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	<title>Coffee And TV</title>
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	<description>Popkultur - Allein das Wort schon!</description>
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		<title>My name is Adam, I&#8217;m your biggest fan</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 15:56:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Heinser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Man kennt das ja aus den einschlägigen Büchern und den Schilderungen von Vätern, Onkels oder anderen alten Leuten: Wie die Menschen früher vor dem elterlichen Radio gesessen haben, das Mikrofon des Kassettenrekorders vor den Boxen und dann hoffen, dass einer dieser damals vermutlich &#8220;hip&#8221; oder &#8220;fetzig&#8221; genannten Songs läuft. Schnell auf &#8220;Aufnehmen&#8221; drücken und dann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man kennt das ja aus den einschlägigen Büchern und den Schilderungen von Vätern, Onkels oder anderen alten Leuten: Wie die Menschen früher vor dem elterlichen Radio gesessen haben, das Mikrofon des Kassettenrekorders vor den Boxen und dann hoffen, dass einer dieser damals vermutlich &#8220;hip&#8221; oder &#8220;fetzig&#8221; genannten Songs läuft. Schnell auf &#8220;Aufnehmen&#8221; drücken und dann beten, dass der Moderator seine verdammte Klappe hält. Ach, ich hab es doch selbst noch so gemacht!</p>
<p>Später kam dann das Musikfernsehen und man konnte den ganzen Quatsch mit Videorecordern wiederholen, die natürlich immer dann von Aufnahmebereitschaft auf Stop wechselten, wenn der erhoffte Clip endlich kam. Ob man sich das Band mit den gesammelten Videos jemals ansehen würde, war zweitrangig.</p>
<p>Und dann: Das Internet. Mit dem Aufkommen von Tauschbörsen waren obskure B-Seiten und Liveversionen der Lieblingsbands plötzlich in Reichweite. Zwar tropften sie anfangs nur in Modem-Geschwindigkeit durch die Leitung, aber hinterher hatte man (wenn die Leitung nicht unterbrochen wurde) einen Song, den man rauf und runter hören konnte. Manche stellte eine Band oder ein Künstler einen neuen Song in schlechter Audioqualität im sogenannten Realplayer ins Internet und man konnte die Wiedergabe an der Soundkarte mitschneiden &#8212; vorausgesetzt, die Bandbreite reichte für eine ruckelfreie Wiedergabe.</p>
<p>Damals habe ich auch noch physische Singles gekauft: Zehn, elf D-Mark (später sechs, sieben Euro) für drei, vier Songs. Aber man hatte den ersten Track des neuen Travis-, Coldplay- oder Oasis-Albums, bevor das endlich auf den Markt kam, und man hatte B-Seiten. Manche B-Seiten aus dieser Zeit habe ich öfter gehört als manche Albumtracks aus der jüngeren Schaffensphase dieser Bands.</p>
<p>Dann wurde alles anders: Irgendwann gab es kein Musikfernsehen mehr und nach meiner Arbeit beim Campusradio hatte ich auch den Überblick über Singles verloren. Alben erschienen einfach irgendwann und man hatte sie nicht mehr schon seit Wochen (weil: bemustert), sondern bekam davon teilweise gar nichts mehr mit. Die letzten Jahre waren schwach, was meine eigene Hingabe und mein Fandom angeht. Dafür kauft man dann immer öfter die teure Special Edition, deren zweite CD oder DVD dann ungehört und unbesehen im Regal verstaubt, nachdem man das eigentliche Album ein einziges Mal in den Computer geschoben hat, um es zu rippen. Oder es gibt gleich gar keinen physischen Tonträger mehr, sondern nur noch die nackte, digitale Musik.</p>
<p>In der letzten Zeit habe ich nicht viel neue Musik gehört: Seit dem <a href="http://www.coffeeandtv.de/2010/08/20/camp-indie-rock/">Haldern</a> vor allem abwechselnd The National und Delphic, die das Rennen um das Album des Jahres bisher unter sich ausmachen. Die neue Single von Wir Sind Helden habe ich zum ersten Mal gehört, als ich mir am Freitag das Album gekauft habe &#8212; von dem ich dann so enttäuscht war, dass ich ihm bisher noch keine zweite Chance gegeben habe.</p>
<p>Dafür habe ich das Wiedererwachen meines Fandoms beobachten können: Ständig trieb ich mich auf der <a href="http://www.manicstreetpreachers.com/">Website</a> der Manic Street Preachers rum, bis dort endlich das Video zur (ganz okayen) neuen Single veröffentlicht wurde. In der Zwischenzeit war ich dort aber immerhin über die Originaldemo von &#8220;The Girl From Tiger Bay&#8221; gestolpert, das die Band für Shirley Basseys <a href="http://www.coffeeandtv.de/2009/12/11/listenpanik-1109/">letztes Album</a> geschrieben hatte.</p>
<p>Und auch die Vorboten des <a href="http://www.coffeeandtv.de/2009/10/13/sex-outside-marriage-is-against-our-religion/">gemeinsamen Albums</a> von Ben Folds und Nick Hornby habe ich genau im Auge und verspüre dank des Trailers sogar echte Vorfreude:</p>
<p><object width="560" height="340"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/SndvKoopswE?fs=1&amp;hl=en_GB"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/SndvKoopswE?fs=1&amp;hl=en_GB" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="560" height="340"></embed></object></p>
<p>Mit den &#8230; äh: Aktionskünstlern Pomplamoose haben Folds und Hornby noch einen weiteren Song aufgenommen (in dem Hornby sogar selbst zu hören ist), dessen Geschichte Ben Folds sehr schön auf seiner <a href="http://benfolds.com/news/behind-scenes-ben-videosong-pomplamoose-nick-hornby">Website</a> erklärt:</p>
<p><object width="560" height="340"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/6G5JaicYuVU?fs=1&amp;hl=en_GB"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/6G5JaicYuVU?fs=1&amp;hl=en_GB" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="560" height="340"></embed></object></p>
<p>Das klingt alles toll. Nach dem letztlich dann doch eher mittelguten &#8220;Way To Normal&#8221; freue ich mich tatsächlich auf das neue Album. Die Deluxe-Edition ist jedenfalls bestellt.</p>
<p>Die erste <a href="http://www.jimmyeatworld.com/my-best-theory/">Hörprobe</a> vom neuen Jimmy-Eat-World-Album klingt übrigens ganz schrecklich.</p>
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		<title>Gesammelte Platten Juli 2010</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 13:35:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Coffee And TV</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rock'n'Roll High School]]></category>
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		<description><![CDATA[Sommer. Die Autoren sind unterwegs oder beschäftigt, die Plattenfirmen nehmen Anlauf für die zahlreichen Veröffentlichungen im Herbst. Vorher aber: Admiral Radley &#8211; I Heart California Früher war Jason Lytle der Chef von Grandaddy. Im letzten Jahr hat er ein Soloalbum herausgebracht, das außerhalb dieses Blogs viel beachtet wurde. Nun hat er mit Grandaddy-Drummer Aaron Burtch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sommer. Die Autoren sind unterwegs oder beschäftigt, die Plattenfirmen nehmen Anlauf für die zahlreichen Veröffentlichungen im Herbst.</p>
<p>Vorher aber:</p>
<p><strong><a href="http://www.admiralradley.com/">Admiral Radley</a> &#8211; I Heart California</strong><br />
Früher war Jason Lytle der Chef von Grandaddy. Im letzten Jahr hat er ein Soloalbum herausgebracht, das außerhalb dieses Blogs viel beachtet wurde. Nun hat er mit Grandaddy-Drummer Aaron Burtch und Aaron Espinoza und Ariana Murray von der befreundeten Band Earlimart eine neue Band gegründet: Admiral Radley. Deren Debütalbum ist voll von Powerpop zwischen Weezer und den Magnetic Fields, Jay Reatard und Built To Spill. Manche Songs gehen überdreht (und ordentlich übersteuert) nach vorne, andere tänzeln melancholisch vor sich hin.<br />
Anspieltipps: &#8220;I Heart California&#8221;, &#8220;Sunburn Kids&#8221;, &#8220;I&#8217;m All Fucked On Beer&#8221;, &#8220;G N D N&#8221;, &#8220;I Left U Cuz I Luft U&#8221; (<em>LH</em>)</p>
<p><strong><a href="http://www.dnots.com/">Danger Mouse &#038; Sparklehorse</a> &#8211; Dark Night Of The Soul</strong><br />
