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Sie sind überall!

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 6. Februar 2008 2:04

Ich weilte heute (bzw. am Dienstagabend) beim „Bergfest“ des 44. Adolf-Grimme-Preises in Marl. Im offiziellen Teil gab es unter anderem eine Podiumsdiskussion zur Frage, ob im öffentlich-rechtlichen Fernsehen keine Werbung mehr laufen sollte. Wie begeistert ich immer von Podiumsdiskussionen bin und was dabei herumkommt, können Sie sich hier oder hier zusammenreimen.

Beim anschließenden Beisammensein, das soweit ich weiß nicht get together hieß, lernte ich unter anderem Clemens Schönborn kennen, dessen Film „Der letzte macht das Licht aus“ in der Kategorie „Fiktion“ nominiert ist. Im Laufe des Gesprächs stellten wir fest, dass Clemens in Dinslaken aufgewachsen ist – sein Bruder ging aufs gleiche Gymnasium wie ich.

Und dann kam ich nach hause und fand einen Linktipp von meiner Mutter im Posteingang. Thomas Tuma hatte in einen ziemlich dadaistischen „Spiegel“-Text über Bruce Darnell folgenden Absatz eingebaut:

Aber solle wir ährlisch sein, der Wahrheit sage wie är? Bruce als eine Typberater in die Äi Ar Di … es ist, als ob Elton John gibt Jodelkurs in die VHS Dinslaken.

Licht und Schatten: Bildergalerien

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 4. Februar 2008 1:17

Bildergalerien sind nicht so meins, Karneval noch viel, viel weniger. Trotzdem will es mir als eine recht gute Idee erscheinen, ausgerechnet Karnevalszüge in einer Bildergalerie abzufeiern: Der Fotograf ist eh vor Ort und verknippst etliche Filme Speicherkarten und die Kostümierten freuen sich, wenn Sie am nächsten Tag im Internet zu sehen sind.

Gestern war Karnevalszug in Voerde und die Lokalredaktion der „Rheinischen Post“ featured dieses Ereignis mit einem Artikel und einer dazugehörigen 27-teiligen Bildergalerie.

Die „Neue Rhein Zeitung“, Teil und Zulieferer des Internet-Regionalportals „DerWesten“ hat ebenfalls einen Artikel und eine Bildergalerie. Das habe ich aber nur durch Zufall festgestellt: Der Artikel ist eher eine Meldung und fällt recht kurz aus. Die 31-teilige Bildergalerie ist dort weder erwähnt noch verlinkt und wird auch nicht im Feed verschickt, sie fand ich auf der Übersichtsseite von Dinslaken.

Dinslaken? Hatte ich nicht gerade noch von Voerde geschrieben? Natürlich, aber Dinslaken und Voerde teilen sich einen Lokalteil mit Hünxe. Auf der Übersichtsseite von Voerde fehlt der Zug.

Nachtrag 13:30 Uhr: Im Laufe des Vormittags wurde die Bildergalerie auf der Voerder Startseite hinzugefügt. Vermutlich war am Sonntagabend einfach niemand verfügbar. Die Meldung zum Zug fehlt dort aber immer noch.

Die volkstümliche Schlägerparade

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 9. Januar 2008 2:02

Bis vor drei Wochen gab es in Deutschland ausschließlich nette, kluge Jugendliche, die zwar vielleicht ab und zu mal Amokläufe an ihren Schulen planten, aber das waren ja die Killerspiele schuld. Seit Ende Dezember reicht es nicht, dass die Jugendlichen in der U-Bahn nicht mehr für ältere Mitmenschen aufstehen, sie treten diese jetzt auch noch zusammen. Plötzlich gibt es in Deutschland Jugendgewalt – so viel, dass die „Bild“-„Zeitung“ ihr eine eigene Serie (Teil 1, Teil 2, Teil 3, …) widmet. Bei „Bild“ sind allerdings immer die Ausländer schuld.

