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Gute Frage

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 2. Februar 2010 1:41

Seit einiger Zeit stellt die „Rheinische Post“ in ihren Lokalteilen die „Frage des Tages“: Mehr oder weniger gut aufgehängt an einen Artikel der aktuellen Ausgabe müssen sich die Leser für „Ja“ oder „Nein“ entscheiden. Die Fragen reichen von allgemein („Interessieren Sie sich für die Geschichte Ihrer Heimatstadt?“, „Sind Sie verärgert über den Winterdienst?“) bis hin zu für Außenstehende unverständlich („Bedeutet das Abschneiden der Musikschüler beim Wettbewerb Jugend musiziert einen Imagegewinn für Wesel?“, „Begrüßen Sie die den Beschluss des RAG-Regionalrates?“).

Am nächsten Tag wird das Ergebnis des Vortages bekannt gegeben (ohne Nennung der Teilnehmerzahl) und die nächste egale Frage gestellt. So sind jeden Tag ein paar Quadratzentimeter Zeitung sicher gefüllt und „RP Online“ bekommt auch noch ein paar Klicks ab.

Heute stellt die Lokalredaktion Dinslaken endlich mal eine Frage zur Abstimmung, die nicht ganz so egal ist:

Frage des Tages: Ja Nein Abschicken

Nachtrag, 11.50 Uhr: Angeregt durch diesen Eintrag hat „RP Online“ die Frage nachgereicht. Sie ist nur minderphilosophisch, für Außenstehende unverständlich und lautet:

Finden Sie es gut, dass die Toilettenanlage im Burgtheater erneuert wird?

Und: Nein, es geht nicht um Wien.

TV-Tipp: Der Wendler-Clan

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 3. Januar 2010 13:15

Was fällt Ihnen alles zum Thema „Dinslaken“ ein? Dalli dalli!

Michael „Der“ Wendler, selbsternannter König des Popschlagers und Botschafter der Stadt Dinslaken in der Welt des Glitzers und Glamours, hat jetzt endlich seine eigene TV-Serie über sich und seine Familie. Ich erwarte eine Mischung aus „This Is Spinal Tap“ und „Die Fussbroichs“ und freue mich, dass meine Hometown gefühlte 100 Jahre nach „Nase vorn“ mal wieder einen regelmäßigen Sendeplatz im deutschen Fernsehen bekommt.

Stefan Niggemeier hat die erste Folge von „Der Wendler-Clan“ schon gesehen und bremst ein wenig meine Euphorie. Allerdings kommt er ja auch nur aus Osnabrück …

Der Wendler-Clan
ab Sonntag, 3. Januar 2010
jeden Sonntag um 19 Uhr auf Sat.1

I’ll be coming home next year

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 31. Dezember 2009 10:55

Für alle, die außerhalb ihres Zuhauses ins Neue Jahr feiern wollen:

Für alle:

DADADA-2010 from eric peltier on Vimeo.

Und für alle, die immer noch nicht genug haben: Echt – 2010

Guten Rutsch und alles Gute!

Bis zum 10. Januar können Sie noch über die besten Irgendwasse des Jahres 2009 abstimmen und Karten für das Kilians-Konzert in Dinslaken gewinnen.

Vom Apfel und der Schlange

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 23. Dezember 2009 12:11

Die Firma Apple war mir lange Zeit sympathisch, ein bisschen so wie der Volvo unter den Computerfirmen.

Im Sommer des letzten Jahres kaufte ich mir ein MacBook — weil ich mit Windows immer unzufrieden und bei vorherigen Arbeiten an Macs einigermaßen begeistert von der Übersichtlichkeit und Funktionsweise dieser Computer gewesen war. Dass Apple längst eine Lifestyle-Firma war – und in dieser Funktion langsam aber sicher vom Gucci der Computerwelt zum Ed Hardy wurde -, war mir ziemlich egal: Ich wollte einen Computer, der ordentlich arbeitet, und das tat das MacBook.

Als ich mir einen MP3-Player kaufen wollte, war klar, dass es ein iPod werden würde. Meine Apple-Beraterin riet mir zum Modell „touch“, weil man damit auch via W-Lan ins Internet könne und überhaupt ganz viele tolle Programme darauf liefen.

Letztes Jahr zu Weihnachten schenkte ich mir zwei Drittel des iPods selbst, den Rest schenkten meine Eltern. Nach einem halben Tag mit dem Gerät wollte ich ein iPhone haben, so begeistert war ich von dem Teil. Es wurde mir ein treuer Begleiter, spielte immer brav die Musik, die ich gerade hören wollte, und verkürzte mir mit Sudokus, Fußballsimulationen und anderen Spielen so manche Bahnfahrt.