Was für ein irres Projekt: Brian Burton alias Danger Mouse, einer der wichtigsten Produzenten der Nuller Jahre und kommerziell erfolgreich als eine Hälfte von Gnarls Barkley, und Sparklehorse, die gefeierte Alternative-Rock-Band, tun sich mit David Lynch zusammen, um ein Multimediales Projekt zu erschaffen: Lynch liefert düstere (was sonst?) Fotos, die Musiker die dazugehörige Musik. Wegen rechtlicher Schwierigkeiten verschiebt sich die Veröffentlichung immer weiter, in der Zwischenzeit nimmt sich Sparklehorse-Kopf Mark Linkous das Leben. Jetzt, da das Album auch offiziell erscheint, kommt man kaum umhin, es als Nachlass zu lesen &#8212; aber das verhindern die vielen Gastsänger: Die Flaming Lips sind z.B. dabei, Julian Casblancas, Nina Persson und &#8211; ach was! &#8211; Jason Lytle. Was auf dem Papier nach einer kruden Mischung und schwerer Kost aussieht, erweist sich in Wirklichkeit als durchaus hörbares Album, das mal an Filmmusik, mal an Pink Floyd, mal an Moby erinnert. Andererseits rocken die Tracks mit Frank Black und Iggy Pop sogar ordentlich. Besonders bewegend: &#8220;Grim Augury&#8221;, der Song mit Vic Chesnutt, der sich inzwischen ebenfalls umgebracht hat.<br />
Anspieltipps: &#8220;Revenge&#8221;, &#8220;Jaykub&#8221;, &#8220;Grim Augury&#8221;, &#8220;Dark Night Of The Soul&#8221; (<em>LH</em>)</p>
<p><strong><a href="http://www.myspace.com/eminem">Eminem</a> &#8211; Recovery</strong><br />
Klar: Eminem habe ich seit mindestens zehn Jahren auf dem Schirm, aber auf voller Albumlänge bin ich mit seiner Musik bisher nie so richtig warm geworden. Bisher, denn &#8220;Recovery&#8221; ist anders: Mit 77 Minuten und 17 Tracks zwar durchaus sperrig, aber eben ein durchgehendes Album mit 17 &#8220;echten&#8221; Songs, einigen Gaststars und durcharrangierten Playbacks (ich meine: Da wurde Haddaways &#8220;What Is Love&#8221; gesamplet!). Eminem klingt immer noch, als wolle man ihm lieber nicht persönlich begegnen, aber die Musik klingt zumindest stellenweise optimistisch und warm. Fünf, sechs Songs weniger hätten das Album noch hörbarer gemacht, aber man will einem Mann, der gerade seine Dämonen bezwungen hat, ja nicht vorschreiben, das in kompatibler Form zu machen.<br />
Anspieltipps: &#8220;Cold Wind Blows&#8221;, &#8220;On Fire&#8221;, &#8220;Not Afraid&#8221;, &#8220;Almost Famous&#8221; (<em>LH</em>)</p>
<p><strong><a href="http://www.myspace.com/katze">KATZE</a> &#8211; Du bist meine Freunde</strong><br />
Zu Campusradiozeiten galten KATZE als &#8220;schwieriges&#8221; &#8220;Thema&#8221;: Durchaus charmante deutschsprachige Indierock-Songs, aber die Stimme von Klaus Cornfield ist dann doch nicht unbedingt das, was man ohne Vorwarnung auf unbedarfte Hörer (und seien sie auch Studenten) loslassen kann. Wenn man sich aber auf Cornfields Organ und die auf den ersten Blick naiven und/oder schrägen Texte einlässt, ist das eigentlich ganz schöne Musik, die man jetzt vielleicht nicht gerade bei der nächsten Dinnerparty auflegen sollte, aber dafür gibt es ja Katie Melua.<br />
Anspieltipps: &#8220;Franzi wir wollen, dass du bei uns in der Band mitmachst&#8221;, &#8220;Hübsch aber dumm&#8221;, &#8220;Der Einsame&#8221; (<em>LH, Rezensionsexemplar</em>)</p>
<p><em>Mitarbeit an dieser Ausgabe:<br />
LH: Lukas Heinser</em></p>
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		<title>Es gilt das erbrochene Wort</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Aug 2010 11:08:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Heinser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich verehre Jochen Malmsheimer seit mehr als einer Dekade. Ich schriebe nicht, wenn er und sein damaliger Tresenlesen-Kollege Frank Goosen mir nicht gezeigt hätten, was man alles Schönes mit der deutschen Sprache anfangen kann (der Rest meines Schreibens stützt sich auf die Gesamtwerke von Benjamin von Stuckrad-Barre, Christian Kracht und natürlich Max Goldt). Deshalb freut [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich verehre Jochen Malmsheimer seit mehr als einer Dekade. Ich schriebe nicht, wenn er und sein damaliger Tresenlesen-Kollege Frank Goosen mir nicht gezeigt hätten, was man alles Schönes mit der deutschen Sprache anfangen kann (der Rest meines Schreibens stützt sich auf die Gesamtwerke von Benjamin von Stuckrad-Barre, Christian Kracht und natürlich Max Goldt). Deshalb freut es mich besonders, dass Herrn Malmsheimer das gelungen ist, was in unserer beider Heimatstadt Bochum maximal <a href="http://www.derwesten.de/staedte/bochum/Zensur-im-Hauptbahnhof-id3400774.html">alle zwei Wochen</a> passiert: Er hat einen &#8220;Eklat&#8221; ausgelöst.</p>
<p>Ort und Grund war die Eröffnung des <a href="http://www.zeltfestival-ruhr.de/">Zeltfestivals Ruhr</a>, das auch in diesem Jahr wieder hochkarätige Künstler, aber auch Acts wie Ich + Ich, die Simple Minds oder die H-BlockX an den Gestaden des malerischen Kemnader Sees versammelt. Malmsheimer war geladen, ein Grußwort zu sprechen, und er nutzte die Gelegenheit, dass die gesamte Stadtspitze wehrlos vor ihm saß, zu einer &#8220;Suada&#8221; (<a href="http://www.derwesten.de/staedte/Malmsheimer-zog-beim-ZFR-Auftakt-vom-Leder-id3585617.html">&#8220;Westdeutsche Allgemeine Zeitung&#8221;</a>), um &#8220;vom Leder zu ziehen&#8221; (ebd.), zu einer &#8220;Litanei&#8221; (<a href="http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/bochum/Malmsheimer-schockte-mit-Grusswort;art932,1005174">&#8220;Ruhr Nachrichten&#8221;</a>) und um zu &#8220;schocken&#8221; (ebd.).</p>
<p>Da ich nicht zu den rund 500 geladenen Würdenträgern aus Politik, Wirtschaft und Kultur gehörte (it&#8217;s a long way to the top, even in Bochum), muss ich mich auf die Auszüge aus der elfseitigen Rede verlassen, die die &#8220;Ruhr Nachrichten&#8221; ins Internet gestellt haben. Diese gefallen mir jedoch außerordentlich.</p>
<p>Zum Beispiel das, was Malmsheimer über das geplante, jedoch nicht vor der Wiederkehr Christi fertiggestellte Bochumer Konzerthaus zu sagen hat:</p>
<blockquote><p>…dies ist die Stadt, die vollmundig, um nicht zu sagen: großmäulig, die Notwendigkeit zur Installation eines vollkommen unnützen Konzerthauses verkündet, ohne einen Bedarf dafür zu haben und die Kosten des laufenden Betriebes decken zu können, und das alles in einem Kulturraum, der inzwischen über mehr nicht ausgelastete Konzerthäuser verfügt, als er Orchester unterhält, und die das alles dann doch nicht hinkriegt, weil der Regierungspräsident zum Glück solchen und ähnlichen Unfug einer Gemeinde untersagt hat, die ihre Rechnungen in einer Größenordnung im Keller verschlampt, die unsereinen für Jahre in den Knast brächte und die finanziell noch nicht mal in der Lage ist, die Frostschäden des letzten Winters im Straßennetz zu beseitigen…</p></blockquote>
<p>Den gekürzten Rest gibt&#8217;s auf <a href="http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/bochum/Die-Grussworte-von-Jochen-Malmsheimer;art932,1005312"><b>ruhrnachrichten.de</b></a>.</p>
<p>Malmsheimers Worte jedenfalls verfehlten nicht ihr Ziel. Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz ließ eine erneute Einladung, sich zu blamieren, nicht ungenutzt verfallen, wie die &#8220;WAZ&#8221; berichtet:</p>
<blockquote><p>Die Oberbürgermeisterin beschwerte sich bei den Veranstaltern, diese distanzierten sich sogleich von ihrem Gast; in seinem &#8220;polarisierenden Vortrag&#8221; habe Malmsheimer &#8220;für sich selbst gesprochen&#8221;.</p></blockquote>
<p>Das hatte Malmsheimer selbst freilich direkt klargestellt &#8212; aber dafür hätte man ihm natürlich zuhören müssen:</p>
<blockquote><p>Dabei möchte ich gleich zu Beginn darauf hinweisen, dass ich, anders als jene, die vor mir adressierten, ausschließlich für mich selber spreche, eine Fähigkeit, die ich mir unter Mühen antrainierte und die mich eigentlich seitdem hinreichend ausfüllt.</p></blockquote>
<p>[via <a href="http://www.pottblog.de/2010/08/21/links-anne-ruhr-291/">Jens</a>]</p>
