Jesus, etc.

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 10. Juni 2007 13:30

Oft genug sind es ja die sog. “etablierten Medien”, die die sog. “neuen Medien” meiden wie der Teufel das Weihwasser. Wenn deren Vertreter dann doch mal über so etwas wie Blogs reden, kann es schnell peinlich, und wenn sie Sinn und Funktionsweise von Blogs nicht verstehen, auch mal oberpeinlich werden.

Umso wichtiger ist es in meinen Augen, auf Beispiele hinzuweisen, bei denen ein “etabliertes Medium” auf geradezu beispielhafte Weise ein Blog eingesetzt hat – und das bei einem Thema, das auf den ersten Blick so gar nicht Web 9 3/4 ist. Ich rede natürlich vom Kirchentagblog von wdr.de. Dort haben die Online-Redakteurinnen Marion Kretz-Mangold und Sabine Tenta bereits Ende Mai zu bloggen angefangen und während des Evangelischen Kirchentags in Köln waren sie richtig aktiv.

Dabei haben die beiden Damen das Blog genau für die Dinge genutzt, für die in der “klassischen” Berichterstattung im Hörfunk oder Fernsehen kein Platz gewesen wäre: kleine Beobachtungen am Rande, Berichte über die Podiumsdiskussionen (inkl. mildem Jürgen-Fliege-Bashing) und Hintergrundinformationen. Wer nicht vor Ort sein konnte, hatte so zumindest die Möglichkeit, eine ordentliche Portion Kirchentagsatmosphäre vom eigenen Computer aus genießen zu können. Manchmal entsponnen sich in den Kommentaren sogar kleine Diskussionen, aber leider nicht oft – so ganz passen Thema und Medium wohl immer noch nicht zusammen.

“Ich habe gelacht, als meine Regierung verspottet wurde”

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 10. Juni 2007 1:58

Es gibt sicher viele Gründe, politisches Kabarett doof zu finden (und weil man bei solchen Sätzen wenigstens einen Grund nennen sollte, sag ich mal: “Scheibenwischer”). Es gibt aber auch politisches Kabarett, dem ich mich freiwillig aussetze. Heute Abend habe ich mir z.B. zum vierten Mal Volker Pispers angesehen – zum dritten Mal mit seinem Best-Of-Programm “Bis neulich”, mit dem er seit fünf Jahren tourt. Und obwohl ich knapp die Hälfte des Programms hätte mitsprechen können, habe ich mich herrlich amüsiert. Das verzweifelte Mitschreiben und Rezitieren der bösesten Sprüche und besten Pointen überlasse ich ebenso den Reportern der Lokalzeitungen wie die Formulierungen “bitterböse”, “schwarzer Humor” und “Lachen im Halse steckenbleiben”.

Direkt zu Beginn des Abends, der inklusive einer halbstündigen Pause übrigens fast vier Stunden dauerte, bezeichnete Pispers das Kabarett als modernen Ablasshandel, der es den Zuschauer ermögliche, bequem gegen das System zu sein, in dem er lebt. Und so durfte das überraschend heterogene Publikum (ich möchte trotzdem wetten: 25% Lehrer) über Angela Merkel, George W. Bush, Wolfgang Schäuble, Franz Müntefering und wiesiealleheißen lachen, obwohl das, was diese Politiker so anrichten, selten zum Lachen ist. Entsprechend hoch war der Anteil der “Hohoho”s, also der Lacher, die man sich als politisch korrekter Mensch ja eigentlich gar nicht erlauben dürfte.

An Volker Pispers gefällt mir besonders gut, dass er sich nicht mit kindischen Parodien, Kostümierungen oder Aufführungen aufhält (s. “Scheibenwischer”), sondern den Zuschauern hauptsächlich Fakten um die Ohren haut. Natürlich sorgt er dafür, dass dabei Pointen entstehen, aber das, was er da auf der Bühne erzählt, lässt sich auch in den seriösesten Zeitungen nachlesen – nach Pispers Aussagen seine einzigen Quellen. Wie er Aufklärung und Unterhaltung gleichzeitig liefert, das ist fast schon ein bisschen mit der “Daily Show” vergleichbar.

