Leser fragen, Horst Seidenfaden belehrt

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 26. Januar 2013 12:47

Vor zwei Monaten berichteten wir im BILDblog über ungekennzeichnete Nivea-Werbung im Internetauftritt der “Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen” (HNA). Der Kollege Mats Schönauer hatte dafür auch einen Fragenkatalog an den Chefredakteur der Zeitung, Horst Seidenfaden, geschickt.

Seidenfadens Antwort fiel etwas unterkühlt aus:

Sehr geehrter Herr Schönauer,

ich kenne Sie nicht, erkenne auch keinen Hinweis auf eine seriöse Tätigkeit, finde das Vorgehen bemerkenswert unprofessionell und wüsste nicht, warum ich meine Zeit für Ihre Anfrage spenden sollte.

Gruß
Horst Seidenfaden

Ich weiß nicht, ob es Mats tröstet, aber das war offensichtlich kein Einzelfall.

Die HNA hat auf ihrer Internetseite ein neues Projekt gestartet, das sie als “Fragen zum Redaktionsalltag der HNA” bezeichnet:

Anregungen, Kritik, Fragen – was immer Sie auf dem Herzen haben, schreiben Sie uns eine E-Mail an online@hna.de – wir leiten diese an Horst Seidenfaden weiter. Er steht Ihnen Rede und Antwort.

Wer schon einmal in einer Redaktion gearbeitet hat, weiß, dass dort mitunter sehr, sehr merkwürdige Post von Lesern ankommt. In der Regel setzen sich Leute ja nicht hin, um die wieder mal gelungene oder wenigstens okaye Berichterstattung zu lobpreisen, sondern um zu kritisieren und Einblicke in tiefe Abgründe zu gewähren. Man tut gut daran, auf solche Zuschriften nicht zu reagieren — besonders, wenn die Alternative eine Antwort von Horst Seidenfaden ist.

Kloogschieter (Nickname des Verfassers, die E-Mail-Adresse ist der Redaktion bekannt) wollte Folgendes wissen:

“Mich würde sehr ernsthaft interessieren, warum sich die deutsche Journalie so schwer damit tut, vermeintliche Tabuthemen aufzugreifen, gleich ob dies eine unkontrollierte Zuwanderung, Sonderrechte für Juden und Muslime, Ausländerkriminalität o.ä. betrifft. Ständig auf die 12jährige deutsche Geschichte hinzuweisen kann da ja wohl nicht zielführend sein, zumal dies heute keinen mündigen Bürger mehr hinter dem Ofen hervorlockt.”

Horst Seidenfaden: Journaille bezeichnet in des Wortes Bedeutung eine hinterhältig-gemeine Art von Journalisten und Zeitungen. Da ich weder die HNA noch ihre Mitarbeiter dazu zählen kann, kann ich zu der Anmerkung auch nichts sagen.

Okay, das ist vielleicht nicht der glücklichste Auftakt für eine dreiteilige Frage-Antwort-Reihe.

Nächste Frage:

Kai Boeddinghaus stellte diese Frage:

Was ist da dran? http://www.bildblog.de/43907/niveau-ist-keine-hautcreme-5/. Mich kennen Sie ja, deswegen dürfte angesichts Ihrer Transparenzoffensive eine Beantwortung kein Problem sein. Die Fragen der BILDblog-Betreiber in diesem Kontext sind tatsächlich genau auch die meinen. Ich freue mich sehr auf Ihre Antwort und bedanke mich schon jetzt für Ihre Bemühungen.

Horst Seidenfaden: Hallo, Herr Boeddinghaus, zunächst eine kleine, aber für mich nicht unwichtige Korrektur: ich kenne Sie nicht – ich weiß lediglich, wer Sie sind.

*seufz*

Aber Horst Seidenfaden, der überraschenderweise nie als Studienrat gearbeitet hat, kommt ja dann doch noch zur … äh: Sache.

Die Fragen aus dem Bildblog sind ja einige Tage alt, schön, dass auch Sie mittlerweile drauf gestoßen sind. In der Tat haben wir in diesem Bereich unserer Website einen Fehler gemacht, den wir – aufmerksam geworden durch diesen Hinwies – mittlerweile korrigiert haben. das ist meines Wissens auch den Bildblog-Machern durch unsere Online-Redaktion mitgeteilt worden, wir achten künftig verstärkt auf die Trennung von kommerziellen und redaktionellen Inhalten. Da wir den Fehler ja zugegeben haben und unsere Lehren daraus ziehen erübrigt sich auch die Beantwortung der Fragen. Ziel eines solchen Blogs sollte es ja sein, Dinge zu verbessern – das ist erfolgt.

Mit zunehmender Lektüre drängt sich der Eindruck auf, dass die Redakteure von hna.de ihren Chefredakteur nicht sonderlich mögen. Sonst hätten sie ihm seine altklugen Einleitungssätze einfach vor Veröffentlichung aus den Antworten getilgt.

So muss sich der Leser, der eine Frage zur Urhebernennung bei abgedruckten Fotos gestellt hatte, von Seidenfahren “zunächst einmal” belehren lassen, dass es kein “Deutsches Pressegesetz” gebe — das sei Ländersache. Dem Leser, der fragte, wie die HNA-Redaktion Fehler vermeide bzw. korrigiere, erklärt der Chefredakteur, “zunächst einmal” sei “jeder Redakteur für seinen Text oder den eines freien Mitarbeiters, den er bearbeitet, verantwortlich”.

Andererseits musste er sich von seinen Lesern auch ganz schön was anhören:

Jürgen Töllner merkte Folgendes an:

Schade, dass die HNA nicht überparteilich ist, siehe auch 1,5 Seiten “Lobeshymne Merkel” vor der Niedersachsenwahl und teilweise auf Bildzeitungsniveau agiert. Aber solange Sie Herr Seidenfaden die Fäden in der Hand halten, wird sich daran nichts ändern. Wegen fehlender Alternative bin ich noch HNA-Leser, aber nicht mehr lange.

Ich kenne die HNA zu wenig, um die Kritik des Lesers beurteilen zu können, aber in diesem Fall ist Horst Seidenfaden mal so freundlich, mir und allen anderen sein Blatt genauer vorzustellen:

Horst Seidenfaden: Die HNA war im vergangenen Jahr von der Abo-Entwicklung her die erfolgreichste Zeitung in Hessen. Unser Online-Auftritt hat bei den Besuchen noch einmal 15 Prozent zugelegt. Der Spitzenwert war 177.000 Visits am Tag. Mit anderen Worten: So falsch kann das Konzept nicht sein – dass dies nicht jedem passt, liegt in der Natur der Sache.

Auch Zeitungen sind Konsumprodukte und wenn sie so polarisieren, wie wir es vor allem in unseren Lokalteilen versuchen, gibt es auch manchen, dem die Suppe nicht schmeckt. Das ist übrigens Bestandteil des Konzepts. Ich kenne nur ein Print-Produkt, dass mit dem Konzept, everybody’s darling zu sein, Erfolg hat: Die Asterix-Hefte. Wie auch immer – das Merke-Interview als Lobeshymne zu bezeichnen halte ich schon für eine sehr grob gepixelte Betrachtung. Wenn eine Regionalzeitung wie die HNA zum ersten Mal in ihrer Geschichte die Chance hat, ein Exklusiv-Interview mit der Regierungschefin zu machen, dann muss man daraus keinen 60-Zeilen-Artikel machen.

