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Musik Unterwegs

Bochum Total 2009

In den letz­ten Tagen war Bochum mal wie­der der Mit­tel­punkt irgend­ei­ner Welt – mut­maß­lich der Musik­welt Nord­rhein-West­fa­lens. Jeden­falls war Bochum Total und aus mir selbst nicht ganz nach­voll­zieh­ba­ren Grün­den woll­te ich mög­lichst viel davon mit­krie­gen.

Ort der Gegensätze: Bochum Total

Vier Tage, 60 Bands, hun­dert­tau­sen­de Liter Bier und noch ein biss­chen mehr Regen­was­ser – eine per­sön­li­che Doku­men­ta­ti­on:

Don­ners­tag, 2. Juli

Man kann nicht behaup­ten, ich sei schlecht vor­be­rei­tet gewe­sen: Cen­ti­me­ter­dick hat­te ich Son­nen­creme auf­ge­tra­gen, um eine zer­fetz­te Nase wie nach mei­nem Nord­see-Urlaub zu ver­mei­den. Ich hat­te eine Son­nen­bril­le auf, die nicht nur unge­fähr­de­tes fas­sungs­lo­ses Anstar­ren bizarr geklei­de­ter Men­schen ermög­lich­te, son­dern auch derbs­te Gewit­ter­tier­chen-Schwär­me davon abhielt, mir in die Augen zu flie­gen. War­um das alles nur halb­gut vor­be­rei­tet war, lesen Sie gleich …

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Musik

Schöner Heulen

Man hört ja lei­der viel zu sel­ten Dan Bern.

Beson­ders Die­ter Gor­ny und Hubert Bur­da (und all den ande­ren hun­gern­den Medi­en­futzis) möch­te ich aber sei­nen „Albu­quer­que Lul­la­by“ aus dem Jahr 2001 ans Herz legen.

Schon vor acht Jah­ren sang Bern da:

I have a fri­end
Sits in his office
Whe­re he’s had his big suc­cess
Now he cries all day
He says the Inter­net
Is ste­al­ing his royal­ties
Talks of his glo­ry days
I say no one cares about your glo­ry days

In die­sem Live­vi­deo ver­haut er zwar die ent­schei­den­de Zei­le, aber schön ist der Song trotz­dem:

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Topschlagen

Mal ange­nom­men, Sie müss­ten ein Foto betex­ten, in dem unter ande­rem die­ses Detail vor­kommt:

Acht Brüste, davon zwei im Bikini.

Wür­den Sie es nicht exakt so machen wie der Kol­le­ge von „eines­ta­ges“?

Topp-Stimmung: Eine mit einem Bikini-Top bekleidete Love-Parade-Teilnehmerin (2. v. li.) blickt von einem Partywagen herab.

Mit Dank an Nico K.

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Politik Gesellschaft

Dialektik der Nicht-Aufklärung

Waschen Sie sich den rech­ten Arm, piek­sen Sie klei­ne Reichs­kriegs­fähn­chen in den Käse und hän­gen Sie die Haken­kreuz­gir­lan­de auf: Wir haben einen neu­en Nazi-Ver­gleich!

Die katho­li­schen Tra­di­tio­na­lis­ten der Pries­ter­bru­der­schaft St. Pius X. hat sich im Vor­feld des Stutt­gar­ter Chris­to­pher Street Days zu einer bemer­kens­wer­ten Aus­sa­ge hin­rei­ßen las­sen, wie „Spie­gel Online“ berich­tet:

„Wie stolz sind wir, wenn wir in einem Geschichts­buch lesen, dass es im Drit­ten Reich muti­ge Katho­li­ken gab, die sag­ten: ‚Wir machen die­sen Wahn­sinn nicht mit!‘. Eben­so muss es heu­te wie­der muti­ge Katho­li­ken geben!“ heißt es in dem Text. Die Bru­der­schaft stellt den CSD als „eine Men­ge von sich wild und obs­zön gebär­den­den Men­schen“ dar, die durch die Stra­ßen Stutt­garts zie­hen und sug­ge­rie­ren woll­ten, „Homo­se­xua­li­tät ist das Nor­mals­te der Welt“.

Die­ser Ver­gleich ist in zwei­er­lei Hin­sicht beein­dru­ckend: Ers­tens war der Wider­stand der Katho­li­ken im Drit­ten Reich, vor­sich­tig gesagt, nicht son­der­lich erfolg­reich. Es dürf­te also fest­ste­hen, dass nur noch eine Alli­anz aus den USA, Groß­bri­tan­ni­en, Frank­reich und der Sowjet­uni­on Deutsch­land von der Homo­se­xua­li­tät befrei­en könn­te. Und zwei­tens war der Natio­nal­so­zia­lis­mus laut Pius­bru­der­schaft ja gar nicht so schlimm.

Hier beru­fen sich also Leu­te stolz auf den erfolg­lo­sen Wider­stand gegen ein – ihrer Mei­nung nach – nur mit­tel­mä­ßi­ges Ver­bre­chen. Nor­ma­le mensch­li­che Gehir­ne wären wegen Über­hit­zung längst auf Not-Aus gegan­gen.

Auch „Bild“ berich­tet über die „Kampf­an­sa­ge“ der Pius­brü­der – natür­lich nicht, ohne vor­her noch ein biss­chen Papst-Klit­te­rung zu betrei­ben:

Nach­dem Anfang des Jah­res Pius-Bischof Wil­liam­sons den Holo­caust leug­ne­te und dar­aus ein Streit zwi­schen Pius-Bru­der­schaft und Vati­kan ent­brann­te, folgt nun der nächs­te Ham­mer.

(Für die Jün­ge­ren: Füh­ren­de Pius­brü­der hat­ten den Holo­caust schon öfter geleug­net. Die öffent­li­che Dis­kus­si­on ent­zün­de­te sich dar­an, dass Papst Bene­dikt XVI. die Exkom­mu­ni­ka­ti­on von vier Bischö­fen der Bru­der­schaft auf­ge­ho­ben hat­te.)

Jetzt schießt kreuz.net, das inof­fi­zi­el­le Zen­tral­or­gan der Pius­bru­der­schaft, zurück und beginnt sei­ne Hass­ti­ra­de völ­lig unver­blümt:

Spä­tes­tens jetzt wird die Ein­rich­tung von Gas­kam­mern unver­meid­lich – die­ses Mal nicht für die von den Deut­schen getö­te­ten reli­giö­sen Juden, wel­che die Homo-Per­ver­si­on genau­so ver­ab­scheu­ten wie es heu­te die Alt­gläu­bi­gen tun.

Immer wie­der über­ra­schend, wie vie­le Haken so ein Kreuz schla­gen kann.

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Da lacht der Anglist

Unbe­kann­te haben sich in der ver­gan­ge­nen Woche einen Spaß draus gemacht, Todes­mel­dun­gen zu streu­en. Opfer davon waren unter ande­rem Pop­s­tern­chen Brit­ney Spears (27), Schau­spie­ler Jeff Gold­blum (56), Schau­spie­le­rin Nata­lie Port­man (28) – und jetzt auch Schau­spie­ler und Womanzi­ner Geor­ge Cloo­ney (48).

Sowas ist natür­lich nicht lus­tig.

Zumin­dest nicht, bis man weiß, auf wel­cher Sei­te die­se Mel­dung steht:

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