Die Idee, dass Kabarett die Welt verändern könnte, wäre gänzlich absurd. Das Publikum hat gutes Geld bezahlt, sich köstlich unterhalten gefühlt, mal lauthals über die eigene und andererleuts Regierung gelacht und sich am Ende vielleicht sogar ein paar Fakten und Formulierungen gemerkt. Aber wird man Nachbarn, Freunde oder die obligatorischen Stammtischbrüder zurechtweisen, wenn diese die Politik eines Wolfgang Schäuble (ach, ein Zitat muss ich jetzt doch mal bringen: “Attentatsopfer und Rollstuhltäter”) gutheißen? Wird auch nur einer, nachdem er sich einen Abend lang über Politiker schlappgelacht hat, selbst in die Politik gehen und etwas ändern wollen?

Aber darum geht es ja gar nicht: Missionierung ist sicher nicht Ziel des Kabaretts, denn die, die hingehen, wissen ja eh zumeist, wie der Hase läuft, und die, die man wachrütteln müsste, die interessiert das alles kein bisschen. Trotzdem reden die Lehrer hinterher bei einem Glas Rotwein (und: ja, ich wünschte, das wäre einfach nur so ein haltloses Klischee, aber es ist natürlich schmerzhaft wahr) über das, was sie da gehört haben. Sie sind für einen Abend mal passiv engagiert gewesen und erzählen sich selbst noch einmal, dass beispielsweise die Chance, in Deutschland an Ärztepfusch zu sterben, unendlich höher ist als die, hier Opfer eines terroristischen Anschlags zu werden. Das ist doch schon mal ein Anfang.

Und wo ich gerade dabei bin: Das Fantastival, in dessen Rahmen ich diesen Kabarettabend besuchen durfte, läuft noch zwei Wochen in Dinslaken. Karten für das Konzert der Kilians kann man noch bis Mittwoch bei uns gewinnen.

“Bleich wie Mozzarella-Käse”

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 8. Juni 2007 20:23

Willkommen auf der Coffee-And-TV-Journalistenschule. Heute lernen wir, wie man eine Gerichtsreportage schreibt.

Wichtig für jede Reportage ist, dass man dem Leser ein genaues Bild von dem vermittelt, worüber man schreibt. Berichten Sie von Details und probieren Sie einfach mal aus, wie viele Adjektive man in einen Satz quetschen kann:

Der Mann, der da nervös zitternd auf dem hochmodernen, ergonomischen Anklagestuhl sitzt, war mal der bekannteste, erfolgreichste Plattenproduzent der Welt.

Bitte beachten Sie: eine Gerichtsreportage ist eigentlich schon Literatur. Bringen Sie ruhig auch mal Vergleiche, die auf den ersten Blick etwas abseitig wirken, und schrecken Sie auch vor eigenen Interpretationen nicht zurück.

Seine Haut ist so bleich wie Mozzarella-Käse, im selben Ton wie die schenkellange Frackjacke, die er ab und zu trägt.

oder

Seine Miene, in der sich Angst, Verachtung und Bedrohung spiegeln, gleicht der eines verlorenen Kindes.

sind tolle Beispiele dafür. Das letzte zeigt darüber hinaus, dass man ruhig auch mal drei gewichtige Worte hintereinander aufreihen kann.
Wenn Sie fremdsprachliche Begriffe verwenden, scheuen Sie sich nicht, diesen überraschende deutsche Artikel zu verpassen:

(wobei er sich mit Paul McCartney überwarf, der den “Wall of Sound” hasste)

Gerichtsprozesse sind in der Regel langweilig. Schreiben Sie ein paar Sätze ganz ohne Verben, das suggeriert Action und Spannung:

Das “Castle Pyrenées”, Spectors Burgverschnitt auf einer Hügelkuppe. Eine Tür. Das kitschige Foyer. Clarksons Leiche, in einen Stuhl gesackt.

