Beitrags-Archiv für die Kategorie 'Living In A Magazine'

Please brother take a chance

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 8. Oktober 2009 13:29

Damit die Oasis-Reunion, die auch Wolfgang Nostradamus Doebeling (ich glaube, den zweiten Vornamen hat er sich ausgedacht) im aktuellen “Rolling Stone” prophezeit (und zwar für den 15. Mai 2011), kommen kann, muss die Band ja erst Mal aufgelöst werden.

Das hat Liam Gallagher jetzt dankenswerterweise in einem Interview mit der “Times” getan. Er wollte eigentlich nur über seine Modelinie “Pretty Green” sprechen, aber dann erklärt er die Band für beendet.

Luke Leitch gelingt es, in dem Artikel ein Bild von Liam Gallagher zu zeichnen, das sehr viel differenzierter ist als das meiste, was man bisher über den jetzt Ex-Oasis-Sänger gelesen hat. Am Ende spricht er sogar davon, außerhalb des Rock’n'Roll-Circus irgendwann seinen Frieden mit Noel zu machen. Eventuell.

Liam Gallagher: a semi-scary, tightly wound wind-up merchant — absolutely. But also serious, sensitive, impassioned and, from the look that flitted across his face at the end there, a man who misses his brother. Furthermore, a producer of rocking clobber for men. Who knew?

Mein Lieblings-Gallagher bleibt trotzdem Noel, so wie mein Lieblings-Beatle Paul McCartney und mein Lieblings-Libertine Carl Barât war. Aber das können Sie jetzt selbst tiefenpsychologisch auswerten.

[via Christian]

Mit Dir sind wir vier

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 22. September 2009 22:41

Gar nicht mal so selten (im Sinne von: “Wenn ich überhaupt mal etwas gefragt werde, dann …”) werde ich gefragt, wie man eigentlich so ein “Medienblogger” wird.

Das ist eigentlich ganz einfach: Eine Zeit lang muss man sehr aufmerksam durch die Welt gehen und allen Quatsch aufschreiben, der einem in die Finger kommt. Dann hat man irgendwann seine Leser, seinen Freundeskreis und seine Familie derart für die kleinen und großen Fehler der Medien sensibilisiert, dass man mit Einsendungen überhäuft wird und sie nur noch aufschreiben muss.

Eingesandt von meiner Mutter:

Ein anderer Trompeter begeisterte ebenfalls: Julian Wasserfuhr, der im Quartett mit seinem Bruder Roman am Piano auch Stücke aus dem gerade erschienenen, fantastischen gemeinsamen Album "Upgraded In Gothenburg" spielte. Die beiden noch jungen Musiker haben die Jazztradition begriffen und überführten sie behutsam in ihre eigene Musik, meist mit wundervollem Understatement.
(Neue Rhein/Ruhr Zeitung vom 22. September 2009)

Das erinnert natürlich fatal an die von Fritz Walter d.J. überlieferte Sentenz:

Der Jürgen Klinsmann und ich sind schon ein tolles Trio, …äh Quartett.

Wir haben uns für die Erbsensuppe entschieden

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 20. September 2009 12:25

Die gelernte Naturwissenschaftlerin Merkel wird diese Art Beweisführung zulassen müssen: Um ein unbekanntes Element zu erforschen, kann es hilfreich sein, die Daranheftenden und Drumherumschwirrenden zu definieren. Wenn sie zum stets in ihrer Nähe schleichenden Pofalla blickt, nickt er meist sofort. Oder schüttelt den Kopf. Was halt gerade gewünscht wird. Seine Größe ist allein durch Unterwerfung bedingt.

Der Typus Pofalla wird nicht abgestoßen von Merkel, anders als widerständigere Charaktere.

Benjamin von Stuckrad-Barre, das vergisst man gerne, hat ja nur einen Roman und eine Handvoll fiktionaler Texte veröffentlicht. Den Großteil seines Werks machen journalistische Arbeiten aus, besonders Reportagen.

Und die kann der Mann, der kürzlich vom Magazin “Cicero” sehr schön porträtiert wurde, auch immer noch schreiben — man kriegt davon nur nichts mit, weil sie in Zeitungen wie der “Welt am Sonntag” veröffentlicht werden.

Dass es über Merkel, je länger sie regiert, immer weniger Witze gibt, ist auch merkwürdig. Wenn Opposition, Herausforderer und Kommentatoren ihr mangelnde Greifbarkeit vorhalten und quecksilbrige Positionen, klingt das hilflos. Wenn aber den Witzemachern zu ihr nichts mehr einfällt, müssen wir das vielleicht ernst nehmen.