Im September drehte mein iPod selbständig seine Lautstärke auf Null. Er gab keine (hörbaren) Geräusche mehr von sich, was bei einem Gerät, das primär als Musikabspieler gekauft wurde, wenig hilfreich ist. Ich ging zu einem Bochumer Apple-Händer und reklamierte das Teil. Nach einer Woche kriegte ich es zurück: Es sei kein Fehler gefunden worden. Dafür bekam ich neue Kopfhörer, denn die halten bei Apple in der Regel so lange wie ein Fahrradschlauch auf Dinslakener Radwegen (Anm.: Also nicht sehr lange.)

Drei Wochen später tauchte derselbe Fehler wieder auf, ich brachte den iPod wieder in den Laden und konnte eine Woche später ein neues Exemplar abholen.

Keine drei Wochen später ging der neue iPod aus. „Haben Sie versucht, ihn wiederherzustellen?“, fragte der Mitarbeiter des Apple-Händlers am Telefon. Ich versuchte es, wobei der iPod derart abstürzte, dass er danach nicht einmal mehr von meinem MacBook erkannt wurde. Ich brachte ihn wieder vorbei.

Seit fast fünf Wochen ist mein iPod nun in Reparatur. Zufälligerweise fiel das Ende der einjährigen Garantiephase genau in diese Zeit. Angeblich dauert es so lange, weil mein neuer iPod (hoffentlich aus einer anderen Produktionscharge) noch graviert werden muss.

Ich bin also im Moment nur so mittelgut auf die Firma Apple zu sprechen. Vielleicht der richtige Zeitpunkt, um festzustellen, dass sich der iTunes Store in diesem Jahr für seine Aktion „12 Tage Geschenke“ einen ganz besonderen Kooperationspartner ausgesucht hat: Bild.de.

Interessanterweise findet sich bei Apple selbst kein Hinweis auf Bild.de — im Gegenzug versucht „Bild“ allerdings auch den Eindruck zu erwecken, als verschenke die Zeitung selbst ganz alleine jeden Tag einen Download an ihre Leser.

Lokalrunde

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 18. Dezember 2009 21:00

Kilians, live in Aktion

War Dinslaken vor den Kilians nur ein Fleck auf der Landkarte, haben die fünf Jungs aus der niederrheinischen Provinz das Städtchen für viele Fans zur deutschen Indie-Hauptstadt gemacht.

So etwas denke ich mir natürlich nicht aus, so etwas zitiere ich.

Oder anders formuliert, für unsere Leser über 50 70:

Heimspiel: Die Musikfachpresse, bundesweit erscheinende Tages- und Wochenzeitungen sowie die Hörer junger Radiowellen sind aus dem Häuschen. Grund sind die Kilians, derzeit Dinslakens populärste Band. Die Jungs haben beim Auftakt zu Kultur 2010 im Januar ein Heimspiel. Die jugendlichen Fans bekommen mehr Show für weniger Geld.

Aber ich fang‘ mal besser von vorne an: Im nächsten Jahr, welches in weniger als zwei Wochen beginnt, wird das Ruhrgebiet ja Schauplatz des – so optimistische Schätzungen – größten kulturpolitischen Desasters seit dem Untergang des weströmischen Reichs — Wir sind „Kulturhauptstadt“!

Dass die Verkehrsinfrastruktur ein absolutes Desaster ist und die Verantwortlichen (u.a. Oliver Scheytt, Fritz Pleitgen und Dieter Gorny) schon seit Jahren den Eindruck vermitteln, als seien sie nicht nur Willens, sondern auch in der Lage, das ganze Großprojekt mit Pauken, Trompeten, wehenden Fahnen und Vollgas vor die Wand zu fahren, soll niemanden weiter stören. Im Ruhrgebiet sind wir es gewohnt, aus allem das Beste zu machen. Und wer den Niedergang der Montanindustrie überlebt, wird auch mit Dieter Gorny fertig.

Obwohl Essen es noch nicht ganz verstanden hat, ist übrigens das ganze Ruhrgebiet „Kulturhauptstadt“. In den 52 Wochen des Jahres sind 52 Städte sogenannter „Local Hero“ — und mit welcher Stadt es losgeht, das erraten Sie nie!

Richtig.

