A Decade Under The Influence: 2004

Von Lukas am Montag, 23. November 2009 10:04
Kategorie: Rock'n'Roll High School, Somebody Told Me

Dieser Eintrag ist Teil 5 von bisher 11 in der Serie A Decade Under The Influence

Wenn ein Jahr beginnt, neigt sich das Wintersemester gerade seinem Ende entgegen, was im Studentenleben heißt: Prüfungen und Klausuren.1 Mir kam das verschulte Bachelor-Studium sehr entgegen, denn alles was ich tun musste, war zu den Veranstaltungen zu gehen und in einer Mischung aus Entspannung und Panik für die Klausuren zu lernen. Die härteste Klausur, das war allen klar, würde die im Kurs “History of the English Language” sein. Dass die Abkürzung “HEL” ausgesprochen wie das englische Wort für “Hölle” klang, konnte einfach kein Zufall sein.

Zu meiner eigenen Überraschung überstand ich alle Klausuren unbeschadet und hatte ab Mitte Februar erst mal wieder zwei Monate frei.2 Ich fuhr zum ersten Mal in meinem Leben nach Hamburg, um dort Freunde zu besuchen und die lokalen Plattenläden leer zu kaufen. In meinem Discman drehten sich zu jener Zeit allerdings einige ältere CDs: kettcar, natürlich, und “Leaving Through The Window” von Something Corporate, zum Beispiel. In Hamburg ereilte mich ein Jahr nach Wir Sind Helden das nächste “Knapp daneben”-Konzert, als ich nicht zum Gig von Mando Diao im Molotow ging.3 Aber ich kannte ja erst zwei Songs der Schweden. Dafür sah ich Miles und Ash live.

Nach einem Semester Pendeln und mehr als zwanzig Jahren Dinslaken sollte ich endlich nach Bochum ziehen. Ich fand ein preiswertes WG-Zimmer in einem Studentenwohnheim, das ich als okayes Provisorium erachtete.4 Internet gab es dort zwar nur noch über Modem,5 aber es gab ja schnelle Zugänge an der Uni und bei meinen Eltern.

Ich packte also alles, was ich hatte, in Kisten und dann in unseren Kadett und richtete mir mein Zimmer ein. “Home is where your record collection is”, hatte mir ein Freund gesagt und Recht behalten. Die umfasste zu jenem Zeitpunkt etwa 250 CDs6 und wuchs stetig. Zum Beispiel um “Burli”, ein Album der Sportfreunde Stiller, das im Nachhinein reichlich egal ist, damals aber eine große Bedeutung für mich hatte. Die Wohlstandskinder klangen inzwischen selbst fast wie die Sportfreunde, waren auf “Dezibelkarate” aber besser als die Originale. Bei einer meiner Umzugsfahrten sangen Ash “I need the sunshine in the morning / I’m heading for the open road” aus meinem Tapedeck, während ich den Kadett im Kreuz Kaiserberg auf die A40 jagte.

Im Radio lief “The Remedy” von Jason Mraz rauf und runter und auch Sophia hatten etwas überraschend, aber verdient einen kleinen Radiohit mit “Oh My Love”. Air hatten sich nach “10,000 Hz Legend” für eine Rückkehr zum altbewährten Schlafzimmersound entschieden und produzierten mit “Talkie Walkie” (und explizit mit der Single “Cherry Blossom Girl”) genau den. Sarah McLachlan rundete den Soundtrack für die emotionaleren Momente im Leben ab. Weil ich inzwischen dazu übergegangen war, einfach alles zu kaufen, was beim Grand Hotel van Cleef erschien, hörte ich auch das Debüt- und bis heute einzige Album von Marr rauf und runter. “Express And Take Shape” gehört zu den Alben, die ich völlig zu Unrecht irgendwann nicht mehr aufgelegt habe.

Wieder einmal erwies sich das Internet als wichtige Quelle für Bandentdeckungen: Straylight Run, die neue Band um John Nolan, den Ex-Gitarristen von Taking Back Sunday, überzeugte mit ihrer Demo, auf der sich vier von sechs Songs als Song des Jahres empfahlen. Aber mit Pianorock konnte man mich ja seit fünf Jahren überzeugen — wenn man nicht gerade Billy Joel hieß.