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		<title>Wer kann am längsten?</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 15:07:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Heinser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das mit den Charts ist natürlich sowieso so eine Sache: Bis vor wenigen Jahren wurden die Hitparaden der meistverkauften Tonträger noch mit Hilfe der Knochen von im Mondlicht geschlachteten Hühnern errechnet. Mittlerweile listen sie tatsächliche Verkäufe auf, aber was drückt das schon aus, solange die absoluten Zahlen geheim gehalten werden und man in manchen Wochen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das mit den Charts ist natürlich sowieso so eine Sache: Bis vor wenigen Jahren wurden die Hitparaden der meistverkauften Tonträger noch mit Hilfe der Knochen von im Mondlicht geschlachteten Hühnern errechnet. Mittlerweile listen sie tatsächliche Verkäufe auf, aber was drückt das schon aus, solange die absoluten Zahlen geheim gehalten werden und man in manchen Wochen angeblich schon mit dreistelligen Absatzzahlen in die Top 100 kommt?</p>
<p>Diese Woche wurde dennoch eine kleine Sensation gefeiert: Die Band Unheil&#8230;</p>
<p>Moment, bevor ich weiterschreibe: Ich habe keine Ahnung, wer oder was Unheilig ist oder wie ihre Musik klingt. Die Single &#8220;Geboren um zu Leben&#8221;, die angeblich über Wochen die Charts und die Radiostationen dominiert hat und in dieser Zeit mehrere Milliarden Male gekauft wurde, habe ich ein einziges Mal versehentlich im Musikfernsehen gesehen. Ich fand&#8217;s nicht gut, aber auch zu egal, um mich darüber aufzuregen, solange es noch <a href="http://www.coffeeandtv.de/2010/07/14/thats-when-i-reach-for-my-revolver/">Revolverheld</a> gibt.</p>
<p>Unheilig jedenfalls ist eine kleine Sensation gelungen: 15 Mal stand ihr Album &#8220;Große Freiheit&#8221; auf Platz 1 der deutschen Charts &#8212; ein Mal öfter als Herbert Grönemeyers &#8220;Ö&#8221; von 1988.</p>
<p>Wichtig ist hier das Wörtchen &#8220;öfter&#8221;, denn während <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96_%28Album%29">Grönemeyer</a> 14 Wochen am Stück die Chartspitze blockierte, gingen Unheilig <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Nummer-eins-Hits_in_Deutschland_%282010%29">immer mal wieder</a> &#8220;auf Eins&#8221;. Die Behauptung &#8220;am längsten&#8221; wäre also falsch.</p>
<p>Und damit kommen wir zu einer <a href="http://www.media-control.de/unheilig-stellen-album-rekord-auf.html">Pressemitteilung</a>, die Media Control, das Unternehmen, das in Deutschland die Charts ermittelt, am Dienstag verschickte:</p>
<blockquote><p>Unglaublicher Rekord für den Grafen und seine Band Unheilig: Zum 15. Mal stehen sie mit &#8220;Große Freiheit&#8221; an der Spitze der media control Album-Charts – und legen damit das am längsten auf eins platzierte deutsche Album aller Zeiten hin.</p></blockquote>
<p>Dabei schloss man sich der Formulierung von Unheiligs Plattenfirma Universal an, die am Vortag <a href="http://schattenblick.org/infopool/musik/fakten/mflb2608.html">verkündet</a> hatte:</p>
<blockquote><p>Seit dieser Woche ist Unheilig mit dem aktuellen Album &#8220;Grosse Freiheit&#8221; mit insgesamt 15 Wochen an der Spitze der deutschen Albumcharts das am längsten auf Nummer 1 platzierte deutsche Album aller Zeiten!</p></blockquote>
<p>Mit diesen Vorlagen standen die Chancen auf eine fehlerfreie Berichterstattung bei Null:</p>
<blockquote><p>Die Platte &#8220;Große Freiheit&#8221; ist das am längsten auf eins platzierte deutsche Album in den deutschen Charts.</p></blockquote>
<p>(<a href="http://www.welt.de/kultur/article9055449/Unheilig-stoesst-Herbert-Groenemeyer-vom-Thron.html">&#8220;Welt Online&#8221;</a>)</p>
<blockquote><p>Damit ist die Platte &#8220;das am längsten auf eins platzierte deutsche Album&#8221;.</p></blockquote>
<p>(<a href="http://www.zeit.de/news-nt/2010/8/17/iptc-bdt-20100817-211-25996154xml">dpa</a>)</p>
<blockquote><p>Damit ist die Platte das am längsten auf Rang eins platzierte deutsche Album aller Zeiten.</p></blockquote>
<p>(<a href="http://www.rp-online.de/kultur/musik/Unheilig-stellen-Charts-Rekord-auf_aid_894906.html">&#8220;RP Online&#8221;</a>)</p>
<blockquote><p>Zum 15. Mal stehen sie mit ihrer Platte &#8220;Große Freiheit&#8221; an der Spitze der Album-Charts und legen damit das am längsten auf Platz 1 platzierte deutsche Album aller Zeiten hin, wie Media Control mitteilte.</p></blockquote>
<p>(<a href="http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/musik/2010/08/17/unheilig-chartstuermer/interview-ueber-erfolg-und-religion.html">Bild.de</a>)</p>
<p>Und weil die Anzahl der Chartplatzierungen keinerlei Schlüsse auf die tatsächlichen Absatzzahlen zulässt, ist die Formulierung von <a href="http://www.motor.de/news/11714201;unheilig_unheilig_verdraengt_groenemeyer_von_all_time_chartspitze.html">motor.de</a> besonders falsch:</p>
<blockquote><p>Damit verdrängt Bernd Heinrich Graf, wie der Musiker mit bürgerlichen Namen heißt, seinen Kollegen Herbert Grönemeyer vom ewigen Thron der am meistverkauften deutschsprachigen Pop-Alben aller Zeiten.</p></blockquote>
<p>Das Schöne ist: Es ist alles noch komplizierter. Media Control ist nämlich erst seit 1977 für die Erfassung der deutschen Musikcharts zuständig, vorher oblag diese Aufgabe dem Magazin &#8220;Musikmarkt&#8221;. Und das führte vom 31. Mai bis zum 3. Oktober 1974 &#8211; und damit geschlagene <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Nummer-eins-Hits_in_Deutschland_%281974%29">18 Wochen</a> &#8211; &#8220;Otto 2&#8243; von Otto Waalkes auf Platz 1. Somit würden Unheilig, die heute mal wieder von der Spitzenposition gefallen sind, noch vier Wochen fehlen zum Rekord.</p>
<p>Aber auch hier gibt es wieder einen Haken: Der &#8220;Musikmarkt&#8221; hat die Charts damals noch Monatsweise veröffentlicht, man kann also nicht sagen, ob sich während der 18 Wochen nicht vielleicht mal das eine oder andere Album für eine Woche besser verkauft hat als &#8220;Otto 2&#8243;.</p>
<p>Wie gesagt: Das mit den Charts ist so eine Sache. Aber was wären die Medien und die Plattenfirmen ohne sie?</p>
<p><i>Mit Dank auch an Marco Sch.</i></p>
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		<title>Camp Indie Rock</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 10:24:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Coffee And TV</dc:creator>
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		<description><![CDATA[- von Tommy Finke - DONNERSTAG Großzügigerweise habe ich mich als Fahrer angeboten und nehme meinen Teil der Reisegruppe Haldern 2010 vom Bahnhof Bochum aus mit. Während Rosa und Marie beide vorne Platz nehmen, nehme auch ich vorne Platz. Die Vorzüge eines Bandautos: 3 Sitze in der ersten Reihe. Marie hat ein iPad eingepackt, ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>- von Tommy Finke -</em></p>
<p>DONNERSTAG<br />
Großzügigerweise habe ich mich als Fahrer angeboten und nehme meinen Teil der Reisegruppe Haldern 2010 vom Bahnhof Bochum aus mit.</p>
<p>Während Rosa und Marie beide vorne Platz nehmen, nehme auch ich vorne Platz. Die Vorzüge eines Bandautos: 3 Sitze in der ersten Reihe. Marie hat ein iPad eingepackt, ich muss darüber ein wenig lachen, bin aber eigentlich neidisch. Ihr Ziel beim Haldern ist medientechnischer Natur: Sie hat einen der begehrten Fotopässe. Mit Rosa war ich 2008 schon mal auf dem Haldern. Und ich freue mich, dass sie diesmal wieder dabei ist! Die Fähigkeit, sich über Tage fast ausschließlich von Rotwein und Musik zu ernähren, macht Rosa zu einer perfekten Fetivalbesucherin. Und zu einem medizinischen Wunder.</p>
<p>Unser Zeltplatz ist, einmal angekommen, leicht abschüssig, dafür haben wir aber in alle Richtungen nette Nachbarn. Wir verzweifeln an Maries Zelt, aber der Hinweis, man könne zumindest mal versuchen, alle Stangen mit der gleichen Nummer ineinander zu stecken, ist ausschlaggebend. Inzwischen ist auch Christoph mit Sophie angereist.</p>
