Noch tiefer im Westen

Von Lukas Heinser, 25. September 2007 12:50

Meine Mutter grad so im ICQ: „Hier, Sohn, guck Dir das mal an. Hab ich bei YouTube gefunden!“
Ich so: „Mama, was machst Du bei YouTube?“, dann aber auf den Link geklickt und – Waaaaaaaah!

Bitte sehen Sie selbst:

Fingerbruch Teil II

Von Thomas, 25. September 2007 12:47

Vor ein paar Wochen habe ich hier schon ein Worte zu der Platte Art of Motion von Andy McKee verloren. Heute möchte ich über meinen Neuerwerb sprechen – das Album Fates von Erik Mongrain. Bei Mongrain handelt sich wie auch bei McKee um einen noch sehr jungen nordamerikanischen Fingerstyle-Artist. Doch während McKee aus Kansas kommt und in einigen seiner Songs gerne ein bisschen rabiater mit seinem Instrument umgeht, holt Mongrain aus seinem Instrument durch eine selbstbeigebrachte Lap-Tapping-Technik auch mal sanftere Töne heraus.
10 Songs gibt es auf seinem Album, das diesen Juni erschienen ist. Dabei zeigt er das volle Spektrum seines Könnens, das ihm scheinbar zugeflogen kommt.

St-Sebastian, Spain, 9 AM. Sitting on stone stairs, underneath the shades of a tree. A pure sun edging out through the leaves, drawing crests of light. My coffee on my left and my guitar on my knees. It’s with a heart filled with joy that these melodies came to me… and I played!

Als 14-Jähriger begann Mongrain mit dem Gitarrespielen; ähnlich wie der bereits erwähnte McKee, begann auch er zunächst mit dem Spielen von Metallica-Songs, bis er dann mit der klassischen Musik von Bach in Berührung kam und nach einem inspirierenden Gespräch mit Don Ross selbst zu Komponieren begann.

Vielleicht stehe ich etwas alleine da, aber diese Fingerstyle-Gitarristen haben es mir irgendwie angetan. Wenn man selbst seit Jahren dieses Instrument spielt, aber nicht im Entferntesten solche Harmonien spielen kann, dann weiß man wohl dieses einzigartige Talent zu bewundern;)

Ratinger Hofnarren

Von Lukas Heinser, 25. September 2007 9:42

Lukas: „Was halten wir eigentlich von den Toten Hosen?“
Imaginary Friend: „Uff! Hmmm, na ja …“
Lukas: „… damit aufgewachsen sind wa ja schon. Irgendwie. Nich?“
Imaginary Friend: „Das mag sein. Aber Campino geht doch gar nicht.“
Lukas: „Wenn wir gleich alle deutschen Bands scheiße finden würden, deren Sänger ein zu großes Mitteilungsbedürfnis haben und jede Talkshow und jede Gazette volllabern, dann könnten wa aber nur noch Kraftwerk hören. Sieh’s mal so!“
Imaginary Friend: „Warum verteidigst Du denn hier die Toten Hosen?“
Lukas: „Tu ich gar nicht. Ich wollte nur wissen, was wir von denen halten.“
Imaginary Friend: „Uff …“

Nun, wie dem auch sei: Von den Toten Hosen gibt es inzwischen – wahnsinnig Punkrock-like – eine eigene „SingStar“-Edition. Das ist … ach, das ist halt so und wäre mir sicher keine Erwähnung wert, wenn man beim Uncle-Sally’s-Magazin dieses Computer-Spiel nicht von drei fachkundigen Testern auf Herz und Leber hätte überprüfen lassen: Nagel, Thees Uhlmann und Mille von KreatorCampino bewertet das Ganze. Das alles als Video hier.

Eigentlich ist es ganz schrecklich, aber irgendwie auch sehr unterhaltsam. Anders ausgedrückt: Näher am Punk waren die Toten Hosen in den letzten fünfzehn, zwanzig Jahren nicht.

[via Tomte-Blog]

Turbojugend Amazonas

Von Lukas Heinser, 24. September 2007 23:58

Ja, bei Namen, die auf „S“ enden, ist es in der deutschen Sprache geradezu unmöglich, einen halbwegs ansehnlichen Genitiv zu bilden. Gerade, wenn es automatisch erfolgen soll.

Ich glaube zwar, dass ein Internethändler, der mir aufgrund meiner bisherigen Bestellungen Vorschläge unterbreiten kann, was mir noch so gefallen könnte, auch in der Lage sein sollte, Namen, die auf „S“ enden, ein einfaches Apostroph anzuhängen, aber vielleicht erwarte ich auch zu viel von Amazon.de.

Und ohne diesen charmanten Fehler hätte es heute gar keinen Blogpost gegeben:

“Lukass Shop” bei amazon.de

P.S.: Sollte sich Ihnen ein möglicher Witz überhaupt nicht erschließen und sollten Sie die Überschrift allenfalls als verwirrend empfinden: Ignorieren Sie diesen Beitrag einfach. Der nächste allgemeinverständliche kommt bestimmt.

Vorgang wird bearbeitet

Von Lukas Heinser, 23. September 2007 14:45

Vielleicht brauchen wir uns doch nicht so viele Sorgen zu machen um mitgelesene E-Mails, Vorratsdatenspeicherung und Gedankenkontrolle.

Schließlich leben wir in einem Land, in dem es die Behörden nicht mal auf die Reihe kriegen, 82 Millionen Steuernummern in time zuzuteilen.

Irrtum mütterlicherseits

Von Lukas Heinser, 22. September 2007 15:42

Babies Of The 80

Ich bin immer sehr vorsichtig mit diesem Gerede von einer „Generation XY“. Einerseits finde ich es absurd, dass alle (oder viele) Menschen, die alle gleich alt sind, mehr gemein haben müssten als ihr Geburtsdatum; andererseits sind gewisse äußere Einflüsse zu einem bestimmten Zeitpunkt natürlich nicht von der Hand zu weisen.

So würde ich mal davon ausgehen, dass viele (inzwischen nicht mehr wirklich junge) Männer, die Anfang der Achtziger Jahre geboren wurden, unter anderem mit folgenden Ansagen groß geworden sind: Atomkraft ist doof; Frauen können alles genauso gut wie Männer; Körnerbrötchen sind gesünder als Toast; man bietet alten Menschen und schwangeren Frauen seinen Sitzplatz in der Straßenbahn an; man steht auf, wenn man jemandem die Hand gibt; es ist als Mann völlig in Ordnung, zu seinen Gefühlen zu stehen, man darf auch gerne lange Haare haben, aber niemals und auf gar keinen Fall pinkelt man im Stehen oder lässt die Klobrille hochgeklappt.

Zumindest letzteres hat man meinen Mitbewohnern offenbar nie erzählt.

Jeden Tag so viele nette Leute

Von Oliver Ding, 21. September 2007 22:11

Eben schnupperte ich mal wieder über den pünktlich um 20 Uhr verschickten Tagesschau-Newsletter, der viel charmanter ist als irgendein Stream, über den sich Lukas mal zur Abwechslung nicht lustig machen kann. Da stand dann also in angenehm unblinkender Festbreitenschrift folgendes:

* Schavan will nationales Demenzzentrum einrichten
Immer mehr Menschen erkranken an Alzheimer. Deshalb will die
Bundesregierung jetzt ein nationales Demenzzentrum schaffen, um das
Problem näher zu erforschen. Betroffenen soll es ein „Leuchtfeuer der
Hoffnung“ sein, so Forschungsministerin Schavan.

mehr: http://newsletter.tagesschau.de/re?l=6m7680I1oa164Ii

Ich schaffte es leider nur bis zum ersten Komma und musste losbrüllen vor Lachen. Doch bevor ich den Gedanken zuende gedacht hatte, dass ihre Chefin Angela doch schon eine Regierung beisammen hätte, merkte ich, dass es gar nicht um die angemessene Endlagerung von durchdrehenden Politikern ging. Schade eigentlich.

Kein Gebot vom Kaiser Augustus

Von Lukas Heinser, 21. September 2007 11:55

Es gibt vermutlich keinerlei echten Zusammenhang, aber das Timing ist trotzdem merkwürdig: Wenige Tage vor der großen Demo gegen Vorratsdatenspeicherung in Berlin beschließt der Bundestag eine neue Volkszählung. Nach allem, was die Staatssicherheitspolitiker der CDU/CSU in den letzten Wochen und Monaten so gefordert haben, dürfte niemand mehr ernstlich überrascht sein, wenn aus ihrer Richtung plötzlich der Vorschlag käme, die derart erhobenen Daten doch nicht zu anonymisieren und zu löschen wie vom Bundesverfassungsgericht gefordert, sondern sie direkt für die Fütterung der zentralen Antiterrordatei weiter zu verwenden. Das wäre ja auch praktisch, wenn man die Daten für 450 Millionen Euro eh schon mal erhoben hat.

Ich binein bisschen überrascht, dass es in Zeiten digitaler Karteien und umfassender Vernetzung wirklich noch Daten gibt, die der Staat nicht von seinen Bürgern kennt, und man noch mal losziehen muss, um die Leute zu befragen. Aber offenbar reichen Einwohnermelderegister und Hochrechnungen nicht aus, wie die Financial Times Deutschland dpa zitiert:

Statistiker fordern schon seit längerem eine neue Datenbasis. Nach ihrer Schätzung leben in Deutschland rund 1,3 Millionen Menschen weniger, als auf Basis der Volkszählung von 1987 fortgeschrieben wurde. Das Statistische Bundesamt geht derzeit von 82,3 Millionen Einwohnern aus. Auch die Zahl der Ausländer wurde nach Schätzungen wahrscheinlich zu hoch geschätzt.