Mit dem Thema Jugendkriminalität ist es wie mit jedem Thema, das jahrelang totgeschwiegen wurde: Plötzlich ist es aus heiterem Wahlkampf-Himmel in den Medien und alle haben ganz töfte Erklärungen dafür und Mittel dagegen. In diesem konkreten Fall führen sich die Politiker auf wie Eltern, die ihre Kinder die ganze Zeit vernachlässigt haben und dann plötzlich, als sie die nicht mehr ganz so lieben Kleinen auf der Polizeiwache abholen mussten, „Warum tust Du uns das an?“ brüllen und dem Blag erstmal eine langen. Nur, dass „Vernachlässigung“ in der Politik eben nicht „keine gemeinsamen Ausflüge in den Zoo“ und „das Kind alleine vor dem RTL-II-Nachtprogramm hocken lassen“ heißt, sondern „Zuschüsse für die Jugendarbeit streichen“ und „desaströseste Bildungspolitik betreiben“.

Ich halte wenig von Generationen-Etikettierung, ein gemeinsamer Geburtsjahrgang sagt zunächst einmal gar nichts aus. Auch wenn Philipp Lahm und ich im Abstand von sechs Wochen auf die Welt gekommen und wir beide mit „Duck Tales“, Kinder-Cola und „Kevin allein zuhaus“ aufgewachsen sind, wäre der sympathische kleine Nationalspieler doch nicht unbedingt unter den ersten einhundert Leuten, die mir einfielen, wenn ich mir ähnliche Personen aufsagen sollte.1 Es gibt in jeder Altersgruppe (und bei jeder Passfarbe, Ethnizität, sexuellen Orientierung, Körperform, Haarlänge und Schuhgröße) sympathische Personen und Arschlöcher. Möglicherweise war zum Beispiel die Chance, in einer Studenten-WG an Mitbewohner zu geraten, die sich nicht an den Putzplan halten und ihre Brötchenkrümel nicht aus dem Spülstein entfernen, vor vierzig Jahren bedeutend höher als heute, und auch wenn Schlunzigkeit kein Gewaltverbrechen ist, so ist doch beides sehr unschön für die Betroffenen.

Doch ich schweife ab: Das Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e.V. mit seinem vielzitierten und fast zu Tode interviewten Direktor Prof. Dr. Christian Pfeiffer hat im vergangenen Jahr eine Studie zum Thema „Gewalttätigkeit bei deutschen und nichtdeutschen Jugendlichen“ veröffentlicht.

Auf Seite 4 gibt es einen recht schlüssig erscheinenden Erklärungsversuch, warum gerade bestimmte Bevölkerungsgruppen eher zu Gewalt neigen als andere:

Besondere Relevanz für eine erhöhte Gewalttätigkeit von Nichtdeutschen scheint aktuellen Studien zufolge bestimmten, mit Gewalt assoziierten Männlichkeitsvorstellungen zuzukommen. Diesen hängen in erster Linie türkische, aber auch russische Jugendliche an (vgl. Enzmann/Brettfeld/Wetzels 2004, Strasser/Zdun 2005). Die Männlichkeitsvorstellungen resultieren aus einem Ehrkonzept, das sich unter spezifischen gesellschaftlichen Bedingungen herausgebildet hat. […] Der Mann als Familienvorstand muss Stärke demonstrieren, um eventuelle Angreifer bereits im Vorhinein abzuschrecken.

Laienhaft verstanden und überspitzt gesagt: Eva Hermans Ruf nach der Rückkehr ins Patriarchat würde auf lange Sicht dazu führen, dass wir wieder mehr prügelnde Jungs hätten, weil die archaischen Männlichkeitsbildern anhängen und den dicken Larry markieren würden. Oder anders: In Oberbayern werden nur deshalb keine Leute in U-Bahnen zusammengeschlagen, weil es dort keine U-Bahnen gibt.

Noch spannender ist aber wohl der auf Seite 5 ausgeführte Ansatz, wonach der vermeintlich hohe Anteil an kriminellen Ausländern auch ein Wahrnehmungsproblem ist:

Die etikettierungstheoretische Erklärung sieht den Grund für eine höhere Kriminalitätsbelastung dabei nicht allein auf Seiten der Migranten, sondern sie bezieht das Verhalten der Einheimischen mit ein. So konnte u.a. gezeigt werden, dass die Kriminalisierungswahrscheinlichkeit (d.h. die Registrierung als Tatverdächtiger) bei Ausländern im Vergleich zu den Deutschen doppelt bis dreimal so hoch ist (Albrecht 2001; Mansel/Albrecht 2003). Zudem existieren Befunde, die belegen, dass straffällig gewordene Ausländer einer zunehmend härteren Sanktionspraxis ausgesetzt sind (vgl. Pfeiffer et al. 2005, S. 77ff). Abweichung, so die daraus ableitbare These, ist nicht nur deshalb unter den ethnischen Minderheiten verbreiteter, weil diese tatsächlich öfter ein entsprechendes Verhalten zeigen, sondern weil die autochthone Bevölkerung bzw. ihre Strafverfolgungsorgane die Abweichung von Migranten anders wahrnimmt und auf sie besonders sensibel reagiert.

