A noisy, useless piece of junk

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 3. März 2012 2:16

Ich bin mir nicht sicher, ob ich “Der Lorax” sehen wollen würde, wenn er im Juli auch in Deutschland anläuft. Ich bin (wie wohl die meisten anderen Menschen in Deutschland) ohne die Werke von Dr. Seuss aufgewachsen und habe deshalb keine Kindheitserinnerungen, die ich mit einem Besuch des Films auffrischen oder bedienen könnte. Außerdem gehen mir 3D-Filme fürchterlich auf die Ketten.

Dennoch habe ich gerade durch Zufall auf der Website der “New York Times” eine Kritik zu “The Lorax” gelesen — und was soll ich sagen: So stelle ich mir einen ordentlichen Verriss vor.

The movie is a noisy, useless piece of junk, reverse-engineered into something resembling popular art in accordance with the reigning imperatives of marketing and brand extension.

Warten Sie, geht erst los:

The movie’s silliness, like its preachiness, is loud and slightly hysterical, as if young viewers could be entertained only by a ceaseless barrage of sensory stimulus and pop-culture attitude, or instructed by songs that make the collected works of Up With People sound like Metallica.

Das war dann die Stelle, wo bei mir tatsächliche Kindheitserinnerungen einsetzten und ich mir bei YouTube erst mal ein paar Songs von Up With People anhören musste. Erstaunlich, was einem mit zehn, elf Jahren alles gefällt, um dann über Jahre erfolgreich verdrängt zu werden, bis so ein verdammter Nebensatz in einer Filmkritik alles wieder hervorholt. Puh!

Aber zurück zu unserem Film und A.O. Scotts Abrechnung damit. Sie nimmt den Schluss vorweg (wahrscheinlich, was weiß ich?) und kulminiert in folgendem Satz:

There is an obvious metaphor here, but the movie is blind to it, and to everything else that is interesting or true in the story it tries to tell.

Ich glaube, ich möchte “The Lorax” auf keinen Fall sehen.

5 Kommentare

  1. Stefan Niggemeier
    3. März 2012, 10:14

    In the same spirit:

    More often, though, the meat was cooked to the color of wet newsprint, inside and out, and salted so meekly that eating it was as satisfying as hearing a friend talk about a burger his cousin ate.

    http://www.nytimes.com/2012/02.....wanted=all

  2. Bernicz
    3. März 2012, 16:28

    Super hingegen: Horton hört ein Hu

  3. mathepauker
    4. März 2012, 14:30

    Ende der 90er-Jahre beherbergte meine Familie einen US-Amerikaner, der bei Up with People mitwirkte. Der Kontakt entstand über meine damalige Schule, die die Organisation vor Ort unterstützte – und die übrigens Teil des Schulzentrums ist, das auch unser Star für Baku besuchte.
    Vorher kannte ich Up with People nicht, hinterher habe ich nichts mehr davon gehört, Woher kennst du, Lukas, denn Up with People?

  4. Lukas Heinser
    4. März 2012, 14:40

    Die sind 1994 oder ’95 mal in Dinslaken aufgetreten und meine Eltern haben mir anschließend eine sogenannte Kassette mit den Songs drauf gekauft, die ich damals sehr intensiv gehört haben muss.

  5. Mareike Kaa
    15. März 2012, 21:55

    Haha, Up with People waren sogar in Gifhorn (!) – woran ich mich allerdings am deutlichsten erinnere, ist unseres Bürgermeisters peinliche Lobrede auf Volkswagen, die dieses “Ereignis” sponsorten.

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