FDP und Grüne enthielten sich bei der gestrigen Abstimmung ihrer Stimmen, nur die Linkspartei stimmte dagegen. Da sogar der Datenschutzbeauftragte der Bundesregierung Peter Schaar nichts gegen die Aktion einzuwenden hatte, ist es eher unwahrscheinlich, dass noch einmal ein Aufruhr durchs Volk geht wie bei der letzten Volkszählung in den Achtziger Jahren. Die Menschen, die sich damals gegen den „gläsernen Bürger“ wandten, haben schließlich mittlerweile alle ihre Kunden- und Rabattkarten und geben so fast an jeder Supermarktkasse mehr von sich preis, als der Staat damals wissen wollte.

Nimm mich, holdes Marzipan

Von Lukas Heinser, 21. September 2007 9:42

Werbeplakat am Union Square, San Francisco, CA (November 2006)

Es ist wieder soweit: In den Supermärkten stehen Lebkuchen, Spekulatius und Marzipankartoffeln zur Abholung bereit und die Menschen stehen davor und sagen: „Guck mal, Heinz, es gibt schon wieder Weihnachtsgebäck!

Das wirft die Frage auf, wo diese Menschen die letzten drei Wochen Einkaufen waren, denn Weihnachtsgebäck gibt es bereits seit Ende August wieder zu kaufen. Ich habe schon mehrere Pakete Lebkuchenherzen, -sterne und -brezeln gekauft und diese mit Freuden verspeist. Das Wetter passt, mir schmeckt das Zeugs einfach und ich habe als (noch) freier Bürger wenig Lust, mir von planwirtschaftlich operierenden Backwarenkonzernen vorschreiben zu lassen, wann ich welche Art Gebäck verzehren möchte. Außerdem gehe ich durch frühzeitigen Verzehr sicher, dass mir Printen, Dominosteine und Pfeffernüsse spätestens zu Nikolaus zum Halse raushängen und ich mich in der eigentlichen Weihnachtszeit voll und ganz auf den Verzehr fetter Braten, dicker Klöße und hausgemachter Apfelkompötte konzentrieren kann.

Da sich der Erstverkaufstag der Weihnachtsgebäcke in den letzten Jahren nur minimal nach vorne verschoben haben dürfte, besteht indes kein Grund, in diesem Jahr wieder Kolumnen und Editoriale mit dem Hinweis zu füllen, dass es ja schon im September Lebkuchen und Stollen zu kaufen gäbe und ob das nicht etwas früh sei. Dieses Thema ist so ausgelutscht wie die Tomatensaftglosse der Neunziger Jahre. Wenn Ihr irgendwas Witziges „aus dem Leben“ verarbeiten wollt, müsst Ihr wohl oder übel mal Eure Schreibstuben verlassen, liebe Kollegen, und mal eine Viertelstunde real life auschecken. Supermarktkassen sind da z.B. eine töfte Inspirationsquelle – aber bitte nicht darüber schreiben, dass man immer in der langsameren Schlange steht!

Was mich am vorweihnachtlichen Geschäftsgebaren irritiert, ist etwas völlig anderes: Letztes Jahr fiel mir erstmals auf, dass diverse Modeketten und Versandhäuser, aber auch Kaffeeröster, etwa ab November die Innenstädte mit leichtbekleideten Frauen zuplakatierten. Auf riesigen Plakatwänden und in Schaufenstern wurde die Sorte Damenunterwäsche angepriesen, die eigentlich nur schreit „Hallo Schatz, sieh mal, ich hab mich hübsch gemacht und jetzt nimm mich, holder Recke!“ Mir war zuvor nie aufgefallen, dass Weihnachten ein derart plakativ angegangenes Sex-Spektakel sein könnte – auch wenn das erklären würde, warum so viele Freunde von mir im September Geburtstag haben.

Diese Jahr, jedenfalls, schmücken die Push-Up-BHs, Hemdchen, Höschen, Tangas, Hot Pants und Korsagen schon im September die Schaufenster völlig seriöser Bekleidungsgeschäfte und wer sagt, das sei sexistisch, hat natürlich völlig Recht: Überall nur halbnackte Frauen und nirgends werden Produkte für den Herrn angeboten, der sich hübsch machen will.

Ein Apfel zum Preis von dreien

Von Lukas Heinser, 20. September 2007 21:08

Äh, Apple, das kann doch nicht Euer Ernst sein: Ich habe mein System neu eingerichtet und beim nächsten Mal, wenn ich meine im iTunes-Store teuer bezahlten Dateien abspielen will, muss ich sie erstmal wieder für mein System freigeben lassen?!

Von den ursprünglich fünf erlaubten „Geräten“ habe ich jetzt schon drei aufgebraucht – alle exakt dieser Computer hier.

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