<p>Ich spiele den Realisten und öffne das erste Dosenbier. Das ist hier schließlich kein Kindergeburtstag und wir haben schon deutlich nach 16 Uhr. Alle wollen wir zwar Seabear im Spiegelzelt sehen, aber die Schlange ist schon um 18 Uhr so lang, dass wir uns entschließen, nochmal kurz zurück zum Zeltplatz zu gehen und, nunja, vorzuglühen. Ich stolpere an Foto-Gerrit vorbei, meine einzige feste Haldern-Freundschaft. Gerrit ist berühmt geworden mit einer Ausstellung über die Fotos der Schuhe der Stars: &#8220;Dancing Shoes&#8221;.</p>
<p>Gerrit macht den Vorschlag, mich am nächsten Tag zu fotografieren, aber wie jedes Jahr kriegen wir es überhaupt nicht hin, uns zu einer festen Uhrzeit irgendwo zu treffen, obwohl wir uns die nächsten 3 Tage immer wieder begegnen. Ganz so schlimm ist das dann aber doch nicht nicht, Gerrit hatte in Zusammenhang mit der Fotosession das Wort &#8220;nackt&#8221; gebraucht. Ich hoffe, das liegt an seinem letzten großartigen Projekt, ein Herz geformt aus nackten Festivalbesuchern beim Melt.</p>
<p>Wir anderen gehen zurück zum Zeltplatz, den wir für heute dann nicht mehr verlassen, denn auch später berichten unsere Spione von undurchdringlichen Menschenmassen an und ums Spiegelzelt. Uns ist das egal, die Christophsche Einkaufswut beschert uns Grillgut und Gin-Tonic. Zusätzlich ist Nacht der Sternschnuppen und so gucken wir alle stundenlang in den Himmel. Irgendwelche leicht zu begeisternden Leute rufen bei jeder Sternschnuppe &#8220;Oh!&#8221; und &#8220;Ah!&#8221;,  wir bleiben still, weil wir das nicht für Feuerwerk halten, sondern für etwas Größeres. Ich bin gerührt, weil ich jede Sternschnuppe zweimal sehe.</p>
<p>Aus einem nahen Zelt dringt ein schwäbelndes Stöhnen. Das Prinzip &#8220;Wenn ich sie nicht sehe, dann hören sie mich auch nicht&#8221;, hat wieder nicht funktioniert.</p>
<div align="center"><img class="alignnone size-full wp-image-5505" title="Wichtig, wichtig: Presse. (Foto: Lukas Heinser)" src="http://www.coffeeandtv.de/wp-content/uploads/2010/08/haldern2010_1.jpg" alt="Haldern Pop 2010" width="500" height="281" /></div>
<p>FREITAG<br />
Am nächsten Morgen habe ich einen Geschmack im Mund, der Tote umbringen könnte. Ich nehme mir vor, diesen Abend dringend die Zähne zu putzen, bevor ich ins Zelt steige. Marie ist schon wach und macht Kaffee.</p>
<p>Heute ist der Tag, an dem wir <em>mindestens</em> Delphic und Mumford &amp; Sons sehen müssen. Außerdem gibt es auf dem Programm heute ein Fragezeichen und es ging das Gerücht rum, dass es sich um Belle &amp; Sebastian handeln könnte.  Aber nein, es kommt anders, und zwar in Form von: Philipp Poisel. Die Leute: <em>nicht</em> begeistert. Was für ein unangemessener Ersatz für die gedanklich schon gebuchten Belle &amp; Sebastian. Da hätte ja gleich <em>ich</em> spielen können. <em>Selbstreflexion</em>, meine Damen und Herren.</p>
<p>Ein paar hundert Meter weiter hatte ich gestern schon Teile der Fog Joggers und Oh, Napoleon getroffen. Ja, meine Damen und Herren, hier campen die kleinen Künstler noch selbst. Ich beschließe, nochmal rüberzugehen und hallo zu sagen. Sophie schließt sich mir an, da auch sie dort jemanden (&#8220;Frederik!!!&#8221;) kennt.  Jan von den Fog Joggers hat mein Album dabei, er mag es. Dass ich die Fog Joggers EP so richtig großartig finde, behalte ich für mich, damit es ihm nicht zu Kopf steigt. Sophie hat inzwischen Frederik am Rande der Joggers-Gruppe ausfindig gemacht. Er liegt auf dem Boden mit einem T-Shirt über seinem Kopf, verkatert und apathisch. Einmal aufgewacht, stellt er sich als sympathischer Kerl heraus, lacht über wirklich jeden meiner bekanntermaßen schlechten Witze. Ich überlege, ihn zu adoptieren oder zumindest anzustellen.</p>
<p>Sophies Freundin Lisa reist auch noch an und hat ein Sagrotan-Arsenal eingepackt, das manche Klofrau neidisch machen dürfte. Dass Sie Ihren Hund Treu nicht mitnehmen durfte, findet sie doof. Außerdem wirkt sie augenscheinlich etwas irritiert, wie die Leute hier so leben. Der Grund dafür ist schnell gefunden: Es ist, mit 28 Jahren, ihr allererstes Festival.</p>
<p>Die arme Lisa! Wir beschließen, Ihr alles wichtige über das Haldern Pop beizubringen und gehen zusammen zum berühmten See zum Schwimmen. Ich selbst war da zwar bisher auch noch nie drin, ist aber auch erst mein viertes Haldern. Dass jedoch Christoph nach knapp 10 Jahren Haldern noch nie in dem See schwimmen war, finde ich bemerkenswert. Immerhin ist der See umsonst, die Duschen kosten Geld. Sie verstehen? Eben.</p>
<p>Björn und Frederik schwimmen nicht nur, sie haben auch Bier mitgebracht. Für Im-See-trinken. Ich habe aus Fuß-Aufschlitzungsangst meine Gummistiefel an. Beim Schwimmen. Zur Badehose sieht das scheiße aus, aber das hier ist ja kein Modewettbewerb.</p>
<p>Wir machen uns den Spaß und gucken uns Philipp Poisel an. Nun ja. Das Fragezeichen bleibt eines. Mir fällt auf, dass der Keyboarder, der übrigens schwäbelt, nicht richtig zu hören ist. Schade. Ich bin da etwas altmodisch: Ich mag meine Instrumente hörbar. Ansonsten schwankt der Auftritt irgendwo zwischen Xavier Naidoo und Madsen. Zumindest nicht <em>meine</em> bevorzugten musikalischen Eckpunkte.</p>
<p>Während Philipp noch vor sich hin poiselt, besuchen wir das Spiegelzelt, und irgendwie passiert das Unglück: Die Zeit ist zu schnell vergangen! Als wir auf die Uhr sehen und zur Hauptbühne hechten, spielen Delphic gerade ihr letztes Lied. Ich beiße mir in den Arsch, denn was ich sehe und höre ist die großartigste Indie-Electro-Explosion seit Langem. Da könnt Ihr Euch mal alle umgucken, Ihr Zoot Women. Ich bin trotzdem hin und weg, das hat mir wirklich gut gefallen. Delphic. Scheiß Name, geiler Sound.</p>
<p>Diesmal sind wir schlauer und bleiben an der Hauptbühne. Denn es folgt die Band der Stunde: Mumford &amp; Sons, liebevoll in Manfred &amp; Söhne umgetitelt von &#8230; nunja. Muss ich zur Band noch was sagen?  Ich mag die wechselnden Instrumente, von der Seite sehe ich nicht genau, wer wann singt. Später sagt man mir, der Sänger hätte auch getrommelt. Ich muss an Phil Collins denken, erschieße mich aber innerlich dafür. Was für eine Band! Diese folkige Melancholie, diese holzige Euphorie. Gänsehaut, Tränen in meinen Augen. Und zack: vorbei.</p>
<p>Als Beirut folgen versuche ich, einen akustischen Filter in meinem Kopf zu formen, der aus Beirut wieder Mumford &amp; Sons macht. Gelingt mir nicht, aber Beirut sind auch klasse. Vielleicht etwas undankbar, die armen hinter dieser Kracherband auf die Bühne zu schicken.</p>
<p>Aber abgesehen davon: ein wirklich ausgelassener Freitag auf dem Haldern Pop. Für mich persönlich noch von der Tatsache veredelt, dass ich auf dem Boden 20 &#8220;Poptaler&#8221; finde, die Halderner Währung für die Getränke. Wenn man den Pfand für sich selbst abzieht (und den scheiß Becher nicht verliert), kann man gut und gerne 9 Bier dafür eintauschen. Hurra.</p>
<div align="center"><img class="alignnone size-full wp-image-5506" title="Seifenblasensituation auf dem Haldern Pop 2010. (Foto: Lukas Heinser)" src="http://www.coffeeandtv.de/wp-content/uploads/2010/08/haldern2010_2.jpg" alt="Haldern Pop 2010" width="500" height="281" /></div>
<p>SAMSTAG<br />
Diesmal gehen wir eher auf das Gelände, weil wir gerne Portugal. The Man sehen möchten. Schaffen wir sogar. Tolle Band, sind an diesem Tag aber sehr Riff-lastig. Ich selbst hasse ja Riffs, weil ich so ein schlechter Gitarrist bin und mir beim zuhören immer die Noten in den Kopf fliegen und mich daran erinnern, dass ich üben sollte. Mach ich vielleicht mal. Der Auftritt macht auf jeden Fall Spaß und Sophie hat Seifenblasenzeugs dabei, welches wir einsetzen. Und – oh naturbelassenes Haldern Pop – eine majestätische Libelle lässt sich neben der Bassbox nieder, während ein Security-Mitarbeiter die Unterseite seiner Arme in die Sonne hält. Nicht aus Freude am Bräunen, sondern aus gesundheitlichen Gründen: Die Oberseite sieht schon genießbar aus. Möglicherweise hat der Geruch die Libelle angelockt.</p>