Und was die grundsätzliche Beurteilung des Blattes betrifft: Die HNA gilt in der Branche in Deutschland als eine der führenden Zeitungen was Innovation, Leserorientierung, Interaktivität und Multimedialität betrifft. Aber bei manchen gilt der Prophet im eigenen Lande eben nichts. Natürlich können wir Ihre Kritikpunkte auch gern näher besprechen – wenn Sie wollen, rufen Sie mich einfach an.

Ich nehme an, Horst Seidenfaden fährt ein Auto mit Hybris-Antrieb.

Songs des Jahres 2012

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 22. Januar 2013 16:00

Ich bin natürlich viel zu spät dran. Ich habe inzwischen mehrere Songs im Radio oder in Gaststätten gehört, die selbstverständlich noch auf die Liste gehört hätten, die ich aber schlichtweg vergessen habe. Und vermutlich habe ich die besten Sachen eh wieder nicht mitbekommen.

Egal.

Hier sind meine Songs des Jahres 2012:

25.The Killers – Runaways
“Battle Born”, das vierte reguläre Album der Killers, hat nicht die Übersongs wie “Hot Fuss”, es ist kein geschlossenes Meisterwerk wie “Sam’s Town”, aber auch nicht so unsortiert wie “Day & Age”. Kurzum: Es ist ein völlig okayes Album — und es hat “Runaways”, die neueste Springsteen-Hommage (Frau kennengelernt, schwanger geworden, geheiratet, Stimmung im Arsch — man kennt das) aus dem Hause Flowers. “We can’t wait till tomorrow”!

24. Calvin Harris feat. Example – We’ll Be Coming Back
Das Konzert von Example in der Kölner Essigfabrik war eines der besten und energiegeladensten, die ich 2012 besucht habe. Leider werde ich mit dem neuen Album “The Evolution Of Man” nicht richtig warm, aber diese Kollaboration mit Calvin Harris, die auf den Alben beider Künstler enthalten ist, ist schon sehr ordentlich geworden.

23. Frittenbude – Zeitmaschinen aus Müll
Ein Plädoyer für den Spaß, die Party, die Selbstzerstörung, ohne gleichzeitig gegen Spießertum und Bausparverträge zu hetzen. Die Kernaussage “Jeder Tag ist der beste Tag eines Lebens” ist vielleicht nicht sonderlich neu, aber sie rundet diesen melancholischen Carpe-Diem-Popsong wunderbar ab.

22. Santigold – Disparate Youth
Unseren jährlichen Mobilfunk-Werbesong gib uns auch heute wieder. Natürlich haben die sonnendurchfluteten Erlebnis-Bilder aus den Vodafone-Spots diesen ohnehin großen Song noch ein bisschen weiter mit Bedeutung aufgeladen, aber auch nach der Dauerbeschallung im Fernsehen (und mehr noch: im Internet) hat das Lied nichts von seiner Schönheit verloren.

21. Benjamin Gibbard feat. Aimee Mann – Bigger Than Love
Da veröffentlicht der Sänger von Death Cab For Cutie und The Postal Service das erste richtige Soloalbum unter eigenem Namen (“Former Lives”) und der beste Song ist wieder mal eine Kollaboration. Nach “Bigger Than Love” wünscht man sich, Gibbard und Mann hätten zusammen ein komplettes Album aufgenommen, so großartig harmonieren ihre beiden Stimmen und so schön ist das Ergebnis geworden.

20. The Gaslight Anthem – “45″
Ich würde sie ja gerne ignorieren, diese schrecklichen Kreationisten aus New Jersey, aber dafür machen sie leider immer noch viel zu gute Musik. “45″ ist eben leider ein großartiger Opener zu einem ziemlich guten Album. Die Frage, ob man guten Künstlern nachsehen sollte, dass sie offensichtlich Idioten sind, klären wir dann eben später.

19. Kid Kopphausen – Das Leichteste der Welt
Seit dem 10. Oktober kann man Kid Kopphausen nicht mehr hören, ohne mitzudenken, dass Nils Koppruch, einer der zwei Köpfe dieser Band, starb, bevor es mit der Band richtig losgehen konnte. Hier singt nun die meiste Zeit Gisbert zu Knyphausen, der andere Kopf, und er singt so grandios Zeilen wie “Denn jeder Tag ist ein Geschenk, er ist nur scheiße verpackt”. Das ist so meilenweit weg von den Acts, die jedes Jahr den “Bundesvision Song Contest” unsicher machen, so sagenhaft gut, dass es wirklich keines Todesfalls bedurft hätte, um dieses Album noch besonderer zu machen. Aber so ist das Leben manchmal.

18. Kendrick Lamar – Swimming Pools (Drank)
Es sind so viele Lobeshymnen über Kendrick Lamar und sein Debütalbum “good kid, m.A.A.d city” erschienen, dass ich keinerlei Ambitionen habe, dem noch etwas hinzuzufügen. Es ist ein wahnsinnig kluges Album, das vielleicht nicht im eigentlichen Sinne catchy ist, an dem wir aber vermutlich auch in 20, 30 Jahren noch unsere Freude haben werden. Und “Swimming Pools (Drank)” ist der beste Song darauf. Vielleicht.

17. Leslie Clio – Told You So
Während Thees Uhlmann solo Karriere macht, hat der Rest der letzten Tomte-Besetzung umgesattelt und ist jetzt Backing Band (bzw. im Falle von Niko Potthoff auch noch Produzent) von Leslie Clio, der – großer Gott, Musikjournalisten! – “deutschen Antwort auf Adele”. “Told You So” ist clever, knackig und entspannt und gemeinsam mit der Nachfolgesingle “I Couldn’t Care Less” lässt das Großes für das im Februar erscheinende Debütalbum “Gladys” erwarten.

16. Frank Ocean – Lost
Und noch so ein Album, das völlig zu Recht auf allen Bestenlisten weit vorne gelandet ist. Ich habe länger gebraucht, um mit “Channel Orange” warm zu werden, aber es wird tatsächlich bei jedem Hören noch besser. “Lost” ist der … nun ja: eingängigste Song des Albums, der ein bisschen schüchtern vor sich hin groovt.

15. Cro – Easy
Ja, der Song hätte auch schon 2011 auf der Liste stehen können. Ja, man kann das mit der Panda-Maske albern finden. Ja, die ständige Medienpräsenz (außer in der “WAZ”) nervt ein bisschen. Aber bitte: “Easy” ist immer noch ein großartiger Song. Die Zeilen mit “AC/Deasy” und “Washington, Deasy” zählen zum Cleversten, was im deutschsprachigen Hiphop je passiert ist — wobei die Konkurrenz da jetzt auch überschaubar ist.