Rocco Clein war gestorben, einer der Helden von Viva 2. Einen Monat nach seinem Tod spielten dutzende Bands, die ihm (wenigstens zum Teil) ihre Karriere verdankten, beim “Monsters of Rocco” in Köln. Es sollte auch der bis heute letzte Auftritt von Readymade werden, wie die Band kurz darauf bekannt gab. Dafür sah ich zum ersten Mal in meinem Leben Tomte live. Kurz darauf starb ein Nachbar meiner Eltern und ich ging zum ersten Mal in meinem Leben auf eine Beerdigung.

Mit dem zweiten Semester begann auch mein Praktikum bei CT das radio, dem Bochumer Campusradio. Dass es das überhaupt gibt, hatte ich durch Zufall festgestellt, als ich mich auf der Suche nach einem Klausurenraum mal wieder hoffnungslos an der Uni verlaufen hatte. Als erste Amtshandlung durfte ich eine Straßenumfrage zum Welttag des Buches machen. Seitdem sehe ich diese lustigen Passantenbefragungen im Fernsehen mit den wissenden Augen eines Mitleidenden.

Beim Radio bekam man neue musikalische Trends natürlich noch schneller mit als bei einem Onlinemagazin. An Keane gefiel mir, dass sie – wie damals auch Ben Folds Five – als Popband völlig auf Gitarren verzichteten. “Somewhere Only We Know” war eine dieser hymnischen Mischungen aus Melancholie und Euphorie, wie sie britische Bands zu jener Zeit noch regelmäßig hinbekamen. Cypress Hill sampleten auf “What’s Your Number?” The Clash und waren damit auch für Hip-Hop-Ignoranten wie mich interessant.

Die meisten Konzerte besuchte ich in diesen Wochen interessanterweise in der Dinslakener Nachbarstadt Voerde: In einer ganz kurzen Phase glühte der Club, der als “Rolling Stone” regionale Berühmtheit erlangt hatte, als “Index” und “The Hamburger Schule Club” noch mal kurz auf und holte Bands wie Angelika Express, Blackmail, Tobacco und die italienischen Skatepunker Vanilla Sky an den Niederrhein. Im Vorjahr hatten hier sogar kettcar gespielt.

Im Mai besuchte ich das Immergut-Festival in Neustrelitz, das von vielen als angenehmstes Festival Deutschlands gepriesen wurde. Es tat mir leid, aber das war und blieb natürlich das Haldern Pop am schönen Niederrhein. Für die Jahreszeit war es an der mecklenburgischen Seenplatte deutlich zu kalt, dafür trieben sich dort viele teuflische Mücken herum. Wenn ich gerade nicht am Meckern war, guckte ich mir auch noch ein paar Bands an: kettcar, Tomte, Marr und die phantastischen The Weakerthans, zum Beispiel. Im Rahmen dieses Festivals führte ich auch mein erstes richtiges Interview. Mein Gesprächspartner war Thees Uhlmann von Tomte und obwohl ich natürlich gehört hatte, dass sich Musiker immer darum bemühen, im Interview nett rüberzukommen, und obwohl man in “Almost Famous” ja alles über die gefährliche Nähe von Musikjournalisten und ihren Subjekten erfährt, dachte ich nach drei Minuten unvermittelt: “Wir könnten Freunde werden”.7 Thees gewährte einen Einblick in seine eigenen prophetischen Fähigkeiten, als er auf das “Hinter all diesen Fenstern”-Booklet meiner Freundin schrieb: “Dein Boy muss mal professioneller Musikjournalist werden!” War ja nah dran.

Kaum waren wir vom Immergut zurück, kam die Nachricht, dass die Petition, die eine “Plattentests online”-Kollegin und Thomas Dörschel gestartet hatten, erfolgreich war und Ben Folds zum ersten Mal seit fünf Jahren Konzerte in Deutschland spielen würde. Ich sprang etwa eine Dreiviertelstunde gut gelaunt auf meinem Bett herum, ehe ich in meinen üblichen Verstecken nach Geld suchte, um die Karten für die Konzerte in Berlin und Köln bezahlen zu können.