Ziehen Sie Parallelismen über so viele Absätze, dass auch der geübte Leser den Zusammenhang verliert. Er wird Ihren Artikel mehrmals lesen müssen und ihn so besser in Erinnerung behalten. Niemand versteht einen einzeln stehenden Absatz wie

Oder selbst den Chef-Ermittler Lillienfeld, der die blutverschmierte Tatwaffe im Gerichtssaal vorzeigt und berichtet, im Stuhl neben der Toten habe eine Aktentasche mit den Initialen “PS” gelegen. Inhalt: diverse Tabletten, darunter “Hallo-Wach”-Pillen und ein Viagra.

auf Anhieb, aber das weckt die Neugier des Lesers.

Lassen Sie dem Leser bei aller Detailfreude auch Raum für eigene Interpretationen. Formulieren Sie Sätze, deren Inhalt verschiedenes bedeuten kann:

Weiter rechts sitzt AP-Gerichtsreporterin Linda Deutsch, die Spector jovial-schelmisch begrüßt: “Sie sehen heute so elegant aus.”

Bilden Sie darüberhinaus auch mal einen Satz, den man stundenlang drehen und wenden kann, ohne ihn zu verstehen. Der Neid der Kollegen ist Ihnen sicher:

Das Musikmagazin “Rolling Stone” zählte Spector noch 2004 zu den “100 großartigsten Künstlern aller Zeiten”.

Wenn Sie diese einfachen Regeln befolgen, werden Sie bald schon fantastische Gerichtsreportagen schreiben können, die dann auch bei Spiegel Online veröffentlicht werden.

Nachtrag 11. Juni, 17:34 Uhr: Was mir erst gerade aufgefallen ist: Mozzarella-Käse?

M wie ‘Maren Gilzer’

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 8. Juni 2007 14:12

VISIONS.de möchte ein M kaufen

Screenshots: visions.de, netvibes.com

Hmmm, liebe Leute bei VISIONS.de, da ging wohl erstmal eine fehlerhafte Überschrift in den RSS-Feed, was?

Nachtrag 20:03 Uhr: Jetzt lautet die Überschrift im Feedreader so:
Scherzhafte Absage

I Admit I Was Impressed With The Start

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 8. Juni 2007 12:47

Willkommen im Wir-sind-Helden- und iTunes-Fanblog!

Erstere haben für letzteres an einem “Schüleraustausch” teilgenommen und mit +44 Songtausch gespielt. Das Ergebnis: Wir Sind Helden spielen “Wenn dein Herz zu schlagen aufhört” (iTunes, MySpace), als wäre es ihr eigener Song und als hätte es das tolle “When Your Heart Stops Beating” nie gegeben. Und auch bei +44, die ich ja offen gestanden ziemlich gut finde, würde man aufs erste Ohr nicht darauf kommen, dass die gerade einen fremden Song spielen, nur das deutsche “Guten Tag” (iTunes) irritiert etwas.

Ergebnis: Das Experiment ist geglückt, keiner der Songs, keine der Bands hat Schaden genommen. Ich freue mich auf eine Fortsetzung.

PS: +44 haben sich auch noch an der MySpace-Smashing-Pumpkins-Cover-Aktion beteiligt. Ihre Version von “I Am One” kann man hier hören und sei jedem ans Herz gelegt, der Billy Corgans Stimme noch nie mochte – die von Mark Hoppus aber schon.

This Is Zodiac Speaking

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 8. Juni 2007 1:07

Zodiac (Amerikanisches Filmposter)Filme über wahre Begebenheiten haben ja immer den Nachteil, dass man weiß, wie sie ausgehen. Zwar berichtete mein Bruder mal von einer Freundin, die empört war, als man ihr vor dem Kinobesuch das Ende von “Der Untergang” offenbarte (“Hitler erschießt sich und Deutschland verliert”), aber das dürfte ebenso die Ausnahme sein wie Leute, die sich wundern, dass in “Titanic” ein Schiff untergeht. In “Zodiac” dem neuesten Film des großartigen David Fincher (“Fight Club”, “Sieben”, “The Game”) geht es um einen Serienmörder, von dem in Amerika jedes Kind weiß, dass er nie gefasst wurde. Wie man vor diesem Hintergrund trotzdem einen spannenden Film drehen kann, zeigt Fincher den Zuschauern in 158 Minuten.