14. Alex Clare – Up All Night
Keine Ahnung, warum die großen Hits von Alex Clare jetzt “Too Close” und “Treading Water” sind: “Up All Night” hat doch viel mehr Energie und ist viel abwechslungsreicher. Andererseits dürften die Auswirkungen auf den Straßenverkehr auch verheerend sein, wenn so ein Lied plötzlich im Formatradio läuft. Verglichen mit dem Rest des Albums, der zwischen Soul und Dubstep schwankt, ist der Refrain von “Up All Night” nämlich ein regelrechtes Brett. Andrew W.K., mit dem Drumcomputer nachempfunden.

13. Burial – Loner
Von der Radiovariante zum Untergrundhelden: Kaum ein Künstlername passt so gut zur Musik wie der von Burial. Die Doppel-EP “Street Halo / Kindred” ist das, was Massive Attack seit Jahren nicht mehr richtig hinbekommen, und “Loner” ist mit knackigen siebeneinhalb Minuten noch das zugänglichste Stück in diesem düsteren Gewaber. Unbedingt mit Kopfhörern und geschlossenen Augen genießen!

12. The Wallflowers feat. Mick Jones – Reboot The Mission
Nach sieben Jahren Pause und zwei sehr guten Soloalben von Jakob Dylan sind die Wallflowers zurück — und klingen plötzlich nach The Clash! Und, klar, wenn sie im Text Joe Strummer erwähnen, können sie für die Gitarre und den Gesang im Refrain gleich auch noch Mick Jones verpflichten. Und ich bin so einfach gestrickt, dass ich es grandios finde!

11. Kathleen Edwards – Change The Sheets
Ich glaube, wenn ich alles zusammenzähle, ist Kathleen Edwards meine Lieblingssängerin: Diese wunderschöne Stimme, diese Stimmungsvollen Songs und die Bilder, die ihre Musik entstehen lässt! Und dann ist “Voyageur”, ihr viertes Album, auch noch von Justin Vernon von Bon Iver produziert und enthält Songs wie “Change The Sheets”! Toll!

10. Bob Mould – The Descent
Gut, Bob-Mould-Alben klingen immer gleich und viel Abwechslung gibt es auch auf “Silver Age” nicht. Aber als einzelner Song kann so etwas wunderbar funktionieren und was der Ex-Sänger von Hüsker Dü und Sugar da mit 52 aus dem Ärmel schüttelt, kriegen manche Musiker unter 30 nicht auf die Kette. Die Formel “Gitarrengeschrammel plus hymnische Chöre” ist natürlich denkbar einfach, kriegt mich aber fast immer.

09. Cloud Nothings – Stay Useless
Dieser Song ist erst ganz spät auf meiner Liste gelandet, als Stephen Thompson ihn in der Jahresbestenlistenshow von “All Songs Considered” gespielt hat und ich festgestellt habe, dass ich ihn schon das halbe Jahr über im Freibeuter gehört hatte. Natürlich auch denkbar einfach in seiner Wirkmächtigkeit, aber ich find’s gut, wenn ich weiß, was ich will, und das auch bekomme.

08. Carly Rae Jepsen – Call Me Maybe
Ich saß in Baku im Hotelzimmer, guckte russisches Musikfernsehen und sah dieses Video. Als der Song zu Ende war, zappte ich weiter und sah das Video auf dem nächsten Kanal direkt noch mal von vorn. “Komische Russen”, dachte ich, wollte den Song bei Facebook posten und stellte dann fest, dass ich bisher einen internationalen Hit verpasst hatte. “Call Me Maybe” mag mittlerweile ein ganz kleines bisschen nerven, aber es ist einer der besten Popsongs, der in diesem Jahrtausend geschrieben wurde (über die Produktion können wir uns streiten) und “Before you came into my life I missed you so bad” eine ganz rührende Zeile Teenager-Poesie. Popkulturtheoretisch spannend ist natürlich auch die Erkenntnis, dass die ganz großen Megahits (“Somebody That I Used To Know”, “Gangnam Style” und eben “Call Me Maybe”) inzwischen immer auch mit Webphänomenen einhergehen oder sogar aus ihnen entstehen.

07. Kraftklub – Songs für Liam
Noch so ein Song, den nicht mal Einslive totspielen konnte. So clever wurde Popkultur in deutschsprachigen Songtexten selten verhandelt, so wirkungsvoll wurden die Black Eyed Peas und Til Schweiger selten gedisst, so gut wurde der Wunsch, geküsst zu werden, selten begründet. Außerdem freut man sich ja über jede junge Band, die sich mal nicht von der Folkplattensammlung ihrer Eltern hat beeinflussen lassen.

06. First Aid Kit – Emmylou
… womit wir bei zwei schwedischen Teenagern wären, die maßgeblich von der Folkplattensammlung ihrer Eltern beeinflusst wurden. Ich verehre First Aid Kit, seit ich sie vor vier Jahren auf dem By:Larm in Oslo gesehen habe, und war etwas enttäuscht, dass ihr Debütalbum 2010 dann vergleichsweise egal ausfiel. Das haben sie jetzt mit “The Lion’s Roar” ausgeglichen, dem wundervollen Nachfolger. “Emmylou” wirft mit textlichen und musikalischen Referenzen nur so um sich und macht klar, dass sich Johanna und Klara Söderberg so intensiv mit der Materie beschäftigt haben, dass sie statt dieses Songs auch eine Habilitationsschrift hätten anfertigen können. Die wäre allerdings kaum so schön geworden.

05. kettcar – Rettung
Damit wäre jetzt auch nicht mehr zwingend zu rechnen gewesen, dass kettcar zehn Jahre nach ihrem grandiosen Debütalbum noch mal das beste Liebeslied veröffentlichen würden, das je geschrieben wurde. Doch, wirklich: Das muss man auch erst mal bringen, die besoffen kotzende Freundin zu besingen und mit “Guten Morgen, Liebe meines Lebens” zu schließen. “Liebe ist das was man tut”, lehrt uns Marcus Wiebusch hier ganz praktisch. Und musikalisch ist das auch eine der besten kettcar-Nummern.

04. Macklemore & Ryan Lewis – Thrift Shop
Wenn 2012 nicht ausgerechnet das erste Ben-Folds-Five-Album seit 13 Jahren erschienen und auch noch wahnsinnig gut ausgefallen wäre, wäre “The Heist” von Macklemore & Ryan Lewis mein Album des Jahres geworden. Auf der einen Seite gibt es dort unglaublich anrührende Songs wie “Same Love” und “Wing$”, auf der anderen so einen funkelnden Wahnsinn wie “Thrift Shop”, der eigentlich niemanden kalt lassen kann. Unbedingt auch das Video ansehen!

03. Japandroids – Fire’s Highway
Wie Sie gleich sehen werden, gab es 2012 für mich drei große Strömungen: Melancholische Klavierballaden, Hiphop und Garagenrockbretter. Hier der bestplatzierte Vertreter der letztgenannten Kategorie. “Celebration Rock” ist, wie Stephen Thompson bei “All Songs Considered” richtig bemerkt hat, das vielleicht am passendsten betitelte Album der Musikgeschichte: Acht Songs in 35 Minuten, ein durchgetretenes Gaspedal und Freude am eigenen Lärm. In allen anderen Bestenlisten taucht “The House That Heaven Built” auf, bei mir eben “Fire’s Highway”. Gitarrengeschrammel plus hymnische Chöre, Sie kennen das Prinzip.

