Das Jahr des Schweins oder wie klingt Musik, die Hunger verbreitet?!

Von irish, 16. Februar 2007 0:32

Ich hatte vor kurzem das Vergnügen einer äußerst interessanten kulturellen Veranstaltung beizuwohnen, aber bevor ich Euch verrate, was es war, muss ich meinen Gesichtsausdruck beschreiben, der unweigerlich auftrat, als ich die Eintrittskarte dafür in den Händen hielt. Binnen Sekunden wechselte er von Unverständnis, Angst, Schock bis hin zu: Na, schauen wir mal… Immerhin dachte ich schon an die ersten Fluchtmöglichkeiten, die sorgfältig ausgearbeitet werden mussten.

Nun aber der Titel des Ganzen: Das Große Chinesische Neujahrskonzert zum Jahr des Schweins. Für mich als bekennende Synthiepopperin bis hin zu EBM-Beats-Liebhaberin ein wahrer Kulturschock!

Karte in der Hand, ging es zur Essener Philharmonie und die Erwartungen waren wahrlich nicht die besten – immerhin dürfte es peinlich werden mitten in der Veranstaltung aus der hinteren Reihe ein Schnarchen zu vernehmen – dachte ich.

Aber kaum erklangen die ersten Klänge, war an Schlafen schon nicht mehr zu denken!

Nach einem Tag, den ich mit 3 Brötchen über die Runden gebracht hat, war es kaum verwunderlich, dass ich nach den ersten 3 Takten an Ente süß/sauer, Frühlingsrollen, gebratene Nudeln und Bami Goreng dachte. Das ging sogar so weit, dass mich meine Freundin während der Veranstaltung in die Rippen boxen musste, weil mein Magen manchmal lauter wurde als die Solistin vorne.
Aber es wurde einem auch viel geboten, nicht nur für´s Ohr, sondern auch für die Augen:
Man mag ja von den Asiaten halten, was man will – aber ich denke, es gab kein einziges männliches Wesen im Saal, der nicht innerlich nach diesen zierlichen Püppchen vorne gelechzt hätte… bloss gibt es natürlich offen niemand zu, der seine Angetraute neben sich sitzen hat. Himmel, ich sollte auch täglich Reissuppe mit Stäbchen essen und dazu noch Kampfsport betreiben, damit ich so aussehe. Denn abgesehen von den urkomischen Gebilden auf der Bühne, die man wohl als traditionelle Instrumente bezeichnen kann, gab es auch eine Solistin, die die Schlaginstrumente so bearbeitete als wäre sie eben einem Kampfsporttraining entsprungen. Die Geschwindigkeit war atemberaubend und die Art und Weise so faszinierend, dass selbst STOMP einpacken kann.
Auch wenn die Musik teils an Chinarestaurants erinnerte, so war es dennoch ein bezaubernder Abend wie aus 1000 und einem Jackie Chan Film. 100%ig sehenswert !


Keine weiteren Kommentare möglich.