In der San Francisco Bay Area werden Ende der 1960er Jahre mehrere Morde begangen, der Täter schickt verschlüsselte Botschaften an Lokalzeitungen und Polizei und inszeniert sich selbst als erstes mediales Phänomen dieser Art. Die Ermittler tappen im Dunkeln, die Nachforschungen des Reporters Paul Avery (Robert Downey Jr. spielt einen Mann mit Alkoholproblemen – How about that?) führen auch nicht weiter und der ganze Fall verläuft sich irgendwie. Und in dem Moment, wo man sich als Zuschauer fragt “Ja, und jetzt? Ist ja wohl noch was hin bis zum Schluss …”, in diesem Moment entwickelt der Karikaturist Robert Graysmith (der in vierzehn Jahren keinen Tag altert – Jake Gyllenhaal sei Dank) eine geradezu krankhafte Obsession, den Fall lösen zu wollen. Er forscht nach, kämpft sich durch Aktenberge und befragt alle mit dem Fall betrauten Personen.

Dass Fincher eine bedrückende Atmosphäre schaffen kann, wissen wir spätestens seit “Sieben”. In “Zodiac” rekonstruiert er das San Francisco der späten Sechziger und Siebziger Jahre mit beinahe beunruhigender Akribie und schafft so eine Welt in Braun und Grau, in der es auch noch ständig regnet. Zu jeder Sekunde sieht der Film so aus, als sei er wirklich schon über 30 Jahre alt und die Kamerafahrten durch inzwischen längst umgebaute Straßen zeigen, wie toll und unauffällig Spezialeffekte mittlerweile sind, wenn man sie ausnahmsweise mal für realistische Bilder einsetzt. Der Film nimmt uns mit in eine Zeit, lange vor der weltweiten Vernetzung, als längst noch nicht jede Polizeistation in den USA ein Faxgerät hatte und man von genetischen Fingerabdrücken und ähnlichen Spielereien noch nicht mal träumte – eine Zeit, in der die Amerikaner immerhin auf dem Mond landeten und in der Eduard Zimmermann schon “Aktenzeichen XY… ungelöst” moderierte.

Jake Gyllenhaal wird sein Image als “irgendwie unheimlicher Softie” wohl nie so ganz loswerden, aber wie schon so oft (und zu vördererst in “Donnie Darko”) überzeugt der 26-Jährige auch diesmal wieder voll und ganz. Sein Robert Graysmith, auf dessen Büchern der ganze Film basiert, ist ein ähnlich getriebener Charakter wie Detective David Mills in “Sieben”: Er belästigt die zuständigen Polizisten mitten in der Nacht, spannt seine Kinder als Hilfsermittler eins und als er zuhause Anrufe vom vermeintlichen Killer erhält, verlässt ihn seine zweite Frau. Seinen Bruder im Geiste findet er in Inspector David Toschi (Mark Ruffalo), der ihn mit Informationen versorgt und trotz aller Anstrengungen auch nicht vom Zodiac-Fall loskommt.

Die brutalen Morde bilden eigentlich nur das Grundgerüst für die Geschichte, auf einige Fälle, die dem Zodiac-Killer ebenfalls zugeschrieben werden, geht er gar nicht ein. Fincher orientierte sich nach eigenen Angaben an “All The President’s Men”, dem Film über die Journalisten Carl Bernstein und Bob Woodward, die den Watergate-Skandal aufdeckten. Trotzdem entwickelt sich in manchen Szenen eine unglaubliche Spannung, die auch durch Faktenwissen nicht herunterzuspielen ist. Auf dem Nachhauseweg war ich jedenfalls geringfügig paranoid.

