Das ist doch kein Untergang!

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 19. September 2012 0:48

Ich schwöre, ich wollte das nicht. Ich wollte eigentlich nur lesen, was sie bei “Spiegel Online” über die (tatsächlich wahnsinnig gute) neue CD von Ben Folds Five geschrieben haben. Jan Wigger schmeißt mit Anspielungen auf das Gesamtwerk der Band nur so um sich und gibt 8,7 von 10 möglichen Punkten. (0,5 zu viel, vielleicht, aber das müsste ich noch auspendeln.)

Und dann hab ich weitergelesen, was Andreas Borcholte über “Babel”, die neue Platte von Mumford & Sons schreibt, von der ich ehrlich gesagt nicht allzu viel erwarte (aber das hatte ich von Ben Folds Five auch nicht). Borcholte findet sie offenbar ziemlich schlimm, aber bevor ich zur Wertung kam, las ich erst mal das hier:

Anfang August traten die Londoner zum ersten Mal nach dem Erfolg ihres Debüts “Sigh No More” in den USA auf – und wählten nicht etwas das nächstbeste Football-Stadion (was gemessen an ihrer Popularität durchaus drin gewesen wäre), sondern spielten in einem Park in Hoboken, der zuvor noch nie als Konzertbühne genutzt wurde. 15.000 kamen und konnten gemeinsam mit Sänger Marcus Mumford die Sonne über Manhattans Türmen (Babel!) am gegenüberliegenden Ufer untergehen sehen: Hach, diese apokalyptische Romantik!

Ich versuche jetzt, in Echtzeit wiederzugeben, was mein Gehirn bei den Worten “am gegenüberliegenden Ufer untergehen” zu mir sagte:

Hoboken, NJ. Westufer des Hudson.
Manhattan. Ostufer. Ooooosten.
Sonne. Geht im Westen unter.
Kann. Nicht. Sein.
Uargh.
Lies noch mal.
Nee. Kann nicht.
Sicherheitshalber Google fragen.
Nee.
Muss ich das jetzt aufschreiben?

Vielleicht brauche ich doch mal Urlaub.

9 Kommentare

  1. Paulchen Panther
    19. September 2012, 9:46

    Geht die Sonne auf im Westen
    mußt Du Deinen Kompass testen ;-)

  2. Sebastian
    19. September 2012, 10:00

    Ist das nicht schon deswegen albern, weil sich Band und Publikum gegenüberstehen?

  3. SvenR
    19. September 2012, 11:33

    Man kann (theoretisch) nach Osten auf Manhattans Türmen (Babel!) schauen und in den sich spiegelnden Fassaden die im Westen untergehende Sonne sehen. So hat er das aber wohl nicht gemeint…

  4. stefan
    19. September 2012, 12:41

    Welcome to my world, Lukas.

  5. Albert
    19. September 2012, 14:50

    Wer Sonnenuntergänge nachrecherchiert, braucht Urlaub. Klare Sache.

  6. Andreas
    19. September 2012, 15:29

    Wenn hier einer Urlaub braucht, dann wohl eher ich. Soeben korrigiert: http://www.spiegel.de/kultur/m.....56485.html. Besten Dank für den Hinweis.

  7. Lukas Heinser
    19. September 2012, 15:52

    Vielleicht eine Gruppenreise nach Manhattan, das “Once”-Musical gucken?

  8. SvenR
    19. September 2012, 17:16

    Und ich – misstrauisch, wie ich bin – kann kaum glauben dass meine Interpretation richtig gewesen sein soll…ich sollte Interpret werden.

  9. Walter K. aus H.
    21. September 2012, 14:10

    Du hast zu oft die „Goofs“-Abschnitte der IMDB gelesen. Begebe Dich in Urlaub. Gehe nicht über „LOS“, ziehe keine 4000 Mark ein.

Diesen Beitrag kommentieren: