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Gunter Sachs will längere Latte

Von Lukas Heinser am Montag, 28. Juni 2010 13:56

Die Nichtmeldung des Jahrzehnts entnehmen wir heute – Wer hätte das gedacht? – “RP Online”:

Sieben Zentimeter pro Seite: Playboy-Legende fordert größere Tore. Düsseldorf (RPO). Fotograf Gunter Sachs fordert eine Vergrößerung der Fußball-Tore, damit die Torausbeute wieder in die Höhe geht. Die Playboy-Legende will die Tore um sieben Zentimeter an beiden Seiten und um neun Zentimeter nach oben ausweiten.

Eingesandt von Diamandis.

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Auswärtsspiel: Lieder unseres Lebens

Von Lukas Heinser am Donnerstag, 8. April 2010 10:58

Auf der Liste der Dinge, die ich in meinem Leben unbedingt mal tun wollte, kann ich einen weiteren Punkt abhaken.

Nein, nicht “Sex bei Schwerelosigkeit”. Aber ein Text von mir steht jetzt bei “RP Online”.

Die Kollegen der sehr empfehlenswerten Jugendbeilage “Herzrasen” betreiben dort die Serie “Lieder unseres Lebens” und ich durfte einen Gastbeitrag schreiben. Weil ich bei der letzten ähnlich gelagerten Aktion schon “Such Great Heights” von The Postal Service gefeiert habe, ist dieses Mal was anderes dran.

Lieder unseres Lebens: Still Fighting It (Ben Folds)

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I’m just a crosshair. Not!

Von Lukas Heinser am Donnerstag, 4. Februar 2010 19:54

Fritzchen Müller (inzwischen 9 1/2), langjähriger Chef-Grafiker von turi2.de und zwischenzeitlich bei “RP Online” beschäftigt, hat einen neuen Job. Bei Bild.de:

Mit Dank an Gregor K.

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Gute Frage

Von Lukas Heinser am Dienstag, 2. Februar 2010 1:41

Seit einiger Zeit stellt die “Rheinische Post” in ihren Lokalteilen die “Frage des Tages”: Mehr oder weniger gut aufgehängt an einen Artikel der aktuellen Ausgabe müssen sich die Leser für “Ja” oder “Nein” entscheiden. Die Fragen reichen von allgemein (“Interessieren Sie sich für die Geschichte Ihrer Heimatstadt?”, “Sind Sie verärgert über den Winterdienst?”) bis hin zu für Außenstehende unverständlich (“Bedeutet das Abschneiden der Musikschüler beim Wettbewerb Jugend musiziert einen Imagegewinn für Wesel?”, “Begrüßen Sie die den Beschluss des RAG-Regionalrates?”).

Am nächsten Tag wird das Ergebnis des Vortages bekannt gegeben (ohne Nennung der Teilnehmerzahl) und die nächste egale Frage gestellt. So sind jeden Tag ein paar Quadratzentimeter Zeitung sicher gefüllt und “RP Online” bekommt auch noch ein paar Klicks ab.

Heute stellt die Lokalredaktion Dinslaken endlich mal eine Frage zur Abstimmung, die nicht ganz so egal ist:

Frage des Tages: Ja Nein Abschicken

Nachtrag, 11.50 Uhr: Angeregt durch diesen Eintrag hat “RP Online” die Frage nachgereicht. Sie ist nur minderphilosophisch, für Außenstehende unverständlich und lautet:

Finden Sie es gut, dass die Toilettenanlage im Burgtheater erneuert wird?

Und: Nein, es geht nicht um Wien.

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Neues von PR-Online

Von Lukas Heinser am Sonntag, 10. Januar 2010 18:32

Es ist keine Neuigkeit, dass “RP Online” gerne die Fahrgestellnummer Agentur-Kennung aus Meldungen rausschleift und durch ein “(RPO)” ersetzt, damit es aussieht, als sei handele es sich um selbsterdachte Inhalte. Die Agenturen sehen das zwar nicht unbedingt gerne, aber der Kunde ist König und hat das Recht zu dieser Umdeklarierung.

