Übliches Ableben

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 20. Juli 2007 19:29

Am Flughafen von San Francisco ist ein toter Chinese im Bauch eines Flugzeugs entdeckt worden – offenbar ein blinder Passagier aus Shanghai.

Für die Art, wie der “San Francisco Chronicle” diesen und vergleichbare Fälle beschreibt, müsste man eigentlich eine Steigerungsform von “lakonisch” erfinden:

Bodies are periodically found in the wheel wells of airplanes, usually after people seek covert entry into the United States or Europe. Such stowaways usually die during the flight.

Rad und Tat

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 20. Juli 2007 18:59

Man kann sicher viel darüber diskutieren, ob es eine gute Idee war, dass Sat.1 die Berichterstattung der Tour de France übernommen hat, kaum dass ARD und ZDF ausgestiegen waren. Das geschieht ja auch hie und da und dort. Letztendlich gibt es da sicherlich kein “richtig” oder “falsch”, aber es muss ja nicht jede Diskussion zu einem Ergebnis kommen.

Was mich aber gerade mal wieder auf die Palme treibt, sind die Berliner Hinterbänkler, die – kaum, dass sich das Sommerloch bedrohlich über der Medienlandschaft öffnet – eiligst durch die Gegend rennen und in die erstbesten Mikrofone hineinsalbadern:

Die Grünen sprachen von einem «fatalen Signal», wenn die Quote zähle, der Inhalt aber nicht. «An die Zuschauer wird dabei nicht gedacht, an einen sauberen Radsport schon gar nicht – Hauptsache Spektakel», heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der medienpolitischen Sprecherin, Grietje Bettin, und des sportpolitischen Sprechers, Winfried Hermann.

Zunächst einmal freut es mich natürlich, wenn sich die mir bisher unbekannten Grünen-Sprecher als meine Anwälte (ich als Teilmenge von die Zuschauer) aufspielen. Allein: Ich will gucken – und eine knappe Millionen anderer Leute offenbar auch.

Sicher: Wir könnten auch der Übertragung bei Eurosport folgen, dafür braucht es keine langweilige Sat.1-Übertragung. Aber allein die Verwendung des Begriffs “Spektakel” zeigt, dass sich offenbar keiner der Beiden die Mühe gemacht hat, sich das Elend bei Sat.1 anzuschauen – dagegen ist ja jeder Wetterbericht nach den “Tagesthemen” ein größeres Spektakel. Und die Quote “stimmte” gestern bei Sat.1 schon mal überhaupt nicht.

Mir erschließt sich auch nicht so ganz, ob und wie der Radsport dadurch sauberer werden sollte, wenn die Tour nicht im Fernsehen auf einem Sender, der einen einstelligen Sendeplatz auf der Fernbedienung belegt, übertragen würde. Es ist ein bisschen wie mit Schrödingers Katze: entweder wird gedopt oder nicht – ob man dabei zusehen kann oder nicht, hat darauf keinen Einfluss.

Politiker müssen nicht zu allem eine Meinung haben und vor allem sollten sie darauf vertrauen, dass die Bürger, von denen sie mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragt wurden, mündig genug sind, einen Fernseher einzuschalten oder nicht. So doll wie früher waren die Zuschauerzahlen der Tour schon bei ARD und ZDF nicht – also gibt es offenbar genug frühere Zuschauer, die entweder die Schnauze voll haben von gedopten Sportlern oder – auch das wäre nicht undenkbar – denen die ungedopten Fahrer zu langsam fahren.

