Auf der anderen Seite

Von Lukas Heinser, 10. November 2017 13:14

Wenn wir über deutschsprachige Musik im Jahr 2017 sprechen, können wir natürlich von den weichen Zielen, den pop culture punching bags reden wie Max Giesinger, Mark Forster oder Julia Engelmann. So, wie man US-amerikanische Musik an Shania Twain, Imagine Dragons und den Chainsmokers festmachen könnte. Wäre natürlich nur Quatsch.

Es reicht eigentlich, wenn man nur wenige Millimeter vom Mainstream abbiegt — schon hat man Künstler und Bands, die tatsächlich etwas zu sagen haben. Dieses Jahr z.B. Schrottgrenze, kettcar und Casper.

Heute haben Tocotronic den sog. ersten Vorboten ihres kommenden Albums „Die Unendlichkeit“ (VÖ: 26. Januar 2018) rausgehauen:

Mal davon ab, dass ich bei dem jungen Mann in weißer Kleidung und mit langen schwarzen Haaren die ganze Zeit an Andrew W.K. denken musste: gutes Video, das die amerikanische Vorstadthölle 1:1 ins Deutsche übersetzt (so, wie es die Stadtplaner auch schon getan haben), beeindruckender Song, Haltung.

Auch schön: Auf dem aktuellen Bandfoto geht Arne Zank als Steven Spielberg und Rick McPhail als J Mascis.

4 Kommentare

  1. Stephan
    13. November 2017, 10:26

    Interessanter Verweis zu Hey Jane von Spiritualized in den Youtube-Kommentaren. Schön „übersetzt“ indeed.

  2. Jörg Stamm
    13. November 2017, 10:27

    Shania Twain stammt aus Kannada und ist daher als Beispiel für us-amerikanische Musik ohnehin denkbar schlecht geeignet.

  3. Jörg Stamm
    13. November 2017, 10:28

    Selbstverständlich aus Kanada.

  4. Lukas Heinser
    13. November 2017, 13:33

    @Jörg Stamm: Verdammt, das stimmt! Vielen Dank! Da Nickelback auch aus Kanada stammen, ist es um die US-amerikanische Musikszene vielleicht doch gar nicht so schlimm bestellt.

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