02. Ben Folds Five – Away When You Were Here
Ich will ganz ehrlich sein: Ich hatte nicht damit gerechnet, dass “The Sound Of The Life Of The Mind” überhaupt ein gutes Album werden würde. 13 Jahre Warten waren einfach zu viel. Dass es letztlich ein sehr gutes Album geworden ist, liegt an Songs wie “Away When You Were Here”: Die Melodie klingt schon beim ersten Hören, als kenne man das Lied seit seiner Kindheit, und dass Ben Folds ein Lied an einen verstorbenen Vater singt, während sein eigener Vater noch lebendig und bei bester Gesundheit ist, untermauert seine Songwriter-Qualitäten. Jeder Depp kann besingen, was er fühlt oder sieht, aber mit fiktiven Geschichten derart zu Herzen zu rühren, das können nur wenige. Ben Folds kann es, natürlich.

01. Rae Morris – Don’t Go
Ich habe nicht viele TV-Serien komplett gesehen. Wenn ich es dann doch ausnahmsweise mal tue, sind die Abschlusslieder gleich mit besonderer Bedeutung aufgeladen. Das war mit Peter Gabriels “The Book Of Love” am Ende von “Scrubs” so (die Unzumutbarkeiten der neuen Folgen verschweigen wir einfach) und so war es auch mit “Don’t Go” am Ende von “Skins”. Dass auch diese Serie jetzt noch einen Appendix bekommt (der hoffentlich/mutmaßlich nicht so schlimm wird wie der von “Scrubs”), können wir an dieser Stelle getrost unterschlagen, so berührend und emotional verdichtet ist die Montage zu diesem Lied, das ich seitdem rauf und runter gehört habe — obwohl das zunächst gar nicht so einfach war. Ein schlichtes Lied einer jungen Singer/Songwriterin aus England, aber auch ein sehr schönes.

Jetzt nachhören: Meine Top 25 bei Spotify.

Und weil ich hier eh schon so viel über die Alben geschrieben habe, gibt’s deren Bestenliste diesmal unkommentiert.

Das drittelleere Glas des Kulturpessimismus

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 5. Januar 2013 18:02

Die Lübecker Gratiszeitung “Samstag Aktuell” hat nicht unbedingt die nötige Fallhöhe, um im BILDblog erwähnt zu werden.

Andererseits ist das, was uns unser Leser Florian H. geschickt hat, dann doch zu schön, um es nicht irgendwo zu dokumentieren:

Eine neue Studie hat es mal wieder belegt: Die meisten Deutschen sind Pessimisten! Nur 68 Prozent der deutschen Bevölkerung blickt positiv ins Jahr 2013. Und wie schaut es bei den Lübeckern aus?

PS: Frohes neues Jahr!

The Numbers Of The Beasts

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 22. Dezember 2012 13:26

Ich habe Mathematik immer gehasst. Noch heute, mehr als zehn Jahre nach meinem Abitur, träume ich hin und wieder davon, im Matheunterricht zu sitzen und zu denken “Oh Gott, das werde ich bis zur Klausur niemals verstehen!” Manchmal träume ich auch direkt von Klausuren, denen ich mich dann auf irgendwelche Arten – z.B. durch Zerstörung des ganzen Schulgebäudes – entziehen muss.

Andererseits habe ich auch schon seit vielen Jahren einen Faible für Statistik und andere Zahlenspielereien: Das Tollste am Eurovision Song Contest bleibt die Punktevergabe, man kann eine ganze Bundesligasaison vorab auf dem Papier durchrechnen und wenn man sich nur eine kluge Formel ausdenkt, kann man aus der Anzahl der Wiedergaben und der Bewertung eines Songs in iTunes sicherlich ganz logisch seine persönliche Jahresbestenliste erstellen.

Vermutlich könnte man sogar ausrechnen, wie groß die Wahrscheinlichkeit war, dass ich gestern gleich zwei Artikel mit großer Freude gelesen habe, die sich mit Zahlen auseinandersetzen:

Holger Dambeck hat bei “Spiegel Online” versucht herzuleiten, wie (un)wahrscheinlich es eigentlich war, dass bei der Auslosung der Achtelfinals der Champions League exakt die gleichen Paarungen gezogen wurden wie bei einer vorherigen Probeauslosung.

Ein Problem, das aufgrund der vielen Regeln, die es bei der Auslosung zu berücksichtigen gilt (nur Gruppenerste gegen Gruppenzweite, keine Vorrundengegner als Achtelfinalgegner, kein Gegner aus dem eigenen Land), einigermaßen unlösbar erscheint:

Ich schaue mir an, welche Gegner die Zweitplatzierten bekommen können. Weil nur die Paarungen selbst interessieren, nicht aber die Reihenfolge, in der sie gelost werden, fange ich beim fiktiven Losen mit den beiden spanischen Mannschaften an: FC Valencia und danach Real Madrid. Valencia hat fünf verschiedene mögliche Gegner, Real ebenfalls. Das müsste dann für Valencia fünf Varianten ergeben, und für Real eine weniger, also vier, denn eine Mannschaft wurde ja Valencia schon zugelost. Das ergibt dann 5*4=20 Möglichkeiten, dachte ich – und war bereits in die erste Falle getappt.

Denn es gibt einen Sonderfall, den ich nicht bedacht habe. Wenn Valencia der Sieger aus der Real-Madrid-Gruppe – das ist Borussia Dortmund – zugelost wird, gibt es für Real nicht nur noch vier mögliche Gegner, sondern weiterhin fünf. Denn Dortmund scheidet als Gegner für Real von Vornherein aus, beide waren in der Gruppenphase zusammen. Statt 5*4 = 20 gibt es deshalb 4*4+5 = 21 unterschiedliche Varianten der beiden Achtelfinals mit Beteiligung von Madrid und Valencia.

Hach. Ich kann die Begeisterung, die einen an dieser Stelle ergreift, völlig nachvollziehen. Und ich bin mir sicher, dass ich auf dem Weg zur Lösung drei bis vier kapitale Denkfehler gemacht hätte.1 Der Satz “Jetzt wird es kompliziert” folgt übrigens erst ein bisschen später im Text.

Holger Dambeck kam dann mit Papier und Bleistift irgendwann auch nicht mehr weiter:

Das Problem ist trotzdem lösbar – und zwar mit Hilfe eines kleinen Computerprogramms, das einfach alle möglichen Varianten durchzählt. Ein Kollege aus der SPIEGEL-Dokumentation hat genau dies gemacht und ist dabei auf die Zahl von 5463 Varianten gekommen. Diese Angabe ist ohne Gewähr!

* * *

Der andere Text steht auf der Website des “Guardian” und erklärt, warum der 20.12.2012 so besonders ist/war:

It’s one of those dates where the digits create interesting patterns. It also comes at the end of 13 years that have been astonishingly fertile for such numerologically “magic” dates. The rest of the century is going to be a desert by comparison.