Kneipenbekanntmachung

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 20. Juli 2007 1:44

Ich bin nicht unbedingt immer sonderlich schnell, was das Aufspüren neuer Trends angeht. Noch ist es nicht so schlimm, dass ich bei “Polylux” anfangen müsste, aber die Nachfolge von Matthias Horx werde ich so bald nicht antreten. Würd’ ich mal so vorhersagen …

Deshalb ist das, worüber ich neulich bei Thomas Knüwer gestolpert bin, vielleicht schon gar nicht mehr wirklich das hippste, neueste Space-Age-Ding im Web 9 3/4. Aber ich finde es ganz und gar großartig und möchte es gerne mit möglichst vielen Menschen teilen:

Kloß und Spinne
(Screenshot: youtube.com)

Es geht um “Kloß und Spinne”, eine Animationsserie von Volker Strübing, die man am Besten als eine Mischung aus “Dittsche” und “South Park” beschreiben kann, garniert mit ganz viel von dem, was ich als Ruhrpottler für Berliner Lokalkolorit halten würde. Das sind unglaublich witzige und anrührende Cartoons, die ich am Liebsten in einer Endlosschleife gucken würde.

Bisher gibt es vier Episoden (“Computer kaputt!”, “Klimakatastrophe”, “Gehacktes!” und “Die Hölle war och schonma besser!”), die alle knapp fünf Minuten lang sind und mit so viel Kreativität und Liebe zum Detail gestaltet wurden, dass man sich fragt, wozu man eigentlich noch Fernsehen braucht. Ein Blog hat Volker Strübing übrigens auch.

Lieder für die Ewigkeit: Sportfreunde Stiller – Ein Kompliment

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 19. Juli 2007 18:49

In allen vier Ecken soll Liebe drin stecken

Gerade habe ich bei MTV (bei MTV!!!!1) zum ersten Mal das Video zur neuen Sportfreunde-Stiller-Single “Alles Roger” gesehen. Ich bin mir relativ sicher: bei denen geht nicht mehr viel. Endgültig vorbei scheint die Zeit, in der die sympathischen Bayern intelligente, gewitzte Texte mit charmanten Melodien zusammenpackten und dabei Songs wie “Ein Kompliment” aus dem Ärmel schüttelten.

Man greift sicher nicht zu hoch, wenn man die damalige Vorabsingle zum zweiten Sportfreunde-Album “Die gute Seite” zu den besten deutschsprachigen Liebesliedern aller Zeiten (also inkl. Romantik und Sturm’n’Drang) zählt. Die unumwundene Sympathiebekundung, die bei vielen anderen Künstlern in schlimmstem Schlagerkitsch hätte versinken können, kam bei den Sportfreunden Stiller sympathisch und authentisch rüber. Ja, so ist das halt, wenn man verliebt ist: die Angebetete wird zum “Ziel einer langen Reise”, zur “Schaumkrone der Woge der Begeisterung”, kurzum zum “größten für mich”.

Man kann nur vermuten, auf wie vielen Kassettenmädchenkassetten “Ein Kompliment” in den letzten fünfeinhalb Jahren gelandet ist. Wer ein Mixtape mit diesem Song darauf verschenkt und darauf keine Antwort in der einen oder anderen Richtung bekommt, sollte sich ein neues Ziel aussuchen (hätte mir das damals mal jemand gesagt …). All das, was man sich als Teenager (und darüber hinaus) nie zu sagen getraut hat, kann man ein ganzes Stück einfacher trotzdem ausdrücken (lassen).

Aber auch fernab dieses Dienstleistungsgedankens ist und bleibt “Eine Kompliment” ein wunderbares Lied: emotional, euphorisch, aber immer noch mit einem sogenannten Augenzwinkern. Das ist das Schlachtschiff “Pathos” mit dem Rettungsboot “Ironie”, die neunundneunzigkommaneunprozentige Hingabe. Ein solches Lied kann man einer Band gar nicht hoch genug anrechnen.

Öffentlich-rechtliche Radlosigkeit

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 19. Juli 2007 17:03

Gestern sind ARD und ZDF aus der Übertragung der Tour de France ausgestiegen. Der Spiegelfechter hat dieses Vorgehen recht ausführlich kommentiert und in zwei Sätzen gut zusammengefasst:

Wenn man „den Dopingsumpf“ halbwegs trocken legen will, ist weder krawalliger Aktionismus noch Hysterie hilfreich, wie die ARD und ZDF an den Tag legen. Wer bessere Kontrollen fordert und laut aufschreit, wenn diese Kontrollen tatsächlich etwas zu Tage fördern, agiert wie der Dieb der „Haltet den Dieb!“ schreit.