Fünf Jahre nach “Panic Room”, der eigentlich auch nur enttäuschend war, weil man nach “Fight Club” wieder eine ähnliche Großtat von Fincher erwartet hatte, ist der Regisseur einmal mehr auf dem Höhepunkt seines Schaffens. “Zodiac” ist ein düsterer, intelligenter, letztlich aber pessimistischer Film. Für Leute, die sich schon länger mit dem Zodiac-Killer befassen, ist es eine Bebilderung der eigenen Vorstellungen, für Neulinge ist es eine sehr gute Einführung in den Fall. Die 2004 geschlossenen Akten des San Francisco Police Department zum Zodiac-Killer wurden im Frühjahr dieses Jahres wieder geöffnet.

Offizielle Website zum Film
Offizielle deutsche Website zum Film
Film-Trailer
“The Z Files” – Faktensammlung zum Zodiac-Killer

Was soll denn daran komisch sein?

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 7. Juni 2007 19:03

Für alle, die sich fragen, was das für ein Lied sein könnte, das die Toten Hosen gerade gemeinsam mit Bob Geldof … interpretieren: Greifen Sie zum Original zur bekanntesten Version.

Nachtrag: Oh weh, “All You Need Is Love” gibt’s auch noch oben drauf. Selten waren der Zweck heiliger und die Mittel ketzerischer …

Bright Idea (Folge 317)

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 7. Juni 2007 14:47

Heute: Sternmarsch auf eine Küstenstadt.

Acht- und Sachgeschichten

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 7. Juni 2007 11:42

Ich glaub, ich verbring die nächsten Tage ausschließlich mit Phoenix-Gucken. Das Programm, das die aus Heiligendamm senden, muss man sich so vorstellen, wie wenn ARD und ZDF letztes Jahr rund um die Uhr von der Fußball-WM berichtet hätten, aber die Kameras nach den Nationalhymnen hätten abschalten müssen.

Dafür gibt es die ganze Zeit Gespräche mit Experten, die man sonst nie kennengelernt hätte – vorhin zum Beispiel mit dem Klimaforscher Mojib Latif. Zwischendurch wird an die Front geschaltet, wo Anwohner vorgestellt werden, die die Demonstranten mit Kaffee versorgen, dann werden direkt hinter dem Moderator Greenpeace-Boote aufgebracht. Wann bekommt man schon Weltpolitik, Lokalkollorit und Action gleichzeitig geboten?

Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass bei den Übertragungen auch Lippenleser zur Verfügung stehen. Zu gern hätte ich erfahren, worüber Nicolas Sarkozy, Tony Blair, Wladimir Putin und George W. Bush mit Angela Merkel gescherzt haben. Überhaupt: Von Bush gab es heute Morgen eine sehr schöne Szene, wie er mal wieder die Bundeskanzlerin anflirtete.

Ich könnte mir dieses Geplänkel stundenlang angucken. Und solange die Staats- und Regierungschefs sich benehmen wie Teenager auf Klassenfahrt, können sie auch keine politischen Fehlentscheidungen treffen.

“Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, …”

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 6. Juni 2007 19:02

“… und meine Wangen denen, die mich rauften.” (Jesaja 50,6)

In Köln findet ja gerade der großangelegte Gegenentwurf zu G8-Gipfel und -Gegendemonstrationen statt: der Evangelische Kirchentag. Das ist mir irgendwie sympathischer und die schöneren Bilder gibt es da auch.

So ließ es sich der WDR gerade nicht nehmen, während der Grußworte von Frank-Walter Steinmeier und Jürgen Rüttgers – die beide beim Versuch einer Johannes-Rau-Impersonation kläglich scheiterten – demonstrativ zu zeigen, wie Zuschauer den Ort des Geschehens verließen. Manchmal ist ein Rücken eben eine deutlichere Botschaft als eine Stirn oder gar Faust …

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