Ohne “richtiges” Internet im Wohnheim las ich viel (z.B. “The Perks Of Being A Wallflower” von Stephen Chbosky und “Rocktage” von Dana Bönisch) oder sah fern. Überraschenderweise hatte ich nämlich in unserem Kabelnetz einen Musiksender namens Onyx entdeckt. Weniger überraschend war natürlich der Umstand, dass der Sender noch im September 2004 eingestellt wurde. Dafür gab es ja wenigstens noch “Sarah Kuttner – Die Show” auf Viva, wo tatsächlich Bands aus dem Indiebereich noch live im Fernsehen auftreten durften.

Richtig live ging es mit Festivals weiter, beispielsweise mit meinem ersten Bochum Total. Muff Potter waren sehr gut, Virginia Jetzt!8 stellten Songs ihres neuen Albums vor und das, was bei den H-Blockx im Publikum abging, hatte mit Musik wenig zu tun, sondern erinnerte an Naturgewalten, denen man ungern ausgesetzt sein möchte. Aus der Sicherheit des Fotograbens sah das allerdings ziemlich beeindruckend aus.

Beim Olgas Rock in Oberhausen spielten mal wieder Blackmail und Muff Potter, die entsprechend beide auf der Liste meiner meist gesehen Bands kontinuierlich nach oben kletterten. Blackmail-Sänger Aydo Abay schenkte mir nach dem Konzert eine (angeblich seine) Digitaluhr, deren Armband kaputt gegangen war. Die Uhr funktionierte allerdings noch und sie tut es auch heute noch: Zu jeder vollen Stunde piepst es einmal in meinem Schrank, in dem ich sie verbuddelt habe.

Das Ende des zweiten Semesters war vergleichsweise unspektakulär — man hatte sich schnell an die Abläufe gewöhnt. Einigermaßen routiniert bereitete ich mich auf die Klausuren vor, mit einer Mischung aus Ahnungslosigkeit und Blauäugikkeit schrieb ich meine erste Hausarbeit über die Umgangssprache im deutschsprachigen Usenet.

Beim Haldern Open Air, für das ich die Feierlichkeiten zur Goldhochzeit meiner Großeltern verpasste, spielten Starsailor, The Divine Comedy, dEUS, Paul Weller, Keane und Embrace, die nach drei Jahren Pause überraschenderweise mal wieder ein neues Album herausgebracht hatten — das dann auch noch gut war. “Gravity” hatte ihnen ihr Freund Chris Martin überlassen und wurde prompt zum Hit, “Ashes” war in seiner Uptempohaftigkeit so überzeugend, dass 2006 das halbe Nachfolgealbum nach dem Song klang. Ebenfalls zurück kehrten (nach noch längerer Pause) Die Fantastischen Vier, die erwartungsgemäß Radio und Fernsehen dominierten, und Morrissey, der den ganzen jungen Hüpfern mit “First Of The Gang To Die” mal eben zeigte, wie Coolness im Jahr 2004 zu klingen hatte.

Mein eigener Discman wurde dominiert von einer jungen, schottischen Band namens Franz Ferdinand, die plötzlich aufgetaucht und schon riesengroß waren, und von einer weiteren GHvC-Veröffentlichung: “Glass Floor” von Maritime. Der Indiepop des Trios um den Ex-The-Promise-Ring-Sänger Davey von Bohlen passte wunderbar zu meinem sorgenfreien Sommer und auch das Konzert im Kölner Gebäude 9 war ganz wunderbar. Über Wochen hatte ich einen Ohrwurm von den Bläsern in “Someone Has To Die” und als der Song ein halbes Jahr später in der Inszenierung von “Romeo und Julia” im Bochumer Schauspielhaus erklang, wäre ich fast jubelnd aus meinem Theatersessel gesprungen. Während Wilco mit “A Ghost Is Born” ein Album veröffentlichten, das ich bis heute vielleicht zwei Mal gehört habe, hörte ich mich mit fast beunruhigender Intensität an ihrem fünf Jahre alten Album “Summerteeth” fest, das ich gerade erst für fünf Euro im Plattenladen entdeckt hatte.