Und wer einmal im Gefängnis sitzt, lernt dort die falschen Leute kennen, findet keinen Job mehr und befindet sich mittendrin in einer Abwärtsspirale. Der „kriminelle Ausländer“ ist also zum Teil eine selbst erfüllende Prophezeihung: Wie oft liest man in der Presse von jungen Türken, Griechen oder Albanern, die gewalttätig geworden sind, und wie selten von jungen Deutschen? Bei Deutschen lässt man in Deutschland die Staatsbürgerschaft einfach weg und der Leser nimmt die Nationalität nur wahr, wenn es sich Ausländer handelt. Die Situation ist vergleichbar mit den schlecht geparkten Autos auf dem Seitenstreifen, die Sie auch nur wahrnehmen, wenn eine Frau aussteigt.

Als ich vor anderthalb Jahren für drei Monate in San Francisco weilte (wo ich mich übrigens stets sehr sicher fühlte – auch, weil ich keine lokalen Zeitungen las), wurde ich eines Tages auf dem Fußweg in die Innenstadt von einem jungen Mann angerempelt. Es war nicht sonderlich brutal, der Mann wollte nur offenbar genau dort lang gehen, wo ich stand. So etwas passiert einem in deutschen Fußgängerzonen nahezu täglich. Der junge Mann aber war von schwarzer Hautfarbe und aus dem Fernsehen glauben wir zu wissen: Schwarze begehen viel mehr Verbrechen als Weiße. Ich als aufgeschlossener, rationaler Mensch musste mein Hirn zwingen, diesen Vorfall nicht als symptomatisch abzutun: Nach gröbsten statistischen Schätzungen wurde ich im Jahr 2006 etwa 42 Mal angerempelt. In 95% der Fälle waren es unfreundliche Rentner in grauen Stoffjacken, herrische Frauen mit mürrischem Gesichtsausdruck und dicke ungezogene Kinder in Deutschland. Aber das war Alltag – und in diesem einen Fall passte der Rempler aufgrund seiner Hautfarbe in ein diffuses Täterprofil, dass ich im Hinterkopf hatte. Ich war von mir selbst schockiert.

In San Francisco wurde ich noch ein weiteres Mal angerempelt: Als ich an Halloween auf der Straße stand, lief eine Gruppe Jugendlicher an mir vorbei. Jeder einzelne verpasste mir einen Schultercheck, bis ich schließlich auf den Gehweg flog.2 Ihre genaue Ethnizität konnte ich nicht erkennen, aber schwarz waren sie nicht. Meine amerikanischen Freunde waren entsetzt und versicherten mir teils am Rande der Tränen, dass so etwas in dieser Gegend sonst nie vorkäme. Ich sagte, ich sei in Dinslaken aufgewachsen, da sei man schlimmeres gewohnt.

  1. Meine Fußballerkarriere endete zum Beispiel nach einem einmaligen Probetraining in der D-Jugend. []
  2. Ich beeindruckte die Festgemeinde, indem ich bei dem Sturz keinen einzigen Tropfen Bier aus meiner Dose verschüttete. Es war das erste und einzige Mal in meinem Leben, dass ich mich als Deutscher fühlte. []

Im Westen nichts Neues

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 5. Januar 2008 19:32

Ende November machte ich mich zum ersten Mal über DerWesten, das töfte neue Onlineportal der WAZ-Gruppe lustig.

Damals schrieb ich:

Seit ungefähr drei Wochen wird im Bochumer Feed ein Beitrag spazieren geführt, der immer da ist, auch wenn alle anderen Meldungen wechseln. Die Überschrift lautet:

Demenz: Noch vergesslich oder schon dement?

Diese Überschrift verschwand wenige Tage später aus dem Feed mit Nachrichten aus Bochum. Aber sie fand einen würdigen Nachfolger, der jetzt seit über fünf Wochen dabei ist, egal welche anderen Meldungen rundherum stehen:

Demenz - dieses Thema füllte die Cafeteria

„Bitte nicht wiederwählen!“, hieße es in der ZDF-Hitparade, „irgendwie passend“, über DerWesten.

