Mit Dir sind wir vier
Von Lukas Heinser am Dienstag, 22. September 2009 22:41
Kategorie: Living In A Magazine
Gar nicht mal so selten (im Sinne von: “Wenn ich überhaupt mal etwas gefragt werde, dann …”) werde ich gefragt, wie man eigentlich so ein “Medienblogger” wird.
Das ist eigentlich ganz einfach: Eine Zeit lang muss man sehr aufmerksam durch die Welt gehen und allen Quatsch aufschreiben, der einem in die Finger kommt. Dann hat man irgendwann seine Leser, seinen Freundeskreis und seine Familie derart für die kleinen und großen Fehler der Medien sensibilisiert, dass man mit Einsendungen überhäuft wird und sie nur noch aufschreiben muss.
Eingesandt von meiner Mutter:

(Neue Rhein/Ruhr Zeitung vom 22. September 2009)
Das erinnert natürlich fatal an die von Fritz Walter d.J. überlieferte Sentenz:
Der Jürgen Klinsmann und ich sind schon ein tolles Trio, …äh Quartett.
Mittwoch, 23. September 2009 8:00
Deine Mudda schickt Zeitungsausschnitte an Medienblogger!
Mittwoch, 23. September 2009 10:21
“Zusammen mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Roman Wasserfuhr gründete er das Julian & Roman Wasserfuhr Quartet und nahm im November 2005 das Album Remember Chet auf.” (Wiki)
Ist aber auch gemein. Hätte der Schreiber ein t hinten weggelassen, wäre die Meldung gar nicht mal so falsch.
Mittwoch, 23. September 2009 10:43
Deine Mutter möcht’ ich haben! Dann hätte ich nämlich drei;)
Mittwoch, 23. September 2009 11:02
erinnert mich an “Bring ruhig deine Freunde mit, ich komme auch alleine”
Mittwoch, 23. September 2009 12:48
@murdock: Ein Duo “Quartet” zu nennen ist natürlich gemein. Aber dadurch wird der Satz ja nicht richtiger.
Es wäre ja auch falsch, über das Trio Ben Folds Five zu schreiben, dass Ben Folds mit Robert Sledge und Darren Jessee ein Quintett gebildet hätte.
Mittwoch, 23. September 2009 17:21
@murdock/Lukas: Das “Julian & Roman Wasserfuhr Quartet” ist tatsächlich ein Quartett. Auch das im Zeitungsberichte erwähnte Album “Upgraded in Gothenburg” wurde in größerer Besetzung (Quartett plus Gastmusiker) aufgenommen, und es ist anzunehmen, dass die Brüder beim besprochenen Konzert keine Duo-Version zum Besten gaben, sondern ebenfalls mit Verstärkung spielten. Rätselhaft bleibt, wieso der Autor nur von den “beiden” schreibt.
Mittwoch, 23. September 2009 17:36
Jetzt wird’s aber wirklich langsam kompliziert …
Mittwoch, 23. September 2009 23:48
@Lukas: Ach, so kompliziert ist es gar nicht. Auf den Seiten des Labels „ACT“ lässt sich nachlesen, mit welchen wechselnden Quartettbesetzungen (und Gastmusikern) die Namensgeber ihre beiden Scheiben eingespielt haben.
Der Veranstaltungskalender der Brüder ist auf deren Internetpräsenz abrufbar. Das letzte Konzert im Verbreitungsgebiet der „neuen Rhein/Ruhr-Zeitung“ fand wahrscheinlich am 19. September in Viersen statt. Der Veranstalter weist aus: „19. September, Bühne 2, 19.00 Uhr: „Roman & Julian Wasserfuhr Quartett“ (leicht falsch mit Doppel-T bzw. Deppenleerzeichen).
Der zitierte Bericht ist zwar stark verwirrend und Mütter-von-Medienbloggern-irritierend, enthält aber genaugenommen keinen einzigen Fehler.
Donnerstag, 24. September 2009 10:17
@Matthias W.: Ich würde auf “allgemein irritierend” erweitern wollen. Und dass jemand “im Quartett” mit seinem Bruder spielt, finde ich selbst dann gaga, wenn dieser Jemand tatsächlich mit seinem Bruder die Hälfte eines Quartetts bildet.
Man schreibt doch auch nicht “er sang im Duett” und lässt dann den anderen Namen weg …
Freitag, 25. September 2009 13:52
Darf ich im tiefen Westen OL vorstellen? Das Folgende passt sehr gut zum Thema.
http://de.wikipedia.org/w/inde.....0402192302