Heute haben dann völlig überraschend Sat.1 und ProSieben, zwei Sender die in der letzten Zeit nicht unbedingt durch Sportübertragungen auffielen, die Senderechte der Tour de France gekauft. Für die Öffentlich-Rechtlichen ist das ein lautstarker, öffentlicher Schlag in die Fresse, denn die Quoten bei Sat.1 werden – wie gestern die bei Eurosport – explodieren. Die Zuschauer wollen offenbar die Tour sehen und das ist ja auch gar nicht so abwegig: Unter Beobachtung werden die Fahrer ja wohl hoffentlich weniger Scheiße bauen, als wenn sie unter sich sind.

Die Teams von ARD und ZDF, die für drei Wochen gebucht waren, stehen jetzt mit ihren Übertragungswagen, Dekos und Kameras irgendwo mitten in Frankreich, ihnen droht auch noch der Entzug ihrer Akkreditierungen. Möglicherweise wird sich der eine oder andere Gebührenzahler fragen, welche Kosten die nunmehr beschäftigungslosen ÖR-Reporter gerade so verursachen.

Für Sat.1 kam die Nachricht unterdessen so überraschend, dass man improvisieren musste: Experte Mike Kluge erzählte vorhin, man habe ihn gestern Abend um 23 Uhr angerufen und gefragt, ob er kommentieren wolle. Deswegen sitzen er und N24-Sportchef Timon Saatmann heute auch noch in einem Berliner Studio und nicht (wie sonst üblich) am Ziel in Montpellier. Das erklärt auch, warum der Kommentar heute so sterbenslangweilig ist: die beiden haben ja noch nicht mal das Buch zur Hand, in dem historische Gebäude, lokale Wein- und Käsesorten vermerkt sind. Ich will hoffen, dass sich das ab morgen ändert. Sonst muss ich mir die Tour nachher noch von Eurosport kommentieren lassen.

“Wie man’s spricht!”

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 18. Juli 2007 16:40

Eine der wichtigsten Regeln, die man lernt, wenn man für die Lokalredaktion einer Tageszeitung erste Berichte über Kaninchenzüchtervereine und Schultheateraufführungen schreibt, lautet: “Frag lieber noch mal nach, wie man den Namen richtig schreibt!”

Das gilt natürlich hauptsächlich für Kaninchenzüchter wie Manfred Subczierczyk und Nachwuchsschauspielerinnen wie Sabina Schneyda. Bei Rockstars, die man zwecks O-Ton-Absonderung kontaktiert, muss man nicht mehr unbedingt nachfragen. Das würde ja irgendwie peinlich wirken und man kann ja zur Not im Internet nachschauen, wie der Interviewpartner richtig geschrieben wird.

Sollte man vielleicht sogar:
Wer ist Tees Ullmann?
(Screenshot: taz.de, Hervorhebung: Coffee & TV)

Abiwitzig

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 18. Juli 2007 14:56

Gestern las ich bei “Indiskretion Ehrensache” diesen schönen Satz:

Wie die Ostereiersuche durften die Fans […] hinter jedes Sendefenster lugen, irgendwann kam halt mal wieder ein Stückchen.

“Nun ja”, dachte ich als erstes, “da sind Herrn Knüwer halt die Metaphern verrutscht. Weiß doch jedes Kind, dass das mit den Fenstern Adventskalender sind und die nichts mit Ostereiern zu tun haben.” Dann dachte ich: “Und was mach ich jetzt mit dem Satz?”

Verunglückte, ungewollt zweideutige oder auch von vorne bis hinten sinnlose Sätze werden von den etablierten Medien allenfalls stiefmütterlich behandelt. Wenn Edmund Stoiber nicht gerade die Vorzüge des Transrapids zu erklären versucht, ist “TV Total” so ziemlich die einzige Plattform, die sich am Scheitern von Sprache in der Öffentlichkeit weidet. Dabei hat beinahe jeder, der in diesem Land über einen Schulabschluss verfügt, sich schon als Katalogisierer von missglückten Aussprüchen betätigt.