Nachtrag, 6. Januar: Gerade erst festgestellt: Auch der Dinslakener Feed hat seine eigene Karteileiche:

Zu früh gefreut

Zitatenstrauß: Fran Healy

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 2. Januar 2008 12:59

Coffee-And-TV-Vorsatz für 2008: Ein paar neue Rubriken einführen und sie auch wirklich durchziehen. Nicht nach einer oder zwei Episoden einfach auslaufen lassen.

Im aktuellen „Musikexpress“ (Januar 2008) ist ein „Blind Date“ mit Travis. Das Konzept ist so einfach wie (meist) gut: Man spielt Musikern ein paar Songs vor und schreibt auf, ob und wann sie das Lied erkennen und was sie dazu sagen. Im konkreten Fall bekam Fran Healy „Weird Fishes/Arpeggi“ von Radiohead vorgespielt. Und für einen Moment antwortete nicht mehr der Schwiegermutter-Darling Franny, sondern ein genervter Hörer:

FRAN: Ist das die neue Radiohead?
Ja. Wie findest Du Sie?
FRAN: Ich finde, dass Nigel Godrich wie üblich einen fantastischen Job gemacht hat. Sein Sound, seine Produktion ist fantastisch, ohne Nigel würde es Radiohead nicht geben. Aber ich sehe nicht den Sinn, Alben zu machen, die ausgedehnte Jams sind, über die er (Thom Yorke, Anm. d. R.) dann drübermurmelt. Es solle sich endlich jemand ein Herz fassen und ihm sagen, bitte schreib einen verdammten Song! Du bist nämlich ein toller Songwriter. Und ein toller Sänger. Aber das hier ist für mich einfach … (äfft Yorkes leiernden Gesang nach) „Woozywooziwoo …“ Fuck off! Ich hab’s satt.
Warst Du früher Fan?
FRAN: Ich war riesiger Radiohead-Fan. Weil sie großartige Songs schrieben und er SANG. Heute ist es ihm offenbar peinlich, eine gute Melodie zu schreiben. Er macht lieber diese kleinen Soundcollagen. Den Leuten gefällt’s, klar, weil Radiohead zu mögen eine Lifestyle-Entscheidung ist: „Ich mag Radiohead“, „Ich lese dieses und jenes Magazin“, „Ich trage diese und jene Kleidung“, „Ich bin diese und jene Art Mensch“.
Wann ging die Enttäuschung los? Mit KID A?
FRAN: Nein, KID A war toll, damals. Aber dann fingen sie an, diese gleiche Platte immer wieder zu machen.

Hätte von mir sein können …

Restekichern

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 1. Januar 2008 15:36

Das Jahr 2008, in dem ich Sie alle recht herzlich willkommen heißen möchte, begann mit der dichtesten Nebelwand, die ich in meinem Leben je gesehen habe. Am sonst so schönen Niederrhein war es derart diesig (wie man hier sagt), dass man die Nachbarn auf der anderen Straßenseite nicht sehen konnte – von den Raketen, die in zwanzig, dreißig Metern Höhe explodierten, ganz zu schweigen. Allerdings wurde der Nebel durch den vielen Feinstaub im Feuerwerk noch dichter, so dass die Sichtweite um 00:15 Uhr noch ziemlich genau zehn Meter betrug (und das ist weder eine Übertreibung noch dem Alkohol oder meiner Kurzsichtigkeit geschuldet).

But now for something completely different: Die Veröffentlichung der schönsten Suchanfragen, mit denen Menschen auf coffeeandtv.de gestoßen sind, hatte im November zu einigermaßen großer Freude geführt.