Hugo Dixon kommt auf “68 magische Daten im 21. Jahrhundert”, von denen inzwischen 43 vorbei sind. Er beginnt bei der Serie, die am 01.01.01 begann und am 12.12.12 endete, arbeitet sich über besonders magische Momente wie den 11.11.11 11.11 Uhr vor und kommt irgendwann bei den Palindromen an, von denen uns am 02.02.2020 das nächste erwartet.2

Es ist eine eigentlich völlig sinnlose Betrachtung der Welt, aber ich kann die Schönheit und Magie, die Dixon da beschreibt, völlig nachvollziehen. Man muss ja nicht gleich an so einem Tag heiraten.

  1. Meine Spezialität bei Mathe-Klausuren waren immer die sogenannten Folgerichtig-Punkte, die man bekam, wenn man nach einem Fehler in sich schlüssig weitergerechnet hatte. []
  2. Die Schreibweisen variieren immer mal wieder, je nachdem, ob die vorangestellte “20″ unseres Jahrhunderts gerade ins Schema passt oder nicht. []

Shut Up And Take My Money

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 21. Dezember 2012 15:12

Vergangene Woche war ich dienstlich in Hamburg. Zwecks Zerstreuung auf dem Rückweg kaufte ich mir in der dortigen Bahnhofsbuchhandlung die aktuelle “Spex”-Ausgabe. Die kostet 5,50 Euro, ich hatte es nicht “passend” und reichte dem Verkäufer einen Zehn-Euro-Schein und einen Euro. Zurück bekam ich: 50 Cent.

“Entschuldigung, ich hatte Ihnen elf Euro gegeben”, sagte ich. Kann ja mal passieren.
“Nein, das waren sechs!”, antwortete der Mann bestimmt.
“Ja, nee. Es war ein roter Schein. Ich hatte keinen Fünfer mehr — sonst hätte ich den ja auch gegeben!”
Doch der Verkäufer beharrte darauf, ich hätte ihm einen Fünf-Euro-Schein gereicht. Ich blieb auch bei meiner Meinung.

Das sei aber alles gar kein Problem, sagte der Mann, ich solle einfach am nächsten Tag seinen Chef anrufen, der könne dann feststellen, ob zu viel Geld in der Kasse gewesen sei. Ein Abschlag sei jetzt nämlich nicht möglich (und wäre auch zeitlich kaum noch drin gewiesen). Schlecht gelaunt und grußlos verließ ich also den Laden, schimpfte leise auf Hamburg und die Menschheit als solche, und setzte mich in einen IC, dem gleich drei komplette Wagen fehlten und dessen Steckdose mein fast leeres iPhone nicht aufladen wollte. Ohne Musik und Internet trat ich also die Heimfahrt an und war dabei in einer Stimmung wie Uli Hoeneß nach einer 0:5-Heimspielniederlage gegen den VfL Osnabrück.

Am nächsten Tag hielt ich noch mal kurz Rücksprache mit meiner Würde, ob ich ernsthaft wegen fünf Euro in diesem Geschäft anrufen sollte. Doch mein Gerechtigkeitssinn und meine innere Oma (“Wer den Pfennig nicht ehrt, …”) gewannen die Überhand und so wählte ich eine Hamburger Nummer und trug mein Anliegen in den nächsten acht Minuten zwei, drei Mal vor. Auf offenbar sehr verschlungenen Wegen wurde der Apparat mit mir am Ende mehrfach durch das gesamte Geschäft getragen, zur Chefin hin und wieder zurück.

Ob es da Unregelmäßigkeiten gebe, könne sie erst am Montag sagen, erklärte mir die Chefin. Man werde mich aber auf alle Fälle zurückrufen. Ich dachte währenddessen: “No ja, wenn der Mann sich ein einziges Mal in die andere Richtung vertut, ist eh alles hinfällig.”
Eine Mitarbeiterin nahm meine Daten auf, wobei sich meine Hoffnung auf ein positives Ende vollends zerschlug:
“Wie heißen Sie?”
“Heinser. Heinrich, Emil, Ida, Nordp…”
“Heinrich, ja?”
“Nein, Heinser. Das schreibt man Heinrich, Em…”
“Ja, was denn nun? Heinrich oder Heinser?”
Ich war in einem Achtziger-Jahre-Sketch mit Dieter Hallervorden, Harald Juhnke und Eddi Arent gelandet — oder wahlweise in einer durchschnittlichen deutschen Unterhaltungssendung des Jahres 2012.

Am Montag klingelte mein Telefon nicht. Am Dienstag auch nicht, ebenso wenig am Mittwoch oder den folgenden Tagen. Eine Pointe hat die Geschichte nicht, weswegen ich sie wohl auch nicht noch mal erzählen werde.

Cinema And Beer: “Der Hobbit – Eine unerwartete Reise”

Von Coffee And TV
Veröffentlicht: 20. Dezember 2012 13:25

In der vierten Folge unserer Podcast-Reihe nähern wir uns auch formal unserem Sujet an: Wie bei “Der Hobbit — Eine unerwartete Reise” ist es auch bei uns so, dass man den Überblick verliert, weil es auch lange dauert.

Der Hobbit (Offizielles Filmplakat)

Cinema And Beer: “Der Hobbit — Eine unerwartete Reise”
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Cinema And Beer: “7 Psychos”

Von Christoph
Veröffentlicht: 12. Dezember 2012 19:38

In der dritten Folge unserer neuen Podcast-Reihe wird’s brutal: Wir haben uns “7 Psychos” angesehen.

7 Psychos (Offizielles Filmplakat)

Cinema And Beer: “7 Psychos”
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Wie schön es hier ist, seitdem es verschneit ist

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 11. Dezember 2012 18:22

Vorhin flogen zwei große Gruppen Zugvögel in beeindruckendem Formationsflug an meinem Wohnzimmerfenster vorbei, weswegen ich (nur zweieinhalb Jahre Biologie-Unterricht in der Schule) erst mal in der Wikipedia nachsehen musste, warum sie das überhaupt tun. Dabei fiel mir auf, dass “Schwarmverhalten” auch den leicht trotteligen Habitus bezeichnen könnte, den Menschen an den Tag legen, wenn sie sich in der Gegenwart eines anderen Menschen befinden, in den sie heimlich (bzw. zumeist unheimlich) verliebt sind, wobei meine Freunde mir schon mehrfach gesagt haben, dass niemand außer mir und der “Bravo” ein love interest als “Schwarm” bezeichnen würde. Dann fühlte ich mich mal wieder alt und leicht trottelig, wusste aber immer noch nicht, warum die blöden Vögel so fliegen, wie sie fliegen.

Ich mag den Winter. Nicht die grauen Novembertage, an denen es nie richtig hell wird, aber die klaren mit klirrender Kälte und Schnee. Wenn der erste Schnee fällt, fühle ich mich noch mehr wie ein Fünfjähriger als sowieso schon, und hole sofort meine Winterstiefel hervor. Es sind so ähnliche Schuhe, wie Jay-Z sie gerne trägt, nur dass ich sie schon seit mehr als 20 Jahren trage — natürlich nicht immer das selbe Modell, denn als Kind hätte ich in meinen aktuellen Schuhen Höhlen bauen können. Das aktuelle Paar habe ich jetzt seit zehn Jahren, was aber gar nicht so lang ist, wenn man bedenkt, wie viel Schnee wir im Ruhrgebiet so durchschnittlich haben. Ich würde tippen, in den zehn Jahren kamen die Schuhe auf etwa anderthalb kanadische Winter Einsatzzeit.