<p>Sophie und ich schaffen bei Everything Everything im Spiegelzelt wieder nur das letzte Lied. Aber auch diese Band schafft es, mich mit dem letzten Lied komplett zu überzeugen. Das Delphic-Phänomen. Scheiß Name, geile Band. Ich ärgere mich, dass ich nie das letzte Lied von Ostzonensuppenwürfelmachenkrebs gesehen habe.</p>
<p>Irgendwann dann The Low Anthem im Spiegelzelt. Ich habe inzwischen einen toten Punkt erreicht und finde, dass die Band klingt wie das Simon &amp; Garfunkel Album, das ich manchmal im Auto höre. Ich schlafe im Stehen ein. Das wirkt repektlos, soll aber die Band nicht schmälern.  Countryesquer Folk. Oder sowas. Naja, ich brauche frische Luft und hänge draußen rum. Hier und da wieder bekannte Gesichter: Sven, ein Fotograf aus Bochum, Gerrit natürlich (&#8220;Tommy, später aber Fotos, ne?&#8221;), Manuel von den Wedges. Ein bisschen wie ein kleines Dorf. Hier sollte man keine Dummheiten machen, da weiß jeder gleich Bescheid. Und dann tuscheln die Nachbarn.</p>
<p>Efterklang werden mir als Sigur-Rós-Verschnitt schmackhaft gemacht, enttäuschen aber in dieser Hinsicht gewaltig. Das ist das Problem mit großer Erwartungshaltung: Mit dieser Band werde ich heute nicht mehr warm. Ich nutze meine letzten Fund-Poptaler und gebe eine Runde. Christoph hat von seiner Oma 50 Euro <em>Taschengeld</em> mitbekommen!!! Obwohl das einen tiefen Eingriff in die adulte Selbstversorgungspflicht darstellt. Er weiß um seinen Stellenwert als Gruppenbetreuer und kauft davon Poptaler. Als ihm klar wird, dass er davon weder Essen noch sonstwas, sondern nur Bier und Wein kaufen kann, ist es bereits zu spät. Der Poptaler ist wie das Spielgeld in Disneyland, er regt zum Konsum an.</p>
<p>Und dann endlich irgendwann: The National. Erst denke ich, dass da irgendwas Interpol-ähnliches auf mich zukommt, aber schnell wird klar, dass diese Band komplexer ist. Irgendwie muss ich zwar die ganze Zeit an Depeche Mode denken, woran der Gesang seinen Anteil hat, aber das würde der ganzen Sache nicht gerecht. Denn The National klingen tatsächlich sehr eigen und interessant, rocken außerdem wie Hölle und haben eine unglaublich stimmungsvolle Lightshow. Marie regt sich später darüber auf, weil ihr das natürlich die besten Fotos versaut: Immer irgendein scheiß Licht in der Kameralinse. Mir ist das egal, ich muss ja nur gucken und glotzen. Wahrscheinlich starre ich inzwischen schon, wenn ich trinke werde ich immer zum Starrer, da ich vergesse zu blinzeln. Bei dieser Band sollte man die Augen sowie so nicht schließen, nicht mal für eine Nanosekunde.</p>
<p>Inzwischen sind die letzten Poptaler bestimmungsgemäß verbraucht und eine gewisse Festivalmelancholie macht sich breit: Wir haben die letzte Band auf der Hauptbühne gesehen. Jetzt ins Spiegelzelt? Undenkbar. Der harte Kern unserer Reisegruppe, Christoph, Rosa, Sophie, Marie und ich, geht zum Zeltplatz und lässt den Abend gebührend ausklingen: Wir singen 90er Jahre Plastikpophits von East 17 und Take That. Weil wir uns nämlich nicht zu fein sind, zu erkennen, dass das in der Retrospektive auch schöne Musik sein kann. Und dann packt Sophie ihr Handy aus und spielt die Musik ab, die mich danach nicht mehr losgelassen hat, massiver als eine der Bands von den Bühnen: Oh, Napoleon. Ironie des Schicksals. Vor zwei Tagen noch am Zeltplatz gesehen und trotzdem vorher gar nicht reingehört. Man sagt ja oft &#8220;Die Band kenn&#8217; ich!&#8221; und meint &#8220;&#8230;vom Namen.&#8221; Ich auf jeden Fall: begeistert und verstört, weil die doch noch so jung sind und die Sängerin da Sachen raushaut wie ein alter Hase</p>
<p>Der nächste Morgen bringt den ersten grauen Tag. Ist aber auch egal, weil wir jetzt packen und heimwärts fahren. Ich denke darüber nach, den herausragenden Sonnenschein der Halderner Tage als gutes Omen zu deuten, dann fällt mir aber ein, dass ich an so einen Hokus Pokus nicht glaube. Manchmal, ganz selten, stimmen eben alle umgebenden Faktoren so überein, dass für ein paar Tage alles perfekt ist.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-5507" title="Der Autor." src="http://www.coffeeandtv.de/wp-content/uploads/2010/08/haldern2010_tommy.jpg" alt="" width="200" height="267" /><br />
<em><strong><a href="http://www.tommy-finke.de/">Tommy Finke</a></strong> ist 29 Jahre alt, Musiker und lebt in Bochum. Im Februar ist sein Album &#8220;Poet der Affen / Poet of the Apes&#8221; erschienen.</em></p>
<p><em>Für Coffee And TV hat er das <a href="http://www.haldern-pop.de/">Haldern Pop 2010</a> besucht und seine Eindrücke von Zeltplatz, See und Festival aufgeschrieben. Die Namen der Mitreisenden wurden dafür geändert.</em></p>
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		<title>Haldern Pop 2010 &#8211; A place to come home to</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Aug 2010 18:32:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kathrin Grannemann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;That will literally blow your mind&#8221; sagte Fyfe Dangerfield während seines Auftritts im Spiegelzelt am Donnerstag, als er sich an sein Keyboard setzte. Wie viel Wahrheit in diesem Satz vor allem im Bezug auf die Erlebnisse des Festivalwochenendes stecken würde, konnte ich noch gar nicht ahnen. Seit 2001 in regelmäßigen Abständen beim Haldern Pop Festival [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;That will literally blow your mind&#8221; sagte Fyfe Dangerfield während seines Auftritts im Spiegelzelt am Donnerstag, als er sich an sein Keyboard setzte. Wie viel Wahrheit in diesem Satz vor allem im Bezug auf die Erlebnisse des Festivalwochenendes stecken würde, konnte ich noch gar nicht ahnen. </p>
<p>Seit 2001 in regelmäßigen Abständen beim Haldern Pop Festival gewesen gab es in jedem Lineup mindestens vier Bands, die ich unbedingt sehen wollte, doch in diesem Jahr war es anders: Ich kannte vielleicht 50% der gebuchten Acts, lediglich zwei standen auf meiner &#8220;unbedingt angucken!&#8221;-Liste. Trotzdem kein Grund, nicht hinzufahren &#8211; in Haldern stimmt eben das Gesamtpaket, selbst wenn das Wetter schlecht ist. Und am Ende hat man einige neue Bands auf seiner Favoritenliste, die da vorher nicht gestanden haben. Dies war auch in diesem Jahr so.<br />
<span id="more-5485"></span><br />
<u><strong>Freitag:</strong></u></p>
<p><strong><a href="http://www.myspace.com/fyfedangerfield">Fyfe Dangerfield</a></strong></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/polaroidmemories/4904574782/" title="Fyfe Dangerfield by polaroidmemories, on Flickr"><img src="http://farm5.static.flickr.com/4074/4904574782_3b4eb9ed3c.jpg" width="500" height="333" alt="Fyfe Dangerfield" /></a><br />
Erster Act für mich beim Haldern Pop, nachdem man sich abends gegen den Besuch im völlig überfüllten Spiegelzelt entschied: Fyfe Dangerfield, seines Zeichens Frontmann der Guillemots. Nicht ganz so verschroben wie seine eigentliche Band, teilweise etwas kitschig. Neben ihm auf der Bühne waren lediglich zwei Streicherinnen, die ihn, sein Effektgerät sowie die Gitarre unterstützten. Und am Ende blieb ein großes Seufzen.</p>
<p><strong><a href="http://www.myspace.com/lauramarling">Laura Marling</a></strong></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/polaroidmemories/4903988237/" title="Laura Marling by polaroidmemories, on Flickr"><img src="http://farm5.static.flickr.com/4115/4903988237_c8ea922f8f.jpg" width="500" height="333" alt="Laura Marling" /></a><br />
Während auf der Hauptbühne der Überraschungact Philipp Poisel mit seiner Band auftrat, ging das Programm im Spiegelzelt mit Laura Marling weiter, die vor dem Beginn des Konzerts noch einen Liebeskreis mit ihren Mitmusikern initiierte. Geholfen hat das Einschwören auf jeden Fall: Was da an wundervoller Folkmusik aus den Lautsprechern kam, verzauberte die anwesenden Zuschauer &#8211; und auch mich.</p>