Da will ich Ihnen die schönsten Suchanfragen für den Dezember 2007 natürlich nicht vorenthalten:

  • advent ankommen weggehen bahnhof
  • alles über bünde im dezember 2007
  • auf dem weihnachtsmarkt
  • bilder da wo vanessa ganz nackt ist
  • bill kaulitz aus hey
  • bustouren bochum – emden
  • coffee to go zunge verbrennen
  • cordsackos grösse 64
  • dickes mädchen zigarette
  • echte kontakte? fotohandy tv -test -flatrate
  • ehemann sitzt immer am pc
  • einmal in der woche ohne tv *island
  • eltern nacktbilder
  • geschlechtsakt
  • glatze schneiden lassen
  • größte führer aller zeiten
  • holländisch duschen coffie trinken
  • ich bin dr. jekyll und mr. hyde witzig
  • in der halle wellenreiten
  • interview hintergrundgeräusche
  • kein alkohol und zigarettenverkauf am sonntag
  • kinderspielzeug billig für arztpraxis
  • lebenslauf wolfgang schäuble töchter
  • lied danke für diesen guten morgen umtexten
  • lokaljournalismus nervig
  • mann abschleppen
  • margarete schreinemakers nacktfotos
  • meister prufung machen-ich bin automechaniker
  • „mirjam weichselbraun“ zugenommen
  • mmmm mmmm
  • nackt vorher und nachher
  • namenswitze jens
  • „narren gefressen“ nackt
  • pimp my weihnachtsbaum
  • polin für vollpflege
  • power point präsentation tv und radio deutschland
  • preise prostituierte in bremen
  • pulp fiction küchenquirl
  • raucherkino radevormwald
  • rechtsanwalt kenkel in gelsenkirchen berichte
  • sat1 burger game
  • schleimige frauen
  • sinnestäuschung bahn
  • southpark schlagzeug
  • sozietät frank schwabe
  • stinken geschichte mp3
  • tätowierer im duisburger hauptbahnhof
  • texte gegen alkohol
  • tradition definition berühmter personen
  • vanity fair reisetaschen
  • weihnachtsschmuck rock´n roll
  • wieviel stangen zigaretten seit dezember 2007 deutschland
  • wieviele stände weihnachtsmarkt bochum
  • you tube hitlerreden
  • zeitungen in deutschland wochenzeitung schundblatt
  • zigarettenautomaten knacken
  • zivildienst dinslaken gute stelle ?
  • zusatzzahlen 2007

Und dann sind da noch die Suchanfragen, die wirklich als Fragen an das große Google-Orakel formuliert wurden:

  • interessiert sich heute noch jemand für barockmusik
  • ist vanessa hudgens katholisch?
  • kann ich mir selbst finger brechen?
  • warum läßt man den klodeckel oben?
  • wer hat das advent erfunden
  • wer hat das datum erfunden
  • wer hat das television erfunden
  • wer hat fernsehen erfunden
  • wer hat ostern erfunden?
  • wie lange darf ein elfjähriger täglich vor den computer?
  • wie schreibt man eine gerichtsreportage

2007 am Ende

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 31. Dezember 2007 17:54

Eigentlich wäre das hier ja ein würdiger Jahresabschluss gewesen: Peinliche Fehler unterbezahlter und demotivierter Journalisten waren ja (neben Blockflöten und einer Dinslakener Nachwuchsband) das Thema des Jahres in diesem Blog.

Mein Imageberater meinte aber, das sei ein wenig arg unversöhnlich so zum Jahresende. Deswegen ist das hier jetzt die obligatorische Zugabe, in der ich mich für Ihr Interesse, Ihre Verlinkungen und Kommentare bedanke, meine Eltern, Freunde und Förderer lobend erwähne und natürlich die ganzen Deppen bei „Spiegel Online“, „Rheinischer Post“ und „sueddeutsche.de“, ohne die es hier im Blog allenfalls um Blockflöten und Dinslakener Nachwuchsbands gegangen wäre.

Ich wünsche Ihnen einen guten Rutsch und viel Spaß beim Alkohol trinken, „Dinner For One“ gucken und Brot verböllern. Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder!

Was machen Sie um die Uhrzeit überhaupt noch vor dem Computer? Sollten Sie nicht längst auf einem gesellschaftlichen Anlass oder wenigstens vor dem heimischen Spiegel sein?

Back to the Futur II

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 20. Dezember 2007 20:15

Es ist (gerade bei Lokalzeitungen) nicht gänzlich unüblich, über kulturelle Veranstaltungen, deren Ablauf man sich leicht ausmalen kann, zu schreiben ohne selbst vor Ort gewesen zu sein. Dabei muss man natürlich hoffen, dass keine unvorhergesehenen Ereignisse geschehen (z.B. das Fortbleiben eines Hits oder des ganzen Headliners) – und dass man nicht versehentlich über Ereignisse berichtet, die noch gar nicht stattgefunden haben.