Das beste ist immer, die Schuhe zum ersten Mal anzuziehen: Sie sind im Vergleich zu meinen Füßen und sonstigen Schuhen so grotesk groß, dass ich erst mal überall gegenlaufe. Das ist eigentlich nicht schlimm, weil die Schuhe auch sehr stabil sind, aber trotzdem nicht ungefährlich: Beim Treppensteigen halte ich mich sicherheitshalber am Geländer fest, weil die Schuhe kaum auf eine Stufe passen und ich auch permanent Angst haben muss, zu stolpern. Die ersten Meter auf der Straße sind dann auch immer gewöhnungsbedürftig, weil die Schuhe so hohe Absätze haben, dass ich damit gerne an Bürgersteigen hängen bleibe. Stehen ist auch lustig, weil ich mit meinen Füßen meist leicht nach außen wippe. Wegen der hohen Absätze passiert es im Winter oft, dass ich an einer Supermarktkasse stehe und mir beide Füße gleichzeitig verknackse.

Noch schöner als Schnee ist natürlich Schnee mit Musik. Wenn ich durch die Stadt gehe und die Zufallswiedergabe meines iPhones schickt mir “So Long, Astoria” von den Ataris (erste Zeile: “It was the first snow of the season”), “The River” von Joni Mitchell oder den “Ally McBeal”-Titelsong “Searchin’ My Soul” von Vonda Shepard, lächle ich leicht debil vor mich hin. Überhaupt hat “Ally McBeal” mit den offenbar ständig verschneiten Straßen Bostons bei mir noch größere Verheerungen im Romantikzentrum angerichtet als “Dawson’s Creek” und “My So-Called Life” zusammen.

Seit ich in einer eigenen Wohnung wohne, wird diese im Dezember auch festlich geschmückt: Ich hänge Lichterketten in die Fenster (nach nur zwei Saisons war die erste schon dauerhaft kaputt und ein Fall für die Müllhalde) und stelle im Wohnzimmer einen etwa hüfthohen Tannenbaum auf. Diesen kaufe ich nun schon im dritten Jahr und damit traditionell in einem Baumarkt, drei Straßenbahnhaltestellen entfernt. Das Schlimme ist dabei nicht der Transport eines Baums in der Straßenbahn (da sind die Bochumer generell sehr hilfsbereit und kommunikativ), sondern der Weg vom Baumarkt zur Straßenbahnhaltestelle, den ich jedes Jahr aufs Neue unterschätze. Aber klar: geht alles, man wächst mit seinen Herausforderungen, ein bisschen Schwitzen in der dicken Winterjacke stärkt die Abwehrkräfte.

Wessen Leben arm an Action und Spannungsmomenten ist, dem kann ich nur empfehlen, einfach mal einen Tannenbaum zum groben Abtrocknen in der eigenen Dusche zu platzieren. Zumindest wenn man ein ähnlich gutes Kurzzeitgedächtnis hat wie ich, gibt es jedes Mal ein großes Hallo, wenn man die Toilette benutzen möchte und da plötzlich ein Baum im Bad steht. Das hilft auch gegen niedrigen Blutdruck, wobei der beim Aufstellen von Tannenbäumen eh nicht unten bleibt.

Ich kaufe meinen Baum immer eingetopft mit beschnittenen Wurzeln, weil ich mir immer noch 30 Jahre zu jung vorkomme, um einen Christbaumständer zu erwerben. Außerdem bilde ich mir ein, dass er in der Erde nicht so schnell zu nadeln beginnt. Die Anzahl der Nadeln, die er auf dem Weg von der Haustür über das Bad ins Wohnzimmer verliert, ist dennoch beachtlich. Man sollte sich anschließend nicht zu schade sein, einmal gründlich durchzusaugen — zumindest, wenn man anschließend noch barfuß durch seine Wohnung spazieren möchte. Tannennadeln sind zwar eigentlich sehr flach, haben aber einen natürlichen Überlebenswillen, der sie zwingt, sich auch in den ausweglosesten Situationen noch dergestalt senkrecht aufzurichten, dass sie im menschlichen Fuß maximalen Schaden anrichten können. In den Entwicklungslabors von Lego werden Tannennadeln deshalb ganz besonders ausgiebig studiert.

Steht der grüngekleidete Wintergast dann erst mal an seinem Platz (die Frage, ob er nicht “schief steht”, verbietet sich bei eingetopften Bäumen zum Glück — man kann eh nix ändern), kommt die elfte Plage aus dem elften Kreis der Hölle: die Lichterkette. Ganze Kleinkunstabende werden im Spätherbst und Frühwinter mit der Beschreibung dessen beschritten, was der Mensch (auch in emanzipierten Haushalten zumeist: der Mann) denkt, fühlt, oder präziser: hasst, während er versucht, 16 untereinander verbundene Leuchtelemente an einen kaktusähnlichen Baum zu klemmen, ohne sich in dem Kabel zu verheddern. Es geht nicht. Eine gerechte Verteilung der Kerzen über den ganzen Baum ist nicht möglich, am Ende sieht es immer aus wie ein Satellitenbild von Australien bei Nacht. Das Kabel ist immer da, wo es nicht sein soll, und letztlich sollte man schon dem Herrgott danken, wenn man nicht den ganzen Baum zu Boden reißt.

Es gibt in dem Weihnachtsklassiker “Schöne Bescherung” die schöne Szene, in der Clark Griswold zu seinem Vater sagt: “Alles, was ich über Weihnachtsaußenbeleuchtung weiß, habe ich von Dir gelernt, Dad!” Dieser eine Satz sagt mehr über die Psyche von Männern aus, als die Lebenswerke von Alice Schwarzer und Mario Barth zusammen. Wer Männer verstehen will, sollte hier anfangen und aufhören.

Ist die Lichterkette aber endlich in Betrieb (und der Baum hoffentlich eichhörnchenfrei), geht alles ganz schnell: Das Gebimmel (zwei Christbaumkugeln und drei sonstige Hänger) ist in einem kleinen Baum wie meinem schnell verstaut und wenn endlich auch die Krippe steht, heißt es innezuhalten und zu genießen. Der Geruch von Tannengrün ist (neben dem von frisch bearbeitetem Holz und dem von Meer) vermutlich der schönste auf der Welt, die größte Kindheitserinnerung sowieso. Er ist der Proust’sche Instant-Reminder an die Weihnachtstage der Kindheit, als ich irgendwann kurz nach Sonnenaufgang aus dem Bett hüpfte und ins Wohnzimmer rannte, um mit meinen neuen Spielsachen zu spielen. Barfuß saßen meine Geschwister und ich unter dem festlich geschmückten Baum, dessen schon verlorene Nadeln gemeinsam mit dem Hochflorteppich eine letzte, unheilige Allianz eingegangen waren (s.o.), und widmeten uns intensiv unseren Lego-Flughäfen und Playmobil-Ritterburgen, die wir natürlich direkt nach der Bescherung hatten aufbauen müssen (“Du bist doch schon so müde, willst Du das nicht lieber morgen machen?” — “NEIN!”).