Im September wollte ich mit meiner Freundin ein paar Tage Urlaub machen und so fuhren wir in den Ort, an dem ich quasi jeden Urlaub meines Lebens verbracht hatte: nach Domburg. Dieser Umstand ist psychologisch vermutlich höchst interessant. Während sie sich in einem tollen kleinen Plattenladen das langerwartete neue Album von Soulwax kaufte, holte ich erst mal bisher Verpasstes nach und erstand den Vorgänger “Much Against Everyone‘s Advice”.

Zum Geburtstag bekam ich die Tocotronic-Tourtagebücher von Thees Uhlmann und dachte: “Was für ein kluger, witziger Mann das ist!” Bei der aufmerksamen Lektüre diverser Musikzeitschriften vertiefte ich mich immer tiefer in die Hintergründe einer Band, die gerade offensichtlich dabei war, auf ganz große Weise zu scheitern: The Libertines. Die Geschichte der befreundeten Genies, von denen eines immer wieder abstürzte und sich gegen seine Freunde und sich selbst wandte, rührte und interessierte mich, noch bevor ich einen Ton vom Album gehört hatte. Als ich dann “Can’t Stand Me Now” hörte, jenen Song, der das ganze Drama um die Band so lässig und wunderschön zusammenfasste, wusste ich, dass ich das Album haben musste. Klar, dass die Band sich dann schneller auflöste, als man “What Became Of The Likely Lads?” fragen konnte.

Neue Alben erschienen auch von R.E.M. und Jimmy Eat World. Nun werden R.E.M. vermutlich niemals ein schlechtes Album veröffentlichen, aber so richtig spannend war “Around The Sun” im Rückblick dann auch nicht. Immerhin hat es sich besser gehalten als “Futures” von Jimmy Eat World, das ich 2004 sogar zum Album des Jahres ernannte, das aber letztlich nur der letzte Halt vor der endgültigen Bon-Jovi-Werdung der einst großen Band war. Für sich genommen immer noch ein okayes Album, aber im Kontext der Bandgeschichte total egal. Über “Lifeblood” von den Manic Street Preachers wollen wir an dieser Stelle diskret schweigen.

Das bis heute wichtigste Album, das ich mir 2004 gekauft habe, kam aus dem Vorjahr und war “Give Up” von The Postal Service. Mein erster Kontakt mit deren Musik war der Trailer zu “Garden State” gewesen, in dem “Such Great Heights” prominent zum Einsatz kam. Irgendwann fiel mir dann auch ein, woher mir der Sänger bekannt vorkam: Es war natürlich Ben Gibbard von Death Cab For Cutie. Anfangs habe ich das Album gar nicht so oft gehört, aber es zählt heute zu den wenigen Alben dieses Jahrzehnts, die ich auch mit großem zeitlichen Abstand noch regelmäßig höre.9

Im sogenannten Optionalbereich, in dem man fürs Bachelor-Studium an der Ruhr-Uni auch Kurse belegen musste, wollte ich einen Italienischkurs absolvieren. Dafür stand ich eines Freitagmorgens um Viertel vor Sechs mit vielen, vielen Kommilitonen, die teilweise direkt dort übernachtet hatten, im Keller unseres Institutsgebäudes in langen Schlangen und durfte Nummern ziehen. Um kurz nach acht war ich auf der Warteliste des entsprechenden Kurses. Die Anmeldemodalitäten für den Optionalbereich haben sich im folgenden Semester übrigens geringfügig verbessert: Man durfte zuhause vor seinem Computer sitzen und abwarten, ob der Server den Ansturm überstehen würde. Das war natürlich etwas bequemer, als an der Uni zu campieren.

Im Internet stieß ich auf die neuen Bands der restlichen Ben-Folds-Five-Mitglieder: Robert Sledge spielte jetzt Bass bei einer Band namens International Orange, Darren Jessee hatte Hotel Lights gegründet. Ich schrieb ihm eine E-Mail und versprach, mich für Airplay und Promotion in Deutschland stark zu machen, und er schickte mir ein Exemplar des Debütalbums zu. Auf CT liefen Hotel Lights erst ein gutes Jahr später, denn ich war noch nicht in die Musikredaktion vorgedrungen. Nach meinem Praktikum arbeitete ich erst mal in der Kulturredaktion und produzierte Beiträge über Bücher. Ben Folds musste seine Europakonzerte Krankheitsbedingt auf das folgende Frühjahr verschieben.