Seine Reportage über eine Zugfahrt mit Angela Merkel kann ich Ihnen nur wärmstens empfehlen, nicht zuletzt wegen des sagenhaften Nicht-Interviews, aus dem man mehr über die Kanzlerin erfährt als aus vier Jahren Regierungsverantwortung:

Wenn Sie aus dem Zug schauen, was für ein Land sehen Sie?

Ich sehe ein ziemlich intaktes Land, im Vergleich zu anderen Ländern, in denen man schon so war.

(Man! Länder, in denen man schon so war! Das erste, was einem ein Psychotherapeut beibringt: Sagen Sie nicht „man“, sagen Sie „ich“. Das erste, was man als Profipolitiker wahrscheinlich lernt: öfter mal „man“ sagen, dann kann nichts groß passieren.)

“Wie war die Wurst?” von Benjamin von Stuckrad-Barre bei welt.de.

Nächste Woche: Koli-Quiz

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 18. September 2009 17:59

Ich bin ja auch der Meinung, dass man mit der intellektuellen Förderung von Kindern gar nicht früh genug anfangen kann. Aber muss man diese verantwortungsvolle Aufgabe denn ausgerechnet Bakterien überlassen?

Salmonellen in Dinslakener Kitas geben Rätsel auf

Das ist doch kein Einbruch!

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 20. August 2009 1:08

Eigentlich hätte es nur eines Thesauruses bedurft, um den Artikel zu retten, der heute in der “Hamburger Morgenpost” steht.

Er beginnt wie folgt:

“Die Polizei machte mich zum Einbrecher”

44-Jähriger flüchtete vor Jugendbande auf das Dach einer Halle und brach ein – Herbeigerufene Beamte glaubten ihm nicht

Wenige Zeilen später erfährt der Leser, dass der Mann “durch ein Dach gestürzt war (MOPO berichtete)”.

Doch im Verlauf von zwei aufeinander folgenden Absätzen sorgt der Artikel wieder für hochgradige Verwirrung:

“Ich bin nicht eingebrochen”, erklärt der Hafenarbeiter aufgeregt. [...]

Er sei über einen Palettenstapel auf das Dach geklettert – und wenig später eingebrochen.

Und wenn wir uns jetzt noch den Satz “Ich bin nicht eingebrochen, Herr Wachtmeister, ich bin nur eingebrochen!” vorstellen, klingt es endgültig, als ob sich alles um einen Didi-Hallervorden-Sketch handele, den man schon hundert Mal gesehen hat.

Schreipflicht

Von Markus Steidl
Veröffentlicht: 28. Juli 2009 12:35

Kennen Sie das? Man fährt gemütlich in seinem Dienstwagen an der Spree entlang, hört ein bisschen Radio, und ab und an kriegt man die Scheiben an den Ampeln geputzt. Manchmal sagt man “Nein”, dann machen die Damen und Herren das trotzdem, man gibt fünfzig Cent, kein Problem, schließlich ist man ja Gesundheitsministerin, und schwupps hat man die Zeit vergessen und sitzt irgendwo in Spanien und das Auto ist einem unter dem Allerwertesten weg geklaut worden. So schnell kann’s gehen. Erstmal zum zweiten Thema:

Dienstwagen im Sommerloch – das ist ganz und gar brandgefährlich. Die Gedankenverbindung von “Dienstwagen” zu “Affäre” ist eine der kürzesten überhaupt.

Das steht heute auf Zeit Online und auch im Online-Angebot des “Tagesspiegel”. Man kann jetzt versuchen, sich zu erinnern, wann man das letzte Mal diese kürzeste aller Gedankenbrücken schlagen musste. Und wenn das überraschenderweise noch nie der Fall gewesen sein sollte, setzt man alles daran, die Assoziationskette genuin und neu nachzuverfolgen, aber wenn ich das tue, komme ich von “Dienstwagen” immer nur bei “Benzin” vorbei zu “Tankstelle” und dann vielleicht noch zu “Scheiße, EC-Karte nicht dabei”, aber das ist ja schon eine relativ lange Verbindung. Und wie man von “Scheiße, EC-Karte nicht dabei” so flugs zu “Affäre” kommt, ist mir in dem Zusammenhang eher schleierhaft. Vermutlich ist es eher so, dass da einmal wieder jemand dachte, dass man durch möglichst uneigentlichen Schreibstil besonders leicht zu knüppelharten Aphorismen kommt. Das sei so sicher wie die Rente.

