Plakatastrophentourismus
Von Lukas Heinser am Mittwoch, 16. September 2009 12:38
Kategorie: Political Science
Ich will das hier weder zu einem Fachmagazin für Wahlplakatierung werden lassen, noch will ich irgendwie paranoid klingen, aber: Das haben die doch extra gemacht, oder?
Mein Weg vom Wohnheim zur U-Bahn ist vollgepflastert mit Frank-Walter Steinmeiers:


Mal davon ab, dass ich Frank-Walter Steinmeier jetzt nicht unbedingt “anpacken” muss, dürfte das letzte Motiv natürlich eines der ehrlichsten Wahlplakate der letzten 60 Jahre sein: Neben ein Foto von Steinmeier und unter das Logo der SPD “Unser Land kann mehr” zu schreiben, das ist schon erstaunlich offen.
Mittwoch, 16. September 2009 13:15
Anpacken mag ich den lieber auch nicht.
Besser finde ich noch die Aktion der Linken:
http://www.dieolsenban.de/blog.....die-linke/
Mittwoch, 16. September 2009 14:32
also ich finde rein optisch das letzt große Plakat durchaus sympathischer als das mit dem harten Scheitel und der Krawatte!
Bringt nur nix mehr :(
Mittwoch, 16. September 2009 14:34
btw. diese komischen Fahnen gibts hier in “südwest” Deutschland garnich …
Mittwoch, 16. September 2009 14:34
Na ja, die FDP redet ja ähnlich: Deutschland kann es besser. Da habe ich auch gar keine Zweifel ;)
Mittwoch, 16. September 2009 15:03
einfach ignorieren. weiterlaufen und Kopf senken.
Mittwoch, 16. September 2009 18:13
Das eigentlich erschreckende ist ja vielleicht, dass es einfach nicht stimmt. Ich mag es ja auch glauben, aber hat jemand harte Belege dafür, dass unser Land wirklich mehr kann?
Mittwoch, 16. September 2009 20:17
Das ist dir aber früh aufgefallen, dieses Plakat – bei uns hier in Düsseldorf stehen die schon mindestens eine Woche (gefühlt seit 3 Jahren) und den Spruch finde ich jedes Mal wieder bekloppt wenn ich an einem vorbeikomme….
Mittwoch, 16. September 2009 22:09
Habt ihr eigentlich auch im ersten Moment “Abspecken” gelesen?
Donnerstag, 17. September 2009 14:04
Vom Slogan her dasselbe wie Vera Lengsfelds Brüste-Plakat, nur dass Herr Steinmeier glücklicherweise zugeknöpft bleibt …
Freitag, 18. September 2009 6:24
Pot(t)pourri (106)…
Potpourri, frz.: Allerlei, kunterbunte Mischung
Pot(t)pourri, dt.: Kurze vermischte Beiträge im Pottblog
***
Am vergangenen Wochenende war die Last Night of the Proms. Dabei handelt es sich um das letzte Konzert der Promenadenkonzerte im Sommer. S…
Samstag, 26. September 2009 18:17
[...] Der weißbehelmte Mann mit der schicken Krawatte greift dem blaubehelmten Mann herablassend an den linken Arm. Der weißbehelmte Mann mit der schicken Krawatte möchte zeigen, daß dies die Geste ist, mit der man Arbeit respektiert – genauer: mit der man gute Arbeit respektiert. Was schlechte Arbeit ist, ist auf dem Bild nicht zu sehen, man kann nur rätseln: gegen Bezahlung jemandem einen blasen, wäre vielleicht schlechte Arbeit. Wahrscheinlich möchte der weißbehelmte Mann mit der schicken Krawatte sich nicht dabei photographieren lassen, wie er sich von einem authentischen Arbeiter schlechte Arbeit erklären läßt. Jedenfalls: Sich von einem weißbehelmten Mann mit schicker Krawatte an den linken Arm fassen zu lassen und dabei in Richtung eines Höllenfeuers im Hintergrund zu zeigen, welches den weißbehelmten Mann mit der schicken Krawatte allerdings kein bißchen interessiert – das ist gute Arbeit. Unter dem Bild steht der Spruch: „So respektiert man gute Arbeit: Anständige Löhne für die Menschen.“ Jetzt versteht man: Die weißbehelmten Menschen am linken Rand, die man bloß von der Seite sieht, und der blaubehelmte Mann, den man bloß von hinten sieht – das sind die Menschen. Der weißbehelmte Mann mit der schicken Krawatte – das ist der Respektierer. Unter dem Spruch „So respektiert man gute Arbeit: Anständige Löhne für die Menschen“ steht noch ein weiterer Spruch: „Unser Land kann mehr.“ Ein wahres Wort. [...]