<p><strong><a href="http://www.myspace.com/delphic">Delphic</a></strong></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/polaroidmemories/4904581038/" title="Delphic by polaroidmemories, on Flickr"><img src="http://farm5.static.flickr.com/4074/4904581038_730c5c9a19.jpg" width="500" height="333" alt="Delphic" /></a><br />
Nächstes Konzert für mich an diesem Tag: Delphic. Sehr elektronisch, etwas verschroben, nicht so ganz mein Ding. Ein gewisser Herr Heinser sah das übrigens anders und erzählte noch das komplette Restwochenende davon, wie geflasht er von dem Auftritt war.</p>
<p><strong><a href="http://www.myspace.com/mumfordandsons">Mumford and Sons</a></strong></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/polaroidmemories/4904584722/" title="Mumford and Sons by polaroidmemories, on Flickr"><img src="http://farm5.static.flickr.com/4096/4904584722_757fb43e08.jpg" width="500" height="333" alt="Mumford and Sons" /></a><br />
Next on: Mumford and Sons. Noch vor einem Jahr ließen sie sich im Spiegelzelt feiern, dieses Mal strömten die Massen zur Hauptbühne, das erste Mal, dass der Platz an diesem Wochenende so voll werden würde. Ich wusste nur bedingt, auf was ich mich einlasse, aber es war wunderbar. Und nicht nur ich verließ hinterher ein wenig glücklicher den Platz.</p>
<p><strong><a href="http://www.myspace.com/beruit">Beirut</a></strong></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/polaroidmemories/4904587946/" title="Beirut by polaroidmemories, on Flickr"><img src="http://farm5.static.flickr.com/4115/4904587946_6df6eb1a18.jpg" width="500" height="333" alt="Beirut" /></a><br />
Mein Abschluss des Tages, zumindest auf der Hauptbühne. Ein wenig Balkan, ein wenig Kaizers Orchestra, irgendwie nicht mein Fall &#8211; viele anwesende Fans sahen das aber offenbar anders und tanzten in die Nacht. Von den nachfolgenden Serena Maneesh hörte ich am Folgetag nur, dass der Sänger irgendwann mitten im Set von der Bühne geholt wurde.</p>
<p><strong><a href="http://www.myspace.com/junip">Junip</a></strong></p>
<p>Schon fast schlafen gelegt kam die Idee, die sich am Ende als unheimlich gut herausstellte: Jose Gonzales spielte mit seiner Band Junip um 2:40 als letzte Band im Spiegelzelt, fast schlafwandelnd zog ich dorthin los, die Kamera leider im Zelt zurückgelassen, deshalb fehlt an dieser Stelle die Impression. Neben einigen Songs der alten EP &#8220;Rope &#038; Summit&#8221; gab es einige neue Songs vom im September kommenden Album &#8220;Fields&#8221;. Der Sound ist schwer zu beschreiben, etwas düster und dezent akustisch passte er aber perfekt zu diesem ausklingenden Abend.</p>
<p><u><strong>Samstag</strong></u></p>
<p><strong><a href="http://www.myspace.com/portugaltheman">Portugal. The Man</a></strong></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/polaroidmemories/4904589476/" title="Portugal. The Man by polaroidmemories, on Flickr"><img src="http://farm5.static.flickr.com/4073/4904589476_4081eb76e6.jpg" width="500" height="333" alt="Portugal. The Man" /></a><br />
Tag zwei sollte für mich mit Portugal. The Man beginnen. Irgendwo zwischen Soul und improvisierten Gitarrensequenzen liegend bildete die Band den perfekten Einstieg in den Tag, wenn ich auch geistig schon bei der dann folgenden Band, Fanfarlo, war.</p>
<p><strong><a href="http://www.myspace.com/fanfarlo">Fanfarlo</a></strong></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/polaroidmemories/4904000513/" title="Fanfarlo by polaroidmemories, on Flickr"><img src="http://farm5.static.flickr.com/4117/4904000513_3030ce154d.jpg" width="500" height="333" alt="Fanfarlo" /></a><br />
Fanfarlo erfüllten meine Erwartungen vollkommen, besonders beeindruckend war die vielseitige Benutzung verschiedenster Instrumente. Leider wirkten sie an diesem sommerlichen Tag am Nachmittag auf der Hauptbühne dezent deplatziert &#8211; im Spiegelzelt wären sie bei weitem besser aufgehoben gewesen.</p>
<p><strong><a href="http://www.myspace.com/frightenedrabbit">Frightened Rabbit</a></strong></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/polaroidmemories/4904591810/" title="Frightened Rabbit by polaroidmemories, on Flickr"><img src="http://farm5.static.flickr.com/4115/4904591810_4f6fb19b86.jpg" width="500" height="333" alt="Frightened Rabbit" /></a><br />
Ein weiterer großer Unbekannter war die Band Frightened Rabbit. Bekannte hatten sie mir wärmstens ans Herz gelegt, ich solle sie mir unbedingt anschauen. Und es hat sich gelohnt, hinzugehen: Der Indiepop passte vom Gefühl her perfekt in diesen großartigen Sommertag.</p>
<p><strong><a href="http://www.myspace.com/bloodredshoes">Blood Red Shoes</a></strong></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/polaroidmemories/4904592940/" title="Blood Red Shoes by polaroidmemories, on Flickr"><img src="http://farm5.static.flickr.com/4121/4904592940_10c3b359b3.jpg" width="500" height="333" alt="Blood Red Shoes" /></a><br />
Blood Red Shoes hätten mir egaler nicht sein können, auch wenn sie ganz okay dahinrockten. Besonders kurios war übrigens der Einsatz der Ventilatoren, der die Haare der durchaus gutaussehenden Sängerin Laura zum fliegen brachten. Einige Männerherzen dürften dahingeschmolzen sein.</p>
<p><strong><a href="http://www.myspace.com/efterklang">Efterklang</a></strong></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/polaroidmemories/4904595212/" title="Efterklang by polaroidmemories, on Flickr"><img src="http://farm5.static.flickr.com/4073/4904595212_0f8c0fd300.jpg" width="500" height="333" alt="Efterklang" /></a><br />
Die Dänen waren mein persönliches Highlight des Festivals, und das mit großem Abstand. Man hat es der Band angesehen, dass sie unheimlichen Spaß an dem hatten, was sie da auf der Bühne so taten. Der Sound: Teils experimentell, teils orchestral, teils poppig, aber immer irgendwie verschroben. Es war die Athmosphäre, die den Auftritt so besonders machte. Plötzlich wirkte die große Hauptbühne ganz klein und alle um einen herum stehenden Zuschauer wie eine große Familie. So sollte es immer sein.,</p>
<p><strong><a href="http://www.myspace.com/thenational">The National</a></strong></p>
<div align="center"><a href="http://www.flickr.com/photos/polaroidmemories/4904009527/" title="The National by polaroidmemories, on Flickr"><img src="http://farm5.static.flickr.com/4120/4904009527_2a2b13f9ae.jpg" width="333" height="500" alt="The National" /></a></div>
<p>Am liebsten hätte ich den Abend nach diesem fulminanten Auftritt von Efterklang beendet, einen Zwangstermin gab es aber dann doch noch, nachdem mir alle anderen Mitreisenden von ihnen vorschwärmten. The National reisten mit einer Bühne voll Instrumenten an, das Licht war hell und beeindruckend, die Musik in einer umfangreichen Bandbreite, von leise-akustisch bis laut-stampfend. Und obwohl mir die Musik nur so mittel zusagte, war der Auftritt von The National ein großartiger Abschluss eines noch großartigeren Festivalwochenendes.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/polaroidmemories/4903983605/" title="Lecker Essen by polaroidmemories, on Flickr"><img src="http://farm5.static.flickr.com/4134/4903983605_a7baf16171.jpg" width="500" height="333" alt="Lecker Essen" /></a></p>
<p>Wie immer hat das Haldern bewiesen, wie wichtig das Gesamtpaket eines Festivals ist. Nicht nur die Musik stimmte an diesem Wochenende zu weiten Teilen ziemlich gut mit dem überein, was man sich erhofft hat, auch das ganze Drumherum sorgte für gute Stimmung, die sich nicht zuletzt auch auf dem Zeltplatz niederschlug. Wie in jedem Jahr war die Fahrt nach Haldern auch 2010 ein wenig wie der Besuch bei sehr guten, langjährigen Freunden, die sich um einen kümmern und einem eine schöne Zeit bereiten. Ich bedanke mich bei allen, die ihren Teil dazu beigetragen haben, dieses Wochenende zu einem der wenigen unvergesslichen zu machen. Bis nächstes Jahr in Haldern.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/polaroidmemories/4904573266/" title="Zeltplatz by polaroidmemories, on Flickr"><img src="http://farm5.static.flickr.com/4077/4904573266_e3abd3a736.jpg" width="500" height="333" alt="Zeltplatz" /></a></p>