Persönlich, und das muss natürlich nichts heißen, bin ich der Meinung, dass es nicht unbedingt nötig war, so eine Panzerlimousine mit in den Urlaub zu nehmen, aber die paar Tausend Euro hätte man auch ohne Dienstwagen gut anderweitig loswerden können. Muss man sich also nicht drüber aufregen. Aber: Wer bin ich schon, um so eine Behauptung aufzustellen?

Aufregen kann man sich nämlich auch über weit geringere Dinge, womit wir beim eigentlich ersten Thema angelangt wären. Die “Süddeutsche Zeitung” druckt heute (wie an jedem Tag seit 1946) auf ihrer Titelseite die Glosse mit dem Namen “Streiflicht”. Die ist manchmal ziemlich witzig, oft ziemlich bemüht, witzig zu sein und in den gottlob seltensten Fällen irgendwie ein Griff ins Klo. Heute geht es um besagte Fensterputzer an Berliner Ampelkreuzungen:

Bis vor kurzem handelte es sich bei diesen Serviceleuten um Punks. Sie waren sehr freundlich, denn an jeder Kreuzung des Lebens, an der es links zur Anarchie geht und rechts zur Schrankwand aus Eiche, waren sie einfach geadeaus weitergetrottet [...]. Lehnte also der gemeine Berliner ihre Offerte ab, etwa mit den Worten “Solange ick dir hierdurch erkennen kann, lässte deine Finger von”, trollten sich die artigen Punks. Was ihre dem Aussehen und Vernehmen nach aus Südosteuropa kommenden Nachfolger nicht tun. Sie wischen trotzdem. Dann halten sie die nasse Hand auf.

Dann wird sich da noch ein bisschen über ein paar Aufkleber ausgelassen und geendet wird mit der unspezifischen Aussage, dass nicht jeder gleich ein Schwein sei, der an der Ampel nein sagt. Zunächst war ich mir nicht so ganz sicher, was ich davon zu halten hatte. Ich kenne leider niemanden persönlich, der sich durch seine finanziellen Umstände irgendwie dazu gezwungen sieht, den halben Tag mit Schwimmfingern auf der Friedrichstraße herumzustehen, aber ich kann mir vorstellen, dass dieser jemand, läse er diese Kolumne, sich ein bisschen fühlen würde wie der, über den man in der achten Klasse gelästert hat, ohne zu bemerken, dass er hinter einem stand. Auf der Titelseite ist das Ding jedenfalls irgendwie frech, auf der Meinungsseite wäre es aufgrund der fehlenden Relevanz sowieso nicht aufgetaucht, und wenn man es in die Panorama-Ecke stellt, wüsste der Leser ja sowieso gleich, was Phase ist. Hätte man man besser abgebügelt.

Dennoch gibt es heute auch eine frohe Botschaft: Die “taz” hat begriffen, dass die Wahrheit manchmal einfach schöner und leichter verdaulich ist als die Wahrheit.

Unvordenkliche Pattitessen

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 22. Juli 2009 15:27

Eigentlich wollte ich ja nur wissen, wie das Konzert von Patti Smith in Frankfurt war. Aber schon nach den ersten zwei Sätzen der Rezension der Reportage des Artikels von Rose-Maria Gropp in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” war mir klar, dass ich das nicht so einfach herausfinden würde:

Sie schreitet den Parcours ihrer Möglichkeiten ganz ab, von bald vier Jahrzehnten ist da zu sprechen. Zeit scheint für Patti Smith nicht entlang einer Schiene zu verlaufen, sondern ihr wie ein weiter, geräumiger Hof zur Verfügung zu stehen.

Irgendjemand hat also auf einem bald vier Jahrzehnte großen Hof – wie viel das wohl in Fußballfeldern ist? – einen Möglichkeiten-Parcours errichtet, den Patti Smith nun abzuschreiten gedenkt.

Na ja, schauen wir mal, wie lange wir da mitschreiten können:

Sie heizt ihren Auftritt an mit dem scharfen alten Song „Free Money“, dann holt sie sich ihr Publikum schon näher mit jenem Charme, der ihre seit unvordenklichen Zeiten bestehende Liebe zu Europa und seinen Dichtern versprüht: „I came to Frankfurt to see Goethe’s house“, deklamiert sie zur Gitarre und erzählt eine kleine Geschichte von Zerstörung und Wiederaufbau, vom Geist, der weht, wo er das darf – „there in the light, there is Goethe’s desk“.