Seit einiger Zeit gibt es bei “RP Online” sogenannte “Firmenporträts”. Dabei handelt es sich um Werbetexte von Anzeigenkunden, die man daran erkennt, dass sie im Ressort “Firmenporträt” veröffentlicht werden, Dachzeile und grafische Elemente blau (statt gelb) sind und ober- und unterhalb des Textes auf dessen Funktion als Anzeige hinweisen:

ANZEIGE BoConcept Düsseldorf und Köln: Null-Prozent-Finanzierung auf edle Designmöbel

RP ONLINE ist weder für den Inhalt der Anzeige noch für ggf. angebotene Produkte verantwortlich.

Man könnte also sagen, dass “RP Online” sich einigermaßen Mühe gegeben hat, die Trennung von redaktionellem Text und Anzeigen einzuhalten — wäre da nicht die schlechte Angewohnheit von “RP Online”, fremde Texte als eigene auszugeben:

BoConcept Düsseldorf und Köln: Null-Prozent-Finanzierung auf edle Designmöbel (RPO) Vom 23.12.09 bis 06.01.2010 bietet der Einrichter BoConcept eine Null-Prozent-Finanzierung auf alle Neuaufträge. „Wir möchten möglichst vielen Menschen moderne Designmöbel zugänglich machen, das ist unsere Philosophie.“, so Arne Kristiansen, der Geschäftsführer von BoConcept NRW.

Outsource2india: Der Weg zur Traumfigur (RPO) Wir wissen alle genau, wie es funktioniert, dauerhaft seine Figur zu verbessern – Bewegung, vernünftige Ernährung, weniger Süßigkeiten, viel trinken, dann purzeln die Pfunde von allein.

Online zur SWK wechseln: Jetzt günstiger Strom für den Niederrhein. Sicher. Nah. (RPO) Die Strompreise steigen stetig. Weil das die Haushaltskosten zunehmend stark belastet, bieten die SWK STADTWERKE KREFELD AG in der Region Niederrhein ein Direktstromprodukt für private Stromkunden über das Internet an.

Zahnarztpraxis Dr. med. dent Dagmar Strosek: Anvida - Zahnersatz zum Nulltarif (RPO) Zahnersatz ist immer auch eine Kostenfrage. Immer mehr Haushalte und Familien müssen vor dem Hintergrund steigender Lebenshaltungskosten gründlich rechnen, bevor sie zum Zahnarzt gehen. Gute Nachrichten für preisbewusste Patienten gibt es jetzt aus Düsseldorf: Dort wird die erste Anvida-Praxis von Dr. med. dent Dagmar Strosek und ihrem Team geführt.

Acht spezielle Tage vom 17. bis 25. Oktober: Roche-Bobois Düsseldorf in neuem Glanz (RPO) Mode ist, was in der Luft liegt, sagte einmal ein großer Designer. Voll im Trend. In dieser Saison lädt Roche-Bobois zur Entdeckung der Trend-Nuancen und Trend-Stimmungen ein. Rechtzeitig zu den 8 speziellen Tagen präsentiert Roche-Bobois  seinen Flagship Store Düsseldorf mit frisch renovierten und komplett neu gestalteten Räumen.

Überraschenderweise gar nicht als “Anzeige” gekennzeichnet ist übrigens der Link, der im Navigationsmenü von “Regionales” zu den “Mercedes-Benz-News” führt:

Mercedes-Benz-News

Dabei haben schon Gerichte entschieden, dass der Nutzer vor einem Klick wissen muss, ob er auf eine Anzeigenseite kommt oder auf redaktionelle Inhalte.

Mit Dank auch an Sebi.

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Wenn-Dehälse

Von Lukas Heinser am Dienstag, 20. Oktober 2009 16:17

Die folgende Überschriften-Sammlung von “RP Online” ist sicher unvollständig:

Wenn Cheerleader zu Models werden
Wenn die Schweinegrippe das Büro erreicht
Wenn Harald Schmidt Brause leckt
Wenn Zebrafische Modell sitzen
Wenn Sportler weinen
Wenn der Fiskus zu viel zahlt
Wenn Videospiele auf Filme treffen
Wenn zwei Stars zu einem verschmelzen
Wenn der Chef die Muskeln spielen lässt
Wenn Marken siegen
Python erwürgt Halter: Wenn Tiere Menschen gefährlich werden
Wenn der Westwind weht
Chronik: Wenn Eltern ihre Kinder töten
Wenn Bulldoggen Zigarre rauchen
Wenn Menschen der Blitz trifft
Wenn Mama und Papa sich trennen
Wenn der Headhunter anruft
Wenn der Lanz powert
Wenn eine Bank ihr Geld verschenkt
Wenn das Burnout-Syndrom zuschlägt
Wenn Promis nackt für Tiere protestieren
Wenn Klimaanlagen Bakterien schleudern
Wenn aus Promi-Kerlen Mädels werden
Wenn Tiere Liebe machen
Wenn die Büro-Gerüchteküche brodelt
Wenn es mit dem Chef Zoff gibt
"Körperwelten": Wenn Leichen Fußball spielen
Wenn die Wohnung krank macht
Wenn Juristen Hartz IV brauchen
Wenn ältere Männer junge Frauen lieben
Wenn ältere Frauen junge Männer lieben