Diese kindliche, unschuldige Begeisterung, die noch nichts ahnt von abbrechenden und verloren gehenden Plastikteilen, von kostspieligen Zubehörsets und viel besseren neuen Versionen, glimmt im Erwachsenenleben manchmal noch auf, wenn ein noch jungfräulicher Laptop oder ein flammneues Smartphone behutsam aus seiner Verpackung genommen wird. Doch dann gilt man schnell als komplett bescheuert — nicht ganz zu Unrecht, wenn man die Entpackungszeremonie gleichzeitig auch noch auf Video aufgenommen und ins Internet gestellt hat. Ich hoffe, dass das “Unboxing” von Weihnachtsgeschenken, dieser ganz intime Glücksmoment eines Kinderlebens, niemals online verwurstet wird.

Bis vor ein paar Jahren haben meine Geschwister in der Adventszeit auch immer noch gebacken. Dieses heimelige Gefühl völligen Größenwahns, wenn man ein Kilogramm Schokolade und 800 Gramm Butter im Wasserbad zum Schmelzen bringt! Aber erstens sah die Küche unserer Eltern danach jedes Mal aus, als habe es ein Massaker bei Willy Wonka gegeben, und zweitens ist irgendwann jemandem aufgefallen, dass irgendwer den ganzen Scheiß ja hinter auch essen muss. Ich habe bei der Renovierung meiner Wohnung vor drei Jahren die dämmende Wirkung von Schokoladen-Brownies sehr zu schätzen gelernt.

Die blöden Vögel sind lange weg. Ich liege neben meinem Tannenbaum und versuche so unauffällig an ihm zu riechen, wie man im Vorbeigehen an seinem Schwarm zu riechen versucht. Meine Füße tun fast nicht mehr weh. Es ist Advent.

Glühwein gegen den Hunger 2012

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 10. Dezember 2012 16:37

Im Sommer des vergangenen Jahres, als die Hungerkatastrophe im Osten Afrikas es gerade mal für ein paar Wochen in die deutschen Medien geschafft hatte, hatte mein Kumpel Jan eine Idee: Er wollte den gleichen Betrag, den er an einem Wochenende fürs Feiern ausgibt, für das “Bündnis Entwicklung hilft” spenden. Wir sind mit dem Blog aufgesprungen und so war die Facebook-Aktion “Saufen gegen den Hunger” geboren, die wir im Winter als “Glühwein gegen den Hunger” wiederholt haben.

Jetzt ist wieder Adventszeit und im Fernsehen finden allerlei Wohltätigkeitsveranstaltungen statt, also wollen auch wir nicht mehr warten und starten die 2012er Auflage von “Glühwein gegen den Hunger”.

Die Regeln sind wie immer idiotensicher:

Wir werde den gleichen Betrag, den wir am Wochenende (14. – 16. Dezember) verfeiern/verköstigen/versaufen/weg-eskalieren/nach der Party verfressen, für Afrika spenden.

Also, für jeden Eintritt, jedes Bier, jeden Schnaps/Sekt/Döner/sonstwas kommt der gleiche Betrag auf das Spendenkonto der ARD (s.u).

Dann wirds zwar logischerweise doppelt so teuer, aber der Kater wird durch ein gutes Gewissen ausgeglichen! (und wenn das nicht wirkt: Aspirin)

Wie bei den letzten Malen können und wollen wir nicht überprüfen, ob die Teilnehmer sich auch tatsächlich an die (recht vagen) Regeln halten, aber wir glauben weiterhin an das Gute im Menschen.

Alles Weitere zu “Glühwein gegen den Hunger” erfahren Sie bei Facebook — und wenn Sie spenden wollen, ohne etwas zu trinken, können Sie das selbstverständlich auch tun.

“Sie übergibt sich!”

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 4. Dezember 2012 16:12

Natürlich kann man es bescheuert finden, dass Onlinemedien wie “Spiegel Online” oder n-tv.de gestern die Push-Funktion ihrer Smartphone-Apps benutzten, um ihre Leser darüber zu informieren, dass der Herzog und die Herzogin vom Cambridge (auch bekannt als “Prince William und Herzogin Kate”) Nachwuchs erwarten. Aber, mein Gott: Die Eurokrise scheint nie enden zu wollen, im Nahen Osten hat sich die Lage gerade erst wieder ein bisschen beruhigt und in zweieinhalb Wochen geht die Welt unter — da kann die Nachricht von der nahenden Geburt eines Menschen, noch dazu in der Adventszeit, doch für einen Moment mal ein wärmendes Licht in die kalte Dunkelheit werfen.

Der Wahnsinn ist ohnehin woanders zuhause. Nicht bei der “Sun”, die mit “Kate Expectations” einen Überschriften-Volltreffer landete, nicht in “Bild”, wo Alexander von Schönburg über Zeugungsort und -zeitpunkt spekulierte, vermutlich nicht einmal im Sat.1-Frühstücksfernsehen, obwohl ich das aus panischer Angst vor Sibylle Weischenberg gar nicht erst eingeschaltet habe.

Es dürfte in jedem Fall schwer werden, den Artikel zu über…, unter… Es dürfte schwer werden, irgendetwas zu finden, was mit dem Artikel von Helmut-Maria Glogger auf “Focus Online” vergleichbar wäre. Und da möchte ich Trips auf synthetischen Drogen durchaus mit einrechnen.

Schon der erste Absatz ist Poesie:

“Die Welt interessiert sich nur für meinen Bauch”, lächelt Catherine, Duchesse of Cambridge, Ehefrau von Prinz William. Und verweigert bei ihrem Besuch bei der Unicef in Kopenhagen die gereichte Erdnusspaste – worauf ihr Sprecher verkündet: “Die Herzogin ist nicht allergisch auf Erdnüsse.”

Auf diesen Zwischenfall, der medial durchaus großzügig ventiliert wurde, wird der Text im Folgenden nicht mehr eingehen. Schade, hatte die Herzogin (oder “Duchess”, wenn’s schon Englisch sein soll) ihrem Mann laut Berichten doch einen “wissenden Blick” zugeworfen und hatten Ärzte und Gesundheitsexperten schwangere Frauen doch schon “lange gedrängt”, sich von Erdnüssen und ihren Nebenprodukten fern zu halten, “um Allergien zu vermeiden”. Allerdings ist die Episode inzwischen auch schon 13 Monate her, sie steht also – nach allem was wir über die menschliche Schwangerschaft wissen – in keinem direkten Zusammenhang zur gestrigen Bekanntmachung.

Einen ganzen Absatz verwendet Glogger darauf, vorgeblich kenntnisreich zu beschreiben, wo sich Herzogin Kate nicht übergibt: Nicht im Cottage auf der “kargen Insel Anglesey vor der Küste von Wales”, nicht im “Nottingham Cottage”, “dem als ‘Nott Cott’ bekannten Gartengebäude beim Kensington Palace” mit diversen Räumen, die Glogger natürlich aufzählt — nicht ohne zu erwähnen, dass Williams Mutter Diana “bis zu ihrem Tod” im Haupthaus (also, welch Zufall, auch nicht im Cottage!) leben durfte. Und zwar “in den Apartments 8 und 9″!

