im Lied beschreibt, wortwörtlich umsetzen möchte, sondern der Text eine eingehendere Interpretation benötigt. Mein Eindruck war eher, dass es sich um eine Parodie auf das allgemeine Beziehungsleben in unserer Gesellschaft handelt. Daher empfinde ich das Lied eher als lustig provokativ. Vielleicht traue ich dem Sänger da aber auch zu viel zu.

  19. sinie
    14. April 2011, 18:23

    @Anna das wäre auch meine Einschätzung…

  20. SvenR
    14. April 2011, 21:00

    Ich finde es klingt vollkommen krank und bedrohlich. Und dazu ist der Mann auch noch Belgier. Außerdem erinnert er mich irgendwie an den Grafen. In jeder Hinsicht gruselig!

  21. finzent
    14. April 2011, 22:37

    Sehr seltsame Kritik. Du (Lukas) regst dich über den Musiker auf, aber kritisieren tust du das lyrische Ich. Abgesehen davon dass es auch ein wenig staksig ist, jedes Wort in einem Liedtext wirklich vollkommen wörtlich zu nehmen. Will der Erzähler wirklich einen Schrumpfstrahler für sein Liebesobjekt bauen? Und sie in Buchsen eindrehen? Oder will er vielleicht etwas in Worte fassen, das sich schwer beschreiben lässt (und trotzdem dunkel und unfreundlich sein mag)?

    Ich will niemandem seine Reaktionen auf Kulturerzeugnisse nehmen, aber gerade von einem schlauen Liebhaber von guter Musik überrascht mich diese vehemente Kritik schon. (Nicht dass das jetzt ein besonders gutes Lied wäre, natürlich).

  22. finzent
    14. April 2011, 22:38

    PS: Den Text der ersten Strophe finde ich eigentlich saugut.

  23. Lukas
    15. April 2011, 1:02

    Sehr schöner Post! Ich habe das Lied tatsächlich zuerst bei DSDS von Pietro Lombardi gesungen gehört, diesem Jungen der laut Bravo nicht dumm ist.
    Ich würde auch sagen, dass der Text vielleicht ein Versuch ist, dieses urlangweilige Lied kontrovers und bekannt zu machen. Eine Promostrategie die immer beliebter wird…
    …Wobei ich die Idee eines Radio-Plätscher-Songs mit perversem Text ja generell irgendwie gut finde. Aber welchem Plätscher-Interpreten nimmt man das ab.

  24. Biggi
    15. April 2011, 11:26

    Du hast es geschafft, dass ich das Lied nicht mehr hören kann, ohne das Filmchen vor meinem geistigen Auge zu sehen! Jetzt fällt mir auch erstmal auf, wie oft es im Radio läuft…..

  25. Ali Schwarzer
    15. April 2011, 12:58

    Könnten viele das Lied toll finden, weil sie den Text (womöglich schon vom Hörverständnis) nicht richtig verstehen?

    Ich wäre jetzt nicht auf die Idee gekommen, von «socket» und «paralyzed» auf lebenserhaltende Maschinen zu schließen.

  26. SF
    15. April 2011, 14:03

    ich gehe davon aus, dass ca. 98% der Radiohörer garnicht auf die Texte achten. Wieso sonst gehen alle immer fröhlich beschwingt zu Mr. E’s Beautiful Blues ab?

  27. Itchy
    15. April 2011, 15:00

    Ihr dritte Generation Indie-Gutmenschen seid schon ein köstlich naives Völkchen. Es ist doch immer wieder putzig Eure „Ich bin zwar erst Mitte/Ende 20, aber habe Popkulturlebenserfahrung von mindestens 45 Lenzen“-Diskussionen zu verfolgen.

  28. theface
    15. April 2011, 16:25

    hat milow nicht auch technology gesungen/gecovert?

    http://www.sweetslyrics.com/56.....gy%20.html

    lief auf bayern 3 rauf und runter, und DAS ist mal ein text…

  29. Gerhard
    15. April 2011, 20:40

    Shakespeare hat es sogar fertiggebracht, seine Angebetete (oder seinen Angebteten) vollendet zu beleidigen, und trotzdem gilt sein Sonnett 130 als romantisch…

    http://www.shakespeare-online.com/sonnets/130.html

  30. Hendrik
    16. April 2011, 9:07

    Schöner Fund! Ich kann mich deiner Kritik allerdings auch nicht anschließen, Lukas (höchstens insofern du den Vergleich zum „fuck“ ziehst). Würdest du auch einen Roman ablehnen, in dem ein Verrückter spricht? Sollen nur verhaltensgeprüfte lyrische Iche (?) in der Kunst zu Wort kommen?

  31. Lukas
    16. April 2011, 13:12

    Korrigiere, es war dieser Sebastian, der das Lied bei DSDS sang. (Wayne…)

  32. DJ Ego
    16. April 2011, 14:49

    ich möchte kurz darauf hinweisen, dass die unfalllyrik von herrn blunt sich schon bei seinem ersten hit „you’re beautiful“ angekündigt hat. was hat mich damals folgende zeile immer wieder genervt.
    „I saw your face in a crowded place“ OMG

  33. sb
    17. April 2011, 23:47

    Auf die Idee, dass das ernst gemeint sein könnte, wäre ich ehrlich gesagt nie gekommen. Von Milow kannte ich außer obigem Song nur seine Version von „Ayo Technology“ und ich war der festen Überzeugung, dass diese Kombination von krassen Texten und Jack Johnson-Geschrammel ironisch gemeint sein _muss_. Das „Hurz“ fürs Formatradio.