Zwei der besten Alben des Jahres gingen an mir zunächst völlig vorbei, obwohl ich bei ihren Singles zunächst “geiler Song” gedacht hatte. Aber seltsamerweise konnten mich 2004 weder “Rebellion (Lies)” noch “Somebody Told Me” zum Erwerb der Debütalben von Arcade Fire bzw. The Killers bewegen. Im Spätherbst stieß ich aber auf ein anderes Debüt, das mich schlichtweg aus den Schuhen haute: “Raum um Raum” von Jupiter Jones. Die Mischung aus roher Energie (Diese Stimme! Die Double Bassdrum!) und Poesie (Hermann Hesse! “Hebt die Gläser für John Keating”!) war etwas, was ich in dieser Form noch nie erlebt hatte. Legte ich die CD in Dinslaken auf, fragte mein Vater, was das denn für Krach sei. Ich antwortete, das sei vielleicht das beste Album des Jahres.10 Das Debüt von Straylight Run erschien und war – gemessen an den unfassbar hohen Erwartungen nach dem Demo – eher enttäuschend.

Irgendwann war Weihnachten und es hatte sich bereits eine gewisse Routine eingestellt, was gegenseitige Elternbesuche anging. Das Studentenleben war längst Normalität geworden und auch an die (fast) eigene Wohnung hatte ich mich inzwischen gewöhnt — zumal es dort jetzt endlich immerhin auch ISDN gab. Ein Jahr ging zu Ende, das sicherlich ein gutes, aber auch ein trotz allem unspektakuläres gewesen war. Erwachsen war – und bin – ich noch lange nicht, aber ich hatte eine Ahnung bekommen, wie sich das anfühlen könnte.

Und der Song des Jahres? Das war jetzt wirklich die bisher schwierigste Entscheidung — weil es einerseits viele gute Songs gab, andererseits aber keinen, der das Jahr für mich geprägt hätte. Aber letztlich wurde das Musikjahr 2004 doch dominiert von der traurigsten Geschichte, die der Indierock in dieser Dekade erlebt hatte: dem Zerfall der Libertines.11

Und so ist mein Song des Jahres 2004 ihr Vermächtnis: The Libertines – Can‘t Stand Me Now

  1. Ich habe erst kürzlich verstanden, dass es wohl zahlreiche Studiengänge gibt, in denen man während des ganzen Semesters Prüfungen hat. Hat wohl alles seine Vor- und Nachteile. []
  2. Die so genannten Semesterferien sollten später deutlich arbeitsintensiver werden, aber die ersten grenzten wirklich an Ferien. []
  3. Dass auch dieses Konzert ausverkauft war und ich mutmaßlich nicht hereingekommen wäre, sei auch an dieser Stelle ausgeklammert. []
  4. Ich bin gerade im Moment dabei, aus diesem Zimmer auszuziehen, was entweder für meine Unfähigkeit oder meine Genügsamkeit spricht. Oder für beides. []
  5. “Sprechen wir wirklich über das Jahr 2004?” – “Ja, tun wir. Sei still, Unterbewusstsein!” []
  6. Ich habe, um beim Aus- und Wiedereinräumen der CD-Regale den Überblick zu halten, eine Skizze angelegt, aus der ich heute auch ablesen kann, dass sich meine Sammlung in knapp sechs Jahren verdreieinhalbfacht hat. []
  7. Dass exakt das der Titel von Uhlmanns Tocotronic-Tourtagebüchern war, war mir damals nur unterbewusst klar. []
  8. Virginia Jetzt! und ihr “Dreifach schön” habe ich bei meinem 2003-Text übrigens völlig vergessen. Kommt dann in die überarbeitete Auflage. []
  9. Anders als bei den 1990er Jahren, wo etliche Alben erschienen, die auch heute noch etwa ein Mal im Monat höre — „Automatic For The People“ oder „Definitely Maybe“, zum Beispiel. []
  10. Warum ich dann bei den Jahrespolls trotzdem für Jimmy Eat World stimmte – und zwar bei Album und Song (“Kill”) – ist mir bis heute schleierhaft. []
  11. Ob es nicht genau dieser Zerfall war, der die Band so legendär gemacht hat, und ob sie sich mit einem dritten, vierten Album nicht in die schier unendliche Reihe der Bands einsortiert hätten, denen in diesem Jahrzehnt nach anderthalb Platten die Ideen ausgingen, darf gerne bei ein paar Gläsern Gin diskutiert werden. []

