Creative, common

Von Lukas Heinser am Mittwoch, 17. Februar 2010 14:45
Kategorie: Rock'n'Roll High School

Aus Gründen, die heute vermutlich niemand mehr kennt, sehen die Veranstalter der Echo-Verleihung ihren Preis noch immer in einer Reihe mit Grammy und Brit Award stehen. (Fairerweise muss man bemerken, dass “in einer Reihe” nicht “in einer Liga” bedeutet.)

Am 4. März wird der Echo mal wieder verliehen und Prof. Dieter Gorny, Insolvenzverwalter der deutschen Tonträgerindustrie, lässt sich anlässlich der Auszeichnung der kommerziell erfolgreichsten Musiker mit den Worten zitieren:

"Hier geht es um Kreativität, um Kultur und um Kunst", Prof. Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender Bundesverband Musikindustrie e.V.

“Vorhersehbarkeit, Verkaufszahlen und Verzweiflung” wären als Beschreibung des zu erwartenden Abends zwar passender, aber natürlich längst nicht so … kreativ.

Alles, was es sonst noch zu sagen gäbe, hat Tim Renner schon gesagt.

3 Kommentare

  1. 1

    Dass die Deutsche Phono-Akademie seit Jahren behauptet, der Echo sei “Europas wichtigster Musikpreis” oder auch “nach dem Grammy der wichtigste Musikpreis der Welt”, fand ich schon immer sehr merkwürdig. Vor zwei Jahren habe ich einfach mal beim Pressebüro des Echo angerufen und gefragt, woran man das denn festmacht. Als Begründung kam dann, dass der deutsche Musikmarkt ja schließlich der umsatzstärkste Musikmarkt in Europa sei und demzufolge müsse auch der deutsche Musikpreis – insbesondere weil er auf Verkaufszahlen basiert – der wichtigste in Europa sein. Komisch nur, dass der Echo außerhalb von Deutschland kaum Beachtung findet, während z.B. über die Brit Awards und MTV EMAs auf der ganzen Welt berichtet wird.

    Den verlinkten Text von Tim Renner finde ich zum Teil zu unsachlich. Mit seinen Kernaussagen hat er sicherlich Recht, aber dieser Absatz ist ziemlicher Unfug: “Die Echo musste für ihre diesjährige Veranstaltung ins Westend in eine alte Messehalle zurück ziehen, da man sich die schicke Arena in Friedrichshain nicht mehr leisten konnte. Mittlerweile verzichten auch internationale Stars wie Depeche Mode, U2 und Kate Perry auf den Besuch. Als Highlights verkündete man in einer Pressekonferenz die aus der Versenkung wieder auftauchende Soulsängerin Sade und den Hamburger Jan Delay.”

    Inzwischen ist das Line-Up eigentlich recht hochkarätig: Jan Delay, Peter Maffay, Sade, Rihanna, Robbie Williams, Xavier Naidoo und Gossip sind bestätigt. Und üblicherweise kommt in den letzten zwei Wochen vor der Show noch der ein oder andere Hochkaräter dazu. Es gab auch schon Echo-Verleihungen, bei denen Katie Melua der größte Star war.

    Und dass der Wechsel von der O2 World in diese alte Messehalle ein Abstieg ist, sehe ich ebenfalls anders. Preisverleihung und riesige Arena – das hat noch nie zusammengepasst. Die besten EMAs waren die 2003 aus diesem Zelt in Edinburgh und 2006 aus der kleinen Halle in Kopenhagen, die schlechtesten die letztjährigen aus der O2 World. Gerade bei Musikpreisverleihungen ist die Atomsphäre in kleineren Hallen wesentlich besser. Außerdem glaube ich gar nicht mal, dass eine (ausverkaufte) O2 World unterm Strich so viel teurer ist als diese Messehalle.

  2. 2

    WIE DU DEN GORNY HASST! lululul!

  3. 3

    @Henrik W.: Ja, die Passage fand ich dann auch etwas … falsch. Depeche Mode “verzichten” dieses Jahr z.B. vermutlich aus dem Grund auf den Besuch, weil sie gerade letztes Jahr beim Echo waren — um dort die Weltpremiere ihrer neuen Single zu begehen.

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