Dann klärt Glogger endlich auf, wo sich die Herzogin denn stattdessen übergebe — und seine Detailbesessenheit nimmt Ausmaße an, die man sonst nur aus den Landschaftsbeschreibungen von Mittelerde kennt:

Catherine liegt seit Montag mit “sehr heftiger Übelkeit” im privaten “King Edward VII’s Hospital” an der Londoner Beaumont Street. Das unter der Telefon-Nummer +44 (0) 20 7486 4411 erreichbar ist – ein Durchstellen zu den Gynäkologen Dr. Alfred Cutner, Dr. Arvind Vashist oder Dr. Jonathan Dowler ist allerdings leider nicht möglich.

Man hätte hier erwähnen können, dass es ja auch bei “Dr. House” mal einen Dr. Kutner gegeben habe, der allerdings nicht mit “C” geschrieben wurde, mit Vornamen Lawrence und nicht Alfred hieß und auch nicht Gynäkologe, sondern Diagnosespezialist war, aber Glogger entscheidet sich gegen die an dieser Stelle schon nicht mehr völlig abwegig erscheinende Abzweigung und fährt fort:

Dass das Hospital, in dem die “leicht” schwangere Catherine aufgepäppelt wird, ausgerechnet den Namen des britischen “Bordellkönigs” Edward VII. trägt? Ein gutes Omen? Gute Frage!

Sich selbst zur eigenen rhetorischen Frage zu beglückwünschen, ist doch sicher eine außergewöhnliche stilistische Spielerei, oder? Ich bin froh, dass ich das anspreche!

Glogger ist auch froh, dass er das Thema so elegant auf Edward VII. hat bringen können, denn wie die Autorenzeile erklärt, erscheint 2013 sein Buch “Der Bordellkönig: Edward VII.” und deswegen dürfen Sie einmal raten, worüber er in den nächsten Absätzen referiert (kleiner Tipp: eine “kupferrote Badewanne” und ein “‘Liebesstuhl’ für die Ménage-à-trois” kommen auch drin vor).

“Cloud Atlas”-gleich verwebt Glogger nun die verschiedenen Epochen miteinander:

Am Totenbett des Monarchen stand Alice Keppel. Genau: die Urgroßmutter von Camilla. Die der Ehefrau des heutigen Thronfolger Charles folgenden Satz vererbte: “Erst der Hofknicks – dann ab ins Bett!”

Herzogin Kate, Verzeihung: Catherine sei anders, fährt Glogger fort:

Catherine ist anders, kein Prince-Groupie, mit ihren 30 Jahren eine Frau, die selbst als allein erziehende Mutter ihren Weg gehen kann! Catherine hat einen Master of Arts, hat Aussicht auf ein Drittel der Millionen abwerfenden Scherzartikel-Firma ihrer Mutter, die von Festgeschirr, Ballonen, Deko-Schlangen bis Kleidung und Kuchen alles anbietet.

Mit “Prince-Groupie” bezieht sich Glogger natürlich nicht auf den Popstar der 1980er Jahre, mit “Scherzartikel” mutmaßlich auch nicht auf seinen eigenen Text, den er auf Seite 2 mit Begriffen wie “virgo intacta” (“Jungfrau”) und “pied-à-terre” (“800 000 Pfund”, sonst nicht näher erklärt) würzt.

Und mit weiterem Detailwissen:

Eine Schwangerschaft, die in Bucklebury von Briefträger Ryan Naylor ebenfalls wie von Dorfmetzger Martin Fidler, auf den Bänken und Stühlen in Johns Pub in Bucklebury heute, morgen und übermorgen garantiert kräftig begossen wird.

Sollte Glogger für diese Namensnennungen extra nach Bucklebury gefahren sein, so wäre dies zumindest nicht nötig gewesen. Aber vielleicht hat er dort die Glaskugel gefunden, in die er nun schaut:

Kates jüngere Schwester Pippa wird den neuen Status ihrer Schwester nutzen – um vielleicht doch noch einen reichen Erben zu freien. Catherines Bruder James wird künftig – selbst stockbesoffen – auf das Tragen von Frauenkleidern verzichten.

Gloggers Zukunftsvisionen sind erstaunlich klar, nur erklären sie an dieser Stelle auch nichts mehr.

Er ist nämlich inzwischen dazu übergegangen, zu erklären, dass mit Catherine “wieder eine ‘normale’ Schwangere ins Leben der Windsors” komme. Und das sei ja nicht immer so gewesen, denn “schwanger zu werden von einem Windsor war selbst für angetraute Damen nicht einfach”. (Die Formulierung “selbst für angetraute Damen” ergibt angesichts der Tatsache, dass Glogger vorher noch groß über die Entsorgung von “Bastards” doziert hatte, auch nicht wirklich Sinn, aber: hey!)

Glogger referiert also, dass Queen Mum und ihr Mann “auf den Rat ihres Arztes Dr. Lane Phillips” eingewilligt habe, es mit künstlicher Befruchtung zu versuchen, was zum “Ergebnis”, Königin Elizabeth II, geführt habe.

Dann wird es vollends speziell:

Erinnern wir uns an den Abend des 6. Februar 1981.

Oookay …

Der königliche Gynäkologe berichtet Königin Elisabeth II., dass Lady Diana Spencer zwar noch “virgo intacta” ist, aber keine Kaiserin Soraya ist – also sehr wohl fähig zu einer Schwangerschaft. Worauf Prinz Charles via Sekretär das Kindermädchen der St-Saviour-Kirche im Stadtteil Pimlico in sein Zwei-Zimmer-Quartier im dritten Stock des Buckingham-Palasts rufen lässt. Diana findet mit ihrem Mini Metro die Privateinfahrt zum Buckingham-Palast nicht. Ein Torwächter hilft ihr.

Yeah. Whatever …

Laut der Fachbibel “Burke’s Peerage and Gentry” sind William und Catherine angeblich Cousins siebzehnten Grades. Eine Inzest-Gefahr, gepaart mit dem Gen der Bluterkrankheit, ist allerdings nicht gegeben.

Will you please stop it?

Die Gefahr, dass das Kind von Catherine und William ein “typisch britischer König” wird, ist gering. Obwohl sich in der Geschichte des Königshauses viele finden: debile Säufer, schwachsinnige Stotterer, Laller, ungewaschene Prinzessinen, homosexuelle Opium-Raucher, nervös Zuckende, Sado-Masochisten, Mörder, Frauen, die eher Männer, Männer, die eher Frauen waren – Fuß-Fetischisten, Flagellanten und medizinisch erklärte Wahnsinnige.

Zombies! Aliens! Vampire! Dinosaurier!

Nachdem Glogger den Leser noch darüber informiert hat, dass Prince Charles “seiner Frau Diana gerade mal 17 gemeinsame Nächte zugestand” (ob er, Glogger, mit seinem Notizblock auf dem – sicherlich staubfreien – Boden unter dem königlichen Bett dabei war, lässt er leider offen), kommt er zum Schluss.

Also ganz zum Anfang zurück:

Eine künftige Königin ist schwanger! Sie übergibt sich! Und ein künftiger König ist dabei. Das hat es in der über 1000-jährigen Geschichte der britischen Monrachie (sic!) noch nie gegeben!

Einen solchen Artikel sicherlich auch nicht!

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