Keine Abizeitung kommt ohne eine Zitatensammlung aus, in der Lehrern und Mitschülern mit schonungsloser Brutalität Aussprüche um die Ohren gehauen werden, an die sich die Betreffenden oft genug gar nicht mehr erinnern können. Wenig (nicht einmal die Abiturklausuren) bleibt im halböffentlichen Raum der Schule so lange bestehen wie die aus Gedankenlosigkeit formulierten und sofort mitstenographierten Sätze, die zumeist während der Oberstufenzeit fallen. Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich war in unserer Jahrgangsstufe zuständig für das Sammeln, Sortieren und schließlich auch Abdrucken dieser Zitate.

Im Wesentlichen gibt es vier Klassen von Abizeitungszitaten. Die beliebtesten sind natürlich die zweideutigen, “versauten”:

SoWi-Lehrer: “Der Sven ist in den letzten Stunden gar nicht schlecht gekommen.”

Dann gibt es die, die an der fachlichen Kompetenz der Lehrer zweifeln lassen:

Erdkundelehrerin: “Wart Ihr schon mal auf Mallorca oder einer anderen griechischen Insel?”

Es gibt Aussprüche, bei denen man das Knacken in den Hirnwindungen der Sprecher hören zu können glaubt:

Geschichtslehrer: “In Wirklichkeit haben wir es nicht mit Fiktionen zu tun, sondern mit Realität!”

Und dann gibt es natürlich noch die Schüler, die glauben, durch besonders vorlaute und alberne Antworten in Erinnerung zu bleiben – oder es wenigstens in die Abizeitung zu schaffen:

Deutschlehrerin: “Gebt mal ein Beispiel für ‘scheinbar’!”
Schüler: “Er wollte mit Münzgeld bezahlen, aber die Bedienung sagte: ‘Dies ist eine Scheinbar’!”

Einige Lehrer haben ein Standardrepertoire an Sprüchen, mit denen sie es in beinahe jede Abizeitung schaffen, weil die mitschreibenden Schüler nicht über ausreichend Recherchewillen oder Lebenserfahrung verfügen. So ein Verhalten ist vergleichbar mit dem halbironischen Rumgeeier, das Bands wie die Toten Hosen produzieren, wenn sie bei einer “Award Show” ausgezeichnet werden, und äußert sich in Sätzen wie:

Physiklehrer: “Letzte Stunde standen wir vorm Abgrund, heute sind wir einen Schritt weiter!”

Seltsamerweise kommt außerhalb des Biotops Oberstufe kaum jemand auf die Idee, die Aussprüche seiner Mitmenschen aufzuschreiben und zu veröffentlichen. Vorgesetzte, Familienmitglieder, ja sogar Universitätsdozenten können sich trotz Videohandys in Sicherheit wiegen: Niemand wird mehr leise kichern und mit der Überschreibseite eines Tintenkillers hektische Notizen auf einem Collegeblock vornehmen, wenn mal wieder ein denkwürdiger Ausspruch im Raum hängt wie ein grotesker Papagei auf der Schulter einer rosagewandeten, überschminkten alten Dame.

Aber es gibt ja noch genug andere Beispiele für Dinge, die man nach seinem Abitur klugerweise nie wieder macht: Sich mit dem Bruttoinlandsprodukt Litauens auseinandersetzen; sich mit eigentlich unbekannten, davor und danach verhassten Altersgenossen verbrüdern; auf dem Schulhof mit Bier rumspritzen und sich alberne Wortspiele einfallen lassen. Vor allem letzteres wäre eigentlich mal ein Fall für irgendeine noch zu gründende Aufsichtsbehörde: Jede “Abi”-Verballhornung sollte pro Jahr maximal dreißig Mal und mit einem Sicherheitsabstand von 120 Kilometern zwischen den beteiligten Schulen verwendet werden dürfen. Und nach ein paar Jahren werden Slogans wie “KohlrABI – Wir machen uns vom Acker”, “CannABIs – Der Stoff ist durch!” oder “Abigeddon” dann vollständig verboten.