  34. Die Linkliste zum Sonntag | Floyboy
    18. April 2011, 10:14

    […] Taschenspielertricks […]

  35. Thomas
    18. April 2011, 14:00

    ich finde den song furchtbar (was aber nicht nur am text liegt). dennoch geht der ins ohr und ich hab mich schon mehrmals dabei erwischt, wie ich den refrain vor mich hersumme.
    schlimmer noch: sowohl donnerstag, freitag als auch heute morgen kam der song bei einslive im radio als ich zur arbeit gefahren bin. die wollen mich ärgern!

  36. jensen
    18. April 2011, 19:02

    Ich finde es wunderbar, wenn sich Menschen mal so richtig schön auskotzen. Also vielen Dank für diesen Text! Meine ich ganz und gar ernst.

  37. Eipa
    19. April 2011, 21:39

    Ironie ?!
    Ich finde die Kritik gut und den Song schlecht.

  38. Manuel
    23. April 2011, 11:29

    Der schlechte Text des Liedes lenkt vieleicht ein wenig davon ab, dass es so klingt wie einach ein paar Garageband-Sampls zusammengeworfen.

    Ne Frage zur Zensur im Radio – seit wann ist das denn so? Bis vor kurzem war es doch gerade schön, dass die dreckigen Rapsongs nicht wie in den USA immer gefiept oder gemutet oder oder wurden – warum jetzt?

    Weil die Plattenfirmen auch eine „clean“ Version liefern und die Radiosender sich denken sicher ist sicher?

  39. Itchy
    23. April 2011, 16:29

    Ihr seid doch bestimmt alle auch Apfel-Fanboys und -girls, oder? Ganz bestimmt! Da wundert es mich dann doch etwas, dass hier noch kein Uiuiuigehtjasogarnicht-Urgent-Alert-Update zum aktuellen T(V)-Spot für das Fenster-Phone gibt…

  40. Lukas Heinser
    23. April 2011, 17:11

    ¿Qué?

  41. Alberto Green
    24. April 2011, 10:49

    Was Itchy meint: „Ihr versteht doch die Kunst nicht. Er will damit aufrütteln. Du musst sein Bühnenprogramm kennen, um das Lied zu verstehen.“

  42. Tommy
    25. April 2011, 15:16

    Achja, so schlimm find ich das garnicht… So funktioniert halt Satire, einen Aspekt nehmen und den dann ins lächerliche überhöhen. Glaube kaum, dass der wirklich vorhat jemanden zu schrumpfen und ihn einzustecken ;)

    Mal in Dortmund von ner völlig unbekannten Band vor ca. 13 Jahren gehört aber grade deswegen eingefallen, der Refrain ging so:

    Ich hoff‘ du wirst richtig dick,
    Ich hoff‘ du wirst richtig dick,
    Denn bist du erstmal richtig dick
    Kommst du vielleicht wieder zu mir zurück.

    Ist doch ok ;)

    Davon ab ist der Milow-Song doch n derber Ohrwurm. Und James Blunt ist ja wohl selbst schon James Blunt für Arme :-P

    Davon ab ist es nur Musik, wird keiner dran sterben.

  43. SvenR
    25. April 2011, 17:39

    Alberto, Du hast meinen Tag gemacht!

  44. Scribito – Ich erlaube mir zu denken » Post Topic » Klickbefehle …
    27. April 2011, 18:08

    […] Taschenspielertricks Lukas Heinser nimmt einen Milow-Songtext auseinander und zeigt, warum eine einigermaßen wohlklingende Stimme und entspannte Gitarren nicht alles sind. […]

  45. Edition Flint » Along the road
    27. April 2011, 21:38

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    2. Mai 2011, 17:06

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  47. Der Ekelbaron
    2. Mai 2011, 20:43

    Merkwürdig, dass weder bei den youtube-Kommentaren noch hier irgendwem auffällt, dass im Video die Gender vertauscht sind… Ist es noch sexismus, wenn es auch andersherum funktioniert? Naja… „normaler“, was immer das auch heißt ist schon noch die Version mit weiblicher Meerjungfrau…
    Ich denke, es geht in dem Song um Liebe, die im Chorus plump gefeiert, während in den Strophen eher ihre negativen Aspekte (Besitzdenken etc.) auf übertriebene Art thematisiert werden. Botschaft ist, dass Liebe trotzdem toll ist… Ist diese Interpretation echt so kontrovers? Es geht halt um Monogamie, und dass man es akzeptieren soll wenn der Partnermensch einen einschränkt. Keine tolle Message, aber was erwartet ihr von Lovesongs?

  48. peanut
    3. Mai 2011, 14:48

    ich seh‘ das so wie tommy.