<p><small>Kleiner Zusatz am Rande: Mehr Fotos neben den hier abgebildeten gibt es <a href="http://www.flickr.com/photos/polaroidmemories/sets/72157624752731170/with/4904601330/">hier</a>.</small></p>
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		<title>Blumenkübel</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Aug 2010 16:29:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Heinser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich kann Ihnen die Geschichte beim besten Willen nicht erklären &#8212; lesen Sie sie doch bitte einfach hier nach. Aber den Song zum Hype, den kann ich Ihnen liefern. Hier: Download-Link (Rechts klicken und &#8220;Ziel speichern unter &#8230;&#8221; wählen)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich kann Ihnen die Geschichte beim besten Willen nicht erklären &#8212; lesen Sie sie doch bitte einfach <a href="http://www.muensterschezeitung.de/lokales/neuenkirchen/Internetwelle-um-einen-zerstoerten-Blumenkuebel;art997,990767">hier</a> nach.</p>
<p>Aber den Song zum Hype, den kann ich Ihnen liefern. Hier:</p>

<p><a href="http://www.coffeeandtv.de/wp-content/uploads/2010/08/blumenkuebel.mp3"><b>Download-Link</b></a><br />
<small>(Rechts klicken und &#8220;Ziel speichern unter &#8230;&#8221; wählen)</small></p>
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		<title>No Use For A Frame</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Aug 2010 12:56:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Heinser</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Rock'n'Roll High School]]></category>
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		<description><![CDATA[So glamourös, wie man es sich vielleicht vorstellt, ist es es gar nicht, als Fotograf bei Rockkonzerten zu arbeiten: Gewiss, man kommt kostenlos rein, aber man muss auch Bands fotografieren, die man selbst unerträglich findet, und die Arbeitsbedingungen verschlechtern sich zusehends. Wenn&#8217;s besonders schlimm läuft, kommt beides zusammen. Wir wollen sie also lobpreisen, die Männer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So glamourös, wie man es sich vielleicht vorstellt, ist es es gar nicht, als Fotograf bei Rockkonzerten zu arbeiten: Gewiss, man kommt kostenlos rein, aber man muss auch Bands fotografieren, die man selbst unerträglich findet, und die Arbeitsbedingungen verschlechtern sich zusehends. Wenn&#8217;s besonders schlimm läuft, kommt <a href="http://www.djv.de/SingleNews.20+M56587159643.0.html">beides</a> zusammen.</p>
<p>Wir wollen sie also lobpreisen, die Männer und Frauen, die sich mit teurem Equipment in die schmalen Gräben vor der Bühne drängeln, nur durch hüfthohe Gitter getrennt von hysterischen Konzertgängern in den ersten Reihen und jederzeit in Wurfweite exzentrischer Musiker. Ihnen verdanken wir 500-teilige Klickstrecken &#8220;So war das bei Prince in der Waldbühne&#8221; und manchmal schaffen sie Bilder, die die rohe Energie eines Gigs einfangen und somit selbst zu <a href="http://www.rock-photographers.com/2006/12/pennie-smith-interview.html">Klassikern</a> werden.</p>
<p><img src="http://www.coffeeandtv.de/wp-content/uploads/2010/08/rahmenlos360.jpg" alt="Rahmenlos 360° (Plakat)" title="Rahmenlos 360° (Plakat)" align="right" />Drei dieser Menschen haben jetzt genug Material zusammengetragen, um daraus eine Ausstellung zusammenzustellen: Die <a href="http://www.musikfotografen.de/">&#8220;Musikfotografen&#8221;</a> Michael Kellenbenz, Juliane Duda und meine gute Freundin Martina Drignat, stellen ab morgen im Hamburger Knust aus.</p>
<p>Der Titel der Ausstellung lautet &#8220;Rahmenlos 360°&#8221; und ist damit &#8211; um mal eine Phrase zu vermeiden &#8211; Programm: Statt in Rahmen werden die Bilder nämlich in teils aufwendigen Installationen präsentiert.</p>
<p>Die Ausstellung läuft bis zum 1. November, morgen um 18 Uhr ist feierliche Eröffnung mit Livemusik.</p>
<p><a href="http://rahmenlos360.de/"><strong>Rahmenlos 360°</strong></a><br />
im Knust, Hamburg<br />
6. August &#8211; 1. November 2010</p>
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		<title>In Assoziationsketten gelegt</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Aug 2010 13:01:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Heinser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rock'n'Roll High School]]></category>
		<category><![CDATA[TV On The Radio]]></category>
		<category><![CDATA[anajo]]></category>
		<category><![CDATA[claus theo gärtner]]></category>
		<category><![CDATA[ein fall für zwei]]></category>
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		<category><![CDATA[pressemitteilung]]></category>
		<category><![CDATA[superpunk]]></category>
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		<description><![CDATA[Die ZDF-Pressestelle verkündet soeben folgende Nachricht: Claus Theo Gärtner alias Detektiv Josef Matula hat Grund zum Feiern: Wenn am heutigen Mittwoch, 4. August 2010, die erste Klappe zur neuen Folge der ZDF-Krimiserie &#8220;Ein Fall für zwei&#8221; fällt, hat er den Krimiklassiker &#8220;Derrick&#8221; überrundet. Mit 282 Folgen in der Rolle des Privatdetektivs bricht Gärtner den Rekord [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die ZDF-Pressestelle verkündet soeben folgende Nachricht:</p>
<blockquote><p>Claus Theo Gärtner alias Detektiv Josef Matula hat Grund zum Feiern: Wenn am heutigen Mittwoch, 4. August 2010, die erste Klappe zur neuen Folge der ZDF-Krimiserie &#8220;Ein Fall für zwei&#8221; fällt, hat er den Krimiklassiker &#8220;Derrick&#8221; überrundet. Mit 282 Folgen in der Rolle des Privatdetektivs bricht Gärtner den Rekord von Horst Tappert, der insgesamt 281 Mal in der Rolle des Oberinspektors &#8220;Derrick&#8221; die Zuschauer begeisterte.</p></blockquote>
<p>Ich nehme das als Vorwand, Ihnen die folgenden Videos zu zeigen:</p>
<p><object width="560" height="445"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/9CdXx6Y4GiA&amp;hl=de_DE&amp;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/9CdXx6Y4GiA&amp;hl=de_DE&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="560" height="445"></embed></object></p>
<p><object width="560" height="445"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/myheidbckEU#t=2m39s&amp;hl=de_DE&amp;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/myheidbckEU#t=2m39s&amp;hl=de_DE&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="560" height="445"></embed></object></p>
<p>Und wenn Sie jetzt sagen: &#8220;Das ist doch alles alt!&#8221;, dann sage ich: &#8220;Stimmt! Allen voran Claus Theo Gärtner.&#8221;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Gesammelte Platten Juni 2010</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Jul 2010 14:44:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Coffee And TV</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rock'n'Roll High School]]></category>
		<category><![CDATA[efterklang]]></category>
		<category><![CDATA[sia]]></category>
		<category><![CDATA[stars]]></category>
		<category><![CDATA[the gaslight anthem]]></category>
		<category><![CDATA[the tallest man on earth]]></category>
		<category><![CDATA[two door cinema club]]></category>

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		<description><![CDATA[Two Door Cinema Club &#8211; Tourist History Keine halben Sachen, dachten die sich, hab ich mir so gedacht als ich die Platte im Laden angehört hab. Der erste Song &#8220;Cigarettes In The Theatre&#8221; knallt gleich mitten ins Ohr. Die Füße wippen im Takt mit, der Kopf geht hin und her. Am liebsten würde man die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.myspace.com/twodoorcinemaclub">Two Door Cinema Club</a> &#8211; Tourist History</strong><br />