Diese reife Leistung vollbrachte die Lokalredaktion der „Neuen Rhein Zeitung“ („NRZ“) in Dinslaken1 diese Woche. Am Dienstag, 18. Dezember druckte sie ein (nicht als solches gekennzeichnetes) Archivfoto der Dinslakener Band Kukalaka und schrieb darunter folgenden Text, den jeder halbwegs Informierte als leeres Normgeschwafel erkennen konnte:

Die Post ging ab beim Jugend-Musikfestival von Stadt Dinslaken und Din-Town am Freitagabend in der Kathrin-Türks-Halle. Auf zwei Bühnen brachten 14 lokale Bands die Halle und ihre Fans zum Kochen. Von Hip-Hop bis Rock reichte die Palette des dargebotenen Programms. Bis weit in die Nacht hinein rockten und feierten die jugendlichen Besucher, was das Zeug hielt, und der frenetische Jubel war wohl der schönste Dank an die Bands.

Fehlt eigentlich nur noch der „Höhepunkt des bunten Treibens“, für den man freilich wissen müsste, wer denn da so gespielt hat – oder eben noch spielen soll, denn das „Jugend-Musikfestival“, das natürlich auch einen Namen hat, findet freilich erst am morgigen Freitag, 21. Dezember statt.

Jetzt lautet die erste Frage natürlich: Ist das schlimm, wurde damit die journalistische Sorgfaltspflicht verletzt? Die Antwort ist kompliziert und führt uns hinein in den Kaninchenbau des Journalismus: Der konkrete Fall, in dem ein Konzert beschrieben wurde, bei dem kein Mitarbeiter gewesen sein kann, weil es ja noch gar nicht stattgefunden hat, ist vielleicht nicht sonderlich tragisch, er ist beinahe lustig. Aber er wirft zum Beispiel die Frage auf, wie gewissenhaft Journalisten, die ein jugendkulturelles Großereignis im Kalender nicht wiederfinden, bei anderen Themen wie Kommunalpolitik oder Kriminalität arbeiten.

Auch ist das Vorgehen nicht ganz klar: Warum verwendet man am Dienstag ein Archivfoto und einen solchen Blindtext, um ein (vermeintliches) Ereignis vom Freitag zu beschreiben? In der Samstagsausgabe ergäbe eine solche Pseudo-Aktualität ja noch einen Sinn, aber drei Tage später? Nehmen wir an, man ging in der Redaktion von vorne herein davon aus, dass das Konzert am 14. Dezember sei, und hat dafür keine Mitarbeiter gefunden: Warum berichtet man dann trotzdem über ein Ereignis, das einem so egal ist, dass man seinen Termin2 vergisst? Nun, vielleicht kam da einem Redakteur der übliche Lokalzeitungs-Gedanke, wonach die Objekte der Berichterstattung ja zumeist auch Abonnenten sind (weswegen man auch nie von misslungenen Konzerten lokaler Schulchöre, Musikschulen oder eben Bands lesen wird) und diese ja bestimmt gerne etwas über sich oder ihre Veranstaltung in der Zeitung lesen würden.

Irgendwie ist der „NRZ“ der Fehler aber dann doch noch aufgefallen (oder sie wurde darauf hingewiesen), denn gestern fand sich in der für bunte Meldungen reservierten „7. Spalte“ folgende Botschaft:

Da waren wir ein wenig vorauseilend. Doch wir hoffen, dass das Musikfestival der Jugendlichen beim School’s out am Freitag, 21. Dezember, ein wirklicher Erfolg wird. 14 lokale Bands werden auf zwei Bühnen ab 17.30 Uhr alles von Hip-Hop bis Rock spielen. Die Tickets kosten an der Abendkasse 5 Euro, im Vorverkauf (Bürgerbüros) gibt’s 60 Cent Rabatt. Rein kommen nur Kids ab 14 Jahre. Bitte Ausweis vorzeigen.

Nun ja, was sollen die Redakteure machen? In Sack und Asche zu Kreuze kriechen und sich „Wir schreiben über alles – auch über nie passiertes“ in die Stirn ritzen wäre vielleicht ein wenig zu viel des Guten und offenbar gibt es in der ganzen Mitarbeiter-Kartei ja wirklich niemanden, der sich mit so einem Jugendthema befasst und der städtischen Pressemitteilung noch etwas hinzufügen könnte. Nur, mal ehrlich: Wer eine so deutliche Scheißegal-Haltung an den Tag legt, der sollte sich nicht wundern, wenn ihm die letzten Leser in dreißig Jahren weggestorben sind.