Ist das nicht verantwortungslos, das Publikum so nah an einen aufgeheizten Auftritt heranzuholen? Zumal, wenn dort etwas sprüht. Aber was genau eigentlich? Manche Menschen versprühen ja schon mal Charme, bei Patti Smith versprüht aber offenbar der Charme Liebe. Und zwar eine, die seit unvordenklichen Zeiten besteht. Na, das muss ja eine alte Liebe sein. Gut, dass die nicht rostet, sonst wäre es noch gefährlicher, da so nah dran zu stehen. Immerhin weht da vorne auch noch ein Geist — oder darf er das genau dort nicht?

Es hat sich schon immer gelohnt, Patti Smiths Texte zu verstehen und zu begreifen; denn sie ist ganz eigentlich eine Dichterin, und der Punk in ihr ist vor allem sprachliche Entäußerung, die Musik ihre Rhythmusmaschine, die freilich längst nicht so simpel konstruiert ist, wie sie vorgibt, als wären da bloß ein paar Akkorde zu greifen.

Es entbehrt natürlich nicht einer gewissen Ironie (vermutlich einer sehr unsimpel konstruierten), derart umständlich über die Verständlichkeit und Begreifbarkeit von Texten zu schreiben. Dass Frau Smith “ganz eigentlich” eine Dichterin ist, hätte man natürlich erahnen können angesichts der Tatsache, dass die Dame schon ein Dutzend Gedichtbände veröffentlicht hat.

Überraschender wäre es vielleicht gewesen, wenn sie “ganz eigentlich” eine Konditorin wäre, die diese ganzen künstlerischen und intellektuellen Auftritte nur als Tarnung benutzt, um in Ruhe riesige Schwarzwälder Kirschtorten backen zu können. Die wären ihr dann sicher eine kulinarische Entäußerung.

Aber wie sieht’s eigentlich mit dem näher geholten Publikum aus?

Längst hat sie die Halle auf ihrer Seite – diejenigen, die mit ihr den langen Weg seit den Siebzigern gegangen sind, und die vielen Jungen, die vielleicht gekommen sind, um eine lebende Legende zu betrachten; ihnen wird eine veritable Erscheinung zuteil, die ihr Publikum anzieht wie ein Magnet die Späne.

War der lange Weg jetzt eine Schiene oder ein Hof? Ich komme da immer durcheinander. Jedenfalls scheint das Publikum inzwischen an Patti Smith zu kleben, bzw. an einer veritablen Erscheinung. Aber wo gehobelt wird …

An Patti Smiths Seite steht immer wieder und unverbrüchlich Lenny Kaye in seiner fortwährend schönen, eher alteuropäischen Melancholie, schlank und edel ergraut, noch immer ein Ausnahmegitarrist, der sich indessen mit einem Hauch Ironie, vor allem wenn er singt, ganz in den Dienst seiner Frontfrau stellt.

Als ich Patti Smith live gesehen habe (vor sechs Jahren beim Haldern Pop), wirkte sie einigermaßen zart. Erstaunlich, dass an ihrer Seite dennoch Platz für eine komplette Halle und einen Ausnahmegitarristen ist. Und was das für ein Ausnahmegitarrist ist: Einer, der immer wieder und unverbrüchlich steht (an Patti Smiths Seite) und der offenbar in fortwährend schöner, eher alteuropäischen Melancholie – nicht irgendeiner: seiner! – edel ergraut ist. Er könnte aber auch nur in dieser Melancholie stehen, so genau gibt das die Grammatik nicht her. Sicher ist: Er steht und stellt sich dabei ganz in den Dienst seiner Frontfrau. Das tut er natürlich “indessen”, weil dieses Wort auf Seite 137 des Nachschlagewerks “Worthe zum bedeutungsschwanger in Texten herumstehen” (3., aktual. Auflage, Weimar 1871) zu finden ist.

Diese Dyade ist von hohem Reiz, und wenn die beiden auf den Stahlsaiten ihrer akustischen Gitarren ein Duett geben, das großartig ausufert in etwas, das früher die Session einer Band geheißen hätte, dann ist da ein solcher Moment, für den Konzerte gemacht sind.

Die gute Nachricht zuerst: Eine Dyade ist nicht – wie ursprünglich von mir angenommen – ein Fisch.

Sessions heißen jetzt also irgendwie anders, aber wie sie heißen, weiß Frau Gropp nicht — oder sie will es uns nicht mitteilen. Jedenfalls ist das Duett der reizenden Dyade erst großartig in etwas ausgeufert und dann war da plötzlich ein Moment – nicht irgendeiner: ein solcher! -, für den Konzerte gemacht sind. Hoffentlich wusste der den ganzen Aufwand zu schätzen.