… das ist schon einen Asbach Uralt wert.

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Yeaahh! Alle so: “und”

Von Lukas Heinser am Dienstag, 13. Oktober 2009 0:02

Im BILDblog hatten wir vor einiger Zeit einen Eintrag über den überraschenden Einsatz von Konjunktionen.

Daran musste ich heute denken, als ich bei “RP Online” einen Artikel aus der “Rheinischen Post” las, in dem ein armer Mensch mehrere Polizeimeldungen hatte zusammenfassen müssen und sich dabei ein wenig verheddert hatte.

Der Vorspann ging wie folgt (und ich möchte Sie bitten, auf die überraschende Konjunktion im letzten Drittel zu achten):

In der Nacht zu Samstag gegen 2.40 Uhr wurden Polizeibeamte wegen einer Körperverletzung zu einer Gaststätte an der Friedrichstraße gerufen. Ein unter Alkoholeinwirkung stehender 18-jähriger Duisburger störte die Anzeigenaufnahme so erheblich, dass mehrfach ein Platzverweis ausgesprochen wurde. Und in Dinslaken ist ein 74-Jähriger Opfer eines Trickbetrügers geworden.

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Ottos Mob kotzt

Von Lukas Heinser am Sonntag, 13. September 2009 20:00

Es ist das beherrschende Thema der Medienseiten deutschsprachiger Onlinemagazine am heutigen Tag: der unglaublich unsympathische Kandidat Hans-Martin, der bei “Schlag den Raab” eine halbe Millionen Euro gewonnen hat. Weniger gegönnt hat das deutsche TV-Publikum einen Sieg zuletzt der italienischen Fußballnationalmannschaft am 4. Juli 2006.

Falls Sie die Sendung verpasst haben sollten und sich fragen, warum ein einzelner Spielshow-Kandidat stärkere Emotionen auslöst als ein ganzer Bundestagswahlkampf, beantwortet Stefan Niggemeier Ihnen die erste Frage im FAZ.net-Fernsehblog. Zur Beantwortung der zweiten Frage hoffe ich noch einen Psychologen zu gewinnen.

Noch während die Sendung lief, wurden Hans-Martin-Hassgruppen bei StudiVZ gegründet und T-Shirt-Motive angefertigt, die sich über den Kandidaten lustig machten (das habe ich alles nur gelesen — unter anderem in einem inzwischen wieder gelöschten Artikel bei Opinio, dem Leser-schreiben-für-Leser-Portal von “RP Online” und bei community-management.de).

Die deutschsprachige Netzcommunity … Nee, anders: Die deutschsprachige Netzcommunity gibt es natürlich nicht, da kommt man ja in Teufels Küche, wenn man die irgendwie zusammenfassen würde. Es sind eben immer Hunderte von Individuen, die fast wortgleich das gleiche in den Äther schießen (bei Twitter gut zu erkennen am “RT:”, das in Sachen Aussagekraft noch weit unter dem “Me too!!!!1″ der AOL-Usenet-Ära und unter dem “Like”-Button bei Facebook liegt).

Hunderte Individuen gaben sich also jeder für sich die größte Mühe, alle Klischees vom digitalen Mob zu bestätigen: “Hassmartin” tauften sie den Kandidaten und straften damit gleich auch noch all jene Lügen, die gedacht hatten, hirnfreiere Namenswitze als “Zensursula” könnten nun wirklich keinem Menschen über 13 mehr einfallen. Für ein “#piraten+” war in den Tweets dann leider kein Platz mehr, das hätte man doch schön kombinieren können.