[via meine Mutter, mal wieder]

  1. Wo sonst? []
  2. In der Regel fand das „School’s Out“ – daher auch der Name – immer am letzten Freitag vor Weihnachten statt. []

Die lustigste Geschichte

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 17. Dezember 2007 17:26

Unter allen Menschen, die ich mal persönlich getroffen habe, dürfte es etwa drei bis vier geben, denen ich diese Geschichte noch nicht erzählt habe. Da mein bester Freund kürzlich meinte, man müsse sich mit mir ja gar nicht mehr unterhalten, wenn man dieses Blog nur aufmerksam genug lese, gehe ich also davon aus, diese Geschichte nun zum letzten Mal erzählen zu müssen:

Vor sieben Jahren, als ich noch in Dinslaken zur Schule ging, fuhren mein anderer bester Freund und ich zu einem Konzert von Tom Liwa im Bahnhof Langendreer. Diese Information ist eigentlich nur von minderer Bedeutung für den weiteren Verlauf der Geschichte, könnte andererseits auch eine wichtige Erklärung für ihre Pointe sein.

Wenn ich es mir recht überlege, wird die Geschichte die Erwartungshaltungen an sie, die ich bisher aufgebaut habe, vermutlich nicht erfüllen können, aber ich fahre einfach mal fort: Nach dem Konzert mussten wir, damals beide noch minderjährig und ohne Führerschein, also mit der S-Bahn zurückfahren. Wir stiegen in Langendreer ein, die S-Bahn ruckelte los in die Dunkelheit, als plötzlich ein Mann mittleren Alters entsetzt aufsprang.

„Ist das hier die S-Bahn Richtung Düsseldorf?“, rief er panisch in die Bahn.
„Ja, ja“, bestätigten wir.
„Oh, dann ist gut“, antwortete er und atmete tief durch. „Dann hab‘ ich mich nur falschrum hingesetzt!“

Coffee And TV empfiehlt: School’s Out 2007

Von Coffee And TV
Veröffentlicht: 14. Dezember 2007 13:45

Dinslaken ist zwar laut Musikexpress „Home of the Indierock“, hat aber nicht sehr viele Veranstaltungen für die Zielgruppe. Das jährliche School’s Out gehört jedoch definitiv dazu.

Oder wie es die Stadt Dinslaken in ihrer offiziellen Pressemitteilung formuliert:

Das steht auf keinem Stundenplan, ist wohl auch eher als außerschulische Veranstaltung zu sehen, ohne Pauker und Eltern, dafür mit heißen Beats, vielen lokalen Bands und Hip-Hop. Liedermacher sind auch dabei. Die Rede ist vom School’s-out-Festival am Freitag, 21. Dezember, in der Kathrin-Türks-Halle.

School’s Out 2007 (Plakat)

Hier die Fakten:

School’s Out 2007
Kathrin-Türks-Halle (bekannt und ausgeschildert als „Stadthalle“)
Freitag, 21. Dezember 2007
Einlass: 16:30 Uhr (Einlass ab 14 Jahren, Ausweis erforderlich)
Eintritt: 4,40 Euro VVK, 5,00 Euro AK

Und hier der Zeitplan:

Kleine Bühne
17:30 Human Instinct (Hard Rock)
18:15 LaRiöw (Girrrrrl-Rock)
19:00 Funghi Faces (Britrock)
19:45 Steffen (Singer/Songwriter)
20:30 Captain’s Diary (Singer/Songwriter)
21:15 6th Avenue Tale (Acoustic Rock)
22:00 Zendegi Music (Hip-Hop)

Große Bühne
17:45 Cama Maya (Indie Pop)
18:30 Safety First (Punk Rock)
19:15 Yellow Cake (Alternative Rock)
20:00 Trustgod Simon (Punk Rock)
20:45 Occident (Indie Pop)1
21:30 The Rumours (Indie Rock)
22:15 Kukalaka (Indie Pop)

Event bei dinslaken.de
Event bei facebook.com
Event bei last.fm

  1. Disclaimer: Ja, da singt und spielt Herr Heinser. Aber darum geht’s gar nicht … []

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