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9 Kommentare

  1. 1

    Ich möchte kurz anmerken, dass “Futures” in seiner Düsterkeit ein ganz famoses Album war (und sich in der JEW-Diskographie direkt hinter der “Clarity” einreiht). Umso schlimmer die beiden tiefen Täler davor und danach.

    Bei Straylight Run ist es schlicht schade, dass es zwei große Ausfälle auf der Platte gibt – aber nun, dafür ist die Dame ja mittlerweile auch nicht mehr dabei.

    Ansonsten übrigens eine sehr (!) schöne Reihe. Und mir sei das Rummeckern doch bitte verziehen.

  2. 2

    Das ist ja lustig, ich bin 2004 auch nach Bochum gezogen. Und auch ich stand so früh vor der Anmeldung des Optionalbereiches, allerdings für Spanisch.

    Meine “knapp daneben”-Erfahrung mit Wir sind Helden hatte ich allerdings schon 2002 in diesem Kunst-Kollektiv-Haus (oder so) in Bochum, dessen Name mir nicht einfallen will, 2003 habe ich sie bei Bochum Total gesehen.

  3. 3

    Ich find auch, dass das Jimmy Eat World Urteil etwas zu harsch ausfällt.
    OK es ist NATÜRLICH nicht Album des Jahres aber… aber gerade 23 oder Kill oder Work oder Polaris finde ich heut immer noch großartig (obwohl ich generell die amerikanischer College Rock Phase eher hinter mir gelassen habe).

    Und fühle mich hiermit inspiriert eben dieses Album nun doch mal wieder anzuhören.

    Insgesamt wieder schön, wie immer.

  4. 4

    Was soll ich sagen, großartig!

  5. 5

    Welche Ausrede mir wohl für 2004 einfällt. War ja auch eher ein kurzes Jahr, oder?

  6. 6

    Das Usenet. Ja ja, lange ist’s her. Schön übrigens dass man diversen Leuten von damals immer mal über den Weg läuft. Und wenn’s nur bei Xing ist. Mich nimmt es übrigens Wunder, dass Du weder Modest Mouse noch Interpol erwähnst, die beide ihre jeweils besten Alben veröffentlichten.

  7. 7

    tolle Serie, vielen Dank!

    Anajo mit ihrem Debüt gingen offensichtlich an Dir genauso vorbei wie an mir auch. Habs drei Jahre später nachgeholt.

    Was ist Dein Problem mit Billy Joel? Also ich hab ihn früher (das war so 1994) viel gehört. Heute, muss ich zugeben, auch nicht mehr.

  8. 8

    Anajo hab ich damals sogar rezensiert. “Ich hol dich hier raus” und “Monika Tanzband” waren brillant, den Rest fand ich eher so mittel. Aber eine Band mehr hätte hier natürlich auch nicht mehr gestört, das stimmt.

    Ich weiß auch nicht genau, was mein Problem mit Billy Joel ist. Der schreibt sicher tolle Songs (“Just The Way You Are” ist textlich eines der klügsten Liebeslieder, das ich kenne), aber jedes Mal, wenn ich sein Best Of auflege, muss ich es kurz danach wieder ausmachen, weil ich nicht mag, was ich da höre.

  9. 9

    [...] musikalisch-popkulturell-persönlichen Dekadenrückblick ausgelassen. Mittlerweile ist der Gute bei 2004 angelangt, und was Rückblicke angeht ist er ja – das liegt in der Natur des fin de décade – [...]

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