Keine halben Sachen, dachten die sich, hab ich mir so gedacht als ich die Platte im Laden angehört hab.<br />
Der erste Song &#8220;Cigarettes In The Theatre&#8221; knallt gleich mitten ins Ohr. Die Füße wippen im Takt mit, der Kopf geht hin und her. Am liebsten würde man die Platte schnell in den nächsten Club mitnehmen, dem DJ in die Hand drücken und sagen, &#8220;Einmal anmachen und durchlaufen lassen reicht! Danke!&#8221;.<br />
Und die Kreise auf der Tanzfläche wären endlos, und die Nacht wäre eine, an die man zurückdenkt und grinsen muss, weil lange nichts mehr so direkt ins Tanzbein schoß!<br />
Und die haben eine Katze auf dem Cover. Hallo? Eine Katze auf dem Cover mit Krone!!!<br />
Aber mal abgesehen von Katzencontent, das Debut kann einiges. Man merkt ihnen den Enthusiasmus einfach an &#8211; junge Wilde die genau Wissen was gut klingt. Keine halben Sachen, Beats die Knallen, Lyrics die einen grinsen lassen, Melodien direkt fürs Herz. Ich bin dann mal endlose Kreise ziehn!<br />
Anspieltipps: &#8220;Cigarettes In The Theatre&#8221;, &#8220;Do You Want It All&#8221;, &#8220;I Can Talk&#8221;. (<em>AK</em>)</p>
<p><strong><a href="http://www.myspace.com/efterklang">Efterklang</a> &#8211; Magic Chairs</strong><br />
Zauberstühle. Ich weiß nicht, wie es Euch geht, ich hab noch keinen Zauberstuhl entdeckt.<br />
Aber ich würde gerne eine spontane Parade veranstalten. Und alle Lieder von Efterklang dort spielen! Es würde Zuckerwatte und Heliumballons in allen Farben und Formen geben. Und Brause en masse.<br />
Diese Album ist so voller Sommer und Arme-in-die-Luft-Gefühl, dass ich es hier kaum hinschreiben kann.<br />
Die Herren aus Dänemark sind mit ihrem dritten Studioalbum seit Februar in den Gehörgängen zu finden. Ein ganzes Jahr lang haben sie am Album gewerkelt und gebastelt. Waren mit ein paar Songs schon vor Release auf Tour, und man merkt es. Opulent und Klangfarbenfroh, sind nur zwei von vielen Assoziationen die mir so in den Sinn kommen. An manchen Stellen hätte weniger Opulenz dem Album mehr Schwung verliehen.<br />
Aber dann hört man &#8220;Harmonics&#8221; zum ersten Mal und es packt einen direkt. Rythmus, überlappende Gesangespassagen, Gitarrenriff und nur die Stimme von Frontsänger Caspar Clausen treiben den Hörgenuss direkt an den Platz im Herz wo es gut tut!<br />
Sowieso kann ich mich bei den Highlights fast gar nicht entscheiden. Am besten alle anhören und verlieben!<br />
Anspieltipps: &#8220;Modern Drift&#8221;, &#8220;Harmonics&#8221;, &#8220;Raincoats&#8221;, &#8220;Full Moon&#8221;, &#8220;Scandinavian Love&#8221;. (<em>AK</em>)</p>
<p><strong><a href="http://www.myspace.com/thegaslightanthem">The Gaslight Anthem</a> &#8211; American Slang</strong><br />
So, jetzt bitte: Das erste Album <i>danach</i>, nach dem großen Durchbruch, nach dem <a href="http://www.coffeeandtv.de/2009/07/27/born-to-sing-along/">Glastonbury-Auftritt</a> mit Springsteen. The Gaslight Anthem sind plötzlich kein Geheimtipp mehr, sondern Konsens, und was machen sie? Nehmen &#8220;The &#8217;59 Sound&#8221; einfach noch mal auf. Zu fast jedem Song des neuen Albums könnte man ein Äquivalent des Vorgängers benennen &#8212; das Prinzip Oasis. Trotzdem ist &#8220;American Slang&#8221; ein rundes Album geworden, das nach einigen Durchläufen durchaus eigene Qualitäten offenbart.<br />
Anspieltipps: &#8220;American Slang&#8221;, &#8220;Bring It On&#8221;. (<em>LH</em>)</p>
<p><strong><a href="http://www.myspace.com/siamusic">Sia</a> &#8211; We Are Born</strong><br />
Eigentlich ja bekannt für herzzereissende Songs, in die man sich fallen lässt, wenn der Liebeskummer einen in seiner Kralle einpackt und nicht mehr loslässt. Jetzt aber mit viertem Studioalbum überrascht die Australierin Sia Furler mit einem Album das vor Lebens-Ja nur so brüllt!<br />
Die optimistisches Sicht, die Songs sind heller und weniger melancholisch. Was nicht heißt, dass es die pure Glückseeligkeit ist, nein &#8212; genau hinhören!<br />
Aber es ist eine kleine Überraschung! Die Songs sind Pop &#8212; im besten Sinne der Definition. Und wenn einige vielleicht die alte Sia vermissen, ich finde die neue Richtung tut ihr gut!<br />
&#8220;You&#8217;ve Changed&#8221; vielleicht die Kampfansage überhaupt! &#8220;Oh Father&#8221; ein Cover des alten Madonna-Songs, klingt nach der guten Portion Sia wirklich super! Und auch den Rest des Albums sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen.<br />
Anspieltipps: &#8220;The Fight&#8221;, &#8220;Cloud&#8221;, &#8220;You&#8217;ve changed&#8221;, &#8220;Oh Father&#8221;. (<em>AK, Rezensionsexemplar</em>)</p>
<p><strong><a href="http://www.myspace.com/stars">Stars</a> &#8211; The Five Ghosts</strong><br />
Jetzt geht&#8217;s aber los bei den Kanadiern: Gerade erst <a href="http://www.coffeeandtv.de/2010/05/25/gesammelte-platten-april-2010/">Broken Social Scene</a>, gleich Arcade Fire, dazwischen noch eben Stars. Die Zutaten sind bekannt: Viel Melancholie und die Stimmen von Torquil Campbell und Amy Millan &#8212; mehr brauchte es ja auch auf &#8220;Set Yourself On Fire&#8221; und &#8220;In Our Bedroom After The War&#8221; kaum. Trotzdem ist es diesmal anders: Mehr Elektronik, mehr Uptempo-Songs, mehr unbedingter Wille zur Indiedisco.<br />
Was für ein schönes, kluges Album, das in 39 Minuten sehr viel mehr Drama und Pop-Appeal untergebracht kriegt als manche Bands in zwanzig Jahren Bandgeschichte. Um Missverständnissen vorzubeugen, ist das düstere &#8220;The Last Song Ever Written&#8221; der drittletzte Song auf der Platte, die mit dem umarmenden &#8220;Winter Bones&#8221; endet.<br />
Anspieltipps: &#8220;I Died So I Could Haunt You&#8221;, &#8220;We Don&#8217;t Want Your Body&#8221;, &#8220;The Last Song Ever Written&#8221;, &#8220;How Much More&#8221;. (<em>LH</em>)</p>
<p><strong><a href="http://www.thetallestmanonearth.com/">The Tallest Man On Earth</a> &#8211; The Wild Hunt</strong><br />
Irgendwann letzten Monat hatte ich einen kleinen Streit über den besten Soundtrack ever made. Zumal es eigentlich eine <em>nicht</em> beantwortbare Frage ist (für mich immernoch der &#8220;Cruel Intentions&#8221;-OST, für den anderen der Soundtrack von &#8220;Into the Wild&#8221;) zum anderen, weil es wie mit Eis ist, die Auswahl macht glücklich.<br />
Und dann musste ich an The Tallest Man On Earth denken. Drehte sein neues Album laut an und der kleine Zwist war vergessen.<br />
Zwei Alben ist er jetzt alt, der gute Herr Kristian Matsson aus Schweden. Das erste Album &#8220;Shallow Graves&#8221; war die kleine Folk Erleuchtung letztes Jahr. Auf Tour war er mit Bon Iver und man hört ihm das Reisen auch an.<br />
Er braucht nur seine Gitarre und seine grandiose, würzige, unverwechselbare Stimme! Er hat etwas sehr eigenes und erinnert wirklich an Wildnis und Lagerfeuer und Fernweh. Oder an Landstreicher-Dasein und in einem Zug durchs Land brausen.<br />
Jedenfalls möchte man The Talles Man On Earth erstens live sehen (wer dieses Jahr beim Haldern ist, hat Glück!) und ihn zweitens immer dabei haben, wenn einen das Fernweh packt.<br />
Sein zweites Album &#8220;The Wild Hunt&#8221; ist die wunderbare Fortsetzung des ersten Albums. Was sehr gut ist, denn sein Debüt war ein grandioses, durch seine Stimme und Gittarre allein getragenes, folkiges Meisterstück. Aber gleichzeitig sind immer wieder gleichklingende Lieder irgendwann langweilig. Wenn da nicht diese Stimme, diese Gitarre und vorallem diese wahnsinnigen Texte wären. Gerade das letzte Stück &#8220;Kids On The Run&#8221;, in dem ein Klavier auftaucht und man fast wehmütig wird, weil es das letzte Stück ist, ist den Kauf der Platte mehr als wert.<br />
Anspieltipps: &#8220;King Of Spain&#8221;, &#8220;Thousand Ways&#8221;, &#8220;The Drying Of The Lawns&#8221;, &#8220;Kids On The Run&#8221;. (<em>AK</em>)</p>
<p><i>Mitarbeit an dieser Ausgabe:<br />
AK: Annika Krüger<br />
LH: Lukas Heinser</i></p>
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