Eine Woche lang gibt es Kulturevents am laufenden Band. Höhepunkt für Rockmusikinteressierte dürfte ohne Zweifel das Konzert am Freitag, 15. Januar sein:

In der Kathrin-Türks-Halle (in Dinslaken nur als „Stadthalle“ bekannt) werden die Kilians, Dinslakens erfolgreichster Exportschlager außerhalb der Schlager-Branche, eines ihrer wenigen Konzerte des Jahres 2010 spielen. Als Vorbands spielen zwei weitere Bands, die gerade dabei sind, den Ruf Dinslakens als deutsches Omaha bzw. Borlänge in die Welt zu tragen: The Rumours und Cama Maya.

Hold your breath:

Entgegen der Ankündigung im Vorfeld sind Korrekturen an der Planung vorgenommen worden, die jugendliche Musikfreunde zufrieden quittieren dürften.

Und während Sie sich noch fragen, ob das Gekreische bei Konzerten dann als „Quittungston“ durchgeht, bin ich schon bei den key facts:

Kilians, The Rumours & Cama Maya
15. Januar 2010, 19:30 Uhr
Stadthalle Dinslaken
Eintritt: 15 Euro
All Ages

Um das alles noch ein bisschen schöner zu machen, verlost Coffee And TV mit freundlicher Unterstützung von Liftboy 2×2 Gästelistenplätze für das Konzert.

Beantworten Sie einfach die Quizfrage:
Wie heißt der aktuelle Bürgermeister von Dinslaken?

Die Gewinner werden unter all denen gezogen, die die richtige Antwort bis zum 10. Januar 2010, 23:59:59, an gewinnegewinnegewinne@coffeeandtv.de schicken.

Die Gewinner werden am 11. Januar benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Yeaahh! Alle so: „und“

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 13. Oktober 2009 0:02

Im BILDblog hatten wir vor einiger Zeit einen Eintrag über den überraschenden Einsatz von Konjunktionen.

Daran musste ich heute denken, als ich bei „RP Online“ einen Artikel aus der „Rheinischen Post“ las, in dem ein armer Mensch mehrere Polizeimeldungen hatte zusammenfassen müssen und sich dabei ein wenig verheddert hatte.

Der Vorspann ging wie folgt (und ich möchte Sie bitten, auf die überraschende Konjunktion im letzten Drittel zu achten):

In der Nacht zu Samstag gegen 2.40 Uhr wurden Polizeibeamte wegen einer Körperverletzung zu einer Gaststätte an der Friedrichstraße gerufen. Ein unter Alkoholeinwirkung stehender 18-jähriger Duisburger störte die Anzeigenaufnahme so erheblich, dass mehrfach ein Platzverweis ausgesprochen wurde. Und in Dinslaken ist ein 74-Jähriger Opfer eines Trickbetrügers geworden.

Coffee And TV empfiehlt mal wieder: Jacqui Naylor live

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 12. Oktober 2009 13:09

Was nur wenige wissen: Als wir dieses Texte-im-Internet-Magazin hier gegründet und intensiv über mögliche Namen nachgedacht haben, lautete einer der Vorschläge in der engeren Auswahl „Freunde von mir ham da so ’ne Band …“

Okay, das war gelogen. Aber man muss ja die gängigen Vorurteile bei jeder sich bietenden Gelegenheit bedienen. Andererseits kennen wir (also Sie, der Leser, und ich) uns jetzt lange genug, dass Sie wissen müssten, dass ich hier nur Sachen über den grünen Klee lobe vorstelle, hinter denen ich auch vollinhaltlich stehe.

Jacqui Naylor jedenfalls habe ich Ihnen schon mal an der einen oder anderen Stelle nahe zu bringen versucht. Die Jazzsängerin aus San Francisco, in interessierten Kreisen berühmt für ihr „acoustic smashing“ (also die Kombination von Jazzstandards und Rock- und Popsongs), ist Ende des Monats mal wieder in Deutschland auf Tour.

Besonders erfreulich finde ich es, dass gleich zwei Heimatstädte von Coffee-And-TV-Autoren auf dem Tourplan stehen:

27. Oktober: Saarbrücken, Saarländischer Rudnfunk
28. Oktober: Kempen, Campus
29. Oktober: Dinslaken, Ledigenheim Lohberg
31. Oktober: Minden, Jazzclub

Ungefähr so sieht so ein Jazzkonzert übrigens aus:

[Direktlink]

Mehr zu Jacqui Naylor
Offizielle Website
Jacqui Naylor bei MySpace
Künstlerseite beim deutschen Label

Nächste Woche: Koli-Quiz

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 18. September 2009 17:59

Ich bin ja auch der Meinung, dass man mit der intellektuellen Förderung von Kindern gar nicht früh genug anfangen kann. Aber muss man diese verantwortungsvolle Aufgabe denn ausgerechnet Bakterien überlassen?