  49. Maria
    3. Mai 2011, 17:35

    Ist doch eigentlich ziemlich naheliegend, dass dieser Text nicht ganz ernst gemeint ist. Ayo Technology war schließlich auch mehr als Parodie gedacht.

  50. Nadine
    8. Mai 2011, 21:39

    man kann es auch übertreiben. von lebenserhaltenden maßnahmen ist in dem text erstmal gar nicht die rede. und mein gott, das sind metaphern. man muss das lied nicht gut finden, aber mir ist so ein song lieber, als ne schnulze, die frauen als perfekt darstellt. oder solche, in denen männer davon singen, dass sie für SIE sterben würden. da kann einem schlecht werden. hier wird von einem typen gesprochen (der bestimmt auch nicht den sänger selbst meint), der sie für sich haben will – das ist selbstsüchtig, aber menschlich. ich will nicht wissen, wie viele menschen, egal ob mann oder frau, sich das wünschen. die bilder dazu sind doch ganz klar nicht ernst gemeint. auch wenn ich gestehen muss, dass die federn-nummer die schwächste ist, gefällt mir das lied. und ich bin kein heimchen, dass von einem mann vereinnahmt werden möchte und ich hab den text sogar beim ersten mal verstanden. es ist einfach mal ein anderer liebessong, der natürlich nicht jedem gefallen muss. aber die feminismus-debatte ranzuführen halte ich für absoulut überzogen. was dürfen wir dann noch hören ohne uns idiotismus vorwerfen lassen zu müssen?

  51. Yvonne
    11. Mai 2011, 22:59

    Danke du sprichst mir aus der Seele!!! Mittlerweile schalte ich das Radio aus, sobald ich das Lied erkenne.

  52. denocte
    12. Mai 2011, 6:29

    Ich finde dieses furchtbare Lied ja eher deshalb schlimm, weil es ein absoluter Schlag ins Gesicht für alle Frauen ist, die schon einmal Gewalt und Unterdrückung in einer Beziehung erlebt haben.
    Klimperklimpermusik die jeder mitsingen kann und dann wünschen wir uns, dass alle Frauen so verängstigt sind, um bei ihren Freunden zu bleiben. In einem _Käfig_ eingesperrt. Hat denn da keiner die Alarmglocken schrillen hören?
    Wenn man nur ein bisschen schlechte Erfahrungen mit der Thematik hat, ist der Text wirklich heftig.
    Er ist nicht nur frauenverachtend sondern auch fies den Männern gegenüber – keiner meiner Freunde würde sich soetwas nur annähernd ernsthaft einfallen lassen.
    Ich bin wahrlich keine Feministin, aber bei diesem Songtext kommt mir das kalte Grauen.

    Und falls er provozieren wollte – das hat Falco damals besser hingekriegt ;)

    lg denocte

  53. Birgit
    12. Mai 2011, 15:18

    Wer poppige gute-Laune-Musik mag, möge doch lieber den talentierten und sehr guten Sänger Jason Mraz hören. Eine echte Alternative, meiner Meinung nach.
    http://www.youtube.com/watch?v=LYhrYHmUPn0

  54. SvenR
    16. Mai 2011, 10:25

    @Birgit #53: ich mag Jason Mraz auch ganz gern, aber so wie Du das schreibst, klingt das wie „Ihr mögt keine Kuhfladen, probiert doch mal Hühnereier!“.

  55. Luna
    16. Mai 2011, 16:23

    Also, ich find die ganzen Lieder von ihm grauenhaft. Danke für diesen sehr schönen Artikel.

    Zweitens, @Maria: Woher willst du wissen, dass „Ayo Technology“ ne Parodie war??
    Ich sah mal n Interview, in dem er sogar gefragt wurde, ob er denn so genau wisse, was „Ayo Technology“ so inhaltlich darstellt.
    Peinlich peinlich, er wusste es nicht.

    Ich finds übrigens auch nicht so dolle, wenn jmd anderer mir sagt, wie ich werden soll, damit es dieser Person passt. Würg!

  56. b
    18. Mai 2011, 10:34

    Mir wird auch ganz anders wenn ich den Song höre. Besonders creepy ist, dass er so locker, sommerlich. romantisch daher kommt. Schlimm, ganz schlimm!!

  57. argl
    22. Mai 2011, 17:15

    für mich ist dieses lied die absolut kranke stalkerfantasie!!! es ist total widerlich und gruselig. momentan ist mir das radio hören total verleidet, stelle ich den sender um, weil dieses lied kommt dauert es gefühlt keine 5 min. bis es auch da kommt. hatte jetzt den oldiesender an und als es dort auch kam, habe ich zum austreiben 10x radio friendly song von lajoie gehört und mitgesungen.
    danke für den artikel.

  58. Stimme an Songs anpassen - oder eher umgekehrt???
    13. Januar 2012, 2:49

    […] and me" von Milow ist so ein Fall. Meine Interpretation des Textes entspricht etwa folgender: http://www.coffeeandtv.de/2011/04/13…spielertricks/ . Musst du nicht genauso sehen, aber dann solltest du hoffen, niemals von mir abgemischt zu werden […]