Aber zurück zur Frage, wie es denn eigentlich war, das Konzert. Zieht man sämtliche Adjektive und Adverbien ab, wäre der Artikel nur noch halb so lang. bleibt eine Erkenntnis:

Mit Pathos wird Geschichte gemacht.

Klickbefehl (22)

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 25. Juni 2009 14:43

Heine: [...] Die Unterzeichner der Petition haben gesehen, wie Entscheidungen in der Politik getroffen werden – und das wird sie nachhaltig prägen.

von der Leyen: Das ist doch etwas Tolles

Heine: Für uns war das nicht so toll.

Die “Zeit” hat Ursula von der Leyen, die das Gesetz für Internetsperren vorangetrieben hat, und Franziska Heine, die die Petition gegen dieses Gesetz gestartet hat, zusammengebracht.

Es ist ein beeindruckender Beleg dafür, dass es noch lange kein Dialog sein muss, wenn zwei Menschen miteinander reden. Ich bin mir sicher, in spätestens zehn Jahren werden wir szenische Lesungen dieses Treffens auf irgendeiner Theaterbühne erleben.

* * *

Die IVW (Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern) plant, die Messgröße Page Impression ab 2010 nicht mehr öffentlich auszuweisen. Sie will auf ihrer Website nur noch die Visits bekannt geben.

Erleben wir im nächsten Jahr das Ende der Bildergalerie im Onlinejournalismus? Was werden “RP Online”, “Welt Online” und all die anderen Klickhurer machen? Erleben wir eine Renaissance der Tabelle?

All diese Fragen beantwortet die Meldung bei horizont.net noch nicht.

[via Katti]

Ifmusicjournalismtoldthetruthforoneday …

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 23. Juni 2009 16:11

Man sollte meinen, dass sich das Musikmagazin “Visions” mit den Manic Street Preachers bestens auskennt: “7 Stories / 9 Reviews” über die walisische Band stehen im Online-Archiv, einmal zierte sie auch die Titelseite der Zeitschrift. Und so ganz unbekannt sind die Musiker ja auch nicht — spätestens, seit vor 14 Jahren ihr Rhythmusgitarrist und Texter Richey Edwards spurlos verschwand.

Rhythmusgitarrist und Texter:

<br />
Bevor Manics-Sänger Richey Edwards vor 14 Jahren spurlos verschwand, händigte er seinen Bandkollegen noch ein paar Textbücher aus.

Aber während man sich da noch gerade mit der Begründung rausretten könnte, Edwards’ Stimme sei ja immerhin ab und zu mal im Hintergrund zu hören gewesen, ist folgende Behauptung schlichtweg falsch:

Edwards' Eltern weigern sich bis heute, den Sohn für tot erklären zu lassen, und den Manic Street Preachers geht es ähnlich.

Edwards’ Eltern hatten sich jahrelang geweigert, ihren Sohn für tot erklären zu lassen, obwohl dies seit 2002 möglich gewesen wäre. Im November 2008 entschieden sie sich aber doch zu diesem Schritt — eine Entscheidung, die von den verbliebenen Bandmitgliedern ausdrücklich begrüßt worden war.

Diese Geschichte ging im letzten Herbst durch die einschlägigen Medien und stand unter anderem auch bei Visions.de.

Stadt, Land, Flucht

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 17. Juni 2009 22:54

Michael Wendler will umziehen — raus aus der durchs “perfekte Promidinner” berühmt gewordenen weißen Villa in Oberlohberg.

Das erklärte der König des Popschlagers und bekannteste Dinslakener der “Rheinischen Post”:

Ein neues Domizil braucht er, weil “die Wendler-Villa in Hiesfeld zur Pilgerstätte geworden ist”. Nachts führen Fans vor, hupten und riefen: “Wendler – komm raus!” Nicht dass ihn das störte, sturmerprobt durch Festzelte und Mallorca, aber er will Adeline schützen, seine siebenjährige Tochter. Die Nachbarn auch.

Und die schützt er vermutlich am Besten, indem er in der Zeitung verkündet, einen stadtbekannten Reiterhof (“das 2003 abgebrannte Gestüt an der Franzosenstraße”) aufkaufen und sich während der Renovierungsarbeiten vom Kamerateam einer Sat.1-Dokusoap filmen lassen zu wollen …

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