Salmonellen in Dinslakener Kitas geben Rätsel auf

Smile Like You Mean It

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 11. August 2009 15:16

Einer der schlimmsten Irrtümer unserer Zeit ist ja der, dass Wahlkampf im Internet stattfinden müsse. Er kann, wenn man sich mit dem Medium auskennt, gute Ideen hat oder Barack Obama heißt. Mir persönlich wäre es angesichts von Facebook-Profilen von Politikern, iPhone-Apps von Parteien und sechs Milliarden „#piraten+“-Nachrichten auf Twitter täglich sogar lieb, wenn das Internet ein politikfreier Raum wäre, aber man kann nicht alles haben.

Richtig bizarr wird es aber, wenn der Kommunalwahlkampf im Internet stattfindet. Völlig ohne Grund geben sich Menschen, die bestimmt tolle Ideen für ihre Heimatstadt haben, aber nicht über Knowhow und Mittel für einen professionellen (und völlig überflüssigen) Online-Wahlkampf verfügen, online der Weltöffentlichkeit preis — und damit zumeist dem Spott.

Die Ruhrbarone stellen heute schlechte und nicht ganz so schlechte Beispiele von Internet-Videos als Mittel im Kommunalwahlkampf vor. Von den Bochumer Oberbürgermeister-Kandidaten habe ich nichts gefunden, aber in Dinslaken haben gleich zwei der sechs Bürgermeisterkandidaten Werbespots in Auftrag gegeben.

Den Anfang macht Heinz Wansing von der CDU (wir erinnern uns: „Da. Echt. Nah.“), der sich vom Dinslakener Star-Regisseur Adnan Köse („Lauf um dein Leben – Vom Junkie zum Ironman“) in Szene setzen ließ. Nachdem Barack Obama uns letztes Jahr die Mutter aller Wahlwerbespots vorgestellt hat, lernen wir mit „Wansing – Der Film“ jetzt deren Großcousine mütterlicherseits kennen:

Sagen Sie bitte nicht, ich sei der Einzige, der bei der Musik die ganze Zeit damit rechne, dass gleich Dinosaurier aus dem Rotbachsee auftauchen. (Und Dinslaken wirkt übrigens nicht ganz so trostlos, wenn man es im Sommer besucht und filmt.)

Sein Gegenkandidat von der SPD, Dr. Michael Heidinger, orientiert sich mit „Michael Heidinger (SPD) – Der Film“ optisch stärker an Filmen wie „A Scanner Darkly“ oder „Waltz With Bashir“, verzichtet dafür aber völlig auf das Ablesen vom Blatt:

Link: Michael Heidinger (SPD) - Der Film (2009)

Diese Spots wirken auf mich ein wenig wie die Auftritte unbeholfener Kandidaten in Castingshows: Einerseits sucht da jemand ganz bewusst die Öffentlichkeit, andererseits hat man als Zuschauer das Gefühl, sie genau davor beschützen zu wollen.

Nachtrag, 31. August: Die Comicfigur hat übrigens gewonnen

Die Welt in drei Wörtern erklären

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 19. Juli 2009 23:49

Am 30. August sind Kommunalwahlen in NRW. Offenbar seit diesem Wochenende dürfen deshalb die Innenstädte mit uninspirierten, verstörenden, plumpen, peinlichen oder einfach nur egalen Plakaten zugestellt werden.

Ein Trend zeichnet sich jetzt schon ab: Viele Kandidaten versuchen in einem Dreiklang auf sich aufmerksam zu machen. Dass man da schnell durcheinander gerät, liegt in der Natur der Sache.

Die folgende Liste von Bürgermeisterkandidaten aus ganz Deutschland ist sicher unvollständig:

Mutmaßlich noch ein bisschen kompetenter, sozialer und … äh: daer sind dann wohl diese beiden Herren:

  • Unabhängig. Kompetent. Bürgernah. Verlässlich. (Oliver Wild, Ehringshausen, parteilos)
  • Sauberkeit. Sicherheit. Recht. Ordnung. (Heinrich Mühmert, Dinslaken, Offensive Dinslaken)

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