Greetings From Co

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 17. Juli 2007 15:31

Offenbar ist Inkompetenz kein Privileg der deutschen Post, auch die amerikanischen Kollegen wissen zu beeindrucken:

*** *******CO, California

Gut, dass ich weiß, woher die Postkarte kommt. Lesen würde ich es nämlich nicht können.

“Und wofür ist der Knopf?”

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 17. Juli 2007 13:33

Für alle, die sich immer schon gefragt haben, wie es wohl im Kontrollraum eines Vattenfall-Atomkraftwerks zugeht: So oder so ähnlich könnte ich mir das schon vorstellen …

Nachtrag 18. Juni, 01:05 Uhr: Tja, da war der Film leider ganz schnell wieder weg. Es handelte sich übrigens um “Lifted”, einen neuen Kurzfilm von Pixar. Den kann man aber auch ab Oktober im Kino sehen, im Vorprogramm von “Ratatouille” (und der soll auch gut sein).

Die Bahn fuhr pünktlich …

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 16. Juli 2007 15:52

Leider werde ich auf mein Buch wohl noch ein wenig warten müssen. Die hochkompetenten Menschen von DHL haben nämlich irgendwie Mist gebaut, weswegen ich gerade gezwungen war, mit Schaum vor dem Mund und dem “Beschwerderatgeber für Behörden- und Leserbriefe” auf meinen Knien folgendes in die Tasten zu zimmern:

Sehr geehrte Damen und Herren,

als ich heute nach Hause kam, klebte an meiner Haustür eine Benachrichtigungskarte. Diese Karte war weder vollständig ausgefüllt, noch war sie in meinen Briefkasten eingeworfen – ich habe sie eher zufällig gefunden.
Geht es nach dieser Karte, soll ich ein Postpaket, auf das ich aus beruflichen Gründen warte, in einer entlegenen “Postagentur” in Bochum-Altenbochum abholen, was bei dieser Hitze eine Zumutung ist.
Ich frage mich, wieso das Paket überhaupt wieder mitgenommen wurde: In unserem Haus gibt es immer genug Personen, die zuhause und bereit sind, ein solches Paket entgegenzunehmen und weiterzuleiten – ich selbst nehme pro Woche durchschnittlich ein Paket entgegen und sehe deshalb gleich doppelt nicht ein, wieso ich mein Paket in einem Laden abholen soll, der noch dazu ganz und gar unpraktische Öffnungszeiten hat.

Ich möchte Sie deshalb bitten, mir (oder einem meiner Nachbarn) das Paket entweder direkt zuzustellen, oder es wenigstens in einem Postamt zu lagern (Hauptpost am Hbf, Unicenter), das ich ohne Auto erreichen kann.

Mit freundlichen Grüßen und Dank im Voraus,

Immerhin bin ich so mal in den Genuss gekommen, das Wort “Zumutung” zu verwenden, das man ja sonst hauptsächlich von selbstgemalten Zetteln in bundesdeutschen Treppenhäusern kennt. Natürlich hätte ich auch anrufen können, aber das kostet 14 Cent pro Minute, die man in der Warteschleife und beim Eintippen mehrstelliger Zahlencodes verbringt, und ich bin (fern)mündlich immer viel zu nett und nachgiebig.

Jetzt atme ich erstmal tief durch, setze mich mit einem Gin Tonic auf den Balkon und überlege, ob ich gerne mal in einem Verbrauchermagazin im dritten Programm auftreten möchte. Ich sehe mich schon vor dem Haus stehen und mit gespielt fassungslosem Blick einem davonbrausenden gelben Postauto hinterherschauen, unterlegt mit “lustiger” Stummfilmmusik.

Seite: << 1 2 3 ... 140 141 142 ... 159 >>