Twitter ist ja eh nicht gerade als das Medium bekannt, das den Siegeszug der Aufklärung endlich abschließen könnte: 140 Zeichen kann man auch eben schnell tippen, ohne dass man das Gehirn zwischen Galle und Finger schalten müsste. Twittern ist oft genug der Sieg des Affekts über die Reflektion, Hauptsache man ist der Schnellste — besonders bei der Eskalation. Heute stehen die Web-2.0er fassungslos vor den rauchenden Trümmern ihres eigenen “Pogroms” (natürlich auch nicht alle) und wirken dabei ein bisschen wie die Schüler am Ende von “Die Welle”, als ihnen gesagt wird, dass sie alle gute Nazis abgegeben hätten.

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Die schönsten Anschlussfehler des Internets

Von Lukas Heinser am Dienstag, 4. August 2009 18:32

“Kein Text wird ohne Gegenlesen und Check von Zahlen und Namen ins Netz gestellt.”
(Rainer Kurlemann, Chefredakteur von “RP Online” im Interview mit “journalist” 7/2009)

Wenn ein Blockbuster ein paar Wochen im Kino gelaufen ist, macht “RP Online” sich traditionell daran, eine der vielen Filmfehlerseiten zu besuchen und die dort gewonnenen Erkenntnisse – mal mit, mal ohne Quellenangabe, an die eigenen Leser weiterzureichen. So auch jetzt wieder im Fall von “Harry Potter und der Halbblutprinz”.

Zunächst wird aber erst mal erklärt, wie es zu diesen Fehlern kommen kann:

Die Goofs resultieren aus der Tatsache, dass Kinofilme nie an einem Stück, sondern in vielen Etappen gedreht werden, womit zwischen direkt aufeinanderfolgenden Szenen oft mehrere Drehtage liegen.

Nun weiß ich nicht, wie viele Tage die Produktion eines “RP Online”-Artikels so dauert, aber irgendeinen Grund wird es ja sicherlich geben, dass drei Absätze Abstand ausreichen, um von

Die Ausbeute der „Filmfehlersucher“ war im Fall von „Harry Potter und der Halbblutprinz“ höchst erfolgreich: 57 Fehler konnten bisher im neuen Harry Potter-Film gefunden werden. Damit löst der Zauberlehrling die Maschinen aus „Transformers: Die Rache“ ab, die bisher mit 53 Fehlern den Spitzenplatz inne hatten.

hierhin zu kommen:

Jedoch müssen sich die Macher von Harry Potter nicht grämen: Mit 391 Fehler steht Francis Ford Coppola’s Antikriegsfilm „Apocalypse Now“ an der Spitze der Filme mit den meisten Fehlern.

Und dann wäre da noch das hier:

Welche Filmfehler es im neuen Harry Potter-Film noch gibt, sehen Sie hier:

Mit diesem Doppelpunkt endet der Artikel. Vermutlich handelt es sich dabei um einen sogenannten Cliffhanger — der letzte Harry-Potter-Roman soll ja auch in zwei Teilen ins Kino kommen.

Nachtrag, 5. August: Bei “RP Online” ist der komplette Artikel verschwunden.

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Klickbefehl (22)

Von Lukas Heinser am Donnerstag, 25. Juni 2009 14:43

Heine: [...] Die Unterzeichner der Petition haben gesehen, wie Entscheidungen in der Politik getroffen werden – und das wird sie nachhaltig prägen.

von der Leyen: Das ist doch etwas Tolles

Heine: Für uns war das nicht so toll.

Die “Zeit” hat Ursula von der Leyen, die das Gesetz für Internetsperren vorangetrieben hat, und Franziska Heine, die die Petition gegen dieses Gesetz gestartet hat, zusammengebracht.

Es ist ein beeindruckender Beleg dafür, dass es noch lange kein Dialog sein muss, wenn zwei Menschen miteinander reden. Ich bin mir sicher, in spätestens zehn Jahren werden wir szenische Lesungen dieses Treffens auf irgendeiner Theaterbühne erleben.

* * *

Die IVW (Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern) plant, die Messgröße Page Impression ab 2010 nicht mehr öffentlich auszuweisen. Sie will auf ihrer Website nur noch die Visits bekannt geben.

Erleben wir im nächsten Jahr das Ende der Bildergalerie im Onlinejournalismus? Was werden “RP Online”, “Welt Online” und all die anderen Klickhurer machen? Erleben wir eine Renaissance der Tabelle?

All diese Fragen beantwortet die Meldung bei horizont.net noch nicht.

[via Katti]

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